Eierlaufen

Wenn eine den Wecker zwar stellt, aber nicht für Samstag aktiviert, kann es sein, dass eine fast den Saisonstart beim Rugby verschläft.

Aber nur fast.

So habe ich binnen 45 Minuten:

  • das Kind geweckt,
  • Waffelteig gemacht,
  • das Kind zum Anziehen bewegt,
  • mich angezogen,
  • das Kind befrühstückt,
  • das Kind angetrieben, sich um Mundschutz und Trinkflasche zu kümmern,
  • eine Kiste mit Waffelteig, Bananen und Nüssen aufs Rad geschnallt
  • per Pedale mit Kind in 10 Minuten den Pitch erreicht

Der Saisonauftakt war gut. Aber die Konstellationen bleiben weiterhin spannend, wenn nicht sogar anstrengend.

12von12

Mit dem Bloggen hakt es derzeit etwas – Hitze, viel zu tun, RL und so -, da nutze ich gerne 12von12, um das Blog zu füllen.

Mehr 12von12 wie immer bei Draußen nur Kännchen.

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* hat leider nur bedingt geholfen

** Rumpenheimer Fähre

*** Main

**** Accra Circle in Offenbach, Ghanaisches Restaurant

Raue* Bretagne**

Also wirklich rau präsentiert sich die Bretagne hier im Finistère nicht: Das Wetter ist toll, das Meer hat nicht zu hohe Wellen, es weht ein Lüftchen. Die Landschaft ist aber deutlich anders als z.B. im Morbihan: hügeliger, schroffer, wilder und ja etwas unbezwingbarer. Oder zumindest nicht so leicht zu erobern, wie sich das eine Stadtpflanze wie ich so vorgestellt hat. Eine läuft nicht mal eben locker flockig zum Phare du Millier und eine fährt auch nicht mal eben 44 Kilometer über die Presqu’île de Crozon.

Menez Hom

Letzteres wäre vielleicht noch gegangen, wenn der RB und ich nicht unterschiedliche Räder und Trainingszustände hätten (das meine ich nicht böse, das ist einfach so). Aber es hätte auch mir ob der Streckenführung keinen Spaß gemacht. Denn Frankreich ist nun mal kein Fahrradland. Es ist das Land der Autofahrer und Wanderer. Paris ist da – wie bei vielem anderen – die rühmliche Ausnahme und Île de Ré ist tatsächlich auch die Fahrradinsel, die sie sein möchte. Aber sonst?! Keine bzw. kaum Radwege; mit dem Rad fährt eine halt auf den Land- und auch mal Bundesstraßen mit und die sind schmal und haben einen minifuzzikleinen Seitenstreifen. So richtig sicher fühlt eine sich da nicht.

Aber das ist uns nicht so bewusst, als wir uns an einer kleinen Badebucht zwischen Crozon und Camaret-sur-Mer auf die Räder schwingen. Ja, mit einem Anstieg anzufangen ist fies und dass wir dann kurz auf Wegen fahren, die ich mit dem Mountainbike gut bewältigen kann, aber nicht für den Breezer vom RB gemacht sind, ist auch nicht gut für die Moral. Aber dann kommt viel Asphalt und die ersten 7 Kilometer bis zum Pointe de Penhir sind geschafft.

Radidylle mit Jaques am Beg Penn Hir

Ausgesprochen hübsch da:

Die Strecke geht auf und ab, ist aber recht gut zu fahren. Bis Else meint, wir könnten doch ein kurzes Stück auf dem Sentier Cotier zurücklegen. Die Aussicht war toll:

Camaret-sur-Mer

Der Weg eigentlich auch. Nur nicht für Fahrräder geeignet. Selbst Schieben war schwierig und nervig.

Wir machen eine kleine Crêpes-Pause, die etwas länger wird, weil mein Vorderrad platt ist.

Vorderreifen zu wechseln ist ja zum Glück ein Kinderspiel (Foto: RB)

Der Ersatzschlauch ist aber schnell drin.

Eigentlich ist die Moral ganz gut. Doch dann müssen wir die Route de Montage hoch, die ihrem Namen alle Ehre macht. Und auch was danach kommt, ist nicht motivierend. Lange zähe Anstiege in der Sonne… nein, ich verstehe den RB schon sehr, dass er nicht mehr mit mir spricht. Ich hätte auch verstanden, wenn er mir das Rad an den Kopf geworfen hätte.

Zum Glück ist die Strecke so geplant, dass wir an mehreren Stellen abkürzen können.

Vor dem letzten vorletzen blöden Anstieg werfen wir noch einen schönen Blick gen Norden und fahren dann quer durch zurück.

Der weiße Streifen am Horizont ist Brest.

Die letzten Kilometer lässt mich der RB vorfahren. Am Auto schwitze ich nochmal Blut und Wasser, bevor der RB ankommt. Denn: Ich habe den Autoschlüsselnicht mehr bei mir. Ich bin mir sicher, der RB wird mich – zurecht – an mein Rad binden und im Meer versenken.

Als der RB ankommt, ist er platt wie mein Reifen zwischendurch. Aber er hat den Autoschlüssel. Phew!

Seine Laune ist so schlecht wie mein Gewissen. Wobei ich natürlich auch nichts für das Höhenprofil kann. Und das Else nicht weiß, wie gut oder schlecht französische Feldwege beschaffen sind und dass deutsche Standards in Frankreich nicht gelten, konnte ich ja auch nicht ahnen.

Trotzdem tut es mir leid, dass es so doof für ihn war*** und es täte mir noch leidera, wenn ich ihm jetzt den Spaß am Radfahren verleidet habe. (Habe ich aber wohl nicht. Nur solche Touren machen wir nie wieder vorerst nicht nochmal.)

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* rude (franz./engl.)

** breizh (bretonisch)

*** Ich hätte mich da schon durchgebissen. Wobei ich dieses Fahren an der Straße ziemlich unangenehm finde.

12von12

Gelegentlich, wenn ich via Instagram und/ oder Twitter rechtzeitig daran erinnert werden, und ich denke, dass der Tag ausreichend Bildmaterial hergibt, versuche ich 12von12 mitzumachen. Nicht immer, denn es fällt mir schon ein bisschen schwer, drölf Millionen Kaffeetassenbilder und Essensbilder anzugucken (und zu posten).

Naja, heute mal wieder (nachdem ich im Januar das letzte Mal richtig mitgemacht hatte).

#1: Um 8h15 soll ich bei der Hautärztin zwecks Befund der gestanzten Muttermale anrufen. Ich habe extra den Wecker gestellt, aber zum Telefonieren nicht geduscht. Es ist ziemlich lang besetzt. Doch dann: Die Muttermale waren nur Muttermale.

#2: Während ich Heißgetränke für den RB und mich bereite, duftet mich das Palak Paneer von gestern Abend an. Das war seeehr lecker und ich bin kurz versucht, es zu frühstücken.

#3: Nach dem Frühstück kommt es zu einer kleinen Missstimmung wegen der Frühstücksteller. Naja, eigentlich nur wegen eines Frühstückstellers, der nämlich auf dem Tisch blieb, während der andere in die Küche getragen wurde.

#4: Ich blogge über das neuste Tattoo und höre dabei Musik – aus Gründen.

#5: Mein Mittagssnack sind die hellen Lakritze aus der kongenialen Lakritzmischung von Hema (vermutlich ist die bloße Nennung ja schon Werbung).

#6: Nachdem ich den ganzen Vormittag am Tisch gesessen habe, sind mir nun die Beine schwer und weil ich meine Kompressionsstrümpfe nicht finde, ziehe ich um ins BettOffice. Da kann ich die Beine ausstrecken.

#7: Weil die Nacht kurz war (ja, die Befundabfrage hat mir nicht nur wegen der Uhrzeit zu schaffen gemacht) und ich ja eh schon im Bett bin, mache ich die Augen zu und träume wild.

#8: Dann arbeite ich noch etwas, bevor ich mich fertig machen muss. Das neue Tattoo ist ob seiner Flächigkeit und der Stelle doch deutlich empfindlicher als die bisherigen und so muss ich es gut pflegen, damit ich mit ihm Radfahren kann: Nach dem Duschen erstmal mit dem Wundgel versorgen und dann Folienverband drauf, damit das T-Shirt nicht auf dem Tattoo reibt.

#9: Mit dem Fahrrad hole ich die Beste ab. Weil es warm ist und ich nicht so viel mitnehmen muss, nehme ich die Lenkertasche. Sieht zwar nicht so cool aus am Mountainbike, aber so muss ich keinen Rucksack schleppen.

#10: Die Beste ist noch nicht zu Hause und so kann ich einen kurzen Blick auf Frankfurts FreiBinnenGüterhafen werfen.

#11: Die Beste und ich machen, was eine so auf dem Märktchen macht: Was essen und Wein von Die Genussverstärker (Werbung) trinken.

#12: Nach Märktchenschluss lassen wir in lustiger Runde und bei einem vorgezogenen Mitternachtssnack den Abend ausklingen, bevor wir im Dunkeln zurückradeln.

Wie immer findet Ihr bei Draußen nur Kännchen noch mehr 12von12 finden sich diesmal nicht gesammelt bei Caro.

Pedal de deux

Wer feiern und demonstrieren kann, die kann auch Fahrrad fahren. Schließlich hatten der RB und ich extra ein verlängertes Wochenende aus unserem Festivalbesuch gemacht, damit wir uns auch Potsdam angucken können. Und nach meinem Kurzbesuch im April war recht klar, dass sich die Stadt per pedale deutlich umfangreicher und – zumindest aus meiner Sicht – entspannter erkunden lässt.

Zuerst überlegten wir für alle Tage Räder zu mieten, aber dann ergab sich das TweepMeet am Freitag und die Demo am Samstag und so war klar, dass wir wirklich erst am Sonntag radeln würden (die Strecke zum Festivalgelände konnten wir problemlos zu Fuß gehen). Und weil der Fahrradverleih* auch Tandems anbietet, überkam es mich und ich reservierte eins für den RB und mich.

Zum Abholen waren wir etwas später dran als vereinbart, weswegen ich dort anrief. Angeblich wäre meine Reservierung nicht im System, aber es wäre noch ein Tandem vor Ort. Aber ganz vielleicht zu groß. SOWAS kann bei mir ja schlechte Laune verursachen! Aber ich fuhr tapfer nicht-grummelnd mit dem RB per Bus zum Verleih. Ein bisschen hin und her, kurze Probefahrt – der RB vorne, ich hinten. Fühlte sich für mich, weil ich nichts sah und nicht lenken konnte, gaaaanz schlimm an, aber wir passten zumindest zusammen auf das Rad …

Foto-Credits: RB

… und wollten das Abenteuer wagen. Es ging kurz nochmal zum AirBnB, um Getränke und Notfallverpflegung aufzuladen. Dort versuchten wir dann aus mehreren Gründen, ob es nicht doch besser passen würde, wenn der RB hinten und ich vorne sitzen würde. Und ja, so war es besser**.

Wir fuhren los. Zunächst etwas wackelig und mir waren das Bremsen und vor allem Wiederanfahren nicht ganz geheuer. Aber wir groovten uns unter den interessierten Blicken „aller“ anderen Spaziergängerinnen und -fahrerinnen ein.

Erster Halt nach gut 4 Kilometern …

Wir fuhren an der Havel, der Babelsberger Enge und Glienicker Lake entlang auf die Wannsee-Insel. Auch da hatten wir die meiste Zeit beim Fahren durch den Wald Wasser an unserer Seite.

Wir fuhren an der Max-Liebermann-Villa vorbei und ich setzte Grüße nach Irland ab. Doch das wunderbare Fräulein war gar nicht in Irland, sondern ganz in unserer Nähe, was sich herausstellte, als wir gerade die Gedenkstätte der Wannsee-Konferenz*** besichtigten. Ein wunderschön gelegener Ort. Aber ein schlimmer Ort. Ein beklemmender Ort.

Dann fuhren wir zurück zur Max-Liebermann-Villa, die zwar auch Geschichte zu erzählen hat, aber trotz allem die Lebensfreude Liebermanns, mit er er diesen Ort geprägt hat, ausstrahlt. Es ging zurück, weil direkt am Wasser an einem Tisch mit vier typischen metallenen Gartenstühlen Mademoiselle ReadOn auf uns wartete und uns mit dieser besonderen Herzlichkeit begrüßte, die aus ihren Texten strömt.

So schön, sie in Echt kennenzulernen und mit ihr zu reden****. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Großmut, Geduld, Fürsorge, Selbstlosigkeit und Liebe in einem Menschen stecken.

Dann fuhren wir noch ein kleines Stück zusammen, bis wir wieder auf unserer Tour waren. Wir fuhren weiter entlang der Inselküste, erhaschten einen Blick auf die Pfaueninsel, freuten uns, dass wir ein Mountainbike-Tandem hatten, mit dem wir auch durch die meisten Sandplacken kamen, und machten kurz Halt am Krughorn:

Den RB drückten der Hunger und die müden Beine, aber nun war es nicht mehr weit bis Potsdam. Der Weg führte uns noch über die Glienicker Brücke, zum Pfingstberg (rauf und wieder runter), einmal quer durch Alexandrowka und dann Richtung Innenstadt.

Eigentlich hatte die Routenplanung noch einen Abstecher nach Sanssoucis vorgesehen, aber dann trafen wir am Brandenburger Tor*****, den einzigen Potsdamer, den wir kennen, und gingen mit ihm und seiner Freundin essen und trinken.

Die nächsten Touren – da sind wir uns einig – fahren wir lieber auf getrennten Rädern, aber es wird auch bestimmt nochmal eine Tandemfahrt geben, sollten wir die Möglichkeit haben.*******

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* vermutlich Werbung, auch wenn wir die Mietgebühr selbst gezahlt haben

** Zumindest für mich

*** Das Haus der Wannsee-Konferenz ist kostenlos (Spenden) zugänglich. Das finde ich ehrlich gesagt sehr gut und sehr wichtig.

**** Ich wollte zunächst „plauschen“ schreiben, aber es war mehr als ein Plausch.

***** Ja, die Potsdamer haben ein eigenes.

****** Zuzüglich 3,4 Kilometer für die Rückfahrt zum AirBnB.

******* Wenn ein Pärchen bis zur Tandemfahrt nicht klar miteinander kommuniziert, wird es das spätestens dann lernen oder sollte über Trennung nachdenken.

Fast komplett

Ich hatte heute Termine in der Landeshauptstadt. Und weil es mit dem Auto nunmal schneller* geht, habe ich den Wagen vom RB genommen. Was ich aber jedes Mal, wenn ich mit dem Auto diese Strecke fahre, nicht bedenke: Mindesten eine der Fahrten hänge ich im Berufsverkehr. Meistens auf der Rückfahrt.

So auch heute: Auf dem Rückweg erledigte ich noch etwas für den RB und so steckte ich zur besten Zeit (16h45) im Frankfurter Nadelöhr (Alleenring) fest. Ja, Stau ist nervig – insbesondere mit Kupplungswagen -, Stau ist anstrengend … Stau ist einfach blöd.

Aber mal so unter uns: Mich macht Stau aggressiv – und vor allen Dingen die anderen Autofahrer. Ich weiß, es nützt nix und unsinnig ist es auch. ABER ich kann nicht aus meiner Haut. Vor allem, wenn ich im Stadtverkehr schlecht vorankomme, beiße ich regelmäßig ins Lenkrad und schimpfe wie ein Rohrspatz**.

Als ich dann endlich zu Hause war, war ich ausreichend genervt (wenigstens gab es einen Parkplatz direkt vor der Tür). Eigentlich hätte ich direkt an den Laptop gemusst und weiterarbeiten, aber ich war genervt und unbewegt und hatte den ganzen Tag noch nichts vom schönen Wetter. Ergo: Ich musste raus. Ich musste mich draußen bewegen.

Also verdonnerte*** ich den RB, mich bei einer Radtour zu begleiten. Ich plante kurz mit Else, erinnerte mich, dass ich den einen Griff nochmal einstellen musste, dass ich die Klingel auch mal montieren sollte, packte den Rucksack, aß einen Happen, suchte meine Sonnenbrille, montierte Griff und Klingel, pumpte die Reifen auf und gefühlt nach drölfzig Stunden Vorbereitung konnten wir endlich starten.

Eigentlich war es als Rundkurs geplant …

… Zwischenstopp eins war die „Schwanheimer Düne“ und bei der Tourenplanung dachte ich, dass wir eine zweite Pause auf dem Höchster Schlossplatz einlegen könnten****, aber dann mussten wir VOR der Düne erstmal pausieren, denn …

… es gab Brombeeren direkt vom Strauch. (Foto: RB)

Die Düne war schön wie immer. Und ich bin da echt gerne. Das ist so schön anders, so ruhig und da ist noch Urwald und es riecht so gut.

Die Düne wäre ziemlich genau die Häfte vom Rundkurs gewesen, aber bei der Fahrt an der Nidda zeigte sich, dass der RB lieber nicht komplett durchfahren wollte***** und wir stiegen in Rödelheim in den Bus. Der hätte uns auch so gut wie vor die Haustür gefahren, aber es aber voll und wurschtelig und dadurch recht nervig, sodass wir am Dornbusch wieder ausstiegen und den letzten Rest wieder mit dem Rad fuhren.

Die Kilometer- und Anstrengungsersparnis war damit auch wieder halbiert. Mir sollte das recht sein.

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* Wenn ich problemlos durchkomme, dann ist es eine Halbierung der Fahrtzeit (jeweils von Tür zu Tür). Und dabei sind die Unwägbarkeiten des S-Bahnverkehrs noch nicht einmal eingerechnet.

** Der midi-monsieur hat das übernommen und schimpft per se als Beifahrer. Das ist ein ganz guter Spiegel und effektives Korrektiv.

*** Ich wäre auch allein gefahren. Aber dann eine andere Strecke.

**** aber nicht taten, weil *****

***** Völlig in Ordnung, denn er hatte ja schon gut 15 Kilometer in den Beinen und zu viel Apfelschorle im Magen.

Skål

Eigentlich wollte ich heute Abend ja über dies

etwas ausführlicher bloggen. Und eigentlich müsste ich auch noch einen Text für morgen früh fertig stellen.

ABER:

Der RB ist heute ein bisschen mehr hier eingezogen. Also seine Möbel sind eingezogen (jetzt fehlt nur noch mittlerer bis kleiner Kram, der aber auch erst kommen kanndarfsollte, wenn die Möbel stehen und beräumbar sind). Dazu ist der midi-monsieur heute Mittag mal wieder alleine ins Schwimmbad gegangen und ich habe einen Carsharing-Transporter abgeholt – in einer Frankfurter Ecke, in der ich mich sonst auch selten rumtreibe -, habe mich gefreut, mal wieder Transporter fahren zu dürfen (ich fahre gerne große Autos). Dann haben der RB und ich Möbeltetris gespielt, bei uns zu Hause hat das Kind schon gewartet und kräftig beim Ausladen geholfen. Als ich danach den Wagen zurückbrachte, sagte der midi-monsieur was Tolles* zum RB. Ich kam pitschnass zurück, weil ich in den einzigen Schauer des Tages geraten war.** Nachdem ich wieder trocken gewandet war, zeigte sich, dass der Schauer neben der Erfrischung auch noch mit sich brachte, dass bei der aktuell besten Eisdiele des Viertels die Schlange sehr kurz war und wir so recht schnell an des wohlverdiente Eis kamen.

Mohn, Pistazie und Gurke – soooooooo lecker

Dann räumten wir noch ein bisschen in der Wohnung die neuen Möbel an ihren Platz. Dabei klingelte das Telefon und fast wollte das Kind nicht drangehen… tat es aber doch:

Ich lache ehrlich gesagt immer noch, weil dieses Kind einfach so cool ist und aus seinem Herzen – zum Glück – nicht mehr eine Mördergrube macht, sondern frei raus erzählt. Ich muss den einfach lieb haben ❤

Und er hatte ja recht: Wir feierten im Smørgas den offiziellen Einzug vom RB mit leckerem Essen und Trinken***:

Und weil es im Smørgas immer so nett ist und das Kind sich so wohl fühlt, hat es noch zum Dank ein Bild****** gemalt

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* Es ging um den Umzug und darum, dass der RB ja nun eine Familie habe und außerdem Glück, dass er diese Familie ja nun habe.

** Es war war, es war erfrischend und mit Blick auf den Umzug: Lieber ich beim Radfahren nass, als nasse Möbel und Kartons in die Wohnung schleppen.

*** Der midi-monsieur sagte beim ersten Anstoßen: „Auf den Einzug vom RB.“

**** mit Kardamon: seeeehr lecker

***** Der RB mag ja kein Lakritz.

****** Insgesamt waren es drei und er hat jetzt eine eigene Galerie im Restaurant 😉

Stille(r)

Ich hätte nichts gegen totale Stille gehabt heute. Aber ich habe ja den midi-monsieur und wenn der nicht gerade fiebernd und mit Halsschmerzen daniederliegt, dann redet er ohne Punkt und Komma*. Und da er es die Woche über verpasst hatte, sich zu verabreden, war er heute zu Hause. Stille, also dass niemand mich zutextete oder was von mir wollte, hatte ich dann in der dreiviertel Stunde, in der ich allein auf dem Markt war. Und dann noch per Tablet erkaufte. Anders wäre ich vermutlich auch durchgedreht.

Zur weiteren Entspannung trug bei, dass der midi-monsieur und ich am späten Nachmittag mit dem Rad** zum Laden vom RB fuhren, um den RB abzuholen.

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* Das klingt jetzt sehr genervt. Und in der Tat ist es anstrengend, aber letztlich ist mir ein Kind, das redet, deutlich lieber als eines, dem ich jede Info aus der Nase ziehen muss.

** Dabei konnte der midi-monsieur auch nicht so viel reden.

*** Blaues Wasser

**** Electro. Laut. Anstrengend. Nervig.

Am Rad drehen

Vor bald 20 Jahren kaufte ich mir mein erstes Mountainbike: ein blaues Kona mit Federgabel. Wir hatten viel Spaß miteinander. Und hätten vielleicht immer noch Spaß zusammen, wenn es mir nicht geklaut worden wäre. Das war vor ca. 13 Jahren. Da war es frisch gepimpt: Einige Parts (Lenkergriffe sowie Brems- und Schaltzüge) waren rot und es sah toll aus. Nunja, weg ist weg.

Seit 13 Jahren besitze ich nun – nicht als Ersatz für das geklaute Rad – mein schwares Pferd: ein Specialized Epic. Das hat mich bereits über die Alpen getragen und auch sonst durch die Gegend. Eine lange Zeit – Schwangerschaft und ersten Jahre vom midi-monsieur – stand es ziemlich ungenutzt rum und wurde dann auch erstmal nur zum Ziehen des Anhängers genutzt. Ans Mountainbiken dachte ich nicht mehr. Auch nicht, als die Zeit mit dem Fahrradanhänger vorbei war. Ich nutzte das Rad noch zum Fahren in der Stadt. Aber es ging ihm nicht gut. Ich hatte es leidlich gepflegt und damit zu fahren machte kaum mehr Spaß. Das änderte sich auch nicht, als es vor 4 Jahren notgedrungen eine neue Federgabel brauchte.

Vor 2 Jahren gönnte ich dem schwarzen Pferd eine Generalinspektion mit neuer Schaltung und Kurbeln und auf einmal machte es wieder Spaß, mit dem Rad zu fahren. Ich fing wieder an, durch Gelände zu gurken und mache das seitdem so regelmäßig wie möglich.

Und so hat das Rad in in den vergangenen 13 Jahren einiges gesehen und mitgemacht, aber was es bis vor zwei Tagen nie war: ein Politikum und ein Indiz*.

Auch wenn ich mittlerweile, weil ich noch eine weiteres Fahrrad habe**, mit dem Mountainbike weniger in der Stadt unterwegs bin, fahre ich mit dem Mountainbike gerne in die östliche Nachbarstadt***, da die Strecke am Main ausreichend uneben ist, dass der Einsatz eines gefederten Fahrrads gerechtfertigt ist.

Und entgegen landläufiger Meinungen fahre ich nicht dahin, um zu arbeiten. Nein, ich fahre dahin, weil der RB da arbeitet und ich ihn dann wahlweise beim Arbeiten stören oder unterstützen kann, weil ich ihn von der Arbeit abhole, weil ich ihn kurz küssen möchte … weil ich es kann und will, aber nicht weil ich (dahin) muss.

Bisweilen kann es dabei vorkommen, dass mein Rad – eher sehr selten**** – mal in Offenbach stehen bleiben muss. Auch dafür gibt es viele Weils, zum Beispiel weil es regnet oder weil wir uns mit einem anderen Verkehrsmittel weiter fortbewegen oder weil ich schwer verletzt nicht mehr Rad fahren kann*****. Und weil ich das Rad so ungern draußen anschließe******, finde ich es toll, dass es im Laden vom RB******* untergestellt werden kann.

Das kann eine finden, wie sie will, aber das ist alles kein Grund, am Rad zu drehen.

Gelegentlich steht mein Rad sogar in der Bahn.

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* für Hirngespinste, die aus vielerlei Gründen nie wahr werden

** Ganz eigentlich gehört es ja dem midi-monsieur. Ich habe aber Nutzungsrechte, solange das Kind noch nicht groß genug für das Rad ist.

*** Offenbach

**** bisher zwei Mal

***** Zum Glück nicht der Fall

****** zumindest über Nacht

******* seinem (!), nicht unseren

 

Elefantenrunde

„Schaaatz“, setzte ich an, als der RB am Mittag nach einer aushäusigen Nacht mit Konzert leicht verkatert nach Hause kam, „Schaaatz, das Wetter ist schön. Das Kind muss gelüftet werden.* Und ich brauche Bewegung.** Ich habe eine kleine Tour mit dem Rad geplant.***“

Er erkannte schnell: Widerstand ist zwecklos und wir stiegen zu dritt aufs Rad. Also, jede auf ihres. Logisch.

Der RB sieht da einen Elefanten in der Tourführung.****

Zwischenstopp an Frankfurts klaffender Wunde. *seufz*

Wie immer im Stadtwald und Grüngürtel: Schön war’s!

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* Der war so aufgeregt wegen der bevorstehenden Klassenfahrt.

** Das rechte Knie nicht. Aber es wurde mit Bandage ruhig gestellt.

*** Naja, es waren zwei kleine, die aneinander anschließen. Und die zusammen mit der nicht geplanten Rückfahrt durch die Stadt gut 24 Kilometer ergaben.

**** Wer den richtigen Winkel rausfindet, kann ja mal kommentieren. Ich seh nämlich nix.