Pinker Nachtrag

Hervorgehoben

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

Luxus

Im Vergleich (wobei „Vergleich“ auch falsch ist, ich will mich nicht vergleichen) zu vielen anderen Alleinerziehenden habe ich Glück, denn ich bin durch die Trennung nicht finanziell abgerutscht. Was bei mir hauptsächlich daran liegt, dass ich schon immer die Alleinverdienerin war. Aus nachvollziehbaren Gründen habe ich auch schon in der Beziehung alle Fixkosten getragen. Ich habe aus anderen nicht nachzuvollziehenden Gründen auch deutlich mehr variable Kosten (Lebensmittel, Unternehmungen) getragen, als das ursprünglich besprochen war, sodass sich die Trennung nicht nennenswert auf meinen Kontostand auswirkte. Eher im Gegenteil: Es war ja ein Esser weniger da und für mich sind auch fleischfreie und auch kalte Gerichte vollwertige Mahlzeiten.

Auch der Sprung in die Selbstständigkeit hat meine Finanzen nicht nennenswert beeinflusst. Und ja, ich weiß, dass ich da verdammt viel Glück gehabt habe.

Mit dem Geld, das ich verdiene kann ich dem midi-monsieur und mir ein vernünftiges Leben ermöglichen, bei dem auch hier und da mal ein kleines Extra drin ist: Eis, Ausflüge, Kino, Konzerte, Babysitter, Kurzurlaube, Bio-Fleisch. Ja, das ist unser Luxus. Wenn ich den wegließe, könnte ich sicherlich Geld zurücklegen, aber das ist nicht meins: Ich lebe jetzt, also nutze ich das Geld jetzt.

Der größte Luxus, den ich uns leiste, ist unsere Wohnung: Sie ist eigentlich ein Zimmer zu groß und insgesamt 20-30 qm weniger würden uns sicherlich reichen. Aber zum einen ist es nicht einfach, eine kleinere und entsprechend deutlich günstigere Wohnung (mind. 300 Euro/Monat weniger) zu finden und zum anderen habe ich schlichtweg keine Rücklagen für einen Umzug, Renovierungskosten und Möbelneuanschaffungen (v.a. Küche). Dazu kommt noch, dass ich es sehr schön finde, dass Leute uns einfach über Nacht besuchen kommen können, weil wir den Platz dafür haben.

Meine finanzielle Lage ist nicht schlecht, aber riesen Sprüngen oder „großen“ Luxus wie ein eigenes Auto (mal abgesehen, dass ich es für uns unsinnig finde) oder langer Urlaub sind nicht drin.

Einen für mich mittelgroßen Luxus, den ich mir gerne gönnen würde, ist eine Putzfrau. Insbesondere um meine Kräfte und Nerven zu schonen.* Aber wirklich regelmäßig kann ich mir das nicht leisten, ohne nicht an anderen Stellen Abstriche machen zu müssen.

Als es mir letztens so schlecht ging, war ich kurz davor mir wenigstens einmalig einen Putzdienst zu bestellen. Ich recherchierte auch schon, war aber nicht überzeugt. Aber wenn wenigstens mal wer die Fenster machen könnte, dachte ich weiter. Die müssen** ja nicht monatlich geputzt werden.

Und durch Zufall bot kurz drauf jemand im Viertel Fensterputzdienste an. Bei einer solchen Fügung muss ich mir wohl den Luxus gönnen. Wir kamen in Kontakt und machten für heute einen Termin. Ich räumte gestern und heute morgen alle Fenster frei, machte noch eine Besorgung, um dann eine halbe Stunde vor Termin die Absage zu bekommen. Orrrr, ich war schon angefressen. Ich war im Modus „Jippiie, später hast Du saubere Fenster“ und das sollte sich nun nicht erfüllen. Sowas kann mir ja den Tag verhageln. Ich überlegte kurz mit Blick auf die freigeräumten Fenstern und entschied dann:

Ich machte! Gut 26 qm Glasfläche habe ich gereinigt. Nicht nur, dass mich der Gedanke trug, dass ich ja Geld spare, nein, ich habe sogar welches gefunden:

Ein Glückspfennig – ja, Pfennig – versteckte sich im Küchenfensterrahmen.

Und der eigentliche Lohn der Mühe: Ich kann wieder rausgucken ohne das Gefühl zu haben, meine Brille putzen zu müssen, die Lichtverhältnisse in der Wohnung sind ganz anders und ich habe die Gardinen auch gleich gewaschen.

Und natürlich ist der Aufwand nicht so groß und ich putze sicherlich auch Fenster, als wischen oder Bügeln. Denn es ist ja nicht so, als wäre ich nicht ausgerüstet:

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* In der Zeit kann ich halt auch andere sinnvolle Dinge machen wie zum Beispiel arbeiten.
** können schon. Bei der Lage der Wohnung vielleicht auch sollten, aber das geht zu weit.

Das brennt!

Ich predige dem midi-monsieur ja immer wieder: „Nicht quatschen, sondern machen.“ Denn er kann reden, reden, reden und in der Zeit hätte er mindestens einen Bachelor in was auch immer machen können.

Ich quatsche meist weniger und mache stattdessen. Für gewöhnlich habe ich vor dem Machen darüber nachgedacht. Nur halt nicht geredet, was wohl zu der Annahme verleitet, ich würde immer impulsiv agieren. *hüstel*

Seit heute weiß ich, dass ich das vielleicht mehr sollte, also nicht denken, sondern einfach machen. Denn …

… am Dienstag beim Radkauf für den midi-monsieur (second hand; ist sein Geburtstagsgeschenk von Oma und Opa) sah ich direkt, dass die Bremsbelege erneuert werden müssten.

… am Mittwoch fuhr ich an einem Radladen vorbei und dachte daran, dass ich die Gelegenheit ja nutzen könnte, die Bremsbelege zu holen. Aber ich war gedanklich im Tattoo-Modus und schob den Gedanken damit weg, dass wir ja erst am Samstag eine längere Radtour machen wollen und ich dann ja noch den Freitag habe.

… heute dachte ich noch bei unserer kleinen Radtour – wir hatten uns spontan doch auf die Räder geschwungen -, als der midi-monsieur zu Beginn des Downhills (Steigung und Bodenbelag rechtfertigen diese Bezeichnung) unbedingt mit dem neuen Rad – Oma hatte erlaubt, das neue Rad schon vor dem Geburtstag zu nutzen – vorfahren wollte, dass er ganz schön mutig ist. Ich hörte ihn noch juchzen und hatte ihn dann wegen einer kleinen Kurve nicht mehr im Blick. Als ich um diese bog, hörte ich nur mein Kind brüllen. Irgendwie eher panisch denn vor Schmerzen.

Als ich ihn sah, sah ich ihn stehend. Brüllend, aber stehend. Das war schon mal ein gutes Zeichen. Aber irgendwas war passiert. Ein paar Wanderer kümmerten sich um ihn und um sein Rad. Ich stieg vom Rad und ging auf ihn zu. Er konnte nicht sprechen, wedelte nur wie wild mit den Armen und schrie: „Das brennt!“ Ich guckte mich um und da sagte einer der hilfsbereiten Passanten, dass er volle Kanne in Brennnesseln gerauscht sei. Er habe zwar noch gebremst, aber hatte so eine Geschwindigkeit, dass es nicht zu verhindern gewesen sei. Dazwischen brüllte der midi-monsieur immer wieder: „Das brennt!“ und mir schoss durch den Kopf: „Die Bremsen!“ und ich war sehr froh, dass es „nur“ Brennesseln waren, in die er gefahren ist. Wären die nicht gewesen, wäre es ein Gebüsch mit kleinen Bäumen gewesen. Das hätte unschön enden können.

Er tat mir so leid. Ich hätte ihn gerne in den Arm genommen, aber es war klar, dass das keine gute Idee gewesen wäre. Wir konnten den Quaddeln beim Aufblühen zugucken – an beiden Armen, den Unterschenkeln und – besonders fies – im Gesicht. Das musste brennen wie Hölle und tat es auch. Der arme midi-monsieur litt.

Nach einer Weile beruhigte er sich ein wenig und ließ sich die Arme mit Wasser abwaschen. Die Wanderer zogen weiter. Und ich überlegte, was wir nun tun könnten. Wir standen mitten im Enkheimer Ried: Dahin zurück, woher wir kamen, hätte bedeutet, dass wir bergauf hätten schieben müssen. Weiterfahren (bis nach Hause) war halt noch ein Stück. Ich überlegte, ob wir irgendwo mit dem Taxi geholt werden können, denn einen Krankenwagen ins Ried zu beordern, fand ich bei Brennesseln doch etwas zu viel. Ja, der midi-monsieur litt, aber er zeigte zum Glück keinerlei allergische Reaktion.

Ich erklärte dem Kind, dass er noch ein kleines Stück fahren müsste. Er war nicht erfreut, aber biss die Zähne zusammen und stieg aufs Rad. Er fluchte und fluchte und fluchte. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Aber er fuhr. Tapfer. Er meinte, beim Bewegen würde er das Brennen nicht so spüren. Das zeigte sich deutlich, als wir anhielten, weil ich gucken wollte, welches die nächste Notdienst-Apotheke war (bei uns im Viertel). Wir kamen an einer U-Bahn-Station vorbei: „Nein, Mama, jetzt ist es ja nicht mehr weit.“ Wir fuhren die Apotheke an und kauften eine große Tube Fenistil, die wir direkt großflächig anwendeten, und fuhren dann nach Hause.

Da schaute ich dann, was man bei Brennnessel-Verbrennungen tun kann / soll und überzeugte den midi-monsieur, dass er sich unter die maximal lauwarme Dusche stellte und auch abseifte. Ich schmierte danach die kritischsten Stellen – Arme – nochmal mit Fenistil ein. Danach legte er sich ins Bett und guckte Netflix leer.

Als ich ihm um 20h30 Momo vorlas, kribbelte es nur noch ein bisschen und wir hoffen beide, dass es morgen überstanden ist.

Man könnte meinen

… ich wäre in irgendwelchen Dürre-/ lebensmittelknappen Zeiten oder Krieg groß geworden. Vielleicht steckt es auch einfach epigenetisch in mir drin, dass ich zum einen Lebensmittel nur ungern wegschmeiße (und ich möchte hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass im Ausdruck „Mindesthaltbarkeitsdatum“ mindest(ens) steckt. Das Lebensmittel ist also auf jeden Fall bis zu diesem Datum haltbar und setzt nicht unmittelbar eine Minute nach Mitternacht eine dicke Schimmelschicht an.) und zum anderen viele Kochüberbleibsel grundsätzlich (erst mal) aufhebe, denn daraus kann man bestimmt noch was machen.

Nunja, wir haben jetzt halt Orangenbaiser aus drei Eiweiß vorrätig (weil ich mich gestern nicht von den Eiweißen, die beim Eismachen übrige blieben, trennen wollte).

Timing

Heute hatte ich mal wieder einen Kundentermin, zu dem ich nur eine einzige wirklich sinnige ÖPNV-Verbindung hatte. Das bedeutete, dass ich spätestens um 9h10 in der U-Bahn sitzen musste. Ich überlegte also schon gestern, wie ich denn den Morgen zeitlich strukturien müssen, damit ich schon die 9h05-U-Bahn erwische es gut ausgeht.

Nachdem der midi-monsieur aus dem Haus war, legte ich mir schon mal meine Klamotten zurecht (das ging gestern abend nicht, da der midi-monsieur in meinem Zimmer schläft, ich schlafe dafür ja im Gästezimmer und irgendwie wird dieser Zimmertausch immer dringlicher, aber ich schweife ab) und packte meine Handtasche. Um 8h00 stand ich unter der Dusche, machte mich fertig. Um 8h46 verließ ich (eine Minute später als geplant) das Haus, stellte auf dem Weg zum Bäcker (Kaffee und Brötchen für die S-Bahnfahrt) fest, dass ich das Deo vergessen hatte (aaah, hei, Business-Termin und kein Deo geht nicht). Ich guckte auf die Uhr (8h53) und überlegte, ob Deo oder Kaffee wichtiger sei, oder ob ich beides hinbekommen könnte. Ich ließ es darauf ankommen, denn ich war mir nicht sicher, ob der Drogeriemarkt schon auf hätte. Wenn nicht hätte ich weder Kaffee noch Deo gehabt. Also schnell zum Bäcker gehuscht, dann weiter zum Drogeriemarkt (bei dem zum Glück der andere Eingang der U-Bahn-Station ist), der schon offen war und zum Glück noch nicht so viele Leute drin waren; Deo gekauft und dann ab zur U-Bahn – 9h04 an der Station treffe ich eine Freundin, wir nehmen zusammen die 9h05-U-Bahn. Dass dann auch noch die S-Bahn pünktlich war, lag dann nicht mehr in meiner Macht, war aber höchst erfreulich. Und so kam ich mit ausreichend Puffer bei meinem Termin an.

Zurück ging es später als geplant. Der midi-monsieur war mittlerweile (weil Dienstag) zu Hause angekommen, was er mir mit einem Anruf um 11h52 auf dem Handy signalisierte (Handy war lautlos in der Handtasche). Erst um 12h47 konnte ich zurückrufen; da war ich gerade auf dem Weg in den Darmstädter Bahnhof. Ich musste noch bis 13h05 auf die S-Bahn warten und besprach mit dem Kind, dass er um 14h00 einen Termin habe und wenn ich nicht rechtzeitig da sei, müsste er alleine losgehen (ich hätte ihn dann telefonisch losgeschickt). Da aber auch diese S-Bahn pünktlich war, konnte ich um 13h41 in die U-Bahn umsteigen und war so um 13h50 zu Hause. Wir sagten kurz hallo und dann schnappte er sich schon seinen Roller und brauste zu seinem Termin.

Ich mag das ja, wenn alles so minutiös ineinander greift.

Bewegungslos

Heute hätte das Kind zu den Bundesjugendspielen antreten sollen. Zum ersten Mal. Mir sind die BJS ja egal. Nicht ganz egal ist mir und v.a. dem midi-monsieur, dass die Mädchen weniger leisten müssen als die Jungs. Das ist ziemlicher Blödsinn. Aber es ist nicht an mir, das zu ändern.

War ja – zumindest in diesem Jahr – auch egal, denn der midi-monsieur ist nicht angetreten. Denn er ist so verrotzt und hustig gewesen, dass ich es nicht sinnstiftend gesundheitsfördernd fand, wenn er sich körperlich verausgaben müsse. Also habe ich ihn morgens um 7h30 entschuldigt.

Und vermutlich hätte ich gut daran getan, direkt aufzustehen, aber da wir ja keinen Aufstehstress hatten, kuschelten wir nochmal zusammen und powernappten. Da muss es dann passiert sein: Ich muss mich verlegen oder Zug bekommen haben. Ich wachte um 8h45 auf und hatte Höllenschmerzen in der rechten Schulter und war sehr bewegungsunfähig. Die aufgebundene Wärmflasche halft zum Glück.

Den Rest des Vormittags bewegten wir uns trotzdem wenig: Ich musste arbeiten und der midi-monsieur durfte das Tablet leer spielen. Mittags verlagerten wir uns auf den Balkon.

Am Nachmittag sind wir aber doch noch vor die Tür gekommen und bewegten uns durchs Viertel.

Das Kind ist noch etwas verseucht, aber bessert sich, und meine Schulter zieht auch nur noch ein bisschen.

Feste feiern

Der Tag hatte noch gar nicht richtig angefangen – sprich, wir hatten noch nicht gefrühstückt -, da dachte ich schon kurz: „Boah, jetzt kann er weg.“ Ich hatte mich über den midi-monsieur so aufgeregt*, dass ich ihn aus dem Wohnzimmer schickte und grummelnd allein in mein Brötchen biss.

Das machte natürlich keinen Spaß und da ich auch nicht nachtragend bin (zumal ich ja auch tendenziell überreagiert hatte), holte ich ihn schnell wieder an den Frühstückstisch. Was dann auch sehr schön war.

Als der Hunger gestillt und der Tisch abgeräumt war, verzog sich das Kind zum Spielen in sein Zimmer und ich vergnügte mich am Rechner mit der Plaung einer kleinen Radtour. Das Kind hatte nämlich vor ein paar Tagen ein Plakat gesehen, das verkündete, dass heute ein Fest im Colorado-Park stattfinden solle. Da wollte er hin.

Else sagte, dass es nur knapp 5 km mit dem Rad seien. Ein Blick aus dem Fenster sagte aber, dass das Wetter für eine längere Tour genutzt werden sollte. Außerdem sagte Twitter, dass heute Radler-Fest am Flugplatz Bonames sei. Der Flugplatz ist schön. Den mag ich gerne. Und die Radtour dahin ist auch relativ entspannt. Dadurch, dass er an der Nidda liegt, geht es ja gewissermaßen „nur“ bergab. Da der midi-monsieur verschnupft ist, war das durchaus wichtig.

Das Ergebnis war eine 20,8 km lange schöne Tour mit Sonne und blauem Himmel, Spielplatz, einem beim bergab fahrenden juchzendem Kind, Sonne, vielen anderen Radlern an der Nidda, Erdbeeren, blauem Himmel, Radler-Fest mit Hüpfburg, Kinderparcour, Glücksrad und Crêpes, immer noch vielen Radlern an der Nidda, Sonne, einem sehr vollen Colorado-Park (der aber sehr schön ist; wir waren da zum ersten Mal), auf dem das Kind eine Stunde lang sehr autonom rumwuselte, ein paar letzten Kilometern durch die Stadt, die noch mit zwei Schreckmomente**/*** aufwarteten.

Wieder zu Hause vergnügte sich der Seehund midi-monsieur auf dem Balkon mit Wasser, ich kümmerte mich ums Essen (Grie Soß war schon fertig, Kartoffeln und Spargel waren schnell geschält), schmiss den Grill an und Kalbsbratwürstchen und Spargelpaket drauf. Dann ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Schön. Oder wie The Busters singen: „Summertime is back in town“ 🙂

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* Ich hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er bei den Mathehausaufgaben, die er vor meinem Aufstehen gemacht hatte, etwas vergessen hatte, woraufhin er sich mit „Böser midi-monsieur“ selbst beschimpfte. Auf diese Kritikunfähigkeit reagiere ich leider etwas unsachlich.

** Als wir an einer der größten Kreuzungen Frankfurts standen, kündigte sich mit Martinshorn und Blaulicht ein Polizeiauto an. Wir ließen es auf der Linksabbiegerspur  passieren und überquerten diese danach via Zebrastreifen. Die nachfolgende Fußgängerampel (über 3 Spuren) zeigte grün. Und während ich noch auf das nächste sich schnell nähernde Martinshorn hörte, war der midi-monsieur schon auf der Hälfte der Straße. Ich habe echt kein Problem mit dem Kind im Straßenverkehr. Er verhält sich echt vorbildlich. Aber in dem Moment hatte ich so eine Panik, dass ich nur noch schreien konnte.
Zum Glück nahm der zweite Streifenwagen auch die Linksabbiegerspur.

*** Weil wir auf der falschen Straßenseite fuhren, und uns auf dem Radweg gerade ein anderer Radfahrer entgegen kam, wich ich auf dem Bürgersteig aus. In dem Moment flogt mir was ins Auge und ich musste beide Augen zukneifen. Reflexartig bremste ich. Tja, leider haben Fahrräder kein Bremslicht und so rauschte der midi-monsieur mir rein und stürzte.
Zum Glück konnte er sich irgendwie (ich sah ja nichts) abfangen und es ist nichts Schlimmeres passiert.