Tückische Türen

Ein Tag, der quasi damit anfängt, dass der RB und ich marktfrühstücken, kann kein schlechter sein. Zudem ich entdeckte, dass es auf unserem kleinen Bernemer Markt endlich (!!!) wieder Waffeln gibt.

Und an einen bereits tollen, flauschigen Tag darf sich auch gerne ein schöner Abend anschließen. Dass er nicht allzu schlecht werden würde, hatte ich ja bereits gehofft und geahnt, nachdem alle, die die akutelle Frankfurter Inszenierung von Shakespears Richard III. bereits gesehen hatten, schwärmten und ausschließlich viel Spaß wünschten.

Sie hätten allerdings Herrn Walther und mich auf die Tücken der Türen aufmerksam machen sollen. Denn … nunja … die städtischen Bühnen Frankfurts beherbergen nicht nur das Schauspiel, wohin wir wollten, sondern auch die Oper. Und weil (ja, warum eigentlich) wir irgendwie nicht aufpassten, nahmen wir die erstbeste Tür ins Gebäude. Der nette junge Mann am Einlass nickte unsere Karten auch brav ab, wir gaben unsere Mäntel an der Gaderobe ab und suchten dann unsere Plätze. Ich wunderte mich kurz ob des Saalaufbaus – wusste ich doch, dass es Bühnenplätze geben sollte, die ich aber nicht sah. Naja, nicht weiter nachgedacht, bis wir dann vor unseren Plätzen standen und … tadaa, man ahnt es schon … da schon jemand saß. Kleine Aufregung, bis die „Platzbesetzer“ erkannten, dass sie definitiv richtig waren, weil wir halt nicht im Schauspiel, sondern in der Oper waren.

Die Zeit war knapp und so verzichteten wir darauf, unsere Mäntel zu holen, sondern huschten schnell einen Eingang weiter. Da waren unsere Plätze auch nicht besetzt. Puh!

Da in der zweiten Reihe direkt am Aufgang sind unsere Plätze noch frei.

Und dann ging es auch schnell los. Ein Teil des Ensembles lief eh schon durch die Reihen oder saß im Publikum. Der ganze Saal wurde bespielt. 3D-Theater gewissermaßen. Immer wieder musste man sich drehen und gucken, wo etwas passierte, woher eine Stimme kam. Und Wolfram Koch als Richard III ist der Wahnsinn – im doppelten Wort sind (bezogen auf seine Rolle). Aber auch die anderen Schauspieler waren stark und äußerst präsent.

So waren wir einfach in den Bann gezogen. Dass die Aufführung über drei Stunden dauert (mit einer kurzen Pause* nach fast zwei Stunden), war kaum zu merken. Einfach stark!

Und während wir beim Gimlet den Abend ausklingen ließen, ergab sich direkt der nächste Theaterabend:

Wir wissen ja jetzt auch, welche Tür direkt zum Schauspiel führt.

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* In der wir wieder zurück in die Oper huschten und unsere Jacken holten. (Was auch schlau war, da die Oper nicht so lange dauerte wie das Schuaspiel.)

Nachtrag

Eigentlich war es ein guter Tag. Ein sehr entspannter Tag geprägt vom Hausfrauendasein und Wellness in Wiesbaden.

Dennoch gab es emotional negative Spitzen, über die ich mich nicht weiter aufregen wollte, nachdem das Abendessen so lecker war und erfreulich entspannend verlief.

Schokopudding für die Gemüter

Sammlung

Nachdem in den vergangenen 16 Jahren jedes Jahr ein anderes Bundesland die deutsche 2-Euro-Münze zierte, es aber ja kein 17. Bundesland gibt, ist dieses Jahr Helmut Schmidt auf der 2-Euro-Münze zu sehen.

Fast hätte ich die Opern-Gaderobe damit bezahlt.

Runde

Eigentlich wollte ich heute, nachdem die Jungs zum Aikido loswaren, kurz duschen, dann schnell zum Friseur springen, den Pony nachschneiden lassen, einkaufen und dann den midi-monsieur im Dojo abholen.

Dann dauerte das Duschen und Föhnen länger und so brachte ich auf dem Weg zum Dojo ein Paket weg, holte das Kind ab, kaufte mit ihm beim Schreibwarenladen ein Vokabelheft, hatte auf dem Weg zum Supermarkt Glück und meine Friseurin hatte 3 Minuten für meinen Pony. Dann gingen wir einkaufen.

Andere Runde, mehr geschafft. Runde Sache.

Gefühlig*

Ich habe mich ja ein bisschen geweigert, diese Überschrift am Valentinstag zu nehmen. Denn mal ganz ehrlich: Valentinstag ist doof. Und ich bin sehr froh, dass der RB und ich uns da sehr einig sind. Entsprechend gut fand ich es, dass er heute Abend „trotzdem“ auf das Konzert gegangen ist, auf das er gehen wollte. Allein. (Auch wenn ich es natürlich doof finde, ihn heute Abend nicht bei mir zu haben. Aber das ist valentinstagsunabhängig.)

Der Tag fing schon mit Gefühlen an – beim midi-monsieur. Er habe da so ein Gefühl im Bauch. So ein ungutes. Aha, hmhm. Ich diskutierte mit ihm und ja, er habe Bauchschmerzen. Okay. Ja, er könne zu Hause bleiben, wenn ihm nicht wohl sei, ABER dann halt erstmal noch mit Wärmflasche ins Bett und schlafen. Ob er denn im Bett essen könne. Ja, trocken Brot. Milchprodukte etc. sind nicht so gut für einen grummeligen Bauch. Hmja. Er überlegt; sieht auch nicht wirklich malad aus. Nunja, er habe ja auch eigentlich ein Verabredung mit seinen Kumpels im Hort. Tja, der Kv lässt Würmer aus dem Kind sprechen, ich kann sich anbahnende Magen-Darm-Seuche im Keim wegsprechen.

Das Kind ging also in die Schule und für den RB und mich gab es noch ein große Portion hochgradig positive Gefühle, bevor wir beide arbeiten mussten.

Im Laufe des Nachmittags bekam ich ungute Gefühl aka Schmerzen im Rücken*, weswegen ist etwas länger unter der heißen Dusche blieb. (Jetzt fällt mir wieder ein, dass ich auf die Rolle wollte.)

Der midi-monsieur kam höchst negativ gefühlig nach Hause: fehlendes Vokabelheft, noch zu machende Hausaufgaben. Alles zu viel. Doch nicht nur die Schule. Auch die Situation zu Hause: Dass hier nun recht regelmäßig der RB ist, beschäftigt ihn. (Normal. Alles andere wäre komisch.) Und ich sehe und spüre seine Ambivalenz und er tut sie auch kund. Das ist zwar auf den ersten Blick anstrengend, aber letztlich super. So bleiben wir im Gespräch. Und reden ist ja immer gut.

Danach schlugen meine Gefühle um und ich war kurzfristig ziemlich aufgebracht, sauer und vor allem genervt.

Ich ärgerte mich auf mehreren Ebenen: Über mich, dass ich dieser bekloppten Aktion überhaupt zugestimmt habe. Und über den Kv und dessen Gebaren.

Zum Glück konnte ich mich beim Radfahren durch die Kälte, um den midi-monsieur zum Rugby-Training zu bringen, wieder beruhigen. Das war nicht nur gut fürs Gemüt, sondern auch dafür, dass ich nicht impulsiv twitterte, sondern kurz darüber nachdenken konnte, wie der Tweet evtl. aufgefasst werden könnte und erstmal telefonierte. Das war richtig und gut. (Dass ich das nicht mit mir selbst ausgemacht habe, ist ja auch so ein Gefühlsding.) Und mir war gefühlsmäßig wieder deutlich wohler.

Die Rückfahrt in der Dämmerung ließ frühlingsvorfreudig werden. Klar und kalt. Toll.

Das Kind war nach dem Rugby-Training auch deutlich entspannter und machte direkt noch seine restlichen Hausaufgaben ohne Murren und ohne Gehuddel, sodass sie ohne Streit und Tränen schnell erledigt waren.

Beim Ins-Bett-Bringen kam das Gespräch nochmal auf die Übernachtungen vom Kv. Nein, ihm würden auch zwei Nächte bei uns reichen. Das letzte Mal sei ja schon sehr anstrengend gewesen. Ach, Kind, dieser Prozess muss gerade so anstrengend für Dich sein. Ich wünschte, ich könnte ihn Dir ersparen, aber da kann ich Dir nur beistehen.

Und weil ich gerade so gefühlig war, musste ich das mal loswerden:

Es ist toll zu spüren, dass ich zur Zeit fast ausschließlich Menschen um mich rum habe, die mir gut tun. Und wie wichtig und richtig die „Mentalhygiene“ der letzten Jahre war.

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* Nunja, vermutlich werde ich in Zukunft meinen Zyklus vor allem an solchen Tagen ausmachen können.

Entdeckung

Das Schöne am Freiberuflichsein ist ja, dass ich im Zweifelsfall aus dem Fenster gucken, das Wetter für gut befinden und dann raus gehen kann. Denn schreiben kann ich im Zweifelsfall auch wenn es dunkel ist. Besonders schön ist, wenn man diese Freiheiten zu zweit genießen kann.

Und so kam es heute Nachmittag zu einem Spaziergang bei bestem Wetter und mit tollster Begleitung in bislang unbekannte Gefilde. Also unbekannt im Sinne von: bislang nicht dagewesen.

Dabei machte ich eine Entdeckung, die eine Idee von mir unterfütterte. Und nun habe ich noch größere Lust, diese umzusetzen. Mein innerer Erklärbär freut sich auch schon.