Pinker Nachtrag

Hervorgehoben

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

Darf ich auch etwas sagen?

Elternsprechtag. Mein erstes Mal.* Ich habe nur einen Termin. Als ich etwas verspätet drankomme, stellt die Lehrkraft eine Eieruhr. Jeder nur ein Kreuz 10 Minuten.

Ich habe keine fachlichen Fragen. Ich weiß, wo mein Kind steht. Darüber sind die Lehrkraft und ich uns einig. Es geht um die Kopfnoten. Dass ich über sowas noch reden muss. Ich bin, seitdem ich im hessischen Schulgesetz gelesen hab, dass es die hier noch gibt, kurz davor umzuziehen die Schule zu wechseln** ziemlich irritiert. ICH kannte die bislang nur vom Hörensagen. Bei mir gab es die damalsTM*** nicht.

Das Stichwort reichte zumindest aus, um – wie zu erwarten – einen lehrerlichen Redeschwall auszulösen. Ich hörte zu und lächelte, nickte und suchte Blickkontakt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, so die 10 Minuten zu überstehen. Aber irgendwann musste ich doch mal einhaken: „Darf ich auch etwas dazu sagen?“

Und wider Erwarten entwickelte sich daraus ein gutes und effektives Gespräch, das mit dem Satz endete: „Sie haben ein tolles Kind.“

Ja, ich weiß. 🙂

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* Im 1. Schuljahr war ich nicht beim Elternsprechtag.
** Die Nachbargrundschule hat die abgeschafft, was per Gesetz durch Beschluss der Gesamtkonferenz möglich ist.
*** 1983-1996

Der Ball …

… ist ein Ei und das Kind ist sehr begeistert. Und ich auch – vom Sport, die Einstellung, die er mitbringt, die Haltung, die die Spieler und Trainer haben.

Ich hoffe, dass ihm dieser Sport in der Mannschaft gut tun und lange begleiten wird.

Erweiterte temporäre Obsession

14 Pussyhats sind gestrickt; einer wird irgendwann gegen ein Paar Socken getauscht; einer wird morgen verschickt.

Nun versuche ich mich an einer „leichten“ (also von der Wolle her) Variante unter erschwerten Bedingungen: Ich versuche ein Muster einzustricken.2017-02-21-23.49.48.jpg.jpgDas sieht möglicherweise schon gut aus, wird aber dennoch aufgeribbelt. Das ist etwas zu luftiglocker (falsche Nadelstärke).

Parallel habe ich 90 Folgen „The Good Wife“ gesehen. 44 Folgen wollen noch gesehen werden. Das reicht hoffentlich für die noch vier zu strickenden Pussyhats. Nicht, dass ich neue Serie anfangen muss.

Ausgepiept

Ich hätte die letzten drei Tage auch mit „Mi„, „Mimi“ und „Mimimi“ betiteln können. Aber zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass es mehr als „mimimi“ war. So sehr ich gehofft hatte, dass es PMS war, so irritiert war ich, wie weit es mich runtergezogen hatte.

Blöderweise habe ich das Gefühl, dass, seit ich die Spirale nicht mehr habe, die PMS-Symptome schlimmer werden.

Und so wenig ich auch gerne lange im Voraus plane, so sehr will ich doch wissen, wie lange ich mich mit dem Scheiß noch rumplagen muss. Also fragte ich beim letzten Termin meine Gynäkologin. Sie meinte: „Na, so zehn Jahre haben Sie mindestens noch vor sich.“

Na, danke.

Heute ergab sich irgendwie ein Gespräch mit meiner Mutter darüber. Um genau zu sein, fragte ich sie, wann sie „endlich“ in die Wechseljahre kam.
„Willst Du das wirklich wissen?“, fragte sie mich.
Ich guckte etwas irritiert in den Hörer.
„Du sagtest mal, dass Du das lieber nicht wissen willst.“
„Ja, schon. Aber ich bin so genervt. Ich will doch eine Idee haben, was mir noch so bevorsteht.“
„Ich fürchte, Dir wird nicht gefallen, was ich Dir dazu zu sagen habe.“
Ich gucke noch irritierter in den Hörer.
„Also … ich wäre fast eine gyäkologische Fallstudie geworden, weil das keiner glauben wollte.“
Mir schwante Schlimmes.

Und es sollte noch schlimmer werden. Denn, wenn ich nach meiner Mutter komme, dann habe ich noch mindestens 20 Jahre vor mir.

Na, herzlichen Dank auch.

Piep piep piep

Noch meh’igere Laune als gestern. Ich hoffe noch, dass es „nur“ an den Hormonen liegt.

Wenigstens habe ich heute dem Verlotterungsgrad in der Wohnung entgegen gewirkt. Zumindest zu ca. 20 Prozent.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Oder so.

Piep piep

Ich weiß nicht, was gerade mit mir los ist. Aber ich finde mich gerade doof. Also nicht im intellektuellen Sinne, mehr so im Sinne, dass ich mich gerade nichts mag und nichts mit mir anfangen kann. Ich fühle mich träge (bin es auch), habe das Gefühl zu verlottern (nur bedingt – zum Glück)… Ich nerve mich selbst und kann es nicht abstellen. Ich weiß, dass das auch wieder vorbeigeht, aber es nervt mich trotzdem. Und obwohl ich so einiges auf die Reihe bekomme, habe ich das Gefühl, ich könntemüsstesollte noch mehr schaffen.

Ach, ich weiß doch auch nicht.