Pinker Nachtrag

Hervorgehoben

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

Morgens halb zehn

  • bin ich seit 25 Minuten wach;
  • habe ich schon ein ernstes Wort mit dem Kind gesprochen;
  • habe ich den midi-monsieur in seine Trainingsklamotten getrieben;
  • hatte ich nur Zeit für eine Katzenwäsche;
  • konnte ich noch nicht frühstücken;
  • bin ich schon 2,7 km Fahrrad gefahren;
  • stehe ich am Rand des Rugby-Felds und beobachte das sonntägliche Extra-Training.

Was heute gut war

Immer nur jammern ist auch nicht gesund. Und irgendwas Gutes passiert ja doch immer. Und wenn es nur die kleinen Dinge sind:

  • pünktlich wach werden
  • mit mir frühstücken, dabei von der Bedienung quasi mit einen großen Latte Macchiato begrüßt werden
  • die Job-Kröte etwas bearbeiten
  • verständiges Kind
  • mich hinlegen können
  • Markt mit Waffel und Himbeer-Schnäppchen
  • mich hinlegen können
  • Lasagne vorbereiten und dabei zum ersten Mal den Fleischwolf benutzen
  • mich hinlegen können
  • leckere Lasagne essen
  • Olchis vorgelesen bekommen
  • leckeren Nachtisch essen
  • Lasagne- und Sugo-Reste zum Bevorraten
  • Kraft zum Wäscheaufhängen haben
  • mit dem Kind Asterix gucken

Wenn ich halbwegs früh ins Bett komme, kann ich darauf hoffen, daß morgen wieder besser wird – also, dass es mir wieder besser geht.

(Urlaubsreif bin ich weiterhin und ich habe schlimme Sehnsucht nach Meere und Wind.)

Die Gedanken sind frei

Heute geht es mir nicht gut. Es wird immer schlimmer mit der Urlaubsreife. Dazu kommt noch, dass ich ein Projekt vor mir herschiebe und aufschiebe, dass es schon wie ein unbezwingbarer Berg aussieht. Daraus resultiert, dass ich gefühlt vor allem sitze, wie das Kaninchen vor der Schlange. Was wiederum meine Urlaubsreife verstärkt. Und … naja, ich muss ja keinen Teufelskreis erklären.

Als ich den Wannentweet schrieb, war ich kurz versucht, „Keine Sorge, ohne Föhn.“ dranzuhängen. Ich habe es nicht nur gelassen, weil ich es geschmackslos finden, sondern auch weil ich das nicht bin. Ich bin nicht lebensmüde. Ich bin „nur“ müde.

Und trotzdem gingen die Gedanken nach dem Föhn-Gedanken weiter: Was wäre, wenn? Wenn ich es wirklich machen würde, dann würde mich der midi-monsieur finden. Allein dieser Gedanke ist für mich so schrecklich, dass ich es nie machen würde. Auch kann ich mir nicht vorstellen, mein Kind anderweitig – selbstbestimmt – zurückzulassen. Bei dem Gedanken, dass dem midi-monsieur mitgeteilt werden muss – womöglich von irgendeinem unsensiblen Vollpfosten -, dass seine Mama nie wieder kommt, zieht sich nicht nur alles zusammen, sondern mir wird auch regelrecht schlecht. Nein, Selbstmord ist keine Option für mich.

In der Wanne war ich aber auch noch nicht heute.

Schnipsel

Nach der Kröte ist vor der Kröte. Oder vielleicht habe ich Krötenwanderwoche. Die große Kröte von letzter Woche hat noch ein kleines Baby „bekommen“. Wobei es nichts wirklich Schlimmes ist, nur blöde Fleißarbeit.

Heute im Flieger nach Berlin ist mir seit Langem mal wieder sehrsehr schlecht geworden. Turbulenzen und Luftlöcher beim Start ließen meinen Magen schon sehr flau werden. Und als sich das Programm bei der Landung wiederholte, suchte ich prophylaktisch nach de Tüdd. Dass ich danach direkt ins Taxi musste, war auch nicht besser. Vor dem Rückflug aß ich dann wenigstens ein trockenes Brötchen. Der Flug war ruhiger. Aber leicht kodderig ist mir jetzt immer noch.

Die Heizung spinnt mal wieder. Um genau zu sein funktioiert sie gar nicht zur Zeit. Aber sie könnte funktionieren, aber dann hätten alle im aus – einschließlich mir – kein warmes Wasser. Die Abende verbringe ich also im Pulli und mit Wärmflasche.

Heute einen Brief von der Krankenkasse bekommen. Einen guten, weil positiven. Hoffentlich werden die mitgeschickten guten Wünsche wahr.

Der midi-monsieur macht sich wirklich gut beim Rugby.

Und ich bin immer noch urlaubsreif. Aber vor mir quakt eine dicke fette berufliche Kröte. (Es ist wohl wirklich Krötenwanderwoche.) Und mit dem heutigen Berlin-Besuch ist natürlich auch weitere Arbeit verbunden.

Heute zwei spannende Twitter-Diskussionen gehabt. Morgens ging’s um Religion und abends um Grundschulpädagogik. Zu letzterem juckt es mich gerade in den Fingern meinen Vater (als Pädagogikprof) zu interviewen – zum Fordern und Fördern, zur Binnendifferenzierung, zur Lehrerausbildung, zur Bedeutung von Wettbewerb (unter Schülern) und dem Wunsch von Kindern, sich beweisen zu wollen. Ja, vielleicht mache ich das mal.

Immer noch urlaubsreif

Aber darauf nimmt ja keiner Rücksicht. Deswegen muss ich morgen nach Berlin. Was mich schon genug nervt. Dazu noch zu einer Veranstaltung auf Englisch. Ich werde hinfliegen, mich vorbesprechen, der Veranstaltung beiwohnen und dann wieder zurückfliegen.

Aber um es perfekt zu machen, musste ich mir heute meinen Eintritt selbst organisieren. OBWOHL ich rechtzeitig gesagt hatte, dass ich irgendwie in den Kongress kommen muss. (So medizinische Fachkongresse darf ja – zum Glück – nicht jeder Hinz und Kunz besuchen.) Für den Zugang ist eigentlich der Kunde oder halt „die Beratung“ zuständig. Aber nicht ich, der Schreiberling. Und die Idee, dass ich für eine einzige Veranstaltung mit gut 300 Euro in Vorleistung trete, war so bescheuert wie unsinnig (und NICHT praktikabel). Warum mich die Beratung nicht einfach akkreditiert hat, werde ich nicht verstehen.

Hoffentlich Bestimmt ist dieser Murks im Vorfeld kein Omen für den Verlauf des morgigen Tags. Aber meine Urlaubsreife hat es eindeutig verstärkt.

Küchen-Gadget-Serie – Teil 3

Dieses Gadget habe ich noch gar nicht so lange. (Aber erst heute mal wieder genutzt.) Immer wieder habe darüber nachgedacht, ob ich diesen kleinen Helfer wirklich brauche. Naja, wirklich gebraucht hab ich es nicht. Es ging auch ohne ganz gut. Aber dann hatte ich ein paar Einkaufspunkte und die kann man ja gut für solche Spielereien verwenden. Und deswegen habe ich …

… eine Pattypresse.


Wenn man dann noch so pedantisch ist wie ich und die Hackmasse auf +/- 2g genau einwiegt, bekommt man sehr gleichmäßige Patties.

Kleiner Tipp in diesem Zusammenhang: Vor dem Braten die Patties in der Mitte mit dem Finger oder Löffel ein- naja, bei mir eher durchdrücken. Dann wölben sich die Buletten nicht.