Stimmungskiller

Ich hätte ja nicht gedacht, dass der heutige 4-Stunden-Termin vollumfänglich ausgenutzt würde. Ich meine: vier Stunden Präsentation?! Wer hält denn sowas durch?!

Naja, irgendwie hatte ich ja trotzdem recht: Wir machten eine halbe Stunde früher Schluss. Aber nicht, weil wir die Zeit hinten raus nicht mehr brauchten, sondern weil die Präsentation durch ein Zwischenfeedback jäh unterbrochen wurde. (Vermutlich hätten wir mit dem Rest der Prästentation auch noch überzogen.)

DAS habe ich noch nie erlebt.

Und der Grund war nicht, dass die Präsentation schlecht war*. Es lag daran, dass es ein Briefing gab. Und ein Re-Briefing. Und Gespräche mit dem direkten Ansprechpartner. Dabei wurden auch erste Erkenntnisse unsererseits besprochen, um sicher zu gehen, dass wir nicht auf einem Holzweg sind.

Und es lag daran, dass es einen Teilnehmer des heutigen Präsentationstermin gab, der zu KEINEM Zeitpunkt in den Prozess involviert war. Er hatte etwas ganz anderes erwartet** und dann halt keine Lust mehr auf den Rest. Das restliche Auditorium enthielt sich im Groben einer eigenen Meinung.***

Auf der Rückfahrt redeten wir uns die Köpfe heiß, schwankten zwischen Wut, Genervtheit und Zynismus.

Und sicherlich wäre das eine tolle Stimmung gewesen, mit der ich morgen früh in das Gespräch mit der Schulleitung gegangen wäre.

Aber zum Glück brachten ein Vorleserunde mit dem midi-monsieur und abendlicher Besuch diesem Zustand ein Ende.

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* Sie war recht lang und MIR an manchen Stellen etwas langweilig. Was aber daran lag, dass ich Teile der Präsentation schon zu oft gehört hatte.

** Etwas, dass unserer Meinung nach mit dem Produkt und der sehr speziellen Zielgruppe gar nicht funktioniert.

*** Natürlich nicht vollständig, aber so ganz frei war es halt nicht. Erfreulich war allerdings, dass wenigstens einer bestätigte, dass die Präsentation letztlich das Briefing recht gut träfe.

Glück ist …

… wenn ich erst nach 4h00 einschlafe, aber trotzdem nicht den ganzen Tag verschlafe.

… wenn das Treffen der Elternschaft deutliche Einigkeit zeigt.

… wenn der midi-monsieur und ich bei Freunden zum Mitessen eingeladen werden.

… wenn eine der Besten gerne auf den midi-monsieur aufpasst, während ich auf Dienstreise bin.

… dass ich den ganzen Papierkram, den ich mir für heute Abend vornahm, geschafft habe.

… zu sehen, dass das Kindergeld wohl endlich nachgezahlt wurde.

… den Scanner doch noch irgendwie zum Scannen gebracht zu haben.

… dass meine Eltern heute 47. Hochzeitstag haben.

XYZ

Vielleichtermutlich sagt es viel über meine Beziehungsfähigkeit aus, dass ich völlig irritiert bin, wenn mir eine Freundin sagt, sie wolle/ müsse XYZ noch mit ihrem Partner besprechen, und ich denke: „Ja, kannst du das nicht alleine entscheiden?!“

Vielleichtermutlich bin ich auch einfach schon zu lange Single, als dass ich mir noch vorstellen kann, dass man in einer funktionierenden Partnerschaft, Themen wie XYZ nicht nur besprechen könnte, sondern auch sollte.

Vielleichtermutlich musste ich mich auch in der letzten Beziehung für so viele ABC-Themen rechtfertigen und diese ausdiskutieren, dass ich „nie wieder“ irgendwas mit jemandem besprechen möchte.

Schlussausvorbei

Seit letztens ging es mir nicht aus dem Kopf: Was wäre wenn. Passend dazu machte dieser Artikel eine Runde durchs Internet und durch Teile meiner Filterbubble:

Ich habe vollstes Verständnis für Esther Mauersberger. Ich hätte die gleiche Entscheidung getroffen: Wäre ich entgegen aller Wahrscheinlichkeiten schwanger geworden, hätte ich abgetrieben. Denn mal abgesehen von dem etwas speziellen Verhältnis* zwischen dem potentiellen Erzeuger und mir kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, noch ein Kind zu bekommen.

Ich kann mir nicht vorstellen noch einmal schwanger zu sein.** Ich habe keinen Bock (mehr) auf durchwachte Nächte. Ich muss auch nicht noch einmal stillen (ich habe das beim midi-monsieur gerne gemacht und sehe für mich (!) keinen Sinn in Fläschchennahrung). Ich möchte auch nicht mehr „hauptberuflich“ jahrelang Windeln wechseln. Ich möchte das auch nicht geteilt mit jemandem erleben. Und ich möchte auch nicht mit einem weiteren Mann über ein Kind verbunden sein.*** Ich möchte einfach kein weiteres eigenes Kind. (Auch wirtschaftlich wäre es eher Kamikaze.)

Warum die Natur nicht eingerichtet hat, dass man bei abgeschlossener Familienplanung Eisprung und Menstruation abschalten kann, ist mir ein Rätsel. Da ist evolutionär auf jeden Fall noch Platz nach oben.

Nun ist es aber so, wie es ist. Und weil ich sicherlich noch ziemlich viele Jahre bis zur Menopause habe, ich aber keine Lust auf und Nerven für mehr oder weniger regelmäßiges Bangen habe, habe ich mich für eine längerfristige Lösung entschieden und trage seit heute wieder eine Hormonspirale****. Ich freue mich sehr auf die nächsten Jahre ohne Blutungen, Sorgen und Bangen.

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* Wobei das letztlich egal wäre, da wir unabhängig voneinander sind. Sprich: Mein Körper, meine Entscheidung.

** Ich sage ja immer im sehr ernsten Scherz: „Manche Dinge muss ich nur einmal im Leben machen: Führerschein, Abitur und Kind bekommen.“

*** Vielleicht möchte ich auch nie wieder mit einem Mann über irgendwas verbunden sein. Nach Ehe (mit dem Ex), Kind (mit dem Kv) käme als nächstes irgendwas Materielles?! Firma, Haus? Wenn ich geistig umnachtet wäre, auch ein profanes Tattoo.

**** Hui, das Legen war schon sehr fies. Aber wenn man diese Atemtechnik für die Geburt noch halbwegs drauf hat, geht’s.

Nicht zu fassen

Wenn nur die Hälfte der Gerüchte, die gerade rund um die Aufteilung der Klasse des midi-monsieurs hochkochen, wahr sind, dann läuft an der Schule vom Kind ziemlich viel falsch.

Und ich bin gerade sooo genervt. Denn beim Kind hat sich erst vor Kurzem ein Schalter umgelegt und er ist deutlich weniger genervt von der Schule, bemüht sich sichtlich und hat sowas wie Spaß. Ich habe echt Angst, dass das alles durch diese komische Klassenaufteilung (wenn auch zunächst nur temporär) kaputt gemacht wird. Er kommt zu einer Lehrkraft in die Klasse, die er schon kennt und mit der es überhaupt nicht rund lief und bei der er schon in Verweigerungshaltung gegangen ist.

Ich kann nur auf seine Resilienz hoffen und dass das, was er in den letzten Monaten – emotional und mental – gelernt hat, auf in dieser Konstellation anwenden und letztlich diese Lehrkraft ignorieren kann.

Motivation

Jetzt wo ich merke, wieviel Motivation in mir steckt und mich pusht, wird mir erst richtig bewusst, wie wenig Motivation ich vor allem im August und September hatte. Auch der Oktober war nicht gut, aber das lag an anderen Dingen. Da saß ich eher wie das Kaninchen vor der Schlange und war kurz davor mich fressen zu lassen. Aber ich wäre wohl nicht ich, wenn ich nicht doch das Bunnykostüm angestriffen hätte. So puschelig und gemütlich irgendwo rumzuhocken, ist einfach nicht meins. Daher kam es auch zu einem Entschluss:

Seitdem habe ich hier und da viel angeleiert: Ein paar unangenehme Gespräche geführt, mich ein bisschen geschämt, aber dann Beschlüsse gefasst, mich gekümmert. Und ich merke, wie gut mir das tut. Wie gut es mir tut, etwas zu bewegen. Etwas zu verändern. Ich könnte noch mehr verändern. Aber vielleicht ist es gut, dass ich es wegen des midi-monsieurs bedachter angehen und auch mehr Kompromisse finden muss. Aber ich sehe, dass auch in diesem Rahmen, der ja letztlich nicht so eng ist, viel möglich ist. Warum also immer radikal sein.

Womöglich würde mich das mehr Kraft kosten, als mir die Motivation bringt.