Nicht eingeladen

Es scheint, als sei heute der „Tag der unliebsamen Besucher“:

Gegen 6h00 stürmte der midi-monsieur das Schlafzimmer: „Ich habe eine Motte im Zimmer.“ Im Halbschlaf murmelte ich: „Mach das Licht im Flur an und in Deinem Zimmer aus und dann fliegt sie schon raus.“ Er zog von dannen und ließ uns und sich noch zwei Stunden schlafen.
Zwischen Anziehen, Sachen für die Bundesjugendspiele* packen und Frühstück auf die Hand** erzählte er mir, er habe die Motte mit dem Puschen erwischt und dann den Ameisen*** zum Fraß hingeworfen.

Während des Morgenchaos kroch mir auf einmal eine kleine braune Raupe**** aus dem Wohnzimmer kommend entgegen. Nach einem spontanen „Iihh“ suchte ich das Kehrblech und hielt es ihr in den Weg. Aber da wollte sie erst drauf, nachdem ich sie mir dem Handfeger draufschubste. Da krümmte sie sich zusammen und ich beförderte sie im hohen Bogen Richtung Zierkirsche.

Dann frühstückten der RB und ich auf dem Balkon und ich hörte den RB sagen: „Da ist eine Maus.“ Ich dachte zuerst, er habe eine auf dem Stück Rasen in unserem Hof gesehen, aber er zeigte auf den Spalt zwischen Mäuerchen und Sonnenschirmständer AUF unserem Balkon. Sie huschte durch ihr Loch zurück, als sie bemerkte, dass wir sie bemerkt hatten. Aber sie kam wieder und flitzte über den ganzen Balkon. Woraufhin wir etwas räumten und ich dann auch endlich mal anfing, die Blütenblätter von der Zierkirsche zusammenzufegen. Die dabei gefundenen kleinen Pflastersteine nahm ich, um der Maus, die mittlerweile unter meinen Augen wieder vom Balkon gehuscht war, ihren Aufgang auf den Balkon zu verstopfen.
Gut, dass wir eh in den Baumarkt wollten. So kamen noch Mausefalle und Mörtel (o.ä.) auf die Einkaufsliste.

Nach etwas längerer Diskussion am Mausefallenregal haben wir doch Nicht-Lebendfallen***** mitgenommen.

Aber erstmal werden wir der Maus ihren Zugang vermörteln. Ich hoffe sehr, dass das reicht.

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* Ja, die werden von mir unterstützt, indem das Kind – auch wenn Leichtathletik nicht seins ist – hingehen „muss“.

** Es war zeitlich etwas knapp, weil er nach Samstag, Sonntag und Montag Rugby doch durchaus etwas platt war und nicht aus dem Bett kam.

*** Die wohnen auf dem Balkon.

**** Vermutlich von irgendeinem Nachtfalter.

***** Ich hätte lieber eine Lebendfalle genommen, aber der RB war mit „Und was machen wir dann mit der Maus?“ argumentativ eindeutig im Vorteil.

2 Gedanken zu „Nicht eingeladen

  1. Hat er aber auch sowas von Recht.
    Was macht man denn mit einer lebenden Maus, wenn man grade keine Lust hat, sie etwas weiter von zu Hause weg zu bringen?
    Finden die eigentlich den Weg zurück?
    Oder hält man die dann als Haustier? Im geschlossenen Käfig oder so?
    Also richtig entschieden.
    Und viel Erfolg!

  2. Was macht frau mit der Maus?
    Na, sie draußen freilassen! Die kommt schon nicht wieder rein…. oder ihr bringt sie eben weiter weg, wenn das die Befürchtung ist.

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