Traritrara, die Post ist da

… oder auch nicht.

Vor ein paar Tagen rief mich meine Krankenkasse an: Ein Brief an mich sei zurückgekommen. Ob meine Adresse noch stimme.
Wir gleichen die Daten ab. Alles wie immer.

Zwei Stunden darauf ruft mein Vater an: Er habe eine Nachricht von der Spektrum bekommen, weil die nicht zugestellt werden konnte. Ich bin kurz irritiert, aber dann fällt mir wieder ein, dass das Abo – schon seit 1999 – ein Geschenk ist.

Dann fällt mir retrospektiv auf, dass ein paar Tage lang mein Briefkasten verdächtig leer war. Ob und was wohl noch nicht angekommen ist?!

Über das Kontaktformular der Post-Webseite schreibe ich eine Beschwerde. Bereits eine Stunde später bekomme ich eine schriftliche Antwort. Die ein bisschen danach klingt, als wolle man sich kümmern: „Natürlich haben wir die zuständige Abteilung über Ihr Anliegen informiert. Diese wird prüfen, ob vor Ort etwas falsch gelaufen ist. Denn selbstverständlich soll jeder Empfänger, der einen beschrifteten und zugänglichen Briefkasten besitzt, seine Post auch dort vorfinden.“

Heute bin ich so halb auf dem Sprung, als es mal wieder Sturm, wirklich Sturm, klingelt. Ich wappne mich schon mal, um dem drölfzigsten Paketboten zu sagen, dass er das unterlassen solle. Aber es ist kein Paketbote. Es ist unser neuer – also für mich neuer, bislang kannte ich einen anderen – Briefträger. Der auch direkt auf mich losgeht und mich beschimpft, weil ihn sein Vorgesetzter wohl bezüglich meiner Beschwerde angesprochen hat. Ich glaube, es hackt. Dieser Frontalangriff lässt mich laut werden. Als ich erwidere, dass es Belege dafür gebe, dass Post nicht bei mir angekommen sei, behauptet er doch glatt, dass die Absender, die die Post zurückbekommen haben, gelogen hätten. Und außerdem hätte nicht immer der Name am Briefkasten gestanden. Wir schreien uns tatsächlich an und ich bin kurz davor handgeiflich zu werden, beschränke mich aber darauf, ihn mit den Worten „Diesen Vorfall werde ich auch umgehend melden“ vor den Briefkästen stehen.

Eigentlich habe ich keine Zeit dafür, aber ich suche schnell die Kunden-Telefonnummer der Post raus, weil ich meinem Ärger direkt und umgehend Luft machen muss. Das sprachgeführte Menü ist etwas anstrengend und ich fliege auch einmal fast aus der Leitung, aber habe dann einen Kundenberater am anderen Ende, der meine Beschwerde aufnimmt.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob ich überhaupt jemals wieder Post bekomme. Oder was wohl so in meinen Briefkasten passt.

2 Gedanken zu „Traritrara, die Post ist da

  1. Pingback: Sieglinde von Gravensteiner zu Elstar | Groß-Stadt-Ansichten

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