Knut

Auch auf die Gefahr, dass mir wer kulturelle Aneignung vorwirft oder gilt das nicht, wenn Europäer von Europäern klauen?, wird bei uns sowas wie Knut gefeiert. Dass nicht nur ich, sondern auch viele andere Nicht-Skandinavier*innen, Knut feiern, haben wir wohl dem gelb-blauen Möbelhaus zu verdanken. Es wurde einem die Aneignung ja quasi aufgedrägt. Wobei ich ja meine, dass das Abschmücken und Entsorgen des Weihnachtsbaums auch schon vor ikea irgendwie mehr oder weniger feierlich zelebriert worden ist. Und zwar seit jeher am bzw. um den 6. Januar. Die Skandinavier*innen knuten ja – wie ich gerade von wikipedia gelernt habe – erst am 13. Januar.

Nun denn, ob nun geklaut oder nicht, der Weihnachtsbaumrausschmiss wird gefeiert. In meiner Familie wird es Knut genannt, seitdem wir vor Urzeiten mal auf einem skandinavischen Weihnachtsmarkt schwedische norwegische finnische skandinavische Pancakes gegessen haben. Irgendwoher bekam meine Mutter das Rezept für die „Läppar“ und seitdem begeht meine Familie Knut mit Läppar. Wenn man möchte, darf man dazu Glögg trinken. Aber mir ist akutell nicht nach Alkohol. Und Kinderpunsch hatte ich vergessen zu besorgen.

Eigentlich wollte ich ja gestern Knut begehen. Aber da war der Schnee wichtiger. Also heute. Der midi-monsieur und ich schmückten am Abend den Baum ab, parallel buck ich Läppar. Als der Baum leer war, waren auch genug Läppar fertig.

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Und so gehen Läppar:

½ L   Dickmilch
4   Eier
¼ L   Milch
1 Pk   Vanillinzucker
1 Pk   Backpulver
350 g   Mehl

Teig erstellen und in beschichteter Pfanne (ohne Fett!) auf mittlerer Hitze kleine Pfannkuchen ausbacken.

Gegessen werden Läppar mit Lachs und saurer Sahne oder Preiselbeeren und (saurer) Sahne.

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Danach waren wir ausreichend gestärkt, um den Baum aus dem Fenster zu schmeißen.2017-01-09-21.33.34.jpg.jpg

6 Gedanken zu „Knut

  1. Du hast mir gerade total die Woche gerettet. Ich hatte am letzten WE schlicht keinen Nerv, Weihnachten in den Keller zu verbannen, alle Nachbarn haben das aber aber schon gemacht (keine Lichter mehr auf dem Balkon etc.). Ich kann jetzt einfach total überzeugt dem nächsten, der komisch guckt, erklären, ich mache das erst zum Knut am 13. Januar, hehe :).

    Und vielleicht mach ich dazu auch Läppar, die sehen sehr lecker aus. Mal schauen, ob ich in der Schweiz Dickmilch auftreibe…

  2. Die sehen aus wie Sveler! Dann geht das auch mit Joghurt oder Kefir, falls mal Dickmilch-Knappheit bestehen sollte. Sveler isst man hier mit Saurer Sahne und Marmelade oder mit Brunost (Karamellkäse).
    Läppar heißt ‚Lippen‘ auf Schwedisch, daher vermutlich die Form?
    (In Norwegen gibt es zwei Fraktionen: die einen schmeißen die Weihnachstbäume am 13. Tag Weihnachten (6.1.) raus, die anderen am 13. Januar. Die Weihnachtsbaumabfuhr kommt nach dem 15.1. und bittet darum, die Bäume nicht vorher rauszustellen, weil sie dann einschneien, festfrieren oder wegwehen könnten.)

    • Hihi, ich vermute ja schon lange, das die nicht wirklich Läppar heißen. Aber der Name hat sich nun so festgesetzt. 😀
      Die Form entstand diesmal, weil der Teig flüssiger als sonst war. Sonst sind sie pancake’iger.
      Und die Dickmilch gehört für mich zur Tradition dazu.

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