Auf zwei Beinen

Als ich mit der Selbstständigkeit anfing im August, boten sich mir zwei Chancen: Zum einen konnte ich mein bisheriges Job-Profil noch einmal stärker zuspitzen. Meine Leistungen sind nun vorrangig „Medical Writing and Advisoring“ – wie es branchenüblich genannt wird, wobei auf meinem Portfolio: „Medizinsch-wissenschaftliche Texte und und Beratung“ vorne drauf steht. Ich bin kein allzu großer Fan von diesen vielen englischen Ausdrücken. Aber egal, wie ich es nenne, es ist wieder viel mehr das, was ich machen möchte. Warum ich die akademische Laufbahn für eine in der PR-Branche eingetauscht habe. Und es kommt gut an bei meinen Auftraggebern.

Zum anderen wollte ich die Selbstständigkeit im Laufe der Zeit (derzeit noch ab Februar 2016) um ein zweites Standbein erweitern. Und ich lass jetzt mal die Katze aus dem Sack: Ich möchte naturwissenschaftliche Experimente für Kinder anbieten. Für Kindergeburtstag, in Kooperationen mit Schulen/ Kindergärten, sonstigen Bildungseinrichtungen.

Dafür muss ich eigentlich diesen Businesspan schreiben, der mich zwischenzeitlich sehr gestresst hat. Und ich bekomme Existenzgründungsberatung. Eigentlich. Defacto hat sie aber erst einmal stattgefunden. Weil danach Termine ausgefallen sind; ich habe ausfallen lassen. Dabei ist das zweite Standbein eine Herzensidee und mein Ziel war es eigentlich, das hauptberuflich zu machen und meine PR-Dienste nur so nebenbei zu machen.

Dann meinte mein Existenzgründungsberater, dass er nicht glaube, dass das tragfähig sei. Und ich bekam zeitgleich das Angebot als feste Freie mit Monatshonorar und festem Stundenkontingent. Wie könnte ich das zweite Standbein um dieses fixe Pensum herumbauen. Was würde das bedeuten? Und wenn ich von den Experimenten leben wollen würde, was würde das für meine Kalkulation bedeuten?

In einem guten Gespräch mit meinem ältesten Kumpel ging es mir auf einmal auf: So wie ich mir das vorgestellt hatte, würde es nicht funktionieren. Wenn das zweite Standbein wirklich meine Haupteinnahmequelle sein sollte, müsste ich entweder sehr viele Events pro Woche anbieten (was aber nicht mit der Arbeit als feste Freie funktioniert bzw. zu Lasten des midi-monsieurs ginge) oder (und) die Preise so hoch gestalten, dass sie vermutlich keiner zahlen würde.

Und auf einmal war mir klar, dass mein erstes Standbein erstmal mein Haupterwerb bleiben würde und dass ich meine Idee als Zusatzverdienst sehen müsste, dass ich mich nicht damit stressen darf, damit meinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen.

Seitdem ich das nun so klar sehe, ist auch meine Motivation wieder da, den Businessplan so fertigzustellen, dass er mir hilft, meine Idee klarer zu verfolgen. Aber ich muss mich mit dem Start nicht mehr stressen, kann in Ruhe Website und Materialien erstellen und mich – dank Vertrag – trotzdem vom ALG1 abmelden.

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