Dentaler Glücksfall

Ich habe ja ein bisschen Angst, es zu verschreien, wenn ich es hier aufschreibe. Aber da gerade in meinem Umfeld darauf so rumgeritten wird, WIEEE schwierig doch das Zähneputzen bei Kindern sei, muss ich dem mal gegensteuern.

Ich weiß nicht, was wir anders machen als andere Eltern. Oder ob der mini-monsieur einen kleinen Dental-Fetisch hat. Auf jeden Fall klappt das Zähneputzen bei uns ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Der monsieur und ich sind nicht mit der besten Zahnsubstanz (z.T. genetisch, z.T. selbstverschuldet) gesegnet. Daher war uns die Mundhygiene des mini-monsieurs seeehr wichtig. Noch vor dem ersten Zahn hatte er so ein Lerndings aus Gummi-Kautschuk-Irgendwas zum Draufrumkauen. Mit dem ersten Zahn kam auch die erste Bürste: Für kurze Zeit so einen Fingerling mit etwas Zahnpasta. Nachdem der Zweierpack aber total schnell durchgekaut war, sind wir auf normale Kinderzahnbürsten umgestiegen. Hier haben wir auch keine angestammte Marke. Mal die, mal jene, mal solche – je nach Motiv, Farbe, Vorrätigkeit. Immer jedoch mit einem kleinen Kopf und weichen Borsten. Einfache Borsten ohne weiteres Gedöns.

Und natürlich IMMER* mit Zahnpasta. Den Anfang machte der Klassiker in orange-rot. Irgendwann – jobbedingt – stiegen wir dann auf einen anderen Klassiker um. Andere PastasPasten dürfen nicht in den Mund.

Es wird auch eigentlich IMMER geputzt. Natürlich wecken wir ihn nicht, wenn er im Auto einschläft. Aber wenn wir das absehen können, werden die Zähnen vor der Fahrt noch schnell geputzt. Und bei großer Krankheit wird auch nicht übermäßig insistiert. Aber ich glaube, die paar Nächte ohne geputzte Zähne kann man (noch) an den Händen abzählen.

Anfangs war es auch bei uns nicht immer leicht, die Bürste in den Mund des mini-monsieurs zu bekommen. Es wurde sich gewunden, gekämpft, der Mund zugemacht. Aber wir gaben nicht nach: Die Zähne müssen geputzt werden.

Schon releativ früh, habe ich dem mini-monsieur erklärt warum. Und irgendwann entwickelte sich daraus eine kleine Geschichte:

Biologisch nicht ganz korrekt** habe ich gesagt, dass es Monster in bestimmten Lebensmitteln gibt – besonders natürlich in Süßem. Monster, die über Nacht die Zähne kaputt machen, wenn man sie nicht rausputzt. Die Monster wohnen dann an und besonders zwischen den Zähnen. Und so ist es ein Spiel beim Putzen: Wo ist noch ein Monster? Ich habe noch eins gesehen. Nein, das glaub ich nicht, da ist ja noch eine ganze Familie. Und da ganz hinten? Die wollen eine Party machen. Schnell raus damit. Der mini-monsieur war von Anfang an eifrig dabei, überlegte sich, wo noch Monster sind, nahm selbst die Bürste und schrubbt sie raus.

Mittlerweile putzt er selbst die Zähne. Gut. Gründlich. Wir putzen kurz nach. Ohne Diskussion und Geschrei.

Nachtrag: Weil es einfach passt, reiche ich diesen Beitrag für die #DailyRoutine Blogparade von Frau Mutter in Kooperation mit elmex ein.

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* In seltenen Fällen natürlich auch mal ohne, z.B. wenn die blöde Mutter die Kinderzahnpasta nicht mit zur Oma nimmt. Ein ganz bisschen Erwachsenenzahnpasta kommt dann aber auch auf die Borsten.

** So langsam (auch weil es im Kiga Thema war) fangen wir an, die Geschichte zu korrigieren und zu spezifizieren: Die Monster sind Bakterien, die sich von Zucker ernähren. Und Zucker ist in den meisten Lebensmitteln.