T4

Seit ich mit dieser Tätowiererei angefangen habe, schwirrt mir im Kopf rum, dass ich gerne ein Tattoo zur Reminissenz an meine Heimat hätte. Und im Gegensatz zu allen (!) anderen Menschen in meinem Leben, fällt mir zu Bielefeld ja auch tatsächlich mehr ein als nur „Die Stadt gibt es doch gar nicht.“ Es gibt nämlich durchaus viel.

Eine zeitlang liebäugelte ich mit dem Sparrenburgturm – zusammen mit dem Westhafentower* aka dem Gerippten in den entsprechenden Proportionen. Ich hatte schon die Maße der beiden Türme recherchiert und umgerechnet. Aber so ganz gekickt hat mich das Motiv halt nicht. Allerdings war klar, an welche Stelle.

Vor einer Weile waren der RB und ich abends unterwegs. Wir flachsten, ich gab ihm im Spaß einen Hipdip** und da nannte er mich „Rüpeleule“. Ich spann das weiter bzw. übersetzte es und da setzte sich die „rude owl“*** in meinem Kopf fest und ich meinte spontan: „Ach, das wäre doch ein cooles Tattoo.“

Ich dachte darüber nach.

Ich malte den Schriftzug auf.

Ich hatte eine Eingebung: Wenn ich es in Großbuchstaben schreibe, dann steht OWL nicht nur für Eule, sondern auch für Ostwestfalen-Lippe. Und auf einmal war der Schriftzug keine „komische Idee“ mehr, sondern (auch) mein Heimat-Tattoo. Zumal es perfekt an die Stelle passt, die ich dafür auserkoren**** hatte.

Es dauerte noch ein bisschen, bis ich die für mich perfekte Schrift gefunden hatte. Denn irgendwas stimmte immer nicht: Der Kopf vom R zu groß, beim W war der mittlere Zacken so hoch wie die äußeren Striche, das D sah aus wie ein O, das O zu schmal. Hach, da kann eine ja Tage mit zubringen. Aber ich wurde fündig.

Schnell war auch klar, wer des tätowieren sollte.

Und heute war es dann soweit.

Fabiano***** hat sein eigenes kleines Studio, das mir echt gut gefällt, noch nicht so lange. Aber er hat durchaus Erfahrung. Außerdem sehe ich ja vier seiner Arbeiten täglich.

Wir besprachen ein anderes Tattoo, das er demnächst auf meinen rechten Arm bringen darf, testeten kurz, ob meine Wunschbreite oder doch der etwas breitere Schriftzug besser passt und dann ging es los:

Tattoo in progress******

Die paar, die wussten, wo ich mich diesmal tätowieren lassen wollten, hatten mich ob der Schmerzen gewarnt, aber auch diesmal ging es ziemlich gut. Problematisch war vielmehr, dass das Aufbringen der Outlines teilweise gekitzelt hat und ich mich deswegen sehr anspannen musste. Und ja, das Ausmalen einiger Buchstaben war recht unangenehm und ich war auch froh, als das R (es wurde von unten nach oben gearbeitet) endlich fertig war.

Jetzt freue ich mich schon darauf, wenn der Arm unter die Nadel kann. Denn Fabiano arbeitet echt gut, sorgfältig, so sanft wie möglich und hat einen guten Blick für Details.

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* Das ist neben dem Kronenhaus mein liebstes Frankfurter Hochhaus. Und neben dem Kronenhaus wäre der Sparrenburgturm noch kleiner geworden.

** Mir fällt kein deutscher Begriff dafür ein.

*** Und wer jetzt nicht weiß, wofür RB stehen könnte, der folge bitte diesem Link.

**** Das ist – wie bei den anderen Tattoos auch – so ein Gefühlsding bei mir.

***** Das ist wohl Werbung, aber das Tattoo habe ich selbst bezahlt.

****** Das Bild vom Stencil habe ich noch selbst gemacht, die anderen hat der RB gemacht.

So Alltag

Als ich aufwachte, fühlte ich mich, als hätte ich gestern einen Marathon bestritten. Nicht, dass ich wirklich wüsste, wie sich das anfühlt, denn Joggen ist ja aus gaaaanz vielen Gründen* NICHT mein Sport. Aber gelaufen sind wir ja gestern doch viel. Gute 8,5 Kilometer. In der Sonne. Und ich mit Hoodie an**. Dazu kam, dass das Wochenende einfach voll war.

Aber da für den RB und mich in dieser Woche „nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“ gilt, denn am Samstag fahren wir zusammen gen Frankreich***, müssen wir arbeiten. Meine To-Do-Liste ist elend lang und wie das immer so ist mit langen To-Do-Listen, sie ist hydraesk: Kaum hat eine eine Aufgabe erledigt, ploppen drei neue uneingeplante auf.

Dadurch wird meine Zeit noch knapper als eh schon, aber den Termin bei meiner Friseurin will ich nicht absagen.

Noch etwas kürzer und – auch dadurch – deutlich blonder.

Aber das Gute an den kurzen Haaren ohne Farbe: Meine Friseurin ist binnen 45 Minuten fertig****.

Den Rest des Tages und Teile der Nacht arbeiten der RB und ich. Muss(te) dann auch mal sein.

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* Grund 1-100: Laufen ist doof; Grund 101: Laufen ist nicht gut für meine Knie; Grund 102: Laufen ist nicht gut für meine Brüste. Grund 103-200: Laufen ist doof.

** Ich habe mir bei der Demo – trotz eincremen und vorgebräunt sein – einen veritablen Sonnenbrand am Dekolletee und den Schultern gefangen.

*** Zuerst für eine Nacht ins Saarland

**** und deutlich günstiger ist es auch

Ohne Sorgen

Höhö, diese Überschrift ist so platt, wie Sanssoucis kitschig ist. Aber gut. Wenn eine in Potsdam ist, sollte sie mal Sanssoucis gesehen haben.

Der RB und ich können nun sagen: „Wir haben Sanssoucis gesehen und waren auch im großen Park ‚lustwandeln‘.“ Vom Schloss durch den wirklich schönen Park zum Neuen Palais, an Schloss Charlottenhof vorbei und dann auch wieder raus. Joah, hübsch, zum Teil hübsch-hässlich, und vermutlich nichts, was ich mir nochmal ansehen möchte. Barock und Prunk sind nicht so meins (bzw. unsers).

Von da aus ging es wieder in die Innenstadt. Erstmal was essen. Dann die letzten Eindrücke sammeln:

Potsdam ist schon schön. Aber sehr geleckt. Ein bisschen zu geleckt und ein bisschen zu viel Disney-Kulisse. Das Preußisch-Militärische scheint auch viel durch – massige Bauten, große (Aufmarsch-)Plätze. Aber einer Stadt mit so viel Wasser und Grün (und einem Lakritzladen*) verzieht eine viel.

(Spätestens zum Ultrash XIII fahren wir wohl wieder hin.)

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* und einer Bar, in der es wirklich guten Gimlet gibt und in der Sven van Thom gespielt wird

Pedal de deux

Wer feiern und demonstrieren kann, die kann auch Fahrrad fahren. Schließlich hatten der RB und ich extra ein verlängertes Wochenende aus unserem Festivalbesuch gemacht, damit wir uns auch Potsdam angucken können. Und nach meinem Kurzbesuch im April war recht klar, dass sich die Stadt per pedale deutlich umfangreicher und – zumindest aus meiner Sicht – entspannter erkunden lässt.

Zuerst überlegten wir für alle Tage Räder zu mieten, aber dann ergab sich das TweepMeet am Freitag und die Demo am Samstag und so war klar, dass wir wirklich erst am Sonntag radeln würden (die Strecke zum Festivalgelände konnten wir problemlos zu Fuß gehen). Und weil der Fahrradverleih* auch Tandems anbietet, überkam es mich und ich reservierte eins für den RB und mich.

Zum Abholen waren wir etwas später dran als vereinbart, weswegen ich dort anrief. Angeblich wäre meine Reservierung nicht im System, aber es wäre noch ein Tandem vor Ort. Aber ganz vielleicht zu groß. SOWAS kann bei mir ja schlechte Laune verursachen! Aber ich fuhr tapfer nicht-grummelnd mit dem RB per Bus zum Verleih. Ein bisschen hin und her, kurze Probefahrt – der RB vorne, ich hinten. Fühlte sich für mich, weil ich nichts sah und nicht lenken konnte, gaaaanz schlimm an, aber wir passten zumindest zusammen auf das Rad …

Foto-Credits: RB

… und wollten das Abenteuer wagen. Es ging kurz nochmal zum AirBnB, um Getränke und Notfallverpflegung aufzuladen. Dort versuchten wir dann aus mehreren Gründen, ob es nicht doch besser passen würde, wenn der RB hinten und ich vorne sitzen würde. Und ja, so war es besser**.

Wir fuhren los. Zunächst etwas wackelig und mir waren das Bremsen und vor allem Wiederanfahren nicht ganz geheuer. Aber wir groovten uns unter den interessierten Blicken „aller“ anderen Spaziergängerinnen und -fahrerinnen ein.

Erster Halt nach gut 4 Kilometern …

Wir fuhren an der Havel, der Babelsberger Enge und Glienicker Lake entlang auf die Wannsee-Insel. Auch da hatten wir die meiste Zeit beim Fahren durch den Wald Wasser an unserer Seite.

Wir fuhren an der Max-Liebermann-Villa vorbei und ich setzte Grüße nach Irland ab. Doch das wunderbare Fräulein war gar nicht in Irland, sondern ganz in unserer Nähe, was sich herausstellte, als wir gerade die Gedenkstätte der Wannsee-Konferenz*** besichtigten. Ein wunderschön gelegener Ort. Aber ein schlimmer Ort. Ein beklemmender Ort.

Dann fuhren wir zurück zur Max-Liebermann-Villa, die zwar auch Geschichte zu erzählen hat, aber trotz allem die Lebensfreude Liebermanns, mit er er diesen Ort geprägt hat, ausstrahlt. Es ging zurück, weil direkt am Wasser an einem Tisch mit vier typischen metallenen Gartenstühlen Mademoiselle ReadOn auf uns wartete und uns mit dieser besonderen Herzlichkeit begrüßte, die aus ihren Texten strömt.

So schön, sie in Echt kennenzulernen und mit ihr zu reden****. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Großmut, Geduld, Fürsorge, Selbstlosigkeit und Liebe in einem Menschen stecken.

Dann fuhren wir noch ein kleines Stück zusammen, bis wir wieder auf unserer Tour waren. Wir fuhren weiter entlang der Inselküste, erhaschten einen Blick auf die Pfaueninsel, freuten uns, dass wir ein Mountainbike-Tandem hatten, mit dem wir auch durch die meisten Sandplacken kamen, und machten kurz Halt am Krughorn:

Den RB drückten der Hunger und die müden Beine, aber nun war es nicht mehr weit bis Potsdam. Der Weg führte uns noch über die Glienicker Brücke, zum Pfingstberg (rauf und wieder runter), einmal quer durch Alexandrowka und dann Richtung Innenstadt.

Eigentlich hatte die Routenplanung noch einen Abstecher nach Sanssoucis vorgesehen, aber dann trafen wir am Brandenburger Tor*****, den einzigen Potsdamer, den wir kennen, und gingen mit ihm und seiner Freundin essen und trinken.

Die nächsten Touren – da sind wir uns einig – fahren wir lieber auf getrennten Rädern, aber es wird auch bestimmt nochmal eine Tandemfahrt geben, sollten wir die Möglichkeit haben.*******

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* vermutlich Werbung, auch wenn wir die Mietgebühr selbst gezahlt haben

** Zumindest für mich

*** Das Haus der Wannsee-Konferenz ist kostenlos (Spenden) zugänglich. Das finde ich ehrlich gesagt sehr gut und sehr wichtig.

**** Ich wollte zunächst „plauschen“ schreiben, aber es war mehr als ein Plausch.

***** Ja, die Potsdamer haben ein eigenes.

****** Zuzüglich 3,4 Kilometer für die Rückfahrt zum AirBnB.

******* Wenn ein Pärchen bis zur Tandemfahrt nicht klar miteinander kommuniziert, wird es das spätestens dann lernen oder sollte über Trennung nachdenken.

Beeindruckend

Nachdem wir gestern spät im Bett sind, müssen wir heute früh raus.

Wir sind um 11h00 in Berlin zum Frühstück verabredet. Mit meiner Nichte, die da seit fast zwei Jahren lebt und wir uns bestimmt drei Jahre nicht gesehen haben.

Ich bin schwer begeistert, was für eine coole und taffe Frau aus ihr geworden ist. Und weil sie so cool und taff ist und noch deutlich engagierter als ich, kommt sie natürlich mit zur Demo.

Auf dem Weg zum Demostartpunkt nahe Alex.

Meine zweite Demo in Berlin. 12.000 wurden gezählt. Eine beeindruckende Zahl – auch (oder besonders) für Berliner Verhältnisse. Es gab gute Beiträge. Gute Transparente und Schilder. Und vor allem eine gute, insbesondere nicht aggressive Stimmung. Und ich hätte es wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn der RB und ich nicht hingegangen wären (und es ist ja nicht so, als hätte es kein Alternativprogramm gegeben*).

Dann ging es wieder zurück nach Potsdam. Mir hatte das Laufen in der Sonne zugesetzt und ich musste mich erstmal hinlegen. Der RB war zu heiß auf den 2. Tag vom Festival und ging schon mal vor. Ich ging erst gut zwei Stunden später hinterher.

Meine Beine und ich … das ist auch so ein Kapitel in meinem Leben.

Heute fanden die Konzerte draußen statt und ich kam rechtzeitig zu Band 3… Nunja, der Sound war gut, aber die Stimme der Frontfrau war (leider) nicht schön. Der RB und ich nutzten den Moment, um das Gelände zu erkunden.

So als Hochbeet find ich Autos gut**

Band 4 war laut, aber gut. Vorausgesetzt eine mag Punk/ Oi.

Brigadir spielte, bis es dunkel wurde, um zum letzten Song Pyros zu zünden.

Der krönende Abschluss – für mich und aus meiner Sicht auch fürs Festival – waren Rhoda Dakar & The Chancers.

Eine beeindruckende Lady des 2Tone (und sie hatte so tolle Schuhe an)

Deutlich früher und deutlich weniger betrunken als am Tag davor gingen wir ins AirBnB, um für den nächsten Tag und das nächste Abenteuer fit zu sein.
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* Fußballspiel

** Keine Diskussion über Öl, Metal, Gummi etc.

K6/F1

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Festival war. Die großen bekannten meide ich ja wie der Teufel das Weihwasser und gehe eigentlich nur auf – am liebsten kleine – Konzerte.

Aber dann kam der RB mit dem Ultrash-Festival ums Eck und dass er da gerne hinwolle. Und weil mir die Musik zusagte, es nicht groß erschien (eher wie zwei Tage Konzert), es in den Ferien und der Kindfrei-Zeit lag, entschied ich, mitzufahren. Dass es in Potsdam stattfand, war ein zusätzlicher Pluspunkt.

Nachdem ich die Lage in der brandenburgischen Landeshauptstadt ein klitzekleines bisschen sondiert hatte, buchten wir die Reise. Ja, Punk ist nicht tot, aber alt und fliegt zum Konzert und hat ein AirBnB.

Wir fliegen verspätet, weswegen ich den Flug nicht genießen kann, denn um 12h00 sollten wir gelandet sein. Um 12h00 startet der VVK für das Frankfurter Feine-Sahne-Fischfilet-Konzert. Um 11h30 starten wir erst. Zum Glück ist das Konzert nicht so schnell ausverkauft und als wir in Berlin sind haben wir die gewünschten 3 Tickets.

Wir nehmen den Bus zum Bahnhof Zoo und treffen uns mit einer Tweep.

Ich mag TweepMeets.

Dann geht’s nach Potsdam: Wohnung beziehen, Kleinkram besorgen, fertig machen und auf zum Festival-Gelände.

Die Konzerte sind in der Halle und so bekommen wir Band 1 nicht richtig mit, weil es draußen so entspannt ist und wir quatschen.

Band 2 ist so gar nicht meins und auch den RB zieht es nicht rein.

Aber wegen Band 3 und 4 sind wir ja vor allem gekommen.

Noch ein kleiner Weit-nach-Mitternachtssnack

Und dann müssen wir schnell schlafen, denn der nächste Tag wird voll und lang und beginnt recht früh.

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* Ich vertrag es einfach nicht mehr.

Liebes Tagebuch am Fünften (Juli 2018)

Heute antworte ich nur ganz kurz auf Frau Brüllens Frage: WMDEDGT?

Recht zeitig aufgestanden, E-Mails gecheckt, gefrühstückt, Wäsche aufgehangen und über einen Text nachgedacht, andere Texte bearbeitet, noch mehr Wäsche aufgehangen, einen Text geschrieben, Wäsche vom Balkon geholt, Balkonmöbel, Herrn Weber und den Strandkorb abgedeckt, mich fertig gemacht, nach OF gefahren, gegessen, getrunken und geholfen, spät mit dem RB nach Hause gefahren, Koffer gepackt, schnell geschlafen.

Es reicht

… mir reicht es zumindest zunehmend. Regelmäßig ärgere ich mich über die Politik, über die zunehmende rechte Haltung, die durch die Gesellschaft wabert und sich langsam aber stetig manifestiert.

Es lässt sich nur mutmaßen und spekulieren, was hinter dem Schmierentheater vom Seehofer tatsächlich steckt. Der RB hat eine Theorie. Ich eine andere. Aber egal welche, so ein Verhalten ist nicht tragbar. Nicht ertragbar und schon gar nicht durch welche Theorie auch immer zu rechtfertigen.

Doch das Schlimmste für mich ist die Haltung: Im Großen und Ganzen geht es uns extrem gut in unserem Wolkenkuckucksheim Deutschland. Vieles Gejammere findet auf extrem hohen Niveau statt. Ja, eine darf das nicht mit der gesamten Weltlage relativeren und ich will auch die Probleme der einzelnen nicht schmälern, aber letztlich geht es uns sehr gut.

Und aus dieser Position heraus krähen ein paar, denen es entweder gar nicht schlecht geht (weil Politiker) oder gar nicht wissen, wovon sie reden (Menschen in Gegenden mit einer extrem niedrigen Migrantenquote), dass „unser Boot“ voll sei.

Es ist einfach nur widerlich, dass diese Leute krähen und Theater machen (dürfen), während und auch damit Menschen bei der Flucht umkommen. Es werden Menschen aktiv daran gehindert, diese Menschen zu retten. Dieser Tweet trifft mein Wut ziemlich gut:

Mich macht diese Bigotterie, dieses Messen mit zweierlei Maß fassungslos und wütend. Und sie ist real. Das ist keine Überspitzung. So sieht es derzeit aus und so kann es nicht weitergehen.

Am liebsten würde ich Wände einrennen, Menschen schütteln und eine Revolution anzetteln.

Geht aber nicht, aber dafür gehe ich erstmal auf eine Demo

Eigentlich wollte mich der RB ja zu meinem ersten Fußballspiel überhaupt schleppen, aber wir sind uns einig, dass die Demo wichtiger ist.

Neben der Demo in Berlin finden am Samstag, 7. Juli, auch in anderen Städten Demos statt:

  • Bremen
  • Zwickau
  • Frankfurt
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Leipzig
  • Gießen

Demos sind schon mal ein guter Anfang. Aber eine Revolution wäre auch nicht so verkehrt.

Fast komplett

Ich hatte heute Termine in der Landeshauptstadt. Und weil es mit dem Auto nunmal schneller* geht, habe ich den Wagen vom RB genommen. Was ich aber jedes Mal, wenn ich mit dem Auto diese Strecke fahre, nicht bedenke: Mindesten eine der Fahrten hänge ich im Berufsverkehr. Meistens auf der Rückfahrt.

So auch heute: Auf dem Rückweg erledigte ich noch etwas für den RB und so steckte ich zur besten Zeit (16h45) im Frankfurter Nadelöhr (Alleenring) fest. Ja, Stau ist nervig – insbesondere mit Kupplungswagen -, Stau ist anstrengend … Stau ist einfach blöd.

Aber mal so unter uns: Mich macht Stau aggressiv – und vor allen Dingen die anderen Autofahrer. Ich weiß, es nützt nix und unsinnig ist es auch. ABER ich kann nicht aus meiner Haut. Vor allem, wenn ich im Stadtverkehr schlecht vorankomme, beiße ich regelmäßig ins Lenkrad und schimpfe wie ein Rohrspatz**.

Als ich dann endlich zu Hause war, war ich ausreichend genervt (wenigstens gab es einen Parkplatz direkt vor der Tür). Eigentlich hätte ich direkt an den Laptop gemusst und weiterarbeiten, aber ich war genervt und unbewegt und hatte den ganzen Tag noch nichts vom schönen Wetter. Ergo: Ich musste raus. Ich musste mich draußen bewegen.

Also verdonnerte*** ich den RB, mich bei einer Radtour zu begleiten. Ich plante kurz mit Else, erinnerte mich, dass ich den einen Griff nochmal einstellen musste, dass ich die Klingel auch mal montieren sollte, packte den Rucksack, aß einen Happen, suchte meine Sonnenbrille, montierte Griff und Klingel, pumpte die Reifen auf und gefühlt nach drölfzig Stunden Vorbereitung konnten wir endlich starten.

Eigentlich war es als Rundkurs geplant …

… Zwischenstopp eins war die „Schwanheimer Düne“ und bei der Tourenplanung dachte ich, dass wir eine zweite Pause auf dem Höchster Schlossplatz einlegen könnten****, aber dann mussten wir VOR der Düne erstmal pausieren, denn …

… es gab Brombeeren direkt vom Strauch. (Foto: RB)

Die Düne war schön wie immer. Und ich bin da echt gerne. Das ist so schön anders, so ruhig und da ist noch Urwald und es riecht so gut.

Die Düne wäre ziemlich genau die Häfte vom Rundkurs gewesen, aber bei der Fahrt an der Nidda zeigte sich, dass der RB lieber nicht komplett durchfahren wollte***** und wir stiegen in Rödelheim in den Bus. Der hätte uns auch so gut wie vor die Haustür gefahren, aber es aber voll und wurschtelig und dadurch recht nervig, sodass wir am Dornbusch wieder ausstiegen und den letzten Rest wieder mit dem Rad fuhren.

Die Kilometer- und Anstrengungsersparnis war damit auch wieder halbiert. Mir sollte das recht sein.

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* Wenn ich problemlos durchkomme, dann ist es eine Halbierung der Fahrtzeit (jeweils von Tür zu Tür). Und dabei sind die Unwägbarkeiten des S-Bahnverkehrs noch nicht einmal eingerechnet.

** Der midi-monsieur hat das übernommen und schimpft per se als Beifahrer. Das ist ein ganz guter Spiegel und effektives Korrektiv.

*** Ich wäre auch allein gefahren. Aber dann eine andere Strecke.

**** aber nicht taten, weil *****

***** Völlig in Ordnung, denn er hatte ja schon gut 15 Kilometer in den Beinen und zu viel Apfelschorle im Magen.

Kleine Freuden

Seit ich das Bett mit dem RB teile, ist es ein liebgewordenes Ritual, dass eine*r von uns beiden morgens Kaffee (für ihn) und Tee (für mich) macht. Dank Milchschäumer und Milchtest vom midi-monsieur (die 1,8%-Milch funktioniert am besten) gibt es auch immer Milchschaum für den RB.

Die Milchhaube vom Kaffee hat sich der Mütze vom Det angepasst.

Lustig in dem Zusammenhang: Während der RB seinen Kaffee (mit Milch) nur heiß bzw. sehr warm trinkt (allein deswegen ist es gut, dass es den Milchschäumer gibt), liebe ich kalten Milchkaffee und freue mich auf seinen Rest (und es bleibt meistens eine halbe Tasse wegen zu kalt stehen) im Laufe des Tages.

Meistens trinken wir die ersten Schlucke Heißgetränk noch im Bett, doch wandern dann mit (Kaffee)Tasse und (Tee)Glas auf den Balkon – zum Fühstücken und/ oder Arbeiten.

Denn: BalkonOffice ist einfach toll.

Strahlend blauer Himmel überm BalkonOffice.

Heute waren wir gefühlt den ganzen Tag auf dem Balkon*. Zumindest ich. Der RB musste zwischendurch weg, um seine alte Wohnung zu übergeben. Aus vielen Gründen war das ein Grund zum Anstoßen.

Joah, die Flasche stand schon eine Weile bei mir. Besser ist der Inhalt davon auch nicht geworden.**

Ja, dieser Schlussstrich nach 5 Monate war Blubberwasser-würdig. Aber mal unter uns: Blubberwasser ist nicht meins und gerade das teuere, herkunftsgeschütze Blubberwasser aus Frankreich wird echt überbewertet. Das nächste Mal nehme ich lieber einen Riesling.

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* Was sich auch echt anbietet, denn im Hof herrscht ein Mikroklima mit Wind, wenn es auf der Straße windstill ist und generell ist es da gefühlt 5 °C kühler.

** Es roch nach Apfelschorle und schmeckte auch so.