Tja nun …

… eigentlich hatte ich geplant, heute endlich mal ein paar Fotos aus Strasbourg zu zeigen. Aber …

… der midi-monsieur und ich frühstückten ausgiebig,
… ich buk noch einmal Eulen-Erdbeeer-Muffins (damit das Kind morgen in der Schule seinen Geburtstag nachfeiern kann),
… ich musste erstmal Photoshop auf dem neuen Laptop installieren,
… ich guckte kurz in meine Job-Mails und machte dann mal eben kurz ein Dokument fertig,
… dann war der midi-monsieur sehr undleidlich, weil sehr müde nach den letzten vier ziemlich aufregenden Tagen,
… die Fotos mussten erstmal von der Kamera auf den Rechner geladen werden,
… irgendwann – nach drei Stunden Schlaf – wachte der midi-monsieur wieder auf,
… wir mussten Abendbrot essen und dafür musste ich grillen und Salat machen,
… der midi-monsieur wünschte sich dann doch noch einen Kuchen, um im Hort auch noch den Geburtstag nachfeiern zu können,
… ich musste dann noch einen Kuchen backen und währenddessen versuchen, den midi-monsieur ins Bett zu bringen, der natürlich nicht sonderlich müde war,
… es sind ein paar zu viel Fotos, um die mal eben kurz in 30 Minuten zu editieren.

Also gibt es Fotos wohl erst morgen oder so.

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Es gibt da so eine Erinnerung. Die ist – und das kann ich trotz der langen Zeit genau beziffern – 28 Jahre alt. Sie ist verbunden mit großen, staunenden Augen, einem vor Faszination offen stehenden Mund, sich vor Schreck die Augen zuhalten, fast panischem Aufschreien und vielen aahhs, ohs und wows.

Es ist meine Erinnerung an meinen ersten Zirkusbesuch – „nicht irgendein Circus“*, sondern Circus Flic Flac.

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals in einem klassischen Tierzirkus war. Falls ja, hat es mich nicht beeindruckt.

Aber Flic Flac hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Wahnsinn, was Menschen können. Ich war danach noch mindestens einmal in einer Flic-Flac-Show, dann gingen sie eine Weile nicht auf Tour, der midi-monsieur wurde geboren und war erstmal mini.

Das Kind war bislang auch noch nie im Zirkus. Denn Tierzirkusse sind für mich nicht nur unbeeindruckend, sondern auch ziemlich fragwürdig hinsichtlich der Tierhaltung. Aber er äußerte auch bislang nicht den Wunsch danach.

Allerdings neidete er mir letztens meinen Besuch im Tigerpalast. Und ich überlegte, ob das schon was für ihn wäre.

Doch dann fielen mir Plakate ins Auge, die ankündigten, dass Flic Flac in der Stadt sein werden. Und zwar um seinen Geburtstag rum. Ich dachte kurz darüber nach, den Kv zu fragen, ob wir das zusammen machen/ schenken wollen.

Aber ich verbinde Flic Flac mit meinen Eltern. Und weil die ja zum Geburtstag des midi-monsieurs kommen wollten, klärte ich mit ihnen, dass wir das zusammen machen wollen.

Heute war es dann so weit.

Und vielleicht ist eine Familientradition geboren. Doch auf jeden Fall habe ich meine Faszination und Begeisterung für diese Art Zirkus weitergegeben. So wie ich vor 28 Jahren saß er da und staunte mit offenem Mund und großen Augen, ging mit, rutschte vor Spannung auf seinem Sitz hin und her und applaudierte begeistert.2017-06-17 00.00.10

„Das Schlechteste an der Show war, dass sie nur zwei Stunden dauert.“

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* Das war der Titel der damaligen Premieren-Tour.

Gelegenheit

Heute war die Gelegenheit günstig, endlich mal in der Wohnung – explizit in meinem Zimmer – auzuräumen. Denn meine Elterm sind zu Besuch gekommen.

Ja, meinen Eltern, vor allem meiner Mutter, mein Vater würde es vermutlich gar nicht sehen, wäre das egal und würden es verstehen, wenn ich nicht mit einer Schöner-Wohnen-Wohnung aufwarten.

Doch zum einen nervt mich mein Chaos ja selbst, allerdings habe ich zum klar Schiff machen gerne Zeit, um auch wirklich alles erledigen zu können und nicht irgendwas anfangen, abbrechen und später fortsetzen zu müssen.

Zum anderen hatten wir heute lustiges Bettenroulette: Der midi-monsieur schlief letzte Nacht bei mir. Der Kv schlief ja schon seit einer Woche im Gästezimmer. Da aber meine Eltern nicht mehr in einem Bett schlafen können und beide richtige Betten brauchen, war klar, dass ich mein Bett zur Verfügung stelle und für zwei Nächte auf der Matratze unterm Hochbett von midi-monsieur schlafe, in dem wiederum der midi-monsieur schläft. (Wenn wir keine Gäste haben, schlafe ich ja im Gästezimmer und der midi-monsieur in meinem Zimmer.)

Also musste ich heute Morgen, nachdem der Kv weg war, die Gästebettwäsche abziehen und waschen, mein Bett abziehen und waschen und weil ich dabei Kram von A nach B, von B nach C und irgendwie wieder zurück schleppte und das Chaos wuchs, machte ich kurzen Prozess und befüllte einen schwarzen Müllsack.

Und dank meines temporären Nachtlagers im Kinderzimmer hatte der midi-monsieur auch die tolle Gelegenheit, in seinem Zimmer aufzuräumen. Nunja, da ergeben sich hoffentlich noch ein paar weitere Gelegenheiten. Und spätestens, wenn wir die Zimmer tauschen werden, wird umfassend ausgemistet.

Danke, Stewart

Um genau zu sein: Danke, Stewart Adams. Danke dafür, dass Sie vor ca. 60 Jahren mit bzw. auf Acetylsalicylsäure rumgekocht haben, mit dem Ziel etwas stark und antiinflammatorisch Wirksames zu finden.

Ich sage vor allem im Namen meines Sohnes danke, der sonst seinen heutigen Geburtstag völlig desolat, krank und vor allem hoch fiebrig verschlafen hätte und zu allem Mist, den er gerade erlebt, wohl auch noch den blödesten 8. Geburtstag gehabt hätte, den sich so ein Achtjähriger vorstellen kann.

So scheint der Geburtstag gar nicht so schlecht gewesen zu sein: Dank einer halben Ibu am Morgen konnten das Frühstück und die Geschenke genossen werden und auch ein bisschen ausgekostet werden, dass er wegen des Fiebers nicht zur Schule musste. Dank einer weiteren halben am frühen Nachmittag konnte Netflix leergeguckt werden. Und dank einer letzten halben am Abend konnte auch das Geburtstagsessen genossen werden. Sogar Kuchen mit Sahne passte noch rein.

Klar, wäre es ganz ohne Fieber und Kopfschmerzen schöner gewesen. Aber dann hätte der midi-monsieur auch nicht seine Tablettenschlucktechnik perfektionieren können.

Erschöpft

Ich bin immer noch erschüttert, was da letztens mit der lieben Minusch via Twitter passiert ist. Und so sehr ich verstehen kann, dass sich jemand sorgt, wenn mal etwas länger Ruhe auf einem Account ist – insbesondere auch nach einem solchen Tweet -, so wenig Verständnis habe ich dafür, dass direkt die Polizei eingeschaltet wird.

Ich kann nicht wirklich beurteilen, wie nah diese Menschen Minusch stehen, aber sonderlich nah wird es nicht sein, denn sonst hätten sie andere Wege gefunden, ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen. Am einfachsten wäre wohl anrufen gewesen. Oder sich wenigstens an wen zu wenden, von der oder dem man weiß, dass sie oder er ihr nahe steht. Gleich die Polizei einzuschalten ging gar nicht. Überhaupt nicht!

Aber eigentlich will ich mich gar nicht aufregen. Das obliegt v.a. Minusch und das hat sie ja zum Glück auch gemacht.

Ich will darüber schreiben, dass ich ihren Tweet überhaupt nicht mit auch nur den allerleisesten suizidalen Absichten in Verbindung gebracht habe. Ja, vielleicht hätte man das können. Aber vielleicht hätte man das nur können, wenn man noch nie in dieser Situation gewesen ist. Und damit meine ich in der Situation des Alleinerziehendseins – des ganz endgültigen und ganz alleinigem Alleinerziehendseins. Ja, das klingt dramatisch. Aber ganz ehrlich: Es ist auch dramatisch. Vor allem am Anfang. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.

Denn egal, wer sich von wem trennt, man ist von jetzt auf gleich alleinerziehend. Man kann nicht probehalber alleinerziehend sein (und temporär mit den Kinder alleine zu sein, weil der Partner nicht vor Ort ist, gibt sicherlich Einblick in die „Miesere“, hat aber trotz allem eine ganz andere Qualität). Man kann sich vielleicht, wenn man der trennende Part ist, eine zeitlang mit dem Gedanken anfreunden, aber was es wirklich bedeutet, weiß man erst, wenn die Trennung vollzogen ist.

Ja, so eine Trennung kann manchmal befreiend sein und war – in meinem Fall – auch überfällig. Beziehungen können zerstörerisch sein. Aber nur weil die Trennung, richtig, wichtig oder gar lebensrettend ist, ist man in seinem Alleinerziehendsei nicht weniger allein.

Und man steht allein vor einem Riesenberg:

  • Wie erkläre ich es den Kindern*? Was macht es mit ihnen?
  • Wie geht es finanziell weiter?
  • Wann sehen die Kinder den Vater**?
  • Wie organisiere ich unseren Alltag neu?

Und das sind nur die wichtigsten Fragen, wenn man es schafft, sich halbwegs zivilisiert und einvernehmlich zu trennen.

Doch das ist selten der Fall. Meist kommen viele Frage, Baustellen und Nebenschauplätze dazu:

  • Müssen wir umziehen? Wo finden wir eine schöne günstige Wohnung?
  • Ich will die Kinder nicht aus ihrem Umfeld reißen?
  • Warum kommt der Papa nicht? Warum dürfen wir nicht zum Papa?
  • Wieso schafft es der Ex immer wieder, mich auf die Palme zu bringen?
  • Ich kann nicht Vater und Mutter gleichzeitig sein.
  • Warum zahlt der Kv nicht?
  • Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen.
  • Wo finde ich eine gute Familienanwältin?
  • Warum ist das Jugendamt so doof?
  • Warum muss ich allesallesalles alleine machen und entscheiden?
  • Bekomme ich die Unterschrift vom Kv?
  • Gerichtstermine
  • Warum kann er sich verdammt nochmal nicht an Vereinbarungen halten?
  • Meine Kinderkranktage sind aufgebraucht und nun liegt schon wieder eins fiebernd im Bett?
  • Warum sind Oma und Opa so weit weg?
  • Scheidungsverfahren
  • Ich müsste dringend was für mich tun.
  • Warum kommt denn jetzt noch ein Mist dazu?
  • Klar kann man ner Alleinerziehenden kündigen. Warum auch nicht?!
  • Geschwisterkinder von Alleinerziehenden-Kindern bei der Betreuungsplatzvergaben? Die haben sie doch nicht mehr alle.
  • Elternabend 1, 2, 3, 4 und ganz viele.
  • Das Geld reicht hinten und vorne nicht.
  • Ich kann keine Formulare mehr sehen.
  • Warum darf sich der Kv die Rosinen rauspicken?
  • Die Kinder wollen den Vater nicht sehen. Und ich bin wieder die Dumme.
  • Ich muss funktionieren.
  • Wunden lecke ich dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Diese und noch viele andere Fragen, Aufgaben, Gedanken laufen den GANZEN Tag irgendwie mit. Mal mehr und mal weniger präsent. Dazu kommen noch die ganz banalen Alltagsdinge wie:

  • pünktlich aufstehen
  • ALLE zeitig loskommen
  • Hygiene
  • Essen
  • Einkaufen
  • Wäsche waschen
  • Putzen
  • Freizeitaktivitäten
  • Vorlesen / Gute-Nacht-Rituale
  • zusammen spielen

Da ist irgendwann einfach mal das Limit erreicht. Da kann man nicht mehr. Dann ist man fertig, einfach nur abgrundtief fertig und erschöpft. Und ja, sowohl physisch als auch emotional. Das belastet, das tut weh. Ja, man ist müde. UN.END.LICH müde!

Aber man ist nicht lebensmüde! Alleinerziehende sind nicht lebensmüde.

Denn da sind die Kinder, für die man sorgen und da sein will. Für die man eine Verantwortung hat. Für die man sich wünscht, dass es ihnen gut geht. Die man schlicht und einfach liebt. Und die man nicht, niemals nie allein lassen will.

Und wer helfen möchte, dem empfehle ich:

Alternativ darf auch angeboten werden, in der Wohnung klar Schiff zu machen, zu kochen oder einzukaufen, damit die Alleinerziehende auch einfach mal Zeit für ihre Kinder hat.

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* Ich wähle hier mal den Plural, damit ich mich nicht in tausend Sternchen, Klammern und Schrägstrichen verheddere.

** Auch hier der einfachheithalber das „klassische“ Modell: Die Kinder bleiben bei der Mutter.

12 von 12

Weil mein Instagram-Account irgendwie verwaist, dachte ich mir, dass ich mal wieder bei 12von12 mitmachen könnte.

#1: Zum Duschen brauche ich Musik. Und danach brauche ich leider auch Fenistil, denn ich habe mir am Samstag Nacken und Dekolleté verbrannt. Gar nicht schön das.-

#2: Es ist BalkonOffice-Wetter, aber die Wärme und das Sitzen bekommen meinen Beinen nicht. Also quetsche ich mich ganz uneitel in die Kompressionsstrümpfe.

#3: Vor lauter Arbeiten komme ich nicht zum Essen. Der Skyr transpieriert schon.

# 4: Ich räume das BalkonOffice, weil …

#5a/b: … ich noch schnell (haha) die Griffe vom Mountainbike tauschen will. Zum Glück klappt es wie gewünscht.

#6: Beim Rugby ist heute Elternabend. Saisonrückblick und -ausblick. Wobei uns das nur teilweise betrifft, da der midi-monsieur ja ab Sommer in der nächsthöheren Altersklasse spielt.

#7: Schulelternbeiratssitzung ist heute auch.

#8: Weil der Kv da ist, kann ich nach dem SEB noch in Ruhe einkaufen gehen.

#9: Als ich die Einköufe in die Küche bringen, gucken mich die Gerbera sehr traurig an.

#10: Ich setze mich kurz auf den Balkon und genieße die frische Luft.

#11: Aber die Gedanke an das Gespräch, das mir morgen bevor steht, lassen mich nicht los und ich gucke mir meine Notizen an.

#12: Ich sinniere noch kurz über die magere Dekoausbeute: So ohne Motto bin ich etwas ideenlos.

Alle 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.