23

Ich habe heute 23 mal den Namen vom midi-monsieur auf irgendwelche Hefte, Hefthüllen, Ordner, Namensschilder, einen Stift und ein Lineal geschrieben.

Ich hätte den Namen noch viel öfter schreiben können, aber ich habe davon abgesehen, jeden einzelnen Bunt- und Bleistift, Abspitzer und Radiergummi zu beschriften. Das ging in den letzten zwei Schuljahren nach dem durchbeschrifteten Einstiegssatz auch problemlos ohne.

Und ja, wir hatten auch mal so Aufkleber, aber irgendwie ist es mir das nicht wert. Und ja, der midi-monsieur kann seinen Namen auch selbst schreiben. Aber ich jammere ja gar nicht, dass ich es gemacht habe. Ich habe es nur festgestellt.

Für alle, bei denen die Schule morgen losgeht: Guten Schulstart. Allen anderen wünsche ich noch schöne Ferien!

12von12

Mal wieder 12von12 und ich merke, dass diese Aktion immer mehr dazu dient, überhaupt was auf instagram zu posten. Ich tweete Bilder mittlerweile mehr, denn sie auf instagram zu posten. Irgendwie ist die instagram-Lust nicht so groß, was auch daran liegt, dass die Bilder nicht mehr chronologisch zu sehen sind und dass es mit der Werbung immer schlimmer wird. Nunja, sollte es jemals einen kostenpflichtigen instagram-Client geben, mit dem diese Probleme nicht mehr bestehen, werde ich ihn mir wohl sofort installieren.

Und für alle, die kein Instagram haben bzw. auf Instagram den Überblick verloren haben, wann ich welches Bild gepostet habe, hier alle Bilder von heute von 1 bis 123.

#1: Ich war bereits um kurz nach 8h00 wach, weil die Rolläden zu weit offen waren und es dadurch zu hell war im Zimmer. Aber nachdem ich die Rolläden zu’er gemacht hatte, konnte ich noch mal bis 10h00 schlafen und wache dann im ziemlich dusteren Zimmer auf.

#2: Der Blick in den Spiegel war etwas … speziell. Das Abschminken war gestern abend etwas zu kurz gekommen.

#3: Nachdem ich geduscht hatte, kontrollierte ich die Schulmaterialien vom Kind und glich es mit der Liste ab, die wir fürs am Montag beginnende Schuljahr bekommen haben.

#4: Auf dem Weg zum Friseur (für den midi-monsieur) und zum Materialkaufen wollten wir eine Waffel (und Bratwurst) frühstücken, aber, Schreck, der Waffel- und Bratwurststand ist weg. Wer macht den sowas? (Gab’s halt Kaffee bzw. Kindercappuccion und Schokocroissant.)

#5: Auf dem Weg zum Friseur lag ein Papierwarenladen, den ich gar nicht auf dem Schirm hatte. So konnten wir praktischerweise den Materialkauf noch schnell erledigen.

#6: Der midi-monsieur musste zur Schur.

#7: Ich hatte mir zwei neue Lippenstifte gegönnt. Einen davon musste ich gleich auftragen. Und dann musste ich beim Fotomachen mit dem komischen „Verschönerungs“-Filter der Kamera spielen. Nunja, ich finde mich ja nur bedingt fotogen, aber dann bitte ohne Filter.

#8: Als ich kurz einkaufen war und schon an der Kasse die ersten Artikel aufs Band legte, ging der Feueralarm los. Und so kam es, dass meine Einkäufe im Supermarkt waren und ich draußen (bis die Feuerwehr kam und unverrichteter Dinge wieder abzog).

#9: Auf dem Weg noch schnell ein Geschenk für die Geburtstags- und Einweihungsparty zu besorgen, gingen wir übern Bernemer Kerweplatz: Natürlich hängt de Lisbeth schon.

#10: Wir wollten nach Offenbach. Leider mit der S-Bahn, denn das Wetter war nicht ausreichend fahrradtauglich.

#10b: Hier fehlt ein Bild von mir und dem midi-monsieur auf einem Bahn-Rad, um den guten Kilometer zwischen S-Bahn-Station und Partylocation zu überbrücken. Aber auch besser, dass es nicht dokumentiert wurde, wie wir total unverantwortlich unterwegs waren (kein Helm, er hinten drauf).

#11: Die Gastgeber möchten Kunstrasen auf ihren riesen Balkon legen. Und weil mir die eine Kunstrasenprobe (jaha, da gibt es verschiedene Sorten wie Teneriffa oder Trendy) so gut gefiel, durfte ich sie als Handschmeichler behalten.

#12: Eine Gästin – NICHT ich – hatte Nussecken gebacken. Ja, die kann man natürlich das ganze Jahr über essen, aber diese kleine Variante assoziiere ich ja doch eher mit Weihnachtskeksen. Was mich natürlich nicht davon abhielt, drölf Millionen davon zu essen. Außerdem waren die Temperaturen ja auch nicht viel höher als die letzten Jahre zu Weihnachten.

#13: Ein Geschenk zur Einweihung war Einhornkotzedurchfalllikör. Nunja, ich mag ja so süßes sahniges Zeug nicht sonderlich. Es roch sehr nach Baileys und schmeckte auch so, wenn man sich nicht allzu viele Gedanken über die Farbe machte. Für einen kleinen Absacker ok.

Alle 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.

Runterfahren

Mir war schon klar, dass der midi-monsieur nicht die beste Laune haben würde nach der Übernachtung mit der Rugbymannschaft in einem Tipidorf. Nicht, weil es so schrecklich war, sondern weil klar war, dass es viele Eindrücke sein würden.

Und so war es auch: Als ich ihn abholte, war er extrem motzig. Alles war doof. Nie wieder wolle er ins Rugbycamp. Und überhaupt. Und Hunger hatte er auch. Gegen letzters konnte vor Ort was getan werden, aber es half nur bedingt. Ich wollte los, aber auch das war nicht richtig. Er wusste nicht, was er wollte. Und nachdem er mich mit jedem zweiten Satz angezickt hatte, musste ich ihn zu seinem Glück zwingen. Erster Deeskalationsschritt war geschafft.

Wir suchten das reservierte Car2Go, war auch schon half, dass er sich weiter entspannte. Bahnfahren hätte ihn nur gestresst.

Während der Autofahrt forderte ich ihn dann auf, mir ausschließlich das zu erzählen, was ihm an der Zeltübernachtung gut gefallen hatte. Ich wollte kein Gemecker und Gemotze hören.

Zu Hause ging es für ihn dann ohne Umwege in die Badewanne. Er machte sie sich voll und gab Schaumbad dazu und Entspannung bereitete sich in der Wohnung aus.

Nicht nur, weil es regnete, sondern vor allem weil er erstmal keine Interaktionen brauchte, blieben wir zu Hause und der midi-monsieur durfte fernsehen.

Und das tat ihm gut. Er war nicht mehr motzig. Irgendwann konnte er auch zugeben, dass er müde ist und so aßen wir früh zu Abend und um 19h00 schlief er entspannt ein.

Kladde

Gestern suchte ich was. Ein sehr spezielles Stück Tagebuch. Denn neben klassischen Tagebüchern, die ich lange geführt habe, habe ich ein lose Blattsammlung mit Briefen und Listen. Ich suchte sie an der vermuteten Stelle, wo sie nicht war. Dann suchte ich sie im erweiterten Umfeld. Da passierte es

Ich fand viele Dinge Erinnerungen, die ich nicht gesucht hatte, aber die anscheinend gefunden werden wollten.

Und während ich mich immer noch nicht daran traue, meine Tagebücher aus Pubertätszeiten zu lesen, musste ich die beiden Moleskine-Kladden unbedingt aufschlagen.

Die eine enthält tatsächlich sowas wie ein Tagebuch über den damals noch mini-monsieur. Ich habe doch seine ersten Worte aufgeschreiben. Und wann er das erste Mal frei gelaufen ist, habe ich auch dokumentiert. Ich war völlig überwältigt, das zu lesen. War ich doch der festen Überzeugung, dass ich das nicht getan hatte. Es hat mir bislang nicht gefehlt, aber jetzt, sieben Jahre später, finde ich es doch schön, dass ich es festgehalten habe.

Die andere Kladde ist noch älter: nämlich genau 10 Jahre. Und ich bin völlig geflasht von dem, was da drin steht. Ich habe sie gestern abend – fatalerweise – im Bett gelesen. Und wow, da stehen viele kluge Sätze drin. Sätze, die ich heute genauso schreiben würde. Sätze, die ich während der unguten Beziehung zum Kv öfters hätte lesen sollen. Vielleicht hätte ich mich dann nicht so verloren zwischendurch.

Es ist so viel passiert in diesem Jahrzehnt. Wahnsinn. Und klar habe ich mich weiterentwickelt, bin Mutter geworden, habe beruflich einiges durch, wurde geschieden und die Beziehung hat mich auch geprägt. Aber dass mir meine Gedanken von damals wieder bzw. immer noch so vertraut und nah sind, zeigt mir, dass ich wohl wieder „die alte B.“ bin.

Ein gutes Gefühl.

Verlässlichkeit

Gestern abend versuchte der midi-monsieur seinen Vater anzurufen. Es war ihm wichtig, weil gerade der Jetlag und damit das Vermissen besonders schlimm sind. Der Vater ging aber nicht ran bzw. rief nicht zurück. Traurig und frustriert ging das Kind schlafen. Wir besprachen, dass er es ja heute früher – direkt nach dem Rugbycamp – versuchen können. Am späten Nachmittag sind die Chancen vielleicht höher, dass er den Kv nicht bei irgendeinem Aperó stört.

Um dem Kind eine erneute Enttäuschung zu ersparen, schrieb ich dem Kv heute:

„Hallo, Dein Sohn möchte gerne mit Dir telefonieren. Ist es heute möglich?“
„Hallo. Ja.“
„Am Nachmittag? Nach 16h00?“
„Er kann anrufen, wann er will. Er muss nicht fragen, um mich anzurufen. Ich mussjetzt los zum Angeln.“
„Er hat es gestern versucht. Du hast nicht zurückgerufen. Er war ziemlich traurig.“
„? Das hatte ich nicht gesehen – gehört. Er hätte es nochmal versuchen sollen.“

Der Kv war also vorgewarnt, dass sein Sohn versuchen würde, ihn anzurufen. Heute. Am Nachmittag. Nach 16h00.

Um ca 16h15 ließ es der midi-monsieur bei seinem Vater klingeln (er ruft zurück, weil in seinem Handy-Vertrag unbegrenztes Telefonieren nach Deutschland inklusive ist). Und dann wartete er. Und ich hatte meinen toten Punkt und machte etwas Entspannung. Der midi-monsieur wartete immer noch. Und wartete. Bis um 17h38 der Kv endlich zurückrief. Für ganze 8 Minuten. Der Papa hätte nochmal was erledigen müssen, sie würden später telefonieren, erklärte mir der midi-monsieur.

Um 19h38 versuchte das Kind erneut den Vater anzuklingeln.

Jetzt um 21h50 liegt er – also der midi-monsieur – seit über einer halben Stunde im Bett. Ohne noch einmal mit dem Vater telefoniert zu haben.

Was verdammte Hacke ist so schwierig an einem Minimum an Verlässlichkeit?!

Haarig, farbig

Ich kann nicht sagen, dass ich gar keine Unterschiede bemerke, aber sie sind irgendwie „diffus“. Soll heißen, für mich nicht so wirklich greifbar. Aber vielleicht kann ich mich beim Schreiben dem annähern.

Ich bin von Natur aus blond. Ziemlich hellblond sogar. Und ich habe das Blond lange sehr gemocht. So sehr, dass ich mir regelmäßig (noch) hellere Strähnchen habe machen lassen. Die Länge der Haare war recht variabel – zwar nicht kürzer als Kinnlänge, aber auch schon deutlich über Schulterlänge. Was dabei immer war: Die Stirn war frei. Das kann man jetzt psychologisch deuten. Kann man aber auch lassen.

Der Wunsch nach bunten Haaren persistiert eigentlich in mir, seit ich mir mit 16 (oder war’s 17?) Jahren die Haare erstmals mit Midnight Blue getönt hatte. Damals war ich jung und eh als das „verrückte Huhn“ verschrien. Geschockt hat das wirklich keinen. Es hat sich auch – trotz recht sehr konservativem Gymnasium – nicht negativ auf das Verhalten mit mir oder gar auf meine Noten ausgewirkt. Auch für meine Eltern waren die blauen und die folgenden bunten Haare kein Thema.

Nach dem Blau kam Grün, Lila und Lila mit Grün. Und dann war mit meinem ersten langjährigen Freund Schluss, ich wechselte den Freundeskreis und war wieder blond (und brav, hahaha).

Mit 21 hatte ich nochmal eine kurze blaue Episode.

Während des zweiten also des Biochemie-Studiums dachte ich zwischenzeitlich darüber nach. Gepasst hätte es irgendwie, aber diese Studiumsphase war … ach … irgendwie speziell.

Dann fing ich meinen ersten Job an – in einem sehr konservativen Umfeld. Und ich glaube, dass mich das „wachgerüttelt“ hat: DAS war nicht ich. Ich bin nicht so konservativ. Der Wunsch nach blauen Haaren wuchs. Aber es war klar, dass ich mir das in meiner Position nicht erlauben konnte: Ich hatte einmal pinke Strähnen machen lassen (das Ergebnis war auch tatsächlich eher ein Unfall und ich war froh, dass die Farbe schnell ausfiel), die man deutlich sah. Das wurde von meiner damaligen Chefin auch entsprechend kommentiert. Mein Kompromiss danach waren drei bunte Strähnen unterm Deckhaar: tiefrot und blau.

Als ich schwanger war und der midi-monsieur noch klein, war so viel los, dass ich nicht über Farbe im Haar nachdenken konnte und wollte. Außerdem war ich ja noch bei meinem ersten Arbeitgeber. Die Haare waren langweilig lang und blond gesträhnt. Insgesamt ziemlich „normal“ und „angepasst“ (und das meine ich aus meiner Warte).

Beim Jobwechsel nach Hamburg dachte ich das erste Mal wieder über bunte Haare nach. Im beruflichen Umfeld hätte es vermutlich gepasst. Allerdings wäre es im Wohnumfeld nicht gut angekommen. Wir hatten eh schon unter einem Teil unserer Nachbarn zu leiden, da hätten bunte Haare noch mehr Öl ins Feuer gegossen und als wir etwas gesattelter waren, ging es zurück nach Frankfurt und in einen neuen Job und da wollte ich auch nicht direkt auffallen. Und dann kam halt die vielen Jobwechsel, die einfach keine Zeit ließen, über Haarfarbe nachzudenken.

Blaue Haare
Bei der letzten Kündigung und als klar war, dass ich mich selbstständig machen würde, war für mich klar, dass ich JETZT die Gelegenheit hätte, wieder blaue Haare zu tragen. Ich verabschiedete mich auch schon mit blauen Haaren von der Agentur.

Vielleicht war es ein Wagnis, mich mit blauen Haaren bei potentiellen Auftraggebern vorzustellen, aber ich habe NIE das Gefühl gehabt, dass die Haarfarbe ein Problem darstellte. Aber ich habe die Haare auch nie thematisiert (weder aktiv noch passiv): Sie waren halt blau und ich habe sie selbstbewusst getragen – mit einer ziemlichen „Es interessiert mich nicht, was ihr über mein Äußeres denkt“-Attitüde. Und ich denke auch, dass das das Relevante ist/ war. Klar waren sie hier und da Gesprächsstoff oder es diente als Eisbrecher. Aber sobald ich mich inhaltlich äußere, tritt die Haarfarbe in den Hintergrund.

Wobei ich mich natürlich über Komplimente zu den bunten Haaren sehr freue. Wenn es nur mit gefallen würde, würde ich durchaus darüber nachdenken, ob das wirklich das Wahre ist.

Im Privaten – also Freunde und nähere Bekannte – kam die Farbe gut an. Einige kannten mich ja schon mit bunten Haaren von früher. Andere kannten meinen Wunsch. Geschockt war niemand wirklich.

Wo es tendenziell schwierig war und vielleicht meiner Reputation nicht zuträglich war, war in neuen tendenziell konservativen Kreisen: Schule und Rugby-Club. Ich war den Leuten erstmal suspekt. Aber das war ein Ding der Erwachsenen. Die Kinder fanden es interessant und der midi-monsieur sagt, dass er niemals was Blödes deswegen gehört habe.

Auf Männer hatten die blauen Haare auch Wirkung: Entweder stößt sie total ab, oder Mann findet es schick, sich mit was „Außergewöhnlichem“ zu schmücken. Manche finden es interessant, denken aber letztlich „Meine Partnerin soll bittedanke nicht so rumlaufen“.

Was sich mit dem Blau stark geändert hat, ist der Haarschnitt: Ich trage Pony, Mittelscheitel und kann mir gerade nicht vorstellen, dass die Haar viel länger als ein Longbob sind.

Schwarz
Die Sache mit dem Schwarz war ein Kurzschluss. Ich konnte das Blau nicht mehr sehen. Aus tausend Ecken kamen Menschen mit bunten Haaren. Ja, die blauen Haare waren mir auf einmal zu gewöhnlich. Ich hatte schwarz allerdings als Haarfarbe für mich immer ausgeschlossen: zu hart, zu dunkel. Doch dann stand da ein Rest schwarzes Haarspray rum vom midi-monsieur’schen Harry-Potter-Kostüm und ich sprühte es mir kurzerhand auf die Haare und war … begeistert.

Das Schwarz war nicht so lange drauf, dass ich wirklich was zur Außenwirkung sagen kann. Im Vergleich zum Blau sieht es natürlich viel normaler aus. Was mich – mein zweiter Vorname ist Widerspruch – nicht stört. So war es in den beschriebenen „konservativen Kreisen“ war es auf einmal einfacher. Auch wenn sich wohl viele mittlerweile an des Blau gewöhnt hatten. Ansonsten habe ich viele Komplimente bekommen. Es gibt einige, die das Schwarz besser finden als das Blau. Und ich kann das verstehen. Am liebsten mag ich das Blau auch, wenn es frisch drauf ist. Je mehr es auswäscht, desto spezieller sieht es aus.

Das Problem ist allerdings, dass das Schwarz auch nicht sonderlich gut hält (vielleicht nur hielt) in meinen Haaren: Es blich schnell aus und ich hatte grüne Spitzen. Das war nicht schön. Auch die professionelle Färbung beim Friseur konnte das nicht verhindern.

Das war auch ein Grund, warum ich mir bei der letzten Tönung ein Violett, also was mit Rot, auf die Haare geschmiert habe. Die Haare sind jetzt ziemlich einheitlich – mal abgesehen vom blonden Ansatz, der das Violett voll angenommen hat – und bis in die Spitzen braun. Braun mit einem leichten Rot-Violett-Stich, aber letzten Endes sind sie braun.

Ziemlich braun irgendwie. Also die Haare.

A post shared by @littlebinf on Aug 3, 2017 at 11:01am PDT

Frau Wagnerwahn hat schon recht. Und so ist vermutlich auch meine Außenwirkung: brav, angepasst. Es gefällt. Und ich weiß auch, dass es nicht schlecht aussieht, aber irgendwie bin das nicht ich. Ich finde es langweilig.

Aber vielleicht hält ja jetzt das Schwarz wieder besser, wenn die widerspenstigen Spitzen gezähmt sind.

Jetlag

Natürlich war mir – so rein vom Verstand – klar, dass der Übergang vom (zu) langen Kv-Aufenthalt wieder in den schnöden Alltag mit mir nicht so easy-peasy sein wird. Und war es nach den letzten Papa-Zeiten neben den sehr weit interpretierten Ferienschlafzeiten eher das Papa-Vermissen, das uns zu schaffen machte, ist es wohl diesmal die (zu) lange Trennung von mir.

Und ich stecke in einem Dilemma. Ich bin die Tochter meines Vaters eine latente Eremitin und gewöhne mich schnell an den Zustand des Alleinseins – vor allen Dingen daran, dass nicht dauerhaft jemand an mir rumzusselt. Ich habe ein durchaus sehr innige Beziehung zum midi-monsieur. Und ich finde das auch gut so. Aber ich bin auch froh, dass der midi-monsieur immer selbstständiger wird und so haben wir in unserem Alltag eine – für uns beide – gute Mischung zwischen (körperlicher) Nähe und Eigenständigkeit.

Nun also sucht der midi-monsieur Nähe, viel Nähe. Und ich will, dass UNSER Alltag einfach wieder so funktioniert, wie er vor der Papa-Zeit funktioniert hat.

Und dadurch, dass diese beiden Pole an mir zerren, hänge ich zwischen dem „Druck“, meinem Kind – so wie es sich für eine erwachsene Mutter gehört – zu geben, was er will/ braucht, und meinem Wunsch bzw. Bedürfnis, authentisch zu bleiben. Dieses Kind hat so empfindliche Antennen, dass er sicherlich spürt, wenn ich etwas nicht aus mir heraus mache. Aber ich will auch nicht, dass er seine Bedürfnisse zurücksteckt.

Wir müssen wohl beide wieder im Alltag ankommen.