Fix und fertig

Mit viel Glück habe ich heute Nacht 3 Stunden geschlafen. Dazu noch die Seuche. Das waren keine guten Voraussetzungen, um 3 Stunden mit dem Zug nach Leipzig zu gondeln, 4 Stunden vor Ort zu sein und 3 Stunden zurückzufahren.

Und weil ich auf der Hinfahrt nicht schlafen konnte, passierte, was passieren musste, als im Saal das Licht für die Vorträge gedimmt wurde: Ich hatte größte Mühe, mich wach zu halten. Aber dank Fotografieren und Mitschreiben schaffte ich es, halbwegs konzentriert der Veranstaltung zu folgen.

Zurück döste ich ein wenig, damit ich ansatzweise wach bin, um einen halbwegs guten Eindruck bei meinem Abholservice zu machen und auch, um das Kind an der richtigen Stelle einzusammeln.

Jetzt liege ich müde, aber entspannt auf dem Sofa und möchte den Abend noch nicht loslassen.

Es wird…

… aber es wird halt immer. Irgendwie wird es. Und meistens tatsächlich ja gut. Oder in die richtige Richtung*.

Doch, hier wird auch einiges…

… die Kekse werden (4 Sorten sind fertig, 3 Teige gekühlt, 6 warten noch auf Zubereitung), vielleicht bekomme ich auch bald Vorfreude auf den Adventskaffee**
… ich werde und bin entspannter (auch wenn ich gerade total müde bin, weil ich, wenn ich auf dem Sofa einschlafe, nicht ausreichend Nachtschlaf bekomme)
… der Hibiskus bekommt wieder Blätter
… die Arbeit wird langsam weniger (auch wenn diese Woche noch sehr sportlich ist und ich mein Monatssoll bereits mehr als 1,5fach erfüllt habe)
… der midi-monsieur wird wieder der „alte“ (also findet seine Spur wieder, hat seine Einstellung zur Schule geändert)
… geplante Veränderungen nehmen Formen an
… allgemeine Adventsvorbereitungen (Deko, Kalender) sind noch nicht geworden – naja, morgen ist auch noch ein Novembertag

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* Im Zweifel muss man halt auch mal den Blickwinkel ändern 😉
** Doch ich freue mich, ich hatte nur bislang keine Zeit, mich wirklich darauf zu freuen

Tag halt

Der erhöhte Oxytocinspiegel war sehr hilfreich beim heutigen Gespräch mit der Schulleitung. Wir – also die stellvertretende Elternbeirätin und ich – waren sachlich, unaufgeregt und brachten alle unsere Punkte vor. Es wird sich viel für die Kinder verändern, aber es kann dabei eigentlich nur besser werden. Immerhin.

Gearbeitet habe ich heute nur halbherzig. Der Druck, den ich die letzten zwei Wochen hatte, ist zum Glück weg. Und bei zwei Veranstaltungen in einer Woche und einem bereits seit letzter Woche erfülltem Monatssoll darf ich mir das auch erlauben.

Dass der midi-monsieur heute noch einmal Rugby schwänzen wollte, war für mich in Ordnung. Auch das nimmt Druck raus.

Zu Abend gab es Wunschessen vom Kind: Pü mit Spinat (ohne Blubb!) und Fischstäbchen.

Während der midi-monsieur mit dem Kv telefonierte, schlief ich auf dem Sofa ein. Interessant war, dass mir beim Wegdämmern auf einmal total schlecht wurde – so als hätte ich Alkohol getrunken. Hatte ich aber nicht.

Als ich wach wurde und das Kind aufhörte zu telefonieren, klingelte es an der Tür und meine Mutter, also Oma kam an. Die uns besucht und praktischerweise das Kind hütet, während ich in Berlin bin.

Mehr Tag war heute nicht.

Stimmungskiller

Ich hätte ja nicht gedacht, dass der heutige 4-Stunden-Termin vollumfänglich ausgenutzt würde. Ich meine: vier Stunden Präsentation?! Wer hält denn sowas durch?!

Naja, irgendwie hatte ich ja trotzdem recht: Wir machten eine halbe Stunde früher Schluss. Aber nicht, weil wir die Zeit hinten raus nicht mehr brauchten, sondern weil die Präsentation durch ein Zwischenfeedback jäh unterbrochen wurde. (Vermutlich hätten wir mit dem Rest der Prästentation auch noch überzogen.)

DAS habe ich noch nie erlebt.

Und der Grund war nicht, dass die Präsentation schlecht war*. Es lag daran, dass es ein Briefing gab. Und ein Re-Briefing. Und Gespräche mit dem direkten Ansprechpartner. Dabei wurden auch erste Erkenntnisse unsererseits besprochen, um sicher zu gehen, dass wir nicht auf einem Holzweg sind.

Und es lag daran, dass es einen Teilnehmer des heutigen Präsentationstermin gab, der zu KEINEM Zeitpunkt in den Prozess involviert war. Er hatte etwas ganz anderes erwartet** und dann halt keine Lust mehr auf den Rest. Das restliche Auditorium enthielt sich im Groben einer eigenen Meinung.***

Auf der Rückfahrt redeten wir uns die Köpfe heiß, schwankten zwischen Wut, Genervtheit und Zynismus.

Und sicherlich wäre das eine tolle Stimmung gewesen, mit der ich morgen früh in das Gespräch mit der Schulleitung gegangen wäre.

Aber zum Glück brachten ein Vorleserunde mit dem midi-monsieur und abendlicher Besuch diesem Zustand ein Ende.

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* Sie war recht lang und MIR an manchen Stellen etwas langweilig. Was aber daran lag, dass ich Teile der Präsentation schon zu oft gehört hatte.

** Etwas, dass unserer Meinung nach mit dem Produkt und der sehr speziellen Zielgruppe gar nicht funktioniert.

*** Natürlich nicht vollständig, aber so ganz frei war es halt nicht. Erfreulich war allerdings, dass wenigstens einer bestätigte, dass die Präsentation letztlich das Briefing recht gut träfe.

Motivation

Jetzt wo ich merke, wieviel Motivation in mir steckt und mich pusht, wird mir erst richtig bewusst, wie wenig Motivation ich vor allem im August und September hatte. Auch der Oktober war nicht gut, aber das lag an anderen Dingen. Da saß ich eher wie das Kaninchen vor der Schlange und war kurz davor mich fressen zu lassen. Aber ich wäre wohl nicht ich, wenn ich nicht doch das Bunnykostüm angestriffen hätte. So puschelig und gemütlich irgendwo rumzuhocken, ist einfach nicht meins. Daher kam es auch zu einem Entschluss:

Seitdem habe ich hier und da viel angeleiert: Ein paar unangenehme Gespräche geführt, mich ein bisschen geschämt, aber dann Beschlüsse gefasst, mich gekümmert. Und ich merke, wie gut mir das tut. Wie gut es mir tut, etwas zu bewegen. Etwas zu verändern. Ich könnte noch mehr verändern. Aber vielleicht ist es gut, dass ich es wegen des midi-monsieurs bedachter angehen und auch mehr Kompromisse finden muss. Aber ich sehe, dass auch in diesem Rahmen, der ja letztlich nicht so eng ist, viel möglich ist. Warum also immer radikal sein.

Womöglich würde mich das mehr Kraft kosten, als mir die Motivation bringt.

Vereinbarungsfalle in der Komfortzone

Diese Woche hatte es in sich: Das Arbeitspensum war extrem hoch. Sämtliche Projekte hatten sich in diese Woche kumuliert. Und natürlich alles schreibintensive Projekte. Wenn schon, denn schon.

Wäre ich allein, hätte ich vermutlich gearbeitet, gearbeitet, gegessen, gearbeitet gearbeitet, geschlafen und damit einen ziemlich speziellen Tagesrhythmus entwickelt.

Aber da gibt es den midi-monsieur, der morgens früh raus muss, der an zwei Tagen nicht in den Hort geht, der Termine und Hobbies hat, der diese Woche ziemlich angeschlagen war und so an zwei Tagen (die eigentlich Horttage sind) zu Hause blieb wegen Seuche.

Das machte die Woche nicht einfacher. So gar nicht. Und Vereinbarkeit war nicht wirklich möglich. Der midi-monsieur musste sich viel selbst beschäftigen. Er beschwerte sich auch, dass ich so viel arbeite.

Darüber dachte ich nach. Ja, es war viel. Aber nicht wirklich mehr als bei einer Vollzeitanstellung. Nur etwas anders, weil ich nicht linear 9to5 arbeite(n kann), weil Schreiben halt Zeit und Muße braucht und ich bei einem Themenwechsel auch immer mal Pause machen muss.

Dass es dem Kind so viel vorkam, lag sicherlich zum einen daran, dass ich zu Hause arbeite und zum anderen dass er auch mehr zu Hause war (als sonst schon).

Aber eigentlich sind wir in einer ganz komfortabelen Situation. Für mich, weil ich keine Arbeitswege und so Zeitverluste habe und auch weil ich dadurch keine begrenzten Zeitfenster* habe. Aber auch für das Kind, denn wäre ich irgendwo festangestellt tätig, müsste er deutlich häufiger in den Hort und manche Hobbies wären nur schlecht zu organisieren.

Und trotzdem kann ich sein Gefühl verstehen. Aber ich sehe kaum Möglichkeiten, wie ich in solchen Situationen nicht in eine Vereinbarkeitsfalle tappe.

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* Also definierte Arbeitszeiten, innerhalb derer ich kreativ sein muss. (Hat natürlich auch den Nachteil, dass ich „ständig“ gedanklich bei der Arbeit bin. Aber ich rechne ja nach Stunden ab.)