Glück im Unglück

Derzeit sind in unserer Wohnung die Rollläden so viel wie möglich unten. Ich finde es ein bisschen schade, das gute Wetter „auszusprerren“, aber nur so bleibt die Temperatur erträglich. Und zum Glück haben wir Rollläden.

Letztens ist schon der RB am nur halbhoch gezogenen Rollladen der einen Balkontür hängengeblieben und hat sich ordentlich den Kopf gestoßen. Da dachte ich noch so bei mir und vielleicht habe ich auch laut gedacht: „Rollläden ausreichend hochziehen hilft.“

Ziemlich sicher habe ich das laut gedacht, denn dann folgt ja die Rechnung direkt und doppelt. Heute trudelte sie ein:

Ich wollte den Tisch auf dem Balkon decken und war schon mit den Tellern in der Hand unter dem einen Balkontürrollladen durchgetaucht (anstatt den Rollladen erstmal ganz hochzuziehen). Um weitere Sachen zu holen, drehte ich mich schwungvoll um und wollte wieder rein, doch da wurde ich jäh abgebremst: von dieser fiesen Rollladenkante, die sich genau auf Augenhöhe befand.

Es machte einen ordentlichen Rumms, ich wurde etwas zurückgeworfen und hielt mir augenblicklich die Nase vor Schmerzen.

Ich tauchte „fackfackfack“ fluchend unter dem natürlich immer noch nur halbhohen Rollladen durch, eilte in die Küche, bemerkte, dass ich blutete, suchte ein Tuch und wies den RB an, mir was Kühlendes zu reichen.

Das Taschentuch und das Coolpack auf die Nase drückend ging ich ins Bad: Ein ordentlicher Cut war auf dem Nasenrücken zu sehen.

Zum Glück blutete ich nicht AUS der Nase. Und während ich noch überlegte, ob der Cut genäht oder wenigstens geklebt werden sollte, war klar, dass die Nase nicht gebrochen war. Großes Glück!

Ich kühlte erstmal und sah, dass die Blutung recht schnell stoppte. Nein, da muss nichts genäht werden.

Ohne Brille frühstückte ich mit dem RB, denn etwas flau und schwummerig war mir schon.

Dann suchte ich meine Brille und sah, …

… dass die Brille ganz schön was angefangen hatte.

Ohne wäre die Nase wohl durch gewesen und glücklicherweise ist ja eh schon ein neues Mittelteil (und linker Bügel) bestellt.

So ganz wohl war mir aber nicht. Ich nahm ein Ibu und legte mich hin, nachdem ich mit dem RB geklärt hatte, dass er den midi-monsieur abholen würde. Große Glück, dass ich dafür nicht funktionieren musste.

Nach etwas Schlaf sah alles am Abend nicht mehr ganz so wild aus.

Cut ist zu, Schwellung geht bestimmt auch zurück

Nichts tun

Nach der gestrigen Radtour fragte ich vorsichtig den RB, was er den heute machen wolle. „Nichts, einfach die Seele baumeln lassen“, lautete seine Antwort. Zum Glück waren wir uns einig, dass Nichtstun sehr gut draußen geht.

Und so fuhren wir – mit dem Auto (!!!) – los und suchten Nichts.

Zum Beispiel am Pointe du Millier (nur ein bisschen zu laufen)

… auch am Pointe du Van war nichts zu tun (außer gucken) …

… dann hatten wir nichts mehr im Magen und fanden im Nichts die wohl beste Crêperie des Finistères.

Boah, war das lecker.

Dann wollten wir aber wirklich nichts mehr machen und fuhren zurück. (Und gingen wichtige französische Lebensmittel einkaufen, Kaffee, Cidre und Bier trinken, Souveniers* kaufen und dann abends noch seeehr lecker** essen.)

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* u.a. bretonischen Gin

** und ich konnte auf meiner bretonische Essens-Bucket-Liste – Galette, Moules Frites und Sardinen – den letzten offenen Punkt abhaken.

Geheilt

Es war 2003. Da war ich wegen eines nicht so schönen Ereignisses in Frankfurt: Der Vater einer Freundin wurde beerdigt. Ich war schon am Abend vorher angereist, nächtigte bei der Besten. Die Freundin kam auch dazu, um sich bei einem Gläschen Wein mit uns abzulenken. Es war Rosé. Keine Ahnung mehr was für einer, aber vermutlich nicht unbedingt irgendein Fusel. Und viel tranken wir auch nicht. Wir mussten und wollten ja am nächsten Tag fit sein. Trotzdem musste ich mich in der Nacht übergeben. Und auch bei der Beerdigung selbst war mir auch noch sehr kodderig. Nein, nicht verkatert.

Dann ergab sich lange nicht, dass ich Rosé-Wein trinken musstedurftekonnte. War auch nicht schlimm: Rot- und Weißwein reichen ja aus.

Doch als ich wieder Rosé trank, war mir danach wieder nicht gut. Sollte ich Rosé einfach nicht vertragen? Warum auch immer? Denn eigentlich macht das keinen Sinn, da ich ja sowohl Weiß- als auch Rotwein vertrage. Komische Sache.

Aber ich hatte nun Rosé mit Unwohlsein verknüpft und mache seitdem einen Bogen um den Rotwein im SchafsWolfsWeißweinpelz. Der RB war schon enttäuscht, dass er mit mir nicht seine Lieblingsweine teilen musskanndarf.

Doch seit heute hat sich mir dieser Teil der Weinwelt wiedereröffnet: Beim Aperó bei einer der Besten gab es einen Rosé-Crémant, den ich aber nur bewusst als Crément trank, dabei aber das Rosé-Feature völlig ignorierte.

Rosé-Crémant an Maiglöckchen

Und vermutlich wäre mir auch immer noch nicht bewusst, dass ich Rosé getrunken hatte, wenn der RB nicht nachfragt hätte, ob das mein Glas und sozusagen mein Rosé in dem Glas gewesen sei auf dem Foto.

Tjanun, Santé, würde ich sagen, und à la mienne.

PuffPuffPuff

So einmal im Monat kann ich ja schon ein Rezept veröffentlichen, ohne dass ich gleich ein Foodblog betreibe* 😉 Irgendwo im Internet habe ich zwar schon mal das Rezept gepostet, aber hier im Blog ist es dann doch besser wiederzufinden und überhaupt brauche ich ja Content.

Der erste Versuch war aus der Not geboren. Wir hatten Spaghetti übrig und ich wollte nicht zum drölfzigsten Mal Bratnudeln mit Ei (und Ketchup) machen. Gut, so viel anders ist es auch nicht, aber sie sehen anders aus, die …

… Spaghetti-Puffer.

Tomatensalat passt prima dazu.

Zutaten
ca. 400-500 g Spaghetti (Einwage vor dem Kochen, für die Puffer müssen sie gekocht werden)
4 Eier
75 g Speckwürfel
Salz, Muskat (frisch gerieben), Pfeffer
geriebenen Käse nach Belieben (Ich nahm etwas 2 Hände voll)

Zubereitung
1. Eier mit Gewürzen verkleppern
2. Spagehetti kleingeschnitten (geht gut mit einer Schere) mit Ei vermischen
3. Speck und geriebenen Käse zugeben
4. alles vermischen
5. in einer nicht zu heißen Pfanne wie Puffer ausbacken

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* betreiben? Oder führt eine ein Blog? Oder befülle ich es ganz einfach nur?

2017-F&A

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
8.

Zugenommen oder abgenommen?
Etwas ab.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger.

Der hirnrissigste Plan?
Von außen betrachtet habe ich vielleicht einige „hirnrissige“ Aktionen gebracht. So von innen heraus war das alles völlig entspannt.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich neige immer noch nicht zu gefährlichen Unternehmungen.

Der beste Sex?
Generell oder des Jahres?

Die teuerste Anschaffung?
Neues Laptop.

Das leckerste Essen?
Grie Soß geht ja immer. Mit Gegrilltem ist es schon ziemlich lecker.

Das beeindruckenste Buch?
Mit Rechten reden.

Der ergreifendste Film?
Beeindruckt haben mich „Die göttliche Ordnung“ und „Erfindung der Wahrheit“.

Die beste CD?
Straight Ahead von The Busters.

Das schönste Konzert?
New Model Army (Depeche Mode, Pet Shop Boys, Toten Hosen und The Busters waren auch gut)

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem mini-monsieur – wem sonst?!

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… mir.

Vorherrschendes Gefühl 2017?
Hihi. Das fühlt sich alles ganz gut an.

2017 zum ersten Mal getan?
Haare schwarz gefärbt. Einen Freizeitpark besucht. Auf einer Buchpremiere gewesen.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Gestrickt. Übernacht-Businesstrip.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Zahndrama
– kein Urlaub
– Finanzdrama im Oktober

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Hier läuft was gewaltig schief und das kann nicht so bleiben. (Prozess läuft noch.)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dasein und Einsatz. Besuch im EuropaPark.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zeit und Unterstützung.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Mama, wir wollen für Dich kochen. Denn sonst machst Du das ja immer für uns.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Das mögen bitte andere beurteilen.

Mehr Kohle oder weniger?
Weniger

Besseren Job oder schlechteren?
Die Selbstständigkeit ist immer noch der bessere Job. (Neue/ weitere Auftraggeber wären toll.)

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erfahrungen und Erkenntnisse, neue Freund*innen.

Mehr bewegt oder weniger?
Wie auch letztes Jahr: mich, andere, eingeschlafene Prozesse.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Nichts Ernsteres.

Davon war für Dich die Schlimmste?
nichts.

Dein Wort des Jahres?
Pussyhat.

Dein Unwort des Jahres?
Alles was mit Schule zu tun hat.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich habe immer noch keinen Lieblingsblog. Dieses Jahr neu im Feedreader: Mlle ReadOn und Frollein Polly.

2017 war mit einem Wort…?
postitiv spannend und aufschlussreich. (Sorry, ein Wort reicht nicht.)

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Dass die Dinge so weitergehen. Dass der midi-monsieur sich weiter so gut entwickelt. Dass ich noch einen oder zwei neue Auftraggeber bekomme.

Damals: 2016, 2015, 2014, 2013

Nicht wohl

Mir ist nicht wohl. Ich bin durch. Ich brauche Urlaub. Ich zähle die Tage, bis der midi-monsieur mit dem Kv nach Frankreich fahren wird. Auch damit fühle ich mich nicht ganz wohl, also mit dem Zählen. Aber ich freue mich darauf, schlafen zu können. Es ist so nötig. Ich bin so durch. So schade ich es immer wieder finde, keine Freizeit mit dem Kind zu haben, so wenig kann ich mir gerade vorstellen, ihn über Feiertage und v.a. zwischen den Jahren ohne Hort zu bespaßen. Ist das schäbig? Bin ich keine gute Mutter? Keine Ahnung. Ich bin gerade vor allen Dingen ein Mensch am Limit der Belastbarkeit und froh, dass ich die Aussicht auf Erholung habe.

Noch zweieinhalb Tage.

Unentschieden

Heute war ich mal wieder beim Zahnarzt. Denn die Lücke, die nun seit einem Jahr und knapp 11 Monaten besteht, muss endlich mal geschlossen werden. Das ist keine einfache Entscheidung, nachdem die beiden Versuche Implantate zu setzen, missglückten.

Und bis zur Zahnreinigung war ich auch noch der festen Überzeugung, dass ich eine Teilprothese möchte. Mir widerstrebte der Gedanke, dass für den einen Brückenanker ein völlig gesunder Zahn beschliffen werden sollte. Zudem ist mir die Lücke, die überbrückt werden muss, auch nicht ganz geheuer. Sprich: Sie ist recht groß und ich misstraue der Statik und Physik an der Stelle.

Allerdings war mir nicht ganz klar, was eine Teilprothese wirklich bedeutet. Das erklärte mir dann die Prophylaxeassistentin. Ich wurde unsicher. Dann zog sie auch noch einen Trumpf: „Frau B., Sie sind doch noch so jung. Sie wollen doch nicht wirklich schon mit 40 so ein fieses Ding im Mund haben.“ Dann fräste und sandstrahlte sie meine Zähne und ich dachte nach.

Nachdem sie mit ihrem Werk fertig war, bat ich, nochmal mit dem Zahnarzt zu sprechen. Er sollte mir nochmal Vor- und Nachteile beider Optionen darlegen. Und mir konkret zu etwas raten. Ich machte noch einmal mein Misstrauen klar, wofür er Verständnis zeigte. Er darf sich nun mit einem Abguss meines Gebiss Gedanken machen und mit „seinem“ Zahntechniker beraten, ob eine Brücke wirklich die bessere Option ist.

Entschieden ist noch nichts.