Ordnung

Frau Novemberregen twittert vom Ausmisten und ich fühle mich auf zwei Ebenen ertappt: Zum einen hat sie was für den midi-monsieur ausgemistet und zum anderen erinnert mich das schmerzlich daran, dass ich auch unbedingt und ganz dringend auch ausmisten möchte. Ersteres hat sich voraussichtlich bald erledigt.

Zweiteres hängt an einem logistischen Großaufwand. Denn um auszumisten brauche ich Platz. Platz, den ich derzeit – rein von der Grundfläche – im Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer habe. Denn vor dem Ausmisten „muss“ ich flächig zurümpeln. So für den Überblick. Allerdings möchte ich keins dieser Zimmer zurümpeln.

Das müsste ich auch nicht, wenn ich endlich mal das Vorhaben, dass ich schon im Sommer hatte, umsetzen würde. Es sollen nämlich mal wieder Zimmer getauscht werden. Der midi-monsieur zieht dann in mein Zimmer (das eh mal sein Zimmer war), ich ziehe ins Gästezimmer (was auch schon mal mein Zimmer war) und das Gästezimmer kommt dahin, wo derzeit das Kinderzimmer ist.

Dann hätte ich im Gästezimmer auch genug Platz, um es zuzurümpeln mit dem Zeug zum Ausmisten.

Kürchen

So ging es mir vor zehn Tagen und es war ziemlich unerträglich. Der Akku war leer. Sicherlich müsste ich auch endlich mal richtigen Urlaub machen, aber … ach .. selbst und ständig. Und so kurzfristig ging es eh nicht.

Nach dem Rat von Inkanina und mit meinem zusammengekratzen Wissen beschloss ich, dass ich mal endlich wieder das Vitamin D nehme, dass ich ja seit fast zwei Jahren mehr oder weniger regelmäßig nehme. Dazu habe ich mir dann noch Vitamin-B12 (mit Zink) und – viele jemals schwanger gewesenen Frauen werden nun verständnislos den Kopf schütteln – Floradix Kräuterblut besorgt. Herrje, das war vielleicht ein Gedöns im Reformhaus. Seit der Schwangerschaft mit dem midi-monsieur hat sich auch in diesem Marktsegment einiges getan und so gibt es nun – gefühlt – 100 Kräuterblutvarianten. Ich habe micht trotzdem für den Klassiker entschieden.

Das alles nehme ich seitdem mehr oder weniger regelmäßig. Und ja, ich würde durchaus behaupten, dass es mir mittlerweile deutlich besser geht. Müde bin ich immer noch, aber das könnte auch durchaus daran liegen, dass ich etwas wenig schlafe.

Naja, mal sehen, was die Ärztin im Dezember beim Check-Up sagt.

Erstes Mal

Weil ich ja etwas bescheuert bin und diese Rugby-Sache so toll finde – also den Sport als solches und im Besonderen für den midi-monsieur – hatte es mich letztens geritten, als ich letztens via instagram auf ein – wie ich finde – cooles Gimmick aufmerksam gemacht wurde. Zu bestellen in den USA. Meine erste USA-Bestellung überhaupt. Da sich die „shipping“-Kosten in Grenzen hielten und ich obendrein noch was umsonst bekam, musste ich das einfach mal machen.

Gestern hatte ich dann Post vom Zollamt im Briefkasten (heute nochmal, aber das ist eine andere und deutlich unschönere Geschichte). Und weil ich nach meinem Ausflug in die Landeshauptstadt früher wieder da war als geplant und das Wetter super war, beschloss ich, mich direkt darum zu kümmern. Ich las alles genau, druckte noch die Rechnung für die Bestellung aus, machte noch ein paar andere Dinge fertig, die ich auf dem Weg regeln wollte und düste los. Kurzer Stopp bei der Post, Geld abheben und ein Paket aufgeben (dank PostBox kurz und schmerzlos). Auf das Auslösen des Pakets vom KV an sich, adressiert aber an das Kind, verzichtete ich erstmal, weil die Schlange so lang war.

Weit war es zum Zollamt nicht und bei dem schönen Wetter machte das Hinradeln auch Spaß. Es ist auch gut ausgeschildert, sodass ich es kaum verfehlen konnte.

Zuerst ging ich ins angegebene Büro. Da wartete ein durchaus hübscher Zollbeamte* darauf, mir mein Päckchen auszuhändigen. Er war wohl dankbar, dass ich alle Unterlagen ordnungsgemäß bereit hatte und auch wusste, was in dem Paket ist. Während er ausrechnete, wieviel ich noch an Einfuhrzoll zahlen müsste, durfte ich in das Päckchen gucken. Ohne Päckchen, aber mit Einfuhrabgabenbescheid musste ich dann zur Zahlungsstelle.

Dann musste ich mit dem gestempelten Bescheid wieder zurück, vorzeigen und durfte meine Beute mitnehmen.

Mir gefällt’s.

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* Sein Name steht auf dem Bescheid. Hm…

Lemming

Ich mag ja bunte, also lackierte Nägel. Allerdings sind zur Zeit nur meine ﹰFußnägel lackiert – trotz Sockensaison. Die Fingernägel sind so bröselig und schilfern ab, dass ich das Gefühl habe, meinen Nägel, also dem eigentlich toten Material, nichts Gutes zu tun, würde ich sie lackieren.

Aber weil ich Nagellack durchaus toll finde und das Lackieren selbst ja auch was Meditatives hat, musste ich meiner – gefühlt kompletten – Twitter-Timeline lemming’esk folgen und mir einen essie-Adventskalender bestellen.*

Bis der Adventskalender beginnt, päppel ich die Nägel mit „grow stronger“ auf.

Und weil ich gerade beim Bestellen war, wanderten auch gleich Babyfüße** mit in den virtuellen Warenkorb. Da bin ich ja auch nur darauf gekommen, weil ich Frau Brüllen gelemmingt habe.

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* Na, wer hat gedacht, ich hätte mir auch Gelnägel machen lassen?!

** Diesmal total progressiv nicht das rote Original.

Friseur

Doch, ich bin durchaus sehr zufrieden mit meiner Frisur (ja, Frisur, ich habe mich trotz Titel nicht verschrieben). Zumindest seitdem ich mich endlich zu Pony und Bob entschieden habe. Ich glaube fast ein bisschen, dass das auch in Blond gut aussähe. Aber noch fühle ich mich dunkel authentischer.

Womit ich bis vor kurzem auch sehr zufrieden war: Ich hatte endlich eine Stammfriseurin gefunden. In dem Friseursalon, in den ich gehe, seitdem wir wieder in Frankfurt wohnen. Also fast 4 Jahre. Anfangs war ich beim Chef. Aber der Chef und ich waren nicht so auf einer Wellenlänge. Durch Zufall kam ich irgendwann an eine der anderen Friseurinnen im Salon und wir kamen gut miteinander aus. Sie hatte tolle Ideen was meine blaue Phase anbelangt.

Irgendwann im letzten Jahr wollte ich einen neuen Termin bei ihr machen, da hieß es: „Die arbeitet hier nicht mehr.“ Ähm, ja. Okay. Und nun? Es bot sich die Neue an. Da ich nicht wieder zum Chef wollte, aber mich in dem Laden hinsichtlich meiner bunten Haare gut aufgehoben fühlte, sagte ich ja.

Das war eine gute Entscheidung. Denn sie war diejenige, die mir den Pony schnitt und auch dazu riet (der Chef wollte das nie). Sie macht stets die Haare schön blau und wir freuten uns immer, wenn wir uns sahen. Sie konnte auch gut nachvollziehen, als ich das Schwarz von jetzt auf gleich selbst draufmachen musst und leider nicht auf einen Termin warten konnte.

Letzte Woche wollte ich, nachdem ich in den letzten Monaten, außer Spitzenschneiden, Friseur-Sommerpause gemacht hatte, endlich mal wieder dem Gestrüpp auf meinem Kopf beikommen. Mittlerweile waren sie ja schon wieder so lang, dass ich sie zum Zopf binden konnte. Ich ging am Laden vorbei und da hieß es: „Die arbeitet hier nicht mehr ist krank.“ Naja gut, auf eine Woche mehr oder weniger kommt es ja nicht an. Aber nein, sie fällt wohl länger aus. Mist. Mehr aus Notwenigkeit machte ich einen Termin bei dem neuen Friseur aus.

Heute war es dann so weit: Ich war nur zum Schneiden da. Zum einen, weil ich das Schwarz vor noch nicht allzu langer Zeit selbst erneuert habe, zum anderen, weil ich keine Zeit und Lust hatte, heute drei Stunden beim Friseur abzuhängen.

Aber das Schneiden hat er gut gemacht. Sehr gut sogar. Ich will nicht sagen, dass er es besser gemacht hat als „meine“ Friseurin, aber ich bin sehr zufrieden. Etwas irritiert war ich zwar, dass er mich siezte. Aber gut. Ich kam auch erst später drauf, dass Du anzubieten. Was er auch gut gemacht hat: Meine Färbetechnik zu analysieren. Er hat ziemlich gut erkannt, was ich beim letzten Mal gemacht habe, und gab mir den Tipp, dass meine naturblonden Haare auf Dauer keine Färbung brauchen, sondern dass bei mir eine Intensiv-Tönung ausreichen würde. Das wäre auch „gesünder“ (soweit man das bei totem Material sagen kann) für meine Haare.

Das probiere ich dann wohl beim nächsten Mal aus.

Laune

Heute hatte ich zumindest bis zum späten Nachmittag unterirdische Laune. Ich hatte einfach schlecht geschlafen, weil der midi-monsieur um 1h30, 3h00 und 4h30 was von mir wollte bzw. mich wach gemacht hat. Am Ende war ich so genervt, dass ich aus meinem Bett, in dem das Kind mittlerweile lag, ausgezogen bin und die restliche Nacht im Kinderbett verbracht habe.

Am Morgen regte ich mich immer noch über die Fütterungsaktion vom Kv von gestern auf. (Aber dieses ganze Konglomerat ist einen eigenen Post wert.) Ich arbeitete und dann musste ich raus.

Und ich musste kompensieren. Und tatsächlich habe ich – mache ich seltenst – mit Konsum kompensiert: Ich habe mir neue Schuhe, endlich mal wieder gut sitzende BHs und einen knallroten Lippenstift gegönnt.

Danach ging es mir tatsächlich besser. Ich war sogar bereit, ein gesundes Abendessen für alle Beteiligten zu kochen und ging zwischendurch sogar ohne größere Dramen die Hausaufgaben mit dem midi-monsieur durch.

Nach einem kurzen Powernapp habe ich den restlichen Abend mit der Suche nach schönen Dingen im Internet verbracht.

Kim-Jörg Un ist erfolgreich exzorziert worden. Ich bin wieder frohen Mutes.