WGE

Seit ein paar Tagen stehen hier schon die Zutaten für eine neue Eiskreation. Ich mag ja Eis mit Nussgeschmack. Mein absoluter Favorit: Pistazieneis. Für mich auch der Indikator schlechthin, ob eine Eisdiele gut ist oder nicht. Irgendwann wage ich mich auch mal an Pistazieneis.

Heute wurde es aber erstmal Walnuss-Granatapfel-Eis:

Zutaten
2 Eier
135g Rohrucker (geht vermutlich auch mit Kristallzucker)
1 Be Mascarpone (250g)
1 Be Schlagsahne (200g)
130g Walnusskerne (mit der Hand zerkleinert)
2 EL Ahornsirup
2 EL heißes Wasser
60 cl Granatapfelsirup

Zubereitung
Eier mit 100 g Zucker aufschlagen (erst ein Ei, dann das zweite zufügen, dadurch wird es fluffiger),

währenddessen einen Teil (2-3 EL) des restlichen Zuckers in eine heiße Pfanne geben, wenn’s anfängt zu karamelsieren, Walnüsse zugeben und Rest vom restlichen Zucker drübergben. Unter Rühren karamelisieren, Ahornsirup draufgeben, rühren, Wasser draufgeben, rühren, aus der Pfanne und abkühlen lassen,

parallel kann eine – wenn sie eine Küchenmaschine benutzt – unter die Eier-Zucker-Masse nach und nach die Mascapone unterrühren, dann die Sahne einrühren, wenn alles vermischt: Masse kaltstellen (mind. 1 Stunde).

Eismasse in Eismaschine geben, wenn es anfängt zu frieren ca. 40 cl Granatapfelsirup zugeben, weiterrühren bis gefroren.

In TK-Behälter Eismasse mit karamelisierten Walnüssen vermengen und den restlichen Granatapfelsirup unterziehen (muss nicht komplett vermischt sein).

Kühlen.

Genießen.

Liebes Tagebuch am Fünften (August 2018)

Die Gerade-noch-so-Ferien-Edition von „WMDEDGT?“ (Initiatorin wie immer Frau Brüllen):

Es ist nach Mitternacht, als wir zu Dritt nach Hause kommen. Der midi-monsieur putzt sich schnell die Zähne und geht ins Bett. Wir gehen schnell duschen und dann koche ich noch schnelle Pasta, denn wirklich viel haben weder der RB noch ich bislang, also den vergangenen Abend über, gegessen.

Danach fallen wir beide k.o. ins Bett.

Ausschlafen ist nicht wirklich: Gegen 8h00 steht das Kind am Bett, den ich nochmal ins Bett und Lesen schicke. Um 9h00 klingelt der Wecker vom RB. Bis 10h30 haben wir Zeit, zusammen zu frühstücken. Das fühlt sich nach den letzten beiden Tagen richtig gut an.

Dann muss der RB los. Ich überlege, ob ich mich hinlegen oder arbeiten will; kann mich aber nicht so recht entscheiden.

Nach der Sendung mit der Maus verdonnere ich das Kind, Schulsachen zusammenzusuchen und sein Zimmer aufzuräumen. Wir machen zusammen einen Fund der besonderen Art. (Nein, ich möchte nicht darüber reden, aber ich war froh, das es keine größeren Kolateralschäden gab.)

Als alles geräumt und sortiert ist, skypt das Kind mit seinem Vater und ich montiere die neue Lampe (Geburtstagsgeschenk).

Macht sich gut. Und das umgeräumte Regal ist auch besser.

Dann kümmere ich mich um die Küche und bereite unser Abendessen, aka Grillade, vor. Da kommt dann auch „schon“ der RB wieder nach Hause.

Wir grillen, essen und dann muss das Kind auch mal so langsam ins Bett. Aber er hat Stress wegen des Schulanfangs; die Ferien waren zu schön; ein Buch fehlt und überhaupt… Wir reden und dann kraule ich ihn in den Schlaf. In einen trotz der wirklich angenehmen, ja fast kühlen Temperaturen sehr unruhigen Schlaf – er kommt noch ein paar Mal diese Nacht.

Ich muss noch was arbeiten, aber bin so fertig, dass ich beim „Ich muss mal kurz die Beine hochlegen und lang machen“ neben dem RB einschlafe.

Gut, arbeite ich halt später.

Selbstversorgend

Ich bewundere ja immer Menschen, die mit Hingabe einen Garten – insbesondere Nutzgarten pflegen. Fasziniert schiele ich zu Frau Mutti oder verfolge auch den Schrebergarten von Familie Buddenbohm. „Ach, so ein Garten wär schon was Feines“, denke ich mir und träume von Tomaten, diversen Gemüsen, Beeren aller Art und lecker duftenden Kräutern.

Aber ich muss ehrlich sein: Das ist nicht meins. Ich mag es hier und da mal in der Erde zu wühlen, Sachen zu pflanzen und umzutopfen, ich freue mich, wenn dinge blühen und Früchte treiben. Doch das darf für mich keine Deuerbeschäftigung sein. So ein Garten will und sollte gepflegt werden. Eine muss sich Gedanken machen, wann sie was und wo hinpflanzt, wann was geerntet werden will, welchen Dünger oder auch nicht, wie bekämpfe ich Schädlinge und gießen, immer wieder gießen noch viele andere Aspekte und schon ist meine Lust auf einen eigenen Garten passé.

Mir reicht mein Balkon. Da bekomme ich einmal im Frühjahr einen Rappel, räume den Balkon auf, mache Blumenkästen leer, rupfe UnBeikräuter raus, fahre in den Baumarkt und besorge Kräuter, Erde, ein paar Samen und versuche mein Glück.

Dieses Jahr zum Beispiel mit Gurken

Salamanka- und Mini-Gurken

Für einen kleinen Snack reicht es.

Gearbeitet und doch nicht gearbeitet

Dieser Ein- und Umzug vom RB zieht sich. Naja, er zog sich. Gestern hat er ihn beendet und irgendwie hat mich das angestachelt, unseren wohnungsinternen Umzug weiter voranzutreiben. Ich räumte das Krusch- … ach, nein, wir wollen es ja jetzt nur noch Gästezimmer nennen, so um, dass wir die eine eigentlich freie* Wand endlich streichen konnten und schnappte mir den RB, als er wieder da war, und ging mit ihm zu unserem gut sortiertem Viertelbaumarkt, um Abdeckplane und Malerrollen zu besorgen. Auf dem Rückweg stärkten wir uns noch mit Eis (Werbung**).

Zu Hause verhängten wir schnell die Möbel mit der Plane, klebten Fußleisten und Steckdosen ab und strichen dann sehr einträchtig übereinander: Ich strich die oberen und unteren Kanten mit dem Pinsel sowie das obere Drittel mit der Rolle und der RB weißelte den Rest dazwischen. Dann ließen wir es trocknen, fingen eine Maus und grillten.

Heute ging der RB irgendwann arbeiten und ich hätte auch was tun müssen. Also arbeiten. Also Texte schreiben. ABER ich war unleidlich (aus Gründen), hatte Kopfschmerzen und wollte nicht arbeiten. Zumindest nicht mit dem Kopf.

Also pinselte ich die eine Kante zum Fenster nochmal über, kümmerte mich um die Wäsche, schob das Regal an seinen finalen Platz, schob die Nähmaschine ebenfalls an den ihr zugedachten Platz, dann schob ich das Gäsebett so, dass wir Platz hätten, Pax auszubauen. Und dann betrachtete ich den Platz und dachte: „Ach, den Pax bekommste auch allein schnell aufgebaut.“ Und so war es dann auch.

So mussten der RB, als er wieder da war, und ich den Schrank nur nach an Ort und Stelle schieben und konnten ihn direkt einräumen.

Weiße Wand
mit Rand
vom Schrank…***

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* frei im Sinne, dass an der Wand kein Schrank o.ä. stehen wird (und sollte, da Außenwand und dadurch Kältebrücken und ja, mit Schimmelschutzfarbe gestrichen)

** Nein, ich bekomme für die Nennung kein Geld. Aber das Eis ist wirklich gut.

*** Ob eine es glaubt oder nicht, aber das Zimmer ist nun viel aufgeräumter. (Es sah zwischenzeitlich echt schlimm aus.)

Interpretation

Ich weiß gar nicht, warum, aber auf einmal hatte ich heute Lust auf Toast Hawaii. Nachdem ich mit dem RB geklärt hatte, dass er sich auch damit anfreunden könnte, zog ich meinen 60ies-Rock an (ja, das Hawaii-Toast wurde vermutlich in den 1950er Jahren erfunden), schrieb eine Einkaufsliste und ging einkaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt sinnierte ich über das Essen, wie ich es denn aufpeppen könnte. Denn so ein Toast Hawaii ist ja eigentlich nicht sonderlich spannend und eigentlich mag ich auch kein Toast (das wird noch lustig in Schottland).

Ich betrat den Supermarkt und änderte den Plan. Also die Einkaufsliste und es landete Folgendes im Korb:

Zutaten
2 Hähnchenbrüste (Pute ginge auch)
1 Becher Schmand
45 g Serano-Schinken
3 Scheiben hellen Cheddar
3 Scheiben Gruyere
(–> Es geht auch nur eine Sorte Käse und ggf. auch geriebener)
1 Whole&Pure (Brot ohne Mehl, anderes Vollkornbrot ginge auch)
1/2 orange Paprika
bereits zu Hause
Currypulver, Salz
1 Dose Ananasstücke
8-10 Kirschtomaten

Zubereitung
Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden, scharf anbraten, Currypulver (1-2 EL)  und Ananas (abgetropft) dazugeben, kurz bräunen, dann vom Herd und 1 Becher Schmand einrühren und salzen.

Paprika kleinschneiden.

Auflaufform mit Brotschreiben auslegen (bei uns: 8 Scheiben, weil das „Brot“ so klein ist), Hähnchen-Ananas darauf verteilen, Paparika verteilen und dann mit den Käsescheiben bedecken.

In den Ofen. (Bei mir erst 200 °C Ober-Unterhitze, wenn Käse geschmolzen auf Grill umstellen und bräunen)

Währenddessen den Seranoschinken kleinscheiden und Kirschtomaten halbieren.

Vor dem Servieren Serano und Tomaten drüber geben.

Wer es nachkocht: Lasst es Euch schmecken!

Sella litoralis

Heute – während ich im Zug saß – bekam ich eine e-Mail mit einem Link, mit dem ich den dpd-Wagen auf seiner Fahrt durch Frankfurt verfolgen konnte und mit dem ich sah, dass dder Strandkorb zwischen 14h21 und 14h51 ausgeliefert werden sollte. Ein Zeitraum, in dem ich noch im Zug saß und der RB in seinem Laden stand. Mist.

AAABER: Ich konnte einen Ablage-Ort noch während der Fahrt angeben. Toll! (Bei anderen Paketdienstleistern muss eine sowas ja drölf Wochen im Voraus angeben.) Also teilte ich mit, dass das Paket gerne vor unsere Wohnungstür gestellt werden könne.

14h26 bekomme ich im Zug einen Anruf vom Zusteller: „Die Pakete stehen jetzt vor der Tür.“ *hibbelhibbel* Kann der Zug nicht schneller fahren?

Da standen sie auch noch, als der RB nach Hause kam.

Foto-Credits: RB

Da standen sie aber nicht mehr, als ich 15 Minuten später zu Hause eintraf. Denn da waren sie schon in der Wohnung.

Kurze Kaffeepause für den RB und mich, doch dann hatte ich Hummeln im Hintern und holte mein Werkzeug.

… ich bin mir da nicht so sicher*. Außerdem musste sich der RB ja um den Haushalt kümmern.

Der Aufbau hat nicht lange gedauert (zwischendurch musste ich dem Nachbarn noch meine Bohrmaschine leihen und kluge Ratschläge geben) und nun können wir stolz sagen:

Habemus sellam litoralis.

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* Einmal musste er mir helfen, den Oberkorb auf den Unterkorb zu setzen.

Rügbiiii

Jajaja, ich darf „unser“ wirklich gut organisiertes Internationales RugbyJugendfestival nicht als Maßstab anlegen, aber schon letztes Jahr fand ich das französische Turnier nur so semi-gut organisiert. Es wirkte alles so improvisiert und „ja, findet sich schon irgendwie“. Dazu noch, dass es insgesamt nur 4 Toiletten (und etwa 6 Pissoirs für die Herren) gab. Hocktoiletten versteht sich.

Letztes Jahr war aber alles, was Rugby anbelangt noch recht neu. Und der midi-monsieur war zum Spielen da und ich seine Begleitung. Nicht mehr (auch wenn ich wohl noch heute dafür verantwortlich gemacht werde, dass die Trinkflaschen der U8 verschwunden sind). Es war heiß, die Busfahrt lang. Aber das Kind hatte Spaß und gute Spiele.

Dieses Jahr war es anders: Ich war Interims-Teammanagerin*. Ich durfte mich zwar ins gemachte Nest setzen hatte zwar nichts mit der Orga im Vorfeld zu tun, war aber „verantwortlich“ ab Moment der Abfahrt des Busses. Kinderzählen und hoffen darauf achten, dass bei Ankunft in Frankreich auch noch alle da sind. In der Jugendherberge war es dann unser Glück, dass ich der örtlichen Sprache mächtig bin: Ich konnte uns schon einchecken und Zimmer verteilen, sodass das Team vom Kind und die Handvoll Begleiter (neben mir noch 6 Väter) die etwas besseren Zimmer in der ersten Etage bekamen.

Die Jugendherberge war zum Übernachten definitiv besser als der Zeltplatz**. Denn um 22h00 war bei allen Spielern Ruhe und auch die Erwachsenen waren gegen 23h00 im Bett, sodass wir definitiv mehr geschlafen haben als letztes Jahr beim Campen. Ohne Zelte war auch die Abreise zum Turniergelände deutlich entspannter und wir waren sehr pünktlich um 8h45 vor Ort.

Dunkle Wolken verheißen nichts Gutes.

Wir okkupieren einen Treffpunkt (und markieren ihn mit Pavillion und Kinderrucksäcken). Dann muss ich teammanagern: Die Mannschaft anmelden und einen Spielplan organisieren. Anmeldung verläuft problemlos. Spielpläne gibt es am Pitch.

Oder auch nicht – zumindest nicht vor 9h40 (das Turnier sollte eigentlich um 9h30 starten). Da dann schon das erste Chaos: Der Spielplan*** stimmt schon nicht mehr, bevor der erste Ankick war. Es wird rumgewurschtelt, wir versuchen die Regeln**** und Spielzeit zu klären. Einer unserer Trainer muss das erste Spiel pfeifen, unsere Mannschaft spielt das zweite. Die Spielzeit ist für die Altersklasse (zu) kurz: eine Halbzeit à 6 Minuten. Da kommt doch keiner ins Spiel*****…

Es regnet, es ist ungemütlich und insgesamt läuft es mäßig für uns. Eine merkt, dass die Kids wenig in dieser Konstellation miteinander****** spielen. Sie müssen in der Vormittagsrunde drei Spiele spielen. Am Nachmittag sind es vier Spiele (je eine Halbzeit à 8 Minuten*****). Ähnlich wie am morgen bekommen wir den Spielplan erst kurz vor knapp am Pitch. Unser Team muss auch gleich als erstes spielen.

Ab Spiel drei fallen nach und nach die Spieler aus: Der erste wird so hart und dazu unglücklich mit der Gegnerschulter im Zwechfell getacklet, dass er sofort vom Platz muss. Er kann nur flach atmen. Ich gehe mit ihm zu den Sanis: Vielleicht Rippenanbruch. Damit darf er nicht mehr spielen.

Am Nachmittag – wenigstens ist das Wetter mittlerweile gut – sehe ich die freundlichen Sanitäterinnen noch zwei Mal: Einmal mit Verdacht auf Kreuzbandirgendwas und eine gequetschte Hand. Das Knie muss ruhig gestellt werden. Die Hand ist nach Kühlen und Arnikagel wieder schnell in Ordnung.

Die Jungs sind sichtlich froh, dass ich sie begleiten und vor allem auch übersetzen kann. Sie danach dazu zu bringen, sich ruhig zu verhalten ist deutlich schwieriger.

Um 15h20 war unsere Mannschaft durch – so insgesamt, aber auch mit dem Turnier. Viel habe ich von den Spielen am Nachmittag nicht gesehen, da ich ja bei den Sanis war.

Der Bus zurück kann frühestens um 17 Uhr bestiegen werden. Aber wir müssen eh noch auf die U12 warten und zwei weitere Trainer. Das führt dann auch noch fast zu einem Eklat und ich bin echt erschüttert, wie viel Ego so in diesem Verein rumläuft. Ich fürchte, dass die nächste Saison in der U10 noch „spaßig“ wird.

Allen Querelen zum Trotz sitzen wir um 17h40 im Bus (ohne die zwei weiteren Trainer). Der Busfahrer ist auch deutlich organisierter und kooperativer, sodass wir VOR Mitternacht (letztes Jahr waren der midi-monsieur uns ich erst um 1h30 zu Hause) in Frankfurt ankommen und – dank Abholservice durch den RB – auch VOR Mitternacht zu Hause sind.

Der midi-monsieur ist total grumpy und ranzt den RB an, duscht aber doch noch freiwillig und schläft dann sofort ein.

Ich brauch Schnaps, aber vor dem Schnaps muss ich noch als Requisitöse wirken:

Ein Mitra*******

Denn ab morgen führt der midi-monsieur mit der Theater-AG der Schule das einstudierte Stück vor. Und das Kind ist Erzähler, König und Bischof.

Aber jetzt. Jetzt gibt es Schnaps********.

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* freiwillig gemeldet, da ich dachte, dass es bei einem Turnier in Frankreich hilfreich sein kann, wenn eine Französisch kann.

** Toll gelegener Platz: direkt am Fluss mit Freibad. Nur nachts rauscht die Bundesstraße keine 50 Meter Luftlinie am Kopf vorbei.

*** Es bekam auch nicht jedes Team ein Blatt mit dem Spielplan ausgehändigt, sondern eine durfte es sich abfotografieren. ^^

**** Die französischen Regeln sind in den jeweiligen Altersstufen anders und es gibt bereits andere typischen Rugby-Elemente (Gasse, Gedränge, Hand-off, Vorkick).

***** Zwei Halbzeiten à 5 Minuten wären besser gewesen und zeitlich locker zu machen

****** Es gibt eine eine erste und eine zweite Mannschaft, aber für dieses Turnier ist keine der beiden Mannschaften vollständig gewesen.

******* Mit einem klitzekleinen blasphemischen Detail 😉

******** GinTonic

Unten ohne

Gestern nach dem sehr späten Frühstück hatte ich eine Eingebung für einen Kuchen: Der Rhabarber, den wir Samstag auf dem Markt kauften, wollte verarbeitet werden. Ich inspizierte meine Vorräte und ja, es könnte was werden. Auf halber Strecke bat ich den RB um einen Rum*, denn den stellte ich mir gut zu meiner Idee vor. (Spoiler: War er auch.)

Zutaten
Boden
125 g Butter
125 g  Zucker
3  Eier
1 Pr  Salz
2 EL  Zitronensaft (eigentlich, aber ich substituierte mit 3 EL Rum)
150 g  Mehl
50 g  Speisestärke
2 TL  Backpulver

Belag
3 Stangen Rhabarber
30 g Kokosraspel
3 EL Rum

Streusel
150 g Mehl
50 g Kokosraspel
100 g Butter
100 g braunen Zucker (hatte weißen und braunen gemischt, weil nicht genug braunen.

Zubereitung
Alle Teig-Zutaten zu einem Rührteig verarbeiten und in eine Springform füllen

Rhabarber waschen und schneiden, mit Kokos und Rum vermengen, ziehen lassen, während der Streuselteig vorbereitet wird (mache ich mit den Händen**)

Rhabarber-Kokosmischung auf Teig geben und mit Streuseln bedecken.

Bei 175 °C*** für ca. 40 Minuten bei Ober-Unterhitze (reingucken und Stäbchenprobe machen) backen.

Sehr perfekt gebacken.

Die Kombination Rhabarber, Kokos und Rum passt super. Und der Teig ist auch super fluffig und lecker. Aber trotzdem werde ich beim nächsten Mal den Boden weglassen, sondern das ganze als Crumble kredenzen.

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* Ich mag keinen Rum, aber dank dem RB seinem Job haben wir ja einige gute Tropfen im Haus.

** mit Handschuhen

*** Ich habe bei 160 °C angefangen und nachdem der Kuchen gut aufgegangen war, auf 175 °C erhöht.

Räume

Geräumt in diversen Räumen, um Raum zu schaffen. Raum für den Kram vom RB.

Das Arbeitszimmer ist endlich wieder begehbar, das Gästebett ist tatsächlich* schon drin gewesen und wir haben einen Plan**.

In der Küche war ich auch aktiv, …

… auch wenn das auf den Bildern nach sehr wenig Arbeit aussieht, hat mich das ca. 3 Stunden beansprucht.

Nun geht es peu-à-peu weiter, bis alles vom RB da ist.

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* nur völlig zugerümpelt und nicht mehr zu sehen unter den drölf Millionen T-Shirts vom RB und diversem Kram von mir.

** Und müssen zum Möbelschweden.

Das war’s dann wohl

So „schnell“ kann es gehen. Und so einfach macht es sich der Staat.

Um als alleinerziehend zu gelten, darf der Steuerzahler nicht mit einer anderen volljährigen Person als Paar zusammenleben. Nur wenn es sich um eine reine Wohngemeinschaft oder bei der volljährigen Person um das eigene Kind handelt, ist das Zusammenleben gestattet. Dazu darf das Kind jedoch nicht älter als 25 Jahre sein und es muss sich in einer Schulausbildung oder in einem Studium befinden beziehungsweise Zivildienst oder Wehrdienst leisten oder als Entwicklungshelfer arbeiten. Sobald ein alleinstehender Arbeitnehmer mit einem Partner zusammenzieht oder sobald der Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise auf den Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes entfällt, verliert die Lohnsteuerklasse 2 ihre Gültigkeit. Tritt eines dieser Ereignisse im Laufe eines Kalenderjahres ein, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für jeden Monat, in dem die Voraussetzungen gem. § 24b EStG nicht erfüllt werden, um ein Zwölftel gekürzt.

Und damit gelte ich ab heute steuerrechtlich nicht mehr als alleinerziehend. Ja, natürlich entlastet es finanziell, dass der RB nun bei uns wohnt und seinen Beitrag zu Miete und Einkäufen leistet, aber er trägt ja vorrangig seine Kosten. Klar könnten wir das Ganze – die Wohnung gäbe es her – als WG deklarieren. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu blöd, weil es ja nicht so ist.

Und was bedeutet das nun für mich?! Ich muss mit Steuerklasse I erstmal prinzipiell ca. 800 Euro mehr Lohnsteuer (als bei Klasse II) im Jahr zahlen – also so 60-70 Euro pro Monat. Das ist sicherlich zu verschmerzen, weil allein der Mietanteil vom RB das locker auffängt. Aber es ärgert mich, denn der RB hat ja nun definitv keinerlei finanzielle Pflichten für den midi-monsieur.*

Denken wir einen Schritt, der nie gegangen wird, weiter: Würden der RB und ich heiraten und wäre ich in Steuerklasse III, müsste ich ca. 5.000 Euro Lohnsteuer weniger pro Jahr abdrücken. Und ja, das ist ein Betrag, der mich weinen lässt.**

Aber warum ist das so? Warum fördert der Staat die Ehe (Ehe, NICHT Familie!!!) so dermaßen? Warum profitieren nur Menschen von der günstigen Steuerklasse, die vor einem Standesbeamten „ja“ gesagt haben? Warum bekommen zwei Menschen, die miteinander leben und damit für einander sorgen (wollen), zwar finanzielle Pflichten aufgedrückt, aber keine Rechte an- und füreinander? Warum sind Rechte so dermaßen von diesem bürokratischen Akt abhängig, aber Pflichten werden nonchalent einfach übertragen? Was bezweckt der Staat damit? Warum wird die Ehe – und definitv nicht die Familie – so extrem geschützt?

Es klingt oft durch, als fände ich Heiraten total doof. Das stimmt so halb: Wer heiraten will, soll bitte heiraten. Wem das für sich, seine Beziehung, sein Leben oder was auch immer wichtig ist, soll das halt tun.

Aber kann mir irgendeine mit wirklich guten Argumenten erklären, warum ein verheiratetes Paar besser als ein unverheiratetes Paar gestellt sein darf? Brauchen die eine finanzielle Entschädigung für die Aufwendungen für die Hochzeit?

Warum ist an die Ehe ein Steuerprivileg geknüpft? Von Patientenrechten und Erbsachen will ich gar nicht erst anfangen…

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* Es wäre ja schon schön, wenn der Kv seinen Pflichten nachkäme.

** Real wäre es, wenn wir heiraten würden, natürlich anders, nämlich vermutlich beide Steuerklasse IV und dann sähe das Ganze nicht mehr groß anders aus. ABER bei Lohnsteuerjahrsausgleich … hach … seufz … Wut schnaub