Meister Adebar

Der Storch ist das Wappentier des Elsass und in Strasbourg allgegenwärtig. Warum der Storch es ausgerechnet im Elsass so schön findet und dort von Frühling bis Herbst lebt und Nachwuchs bekommt, konnte ich bislang nicht rausfinden. Aber vermutlich ist das einfach so.

Während es in der Innenstadt nur so vor Plüsch-Störchen wimmelt, bekamen wir echte Störche erst bei unserem Spaziergang in die EU zu sehen, denn von der EU ging es für uns direkt in die Orangerie und dort gibt eine Storchenaufzuchtstation und viele (künstliche) Nistmöglichkeiten.

Monasterium

Wikipedia sagt:

Münster (das, selten der) ist ein frühes deutsches Lehnwort aus griech./lat.monasterium, „Kloster“. Damit wurde ursprünglich eine Kirche bezeichnet, die nicht Pfarrkirche, sondern Teil eines Klosters oder Stifts war. Auch Kathedralen wurden oft so genannt, weil auch die Domkapitel ursprünglich in klosterähnlicher Gemeinschaft lebten.

Wieder was gelernt.

Das Straßburger Münster, oder wie die Franzosen sagen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, ist wohl das Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Und es ist ein bisschen wie mit der Frankfurter Skyline: Man sieht es von überall. Man kommt auch nicht daran vorbei. Was auch nicht schlimm ist, denn es ist ja durchaus schön anzuschauen.

Wir haben uns auch die Astronomische Uhr angeguckt.

Joah, vielleicht wäre es mit weniger Menschen davor und mit mehr Wissen darüber interessanter gewesen. Aber auf die 12 Apostel wollten wir auch nicht warten. Lieber hoch und runtergucken.

Mon Dieu!

Ich weiß nicht, wie Strasbourg es definiert, aber ich empfand ja die ganze Ill-Insel als Innenstadt (Wobei ein Teil von La Petite France angeblich auch auf der Ill-Insel liegt). Und die ist auch sehr hübsch: viele schöne Gässchen, viel Fachwerk, kaum Autos. Es lässt sich prima flanieren. Wen es mal nach Strasbourg treibt: Einfach laufen und gucken, treiben lassen.

Pittoresk

Natürlich könnte man den Strasbourger Stadtteil La Petite France auch als malerisch, beschaulich, märchenhaft, romantisch, verträumt, idyllisch, elysisch, traumhaft (schön) oder wunderschön bezeichnen. Aber pittoresk trifft es eigentlich ganz gut.

Und auf der Frankreich-Website hat man auch ganz malerische Worte gefunden:

Kleines Venedig in Straßburg
In den Gassen des Gerberviertels Petite France erwacht das alte Straßburg zum Leben. Das ehemalige Viertel der Fischer, Müller und Gerber gleicht einer Insel des Friedens inmitten der Stadt. Im, wörtlich übersetzt, ‚kleinen Frankreich‘ drängen sich dicht an dicht Fachwerkhäuser des 16. und 17. Jh. mit weiträumigen Innenhöfen und hohen Spitzdächern, welche sich über die offenen Dachböden spannen, in denen früher die gegerbten Häute zum Trocknen aufgehängt wurden.
Durch das Viertel zieht sich der Fluss Ill und 3 kleine Kanäle. Mit den Ausflugsbooten durchfährt man das Viertel und einige Schleusen. Direkt am Ufer der Ill liegt das Maison des Tanneurs (Gerberhaus), das wohl markanteste Gebäude des Viertels.
Früher soll das Viertel La Petite France ein eher unbeliebter und finsterer Stadtteil gewesen sein, denn die Häute und Felle der Gerber verbreiteten einen strengen Geruch. Im Mittelalter fanden hier auch Gauner, Banditen Unterschlupf und angeblich wurden hier viele dunkle Geschäfte gemacht – auch ein reges Rotlichtmilieu soll hier gewesen sein. In dem Viertel lag auch ein Militärkrankenhaus, in dem Soldaten von Syphillis – damals als Franzosenkrankheit bezeichnet – geheilt wurden. Daher rührt auch der Name Petite France.
Ich lasse dann mal lieber Bilder sprechen:

Besuchen Sie Europa

Ja, äh, nein, es tut mir nicht leid, wenn ihr jetzt einen Ohrwurm habt. Ich hab ihn ja schließlich auch. So seit gut zwei Wochen.

Während ich die Fotos von Strasbourg bearbeitete (es wurden 194 bearbeitete Bilder von 562 geschossenen), überlegte ich, wie ich die Bilder denn nun präsentiere. Tageweise oder nur ein paar (haha) wenige (hahaha). Aber beim Sichten der bearbeiteten Bilder (keine Sorge, ich präsentiere nicht alle 194) dachte ich, dass ich sie thematisch clustern könnte.

Und weil es schon so spät ist und ich die Bilder am einfachsten zuordnen kann, fange ich mit Europa der EU an. Da sind wir am dritten Tag, nachdem der Fuß vom midi-monsieur bereits am Tag vorher wundergeheilt durchgehalten hatte, bei bestem Wetter hinspaziert.

Weitergeben

Es gibt da so eine Erinnerung. Die ist – und das kann ich trotz der langen Zeit genau beziffern – 28 Jahre alt. Sie ist verbunden mit großen, staunenden Augen, einem vor Faszination offen stehenden Mund, sich vor Schreck die Augen zuhalten, fast panischem Aufschreien und vielen aahhs, ohs und wows.

Es ist meine Erinnerung an meinen ersten Zirkusbesuch – „nicht irgendein Circus“*, sondern Circus Flic Flac.

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals in einem klassischen Tierzirkus war. Falls ja, hat es mich nicht beeindruckt.

Aber Flic Flac hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Wahnsinn, was Menschen können. Ich war danach noch mindestens einmal in einer Flic-Flac-Show, dann gingen sie eine Weile nicht auf Tour, der midi-monsieur wurde geboren und war erstmal mini.

Das Kind war bislang auch noch nie im Zirkus. Denn Tierzirkusse sind für mich nicht nur unbeeindruckend, sondern auch ziemlich fragwürdig hinsichtlich der Tierhaltung. Aber er äußerte auch bislang nicht den Wunsch danach.

Allerdings neidete er mir letztens meinen Besuch im Tigerpalast. Und ich überlegte, ob das schon was für ihn wäre.

Doch dann fielen mir Plakate ins Auge, die ankündigten, dass Flic Flac in der Stadt sein werden. Und zwar um seinen Geburtstag rum. Ich dachte kurz darüber nach, den Kv zu fragen, ob wir das zusammen machen/ schenken wollen.

Aber ich verbinde Flic Flac mit meinen Eltern. Und weil die ja zum Geburtstag des midi-monsieurs kommen wollten, klärte ich mit ihnen, dass wir das zusammen machen wollen.

Heute war es dann so weit.

Und vielleicht ist eine Familientradition geboren. Doch auf jeden Fall habe ich meine Faszination und Begeisterung für diese Art Zirkus weitergegeben. So wie ich vor 28 Jahren saß er da und staunte mit offenem Mund und großen Augen, ging mit, rutschte vor Spannung auf seinem Sitz hin und her und applaudierte begeistert.2017-06-17 00.00.10

„Das Schlechteste an der Show war, dass sie nur zwei Stunden dauert.“

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* Das war der Titel der damaligen Premieren-Tour.