Blau

Wer weiß schon, wie viele so schöne Tage wir noch haben, bevor es wirklich kalt und vor allen Dingen össlig wird.

Der Blick auf die WetterApp zeigte 20 °C und der Gang auf den Balkon offenbarte: sonnig, aber im Schatten etwas frischer*. Perfektes Bike-Wetter. Ich plante mit Else die Route, machte das Rad klar und schon ging es los.

Unter strahlend blauem Himmel fuhr ich quer durch die Felder nach Friedrichsdorf und wieder zurück.

Sosososo schön!

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* Weswegen ich die lange Radhose, sowie ein langärmliges Untershirt (unter dem kurzärmeligen Trikot) entschied. Und auf der Hinfahrt hoffte, dass mein Rückfahr-Ich meinem leicht schwitzendem Hinfahr-Ich danken würde.

Raus

Das Wetter nutzen, solange es da ist. Mit dem Gedanken habe ich heute das Rad mit in die Landeshauptstadt genommen. Also nicht mein Mountainbike, sondern das Stadtrad. Das nicht einfach nur ein Rad ist, sondern ein fahrbares Erinnerungsstück. Es ist das uralte Motobécane-Rad meines Vaters, auf dem ich in jungen Jahren durchaus viel durch Bielefeld gerast bin, wenn gerade mal wieder ein Rad von mir kaputt oder geklaut war.

Der Plan war eigentlich, die Strecken zum und von den jeweiligen Bahnhöfen mit dem Rad zurückzulegen. Aber als in Wiesbaden klar war, dass ich früher loskomme als gedacht, bemühte ich Else und plante eine Strecke quer durch nach Höchst. Denn quer durch ist halt schon etwas kürzer als am Main lang. Aber halt immer noch 31 Kilometer lang. Aber es fuhr sich erstaunlich gut und zügig – trotz „Gurke“ und Rucksack auf dem Rücken. Das Wetter war bestens und die Strecke sehr schön.

Ich hätte noch mehr fahren können. Wenn ich könnte, würde ich zur Zeit dauerhaft fahren und draußen sein. In Bewegung bin ich gerne mit mir allein. Dann bekomme ich klare Gedanken. Aber Stillstand ertrage ich zur Zeit nicht. Vielleicht bin ich auf der Flucht.

Nachts in Frankfurt

Jaja, ich Eule. Ich mag die Nacht. Und ich mag es, nachts bzw. im Dunkeln in Frankfurt unterwegs zu sein. Leider kann ich das nicht so oft. Und heute war auch noch so ein Tag …

Da musste ich es nutzen, dass ich derzeit abends raus kann und zog – angezogen von der Lichtinstallation am Römer – los. Ich nahm die DSLR mit. Hmhm, auf halben Weg zum Römer dachte ich noch: „Ich hätte vielleicht das Stativ auch mitnehmen sollen.“ Naja, umdrehen wollte ich dann nicht mehr. Geärgert habe ich mich dann doch ein bisschen. Aber mehr noch habe ich mich über den abendlichen, dann doch 11 Kilometer langen Spaziergang gefreut und ein paar Bilder habe ich auch ohne Stativ machen können.

Miau

Ich weiß gar nicht, wie ich heute morgen um 5h00, als ich endlich im Bett war, auf den schmalen Ast kam, ich könnte heute über Mittag total entspannt eine Runde mit dem Rad drehen. Denn nicht nur von der Schlafmenge, sondern auch von der Schlafqualität her wäre es mehr als knapp geworden.

Huiii, drei Frauen, drei Flaschen Wein und ein isländischer Gin* zum Probieren führen wohl zu so abstrusen Gedanken. Diese Mischung führte ja auch dazu, dass ich morgens um 4h00 allein durch den etwas weniger bewohnten Teil des Ostends nach Hause ging. Wäre ich meine Tochter, würde ich mir die Leviten lesen.

Natürlich** wachte ich heute morgen früher*** auf als mir gut tat. Aber ich konnte mich nochmal davon überzeugen, wieder einzuschlafen.

Um 11h45 war aber noch mehr Schlaf einfach nicht drin. Der Kater in meinem Kaopf miaute und wollte raus? gefüttert werden? einfach jammern? Auf jeden Fall war ziemlich schnell klar:

Also machte ich mir erstmal Frühstück, plante meine Wanderroute, ging duschen und kam tatsächlich pünktlich los. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt fing es an zu regnen und auch in Höchst tröpfelte es noch etwas. Aber ich MUSSTE frische Luft schnappen. Also ließ ich mich von den drei Tropfen nicht bremsen und als ich am Main auf die Fähre stieg, riss der Himmel auch schon auf und somit stand meiner Tour nichts im Wege. Es ging zunächst in die Schwanheimer Düne, dann weiter im Grüngürtel bis zum Louisa-Bahnhof. Dann hatte ich 13 Kilometer in den Beinen und ein paar Fotos gemacht:

Dieser Grüngrütel ist einfach toll. So nahe Naherholung ist wirklich großer Luxus und brachte auch, was es bringen sollte: Erhohlung und in meinem Fall vom Kater. Der von heute morgen hatte sich zumindest schon in der Düne verabschiedet. Allerdings nicht ohne mit dem Muskelkater abzuklatschen. Aber der ist mir ja lieber als so ein Felltier im Kopf.

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* Da kein Eis und kein Tonic da waren, haben wir es nur etwas pur probiert.

** Alkohol-induzierte Kurzschlafeuphorie

*** Top-Uhrzeit, wenn ich wirklich hätte Radfahren wollen

Erstes Mal

Weil ich ja etwas bescheuert bin und diese Rugby-Sache so toll finde – also den Sport als solches und im Besonderen für den midi-monsieur – hatte es mich letztens geritten, als ich letztens via instagram auf ein – wie ich finde – cooles Gimmick aufmerksam gemacht wurde. Zu bestellen in den USA. Meine erste USA-Bestellung überhaupt. Da sich die „shipping“-Kosten in Grenzen hielten und ich obendrein noch was umsonst bekam, musste ich das einfach mal machen.

Gestern hatte ich dann Post vom Zollamt im Briefkasten (heute nochmal, aber das ist eine andere und deutlich unschönere Geschichte). Und weil ich nach meinem Ausflug in die Landeshauptstadt früher wieder da war als geplant und das Wetter super war, beschloss ich, mich direkt darum zu kümmern. Ich las alles genau, druckte noch die Rechnung für die Bestellung aus, machte noch ein paar andere Dinge fertig, die ich auf dem Weg regeln wollte und düste los. Kurzer Stopp bei der Post, Geld abheben und ein Paket aufgeben (dank PostBox kurz und schmerzlos). Auf das Auslösen des Pakets vom KV an sich, adressiert aber an das Kind, verzichtete ich erstmal, weil die Schlange so lang war.

Weit war es zum Zollamt nicht und bei dem schönen Wetter machte das Hinradeln auch Spaß. Es ist auch gut ausgeschildert, sodass ich es kaum verfehlen konnte.

Zuerst ging ich ins angegebene Büro. Da wartete ein durchaus hübscher Zollbeamte* darauf, mir mein Päckchen auszuhändigen. Er war wohl dankbar, dass ich alle Unterlagen ordnungsgemäß bereit hatte und auch wusste, was in dem Paket ist. Während er ausrechnete, wieviel ich noch an Einfuhrzoll zahlen müsste, durfte ich in das Päckchen gucken. Ohne Päckchen, aber mit Einfuhrabgabenbescheid musste ich dann zur Zahlungsstelle.

Dann musste ich mit dem gestempelten Bescheid wieder zurück, vorzeigen und durfte meine Beute mitnehmen.

Mir gefällt’s.

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* Sein Name steht auf dem Bescheid. Hm…

Erwachsen

Ob man will oder nicht, zumindest qua Geburtsdatum und damit wenigstens auf dem Papier wird man irgendwann auch erwachsen.

Und das ist nicht nur der Lauf der Dinge und damit nicht zu ändern, sondern auch prinzipiell nicht schlecht.

Entscheidend ist doch, was man daraus macht und was man mit „erwachsen“ assoziiert. Wenn man meint, dass man mit Wahlberechtigung langweilig, spießig, unspontan, absolut rational und ausschließlich realistisch und vernünftig sein muss, dann denkt man vielleicht so:

Aber man kann auch für sich entscheiden, wieviel Kind in einem bleibt und mit dem regelmäßig schaukeln gehen.