Ich hab’s getan

(Es geht schon wieder um Essen.)

Ich koche gerne. Kochen entspannt mich (meistens). Außerdem kann ich beim Selbstkochen bestimmen, was ins Essen kommt und das ist für gewöhnlich frisch. Wenn ich Convenience-Essen kaufe, dann gucke ich sehr genau auf die Inhaltsstoffe.

Allerdings gibt es Gerichte, bei denen ich denke, dass ich sie selbst nicht so gut hinbekomme, wie z. B. Pickert. Zumindest dachte ich das bis heute.

Meine Eltern haben eine gute Pickert-Quelle und wenn ich bei Ihnen bin, decke ich mich meist mit 2-4 ein, die ich dann einfriere. Denn immer mal wieder Pickert muss schon sein. Meine Lippischen Wurzeln kann ich einfach nicht verleugnen.

Irgendwann tat meine Mutter – sie findet immer so coole Sachen – eine Pickert-Backmischung auf, in der nicht mehr drin ist als das, was eine lippische Hausfrau zum Pickertbacken braucht: Kartoffeln, Mehl, Hefe, Rosinen, Milch und Ei. Funktioniert ganz gut, das Pickert-Mädel 😉

Eine Packung hatte ich noch im Schrank. Und an die dachte ich gestern.

Dann wurde ich gefragt, was denn Pickert sei und ich verlinkte auf das großartige Rezept von Frau Rabe. Und als ich das so las, dachte ich mir: „Ach komm, das bekommste doch selbst hin.“ Kartoffeln habe ich ja auch noch ausreichend. Und Hefeteig geht bei mir immer gut.

Das Rezept habe ich halbiert, also 1 kg geschälte und geriebene Kartoffeln, 1 kg Mehl, 2 Würfel Hefe, 2 Pkg Trockenhefe, 2 L-Eier, 250 ml Milch, 1 EL Zucker, 1 EL Salz (ich würde beim nächsten Mal etwas mehr dran machen), 250 g Rosinen (die ich erst nach dem Gehen und nachdem ich 6 Pickert ohne gemacht hatte, dran gemacht hatte). Das reicht locker für 10-12 Pickert.* Und man ist für gewöhnlich nach 1-1,5 Pickert pappsatt.

Ich habe meinen rosinigen mit Leberwurst, Apfelkompott und Rübenkraut gegessen. Denn so muss das. Den halben ohne Rosinen habe ich – und nur dafür habe ich überhaupt welche ohne Rosinen gemacht – mit der Frankfurter Küche fusioniert: Total gewagt habe ich – extra gemacht – Grie Soß drüber gekippt. Nomnomnom, das war sehr lecker. Noch leckerer war die Version mit Leberwurst UND Grie Soß.——————————-
* Ich habe elf gebacken und wir haben zusammen drei gegessen. Damit blieben acht zum Einfrieren.Jipppiiieee!

Hattu Möhrchen?!

Möhren habe ich eigentlich immer im Haus. So wie TK-Erbsen. Denn damit kann man eine Menge machen und das ein oder andere Gericht pimpen. Zur Not kann man sie auch roh knabbern.

Letztens wollte ich zu den Nudeln nicht schon wieder eine Tomaten- oder/und Sahnesoße. Pesto bzw. Zutaten dazu hatte ich nicht im Haus. So pur nur mit Öl oder Gemüse ist nur bedingt mein Ding und für den midi-monsieur eher nix. Nudeln wollen in irgendwas baden.

Also zauberte ich was aus den folgenden Zutaten:

4 mittelgroße Möhren (geschält)
500 ml heißes Wasser

Möhren raspeln und ins heiße Wasser geben. Zusammen mit je einer Prise Natron, Salz und Zucker aufkochen und dann köcheln, bis die Möhren weich sind (dauert dank raspeln und Natron nicht lang). Dann vom Herd nehmen, etwas (neutrales) Öl zugeben und pürieren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Ich hatte noch einen Schafskäserest, den ich noch reingebröckelt habe. Und damit der midi-monsieur die Soße nicht infrage stellt, gab es noch ein paar kleine Fleischklößchen dazu.

Lecker war’s. Sehr.

Was wäre, wenn

… wir auf einmal nicht mehr sechsunzwanzig, sonern nur noch fünfunzwanzig Buchstaben nutzen würen?! Wie gut könnten wir uns ann noch verstehen?

Un as passiert, enn noch ein Buchstabe eniger genutzt üre?

Ie gut oer ie schlecht unser Verstännis äre, zeigte heute aben einrucksvoll er Ortakrobat Markus Jeroch im Tigerpalast.

Darüber hinaus sahen wir die Ruslan Fomenko, Selyna Bogino, Gyrenchenko-Brothers, Domitil, Alyona, Menno&Emily, Marie-Ève Dicaire, Marko Karvo.

Und es war faszinierend, spannend, beeindruckend, sehenswert.

Hundsärsch

Nein, ich rante jetzt nicht über die festen Hinterlassenschaften von Hunde, die leider in der letzten Zeit vermehrt auf den Gehwegen im Viertel umschifft werden müssen.

Wer hätte gedacht bzw. hat gewusst, dass sich hinter diesem etwas speziellen Saarländischen Ausdruck ein Rosengewächs verbirgt?!

In anderen Regionen heißt die Pflanze bzw. heißen die Früchte auch: Asperl/Aschperln, Blitzerl, Dörrlitzen/Dürrlitzen, Dürgen, Espelbaum, Esperling, Hespelein, Nispel, Nespoli, Steinapfel.Oder halt Mispeln.

Als Wahl-Frankfurterin kenn und liebe ich Mispelchen: Calvados (oder ein Apfelbrand) mit einer Dosen-Mispel. Sehr süffig und sehr lecker. Die Mispeln sind dafür in Zuckerwasser konserviert und sind daher vor allen Dingen eins: süß.

Letztens stolperte ich im Obstbereich des Supermarkts über frische Mispeln. Die hatte ich bislang weder gesehen*, noch gegessen. Also mussten sie mit.

Ich finde sie ganz lecker. Leicht säuerlich.

Das Gute an frischen Mispeln ist ja: Sie haben Kerne …… denn aus Kernen können neue Pflanzen entstehen bzw. gezogen werden.

Und weil ich es schade fände, die Samen zu entsorgen, ich aber keine 10 Mispelbäume ziehen möchte, werfe ich hiermit ein paar Kerne in den „Raum“.

Wer sich also an der Mispelzucht versuchen möchte, hinterlasse bitte einen Kommentar.

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* Einen jungen Baum habe ich schon mal gesehen, da Mispel der Lieblingsbaum meiner Mutter ist. Zu irgendeinem Geburtstag bekam sie einen kleinen geschenkt. Der aus irgendwelchen Gründen in den Garten vom Haus meines großen Bruders gepflanzt wurde. Und dort wohl mitverkauft wurde.

Wochenendplanung

Am Wochenende steht der erste Einsatz des midi-monsieurs als Rugby-Spieler an. Sein Verein richtet das größte deutsche Rugby-Jugendfestival aus.

Bildquelle: Facebook

Dafür habe ich sehr hartnäckig daran gearbeitet, dass das Kind endlich auch Shirt, Hose und Stulpen in den Vereinsfarben hat. Dazu gab es noch eine Vereinsfleecejacke und ne wärmende Tight. Die Schuhe hat er schon länger, ebenso den Mundschutz.
Morgen werde ich alles (außer Schuhe und Mundschutz) waschen müssen, damit er ausgestattet zu seinen vier Spielen antreten kann.

Morgen werde ich auch Kuchen backen. Denn es werden Helfer und Essenspenden gebraucht, um die vielen Spieler und Zuschauer kulinarisch bei Laune zu halten. Nachdem ich ewig überlegte, was für einen Blechkuchen ich machen werden, weiß ich seit gestern, dass es wohl ein Apfelkuchen wird. Für Sonntag stehe ich in der Muffin-Liste. Und weil ich eine einfache Menge bei der Menschenmenge (ja, gibt nicht nur meinen Kuchen) etwas knausrig finde, mache ich jeweils die doppelte. Was bedeutet, dass ich 1,15 kg Mehl, 645 g Zucker, 625 g Butter, 500 g Blaubeeren, 250 ml Milch, 150 g Speisestärke, 13 Eier, 2 Zitronen, 2 Pk Backpulver, eine noch nicht definierte Menge Äpfel, ggf. Rosinen und Mandelhobel oder -stifte verarbeiten werde.

Auch muss ich das Gästezimmer wieder räumen*, weil der Kv alles möglich gemacht hat, um beim Festival dabei zu sein. Da muss ich noch planen, wie er mitten in der Nacht in die Wohnung kommt, ohne dass ich bis 2h00 oder länger wach bleiben muss.

Was gut ist: Ich werde wohl nicht groß Essen planen müssen, denn das werden wir wohl vor Ort erledigen.

Und weil ich schon eine kleine Meise habe, habe ich auch schon die Nagellacke in Vereinsfarben (schwarz und rot) rausgesucht.

Ach ja: Wer in der Gegend ist, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und das Kind anzufeuern.

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* Da die Heizungsanlage unter meinem Zimmer immer noch nicht rund läuft und immer wieder komische Geräusche macht, bin ich halt umgezogen.

Sieglinde von Gravensteiner zu Elstar

Seit der Postbotengeschichte reagiere ich ja etwas genervt aufs Klingeln meiner Klingel. Zumindest meistens. Außerdem reißt es mich auch oft aus irgendwas raus.

Heute gegen 11h00 war ich gnädig gestimmt und öffnete dem … Bauern. Ja, ein Wetterauer Bauer stand vor meiner Tür und bot mir Kartoffeln und Äpfel an. Lagerfähige Kartoffel und Äpfel. Jeweils drei Sorten habe er dabei.

Ja, warum nicht. Ich hätte sonst eh auf den Markt gemusst.

Ein kleiner Haken war an der Sache…

… Die kleinsten Gebindegrößen sind 15 kg für Kartoffeln (in meinem Fall Sieglinde) und 20 kg für Äpfel (Gravensteiner und Elstar gemischt).

Das ess‘ ich nicht

Heute gab es mal wieder Ihh-Zucchini-kein-Fleisch-ess-ich-nicht. Der midi-monsieur ist durchaus ein Carnivore. Dennoch versuche ich – unter der Woche – fleischfreier zu kochen. Das heißt, dass es mehr Gemüse gibt. Allerdings ist das eine oder andere Gemüse „des Teufels“ – zumindest, wenn man das Kind fragt. Aber auf Einzelschicksale kann nur bedingt Rücksicht genommen werden. Und wenn ich es geschickt anstelle, kann ich ihm ziemlich viel unterjubeln. Er isst ja auch sehr gerne geräucherten Tofu, weil er glaubt, dass es irgendwas Fleischiges ist.

Heute gab es Z’oodles und K’oodles mit Soße. Mit sehr leckerer Soße. Und weil die wirklich sehr lecker war, schreibe ich es mal auf:

Zutaten
80-100 g rote Linsen (trocken)
150 ml heißes Wasser
1 Dose (400 g) geschälte Tomaten bzw. Pizzatomaten (Passata ginge bestimmt auch)
1 Dose (400 ml) Kokosmilch
Salz
Zucker
Curry
Öl

Zubereitung
Topfboden (breiter Topf) mit Öl etwas mehr als benetzen; wenn heiß (nicht zu stark erhitzen) Linsen darauf verteilen und recht großzügig Currypulver dazugeben. Dann alles ein bisschen bewegen

Wenn ein Großteil der Linsen heller geworden ist: Mit dem heißen Wasser ablöschen und etwas köcheln lassen (fragt mich nicht nach Zeitangaben, ich mach das nach Gefühl und Wellenschlag)

Dann die Tomaten zugeben und damit dann auch Salz (nicht zu wenig) und eine Prise Zucker zugeben; mit Deckel köcheln lassen, bis die Linsen weich sind und auch auch ein ein Großteil der Flüssigkeit verkocht ist.

Dann Topf vom Feuer und die Kokosmilch zugeben, ggf. mit Curry und Salz nachwürzen, Topf auf die noch warme Platte stellen (Kokosmilch sollte nicht aufkochen)

Ohne Ei wäre es sogar vegan gewesen. Aber Proteine braucht der Mensch (und besonders das Kind).

Das war sehr sehr lecker und passte sehr gut zu den Zucchini- und Kartoffelnudeln.

Und das arme Kind?! Das fand das alles so ekelig, dass er noch einen Nachschlag nahm – „mit extra viel Soße“.