Mulmig

Nein, es ist keine Angst. Noch nicht?! Aber es ist ein mulmiges Gefühl, das da ist – mal mehr mal weniger seit … ja, seit wann eigentlich? Seit Charlie Hebdo?! Sehr präsent auf jeden Fall seit Paris im vergangenen November: War ich doch erst ein paar Monate zuvor ganau da rumspaziert, wo die Attentate passierten. Außerdem spielt Paris einfach eine wichtige Rolle in meinem Familienleben. Und ja, dadurch und auch durch die räumliche Nähe wühl(t)en mich die Pariser Attentate mehr auf als welche, die weiter weg sind.

Die erste Fahrt nach Paris danach, um dem midi-monsieur abzuholen, war komisch. Ein komisches Gefühl fuhr mit. Eine komische Stimmung herrrschte in Paris; viel Polizei- und auch Militärpräsenz. Die Stadt wirkte ruhiger. Viel weniger überlaufen. Aber ich hatte mir ja was vorgenommen. Trotzdem! Und auch: Jetzt erst recht.

Denn es nützt ja auch nichts, jetzt Panik zu schieben und sich zu verkriechen. Wo auch?! Frankfurt ist ja vermutlich auch nicht unbedingt der ungefährdeste Ort Europas. Außerdem werde ich Parisbesuche in den nächsten Jahren wohl kaum verhindern können (außer die Lufthansa oder AirFrance kommen auf die Idee, Frankfurt mit irgendeiner bretonischen Stadt luftfahrttechnisch zu verbinden). Zudem hat sich auch unsere lustige Hühner-Reisegruppe für vier Tage Paris im Sommer entschieden. Ich hätte mich für eine andere Stadt entschieden, aber nicht aus Angst, sondern einfach um mal was wirklich Neues zu sehen, Tallinn zum Beispiel.

Und auch wenn die jüngsten – noch nicht mal eine Woche her – europäischen Anschläge in Brüssel und nicht in Paris stattfanden, haben sie ich einmal mehr zusammenzucken lassen mit Blick darauf, dass ich heute mal wieder mit dem midi-monsieur nach Paris fahren „musste“.

Es war wieder ruhig in Paris. Wie schon im Januar; obwohl eigentlich fast noch ruhiger. Und das an einem Feiertag. Vielleicht lag’s aber auch am Wetter. Aber ich war irritiert: Weder am Frankfurter Haupbahnof noch am Pariser Gare de l’Est oder Montparnasse konnte ich eine erhöhte Polizeidichte ausmachen. Auch im Zug war keine Staatsgewalt zu sehen. Dabei stiegen bislang immer in Saarbrücken und/ oder Forbach Vertreter der Bundespolizei/ Zoll/ Police zu und gingen einmal durch den Zug. Diesmal nix: nicht auf der Hinfahrt und auch nicht auf der Rückfahrt. Vielleicht sind sie auch in Zivil?!

Ich weiß nicht, wohin das alles führen wird. Was noch alles passieren wird. Ich habe mich ja auch schon dabei ertappt, dass ich das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England nicht einfach beobachten konnte, ohne den unterschwelligen Gedanken: „Ob’s da jetzt auch knallt? Kann Deutschland mit den föderalistischen Strukturen und vielen Zuständigkeitsebenenden wirkich effentiv irgendwelche Anschläge verhindern?“ Ich habe da kein 100%iges Vertrauen.

Ich fürchte einfach, dass wir uns an diesen Zustand des baufälligen Wolkenkuckucksheims gewöhnen müssen. Dass unsere Kinder nicht mehr in der heilen Welt aufwachsen werden, in der meine Generation noch groß geworden ist. Und ich frage mich, ob und was wir dem Lauf der Geschichte entgegensetzen können. Ich habe es zu wenig mit historischen Daten, aber vermutlich leben wir hier in Deutschland bzw. Europa schon so lange wie noch nie ohne unmittelbare Kriegsbedrohung; auf Krieg folgt Frieden folgt Krieg folgt Frieden …

Paris

Die Hauptstadt Frankreichs gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstädten. Ja, sie ist hübsch und hat viel zu sehen, aber sie ist auch laut, dreckig und voller wirklich vieler Touristen. Das erste Mal in Paris war ich irgendwann Anfang der 1990er Jahren und dann noch mal während der Interrail-Tour 1994. Danach nie wieder. Außer zum Umsteigen während des Fernbeziehungsjahrs.

Nun wird es sich aber nicht verhindern lassen, dass Paris in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen wird, denn dort nehme ich den midi-monsieur nach seinen Aufenthalten beim seinem Papa in Empfang.

Also habe ich beschlossen, dass ich aus der Not eine Tugend mache und mir bei jedem Abholen ein bisschen Zeit für die Stadt nehme und immer einen kleinen Teil erkunde. Da Paris (Stadt) gar nicht so viel größer ist als Frankfurt, kann man auch in dieser Millionenstadt von kurzen Wegen sprechen. Bislang war ich im und auf dem Montmatre, habe Sacré Coeur gesehen und den Eiffelturm, Champs-Élysées, Arc de Triomphe, und Père-Lachaise. Bin durchs zehnte und elfte Arrondissement gebummelt.

Gestern habe ich wieder mal den midi-monsieur nach den Ferien abgeholt und mir im Vorfeld überlegt, dass ich ja endlich mal ins Louvre gehen könnte. Ich habe mir also eine Vorzugseintrittskarte mit ausreichend Zeitpuffer zur Zugankunft besorgt und geguckt, was das Museum so zu bieten hat.

Da der Zug aber pünktlichst in Paris ankam, hatte ich noch ausreichend Zeit, vorher Notre Dame und einen Teil der Ile de la Cité anzugucken, und noch ein paar Sehenswürdigkeiten Hibbdebachs des nördlichen Seine-Ufers anzulaufen.
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Ich packe meine Tasche …

… und tue hinein:

  • ein Kissen
  • eine Decke
  • ein Paar Ohrenstöpsel
  • eine Schlafbrille
  • eine Power-Bank
  • ein Handy-Ladekabel
  • In-Ear-Kopfhörer

Dazu noch Papiere aka Portemonnaie, Handy und Louvre-Karte, Antibiotikum, Chlorhexidin sowie Wasser.

Damit geht es dann morgen nach Paris; mit dem 5:59-Uhr-Zug. Und was macht man da anderes als schlafen?

Back to France – Tag 1

Ein langer und anstregender Tag geht zu Ende. Aber auch ein schöner Tag, wenn man von der kleinen dramatischen Spitze in Paris absieht.

Sinnigerweise hatte ich noch gestern Abend das Taxi bestellt und so waren wir sehr rechtzeitig am Bahnhof. Meine Eltern hatten ihre Kühlschrankreste mitgebracht, sodass wir nur noch Brötchen und einen Kaffee für meinen Vater brauchten. Dafür blieb genug Zeit. Auch für das familiäre TGV-Ballett:

Da man zwar sein Ticket für Frankfurt-Paris online buchen, aber keine Plätze aussuchen kann, wenn die Strecke vom TGV absolviert wird und wir zudem die drei Tickets getrennt buchen mussten, hatten wir eigentlich Sitzplätze in Wagen 15, 16 und 18. Ich hatte frecherschlauerweise meinem Ticket ein Kind unter 6 Jahren zugefügt, sodass ich wenigstens zwei Sitzplätze nebeinander hatte. Also stürmten wir den unteren Teil des Wagen 15. Und während sich meine Eltern an einer 4er-Gruppe mit Tisch häuslich einrichteten, besorgte ich noch die fehlenden Dinge. Wieder zurück stellte ich fest, dass eigentlich alle Plätze des Tisches ab Frankfurt reserviert waren und dass das eher ungünstig sei. Wir zogen zum nächsten Tisch. Allerdings wurden kurz vor knapp zwei der vier Plätze von den rechtmäßigen Sitzplatzbesitzerinnen eingefordert. Wir zogen also wieder um. Eine letzte Tischgruppe war bis auf einen Platz unreserviert (fragt nicht, warum wir die nicht vorher gesehen haben) und wurde von uns – ohne weitere Zwischenfälle – eingenommen. Der Zug fuhr los. Meine Eltern frühstückten und ich schlief bis Saarbrücken.

Am Pariser Gare de l’Est bahnte ich uns den Weg nach draußen in Richtung Autovermietung. Bis sie auf einmal nicht mehr ausgeschildert waren. Ich fragte mich durch und wir standen vor eine Tiefgarageneinfahrt, die man zu Fuß nicht betreten durfte. Aber da ich keinen anderen Weg sah, schlupfte ich zwischen den Schranken und den Ticket-Automaten durch, um zu erfahren, dass der Schalter unserer Auto-Vermietung heute ausnahmsweise nicht besetzt sei, der nächste aber in der Nebenstraße sei. Nun gut. Wir schnappten uns Sack und Pack und liefen 200 Meter ums Eck. Dort wartete eine sehr interessante Diskussion auf Französich auf mich:

Bonjour, ich habe einen Wagen reserviert. Eigentlich für die Station im Bahnhof.
Name?
Name.
Kreditkarte, Perso und Führerschein bitte.
*reiche alles an*
*tipptipptipp murmelmurmelmurmel*
Äh, ich muss mal gerade gucken. *geht zur Kollegin*
*flüstert mit Kollegin* Der Wagen XYZ ist nicht da. Was mache ich jetzt?! – Einen kleineren geben. – Aber die Reservierung ist für sechs Tage. *geht raus*
Alors, wir haben einen Wagen.
*denke* Na, zum Glück, sonst würdet ihr auch bald eine leicht hungrige und etwas müde Teutonin kennenlernen.
*tippt meine Daten in den Computer*
Das dauert aber lange, denke ich womöglich doch laut.
Entschuldigung, ich habe Probleme mit dem Computer.
*denke* (diesmal wirklich leise) Naja, der größte Fehler sitzt ja meistens davor.
*telefoniert mit meiner Kreditkarte in der Hand* Hallo … blablabla … XYZ Euro … aha … ok
Ihre Karte ist nicht gedeckt.
Das kann nicht sein. Für wieviel muss sie denn gedeckt sein?
Miete plus 300 Prozent.
*kurzer Überschlag im Kopf* Das gibt meine Kreditkarte her. Das sind ABC Euro.
Nein, das ist nicht so viel. Ich rechne es Ihnen vor. *nimmt den Taschenrechner und tippt DEF x 1,03* Also XYZ Euro.
Prozentrechnung ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, denke ich nur und spreche es höflicherweise nicht aus.
Das gibt meine Kreditkarte auf jeden Fall her. Probieren Sie es bitte noch einmal.
*ruft an* Hallo … blablabla … XYZ Euro … aha … ok
Ihre Karte ist nicht gedeckt.
Und nun?
Rufen Sie doch bei Ihrer Bank an und erklären Sie das Problem.
Haha, Sie sind lustig. Es ist Samstag und samstags sind Banken in Deutschland für gewöhlich nicht offen.
Ja, das ist wahr, das ist bei uns anders.
Sein süffisanter Unterton lässt mich fast laut aussprechen, was ich denke: Banken am Samstag machen auch nicht viel aus, wenn die restlichen fünf Tage nichts passiert. (Ich weiß, dass das gemein ist und beiße mir auf die Zunge.) *spiele mit der Karte in meiner Hand und sehe eine Telefonnummer, die ich kurzerhand anrufe* Hallo, meine Visa-Karte ist angeblich nicht gedeckt. – Zugangsdaten für Ihr Konto bitte. (erstaunlich, was man alles so parat hat) – Blablabla. – Stimmt. Nein, ihr Konto ist in Ordnung. Ich rufe bei Visa an. – *Warteschleifenmusik* – *Warteschleifenmusik* – *Warteschleifenmusik* – Hallo?! Mit Ihrer Karte ist alles in Ordnung. Es wurde bei den beiden Abfragen jeweils das falsch Gültigkeitsdatum der Karte genannt. Sagen Sie, dass 8/18 bedeutet, dass die Karte bis zum 31. August 2018 gültig ist. – Danke.
Einmal mit Profis arbeiten *denke ich und wende mich triumphierend dem Typ zu*
Es war wohl doch Ihr Fehler, rutscht es mir sehr undiplomatisch raus.
*versucht es nach meinen Erklärungen erneut* Hallo … blablabla … XYZ Euro … aha … ok
Jetzt hat es geklappt. Sie haben Glück: Sie bekommen auch einen besseren Wagen, als den eigentlichen gebuchten. Einen Wolgsfagen.
Wenn ich nicht VW gelesen hätte, hätte ich kurz gerätselt. Naja, ob VW derzeit wirklich eine Verbesserung ist, ist ja auch nicht ganz klar, kann ich mir dann doch nicht verkneifen, bedanke mich aber dann artig.

Denn es ist schon gut, wir nun einen Passat Kombi (mit allem Zipp und Zapp) haben. So haben wir wiklich ausreichend Platz für unser Gepäck und auf der Rückfahrt auch für den midi-monsieur.

Wir laden schnell ein. Ich programmiere das Board-Navi, das aber erstmal nur Englisch mit mir spricht, was mich im Pariser Stadtverkehr dann doch etwas wuschig macht. Also programmiere ich noch meine Offline-Navi-App und wir werden simultan durch die Stadt gelotst. Der Rest der Fahrt läuft gut bis entspannt (dank Tempomat und Geschwindigkeitsbeschränkung). Wir machen eine Rast an dem Rastplatz, an dem ich in den letzten Jahre fast immer die erste Pause nach Paris machte.

Wie kalkuliert kamen wir 18h00 an. Wir luden schnell aus und dann fuhr ich alleine einkaufen, damit wir wenigstens das Nötigste fürs Frühstück hätten, reservierte uns noch schnell einen Platz im einzigen fußläufig erreichbaren Restaurant und dann überkam mich kurz der Blues…

Reise

Nun ist es also amtlich: Der mini-monsieur wird ab Mitte August beim Vater in Frankreich sein. Soweit so ungut. Das große Problem ist, dass Vater und Sohn über 1.000 Kilometer trennen. Flug fällt aus, weil es keine wirkliche Möglichkeit gibt. Mit dem Auto sind das gut 14 Stunden (wenn man gut durchkommt). Bleibt der Zug.

Mit dem Zug kommt man relativ bequem von Frankfurt nach Paris (Est!). Irgendwie wurde in den letzten Jahren etwas an den Zeiten gewurschtelt, aber es ist ein durchgehender Zug, der üblicherweise 3:50 Stunden braucht und das lässt sich gut aushalten.

Problematisch ist allerdings, dass der französische Zentralismus nicht bei der SNCF angekommen ist. Die leben – zumindest in Paris – den Föderalismus aus und haben mehrere Bahnhöfe. Je nachdem, woher man kommt und wohin man weiter will, muss man einmal quer durch die Stadt.

Im unserem Fall muss man von Paris Est nach Paris Montparnasse. Da gibt es zwar eine Métro, die reine Fahrzeit „nur“ 16 Minuten braucht. Aber wer schon mal an den beiden Bahnhöfen ein- bzw. aus- oder umgestiegen ist, der weiß, dass die Wege zwischen Bahnhöfen und der jeweiligen Métro-Station lang sind. Wirklich lang. In der Zeit, in der ich „regelmäßig“ diese Strecke gefahren bin, war meine Bestzeit von Zug zu Zug 40 Minuten. Und zwar mit vielen Sprints und Drängeln (weil ich sonst meinen Anschluss verpasst hätte). Das ist mit Kind nicht zu schaffen. Also muss man mindestens 1,5-2 Stunden Umsteigenzeit einplanen. Damit sind dann schon 6 Stunden des Tages rum.

Von Montparnasse zum nächsten Bahnhof des Kindesvaters sind es dann nochmal knapp 3 Stunden mit dem Zug. Also in der Summe 9 Stunden allein vom Start- zum Zielbahnhof. Dazu kommt noch die An- bzw. Abreise vom Bahnhof, die sich zusammen auf eine gute Stunde belaufen. Somit ist man von Tür zu Tür gute 10 Stunden unterwegs. Das ist im Vergleich zum Auto deutlich weniger und auch deutlich erträglicher.

Das Prinzip sagt, dass der Kindesvater seinen Sohn eigentlich abholen soll. Ihn das aber zwei Tage kosten würde. Zudem sind die Fahrten zwischen Paris und Frankfurt im Normalfall deutlich teuerer, wenn man sie über SNCF und nicht über die Bahn bucht. Das ist jetzt prinzipiell nicht meine Sache, ich bin ja nicht 1.000 km weit weg gezogen aber weil ich so ein netter Mensch bin meinem Kind etwas Stress ersparen möchte, hatte ich mal angeboten, dass ich den mini-monsieur bis Paris bringe.

Dann hatten wir allerdings einen Gerichtstermin, der etwas unnötig war, auf den der Kindesvater jedoch bestanden hatte, damit er es schriftlich vom Richter hätte, dass der mini-monsieur zu ihm dürfte. Dieser legte jedoch direkt schriftlich mit fest, dass der mini-monsieur vom Vater abgeholt werden müsste und dass ich mit Hin- und Rückreise nichts zu tun hätte. Soweit so gut.

Möglicherweise reift gerade jenseits des Rheins die Erkenntnis, dass das alles keine so schlaue Aktion war. Und dass das Angebot meinerseits mit der Bedingung, den Gerichtstermin ausfallen zu lassen eigentlich ein gutes war. Und dass die Gurkerei quer durch Europa auch nicht so lustig ist. Zumindest bekam ich nun die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, mein Kind nach Paris zu bringen – natürlich würden mir die Reisekosten bezahlt.

Je suis Charlie

Ich muss ja gestehen, dass ich trotz meinerm frankophilen Vergangenheit Hintergrund bislang nichts von Charlie Hebdo gehört hatte. Und da bin ich vermutlich nicht die einzigste. Satire-Zeitschriften haben nun mal keine allzu große Auflage und richten sich ja doch eher an eine kleine Zielgruppe. Zudem hatte ich immer das Gefühl, dass Satire oder überhaupt Kritik (außer in Form von Streiks und Demos) in Frankreich nicht so einfach ist. Wenn der Ex-Mann etwas anderes als die Guignols schaute, wirkte es immer so, als würde er heimlich Alkohol während der Prohibition trinken.

Doch damit hat das, was was gestern in Paris passiert ist, nichts zu tun. Und vermutlich hat es mich deswegen so schockiert. Es macht mich extrem* betroffen: Ich bekomme bei den vielen Tweets zum Thema Gänsehaut. Da sind so viele kluge Sätze bei:

Auch die vielen sehr, sehr treffenden Cartoons berühren mich. Hier und hier und hier gibt’s Übersichten.

Und ein Bild auf instagram trieb mir sogar die Tränen in die Augen.

So gefühlig kenne ich mich nicht. Was ist es also, was mich an dieser Tat so erschüttert?

Für mich ist das Recht, (meine) Meinung frei äußern zu können, elementar. Eine DER Grundfesten unserer Gesellschaftsordnung. Und dieses Recht wurde mit der gestrigen Tat mit Füßen getreten – zumindest versucht.

Das macht mir Angst.

Angst, weil sich da irgendwelche Bekloppte ein Recht herausnehmen, dass ihnen nicht zusteht.
Angst vor dem Größenwahn, der da mitschwingt, die eigene Meinung so viel höher stellen zu dürfen als JEDE andere und diese auch im Zweifel mit Waffen durchzusetzen.
Angst vor noch mehr solcher Durchgeknallten (egal welcher Gesinnung, Religion oder…), die ihre eigenen Befindlichkeiten so hoch bewerten, dass jeder, der nicht für sie ist, gegen sie sein muss.
Angst vor dieser blinden Unreflektiertheit**, die solche Taten überhaupt erst möglich macht.

Aber es ist keine ängstliche Angst. Es ist eine wütende Angst!

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* Wer mich kennt, weiß, dass ich auf viele Dinge nach außen sehr sachlich reagiere, wodurch ich schnell unbeteiligt wirke.
** Das ist vermutlich ein weißer Schimmel, oder?