Minionisiert

Diese Minions… Schon eine ganze Weile sind sie bei uns omnipräsent. Wann immer es darum geht, dass große Kräfte oder besondere Stärke gebraucht werden, sagt der midi-monsieur, dass seine Minions kämen oder er sie da oder da hinschicken würden. Seine Minions haben auch schon mehrere Syrieneinsätze hinter sind. Es ist seine Art mit den Ereignissen in der Welt umzugehen, sie zu be- und verarbeiten.

Daher lag es durchaus nahe, dass das Thema der diesjährigen Geburtstagsparty „Minions“ ist. Und man glaubt gar nicht, was man alles so machen kann. Seit ein paar Wochen ist die Wohnung von den gelb-Wesen bevölkert:

Mit den Einladungs“karten“ fing der Bastelwahn an:

Zum Geburtstag selbst spielten die Minions auch eine große Rolle (auch wenn die Geschenke fast ausschließlich von Lego Star Wars geprägt waren)

Dann waren es noch vier Tage bis zur großen Party und der Kv und ich bastelten und bastelten. Zum Beispiel Dekoration …
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… und Mitgebseltüten(-inhalt) …
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In den Tütchen sind unten blaue Gummibärchen (gab’s mal als Sonderedition) und oben Haribo-Bananen (die ich zum Glück geistesgenwärtig im April in Frankreich mitgenommen hatte, denn seitdem habe ich sie nicht wieder gesehen).

… eine Minion-Pinata …

… diverse Dosen für die Rallye-Stationen und das vom midi-monsieur gewünschte Dosenwerfen (insgesamt 17 Minions).
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Ich finalisierte die Rallyestationen/ -aufgaben

Dann gab es noch Dekoration für alle Beteiligten …

… für die Wohnung.

Und dann ging die Party los. Jeder Gast bekam zu Beginn ein T-Shirt mit einem Minion und seinem Namen darauf*.20160617_162134_baIch hatte eine Rallye vorbereitet: Die Kinder sollten den bösen Minion jagen. Als alle da waren, ging der Kv voraus. Die Meute suchte im Zimmer vom midi-monsieur den ersten Hinweis musste sich dann von Station zu Station rätseln. Es ging einmal quer durchs Viertel. Was für eine Eingeladene etwas doof war, da sie im Nebenviertel wohnt und sich bei uns natürlich nicht auskennt. Aber dafür durfte sie dann mehr Aufgaben an den einzelnen Stationen vorlesen und konnte so ihren Teil beitragen. Die dritte Station war auf einem Spielplatz, wo der Kv mit Picknick wartete. Meine Erfahrung hat einfach gezeigt, dass es keinen Sinn macht, mit Kuchen anzufangen. So hatte sie schon ein bisschen Action hinter sich. Gleiches gilt für die Geschenke. Da hatte ich mit dem midi-monsieur besprochen, dass wir das erst nach den Muffins machen (dass das erst viel später sein wird, wenn wir wieder zu Hause sind, wusste er ja nicht).

Eine Station war das Schwimmbad. Und der Weg dorthin war der weiteste. So hatten die Kinder ziemlich viel Zeit, darüber zu rätseln, ob sie denn wohl schwimmen gehen müssen. Und das, wo sie doch keine Badesachen dabei hätten.

An einer anderen Station gab es eine Mutprobe: Bertie Bott’s Bohnen essen. Jeder sollte nur eine essen. Und zuerst haben sie sich sehr geziert, aber dann überwog der Thrill und jede*r hat mindestens drei probiert.

Nachdem der vorletzte Minion gefunden war, kam der erste Schlaumeier drauf, dass sie in der Runde rumgeführt werden. Aber die Erkenntnis nahm ihnen nicht den Spaß, noch an letzter Station zu suchen und vom bösen Minion im Baum wussten sie natürlich auch nichts.

Obligatorisch meinte dieses eine Kind (wie schon im letzten und vorletzten Jahr), nachdem sie der Minion-Pinata die Süßigkeiten entnommen hatten, dass es hoffe, dass dies nicht das Einzige sein. ^^ Ich kam nicht umhin zu erwidern, dass Süßigkeiten und T-Shirt ja schon gar nicht so schlecht sein.

Dann wurde sich von der wilden Jagd erholt.

Als die Wolken bedrohlich dunkel über uns zu sehen waren, ging es rein.

In der Mitgebseltüte war unter anderem ein Fingerlicht* (und Minion-Aufkleber, eine Minion-Brille, Minion-Radiergummi und noch weitere Minion-Süßigkeiten*). Und blitzschnell waren sie sich einig, dass sie damit eine Dunkelparty machen wollen. Also Rolladen im Kinderzimmer runter und sie waren bis zum Essen und bis zum Abholen bestens beschäftigt.

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Plan A

Gebibbert und gezittert habe ich. Dieses Wetter hat mich verrückt gemacht. Und die Wettervorhersagen haben ihr Übriges dazu beigetragen. Ich wollte keinen Plan B durchführen. Ich wollte die Rallye machen.

Heute morgen sah es gut aus. Ich machte klar Schiff, dekorierte und positionierte bei bestem Wetter die Stationsminions – gesichert in Tiefkühlbeuteln. Ich kam nach Hause und es zog auf. Um 13h30 – eine Stunde vor Partybeginn – kam es runter. Mehr als ordentlich. Ich sah nicht meine Felle, sondern die Minions davon schwimmen… Der Kv hatte die glorreiche Idee, ich solle mir eine Regenradar-App aufs Handy ziehen. Die sagte: Ab 15h00 trocken. Ein Strohhalm, an den ich mich klammern konnte.

Die Kinder kamen und es hörte tatsächlich auf zu regnen. Als wir um 15h00 loszogen, um den bösen Minion zu suchen, hatten die Kids zwar alle noch Regenjacken an. Die konnten wir allerdings nach der Picknickstation – nach einem Blick auf die neue App – dem Kv mitgeben.

Wir schafften trocken alle Stationen. Und erst um 17h45 zog es wieder auf. Da gingen wir dann rein: Die Geschenke wurden ausgepackte, ein Wolkenbruch kam runter, es wurde noch Dunkel-Party im Kinderzimmer veranstaltet, Würstchen unterm Sonnenschirm gegrillt, gegessen, weiter Dunkel-Party im Kinderzimmer veranstaltet und dann war es 19h30 und die Kids wurden nach und nach abgeholt.

Fotos vom Wahnsinn gibt es morgen.

Morgen kann kommen

Nachdem ich heute
– früh einkauft
– einen Rüblikuchen (kurzfristig mit falschem Schnitzelwerk) und
– 28 Muffins gebacken
– gearbeitet
– 16 Fondant-Minions hergestellt
– den Rüblikuchen aprikotiert
– noch ein bisschen gearbeitet
– den midi-monsieur abgeholt
– Harry Potter vorgelesen
– den Kv begrüßt
– doch noch ein Geschenk gekauft
– zu Dritt abendbrotiert
– den midi-monsieur ins Bett gebracht
– die Fondant-Minions entgratet
– mit Rollfondant gekämpft
– den Rüblikuchen verziert
– das letzte Geschenk verpackt
– zusammen mit dem Kv dekoriert
habe, sah es so aus:

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Ich denke, wir sind parat.

Die Indianer sind los

Nach all den Vorbereitungen war es am Samstag dann endlich so weit. Der mini-monsieur konnte sogar noch wie gewohnt morgens zum Musikkurs. Der monsieur konnte wie gewohnt Samstagsmorgens mehr oder weniger* ausschlafen. Und ich konnte irgendwann wie gewohnt nach Musikkursbringdienst und einer falsch zugemachten Tür anfangen, die restlichen frischen Sachen vorzubereiten. Wo dann auch irgendwann der monsieur bei einstieg.

Und während wir so Obst aufschnitten, wurde die Laune des mini-monsieurs immer unerträglicher. Dies passte ihm nicht, an jenem wurde rumgenörgelt, was anderes wurde anvisiert, um mutwillig zerstört zu werden. Ich war kurz davor, die Party abzusagen, als ich auf die Idee kam, dem jungen Mann einfach mal was zu Essen anzubieten. Jaja, wahrscheinlich spielt bei vielen Verbrechen akuter oder gar chronischer Unterzucker eine nicht allzu unbedeutende Rolle. Das sollte man mal untersuchen.

Dass es immer wieder tröpfelte, war nicht in meinem Sinne im Sinne der Party. Sicherlich konnte der Plan auch weitestgehend indoor ausgeführt werden, aber im Hof wäre es besser. Einen regenfreien Moment nutzten Vater und Sohn dann schon mal, um das Tipi aufzubauen.

20140628_141521Ich rätsele ja immer noch, warum der monsieur ein paar Tage vorher so rumgeschimpft hatte, denn so schwierig war der Aufbau nun auch nicht. Ich richtete derweil den Tisch.

IMG_4406_baUnd dann klingelte es auch endlich. Und nochmal und nochmal. Fast alle Kinder kamen quasi gleichzeitig an. Und erstmal durfte sich jede/r einen Lendenschurz aussuchen. Jeder durfte, keiner musste. Und dass die Squaw im Kostüm keinen brauchte, war logisch.

Damit alle zur Ruhe kommen und sich schon mal einstimmen, wurden danach die Stirnbänder verschönert. Jede/r bekam eines und durfte es bemalen und bekleben, wie sie/er wollte.

20140628_144352Das half schon mal ganz gut, dass sich auch das einzige Mädel, das nicht wie alle anderen mit dem mini-monsieur in den gleichen Kindergarten geht, integrieren konnte. Als alle fertig waren, wurden die Werke zum Trocknen aufgehangen und die Meute konnte sich erstmal stärken.

Keine Anhung, ob wir mit dem Essen noch hätten warten sollen. Ich vermute ja eher, dass ihnen der präriegrasgrüne Kuchenguss nicht ganz geheuer war. Merke: Was Erwachsene gagig finden, finden Kinder im schlimmsten Fall ekelig bis sonderbar. Ob sie sich deswegen immer wieder unter dem Tisch verstecken mussten, konnten wir allerdings nicht herausfinden.

20140628_151239Mehr oder weniger gestärkt, ging es dann weiter. Da die Farbe noch nicht ganz trocken war, wurden die Kids erstmal geschminkt und bekamen ein Indiander-Tattoo. Dann konnten sie die Stirnbänder aufsetzen und nach draußen gehen.

Als erstes sollten sie um die Wette reiten. Ziel war es, zu bestimmen, wer bei der nächsten Indianeraufgabe zuerst (nur zuerst und NICHT gar nicht) dran sei. Ich teilte die Kinder ein, da wir nur zwei Steckenpferde haben.

IMG_4424_baUnd in allen Paarungen lief es super. Nur nicht beim mini-monsieur. Sein Pferd wollte nicht und so verlor er bereits an der Startlinie, weil er gar nicht erst losgaloppieren konnte. Das Indianer-Geheul hätte er sich trotzdem sparen können. (Zumal ich ihm tags zuvor noch sagte, dass ich kein Geheule wolle, wenn er mal nicht erster würde. Denn schließlich ginge es ums Gruppenevent und die Indianer seien ja auch immer im Team losgezogen.) Und weil quasi alle so gut mitgemacht hatten, gab’s die erste Feder für jeden.

Es war also klar, wer anfangen durfte. Und so wurden die Waffen verteilt.

IMG_4427_baUnd dann kam das Bison um die Ecke. Mit wildem Indianer-Gesang und -Gebrüll gingen die sieben auf die Jagd.

IMG_4442_baIMG_4437_baIMG_4464_baIrgendwann war es dann erlegt und das Horn wurde abgerissen. Dann wurde mit Indianer-Gejohle um das tote Tier getanzt.

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Um für den Winter gerüstet zu sein, wurde dem Bison das Fell abgezogen.

IMG_4482_ba IMG_4474_ba IMG_4480_baUnd ins Zelt gebracht…

IMG_4422_baFür die erfolgreiche Jagd und die vollständige Rückgabe von Pfeilen und Bogen gab es jeweils eine Feder. Natürlich musste das Ganze gefeiert werden. Es gab eine kleine Stärkung an der Irokesen-Bar.

IMG_4484_baUnd im Anschluss Schlangentänze (leider ohne Bild): Zwei Kinder bekommen jeweils eine Schnur mit leeren Dosen am Ende (aka Klapperschwänze) an die Hose gebunden oder in die Hand und zusätzlich die Augen verbunden. Dann machen die anderen Kinder Krach und Gejohle und turnen um die Schlangen herum, die sich durchs klappern finden sollen. Immer wenn sich die Schlangen gefunden hatten, gab’s für beide je eine weitere Feder.

Die nächste Aktion war die Bola: Dazu wirbelt einer die Bola so um sich, dass das Seil flach (!) über dem Boden verläuft. Die Kinder müssen dann über das Seil springen. Ansonsten werden sie gefangen und müssen ausscheiden. Anfangs habe ich die Bola gedreht. Doch dann haben die Kids den Ball erobert.

IMG_4501_ba IMG_4502_baIch glaube, die Faszination des bunten Schweifs war recht groß. Und so hat es nur so halbmittelgut funktioniert. Aber die kleinen Indiander hatten Spaß. Dann fing es an zu tröpfeln und es war auch schon kurz vor 17h00. Zum Glück stand nur noch die Schatzsuche auf dem Plan. Die sollte ja auf dem Balkon stattfinden. Und da konnten wir einen Schirm aufspannen.

Die Idee habe ich im Playmobil Funpark (wo wir ja zwei Wochen zuvor mit dem mini-monsieur waren) geklaut. Gemeinschaftlich sollten die Kinder eine bunte Steinchen-Mischung

20140628_144538aus dem Sand sieben. Was sie auch wirklich eifrig taten.

20140628_170952 20140628_171028Denn um den Schatz mit nach Hause nehmen zu können, konnten sie zwei große Diamanten-Steine gegen einen kleinen Beutel tauschen.

20140628_180428Und während sie noch siebten und Steine wuschen, machten der monsieur und ich das Abendessen fertig. Die Kinder gingen irgendwann dazu über, im Zimmer vom mini-monsieur größtes Chaos zu verbreiten zu spielen. Aber waren dann auch froh, als es um 18h00 Würstchen, Kartoffeln, Maiskolben und zum Nachtisch Präriegras- und Bisonblutpudding gab.

Und während sie noch aßen, kamen nach und nach die Papas, um eine/n nach dem andern abzuholen.

Dass es keine Mitgebsel-Tüte gab, sondern „nur“ die Beutel mit den Steinen, den Kopfschmuck, den Lenenschurz und – wer wollte – auch den Strohhalm, störte keinen. Und so ging ein insgesamt sehr gelungener Tag zu Ende.

 * Wohl zu wenig, denn die Laune war eher mäßig.

Making of Indianer-Fest

Ich habe keine Ahnung, woher der mini-monsieur das hat, dass der Geburtstag als Motto-Party ausgerichtet werden kann/soll/muss. Denn soweit ich weiß, war er bislang – auch in Hamburg – zu keiner eingeladen. Aber schon vor über einem Jahr meldete er ja frühzeitig an, dass er ein Ritter-Drachen-Fest haben wolle. Und auch für den diesjährigen – fünften – Geburtstag gab er durchaus sehr früh das Motto für die Party vor: Ein Indiander-Fest sollte es sein.

Da wir in Frankfurt ja nicht ganz so idyllisch (dafür umso toller) wohnen wie damals seinerzeit in Hamburg, fiel eine SchnitzelBisonjagd durchs Viertel oder den nächstgelegenen Park aus. Aber dafür haben wir ja einen tollen Balkon und einen tollen Hof.

Ursprünglich dachte ich ja schon vor der Kur, dass ich während der Kur das Fest detailierter planen könnte. Aber dann habe ich die zwölfdrillionen Bücher (von meiner Mama zum Thema ausgeliehen) doch zu Hause gelassen, weil planen könnte ich auch noch danach. Was ich dann auch tat. Ende Mai koordinierte ich mal wieder per sms den „besten“ Termin. Zeitgleich machte ich mich dran, die Einladungskarten zu entwerfen.

20140527_150605Die der mini-monsieur und ich in einer ziemlichen Nacht-und-Nebel-Aktion fertigstellten. (Notiz an mich: Mit Kohlepapier wäre es einfacher gewesen.)

20140527_203850EinladungTags drauf verteilte er sie dann stolz im Kindergarten. Mit dem großen Haken, dass es noch gut ein Monat dauern würde, bis die große Party steigen würde. Die Tage schienen unzählbar. Am richtigen Geburtstag waren wir „nur“ zu dritt – also Mama, Papa und mini-monsieur. Und es war eine weise Entscheidung, dass wir an dem Tag als Überraschung in den Playmobil Funpark gefahren sind. Ansonsten wäre es wohl ein seeehr schlimmer Geburtstag geworden. Denn dass auch am nächsten Tag lediglich Oma und Opa kamen und KEINE Freunde, war gar nicht in seinem Sinne. Immerhin konnte er am darauf folgendem Tag im Kindergarten endlich eine erste Runde mit der Peergroup den Kumpels feiern. Und so langsam wurden die Tage bis zum großen Tag auch zählbar.

Derweil plante ich den Ablauf (mit Hilfe der Bücher*), schrieb Listen und organisierte neben dem Job diverse Dinge, die für das Fest gebraucht würden. Der monsieur kämpfte mit dem Tipi. Der finale Plan fürs Fest war folgender:

  1. Lendenschurz für jede/n, die/der will.
  2. Kopfschmuck/Feder-Stirnband gestalten.
  3. (während des Trocknens) Kuchen essen
  4. Schminken
  5. Wettreiten
  6. Bisonjagd
  7. Schlangentanz
  8. Bola
  9. Schatzsuche im Sand
  10. freies Spiel
  11. Abendessen

Das Prinzip sollte sein, bei allen Spielen Federn zu gewinnen, um so am Ende einen bunten Federschmuck mitnehmen zu können.

Am Donnerstag hatte ich dann endlich abends Zeit, mich wirklich um die Vorbereitung zu kümmern. Als erstes bastelte ich die Stirnbänder. Dazu nahm ich Wellpappe**-Streifen (Länge ca. 50 cm, Breite: 4 cm), die ich mit breiterem (also breiter als gängiges, nicht breiter als die Streifen) Gummiband vernähte (und was war ich froh, dass meine Maschine das mitgemacht hat).

IMG_4383_baNach dem ersten Nähversuch

IMG_4391_bahatte ich es dann auch raus, wie ich die Naht halbwegs sinnig führe, damit ich nicht tausend Einzelfäden zum Vernähen habe.

IMG_4393_baIMG_4395_baFür die Stirnbänder vom monsieur und mir habe ich Klettband genommen.

Danach habe ich die Lendenschurze genäht. Nix Weltbewegendens: Stoffrechtecke 15×17 cm nur (!!!) oben einmal umgeschlagen und vernäht. IMG_4389_baDann immer zwei auf ein Bändsel von ca. 80 cm gezogen. Und zum Schluss mit Stoffmalstiften bemalt.

20140626_233943Ein Bola habe ich auch noch an dem Abend gebastelt: Zum Glück hatten wir noch einen Tennisball mit einer Schnur dran (nein, nicht vom Hund). Diesen habe ich in einen Stoffrest gehüllt und dann mit bunten Geschenkband-Resten und Stoffmalfarben verziert.

20140627_020226Und weil wir dann gerade so im Bastelwahn waren, haben wir auch noch drei Köcher für die Pfeile verschönert (Wofür sich so Chipsrollen alles eignen ;)).

IMG_4398_baDann ging es ins Bett…

Am nächsten Tag waren die Rollen verteilt: Während der monsieur die Jagd vorbereitete, ging ich sammeln. Soll heißen, dass sich der monsieur um die Kreation des Bisons kümmerte.

20140627_151346Hier ein Dank an Herrn Weber, der uns freundlicherweise die aureichend große Pappe zur Verfügung stellte. Das Fell ist Füllmaterial aus dem Bastelladen, das mit Tapetenkleister auf dem Pappskelett geklebt wurde.

Und ich die Mittagspause meines Home office dazu nutzte, Essbares zu sammeln. Auch hier verfolgte ich einen Plan:

  • Nachmittags: Kuchen, Bisonblutpudding (aka roter Wackelpudding), Präriegraspudding (aka grüner Wackelpudding) und viel Obst
  • Abends: Würstchen, Maiskolben, Kartoffeln
  • Getränke: Eiswasser (aka Zitronenlimonade) und Feuerwasser (O-Saft mit Traubensaft)

IMG_4404_baSpäter buk ich noch einen Kuchen und verzierte ihn aufwändig.

IMG_4403_baDer Wackelpudding war zum Festwerden im Kühlschrank und der Rest war auch soweit fertig, dass es am nächsten Tag losgehen konnte.

* Großer Tipp für alle, die auch ein Indianer-Fest ausrichten wollen: Oxmox ox Mollox – Kinder spielen Indianer von Jörg Sommer

** Wellpappe, weil man in die „Wellen“ prima die Federn stecken kann.

Wir geh’n auf große Drachenjagd…

… und haben keine Angst. Wir haben unser Schild dabei und auch ein‘ langen Stock.

Mit dem „Gesang“ hätten die kleinen Ritter und Burgfäulein durch unser Viertel ziehen können, als es am vergangenen Samstag soweit war:

Die große Ritter-Drachen-Party des mini-monsieurs

Die ritterliche Tafel steht bereit. Denn vor der großen Drachenjagd muss sich zunächst gestärkt werden mit Ritterburg-Kuchen und Saft-Schorlen.

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Auf den Plätzen liegt für jeden Ritter ein Schild und für jedes Burgfräulein ein Spitzhut (nicht sprechend).

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Eine Mutprobe wartet auch auf die Ritter in spe und die Burgfräulein: Es gibt Drachenschleim.

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Nur echte Drachenritter trauen sich Drachenschleim* zu essen.

Mit ausreichend hohem Zuckerspiegel (gut für die Moral), Schilden und Spitzhüten geht es dann auf Drachenjagd: vom nahen Spielplatz bis zu uns nach Hause (ursprünglich anders gedacht, aber monsieur und ich haben es noch kurzfristig umgeworfen).

Auf dem Spielplatz spielen die Kids eine Weile, bis mein Bruder – stilecht als Ritter verkleidet – in den Himmel schaut und meint: „Hört ihr was? Und seht ihr was?“ Sechs Kinderköpfe recken sich gen Himmel und versuchen durch die Baumkronen zu linsen. „Da fliegt was großes Grünes mit eine roten Schwanzspitze.“ Offene Münder, angestrengtes Schauen. „War das der Drache?“ „Ich glaube, der hat was verloren. Was Silbrig-Glänzendes ist da gerade runtergefallen. Habt ihr’s gesehen?“ Ein kurzes Raunen geht durch die kleine Rittertruppe. Dann Gewusel: Wo und was genau hat der Drache verloren? Das eifrige Suchen wird belohnt mit einer in Alupapier Silber eingeschlagenen Botschaft:

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Schnell die Schilde schnappen und die Hüte wieder aufsetzen. Wo ist die Spur? Wie sieht sie aus? Es geht hin und her, bis die Kleinste die erste Spur entdeckt.

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Von da wird es ein Selbstläufer. Immer wieder entdeckt eine oder einer einen weiteren Fußabdruck – entweder hängend oder aufgemalt. (Hat sich meine Arbeit in der Mittagszeit doch gelohnt.) Weiterlaufen bis zur ersten Botschaft:

Bild folgt

Oh, ein Waffenlager. Was mag das sein? Wo mag das sein? Vier mutige Ritter und zwei Burgfräulein galoppieren auf ihren unsichtbaren Pferden durchs Gehölz. Wo ist der nächste Fußabdruck?

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Zwischenstation gefunden: Die Waffenkammer. Bitte jede und jeder nur ein Kreuz Stock. Und BITTE BITTE NICHT AUF GAR KEINEN FALL gegeneinander verwenden. Echte Ritter gehen verantwortungsvoll mit ihren Waffen um.

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Bewaffnet zieht die kleine Mittelalter-Horde weiter. Da sind noch mehr Spuren. Und da! Und dort! Und auf der dahinten steht was:

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Waaas??? Der Drache hat ein Nest? Ein echtes Drachen-Nest mit Drachen-Eiern? Die Lanzen fest in der Hand geht es schnell weiter – von Spur zu Spur. Oh, da steht schon wieder was.

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Das Drachen-Nest ist in der Nähe. Etwas langsamer dafür mit Spähblick geht es weiter. DAAAA! Ein großer Fußabdruck. Der zeigt ins Gebüsch. Schnell ist es gefunden das verpackte Nest.

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Aufgerissen und gestaunt: Der Drache hat bunte Eier** – lila, grün, orange und blau.

Die Eier müssen zum Drachen gebracht werden. Ganz vorsichtig. Und sie dürfen nicht zu viel berührt werden. Wie praktisch, dass in dem Nest auch noch Löffel liegen.

Und so kommt Ruhe in die Meute. Der Knappe aka kleiner Bruder trägt Waffen und Schilde. Die Kinder (zumindest die, die das Prinzip Eierlaufen verstanden haben) eiern (das Wortspiel konnte ich nicht lassen) gehen vorsichtig weiter. Man sieht ihnen an, dass es nicht einfach ist, sich auf ein Drachen-Ei auf einem Löffel, den Weg und die Suche nach der nächsten Spur zu konzentrieren.

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Fast übersehen sie den letzten Hinweis, der leider auch nicht ganz stimmt. Ich habe die Hecke vorm Haus unterschätzt. Das kleine Mittelalter-Volk kann den Drachen noch nicht sehen. Doch weit kann der Drache nicht mehr sein und so gibt es kein Halten mehr.

Und tatsächlich: Der Drache hängt an einer Leine versteckt sich im Vorgarten (also in dem Teil direkt am Haus und ohne Rosen). Doch um an den Schatz zu kommen, muss der Drache erlegt werden.

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Her mit  den Lanzen, wir ziehen in die Schlacht.

Keine fünf Minuten später liegt der Drache am Boden.

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Und keine weiteren fünf Minuten hat der Drache schon eine schwere Wunde am Bauch. Mutig greifen die Kinder hinein: Der Drache hat was verschluckt. Eine Botschaft und Gummibärchen zur Stärkung der erfolgreichen Truppe.

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Bei der süßen Stärkung erfahren die tapferen Ritter und Burgfräulein von ihrer letzten Aufgabe: Den wahren Schatz suchen. Burgfräulein Li gibt den entscheidenden Hinweis und der Schatz mit den Mitgebseltüten kann geborgen werden.

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Nachdem der Inhalt der Tüten gesichtet wurde, geht’s trotz oder gerade wegen des Sonnenscheins wieder rein. Bis zum Abendessen gibt’s kein Programm mehr. Einfach so spielen tut ihnen gut. Im Zimmer des mini-monsieurs gibt es auch genug zu entdecken. Jede und jeder findet was, was er mit sich oder den anderen spielen möchte. Ich nutze die Zeit und bereite das Abendessen vor.

Kurz vor 18h00 ist es fertig und auch langsam nötig. Unterzuckerung macht sich breit und die Stimmung droht zu kippen. Doch die Spinnen, Drachenaugen und das Drachenblut will sich keiner der tapferen sechs entgehen lassen. Ratzfatz sind die Schüsseln leer(er).

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Wer will bekommt noch etwas Drachenschleim zum Nachtisch und kann dann wieder spielen gehen…

* Der positive Nebeneffekt von Wackelpudding: Kinder die wenig oder schlecht trinken, nehmen so gut Flüssigkeit zu sich.

** Mini-Maracas

Man wird nur einmal vier

Den Erzählungen meiner Eltern zufolge habe ich vor über 32 Jahre auch meinem vierten Geburtstag entgegengefiebert. „Auffe vier mache ich dies“, „auffe vier passiert das“, waren wohl meine Standardsätze kurz bevor es soweit war. Ich kann mich aktiv nicht mehr erinnern. Aber wenn ich sehe, wie sehr der mini-monsieur den Geburtstag selbst und die Party mit den Kindergartenkumpel herbeigesehnt und -geredet hat, muss dieses Vierwerden etwas Besonderes sein.

Geburtstag feiern an sich kennt er. Natürlich haben wir jeden Geburtstag gefeiert: den ersten in Frankfurt (bei uns mit seinem kleinen Harem und der Patentante im Geiste), den zweiten an der Ostsee (mit Oma&Opa, Onkel, Tante und Cousine) und in Bielefeld (bei Oma&Opa mit der Patentante im Geiste), den dritten in Hamburg (mit Onkel, Tante, Cousine und Cousin) und in Bielefeld (bei der Patentante mit Oma&Opa). Aber noch nie mit richtiger Kinderparty. Das kannte er bislang ja auch nicht.

Doch dieses Jahr fing es an. Im April. Der erste Kiga-Kumpel wurde vier und feierte etwas überdimensioniert groß. Mit ohne Eltern aber mit vielen Kindern und Schatzsuche. Und der mini-monsieur hatte Blut geleckt: Wann werde ich vier? Wie lange noch? Sind zwei Monate lang?

Der nächste Kumpel wurde vier und feierte im Mai. Mit ohne Eltern, mit weniger Kindern aber auch mit Schatzsuche.

Noch gut ein Monat bis zum magischen Tag: Ich will auch Geburtstag feiern.

Er wusste genau, wen er einladen wollte: Ja, Ju, Jo, T-N, A, Ly und Li. Dazu kamen noch seine ganzen „Brudas“ (sein unsichtbarer Riesenclan). Und er wusste genau, wie er feiern wollte: ein Ritter-Drachen-Fest sollte es sein.

Ich hatte ja schon Sorge, dass wir noch Piraten, Ice Age oder Cars mit ins Motto einbinden mussten. Aber weder Gästeliste noch Party-Thema änderten sich.

Prima, damit kann ich arbeiten. Ich fing an, Ideen zu sammeln (Pinterest hätte mir vielleicht einiges erleichtert, aber mir reichen meine web2.0-Kanäle): eine Amazon-Liste (für Deko und Mitgebsel) und eine Notiz im Handy (Spiele und Essen) dienten mir als Gedankenstütze. Und so überlegte ich, ob die Kinder

  • Ritterschilder/Burgfräulein-Spitzhüte bemalen
  • eine Drachen-Pinata bekämpfen
  • Helmschlagen spielen
  • Wurfscheiben basteln
  • Dracheneierlauf spielen
  • Dreibein laufen
  • Brezeln spießen
  • Watte-Gespenster pusten

sollten.

Der Drachenschleim zum Kaffee und Nachtisch und die Wurstspinnen fürs Abendessen waren gesetzt.

Von meiner Mama bekam ich eine wunderbare kleine Kiste, die ich allen, die einen Ritter-(Drachen-)Geburtstag feiern wollen, nur empfehlen kann. Wir haben nicht alles daraus gemacht und einige Dinge auch abgewandelt oder als Vorlage genutzt, aber die Kiste war einfach toll. Dazu gab es noch goldenen Stoff aus dem müttlerlichen Fundus, der sich sich wunderbar als ritterliche Tischdecke machte.

Am Geburtstag selbst waren wir im Urlaub in Frankreich. Mit deutscher Kuchentafel und den französischen Verwandten und Freunden des monsieurs wurde das Ereignis gefeiert. Das war zwar nicht schlecht und Geschenke gab es mehr als genug. Aber ein „Und wann kommen meine Gäste?“, zeigte, dass dem mini-monsieur seine Kumpel fehlten.

Also koordinierte ich noch im Urlaub per sms den Termin, bestellte Dinge, damit sie in der Woche zwischen Urlaub und Jobanfang da sind und bearbeitet werden können, verschickte die Einladungen (Merke: Ein Briefumschlag mit „Par Avion“ drauf beeindruckt den Franzosen La Poste deutlich mehr als eine profane Postkarte. Und der Preis ist der gleiche!) und besorgte französische Süßigkeiten für die Mitgebsel-Tüte.

Auf dem Rückweg vom Urlaub fuhren wir bei meinen Eltern vorbei und feierten gleich noch zweimal Geburtstag. Erst mit meinen Eltern und dann kam der aufmerksame Leser kann’s erahnen am nächsten Tag die Patentante im Geiste noch vorbei. Geschenke, Geschenke. Doch der mini-monsieur war nicht ganz zufrieden: „Wann kommen endlich meine Gäste?“ fragte er wieder. „Noch 13 Mal schlafen und vorher feiert auch noch Ju seinen Geburtstag“, war keine Angabe, die den furchtlosen Ritter in spe glücklich machte.

Doch als wir wieder in Hamburg waren und der mini-monsier sah, dass der monsieur und ich uns gleich ans Werk machten, alles vorzubereiten, da wurde es für den kleinen Mann greifbarer. Die Zeit des Wartens wurde verkürzt durch die Fortschritte der Vorbereitungen, die er eifrig verfolgte und zum Teil auch unterstützte…

Bis zum großen Fest selbst. Aber das ist einen eigenen Eintrag wert.