Minionisiert

Diese Minions… Schon eine ganze Weile sind sie bei uns omnipräsent. Wann immer es darum geht, dass große Kräfte oder besondere Stärke gebraucht werden, sagt der midi-monsieur, dass seine Minions kämen oder er sie da oder da hinschicken würden. Seine Minions haben auch schon mehrere Syrieneinsätze hinter sind. Es ist seine Art mit den Ereignissen in der Welt umzugehen, sie zu be- und verarbeiten.

Daher lag es durchaus nahe, dass das Thema der diesjährigen Geburtstagsparty „Minions“ ist. Und man glaubt gar nicht, was man alles so machen kann. Seit ein paar Wochen ist die Wohnung von den gelb-Wesen bevölkert:

Mit den Einladungs“karten“ fing der Bastelwahn an:

Zum Geburtstag selbst spielten die Minions auch eine große Rolle (auch wenn die Geschenke fast ausschließlich von Lego Star Wars geprägt waren)

Dann waren es noch vier Tage bis zur großen Party und der Kv und ich bastelten und bastelten. Zum Beispiel Dekoration …
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… und Mitgebseltüten(-inhalt) …
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In den Tütchen sind unten blaue Gummibärchen (gab’s mal als Sonderedition) und oben Haribo-Bananen (die ich zum Glück geistesgenwärtig im April in Frankreich mitgenommen hatte, denn seitdem habe ich sie nicht wieder gesehen).

… eine Minion-Pinata …

… diverse Dosen für die Rallye-Stationen und das vom midi-monsieur gewünschte Dosenwerfen (insgesamt 17 Minions).
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Ich finalisierte die Rallyestationen/ -aufgaben

Dann gab es noch Dekoration für alle Beteiligten …

… für die Wohnung.

Und dann ging die Party los. Jeder Gast bekam zu Beginn ein T-Shirt mit einem Minion und seinem Namen darauf*.20160617_162134_baIch hatte eine Rallye vorbereitet: Die Kinder sollten den bösen Minion jagen. Als alle da waren, ging der Kv voraus. Die Meute suchte im Zimmer vom midi-monsieur den ersten Hinweis musste sich dann von Station zu Station rätseln. Es ging einmal quer durchs Viertel. Was für eine Eingeladene etwas doof war, da sie im Nebenviertel wohnt und sich bei uns natürlich nicht auskennt. Aber dafür durfte sie dann mehr Aufgaben an den einzelnen Stationen vorlesen und konnte so ihren Teil beitragen. Die dritte Station war auf einem Spielplatz, wo der Kv mit Picknick wartete. Meine Erfahrung hat einfach gezeigt, dass es keinen Sinn macht, mit Kuchen anzufangen. So hatte sie schon ein bisschen Action hinter sich. Gleiches gilt für die Geschenke. Da hatte ich mit dem midi-monsieur besprochen, dass wir das erst nach den Muffins machen (dass das erst viel später sein wird, wenn wir wieder zu Hause sind, wusste er ja nicht).

Eine Station war das Schwimmbad. Und der Weg dorthin war der weiteste. So hatten die Kinder ziemlich viel Zeit, darüber zu rätseln, ob sie denn wohl schwimmen gehen müssen. Und das, wo sie doch keine Badesachen dabei hätten.

An einer anderen Station gab es eine Mutprobe: Bertie Bott’s Bohnen essen. Jeder sollte nur eine essen. Und zuerst haben sie sich sehr geziert, aber dann überwog der Thrill und jede*r hat mindestens drei probiert.

Nachdem der vorletzte Minion gefunden war, kam der erste Schlaumeier drauf, dass sie in der Runde rumgeführt werden. Aber die Erkenntnis nahm ihnen nicht den Spaß, noch an letzter Station zu suchen und vom bösen Minion im Baum wussten sie natürlich auch nichts.

Obligatorisch meinte dieses eine Kind (wie schon im letzten und vorletzten Jahr), nachdem sie der Minion-Pinata die Süßigkeiten entnommen hatten, dass es hoffe, dass dies nicht das Einzige sein. ^^ Ich kam nicht umhin zu erwidern, dass Süßigkeiten und T-Shirt ja schon gar nicht so schlecht sein.

Dann wurde sich von der wilden Jagd erholt.

Als die Wolken bedrohlich dunkel über uns zu sehen waren, ging es rein.

In der Mitgebseltüte war unter anderem ein Fingerlicht* (und Minion-Aufkleber, eine Minion-Brille, Minion-Radiergummi und noch weitere Minion-Süßigkeiten*). Und blitzschnell waren sie sich einig, dass sie damit eine Dunkelparty machen wollen. Also Rolladen im Kinderzimmer runter und sie waren bis zum Essen und bis zum Abholen bestens beschäftigt.

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Plan A

Gebibbert und gezittert habe ich. Dieses Wetter hat mich verrückt gemacht. Und die Wettervorhersagen haben ihr Übriges dazu beigetragen. Ich wollte keinen Plan B durchführen. Ich wollte die Rallye machen.

Heute morgen sah es gut aus. Ich machte klar Schiff, dekorierte und positionierte bei bestem Wetter die Stationsminions – gesichert in Tiefkühlbeuteln. Ich kam nach Hause und es zog auf. Um 13h30 – eine Stunde vor Partybeginn – kam es runter. Mehr als ordentlich. Ich sah nicht meine Felle, sondern die Minions davon schwimmen… Der Kv hatte die glorreiche Idee, ich solle mir eine Regenradar-App aufs Handy ziehen. Die sagte: Ab 15h00 trocken. Ein Strohhalm, an den ich mich klammern konnte.

Die Kinder kamen und es hörte tatsächlich auf zu regnen. Als wir um 15h00 loszogen, um den bösen Minion zu suchen, hatten die Kids zwar alle noch Regenjacken an. Die konnten wir allerdings nach der Picknickstation – nach einem Blick auf die neue App – dem Kv mitgeben.

Wir schafften trocken alle Stationen. Und erst um 17h45 zog es wieder auf. Da gingen wir dann rein: Die Geschenke wurden ausgepackte, ein Wolkenbruch kam runter, es wurde noch Dunkel-Party im Kinderzimmer veranstaltet, Würstchen unterm Sonnenschirm gegrillt, gegessen, weiter Dunkel-Party im Kinderzimmer veranstaltet und dann war es 19h30 und die Kids wurden nach und nach abgeholt.

Fotos vom Wahnsinn gibt es morgen.

Morgen kann kommen

Nachdem ich heute
– früh einkauft
– einen Rüblikuchen (kurzfristig mit falschem Schnitzelwerk) und
– 28 Muffins gebacken
– gearbeitet
– 16 Fondant-Minions hergestellt
– den Rüblikuchen aprikotiert
– noch ein bisschen gearbeitet
– den midi-monsieur abgeholt
– Harry Potter vorgelesen
– den Kv begrüßt
– doch noch ein Geschenk gekauft
– zu Dritt abendbrotiert
– den midi-monsieur ins Bett gebracht
– die Fondant-Minions entgratet
– mit Rollfondant gekämpft
– den Rüblikuchen verziert
– das letzte Geschenk verpackt
– zusammen mit dem Kv dekoriert
habe, sah es so aus:

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Ich denke, wir sind parat.

Nicht ohne Schutzbrille

Yeah! Puhh! Jippiiieee! Geschafft! *seufz* – So habe ich mich gestern abend gefühlt, als nur noch der mini-monsieur, Mary Poppins und ich am Tisch saßen und Pizza aßen. Das war so gegen 20h00. Die Gäste vom mini-monsieur waren vor über einer Stunde gegangen. Gegangen nach sehr kurzweiligen und für die Kinder sehr spannenden vier Stunden.

Wer mit auf twitter oder ig folgt, weiß, dass ich bis zum Vortag noch gezittert hatte, ob ich wirklich alle Versuche durchführen kann. Waren für zwei der zehn vorgesehenen doch böseböse Chemikalien nötig. Die Apotheke – ja, ich war nur in einer, weil ich einfach keine Zeit hatte, diverse Apotheken im Viertel oder gar der Stadt abzuklappern – konnte mir nur einen Bruchteil der benötigten Chemikalien besorgen.

Aber ich hatte doch schon das benötigte Labormaterial besorgt. Das musste also irgendwie gehen.* Und nach meinem Hilferuf auf fb war ich meinem Plan wieder deutlich näher. Nur dass natürlich Mittwochnacht-Bestellungen bei Post-Streik eher suboptimal sind. Aber Freitag (!) war alles da, sodass ich nachts noch testete. Yeah!

Am Samstag waren nur noch ein paar kleine letzte Vorbereitungen – Törtchen, Melone, Eismasse, Spritzen aufziehen, Ammoniak verdünnen – zu machen und so waren wir eine Stunde vor Einladung bereit. Und während die Regenwolken über uns hinwegzogen und es auch immer wieder nass wurde, war ich sehr froh, einen Indoor-Geburtstag geplant zu haben.

IMG_5052_ba(Die Tischdecke ist übrigens ein Duschvorhang 😀 Und das Mikroskop ein Erbstück meines Ex-Schwiegeropas.)

Passendes Party-Geschirr gab es bei BlueBoxTree.

20150620_121149_Richtone(HDR)_baDie kleinen Forscher kamen ziemlich pünktlich. Da unter den Kindern zwei dabei waren, die noch nie beim mini-monsieur waren, habe ich sie erstmal spielen lassen.

IMG_5056_baVermutlich hätten sie auch einfach den ganzen Nachmittag getobt, aber als ich sie nach 20 Minuten fragte, ob sie Lust aufs erste Experiment hatten, hätten sie mich fast umgerannt. Und wie schon im letzten Jahr habe ich auch bewusst nicht mit Kuchen essen angefangen.
Bevor es losging, bekamen sie eine Laboreinweisung:

  • Mit behandschuhten Händen nicht sich oder wem anders ins Gesicht langen.
  • Ich bin Buck. Also alles hört auf mein Kommando.
  • Es wird nichts, mit dem wir experimentieren, in den Mund genommen.
  • Es geht den ganzen Nachmittag nicht um Wettbewerb, sondern ums Beobachten, Staunen, Mitmachen. Es kann keiner gewinnen!

Eifriges Nicken, kein Gerangel. Als alle sitzen, verteile ich Petrischalen und Pipetten für den Apfelversuch.

20150620_121914_Richtone(HDR)_baJedes Kind bekam einen andere Apfelsorte. Aus jedem wurden zwei Schnitze geschnitten, die sie dann in die Petrischale legen sollten. Ein Schnitz blieb unbehandelt, auf den anderen sollten sie Zitronensaft träufeln. Dann wurden sie hingestellt, um zu gucken, was im Laufe des Tages damit passiert.

20150620_150329_baDa es gerade nicht regnete, beschloss ich Experiment zwei und drei zu tauschen, da wir für das eine Sonne brauchten. Also erstmal Zauberpapier aka Cyanotypie (danke an Frau DrehumdieBolzenIngenieur für die Idee). Aus dem Auflagematerial (diverser Bastelkram und Playmobil-Figuren) haben sie erstmal ihre Motive zusammengestellt.

IMG_5062_baDann wurden im Halbdunkel die gekauften Photochemie-Blätter belegt und anschließend belichtet:

20150620_151642_baBeim Auswaschen im Wasser passierten wundersame Dinge: Aus hell wurde dunkel und umgekehrt.

IMG_5066_baUnd dann trocknen auf dem Balkon.

IMG_5068_baUnd während die blauen Bilder trockneten, waren wir auch schon bei Versuch 3. Einer der Versuche, für die ich die bösen Chemikalien brauchte: der Chemische Garten.

IMG_5073_baHier ging Sicherheit vor (und ein bisschen Muffensausen hatte ich schon). Also erstmal Handschuhe und Schutzbrille.

IMG_5070_ba_01Die Fast-Schulkinder waren aber sehr konzentriert bei der Sache. Es gab weder ein Hauen und Stechen mit den Pinzetten, noch haben sie mit den Metallsalz-Kristallen eine Schneeballschlacht begonnen. Stattdessen bestückte jedes Kind eifrig und gespannt sein Glas mit verdünntem Natronwasserglas mit jeweils einem der drei verschiedenen Kristalle. Erfreulicherweise passierte in ihren Gläsern schneller was, als in meinem am Vorabend beim Testen.

IMG_5075_ba IMG_5100_ba IMG_5103_baDann wollten sie erstmal das Kinderzimmer verwüsten spielen. Außerdem kam just Mary Poppins und so konnten wir in Ruhe das nächste Experiment vorbereiten.

Kurz bevor das Spiel zu kippen drohte wegen Unterzuckerung, fragte ich ins Kinderzimmer, ob sie denn Eis wollen. Einmal mehr war ich froh, dass es nur sechs Kinder waren, denn wie laut hätten wohl noch mehr Kinder „JAAAAA“ gebrüllt.

IMG-20150620-WA0014_ba🙂 Dass sie das Eis allerdings selbst machen sollten, hatten sie nicht erwartet. Aber brav rühren sie in der Schoko- und Vanillemasse**.

IMG_5077_baAls sich aber erwartungsgemäß nicht so viel tat, streute ich Spezial-Pulver (aka Salz) auf die Eiswürfel.

IMG_5081_baUnd siehe da, es wurde langsam fester. Sehr langsam und wir stellten das Eis beiseite und gingen zum Kuchenessen über. Aber einfach so geht das natürlich nicht bei einer Experimente-Feier. Es gab also Kuchen mit Effekt.

IMG_5105_baMit viel Spaß spritzen sie den gefärbten Zitronensaft in die Krater und staunten, was passierte.

IMG_5118_baUnd dann wurde erstmal gegessen. Neben den Muffins Vulkanen gab es noch Erdbeer-Törtchen, Erdbeeren pur und Melone. Mehr braucht es wirklich nicht.

Als alle gesättigt waren, ging der mini-monsieur seine Geschenke auspacken. Aber so richtig bei der Sache war er nicht. (Ganz ehrlich: Wenn die Kinder nicht schon so blöd drauf konditioniert wären, dann würde ich gerne sagen: „Nichts schenken. Das Kinderzimmer ist voll.“)

Daher rief ich zum nächsten Experiment: Chromatographie. Wir wollten also gucken, aus welchen Farben wohl die einzelnen Stiftfarben – gelb, orange, rot, blau, rosa, violett, grün, schwarz, silber und gold – bestehen.

IMG_5091_baUnd weil wir gerade so bei Stift und Papier waren, schob ich den Versuch mit der Zaubertinte*** hinterher. Mit der hellblauen Zaubertinte malten alle unsichbare Bilder auf ihr Blatt.

IMG_5092_ba Die in einer geheimnisvollen Kiste*** auf dem Balkon (so geheimnisvoll, dass es kein Bild davon gibt) entwickelt haben. Soweit es eben ging. Allerdings hat das nicht ganz so geklappt. Ich vermute mal, dass die Zaubertinte zu niedrig konzentriert war.

Als nächstes versuchten wir, Luftballons ohne Pusten aufzublasen. Das soll gehen?! Wir gingen auf den Balkon mit Erlenmeyerkolben, Trockenhefe, Backpulver, Natron, Essig, warmem Wasser und Zucker.

IMG-20150620-WA0012_baJetzt wissen die Kinder also, warum man Backpulver, Natron oder (Trocken-)Hefe beim Backen braucht. Und dass die Hefe etwas länger braucht, weil sie es gern kuschelig und süß mag, und dann (gewissermaßen) pupst.

Mittlerweile war es schon 17h30. Also noch eine Stunde bis zum Abholen. Nach Hunger sahen die Kinder nicht aus (also keine Pizza), also lieber noch ein letztes Experiment. Aus vorgeschnittenen Teilen und einer Filmdose fertigte sich jedes Kind eine Rakete an, die wir dann zum krönenden Abschluss und tatsächlich mit einem kleinen Knall haben fliegen lassen.

20150620_175943_baNach ein paar Starts zur allgemeinen Belustigung, gab es noch eine Runde Eis, das nun endlich gefroren war. Dann spielten die Kinder noch friedlich bis die ersten Eltern pünktlich kamen und versuchten, das richtige Kind mit den richtigen Schuhen wieder einzusammeln. Zum Abschied gab es noch die (leider) obligatorische**** Mitgebsel-TüteBox mit:

  • eine Lego-Forscherfigur
  • Ahoi-Brause
  • Seifenblasen*****
  • bisschen Süßkram
  • Cyanotypie-Bild
  • Zaubertinten-Bild
  • Chromatographie-Blatt
  • Spritze

Und dann war Ruhe. Nur ein strahlender mini-monsieur erinnerte daran, dass es wohl eine sehr spannende und spaßige Angelegenheit war. Und dass es genau richtig war, keine Wettbewerbsspiele gemacht zu haben. Es dauerte noch eine Weile, bis er endlich schlafen und ich mich danach meinem Bier widmen konnte.

Nächstes Jahr will er übrigens im kleinesten Kreis feiern. Denn er will nach Köln ins Maus-Museum. Und dazu sollen nur der Kumpel, der bald nach Köln zieht, und die (meine) Freundin, in die er schwer verliebt ist und die in Köln wohnt, eingeladen werden. Ich bin gespannt, was daraus wird 🙂

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* Ich hatte sogar den Verlag des Buches angeschrieben und bekam am nächsten Tag eine e-Mail vom Autor höschstpersönlich. Was sollte da noch schief gehen. (Affiliate-Link)

** Schoko = 200 mL (1 Be) Sahne + 9 gut gehäufte Löffel Kakao + 300 mL Milch
Vanille = 200 mL Sahne + 1 Be fertige Vanille-Soße mit Milch auf 500 mL auffüllen

 *** Zaubertinte = Kupfersulfat-Lösung; Zauberbox = Schuhkarton mit Schlitz und Ammoniaklösung drin

**** Das gleiche Kind wie im letzten Jahr hat auch dieses Mal schon wieder total danach gejiepert. Ich kann das nicht leiden.

***** Eigentlich war auch noch ein Seifenblasen-Versuch vorgesehen, aber auf den habe ich dann aus Zeitgründen verzichtet.

Aber so echt mit Knall

Schon im Januar hat der mini-monsieur festgelegt, dass das diesjährige Motto seines Geburtstags „Experimente“ sein soll. Und Experimente sind für ihn tatsächlich eher chemische Experimente. Da schlägt doch gleich das naturwisschenschaftliche Mutterherz höher. Allerdings wünscht er sich „Knall und Peng“. Hmmm, wenn’s in der Chemie knallt und pengt, ist ja im Normalfall etwas schief gegangen. Findet er jetzt nicht so knalle (hahaha), aber er vertraut mir, dass ich das schon irgendwie mache.

Ich habe ein Kinder-Experimente-Buch. Meine Mama hat noch mehr, die sie mir zur Verfügung stellt. Aber davon kann man ja nicht genug haben, also bestellte ich noch zwei weitere. Letzlich suchte ich vier Büchern und im web nach geeigneten Versuchen:

Im ersten Schritt habe ich 40 Post-its in den Büchern verteilt. Das ist eindeutig zu viel. Leider. Ich gehe sie noch einmal durch und komme auf 12. Mal schauen. Ich erstelle eine Zutatenliste und habe schließlich zehn Experimente, die ich wirklich gerne mit den Kids machen möchte. Ich tüftele ein bisschen, damit die Reihenfolge auch Sinn macht. wpid-img_20150607_175033.jpgIch lege eine neue Liste an, auf der ich genau notiere, welche Zutaten, Behälter, Materialien ich für welches Experiment benötige. Dann surfe ich stundenlang durchs Netz und freue mich über Erlenmeyerkolben, Pipetten, Messbecher und vielem mehr. Ich könnte das halbe Netz leerkaufen unter anderem auf diesen Seiten:

Ich bemühe mich, mich aufs Wesentliche zu beschränken. Aber so ein bisschen nach Labor soll es ja schon aussehen. wpid-img_20150602_134505.jpg wpid-img_20150602_134140.jpg Handschuhe gibt es selbstverständlich auch.

Nachdem endgültig geklärt ist, wen der mini-monsieur einladen will, habe ich die Einladungskarten gestaltet. Zum Glück habe ich (ja, ich! Das ist meins!) das Lego-Set. wpid-img_20150602_234246.jpgDabei kommt mir auch die Idee, welche Mitgebsel es geben soll. Ich wühle mich durch das Lego-Ersatzteil-Lager und bestelle Forscher-Körper, Hosen, Köpfe, Haare und Erlenmeyer-Kolben für alle. wpid-img_20150617_093858.jpgDaneben wird es noch Seifenblasen geben, weil es dazu auch einen Versuch geben wird und auch die gute alte, wirklich schwer erhältliche Ahoi-Brause wird eingesetzt. Drei Läden musste ich in Frankfurt abklappern, bis ich welche gefunden habe. wpid-img_20150615_142731.jpgWeitere Materialien habe ich in einem wunderbaren Schreibwaren-Laden gekauft. Dass es sowas noch gibt. *schwärm* Ich hätte den ganzen Tag dort bleiben können. Ich bekam alles, was noch auf meiner Liste stand dort – abgesehen von den Chemikalien. wpid-img_20150616_140246.jpgDie Chemikalien bereiten mir auch gerade sehr Kopfschmerzen. Ich stand heute eine dreiviertel Stunde in einer Apotheke und habe zuerst eine PTA wuschig gemacht (und sie mich: Auf der Liste stand „Parafilm“. Sie: „Das heißt auch Paraffin.“ „Nein, das ist nicht das gleiche.“ „Doch, das heißt nur anders.“ „Nein, ich meine diese Strechfolie zum Verschließen.“ o.O ).Dann hat sich die studierte Pharmazeutin um mich gekümmert. Aber viel konnte sie auch nicht für mich machen. Wenn ich die Chemikalien aber nicht bekomme, dann muss ich Versuch 2 und 8 streichen. Wobei 2 derzeit noch mehr auf der Kippe steht als 8, denn Kupfersulfat habe ich hier und Ammoniak würde mir die Apotheke bestellen. Dann mache ich vielleicht doch den Rotkohl-Versuch.

Und nachdem Mary Poppins heute meinte, dass sie doch kommen könne, kann ich am Samstag vielleicht doch ein paar Fotos machen. Dann gibt’s auch einen Text über die hoffentlich gelungene Party.

Edit: Nachdem ich nun auf fb einen Hilferuf abgesetzt habe, bekam ich den entscheidenden Hinweis*. Man glaubt es kaum: Die meisten fehlenden Chemikalien kann man bei amazon bestellen. Ich bin völlig baff.

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* Und einen tollen Kommentar (nicht von der gleichen Person): „Also es gibt auch viele Experimente, die ohne Chemikalien auskommen und daher besser für Kinder geeignet sind, wie alt ist denn der Sohn?

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Die Indianer sind los

Nach all den Vorbereitungen war es am Samstag dann endlich so weit. Der mini-monsieur konnte sogar noch wie gewohnt morgens zum Musikkurs. Der monsieur konnte wie gewohnt Samstagsmorgens mehr oder weniger* ausschlafen. Und ich konnte irgendwann wie gewohnt nach Musikkursbringdienst und einer falsch zugemachten Tür anfangen, die restlichen frischen Sachen vorzubereiten. Wo dann auch irgendwann der monsieur bei einstieg.

Und während wir so Obst aufschnitten, wurde die Laune des mini-monsieurs immer unerträglicher. Dies passte ihm nicht, an jenem wurde rumgenörgelt, was anderes wurde anvisiert, um mutwillig zerstört zu werden. Ich war kurz davor, die Party abzusagen, als ich auf die Idee kam, dem jungen Mann einfach mal was zu Essen anzubieten. Jaja, wahrscheinlich spielt bei vielen Verbrechen akuter oder gar chronischer Unterzucker eine nicht allzu unbedeutende Rolle. Das sollte man mal untersuchen.

Dass es immer wieder tröpfelte, war nicht in meinem Sinne im Sinne der Party. Sicherlich konnte der Plan auch weitestgehend indoor ausgeführt werden, aber im Hof wäre es besser. Einen regenfreien Moment nutzten Vater und Sohn dann schon mal, um das Tipi aufzubauen.

20140628_141521Ich rätsele ja immer noch, warum der monsieur ein paar Tage vorher so rumgeschimpft hatte, denn so schwierig war der Aufbau nun auch nicht. Ich richtete derweil den Tisch.

IMG_4406_baUnd dann klingelte es auch endlich. Und nochmal und nochmal. Fast alle Kinder kamen quasi gleichzeitig an. Und erstmal durfte sich jede/r einen Lendenschurz aussuchen. Jeder durfte, keiner musste. Und dass die Squaw im Kostüm keinen brauchte, war logisch.

Damit alle zur Ruhe kommen und sich schon mal einstimmen, wurden danach die Stirnbänder verschönert. Jede/r bekam eines und durfte es bemalen und bekleben, wie sie/er wollte.

20140628_144352Das half schon mal ganz gut, dass sich auch das einzige Mädel, das nicht wie alle anderen mit dem mini-monsieur in den gleichen Kindergarten geht, integrieren konnte. Als alle fertig waren, wurden die Werke zum Trocknen aufgehangen und die Meute konnte sich erstmal stärken.

Keine Anhung, ob wir mit dem Essen noch hätten warten sollen. Ich vermute ja eher, dass ihnen der präriegrasgrüne Kuchenguss nicht ganz geheuer war. Merke: Was Erwachsene gagig finden, finden Kinder im schlimmsten Fall ekelig bis sonderbar. Ob sie sich deswegen immer wieder unter dem Tisch verstecken mussten, konnten wir allerdings nicht herausfinden.

20140628_151239Mehr oder weniger gestärkt, ging es dann weiter. Da die Farbe noch nicht ganz trocken war, wurden die Kids erstmal geschminkt und bekamen ein Indiander-Tattoo. Dann konnten sie die Stirnbänder aufsetzen und nach draußen gehen.

Als erstes sollten sie um die Wette reiten. Ziel war es, zu bestimmen, wer bei der nächsten Indianeraufgabe zuerst (nur zuerst und NICHT gar nicht) dran sei. Ich teilte die Kinder ein, da wir nur zwei Steckenpferde haben.

IMG_4424_baUnd in allen Paarungen lief es super. Nur nicht beim mini-monsieur. Sein Pferd wollte nicht und so verlor er bereits an der Startlinie, weil er gar nicht erst losgaloppieren konnte. Das Indianer-Geheul hätte er sich trotzdem sparen können. (Zumal ich ihm tags zuvor noch sagte, dass ich kein Geheule wolle, wenn er mal nicht erster würde. Denn schließlich ginge es ums Gruppenevent und die Indianer seien ja auch immer im Team losgezogen.) Und weil quasi alle so gut mitgemacht hatten, gab’s die erste Feder für jeden.

Es war also klar, wer anfangen durfte. Und so wurden die Waffen verteilt.

IMG_4427_baUnd dann kam das Bison um die Ecke. Mit wildem Indianer-Gesang und -Gebrüll gingen die sieben auf die Jagd.

IMG_4442_baIMG_4437_baIMG_4464_baIrgendwann war es dann erlegt und das Horn wurde abgerissen. Dann wurde mit Indianer-Gejohle um das tote Tier getanzt.

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Um für den Winter gerüstet zu sein, wurde dem Bison das Fell abgezogen.

IMG_4482_ba IMG_4474_ba IMG_4480_baUnd ins Zelt gebracht…

IMG_4422_baFür die erfolgreiche Jagd und die vollständige Rückgabe von Pfeilen und Bogen gab es jeweils eine Feder. Natürlich musste das Ganze gefeiert werden. Es gab eine kleine Stärkung an der Irokesen-Bar.

IMG_4484_baUnd im Anschluss Schlangentänze (leider ohne Bild): Zwei Kinder bekommen jeweils eine Schnur mit leeren Dosen am Ende (aka Klapperschwänze) an die Hose gebunden oder in die Hand und zusätzlich die Augen verbunden. Dann machen die anderen Kinder Krach und Gejohle und turnen um die Schlangen herum, die sich durchs klappern finden sollen. Immer wenn sich die Schlangen gefunden hatten, gab’s für beide je eine weitere Feder.

Die nächste Aktion war die Bola: Dazu wirbelt einer die Bola so um sich, dass das Seil flach (!) über dem Boden verläuft. Die Kinder müssen dann über das Seil springen. Ansonsten werden sie gefangen und müssen ausscheiden. Anfangs habe ich die Bola gedreht. Doch dann haben die Kids den Ball erobert.

IMG_4501_ba IMG_4502_baIch glaube, die Faszination des bunten Schweifs war recht groß. Und so hat es nur so halbmittelgut funktioniert. Aber die kleinen Indiander hatten Spaß. Dann fing es an zu tröpfeln und es war auch schon kurz vor 17h00. Zum Glück stand nur noch die Schatzsuche auf dem Plan. Die sollte ja auf dem Balkon stattfinden. Und da konnten wir einen Schirm aufspannen.

Die Idee habe ich im Playmobil Funpark (wo wir ja zwei Wochen zuvor mit dem mini-monsieur waren) geklaut. Gemeinschaftlich sollten die Kinder eine bunte Steinchen-Mischung

20140628_144538aus dem Sand sieben. Was sie auch wirklich eifrig taten.

20140628_170952 20140628_171028Denn um den Schatz mit nach Hause nehmen zu können, konnten sie zwei große Diamanten-Steine gegen einen kleinen Beutel tauschen.

20140628_180428Und während sie noch siebten und Steine wuschen, machten der monsieur und ich das Abendessen fertig. Die Kinder gingen irgendwann dazu über, im Zimmer vom mini-monsieur größtes Chaos zu verbreiten zu spielen. Aber waren dann auch froh, als es um 18h00 Würstchen, Kartoffeln, Maiskolben und zum Nachtisch Präriegras- und Bisonblutpudding gab.

Und während sie noch aßen, kamen nach und nach die Papas, um eine/n nach dem andern abzuholen.

Dass es keine Mitgebsel-Tüte gab, sondern „nur“ die Beutel mit den Steinen, den Kopfschmuck, den Lenenschurz und – wer wollte – auch den Strohhalm, störte keinen. Und so ging ein insgesamt sehr gelungener Tag zu Ende.

 * Wohl zu wenig, denn die Laune war eher mäßig.

Making of Indianer-Fest

Ich habe keine Ahnung, woher der mini-monsieur das hat, dass der Geburtstag als Motto-Party ausgerichtet werden kann/soll/muss. Denn soweit ich weiß, war er bislang – auch in Hamburg – zu keiner eingeladen. Aber schon vor über einem Jahr meldete er ja frühzeitig an, dass er ein Ritter-Drachen-Fest haben wolle. Und auch für den diesjährigen – fünften – Geburtstag gab er durchaus sehr früh das Motto für die Party vor: Ein Indiander-Fest sollte es sein.

Da wir in Frankfurt ja nicht ganz so idyllisch (dafür umso toller) wohnen wie damals seinerzeit in Hamburg, fiel eine SchnitzelBisonjagd durchs Viertel oder den nächstgelegenen Park aus. Aber dafür haben wir ja einen tollen Balkon und einen tollen Hof.

Ursprünglich dachte ich ja schon vor der Kur, dass ich während der Kur das Fest detailierter planen könnte. Aber dann habe ich die zwölfdrillionen Bücher (von meiner Mama zum Thema ausgeliehen) doch zu Hause gelassen, weil planen könnte ich auch noch danach. Was ich dann auch tat. Ende Mai koordinierte ich mal wieder per sms den „besten“ Termin. Zeitgleich machte ich mich dran, die Einladungskarten zu entwerfen.

20140527_150605Die der mini-monsieur und ich in einer ziemlichen Nacht-und-Nebel-Aktion fertigstellten. (Notiz an mich: Mit Kohlepapier wäre es einfacher gewesen.)

20140527_203850EinladungTags drauf verteilte er sie dann stolz im Kindergarten. Mit dem großen Haken, dass es noch gut ein Monat dauern würde, bis die große Party steigen würde. Die Tage schienen unzählbar. Am richtigen Geburtstag waren wir „nur“ zu dritt – also Mama, Papa und mini-monsieur. Und es war eine weise Entscheidung, dass wir an dem Tag als Überraschung in den Playmobil Funpark gefahren sind. Ansonsten wäre es wohl ein seeehr schlimmer Geburtstag geworden. Denn dass auch am nächsten Tag lediglich Oma und Opa kamen und KEINE Freunde, war gar nicht in seinem Sinne. Immerhin konnte er am darauf folgendem Tag im Kindergarten endlich eine erste Runde mit der Peergroup den Kumpels feiern. Und so langsam wurden die Tage bis zum großen Tag auch zählbar.

Derweil plante ich den Ablauf (mit Hilfe der Bücher*), schrieb Listen und organisierte neben dem Job diverse Dinge, die für das Fest gebraucht würden. Der monsieur kämpfte mit dem Tipi. Der finale Plan fürs Fest war folgender:

  1. Lendenschurz für jede/n, die/der will.
  2. Kopfschmuck/Feder-Stirnband gestalten.
  3. (während des Trocknens) Kuchen essen
  4. Schminken
  5. Wettreiten
  6. Bisonjagd
  7. Schlangentanz
  8. Bola
  9. Schatzsuche im Sand
  10. freies Spiel
  11. Abendessen

Das Prinzip sollte sein, bei allen Spielen Federn zu gewinnen, um so am Ende einen bunten Federschmuck mitnehmen zu können.

Am Donnerstag hatte ich dann endlich abends Zeit, mich wirklich um die Vorbereitung zu kümmern. Als erstes bastelte ich die Stirnbänder. Dazu nahm ich Wellpappe**-Streifen (Länge ca. 50 cm, Breite: 4 cm), die ich mit breiterem (also breiter als gängiges, nicht breiter als die Streifen) Gummiband vernähte (und was war ich froh, dass meine Maschine das mitgemacht hat).

IMG_4383_baNach dem ersten Nähversuch

IMG_4391_bahatte ich es dann auch raus, wie ich die Naht halbwegs sinnig führe, damit ich nicht tausend Einzelfäden zum Vernähen habe.

IMG_4393_baIMG_4395_baFür die Stirnbänder vom monsieur und mir habe ich Klettband genommen.

Danach habe ich die Lendenschurze genäht. Nix Weltbewegendens: Stoffrechtecke 15×17 cm nur (!!!) oben einmal umgeschlagen und vernäht. IMG_4389_baDann immer zwei auf ein Bändsel von ca. 80 cm gezogen. Und zum Schluss mit Stoffmalstiften bemalt.

20140626_233943Ein Bola habe ich auch noch an dem Abend gebastelt: Zum Glück hatten wir noch einen Tennisball mit einer Schnur dran (nein, nicht vom Hund). Diesen habe ich in einen Stoffrest gehüllt und dann mit bunten Geschenkband-Resten und Stoffmalfarben verziert.

20140627_020226Und weil wir dann gerade so im Bastelwahn waren, haben wir auch noch drei Köcher für die Pfeile verschönert (Wofür sich so Chipsrollen alles eignen ;)).

IMG_4398_baDann ging es ins Bett…

Am nächsten Tag waren die Rollen verteilt: Während der monsieur die Jagd vorbereitete, ging ich sammeln. Soll heißen, dass sich der monsieur um die Kreation des Bisons kümmerte.

20140627_151346Hier ein Dank an Herrn Weber, der uns freundlicherweise die aureichend große Pappe zur Verfügung stellte. Das Fell ist Füllmaterial aus dem Bastelladen, das mit Tapetenkleister auf dem Pappskelett geklebt wurde.

Und ich die Mittagspause meines Home office dazu nutzte, Essbares zu sammeln. Auch hier verfolgte ich einen Plan:

  • Nachmittags: Kuchen, Bisonblutpudding (aka roter Wackelpudding), Präriegraspudding (aka grüner Wackelpudding) und viel Obst
  • Abends: Würstchen, Maiskolben, Kartoffeln
  • Getränke: Eiswasser (aka Zitronenlimonade) und Feuerwasser (O-Saft mit Traubensaft)

IMG_4404_baSpäter buk ich noch einen Kuchen und verzierte ihn aufwändig.

IMG_4403_baDer Wackelpudding war zum Festwerden im Kühlschrank und der Rest war auch soweit fertig, dass es am nächsten Tag losgehen konnte.

* Großer Tipp für alle, die auch ein Indianer-Fest ausrichten wollen: Oxmox ox Mollox – Kinder spielen Indianer von Jörg Sommer

** Wellpappe, weil man in die „Wellen“ prima die Federn stecken kann.