Pedal de deux

Wer feiern und demonstrieren kann, die kann auch Fahrrad fahren. Schließlich hatten der RB und ich extra ein verlängertes Wochenende aus unserem Festivalbesuch gemacht, damit wir uns auch Potsdam angucken können. Und nach meinem Kurzbesuch im April war recht klar, dass sich die Stadt per pedale deutlich umfangreicher und – zumindest aus meiner Sicht – entspannter erkunden lässt.

Zuerst überlegten wir für alle Tage Räder zu mieten, aber dann ergab sich das TweepMeet am Freitag und die Demo am Samstag und so war klar, dass wir wirklich erst am Sonntag radeln würden (die Strecke zum Festivalgelände konnten wir problemlos zu Fuß gehen). Und weil der Fahrradverleih* auch Tandems anbietet, überkam es mich und ich reservierte eins für den RB und mich.

Zum Abholen waren wir etwas später dran als vereinbart, weswegen ich dort anrief. Angeblich wäre meine Reservierung nicht im System, aber es wäre noch ein Tandem vor Ort. Aber ganz vielleicht zu groß. SOWAS kann bei mir ja schlechte Laune verursachen! Aber ich fuhr tapfer nicht-grummelnd mit dem RB per Bus zum Verleih. Ein bisschen hin und her, kurze Probefahrt – der RB vorne, ich hinten. Fühlte sich für mich, weil ich nichts sah und nicht lenken konnte, gaaaanz schlimm an, aber wir passten zumindest zusammen auf das Rad …

Foto-Credits: RB

… und wollten das Abenteuer wagen. Es ging kurz nochmal zum AirBnB, um Getränke und Notfallverpflegung aufzuladen. Dort versuchten wir dann aus mehreren Gründen, ob es nicht doch besser passen würde, wenn der RB hinten und ich vorne sitzen würde. Und ja, so war es besser**.

Wir fuhren los. Zunächst etwas wackelig und mir waren das Bremsen und vor allem Wiederanfahren nicht ganz geheuer. Aber wir groovten uns unter den interessierten Blicken „aller“ anderen Spaziergängerinnen und -fahrerinnen ein.

Erster Halt nach gut 4 Kilometern …

Wir fuhren an der Havel, der Babelsberger Enge und Glienicker Lake entlang auf die Wannsee-Insel. Auch da hatten wir die meiste Zeit beim Fahren durch den Wald Wasser an unserer Seite.

Wir fuhren an der Max-Liebermann-Villa vorbei und ich setzte Grüße nach Irland ab. Doch das wunderbare Fräulein war gar nicht in Irland, sondern ganz in unserer Nähe, was sich herausstellte, als wir gerade die Gedenkstätte der Wannsee-Konferenz*** besichtigten. Ein wunderschön gelegener Ort. Aber ein schlimmer Ort. Ein beklemmender Ort.

Dann fuhren wir zurück zur Max-Liebermann-Villa, die zwar auch Geschichte zu erzählen hat, aber trotz allem die Lebensfreude Liebermanns, mit er er diesen Ort geprägt hat, ausstrahlt. Es ging zurück, weil direkt am Wasser an einem Tisch mit vier typischen metallenen Gartenstühlen Mademoiselle ReadOn auf uns wartete und uns mit dieser besonderen Herzlichkeit begrüßte, die aus ihren Texten strömt.

So schön, sie in Echt kennenzulernen und mit ihr zu reden****. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Großmut, Geduld, Fürsorge, Selbstlosigkeit und Liebe in einem Menschen stecken.

Dann fuhren wir noch ein kleines Stück zusammen, bis wir wieder auf unserer Tour waren. Wir fuhren weiter entlang der Inselküste, erhaschten einen Blick auf die Pfaueninsel, freuten uns, dass wir ein Mountainbike-Tandem hatten, mit dem wir auch durch die meisten Sandplacken kamen, und machten kurz Halt am Krughorn:

Den RB drückten der Hunger und die müden Beine, aber nun war es nicht mehr weit bis Potsdam. Der Weg führte uns noch über die Glienicker Brücke, zum Pfingstberg (rauf und wieder runter), einmal quer durch Alexandrowka und dann Richtung Innenstadt.

Eigentlich hatte die Routenplanung noch einen Abstecher nach Sanssoucis vorgesehen, aber dann trafen wir am Brandenburger Tor*****, den einzigen Potsdamer, den wir kennen, und gingen mit ihm und seiner Freundin essen und trinken.

Die nächsten Touren – da sind wir uns einig – fahren wir lieber auf getrennten Rädern, aber es wird auch bestimmt nochmal eine Tandemfahrt geben, sollten wir die Möglichkeit haben.*******

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* vermutlich Werbung, auch wenn wir die Mietgebühr selbst gezahlt haben

** Zumindest für mich

*** Das Haus der Wannsee-Konferenz ist kostenlos (Spenden) zugänglich. Das finde ich ehrlich gesagt sehr gut und sehr wichtig.

**** Ich wollte zunächst „plauschen“ schreiben, aber es war mehr als ein Plausch.

***** Ja, die Potsdamer haben ein eigenes.

****** Zuzüglich 3,4 Kilometer für die Rückfahrt zum AirBnB.

******* Wenn ein Pärchen bis zur Tandemfahrt nicht klar miteinander kommuniziert, wird es das spätestens dann lernen oder sollte über Trennung nachdenken.

Alles im Fluss

… oder am Fluss, zumindest liegt Nierstein am Rhein, der ja durchaus als Fluss bezeichnet werden darf. (Nein, es ist kein sehr langer, dafür recht schmaler See.*)

Dieses Schiffchen unter … äh … aus dänischer Flagge würde wohl im Fluss leider untergehen.

Aber nicht nur der Fluss fließt durch Nierstein, sondern es floss bei der tollen, entspannten, lustigen, interessanten, unterhaltsamen und überhaupt GARTYPARTY18, zu der Frau Mutti bzw. Schnickeldi und Familie wieder einmal eingeladen hatten, auch einiges an trinkbaren Flüssigkeiten. Und so tranken wir uns durch diverse Rieslinge von Dalgaard&Jordan, die auch eingeladen waren.

Das war – auch für den midi-monsieur – ein schöner Nachmittag und Abend in der Grünen Villa mit ihren Bewohnern und Gästen, sodass ich mich nur wiederholen kann:

Und sage: Hoffentlich sehen wir uns (spätestens) beim Adventskaffee wieder!

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* Nein, der Rhein ist auch nicht so schmal, also für einen Fluss. Für einen See wäre er das durchaus.

DSGVO

Alkohol, auch in Rosé-Form hilft auch nicht …

Herrje, herrje, herrje. Ja, Datenschutz ist wichtig. Datenschutz ist gut. Hat alles seine Berechtigung und ich wundere mich auch oft, wie ich in welchen Newsletter wohl reingeraten bin. Aber mal gaaaaanz erhlich, liebe EU, mein kleines privates, völlig werbefreies Blog möchte nur Geschichten erzählen und keiner Leserin etwas verkaufen oder gar irgendein Schindluder mit ihren Daten betreiben. Wegen mir dürften sich alle Leserinnen „Lieschen Müller“ nennen, wenn sie kommentieren wollen. Was mir nicht passt, schmeiße ich ja eh raus oder schalte es gar nicht erst frei. Da interessiert mich letztlich gar nicht, wer da in Echt hinter steckt.

Aber gut, nun isses, wie es ist und ich arme kleine private Bloggerin *jammer schluchz heul* muss irgendwie mit diesem riesigen Ungetüm fertig werden. Seit Tagen sammel ich schon Links, die mir vielleicht weiterhelfen können. Joah, können sie – ZUM.TEIL. Zum größten Teil sind sie mir zu technisch und ich steige schon bei Begriffen wie „Opt-out“ aus. Dennoch habe ich eine erste Quintessenz nach dem Lesen einiger Links (Liste unten):

  1. Ich hoffe sehr, dass WordPress.com (.org ist ja was anderes!) bis zum 24.5.2018 eine probate, Dummie-gerechte (am liebsten One-Klick-) Lösung anbieten wird. Immerhin zahle ich ja auch Geld für mein Vergnügen hier. (Es gibt ja schon PlugIns. Aber halt für .org bzw. im BusinessTarif.)
  2. Dieses Blog muss an folgenden Stellen DSGVO-fit gemacht werden:
    – Impressum
    – Datenschutz
    – Kommentare (ggf. abschalten)
    – IP-Adressenspeicherung
    – SocialMedia- (Share-)Buttons bzw. Like-Button
    – Gravatar-Verknüpfung
    – Instagram-Widget
    – ggf. YouTube-Embeded-Videos

Einiges kann ich wohl selbst relativ einfach beheben, anders bedarf einer vernünftigen programmiertechnischen Lösung seitens WordPress. Ich hoffe da wirklich.

Und für alle, die auch lesen wollen, hier „meine“ Links ((fast) unsortiert und ohne Wertung):

Wer noch weitere gute Links hat oder sonst einen hilfreichen Tipp: Immer her damit!

Mein Blog …

… mein Leben.

So kann ich es kurz fassen.

Ich blogge bewusst anonym – obwohl das auch mittlerweile sehr aufgeweicht ist – und schließe noch bewusster kommerzielle Kooperationen jeder Art aus*. Hier zu schreiben ist mein Ventil. Dieses Blog ist meine Spielwiese, mein Wohnzimmer.** Wenn ich Euch etwas empfehle***, dann weil ich es wirklich für gut befinde, es ausprobiert habe und sicherlich KEIN Geld, kein Probeexemplar dafür bekommen habe. Ja, ich hatte noch nicht einmal irgendeinen Kontakt mit dem Unternehmen dahinter.

Aber ich mag es gute Erfahrungen zu teilen. Und das sind halt manchmal auch kaufbare Dinge.

Aber letztlich möchte ich Euch die klugen Worte vom verehrten Fräulein ans Herz legen: Fünf Minuten oder lieber keine Werbepause

Das kann ich vollumfänglich so unterschreiben (hätte es nur nicht so schön schreiben können). Ich schreibe für Euch, liebe Leserinnen****.

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* Was sicherlich auch daran liegt, dass es einfach mein Job ist. Ich weiß, wie PR funktioniert und ich mag die Vermischung von Privat- und Berufsleben einfach nicht.

** Mein kleiner Luxus ist meine eigene Domain, für die ich eine kleine jährliche Gebühr zahle (andere Hobbies kosten mehr Geld und Zeit). Auch damit mein Blog werbefrei ist.

*** Was ja wirklich selten vorkommt.

**** Leser wie üblich mitgemeint.

Nachhang

Anfang der Woche träumte ich – in dieser blöden Schlafphase zwischen etwas zu früh wach werden und Weckerklingeln -, dass ich mit Zwillingen schwanger sei. Ja, vom RB. Wobei das irrelevant* ist. Ein Schwangerschaftstraum fällt für mich ja schon fast unter Albtraum** und entsprechend bin ich auch hochgeschreckt.

Was aber weit irritierender war: In dem Traum hatte ein Schokoosterhase eine zentrale Rolle. Ein angebissener. Und beim Scrollen durch Instagram sah ich auch wieder, woher das Bild kam:

„Meiner“ war allerdings kein Vollmilch-, sondern ein weißer*** Schokoosterhase.****

Und es hängt mir immer noch nach, dass ich nicht mehr weiß, was der Schokoosterhase in dem Traum gemacht hat.

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* Naja, es wäre schon komisch, träumte ich, ich sei von wem anders schwanger.

** Das Thema ist bei mir – und zum Glück auch beim RB – durch, durch, durch.

*** Dabei mag ich weiße Schokolade gar nicht so gerne.

**** Ich hoffe, azurgrau ist mit der kulturellen Aneignung dem Screenshot vom Bild einverstanden.

Einfach ja sagen

Manchmal ist es ja ganz gut, einfach mal ja zu sagen. Einfach darauf zu vertrauen, dass einer ein anderer Mensch nichts Böses will, wenn sie eine Unternehmung vorschlägt.

So war es, als Silke Herrn Walthers und meine Post-Richard-III.-Euphorie ausnutzte und uns direkt zum nächsten Kulturabend „verdonnerte“. Ich guckte nämlich nur aufs Datum und sagte zu. Später klärte ich dann noch mit dem RB, ob er den midi-monsieur ins Bett bringen könne an dem Abend und das war es dann auch schon. Ich kümmerte mich Nullkommanichts darum, was genau uns nun an dem Abend erwarten würde. Ich hatte noch nicht einmal registriert, dass es eine Lesung sein würde. Aber gut, nach bereits zwei*, naja drei** Lesungen, ist mir nun auch dieses Format geläufig.

Gelesen hat Ferdinand von Schirach, den ich Banausin ja bis heute auch nicht kannte. Wobei er nicht nur aus seinem Buch „Strafe“ vorgelesen hat, sondern auch über den Prozess gegen Sokrates (ja, der olle Philosph aus der Antike) referierte.

Er sieht etwas erleuchtet aus 😉

Das Publikum war sehr aufmerksam und sehr still, sodass ich mir etwas „laut“ vorkam, als ich spontan applaudieren musste, als von Schirach sinngemäß sagte: „Es ist ja schon gut, dass sich der Staat nicht in die Kirche einmischt.*** Aber noch besser wäre es, wenn sich die Kirche nicht auch in den Staat einmischen würde.“ Danach war ich dann aber auch still und lachte auch nur in mich hinein, als das Pärchen vor Herrn Walther total kinoesk die Köpfe zum Knutschen Kuscheln zusammensteckte.****

Da ich nichts wusste, habe ich nichts erwartet und so war es einfach toll: die erzählten bzw. vorgelesenen Geschichten, die Stimme, die Atmosphäre, die Begleitung (nagut, die kannte ich ja vorher, da konnte nichts schief gehen).

Doch, es lohnt sich durchaus, einfach mal ja zu sagen und Dinge zu machen, die eine sich selbst eher nicht rausgesucht hätte.

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* Sarah Kuttner und Mama Schulze

** Ich weiß immer noch nicht, ob ich die Titanic-Lesung werten soll. Wobei wir ja eigentlich wegen Andrea Diener da waren.

*** Stimmt auch nur bedingt. Aber der staatliche Einfluss auf die Kirche ist sicherlich deutlich unbedeutender, als die umgekehrte Einmischung.

**** Das muss eine Frankfurter Mode sein: Bei Richard III. hatte ich ein Pärchen im Blickfeld, das mitten im Stück tatsächlich knutschte und sie sich auf seinem Schoß räkelte. Ähmja… Ich werde alt und verständnislos.

Co-Working

Eigentlich wollte ich heute nur ein Bild von unserem Esstisch posten. Aber weil ich in einem HangOut hing (jaja, der Kalauer ist schwach) und das Handy nicht zur Hand hatte (es geht noch schlechter), gibt es nur ein diskriptives Bild:

Gegenüber von meinem Rechner stand das Apfelbuch vom RB und der midi-monsieur saß auf der Bank vor Kopf: Ich hörte andächtig einem Probevortrag zu, der RB tippte fleißig und der midi-monsieur ließ sich von der arbeitssamen Atmosphäre so anstecken, dass er seine restlichen Hausaufgaben ganz schnell und ohne sich ablenken zu lassen erledigte.

Das funktioniert alles erstaunlich ziemlich gut.

Braucht keiner

Natürlich geht das Leben weiter. Und es ist ja auch ziemlich sehr schön gerade. Aber trotzdem kann man zusammensitzen und feststellen, dass manche Dinge halt kein Mensch braucht. Dass man sie auch keinem wünscht.

Ein nasses Bein, weil man beim Eis zerstochern am Dreieichteich in ebendiesen reinrutscht, braucht auch keiner. Ist aber dennoch ein kleines Übel*, das zum Glück schnell zu beheben war.

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* und lehrreiches! Denn, wenn Mama 100 mal sagt, man soll nicht zu nah an den Teichrand, man könne einbrechen, glaubt man das ja nicht unbedingt. Also muss man es wohl erfahren.

Essen wie Odin

Dieser Adventskaffee ist schon nett. Und was sich daraus ergibt halt auch. So zum Beispiel heute ein illustres Essengehen in Smørgås.

Eigentlich wären wir zu siebt plus Kind gewesen, aber zwei (plus ein Partner) mussten krankheitsbedingt absagen. Der nächste Termin wird bestimmt bald angesetzt, denn wir müssen uns wohl alle einmal durch die kleine, aber feine Speisekarte probieren.

Das, was wir heute hatten, war auf jeden Fall sehr lecker:

Dazu gab es noch ein überdrehtes Kind, das – wenn es irgendwann alt genug ist – einen Aushilfsjob da sicher hat.

Kunst

Das Kind sitzt am Tisch und guckt auf die gegenüberliegende Wand. Die Wand, an der diverse Kunst hängt: Harry Potter vom Kind, eine Rose von mir …

Die Belichtung ist etwas suboptimal.

und seit neustem die Frankfurter Skyline von der tollen Jette.

„Mama, das Bild“, meint das Kind zum Neuzugang, „ist echt toll. Der Künstler oder die Künstlerin kann das echt gut.“
„Eine Künstlerin hat das Bild gemalt.“
Er nickt anerkennend. „Ja, das ist echt gut. Die Farben sind auch total toll.“
„Ja. Die durfte ich mir wünschen.“
„Echt?! Warum?“
„Weil ich die Künstlerin kenne.“

Tja, liebe Jette, sollte der midi-monsieur Dir mal begegnen, dann solltest Du eine Autogrammkarte parat haben.