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Weil mein Instagram-Account irgendwie verwaist, dachte ich mir, dass ich mal wieder bei 12von12 mitmachen könnte.

#1: Zum Duschen brauche ich Musik. Und danach brauche ich leider auch Fenistil, denn ich habe mir am Samstag Nacken und Dekolleté verbrannt. Gar nicht schön das.-

#2: Es ist BalkonOffice-Wetter, aber die Wärme und das Sitzen bekommen meinen Beinen nicht. Also quetsche ich mich ganz uneitel in die Kompressionsstrümpfe.

#3: Vor lauter Arbeiten komme ich nicht zum Essen. Der Skyr transpieriert schon.

# 4: Ich räume das BalkonOffice, weil …

#5a/b: … ich noch schnell (haha) die Griffe vom Mountainbike tauschen will. Zum Glück klappt es wie gewünscht.

#6: Beim Rugby ist heute Elternabend. Saisonrückblick und -ausblick. Wobei uns das nur teilweise betrifft, da der midi-monsieur ja ab Sommer in der nächsthöheren Altersklasse spielt.

#7: Schulelternbeiratssitzung ist heute auch.

#8: Weil der Kv da ist, kann ich nach dem SEB noch in Ruhe einkaufen gehen.

#9: Als ich die Einköufe in die Küche bringen, gucken mich die Gerbera sehr traurig an.

#10: Ich setze mich kurz auf den Balkon und genieße die frische Luft.

#11: Aber die Gedanke an das Gespräch, das mir morgen bevor steht, lassen mich nicht los und ich gucke mir meine Notizen an.

#12: Ich sinniere noch kurz über die magere Dekoausbeute: So ohne Motto bin ich etwas ideenlos.

Alle 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.

Tauschgang

Der am 12.11.15 gekaufte Duschschlauch ist kaputt. Warum ich das Datum so genau weiß?! Weil ich damals 12von12 mitmachte. Und was ich auch noch genau weiß: Dieser an dem Tag zweite gekaufte Duschschlauch hatte eine ziemlich lange Garantie. Ich höre jetzt noch die Verkäuferin: „Bewahren Sie die Quittung gut auf, der hat Garantie.“ Jahaaa, die Stimme hab ich noch im Ohr. Die Quittung aber ist verschwunden. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich sie letztens noch in der Hand hatte. Vermutlich, um sie wegzuschmeißen. *seufz*

Wie auch immer: Der Duschschlauch ist undicht. Und zwar nicht an der Dichtung, sondern irgendwo. Keine Ahnung, was er hat, aber es gehen sicherlich 30 % der Wassermenge verloren, bevor sie durch den Duschkopf fließen konnten. Also brauchte ich einen neuen Duschschlauch. Und weil ich unseren kleinen Baumarkt mag und vermute, dass die ja nichts für den Dekekt können, bin ich da heute wieder hin. Kurz dachte ich, dass ich mit dem kaputten Ding hingehen könnte und vielleicht diskutieren könnte, dass ich den Schlauch ja da gekauft hätte, aber die Rechnung nicht mehr habe. Ja, ich könnte auch in meinen Kontounterlagen gucken, ob ich damal mit Karte gezahlt habe – so als Beleg. Aber das war mir jetzt alles zu aufwändig. Also hin, neuen Schlauch mit langer Garantie (10 Jahre!) holen und gut. Und den alten dann in einem halben Jahr mit der neuen Rechnung umtauschen.

Dann musste ich auch noch in die Stadt. Auf die Zeil. Weil ich letztens mal NICHT im Internet bestellt habe, sondern den stationären Einzelhandel unterstützen wollte. Blöderweise war es ein Fehlkauf. Das Gekaufte ist leider nicht universell einsetzbar, sondern nur für eine spezielle Marke. Sowas hasse ich ja. (Genauso wie diese blöden eigenen Ladekabel vom Apfel. Sollen die doch einen Jodelkurs machen für was Eigenes.) Also brachte ich es zurück in den Laden und bekam … tadaaaa … einen Gutschein. Für diese eine spezielle Marke. Nochmal Hass. Ja, der Händler hat damit das Recht auf seiner Seite. Aber da muss sich keiner wundern, dass mehr und mehr im Internet gekauft wird: Da, in diesem komischen Internet, kann ich nämlich einkaufen, wann ich will. Da brauche ich mich nicht mit anderen Menschen rumplagen. Da muss ich mich nicht ärgern, dass irgendwer das Oberteil in meiner Größe unauffindbar weggehangen hat oder dass der linke Schuh im Karton nicht die gleiche Größe hat wie der rechte. (Beides schon erlebt.) Da kann ich meistens relativ gut vergleichen. (Von) Da bekomme ich das Zeug an die Tür geliefert. Da(hin) kann ich das Bestellte im Zweifelfall zurückschicken und bekomme mein Geld zurück und muss dafür noch nicht einmal wieder zu irgendeinem Laden zurück.

Wenigstens habe ich mich so bewegt und war an der frischen Luft, habe unterwegs Dinge eruiert und habe Menschen angelächelt.

Weniger allein

Mag sein, dass es kein guter Stil ist, nicht zu verlinken, aber so langsam bin ich es echt leid. Dieses ewige Gepiense (wie der Hesse es nennt) ist fast unerträglich. Ich weiß schon, warum ich meinen Feedreader vor einiger Zeit aufgeräumt habe. Aber so ganz verhindern kann ich nicht, dass hin und wieder ein link in meine TL gespült wird. Jajaja, ich muss ihn ja nicht anklicken. Und ich werde da noch an meiner Impulskontrolle arbeiten müssen. Aber nun ist es geschehen und ich habe Puls.

Vor einiger Zeit wurde sich über den Begriff „alleinerziehend“ beschwert. Er sei abwertend, diskriminierend und werde der Lage ja eigentlich nicht gerecht und überhaupt.

Nun wird sich darüber beschwert, dass Menschen diese Bezeichnung für sich beanspruchen, auf die er – so sagt die Alleinerziehenden-Sprachpolizei – nich zuträfe. Weil sie eine*n Partner*in (womöglich den anderen Elternteil) haben und ein bisschen alleinerziehend gibt’s nicht. Irgendwann drehen mir noch die Augen aus den Höhlen. Denn nach all dem, was ich so bislang gelesen habe, sind die Kriterien für „alleinerziehend“ folgende (und gefühlt muss man, wenn man sich alleinerziehend nennen will, alle Kriterien erfüllen):

  • Man muss mindestens ein Kind haben.
  • Man muss mit diesem/n Kind/ern allein wohnen.
  • Man ist in einer finanziell kritischen Situation. (V.a. weil der andere Elternteil nicht zahlt.)
  • Man liegt mit dem anderen Elternteil im Clinch.
  • Der andere Elternteil beteiligt sich in keinster Weise an der Erziehung, ist nicht präsent und macht einem das Leben schwer.
  • Man ist emotional instabil oder zumindest in einer emotionalen Ausnahmesituation.
  • Man hat keine*n Partner*in und wird auch nie wieder eine*n haben.

Ich weiß, dass es viele Alleinerziehende gibt, die viele oder sogar all diese Kriterien erfüllen. Was ich für die betroffene Person und v.a. die betroffenen Kinder auch wirklich schlimm finde. Aber das macht diese Menschen nicht alleinerziehender als andere.

Ich beispielsweise erfülle nur zwei, vielleicht zweieinhalb, dieser sieben Kriterien. Und das ist vermutlich mein großes Problem an vielen Alleinerziehenden-Diskussionen: Sie repräsentieren mich nicht. Ich finde mich da nicht wieder. Und habe sogar das Gefühl, dass ich als exotische Ausnahme der allgemeingültigen Alleinerziehendenregel gelte („Da hast Du aber Glück gehabt.“).

Und wenn ich dann lese, dass jemand, dessen Partner*in nur am Wochenende, nur einmal im Monat oder sonstwie total selten da ist und kaum bis gar nicht am Familienleben teilnimmt, sich trotzdem nicht alleinerziehend fühlen und nennen darf, weil sie ja nicht „allein“ ist, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass da jemand das System Partnerschaft mit dem System Familie verwechselt. Eine funktionierende Partnerschaft (mit dem Kindsvater) bedeutet doch nicht automatisch geteilte Erziehungsarbeit (sollte es, aber ist halt nich immer so). Das „allein“ in „alleinerziehend“ bedeutet doch, dass ich etwas allein mache, aber nicht zwingend allein bin. Und warum definiert sich das Alleinsein überhaupt über die Abwesenheit eines Partners? Bin und mache ich automatisch nicht(s) mehr allein, wenn ich einen Partner habe?!

Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass ich ab dem Moment, in dem ich wieder in einer (glücklichen) Partnerschaft (definitiv nicht mit dem Kv) stecke, egal, wo der Partner ist, nicht mehr alleinerziehend bin – auch wenn der neue Partner nicht er Kindsvater ist. Mal abgesehen davon, dass ich es ja (s.o.) eh nicht bin.

Ja, ich finde auch, dass Alleinerziehende schlechter gestellt sind. Aber anstelle sich Grabenkriege darüber zu liefern, wer sich wie nennen darf, wer wie bloß nicht genannt werden will, oder komische halbherzige Petitionen zu starten, die außer einer kleinen Welle nichts bewirken, weil sich letztlich keiner mit beschäftigen muss, sollten wirklich wichtige Dinge angegangen werden: Steuerklasse III für Alleinerziehende; definitiver Vorzug bei der Vergabe von Kita- und Hortplätzen; dass es wirklich ums Kindeswohl geht; psychologisch geschulte Familenrichter; mehr unabhängige Erziehungsberatungen; keine Anrechnung vom Kindergeld bei Hartz IV etc.

Fünfe gerade sein lassen

Schrieb ich nicht kürzlich erst: „Wem der Schuh passt und/ oder gefällt, zieht ihn sich an.“ Mal abgesehen davon, dass mir der Schuh von Frau Rabe überhaupt nicht passt und ich die heutige Diskussion dazu auch nur peripher mitbekommen habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich viele den Schuh gar nicht richtig angeguckt haben.

Mir ist das mit den „Hochglanz“-Blogs ja ziemlich egal. Ich kenne nur wenige und die lese ich nicht. Und zwar nicht, weil sie mich sonst total unter Druck setzen würden, sondern weil es mich schlichtweg nicht interessiert. Das ist einfach nicht meine Welt – war es noch nie. Ich meine damit übrigens nicht diejenigen, bei denen „immer“ aufgeräumt ist, weil es den Personen halt wichtig ist. Denn ich finde, man sieht bzw. merkt schon, ob jemand einfach ein Aufräumer ist, oder ob halt eine bestimmte Bildsprache erzeugt werden soll und man hinter den Fotografen nicht gucken darf.

Ich bin seit jeher eine Chaosqueen.* Eine höchst-organisierte Chaosqueen, die eigentlich immer weiß, wo im Chaos die Dinge zu finden zu sind. Nein, ich bin bestimmt kein Messie – dafür schmeiße ich viel zu gerne weg-, aber manchmal macht es für mich keinen Sinn, Dinge immer und umgehend wieder an ihren Platz (sofern sie einen haben) zurückzuräumen, weil ich sie ja eh wieder brauche. In solchen Momenten seufze ich manchmal über mich und denke an Menschen, die das können, also immer aufräumen, und frage mich kurz, warum ich das nicht kann. Tja, aber ich kann ja nicht nicht, ich will nicht. Also meistens. Manchmal will ich ja auch und dann räume ich penibelst auf.

Aber meistens sieht es an unserem Esstisch so aus:20170124_183744.jpgZum Essen kommt der Laptop natürlich weg und oft stehen auf dem hinteren Drittel tatsächlich nur Blumen. Aber meine Arbeitsunterlagen habe ich für gewöhnlich auf dem kurzen Bankschenkel verteilt. Einfach, weil ich sie täglich brauche und es keinen Sinn macht sie abends in mein Zimmer (oder woanders hin) zu schleppen und morgens wieder zurück. Zum Wochenende mache ich das sogar manchmal.

Die Küche sieht nicht immer so aus:20170124_174840.jpgAber der Zustand ist auch nicht unbedingt ein Ausnahmezustand. Regelmäßig bringe ich da Grund rein und dann steht auf der Arbeitsfläche nur die Mikrowelle und rechts vom Herd die zwei Gefäße mit den Küchenutensilien, die da immer stehen. Und dann halte ich den Zustand eine Weile und dann kommt mir was dazwischen – das Leben, ein stressiger Tag, Zahnschmerzen, Harry-Potter-Vorlesen – und dann lasse ich Fünfe gerade sein und die Entropie bricht sich Bahn. Bis es mich wieder nervt.

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* Das ist meiner Meinung nach auch mein Glück in meinem Alleinerziehendendasein: Weil ich schon immer eher chaotisch war, sehe ich keinen Bedarf, mich als Alleinerziehende in der Anstrengung zu verlieren, dass die Wohnung stets wie aus dem Katalog aussieht. Ich weiß, dass sich viele Alleinerziehende auch hier noch zusätzlichen Druck machen.

Licht aufgegangen

Gestern auf dem Weg zum 3Ührtje konnte ich sehen, dass Menschen auf dem Ostparkseeteich Schlittschuh liefen. Und als wir über die Kaiserleibrücke fuhren, konnte man die doch recht großen Eisplacken auf dem Main sehen.

Da fiel mir ein, dass ich ja dank Egon das Projekt Eislaterne abbrechen musste, weil ich Angst hatte, dass mir meine Backformen davonfliegen. (Dass Egon bei uns nur ein laues Lüftchen war, konnte ja keiner ahnen.) Außerdem fror es ja nicht nachts und ich hätte es wie Frau Mutti machen können.

Aber wenn schon der Main anfriert und die Teiche zufrieren, dann sollte vielleicht auch etwas Wasser in einer Guglhupfform frieren. Also stellte ich gestern noch die befüllt Form auf den Balkon.

Tadaaa

Sie war noch nicht komplett durchgefroren, aber für ein „Haachz“ – auch vom Kind – hat’s gereicht.