Entspannt

Das war ein sehr entspannter Sonntag. Er hätte sogar noch entspannter sein können, wenn ich besser geschlafen hätte.

Aber das hinderte nicht daran,

… mich mit einer Twitterin zum Frühstück zu treffen (das war sehr schön),
… ihr ein bisschen die Stadt zu zeigen,
… meine Mutter zum Geburtstag anzurufen (und mich freuen, dass wohl mein kleiner Bruder samt Familie hingefahren waren),
… wieder zu Hause die Füße hochzulegen und
… mit der liebsten Freundin zu beschließen, dass wir beide am Nachmittag keine sportlichen Leistungen mehr vollbringen müssten, sondern
… uns in der Sonne zu treffen – auf Apfelschorle und Kuchen,
… zu Hause nur das Nötigste zu tun,
… eine Nachricht zu verschicken,
… ein Buch auf den Kindle zu laden,
… mich über eine Nachricht zu freuen,
… das wieder zurückgekommene Kind in den Arm zu nehmen.

Allerdings stellte ich gerade etwas unentspannt fest, dass ich – obwohl ich den ganzen Tag das Gefühl hatte, dass ich noch was wichtiges machen müsste, mir aber partout nicht einfiel was – völlig vergessen hatte, dass ich noch einen Text schreiben muss.

Liebe Männer,

es ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, wie Ihr es findet, wenn ich (oder halt wer anders) über Menscups, PMS und sonstige assoziierte Themen twittere und blogge.

Ja, das Thema ist sicherlich nicht so rosig-duftig-glattgeleckt wie irgendwelche Hochglanz-Bildchen von irgendwelchen perfekt gephotoshopten Models. Aber glaubt mir: Wenn die es sich nicht durch irgendeine Essstörung kaputt gemacht haben, haben auch diese Frauen einen Zyklus und Menstruation. Und vielleicht menstruierte das Model sogar an dem Tag, an dem eines der Bilder gemacht worden ist. Ja, jetzt guckt nicht so. Man sieht es ja nicht.

Man sieht es nicht und das ist auch gut so. Ich muss davon auch keine Bilder sehen. Aber dass Ihr vom alleinigen Darüberreden/ -schreiben Kopfkino bekommt, ist nicht mein Problem. Wir Frauen haben uns das mit den monatlichen Blutungen auch nicht ausgesucht oder laut hier geschrien, dass wir das unbedingt haben wollen. Aber es ist, wie es ist und damit müssen wir umgehen. Und ich finde wir Frauen machen das im Großen und Ganzen ganz gut. Und ja auch durchaus diskret. Was – zumindest in unseren Gefilden – dank Milliarden verschiedener Monatshygieneartikel* auch möglich ist. ABER: Es passiert trotzdem! Dieser ganze Zyklus passiert – ob wir es wollen oder nicht.

In meinem Dunstkreis habe ich zum Glück keine Frau, die von der eigenen Menstruation unangenehm oder gar peinlich berührt ist. „Jippie“ ruft sicherlich keine und hausieren geht damit auch keine. Aber es guckt auch keine verschämt weg, wenn das Thema zur Sprache kommt.

Und ganz ehrlich: DAS wünsche ich mir auch von Euch Männern. Tut nicht so, als gäbe es das alles nicht oder als ginge Euch das nichts an. Denn es geht Euch sehr wohl etwas an. Zumindest, wenn Ihr mit einer Frau Sex habt (haben wollt) und/ oder in einer Beziehung steckt. Wenn Ihr das so ekelig findet, solltet Ihr vielleicht über Gummipuppen nachdenken.

Ich erwarte nicht, dass Ihr nun Eure Frauen bei der Monatshygiene unterstützt oder Euch mit blutigentsprechendem Bildmaterial sensibilisiert. Ersteres will wohl auch keine Frau und für Zweiteres habt Ihr ja Euer Kopfkino. 😉

Aber einfach eine Vorstellung davon, was allmonatlich im Körper einer Frau passiert, würde durchaus das Verständnis fördern. Ja, der weibliche Hormonzyklus ist ziemlich komplex.**  Doch gerade deswegen täte es Euch gut, sich ein bisschen mehr (also überhaupt mal) mit dem Zyklus der Frau zu beschäftigen. Dann wären Sprüche wie „Oh, so zickig wie die ist, hat die bestimmt ihre Tage“ oder „Die ist bestimmt total untervögelt“ endlich mal passé***. Und an Kommentare wie „Ein wahrer Pirat sticht auch ins rote Meer“ würde dann auch keiner mehr denken, wenn Frau „mal wieder“ keine Lust hat, weil sie ihre Tage hat.

Und bevor jetzt welche von Euch vor lauter „aber“-Schnappatmung*** vor ihrem Device ohnmächtig werden, gebe ich Euch noch was auf den Weg: Auch wenn das grundlegende Prinzip, also wann welche Hormone an- und abfluten und wie sie mit- oder gegeneinander wirken, bei allen Frauen gleich ist, ist die individuelle Wirkung zum Teil sehr unterschiedlich. Das führt dazu, dass bei manchen Frauen die Stimmungsschwankungen minimal sind. Andere haben schlimme PMS-Tage. Wieder andere leiden unter der Menstruation sehr (v.a. Schmerzen), während andere kaum etwas merken. Einige spüren auch viel in den Brüsten (weswegen diese Brustfixierung bei Euch Männern auch manchmal sehr kontraproduktiv bis unangenehm ist).

Und das Blöde – nicht nur für Euch Männer – ist, dass all das von Zyklus zu Zyklus variieren kann. Das macht das Zusammenleben mit uns Frauen nicht unbedingt einfach(er), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir, also Frauen und Männer, mit ein ein bisschen mehr Verständnis Eurerseits deutlich weniger Stress und mehr Spaß miteinander haben könnten.

Beste Grüße,
B.

(Neben einem unsäglichen Tweet, der die letzten Tage durch Twitter geisterte, hat mich eine sehr gute nächtliche Diskussion inspiriert. Ich hoffe, Du weißt, dass Du gemeint bist. 😉)

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* Und um da den Markt zu überblicken, ist es durchaus hilfreich, darüber zu reden.

** Nachzulesen z.B. hier und hier. Zumindest kann das mal eine grobe Übersicht geben.+
+ Und wenn Ihr das mal ansatzweise kapiert habt, verstündet Ihr auch besser, warum die Pille für Frauen, insbesondere junge, nicht so der Knaller ist. Aber das ist ein eigenes Thema.

*** französisch korrekt: passés

**** „Aber ich kenne eine Frau, die hat das nie oder die fand Sex immer toll.“++
++ Ja, vielleicht hat sie Glück oder es nicht zugegeben.

Ordnung

Frau Novemberregen twittert vom Ausmisten und ich fühle mich auf zwei Ebenen ertappt: Zum einen hat sie was für den midi-monsieur ausgemistet und zum anderen erinnert mich das schmerzlich daran, dass ich auch unbedingt und ganz dringend auch ausmisten möchte. Ersteres hat sich voraussichtlich bald erledigt.

Zweiteres hängt an einem logistischen Großaufwand. Denn um auszumisten brauche ich Platz. Platz, den ich derzeit – rein von der Grundfläche – im Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer habe. Denn vor dem Ausmisten „muss“ ich flächig zurümpeln. So für den Überblick. Allerdings möchte ich keins dieser Zimmer zurümpeln.

Das müsste ich auch nicht, wenn ich endlich mal das Vorhaben, dass ich schon im Sommer hatte, umsetzen würde. Es sollen nämlich mal wieder Zimmer getauscht werden. Der midi-monsieur zieht dann in mein Zimmer (das eh mal sein Zimmer war), ich ziehe ins Gästezimmer (was auch schon mal mein Zimmer war) und das Gästezimmer kommt dahin, wo derzeit das Kinderzimmer ist.

Dann hätte ich im Gästezimmer auch genug Platz, um es zuzurümpeln mit dem Zeug zum Ausmisten.

GeGe

Heute mal ein paar gemischte Gedanken:

Das Internet verführt ja gelegentlich – insbesondere durch seine Anonymität – dazu, sich im Ton zu vergreifen oder Dinge allzu offen zu kommunizieren. Ich versuche Ersters zu vermeiden und hoffe sehr, dass es mir bislang gelungen ist. Bei Zweiteren frage ich mich durchaus manchmal, ob ich zu offen bin. Weniger aus meiner Warte. Ich schreibe nicht über Dinge, bei denen ich meine eigene Schamgrenze überschreite. So therapeutisch Schreiben für mich sein kann, so wenig muss ich damit aktiv und bewusst irgendwelche meiner Grenzen überschreiten. Denn wenn irgendwas NICHT mein Problem ist, dann ist es Offenheit. Allerdings kann meine Offenheit sicherlich verschrecken, aber was weiß denn ich, wo die Schamgrenze meines Gegenübers oder von meinen Leser*innen liegt. Aber ich möchte auch diese Grenzen nicht bewusst durchbrechen, weil „man halt mal bohren muss“, wo es wehtut. Ich finde, man kann auch anders zum Denken anregen.
Warum ich darüber nachdenke? Weil der gestrige Post gewissermaßen in die Kategorie fällt: Ich habe letztlich kein Problem, darüber zu reden bzw. zu schreiben. Aber es könnte trotzdem der einen oder dem anderen unangenehm sein, sowas – in dem Fall über mich – zu lesen. Deswegen hatte ich zunächst darüber nachgedacht, die eigentliche Geschichte hinter einen „Weiterlesen“ zu verstecken und einen entsprechenden Disclaimer vorzuschalten. Nach einer kurzen Beratung mit dem internationalen Blog-Rat entschied ich mich dann aber doch für einen Passwort-Schutz. Und der Hauptgrund dafür: Ich möchte nicht, dass der midi-monsieur SOWAS über und von seiner Mutter im Internet liest. Und ich möchte nicht, dass irgendwer – aus dem sehr engen Umfeld des Kindes – diese Geschichte liest und daraus sehr krude Schlussfolgerungen zieht und diese womöglich ans Kind heranträgt.
Das Gleiche gilt übrigens auch für andere bepasswortete Posts: Ich hätte eigentlich – zumindest nur für mich – kein Problem damit, wenn Gott und die Welt … naja, meine kleine erlesene Leserschaft … all das lesen könnte. Aber auch hier gilt: Es ist nicht für den midi-monsieur – weder direkt noch indirekt – bestimmt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer das Passwort haben möchte, schreibe mich einfach an (e-Mail-Adresse unter Mit Recht) oder kommentiere unter diesem Post hier.

Beim midi-monsieur hat es – zumindest für den Moment – geschnackelt: Wenn er sich beim Hausaufgabenmachen darauf konzentriert, also aufs Hausaufgabenmachen, dann kommt er ziemlich zügig durch und hat – TADAAA – mehr Zeit für SpielenRausgehenTablett und weniger Stress mit mir. Schlimm ist, dass es dafür einen ziemlichen „Wutausbruch“ meinerseits bedurfte.

Wenn „Fremdbestimmung“ für den einen die größte Angst und für die andere das Gegenteil von Freiheit ist, dann ist das mit der Klarheit nicht immer so einfach. Man bewegt sich irgendwie „zwei Schritt vor und einen zurück“. Ja, das ist immerhin noch besser als „einen Schritt vor und zwei zurück“. Aber mühsam ist das trotzdem. Doch da können wohl zwei nicht aus ihrer Haut. *seufz*

Bald sind Herbstferien. Und so sehr ich gerade Kindfrei brauche, so wenig will ich das Kind eigentlich wegbringen. Denn Vorfreude besteht diesmal nicht bei ihm. Wir haben jetzt das Mantra: „Es sind nur acht Tage plus An- und Abreise.“ Das Rugby-Camp in der zweiten Ferienhäfte wird ihm gut tun.

Lemming

Ich mag ja bunte, also lackierte Nägel. Allerdings sind zur Zeit nur meine ﹰFußnägel lackiert – trotz Sockensaison. Die Fingernägel sind so bröselig und schilfern ab, dass ich das Gefühl habe, meinen Nägel, also dem eigentlich toten Material, nichts Gutes zu tun, würde ich sie lackieren.

Aber weil ich Nagellack durchaus toll finde und das Lackieren selbst ja auch was Meditatives hat, musste ich meiner – gefühlt kompletten – Twitter-Timeline lemming’esk folgen und mir einen essie-Adventskalender bestellen.*

Bis der Adventskalender beginnt, päppel ich die Nägel mit „grow stronger“ auf.

Und weil ich gerade beim Bestellen war, wanderten auch gleich Babyfüße** mit in den virtuellen Warenkorb. Da bin ich ja auch nur darauf gekommen, weil ich Frau Brüllen gelemmingt habe.

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* Na, wer hat gedacht, ich hätte mir auch Gelnägel machen lassen?!

** Diesmal total progressiv nicht das rote Original.

Freude schenken

Es ist ja (naja, eigentlich nicht wirklich) erstaunlich, wie sehr einem diese Menschen aus dem Internet ans Herz wachsen können. Man freut sich mit, man weint mit, man trauert mit, versucht – zumindest virtuell – in den Arm zu nehmen, fiebert mit und fühlt sich ganz einfach verbunden. Denn im Normalfall steckt hinter jedem den meisten SocialMedia-Accounts ein echter Mensch. Und wenn dieser authentisch postet und twittert, dann ist es letztlich egal, ob man sich „nur“ virtuell kennt. (Und meist trifft man sich ja dann doch mal real.)

Und so war mein Tag heute ein bisschen davon überstrahlt, dass der Freundinnenkreis „Paketdrama“ es geschafft hat, der lieben Frau Rabe, die ja nicht mehr nur virtuell ist, ein Lächeln und einen kleinen Verschnaufer im PhD-Arbeitssuch-und-überhaupt-Stress zu verschaffen.

❤💛💚💙💜

Zirkadiane Laune

Heute morgen dachte ich: „Joah, nicht ganz optimal der Tag, aber irgendwie bekomme ich den schon rum.“ DANN schlief ich – völlig ungeplant – ein, weil ich tatsächlich im Bett arbeitete, weil es mir außerhalb der Bettdecke zu kalt war. Die Heizung funktioniert nämlich mal wieder nicht. Als ich von diesem erweiterten Powernapp erwachte, fühlte ich mich wie erschlagen. Und mir war schlecht. So fies kodderig schlecht. Und da musste ich leider denken: „Boah, der Tag kann vermutlich weg.“ Auch wenn ich weiterdachte und mir bewusst wurde, dass heute Abend ja Elternabend ist. Ich arbeitete ein wenig mehr schlecht als recht und kam nicht in den Quark. Da war es auch schon Zeit, dass der midi-monsieur nach Hause kam. Und direkt wieder ging, um uns Brötchen zu holen für einen Mittagssnack (meine erste Mahlzeit des Tages). Wir aßen zusammen, er machte Hausaufgaben, ich kümmerte mich um die Wäsche. Dabei war mir weiterhin kodderig und der Kreislauf machte auch, was er wollte. Dann war es auch schon Zeit für das Kind zu seinem einen Termin zu gehen und ich dachte, dass mich vielleicht etwas Sport auf Trapp bringen würde und absolvierte meine Einheit. Dann telefonierte ich mit der einen Kollegin und der midi-monsieur kam wieder. Er machte noch einen Rest Hausaufgaben und ich ging duschen. Das warme Wasser tat gut, aber kodderig war mir weiterhin. Kurz drauf musste der midi-monsieur zum Aikido-Training und ich ging mit dem Gedanken „Och, so schönes Wetter und etwas frische Luft können nicht schaden“ raus. Ich machte Besorgungen und als ich wieder zu Hause war, war zumindest mein Kreislauf wieder etwas mehr in Spur. Dennoch hätte ich mich gerne wieder ins Bett gelegt. Aber ich musste etwas aufräumen, da ja später die Babysitterin kam. Kaum war ich fertig, klingelte sie auch schon. Ich suchte meine sieben Sachen für den Elternabend zusammen und musste dann auch schon los.

Und während ich noch eine Stunde vor dem Elternabend dachte, ich würde auf jeden Fall, ganz bestimmt einschlafen währenddessen, wurde ich immer wacher. Der Elternabend war ok. Ich wurde wieder zur Elternbeirätin gewählt. Als ich wieder zu Hause war, war mir nicht mehr kodderig und fühlte mich eigentlich auch wieder normal. Ich schnackte noch kurz mit der Babysitterin, trat fast in einen eher ungebetenen Gast, die mir auf der Schwelle zu meinem Schlafzimmer auflauerte, widmete mich dem Freundinnenkreis:Paketdrama, buchte Karten für ein Date mit Jette, freute mich über die restlichen Nudeln und lies den Abend im Internet mit Lakritzschokolade und Toffifee ausklingen.

Jetzt könnte ich eigentlich wieder Bäume ausreißen. Aber besser wäre es wohl, wenn ich ins Bett gehe, denn morgen früh treffe ich die Wortschnittchen.