Bretonische Diät

Der RB nannte unser Restaurant-Woche in der Bretagne ja liebevoll seine bretonische Diät. Und zwar Diät im altgriechischen Sinne.

Ich sagte ihm, dass er seine bretonische Diät ja mit den mitgebrachten Lebensmitteln erstmal noch weiterführen könne. Aber wenn die aufgebraucht seien, wäre halt Schluss … mit Essen. Wir müssen das noch abschließend ausdiskutieren.

Heute war es zumindest sehr bretonisch mit einer hessischen Interpretation,

Dazu gab es Salat, den selbst der midi-monsieur begeistert aß

Tomaten, Aprikosen, Frühlingszwiebel, Gésiers*** und Buchweizen.

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* nächster Step: Crêpes/ Galettes auf dieser Kombi selbst zubereiten.

**Apfelwein hätte auch gepasst, aber den verträgt der RB nicht. Cidre hingegen schon. Und nein, Cidre und Apfelwein sind nicht das Gleiche. Cidre ist ein Apfelschaumwein und damit ist schon alles gesagt.

*** Gésiers sind die Kaumägen von Geflügeln – in diesem Fall Enten-Gésiers.

Trinken

Seit der RB hier eingezogen ist, stehen hier deutlich mehr Flaschen rum. Viele verschiedene Flaschen mit unterschiedlichen Alkoholika gefüllt. Gefühlt* habe ich in den vergangenen knapp sechs Monaten mehr Alkohol getrunken als in den vergangenen sechs Jahren.

Das beschäftigt mich**. Ich tue mich schwer damit, total unbefangen mit Alkohol umzugehen. Es ist und bleibt eine Droge. Eine legale Droge, aber halt eine Droge. Eine Droge, die viel kaputt machen kann.

Ich würde meinen eigenen Alkoholkonsum als grundlegend moderat bis wenig bezeichnen. Ich habe in meiner Jugend keine Alkoholeskapaden gehabt und auch danach nicht. Ich weiß ziemlich genau, was und wie viel ich vertrage. Ich habe schon immer lieber hochwertigen Wein und Schnaps oder gute Biere bevorzugt denn irgendwelchen billigen Fusel. Lieber weniger, aber dann gut. Und vor allem ohne Reue am nächsten Tag. Außerdem geht es mir nie um den Rausch. Ich mag das Gefühl des Betrunkenseins nicht.

Klar war ich auch schon mal betrunken, aber dann wirklich einkalkuliert, quasi „geplant“. Ich versuche aber auch immer zu „planen“, am nächsten Tag wieder fit zu sein. Denn, auch wenn ich in solchen Situationen eher bin, wenn das Kind nicht bei mir ist, so obsiegt für gewöhnlich mein Verantwortungsbewusstsein, dass ich ja nicht wegen Kater ausfallen darfkannsollte. Und das habe ich mittleweile auch ganz gut raus. Mir helfen:

  • Nicht zu viele verschiedene Sachen durcheinander trinken
  • Getränke nacheinander mit aufsteigendem Alkoholgehalt genießen
  • Keine wilden Mixgetränke
  • Magnesium vor dem Alkohltrinken oder spätestens vor dem Zubettgehen.
  • ASS vor dem Schlafen

uuuuund:

Wasser trinken. Viel Wasser trinken. Zu jedem Glas alkoholischem Getränk mindestens ein Glas Wasser.

Und letzeres ist auch ein Grund, warum ich so ungern in Bars gehe zum Trinken oder warum ich beim Essen in Restaurants oft was Nichtalkoholisches bestelle. Zumindest in Deutschland. Denn es ist hier ja einfach nicht möglich, ohne nenneswerte Diskussion ein Glas Leitungswasser zu bekommen. Das sieht die deutsche Gastronomie nicht vor. Stattdessen soll ich für unverschämt viel Geld zu meinem eh schon recht teuren Drink oder Essen auch noch Mineralwasser bestellen. Das ist in Frankreich ja bekanntlich anders***

Da hat es mir dann auch nichts ausgemacht, zum Essen eine Flasche Cidre mit dem RB zu teilen.

In Deutschland ist das leider (so gut wie) undenkbar****. Und das, wo in Deutschland Leitungswasser eines der am besten untersuchtesten Lebensmittel überhaupt ist*****. Mineralwasser wird übrigens nicht so streng kontrolliert.

Ich trinke auch gerne Leitungswasser. Meistens lieber als Mineralwasser und ich versuche auch immer eine Flasche Wasser****** mit mir zu nehmen, wenn ich das Haus für länger verlasse. Und daher freue ich mich, dass es Refill gibt.

Refill-Stationen in Frankfurt*******

Ich finde zwar die Anzahl der Frankfurter Refill-Stationen noch etwas dürftig, aber es ist ein Anfang.

Dazu gibt es noch die städtischen Brunnen. Die alle wohl ans Trinkwasser angeschlossen sind, aber bei den historischen Brunnen wird der Verzehr nicht empfohlen, da die Zuleitungen zum Teil halt alt sind.

In diesem Sinne: Prost!

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* vermutlich sogar real

** als generell schon länger

*** Da steckt zwar ein Dekret hinter, aber es funktioniert

**** Ich feiere ja jedes Café, in dem ich zu meinem Kaffee ein Glas Leitungswasser bekomme(n kann).

***** Ich weiß, wovon ich rede: Ich habe als Studentin fürs Bielefelder Gesundheitsamt Wasserproben zur Trinkwasseranalyse an verschiedenen Stellen entnommen.

****** Ich habe auch kein Problem im Supermarkt auf dem Weg bei Bedarf eine Flasche zu kaufen, aber mit Blick auf Plastikmüll, sollte eine trotz Rücknahme und Recycling ja doch irgendwie darauf achten.

******* Und die Geomarken stimmen nicht und sind zudem nicht vollständig.

Taboulé

Ja, diese Woche bleibe ich bei Essensposts.

Gestern gab es ja nicht nur einen Aperitif, sondern auch einen Hauptgang (und eine Käseplatte und dann noch Eis) und der bestand aus Schurfunturf* mit Taboulé. Vor vielen Jahren machte ich das erste Mal Taboulé mit einer Gewürzmischung, die wir aus Südfrankreich mitgebracht hatten (und die ich seitdem nie wieder gesehen habe). Der Trick dabei ist, dass der Couscous kalt angesetzt wird.

Zutaten
400g Couscous
300ml kaltes Wasser
2 Zitronen
Olivenöl
1 Paprika (Farbe nach Belieben)
1 Gurke
2 Tomaten
1,5 Handvoll Rosinen
1,5 Handvoll Oliven (schwarz**)
glatte Petersilie (Blätter gehackt, eine gute Handvoll)
Pfefferminze (Blätter gehackt von zwei Stängeln)
2 Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer, gem. Kumin, gem. Koriander, Kurkuma, Zimt (wenig), Paprikapulver scharf (nicht zu viel)

Zubereitung
Couscous in eine ausreichend große Schüssel geben und mit dem Wasser und dem Saft einer (!!!) Zitrone vermischen und abgedeckt in den Kühlschrank stellen (gerne über Nacht, aber 4-5 Stunden reichen auch)

Gurken und Tomaten entkernen und kleinschneiden; Paprika ebenso klein schneiden; Oliven (ggf. entkernen***) und Rosinen grob kleinhacken; Petersilie und Pfefferminze auch kleinhacken

Couscous auflockern und großzügig mit den Gewürzen würzen (aufpassen bei Zimt); dann Gemüse, Oliven, Rosinen, Kräuter zugeben

Saft der zweiten Zitrone mit einem zweiten Schwung der Gewürze anrühren (vorher das halbfertige Taboulé mal probieren) und zum Taboulé geben, vermischen und dann noch Olivenöl (vermutlich so 5-6 EL; ich hab’s halt aus der Lamäng drübergegossen) dazugeben und im Kühlschrank nochmal ziehen lassen.

Vor dem Servieren die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und darauf verteilen.

Et voilà:

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* Surf&Turf – in unserem Fall: Merguez, Saibling und Garnelen (und für das Kind statt Merguez ein Hühnerbein)

** hier auch mit grünen, weil der RB angeblich schwarze nicht so mag

*** geht super mit einem Kirschentkerner, wie mir bei Olive 10 von 15 einfiel

Butter bei die Fische

Gebratener oder gebackener Fisch wird oft mit einem Stückchen Butter serviert, das erst kurz vor dem Essen auf den heißen Fisch gegeben wird, damit es nicht zerläuft. Sobald Butter bei die Fische ist, kann gegessen werden, man kommt endlich zur Sache. Fehlt diese, ist dieses Gericht nur eine „halbe Sache“.

So wird es zumindest im Wiktionary und bei Geolino erklärt.

Aber ich habe heute keine Butter bei die Fische gemacht, sondern Fisch bei die Butter – für Beurre sardiné zum Aperitif mit Kir Breton:

Zutaten
125-150g Butter
glatte Petersilie (nur die Blätter, so eine gute Handvoll)
1 Dose Sardinen in Öl (ca 100g Sardine)
Pfeffer, Salz, Muskatnuss

Zubereitung
Butter, Petersilie, Salz, Pfeffer und Mußkatnuss (nicht zu sparsam würzen) in einen Zerkleinerer geben (es geht auch: Petersilie fein hacken und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss unter weiche Butter mischen); die Butter sollte schon recht doll grün gesprenkelt sein.

Sardinen abtropfen lassen und mit Gabel zerdrücken (bitte keine Wissenschaft aus potentiellen Gräten machen, die sind so fein, dass sie mitgegessen werden können), dann alles mit der Butter mischen und nach Möglichkeit durchziehen lassen.

Bon Appétit (Foto: RB)

Breizh kulinarisch

Ich habe es hier auf dem Blog schon ein paar Mal erwähnt: Eine muss sich schon extrem bemühen, um in Frankreich schlecht zu essen. Und auch wenn sich die Bretagne nicht immer Frankreich zugehörig fühlt, gilt dies auch für die Bretagne. Mit Galettes/Crêpes, Fruites de mer und Cidre* kann eine wenig falsch machen und damit kennen sich die Bretoninnen auch aus. Nomnomnom.

Der RB und ich waren jeden Tag essen – wir hätten vielleicht** im Chambre d’Hôtes kochen können, aber das wollten wir nicht: Wir haben eine Woche Urlaub und in der lassen wir es uns gutgehen. Was wir – v.a. der RB – gegessen haben, hat der RB auf Instagram und Twitter gepostet. Wo wir gegessen haben, steht hier:

Auberge de la Baie (Pontorson): Das war okay. Das Lamm vom RB war gar nicht gut. Mein Fisch dafür sehr. Der Service war etwas speziell – eigentlich ganz nett, aber der Azubi etwas ungehobelt. Es war aber zu spüren, dass am Mont Saint Michel alles sehr touristisch ausgelegt ist. Preis-Leistung: suboptimal.

Crêperie au Gouter Breton (Douarnenez): Die von mehreren Personen hochgelobte Crêperie war gut. Die Einrichtung leicht alternativ und interessant. Die Crêpes waren gut, aber nicht so gut, wie sie gelobt wurden. Der Service war etwas überfordert und vergaß immer wieder was. Die Crêpes-Auswahl war gut, ebenso die Cidre- und Kaffeeauswahl. Preis-Leistung: gut.
Was mich geärgert hat: In Frankreich bekommt eine ja problemlos und kostenlos eine „caraffe d’eau“ zum Essen***, also eine Karaffe mit Leitungswasser. Hier stand in der Karte (sinngemäß): „Leitungswasser ist schlecht bekömmlich und schwer zu verdauen, bestellen Sie besser Mineralwasser.“

La Trinquette (Douarnenez): Das hatte uns Yves empfohlen und die Fish&Chips als die „besten außerhalb Englands“ gelobt. Laut RB waren sie auch wirklich gut. Ich hatte Couteaux (Messermuscheln) und die waren auch sehr gut. Der Service war toll, der Kaffee auch in Ordnung. Schöne Lage direkt am Port du Rosmeur. Preis-Leistung: sehr gut.

Crêperie Pen Ar Bed (): Zufallsfund, da ich nach dem Besuch des Musée Hénaff kurz vor hangry war. Tolle Crêpes, guter und sehr aufmerksamer Service. Guter Kaffee. Dazu noch direkt am Strand gelegen. Preis-Leistung: sehr gut.

Crêperie Le Rayon vert (): Wir waren spät dran und nach Douarnenez zu fahren, wäre zu weit gewesen. Der RB war vom Spaziergang am Meer hangry und ich hatte Lust auf Moules Frites. Die gab es da. Sehr gut. Auch der Nachtisch-Crêpe war gut. Unsere Bedienung war sehr aufmerksam. Liegt zwar nicht direkt am Strand, aber Pointe de la Torche ist direkt nebendran. Preis-Leistung: sehr gut

Cap à l’Ouest (

Chez Fanch (Douarnenez): Wir waren fast etwas spät nach der Radtour dran, aber bekamen noch einen Platz. Der RB wurde mit seinem Lamm für das schlechte Lamm am Mont Saint Michel entschädigt. Mein Fisch war auch sehr gut. Das i-Tüpfelchen war der gute Café Gourmand. Preis-Leistung: in Ordnung

Crêperie du Cap (Plogoff): Die Gegend um den Pointe du Raz wirkt etwas ausgestorben. Um so erstaunter waren wir über die Crêperie, die direkt an der Hauptstraße gelegen ist. Die herzhaften und süßen Crêpes waren der Hammer. Der Service total perfekt und erstmals wurde uns der Kaffee mit dem Nachtischcrêpe serviert. Preis-Leistung: top

Quai29 (Douarnenez): Das Essen war top. Der RB wurde ganz unfischisch glücklich, während ich endlich gegrillte Sardinen hatte. Sehr lecker. Der Service war etwas verpeilt, aber sehr nett. Der Kaffee war gut. Schöne Lage direkt am Port du Rosmeur. Preis-Leistung: gut

L’Autre Rive (): Mitten im Wald von Huelgoat stand ein Schild zu einem Buch-Café. Und weil wir beide kaffeedurstig waren, folgten wir dem Schild. Hätten wir es gewusst, hätten wir besser eine „pot“ (aka French Press) mit zusätzlich Milch bestellt statt zwei „grand café creme“. Dazu gab es Kastenkuchen, der ökig-Lecker war und genau zum alternativen Auftreten des Cafés passte. (Es gibt da auch herzhafte Kleinigkeiten). Der Service war aufmerksam. Preis-Leistung: gut

Le Bigorneau Amoureux (Douarnenez): Das Restaurant war uns schon am ersten Abend ob seiner Lage aufgefallen. Das Essen sollte da auch gut sein und so reservierte ich einen Tisch. Ich sage es mal so: Gut, dass wir uns das Restaurant für den letzten abend aufgespart haben. Das hätte keines der anderen toppen können. Das Essen war top (und reichhaltig) und der Service war auch wirklich gut. Schöne Lage direkt am Plages des Dames mit Blick auf die Île Tristan. Preis-Leistung: top

Eigentlich alle Restaurants, in denen wir waren, waren entweder Creperien (und dann gab es auch nur Galettes/ Crêpes) oder „französische“ (Fisch, Meeresfrüchte, wenig Fleisch, KEINE Crêpes). Die Karten waren meist angenehm klein. In den Crêperien gibt es das zwar weniger, aber in Frankreich sind Menus sehr üblich: Es gibt ein Menu zu Preis X und eine kann sich dann entsprechend Vor-, Haupt- und Nachspeise aussuchen. Es geht auch nur Vor- und Haupt- oder Haupt- und Nachspeise, oder auch nur eine Hauptspeise. Ich mag das Konzept. Das dürfte es ruhig mehr in Deutschland geben.

In Deutschland geben dürfte**** es auch ein paar essentielle französische Lebensmittel, die wir importiert haben,

Carambar für die Geburtstagsparty vom Kind, Sardienen, Fischsuppe, Buchweizenmehl, Galettes und Crêpes, Salsifis*****, Fischaufstriche, Pâté Hénaff
(von li–>re und o–>u)

… sowie Getränke

Crème de Cassis, Gwenaval (Cidrebrand), Breizh Cola, H2B (bretonischer Gin), Blubber-Apfelsaft (als Cidre-Ersatz fürs Kind), verschiedene Cidre zum Degustieren

Da kann der RB auch noch ein bisschen länger seine bretonische Diät durchziehen.

Yec’hed mat****** auf einen tollen ersten Urlaub zu Zweit.

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* Kaffee ist weniger ein Spezialgebiet und die Qualität eher Glückssache.

** Also offiziell schon, aber vermutlich wäre Monk Yves dann total unruhig gewesen, weil wir seine Ordnung gestört hätten.

*** Einfach danach fragen, wenn sie einer nicht direkt hingestellt wird.

**** Gibt es zum Teil sogar auch, aber nicht in der Auswahl und/ oder Qualität.

***** Übersetzt heißt es Haferwurzel und möglicherweise ist das Schwarzwurzel, es schmeckt zumindest so,

****** Gesprochen „ger’matt“ und heißt Prost

 

Nichts tun

Nach der gestrigen Radtour fragte ich vorsichtig den RB, was er den heute machen wolle. „Nichts, einfach die Seele baumeln lassen“, lautete seine Antwort. Zum Glück waren wir uns einig, dass Nichtstun sehr gut draußen geht.

Und so fuhren wir – mit dem Auto (!!!) – los und suchten Nichts.

Zum Beispiel am Pointe du Millier (nur ein bisschen zu laufen)

… auch am Pointe du Van war nichts zu tun (außer gucken) …

… dann hatten wir nichts mehr im Magen und fanden im Nichts die wohl beste Crêperie des Finistères.

Boah, war das lecker.

Dann wollten wir aber wirklich nichts mehr machen und fuhren zurück. (Und gingen wichtige französische Lebensmittel einkaufen, Kaffee, Cidre und Bier trinken, Souveniers* kaufen und dann abends noch seeehr lecker** essen.)

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* u.a. bretonischen Gin

** und ich konnte auf meiner bretonische Essens-Bucket-Liste – Galette, Moules Frites und Sardinen – den letzten offenen Punkt abhaken.

Interpretation

Ich weiß gar nicht, warum, aber auf einmal hatte ich heute Lust auf Toast Hawaii. Nachdem ich mit dem RB geklärt hatte, dass er sich auch damit anfreunden könnte, zog ich meinen 60ies-Rock an (ja, das Hawaii-Toast wurde vermutlich in den 1950er Jahren erfunden), schrieb eine Einkaufsliste und ging einkaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt sinnierte ich über das Essen, wie ich es denn aufpeppen könnte. Denn so ein Toast Hawaii ist ja eigentlich nicht sonderlich spannend und eigentlich mag ich auch kein Toast (das wird noch lustig in Schottland).

Ich betrat den Supermarkt und änderte den Plan. Also die Einkaufsliste und es landete Folgendes im Korb:

Zutaten
2 Hähnchenbrüste (Pute ginge auch)
1 Becher Schmand
45 g Serano-Schinken
3 Scheiben hellen Cheddar
3 Scheiben Gruyere
(–> Es geht auch nur eine Sorte Käse und ggf. auch geriebener)
1 Whole&Pure (Brot ohne Mehl, anderes Vollkornbrot ginge auch)
1/2 orange Paprika
bereits zu Hause
Currypulver, Salz
1 Dose Ananasstücke
8-10 Kirschtomaten

Zubereitung
Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden, scharf anbraten, Currypulver (1-2 EL)  und Ananas (abgetropft) dazugeben, kurz bräunen, dann vom Herd und 1 Becher Schmand einrühren und salzen.

Paprika kleinschneiden.

Auflaufform mit Brotschreiben auslegen (bei uns: 8 Scheiben, weil das „Brot“ so klein ist), Hähnchen-Ananas darauf verteilen, Paparika verteilen und dann mit den Käsescheiben bedecken.

In den Ofen. (Bei mir erst 200 °C Ober-Unterhitze, wenn Käse geschmolzen auf Grill umstellen und bräunen)

Währenddessen den Seranoschinken kleinscheiden und Kirschtomaten halbieren.

Vor dem Servieren Serano und Tomaten drüber geben.

Wer es nachkocht: Lasst es Euch schmecken!

Ende gut, alles gut

Geschafft!

Wir haben das dritte Schuljahr geschafft. Dieses turbulente Schuljahr, das so viele Änderungen brachte. Änderungen, die für den midi-monsieur auf gewisse Weise überlebenswichtig waren – zumindest fürs psychische Überleben.

Nun ist es geschafft. Das Zeugnis ist nicht überraschend – weder negativ noch positiv. Es ist ehrlich und konstruktiv. Und damit kann ich gut arbeiten.

Mal abgesehen davon, dass nach dem das Dritte-Klasse-Zeugnis eh kein Hahn nach kräht keine interessiert, ist ein Zeugnis ohne eine Vier immer ein Grund zu feiern.

Daher gab es mittags die obligaten Zeugnisburger, …

… für die wir extra nach Offenbach gefahren sind. (Auch damit der RB dabei sein konnte. Denn das war dem midi-monsieur schon wichtig.)

Und abends machten wir Kinoabend (Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln*) mit passendem Beiwerk

Dabei war das lästige Kofferpacken auch nicht ganz so nervig.

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* Die Alternative wäre „Zurück in die Zukunft“ gewesen.

Rollig

Nein, ich plaudere jetzt nicht aus unserem Bett dem Nähkästchen und auch über die Katzen in der Nachbarschaft habe nicht mehr zu sagen als:

Ich verrate Euch mal wieder ein Rezept. Diesmal für eine Spinat-Lachs-Rolle, die saulecker ist, einfach geht und dabei auch noch quasi no-carb ist. Nicht, dass ich auf sowas wirklich achten würde*.

Zutaten
1,2 kg TK-Spinat (2 Beutel)
5 Eier
Salz (viel, also nicht zu wenig)
Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
50-100 g geriebenen Käse
Meerrettich-Frischkäse
2 Pk Räucherlachs (300-400 g)

Zubereitung
Spinat auftauen*

Eier mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss verquirlen

Halbwegs trockenen** Spinat mit Eiermasse vermischen und auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen.

Geriebenen Käse (nicht zu dick) darauf verteilen und bei 180 °C backen*** bis Eier gestockt bzw. Käse gebräunt. Danach abkühlen lassen.

Spinatplatte auf Käseseite drehen, Backpapier abziehen und mit Meerrettich-Frischkäse**** bestreichen, zwei Drittel der Platte über die längere Kante mit Lachs belegen und dann vorsichtig von der Lachsseite anfangend aufrollen. (Ich hatte die große Platte geteilt, dann rollt es sich leichter).

Et voilà

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* Vielleicht sollte, zumindest meint das meine Hausärztin das. Aber irgendwie finde ich, dass ich zum Abnehmen erstmal Fett reduzieren sollte und dann Kohlenhydrate. „Low Carb, High Fat“ erschließt sich mir nicht und finde es tendenziell auch nicht lecker

** Geht gut über Nacht in einer Salatschleuder. Da kann das Tauwasser gleich abtropfen (alternativ im Topf vorsichtig erhitzen)

*** In der Salatschleuder kann eine ihn gleich trocken(er) schleudern. (Im Topf ohne Deckel erhitzen und anschließend im Sieb abtropfen lassen.)

**** Ich habe zur Zeit ja nur Ober- und Unterhitze.

***** Eine halbes Pöttchen reichte bei mir.

Unten ohne

Gestern nach dem sehr späten Frühstück hatte ich eine Eingebung für einen Kuchen: Der Rhabarber, den wir Samstag auf dem Markt kauften, wollte verarbeitet werden. Ich inspizierte meine Vorräte und ja, es könnte was werden. Auf halber Strecke bat ich den RB um einen Rum*, denn den stellte ich mir gut zu meiner Idee vor. (Spoiler: War er auch.)

Zutaten
Boden
125 g Butter
125 g  Zucker
3  Eier
1 Pr  Salz
2 EL  Zitronensaft (eigentlich, aber ich substituierte mit 3 EL Rum)
150 g  Mehl
50 g  Speisestärke
2 TL  Backpulver

Belag
3 Stangen Rhabarber
30 g Kokosraspel
3 EL Rum

Streusel
150 g Mehl
50 g Kokosraspel
100 g Butter
100 g braunen Zucker (hatte weißen und braunen gemischt, weil nicht genug braunen.

Zubereitung
Alle Teig-Zutaten zu einem Rührteig verarbeiten und in eine Springform füllen

Rhabarber waschen und schneiden, mit Kokos und Rum vermengen, ziehen lassen, während der Streuselteig vorbereitet wird (mache ich mit den Händen**)

Rhabarber-Kokosmischung auf Teig geben und mit Streuseln bedecken.

Bei 175 °C*** für ca. 40 Minuten bei Ober-Unterhitze (reingucken und Stäbchenprobe machen) backen.

Sehr perfekt gebacken.

Die Kombination Rhabarber, Kokos und Rum passt super. Und der Teig ist auch super fluffig und lecker. Aber trotzdem werde ich beim nächsten Mal den Boden weglassen, sondern das ganze als Crumble kredenzen.

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* Ich mag keinen Rum, aber dank dem RB seinem Job haben wir ja einige gute Tropfen im Haus.

** mit Handschuhen

*** Ich habe bei 160 °C angefangen und nachdem der Kuchen gut aufgegangen war, auf 175 °C erhöht.