Nachklapp

Ich habe beim Rechneraufräumen ein paar Gedanken gefunden, die ich während meiner Kur vor mittlerweile über einem Jahr aufgeschrieben habe.

Ich war ja noch über die ersten Tage des Kurbeginns hinaus skeptisch, ob ich wirklich eine Kur brauche. Ob ich das, wofür ich die Kur beantragt habe, nicht doch selbst in den Griff bekommen kann bzw. sollte. Mir hätte es deutlicher zu denken geben sollen, dass meine Kur ja schon gar nicht mehr präventiv sondern rehabilativ eingestuft worden ist. Aber irgendwie dachte ich nach den drei Wochen ohne die messieurs allein zu Hause, dass das ja auch schon reichen könnte/ müsste.

Ja, da ist er der hohe Anspruch an mich selbst. Und ob es der Psychologe hier glaubt oder nicht, er war ja sogar schon mal höher. Nie war ich zu spät, immer überpünktlich. Stets für alle Eventualitäten gewappnet. Auch wenn sich das sehr gelegt hat, stehe ich mir oft selbst im Weg. Und falle ins komplette Gegenteil, wenn ich sehe, dass ich meine Ansprüche nicht erfüllen kann oder meine Ansprüche erfüllt werden.

Ich weiß, dass sich die Welt auch ohne mich weiterdreht. Aber oft habe ich das Gefühl, dass sie sich vielleicht etwas schneller, etwas effektiver oder etwas sinnvoller dreht. Und so habe ich auch das dringende Bedürfnis, meinem Umfeld (eigentlich nur) Gutes zu tun. Und bin natürlich bitter enttäuscht, wenn es nicht angenommen wird oder gar mit Füßen getreten wird.

Das Gefährliche für mich ist – und so hat es auch der Psychologe bestätigt –, dass ich sehr reflektiert bin. Viele Dinge, die hier noch einmal betont wurden, weiß ich. Dass ich es nicht schaffe, danach zu handeln, bringt mich zur Besinnung – zumindest hier. Ich schaffe es Hilfe anzunehmen und auch einzufordern. Auch wenn mein Kritiker – ich – sagt, dass das doch alles nicht so schlimm ist. Dass es lösbar ist. Dass es hier viele andere gibt, die viel mehr Hilfe brauchen als ich.

Diese Kur war richtig und wichtig. Genau jetzt. Ich würde gerne noch ein bisschen länger in diesem Schutzraum leben, aber weiß auch, dass ich mich nicht verkriechen kann und darf.

Aber es tut gut, nichts zu machen. Die Dinge, die vor der Kur einen großen Raum eingenommen haben, sind sehr in den Hintergrund gerückt. Und es tut nicht weh. Es gibt mir Raum für mich, lässt mich durchatmen…

Nach der Kur

Die Sache mit der Kur nun endlich durchzuziehen, war eine der besten Entscheidungen des Jahresanfangs (ich halte mich mal bedeckt 😉 wer weiß, was für geniale Einfälle ich noch haben werde).

Große Erwartungen hatte ich nicht. So richtig konnte ich mir nämlich nicht vorstellen, was und wie in drei Wochen alles bewegt werden kann. Ich gebe zu, anfangs dachte ich auch, dass das eher Urlaub auf Kasse wird, denn etwas, das mich wirklich weiterbringt. Daher wollte ich auch eigentlich ans Meer. Da das aber terminlich nicht möglich war, nahm ich das, was mir angeboten und empfohlen wurde. Und das war auch gut so. Weiterlesen

Letzter Kurtag

*** Ab nach Hause ***

Heute war nicht mehr wirklich Kur. Keine Anwendung, keine Arztvisite. Nur noch ein letztes Frühstück und Abschiednehmen. Ich habe keinen wirklichen Hunger und der mini-monsieur auch nicht. Irgendwie fühle ich mich gehetzt, obwohl wir bis 10h10 Zeit haben – also mit allem. Weiterlesen

Kurtag 20

*** Lager-Koller ***

Nachdem der mini-monsieur extrem unruhig geschlafen hat und sogar zweimal aus dem Bett gefallen war – ohne wach zu werden wohlgemerkt – war meine Nacht nicht so prall. Entsprechend schwer fällt mir das Aufstehen, als der mini-monsieur um 6h30 meint, dass die Nacht zu Ende sei. Mit Kuscheln schaffe ich es, dass er bis 7h30 liegen bleibt. Dann machen wir uns fertig, um frühstücken zu gehen. Weiterlesen

Kurtag 18

*** Das Ende naht ***

Der heutige Tag ist wieder sehr ruhig. Morgens nach dem Frühstück muss ich zur wöchentlichen Visite. Und auch um die spirometrische Untersuchung vom mini-monsieur zu besprechen. Als nehme ich ihn mit. Der Arzt scheint aber von der Rolle. Er geht gar nicht auf mich ein, hört auch nicht den mini-monsieur noch mal ab. Zudem sagt er, dass es mein Abschlussgespräch sei. Soll mir ja prinzipiell recht sein, dann habe ich Montag weniger Lauferei. Aber irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes. Weiterlesen

Kurtag 16

*** Regen ***

Der mini-monsieur ist wieder mal in mein Bett gekommen. Da kann ich nicht entspannt schlafen und wir werden um 7h00 wach, dabei hätten wir heute noch eine Stunde. Also kuscheln wir uns wach. Der Blick nach draußen verspricht nichts: Es regnet. Um 8h05 sitzen wir beim Frühstück. Nicht nur der mini-monsieur ist froh drüber, dass die Neuen schon durch sind. Es regnet mittlerweile Bindfäden. Weiterlesen