Entschädigung

Der Tag fing spät an. Und weil ich etwas Aufwand betrieb, kam es zu einem noch späteren Marktfrühstück.

Die knapp 360 Minuten lange anschließende Begegnung kann muss ich mir z.B. mit dem langen Spaziergang schön reden.

Aber trotzdem wäre ich ziemlich frustriertgenervt nach Hause gegangen, hätte ich nicht noch eine tolle, spontane Twitterbegegnung gehabt.

90 Minuten Entschädigung.

10 – 3 – 7

Oder auch Oktober 2016, März und Juli 2017 – innerhalb eines dreiviertel Jahres dreimal zu einem Konzert der gleichen Band ist vielleicht etwas verrückt, aber sie – New Model Army – waren sind es wert.

Und zur eigenen Belohnung für meine Mühen (haha), gab es heute ein Fan-Shirt.

Schlechter Witz

Ich habe es nicht so mit Witzen. Früher konnte ich mal ganz viele (schlechte) Blondinenwitze. Mittlerweile muss ich präpubertäre Witze ertragen, die der midi-monsieur aus Schule und hort mitbringt. Leider hat er das Witzerzähltalent meiner Mutter geerbt, was die Witze nicht wirklich erträglicher macht.

Der einzige (schlechten, aber nicht Blondinen-) Witz, den ich noch kenne, geht so:

Mann: „Hätte ich gewusst, dass Du noch Jungfrau bist, hätte ich mir mehr Zeit gelassen.“
Frau: „Hätte ich gewusst, dass Du Dir Zeit lässt, hätte ich die Strumpfhose ausgezogen.“

Ja, der ist flach und schlecht und überhaupt. Aber trotzdem musste ich heute daran denken, als ich einen Drink serviert bekam und die Bedienung auf meinen etwas irritierten Blick ins Glas sagte: „Hätte ich gewusst, dass Du den Gimlet in einer Schale haben willst, hätte ich es entsprechend weitergegeben.“

Tja, hätte ich gewusst, dass der Gimlet bei Euch* mit einem Riesen-Eiswürfel und ohne Limettenzeste** serviert wird, hätte ich nen GinTonic bestellt.

An den Gimlet aus der Luna Bar kommt eh nichts ran. Und auch wenn er geschmacklich ok war mit dem Gin Mare: SO sieht ein Gimlet einfach nicht aus.

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* Sugar
** Das Glas fand ich befremdlich aber nicht ausschlaggebend für meinen Unmut.

Nächte ohne Kind

Die letzte Nacht nächtigte ich ohne Kind via AirB’n’B in Krefeld.
Diese Nacht schlafe ich bei Familie Gemischtwaren in der Mansarde.
Morgen werde ich die Nacht in Bochum in einem Hotel verbringen.

Das ist ein großer Luxus als Mutter. Einfach so irgendwo zu übernachten. Das kann ja auch keine Mutter in aktiver Partnerschaft so einfach. Und es macht auch keine die ich kenne – einfach so ohne Anlass. Geschäftlich schon.

Doch meine Kindfrei-Zeit will genutzt werden. Mich die wenigen Tage im Jahr einfach frei und ungebunden fühlen zu können, geben mir Kraft für die überwiegenden Standby-Zeiten als Single-Mom.

Weitergeben

Es gibt da so eine Erinnerung. Die ist – und das kann ich trotz der langen Zeit genau beziffern – 28 Jahre alt. Sie ist verbunden mit großen, staunenden Augen, einem vor Faszination offen stehenden Mund, sich vor Schreck die Augen zuhalten, fast panischem Aufschreien und vielen aahhs, ohs und wows.

Es ist meine Erinnerung an meinen ersten Zirkusbesuch – „nicht irgendein Circus“*, sondern Circus Flic Flac.

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals in einem klassischen Tierzirkus war. Falls ja, hat es mich nicht beeindruckt.

Aber Flic Flac hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Wahnsinn, was Menschen können. Ich war danach noch mindestens einmal in einer Flic-Flac-Show, dann gingen sie eine Weile nicht auf Tour, der midi-monsieur wurde geboren und war erstmal mini.

Das Kind war bislang auch noch nie im Zirkus. Denn Tierzirkusse sind für mich nicht nur unbeeindruckend, sondern auch ziemlich fragwürdig hinsichtlich der Tierhaltung. Aber er äußerte auch bislang nicht den Wunsch danach.

Allerdings neidete er mir letztens meinen Besuch im Tigerpalast. Und ich überlegte, ob das schon was für ihn wäre.

Doch dann fielen mir Plakate ins Auge, die ankündigten, dass Flic Flac in der Stadt sein werden. Und zwar um seinen Geburtstag rum. Ich dachte kurz darüber nach, den Kv zu fragen, ob wir das zusammen machen/ schenken wollen.

Aber ich verbinde Flic Flac mit meinen Eltern. Und weil die ja zum Geburtstag des midi-monsieurs kommen wollten, klärte ich mit ihnen, dass wir das zusammen machen wollen.

Heute war es dann so weit.

Und vielleicht ist eine Familientradition geboren. Doch auf jeden Fall habe ich meine Faszination und Begeisterung für diese Art Zirkus weitergegeben. So wie ich vor 28 Jahren saß er da und staunte mit offenem Mund und großen Augen, ging mit, rutschte vor Spannung auf seinem Sitz hin und her und applaudierte begeistert.2017-06-17 00.00.10

„Das Schlechteste an der Show war, dass sie nur zwei Stunden dauert.“

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* Das war der Titel der damaligen Premieren-Tour.

Achtunddreißig

Es liegen noch 38 Tage vor der nächsten Kindfrei-Phase vor mir. In dieser Zeit haben der midi-monsieur und ich viel vor: 8 Tage Kv bei uns, 4 Tage Straßburg, 3 Tage Oma und Opa, 3 Rugby-Turniere, 2 Tage Basel, Mathe-Arbeit, Deutsch-Arbeit, Klassenfest, Geburtstag vom midi-monsieur, Circus FlicFlac, GartyParty, Depeche-Mode-Konzert, Geburtstags-Party, Roche Tower, Europapark. Das bedeutet, dass wir bis wir nach Paris fahren kein Wochenende mehr frei haben.

Dazu die üblichen Termine wie Rugby-Training (9), weitere (8), Aikido-Training (6) und Französisch (1) für den midi-monsieur. Ich habe evtl. noch einen beruflichen aushäusigen Termin und arbeiten muss ich generell ja auch (wobei von den 27 Arbeitstagen in den 38 Tagen mindestens 5 arbeitsfrei sind).