Miau

Ich weiß gar nicht, wie ich heute morgen um 5h00, als ich endlich im Bett war, auf den schmalen Ast kam, ich könnte heute über Mittag total entspannt eine Runde mit dem Rad drehen. Denn nicht nur von der Schlafmenge, sondern auch von der Schlafqualität her wäre es mehr als knapp geworden.

Huiii, drei Frauen, drei Flaschen Wein und ein isländischer Gin* zum Probieren führen wohl zu so abstrusen Gedanken. Diese Mischung führte ja auch dazu, dass ich morgens um 4h00 allein durch den etwas weniger bewohnten Teil des Ostends nach Hause ging. Wäre ich meine Tochter, würde ich mir die Leviten lesen.

Natürlich** wachte ich heute morgen früher*** auf als mir gut tat. Aber ich konnte mich nochmal davon überzeugen, wieder einzuschlafen.

Um 11h45 war aber noch mehr Schlaf einfach nicht drin. Der Kater in meinem Kaopf miaute und wollte raus? gefüttert werden? einfach jammern? Auf jeden Fall war ziemlich schnell klar:

Also machte ich mir erstmal Frühstück, plante meine Wanderroute, ging duschen und kam tatsächlich pünktlich los. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt fing es an zu regnen und auch in Höchst tröpfelte es noch etwas. Aber ich MUSSTE frische Luft schnappen. Also ließ ich mich von den drei Tropfen nicht bremsen und als ich am Main auf die Fähre stieg, riss der Himmel auch schon auf und somit stand meiner Tour nichts im Wege. Es ging zunächst in die Schwanheimer Düne, dann weiter im Grüngürtel bis zum Louisa-Bahnhof. Dann hatte ich 13 Kilometer in den Beinen und ein paar Fotos gemacht:

Dieser Grüngrütel ist einfach toll. So nahe Naherholung ist wirklich großer Luxus und brachte auch, was es bringen sollte: Erhohlung und in meinem Fall vom Kater. Der von heute morgen hatte sich zumindest schon in der Düne verabschiedet. Allerdings nicht ohne mit dem Muskelkater abzuklatschen. Aber der ist mir ja lieber als so ein Felltier im Kopf.

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* Da kein Eis und kein Tonic da waren, haben wir es nur etwas pur probiert.

** Alkohol-induzierte Kurzschlafeuphorie

*** Top-Uhrzeit, wenn ich wirklich hätte Radfahren wollen

Nobelpreis

Im Draft liegt ein Rant. Doch der Draft ist auf dem Rechner und ich habe gerade nur das Handy zur Hand.

Daher macht Euch doch auch Gedanken darüber, ob die Erkenntnisse, die dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin zugrunde liegen, helfen können, neue Arbeitszeitmodelle zu etablieren. Ob zukünftig Lerchen nicht blöd angeguckt werden, wenn sie um 15h00 den Arbeitsplatz verlassen (weil sie schon seit 6h00 arbeiten)?! Und dass über Nachtigallen nicht mehr die Nase gerümpft werden, weil sie erst um 11h00 oder später zur Arbeit erscheinen (aber dann problemlos bis 20h00 und länger bleiben)?

Sowas diskutiere ich nämlich gerade.

Zirkadiane Laune

Heute morgen dachte ich: „Joah, nicht ganz optimal der Tag, aber irgendwie bekomme ich den schon rum.“ DANN schlief ich – völlig ungeplant – ein, weil ich tatsächlich im Bett arbeitete, weil es mir außerhalb der Bettdecke zu kalt war. Die Heizung funktioniert nämlich mal wieder nicht. Als ich von diesem erweiterten Powernapp erwachte, fühlte ich mich wie erschlagen. Und mir war schlecht. So fies kodderig schlecht. Und da musste ich leider denken: „Boah, der Tag kann vermutlich weg.“ Auch wenn ich weiterdachte und mir bewusst wurde, dass heute Abend ja Elternabend ist. Ich arbeitete ein wenig mehr schlecht als recht und kam nicht in den Quark. Da war es auch schon Zeit, dass der midi-monsieur nach Hause kam. Und direkt wieder ging, um uns Brötchen zu holen für einen Mittagssnack (meine erste Mahlzeit des Tages). Wir aßen zusammen, er machte Hausaufgaben, ich kümmerte mich um die Wäsche. Dabei war mir weiterhin kodderig und der Kreislauf machte auch, was er wollte. Dann war es auch schon Zeit für das Kind zu seinem einen Termin zu gehen und ich dachte, dass mich vielleicht etwas Sport auf Trapp bringen würde und absolvierte meine Einheit. Dann telefonierte ich mit der einen Kollegin und der midi-monsieur kam wieder. Er machte noch einen Rest Hausaufgaben und ich ging duschen. Das warme Wasser tat gut, aber kodderig war mir weiterhin. Kurz drauf musste der midi-monsieur zum Aikido-Training und ich ging mit dem Gedanken „Och, so schönes Wetter und etwas frische Luft können nicht schaden“ raus. Ich machte Besorgungen und als ich wieder zu Hause war, war zumindest mein Kreislauf wieder etwas mehr in Spur. Dennoch hätte ich mich gerne wieder ins Bett gelegt. Aber ich musste etwas aufräumen, da ja später die Babysitterin kam. Kaum war ich fertig, klingelte sie auch schon. Ich suchte meine sieben Sachen für den Elternabend zusammen und musste dann auch schon los.

Und während ich noch eine Stunde vor dem Elternabend dachte, ich würde auf jeden Fall, ganz bestimmt einschlafen währenddessen, wurde ich immer wacher. Der Elternabend war ok. Ich wurde wieder zur Elternbeirätin gewählt. Als ich wieder zu Hause war, war mir nicht mehr kodderig und fühlte mich eigentlich auch wieder normal. Ich schnackte noch kurz mit der Babysitterin, trat fast in einen eher ungebetenen Gast, die mir auf der Schwelle zu meinem Schlafzimmer auflauerte, widmete mich dem Freundinnenkreis:Paketdrama, buchte Karten für ein Date mit Jette, freute mich über die restlichen Nudeln und lies den Abend im Internet mit Lakritzschokolade und Toffifee ausklingen.

Jetzt könnte ich eigentlich wieder Bäume ausreißen. Aber besser wäre es wohl, wenn ich ins Bett gehe, denn morgen früh treffe ich die Wortschnittchen.

Laune

Heute hatte ich zumindest bis zum späten Nachmittag unterirdische Laune. Ich hatte einfach schlecht geschlafen, weil der midi-monsieur um 1h30, 3h00 und 4h30 was von mir wollte bzw. mich wach gemacht hat. Am Ende war ich so genervt, dass ich aus meinem Bett, in dem das Kind mittlerweile lag, ausgezogen bin und die restliche Nacht im Kinderbett verbracht habe.

Am Morgen regte ich mich immer noch über die Fütterungsaktion vom Kv von gestern auf. (Aber dieses ganze Konglomerat ist einen eigenen Post wert.) Ich arbeitete und dann musste ich raus.

Und ich musste kompensieren. Und tatsächlich habe ich – mache ich seltenst – mit Konsum kompensiert: Ich habe mir neue Schuhe, endlich mal wieder gut sitzende BHs und einen knallroten Lippenstift gegönnt.

Danach ging es mir tatsächlich besser. Ich war sogar bereit, ein gesundes Abendessen für alle Beteiligten zu kochen und ging zwischendurch sogar ohne größere Dramen die Hausaufgaben mit dem midi-monsieur durch.

Nach einem kurzen Powernapp habe ich den restlichen Abend mit der Suche nach schönen Dingen im Internet verbracht.

Kim-Jörg Un ist erfolgreich exzorziert worden. Ich bin wieder frohen Mutes.

Erwachsen

Ob man will oder nicht, zumindest qua Geburtsdatum und damit wenigstens auf dem Papier wird man irgendwann auch erwachsen.

Und das ist nicht nur der Lauf der Dinge und damit nicht zu ändern, sondern auch prinzipiell nicht schlecht.

Entscheidend ist doch, was man daraus macht und was man mit „erwachsen“ assoziiert. Wenn man meint, dass man mit Wahlberechtigung langweilig, spießig, unspontan, absolut rational und ausschließlich realistisch und vernünftig sein muss, dann denkt man vielleicht so:

Aber man kann auch für sich entscheiden, wieviel Kind in einem bleibt und mit dem regelmäßig schaukeln gehen.

Social Jetlag

Es ist ja gar nicht so, dass ich nicht unter Leute komme. Es geht – aufgrund des Single-Mom-Status – nicht immer so, wie ich es gerne hätte, und oft ist auch das Kind dabei, aber ich treffe mich mit Menschen. Denn ich brauche soziale Kontakte.

Ich bin aber auch gerne allein. Ich finde es tatsächlich sehr angenehm, dass im Alltag abends, wenn der midi-monsieur im Bett ist, für gewöhnlich keiner mehr da ist, auf dessen Wünsche, Bedürfnisse ich Rücksicht nehmen muss. Ist das sehr kauzig? War ich schon immer so? Oder hat mich die letzte Beziehung so negativ geprägt, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, wie es anders wäre?

Und dann verbringe ich einen schönen Abend mit tollen Menschen. Und direkt danach noch einen bei der lieben Jette. Allein, also ohne Kind. Ja, sowas genieße ich. Ich genieße, dass sowas gerade – weil der Kv da ist – ohne großen Aufwand möglich ist. Ich mache sowas auch ohne Kv vor Ort, aber mit Babysitterin muss ich halt immer auf die Uhr gucken.

Allerdings fühlte ich mich gestern, als ich nach Hause kam, komisch. Ich kam in die vermeintlich leere Wohnung, die natürlich nicht leer war, aber der midi-monsieur und der Kv schliefen um 1h30 schon. Doch es fühlte sich leer an. Und in mir fühlte es sich auch leer an und mir wurde klar, dass diese Leere dieses jähe Gefälle zwischen tollem Sozialkontakt und dann wieder Alleinsein ist. Ich kam nach Hause und da war niemand. (Eigentlich ja schon, aber letztlich halt auch nicht.) Niemand, der mich fragt: „Wie war der Abend? Hattest Du Spaß?“

Ein komisches und ehrlich gesagt auch ungutes Gefühl, aber ich weiß halt nicht (siehe oben, Stichwort „kauzig“), ob ich da wirklich entscheidend und womöglich dauerhaft gegensteuern will.

Und ob es nötig ist: Da ich dieses Gefühl an Babysitterabenden nicht habe, wie mir heute im Laufe des Tages aufging. Denn die Babysitterin fragt zuverlässig, wenn ich nach Hause komme, wie der Abend war.