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Es gibt da so eine Erinnerung. Die ist – und das kann ich trotz der langen Zeit genau beziffern – 28 Jahre alt. Sie ist verbunden mit großen, staunenden Augen, einem vor Faszination offen stehenden Mund, sich vor Schreck die Augen zuhalten, fast panischem Aufschreien und vielen aahhs, ohs und wows.

Es ist meine Erinnerung an meinen ersten Zirkusbesuch – „nicht irgendein Circus“*, sondern Circus Flic Flac.

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals in einem klassischen Tierzirkus war. Falls ja, hat es mich nicht beeindruckt.

Aber Flic Flac hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Wahnsinn, was Menschen können. Ich war danach noch mindestens einmal in einer Flic-Flac-Show, dann gingen sie eine Weile nicht auf Tour, der midi-monsieur wurde geboren und war erstmal mini.

Das Kind war bislang auch noch nie im Zirkus. Denn Tierzirkusse sind für mich nicht nur unbeeindruckend, sondern auch ziemlich fragwürdig hinsichtlich der Tierhaltung. Aber er äußerte auch bislang nicht den Wunsch danach.

Allerdings neidete er mir letztens meinen Besuch im Tigerpalast. Und ich überlegte, ob das schon was für ihn wäre.

Doch dann fielen mir Plakate ins Auge, die ankündigten, dass Flic Flac in der Stadt sein werden. Und zwar um seinen Geburtstag rum. Ich dachte kurz darüber nach, den Kv zu fragen, ob wir das zusammen machen/ schenken wollen.

Aber ich verbinde Flic Flac mit meinen Eltern. Und weil die ja zum Geburtstag des midi-monsieurs kommen wollten, klärte ich mit ihnen, dass wir das zusammen machen wollen.

Heute war es dann so weit.

Und vielleicht ist eine Familientradition geboren. Doch auf jeden Fall habe ich meine Faszination und Begeisterung für diese Art Zirkus weitergegeben. So wie ich vor 28 Jahren saß er da und staunte mit offenem Mund und großen Augen, ging mit, rutschte vor Spannung auf seinem Sitz hin und her und applaudierte begeistert.2017-06-17 00.00.10

„Das Schlechteste an der Show war, dass sie nur zwei Stunden dauert.“

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* Das war der Titel der damaligen Premieren-Tour.

Achtunddreißig

Es liegen noch 38 Tage vor der nächsten Kindfrei-Phase vor mir. In dieser Zeit haben der midi-monsieur und ich viel vor: 8 Tage Kv bei uns, 4 Tage Straßburg, 3 Tage Oma und Opa, 3 Rugby-Turniere, 2 Tage Basel, Mathe-Arbeit, Deutsch-Arbeit, Klassenfest, Geburtstag vom midi-monsieur, Circus FlicFlac, GartyParty, Depeche-Mode-Konzert, Geburtstags-Party, Roche Tower, Europapark. Das bedeutet, dass wir bis wir nach Paris fahren kein Wochenende mehr frei haben.

Dazu die üblichen Termine wie Rugby-Training (9), weitere (8), Aikido-Training (6) und Französisch (1) für den midi-monsieur. Ich habe evtl. noch einen beruflichen aushäusigen Termin und arbeiten muss ich generell ja auch (wobei von den 27 Arbeitstagen in den 38 Tagen mindestens 5 arbeitsfrei sind).

Was wäre, wenn

… wir auf einmal nicht mehr sechsunzwanzig, sonern nur noch fünfunzwanzig Buchstaben nutzen würen?! Wie gut könnten wir uns ann noch verstehen?

Un as passiert, enn noch ein Buchstabe eniger genutzt üre?

Ie gut oer ie schlecht unser Verstännis äre, zeigte heute aben einrucksvoll er Ortakrobat Markus Jeroch im Tigerpalast.

Darüber hinaus sahen wir die Ruslan Fomenko, Selyna Bogino, Gyrenchenko-Brothers, Domitil, Alyona, Menno&Emily, Marie-Ève Dicaire, Marko Karvo.

Und es war faszinierend, spannend, beeindruckend, sehenswert.

Entsinglet

Nun ist es wohl vorbei, das Singleleben. Also das temporäre Singleleben. Heute noch kommt der midi-monsieur wieder. Der Kv wird auch ein paar Tage bei uns bleiben.

Das war wieder eine schöne kindfreie Zeit. Was Frau so alles ohne Kind schafft:

  • viel schlafen
  • Sushi-Essen und Lieblingsbier trinken
  • nach Heidelberg gefahren
  • angespargelt
  • 4 Radtouren
  • Kino
  • einmal wandern
  • Schnitzel-OF
  • Den Vorhang im Kinderzimmer aufgehangen
  • Kirschblüten sehen
  • zweimal sehr lecker bekocht werden
  • eine Kröte gekillt
  • Theater

Zum Abschluss habe ich heute zwei Hefezöpfe und zwei kleine Rüeblikuchen gebacken sowie einen Rhabarbertortenkuchen gemacht. Und dann musste ich mein Singledasein noch ordnungsgemäß mit Pizza vom Pizza(liefer)dienst beenden.

Liebes Tagebuch am 5ten (April)

Mich ficht Frau Brüllens neue Regel für WMDEDGT? ja nicht so an. Ich war ja meistens eine der Letzten, die sich eingetragen hat. So auch heute, wie ich gerade beim URL-Kopieren sah.

0h10 Ich habe mit Else Routen für einen Radausflug am Wochenende geplant.

3h27 Text endlich fertig gestellt. Jetzt warten nur noch sechs Texte auf mich. (Und Texte sind mind. 2 Din A4 Seiten, Arial 10/11pt lang. Alles andere zählt schon nicht mehr.)

3h58 Im Bett mit Wärmflasche.

10h15 Der Wecker klingelt

10h30 Ich stehe auf. Wasser für Tee anmachen, Teekanne vorbereiten. Außentemperatur auf BalkonOffice-Tauglichkeit prüfen. (War zu frisch.)

10h45 Kleine Runde durchs Internet mit Tee und Mini-Brötchen.

11h15 Stunden für gestern und vorgestern eingetragen und damit schon 80% meines Wochensolls erfüllt…

11h35 Meine kommende Nichterreichbarkeit kommuniziert.

11h45 Endlich Start des einen Projekts

13h10 Dramatisch dringende Anfrage meiner Dienste erhalten. Verlockend. Aber ich kann frühestens nächste Woche.

13h30 Projekt fertig und verschickt. Suche Unterlagen zum nächsten Projekt.

14h00 Kann am nächsten Projekt nicht arbeiten, da mir nicht klar ist, was ich machen soll. Drucke erstmal Bäume für ein anderes Projekt tot.

14h15 Telefonat wegen des nicht klaren Projekts. Ich mag es nicht. Ich mag alles daran nicht. Aber gut. Augen zu und durch.

14h40 Kurze Projektbesprechung mit der einen Kollegin. Sie sind ja schon ein bisschen in Panik ob meiner telefonischen Nichterreichbarkeit bis Ostern.

15h35 Das unliebsame Projekt bearbeitet und abgegeben. Jetzt mache ich mich fertig und gehe auf den Markt.

15h55 Abflug.

16h50 Erfolgreiche Runde gedreht: Dichtungsringe, Spargel und Bärlauch, spätes Markt-Mittagessen (Waffel und Worscht), Supermarkt. Jetzt lesenlesenlesen.

17h40 Irgendwie bin ich im Internet hängen geblieben und am Fernseher. Und an privaten To-Dos.

18h10 Balkon regensicher gemacht.

18h15 Nochmal raus: Endlich den letzten Strick-Pussyhat verschickt, ein Retouren-Paket endlich aufgegeben, Chips gekauft, die Hort-Vertragsveränderung eingeworfen.

18h45 Wieder zu Hause. Mal kurz aufs Sofa legen.

19h45 Tatsächlich eingeschlafen. Jetzt aber flott fertig machen.

20h05 Ankunft am Kino. Die Feundin wartet schon.

22h15 Moonlight gesehen. Toller Film.

22h30 Zu Hause fallen mir die Dichtungsringe ein. Direkt mal tauschen. Hmhm, möglicherweise ist der Schlauch kaputt. Was sehr ärgerlich wäre.

22h55 Dieser Beitrag geht online und ich muss noch arbeiten.

Groupie

Wenn man innerhalb von fünf Monaten auf zwei Konzerten derselben Band war, ist man ein klitzekleines bisschen auf dem Weg zum Groupie.

Es hat sich wieder gelohnt. Und ein wenig bin ich auch in Justin Sullivan verliebt. (Mal abgesehen davon, dass er mein Vater sein könnte.)