Beeindruckend

Nachdem wir gestern spät im Bett sind, müssen wir heute früh raus.

Wir sind um 11h00 in Berlin zum Frühstück verabredet. Mit meiner Nichte, die da seit fast zwei Jahren lebt und wir uns bestimmt drei Jahre nicht gesehen haben.

Ich bin schwer begeistert, was für eine coole und taffe Frau aus ihr geworden ist. Und weil sie so cool und taff ist und noch deutlich engagierter als ich, kommt sie natürlich mit zur Demo.

Auf dem Weg zum Demostartpunkt nahe Alex.

Meine zweite Demo in Berlin. 12.000 wurden gezählt. Eine beeindruckende Zahl – auch (oder besonders) für Berliner Verhältnisse. Es gab gute Beiträge. Gute Transparente und Schilder. Und vor allem eine gute, insbesondere nicht aggressive Stimmung. Und ich hätte es wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn der RB und ich nicht hingegangen wären (und es ist ja nicht so, als hätte es kein Alternativprogramm gegeben*).

Dann ging es wieder zurück nach Potsdam. Mir hatte das Laufen in der Sonne zugesetzt und ich musste mich erstmal hinlegen. Der RB war zu heiß auf den 2. Tag vom Festival und ging schon mal vor. Ich ging erst gut zwei Stunden später hinterher.

Meine Beine und ich … das ist auch so ein Kapitel in meinem Leben.

Heute fanden die Konzerte draußen statt und ich kam rechtzeitig zu Band 3… Nunja, der Sound war gut, aber die Stimme der Frontfrau war (leider) nicht schön. Der RB und ich nutzten den Moment, um das Gelände zu erkunden.

So als Hochbeet find ich Autos gut**

Band 4 war laut, aber gut. Vorausgesetzt eine mag Punk/ Oi.

Brigadir spielte, bis es dunkel wurde, um zum letzten Song Pyros zu zünden.

Der krönende Abschluss – für mich und aus meiner Sicht auch fürs Festival – waren Rhoda Dakar & The Chancers.

Eine beeindruckende Lady des 2Tone (und sie hatte so tolle Schuhe an)

Deutlich früher und deutlich weniger betrunken als am Tag davor gingen wir ins AirBnB, um für den nächsten Tag und das nächste Abenteuer fit zu sein.
———————–
* Fußballspiel

** Keine Diskussion über Öl, Metal, Gummi etc.

K6/F1

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Festival war. Die großen bekannten meide ich ja wie der Teufel das Weihwasser und gehe eigentlich nur auf – am liebsten kleine – Konzerte.

Aber dann kam der RB mit dem Ultrash-Festival ums Eck und dass er da gerne hinwolle. Und weil mir die Musik zusagte, es nicht groß erschien (eher wie zwei Tage Konzert), es in den Ferien und der Kindfrei-Zeit lag, entschied ich, mitzufahren. Dass es in Potsdam stattfand, war ein zusätzlicher Pluspunkt.

Nachdem ich die Lage in der brandenburgischen Landeshauptstadt ein klitzekleines bisschen sondiert hatte, buchten wir die Reise. Ja, Punk ist nicht tot, aber alt und fliegt zum Konzert und hat ein AirBnB.

Wir fliegen verspätet, weswegen ich den Flug nicht genießen kann, denn um 12h00 sollten wir gelandet sein. Um 12h00 startet der VVK für das Frankfurter Feine-Sahne-Fischfilet-Konzert. Um 11h30 starten wir erst. Zum Glück ist das Konzert nicht so schnell ausverkauft und als wir in Berlin sind haben wir die gewünschten 3 Tickets.

Wir nehmen den Bus zum Bahnhof Zoo und treffen uns mit einer Tweep.

Ich mag TweepMeets.

Dann geht’s nach Potsdam: Wohnung beziehen, Kleinkram besorgen, fertig machen und auf zum Festival-Gelände.

Die Konzerte sind in der Halle und so bekommen wir Band 1 nicht richtig mit, weil es draußen so entspannt ist und wir quatschen.

Band 2 ist so gar nicht meins und auch den RB zieht es nicht rein.

Aber wegen Band 3 und 4 sind wir ja vor allem gekommen.

Noch ein kleiner Weit-nach-Mitternachtssnack

Und dann müssen wir schnell schlafen, denn der nächste Tag wird voll und lang und beginnt recht früh.

—————
* Ich vertrag es einfach nicht mehr.

K5

Es gibt ja viel Gutes über den RB zu sagen. Aber finge ich einmal an, köme ich aus dem Schwärmen nicht raus. Wie gut er nicht nur mir, sondern auch dem midi-monsieur tut, wie schön das mit der gegenseitigen Grinchjagd ist, wie einig wir uns sind, dass jetzt nicht nur alles anders, sondern alles richtig ist. Aber was mir neben diesem ganzen Gefühlsdingsen so gut am RB gefällt: Ich werde politscher und ich lerne viele neue* Bands kennen, gehe auf noch mehr Konzerte und lerne so interessante Locations kennen.

Wie zum Beispiel die Reduit in Mainz-Kastel**

Die ehemalige Kaserne liegt ganz hübsch direkt am Rheinstrand und erwies sich als schöne Location für

Und wenn da am Rheinstrand nicht gerade wieder eine komische Party mit ganz gruseliger Musik ist, bietet sich der „Beachclub“ ja durchaus als Ziel/ Zwischenetappe für einen Radausflug an.

———————————-
* also eigentlich sind es meist alte, z.T. nicht mehr existierende

** Für alle nicht Rhein-Mainerinnen: Das ist ein Stadtteil von Wiesbaden.

*** Genaugenommen wäre der Auftritt von Mal Elev auf dem Afrikanischen Kulturfestival ja K5. Aber da ich das nur sitzend von der Seite verfolgt habe und es zudem noch recht kurz war, zähle ich es nicht mit.

**** Wobei die für mich nicht zählen, denn a) der Funke sprang musikalisch nicht über, b) ich verzog mich beim zweiten Lied weit weg von der Masse, da mal wieder gekifft wurde und c) wir gingen, bevor sie fertig waren.

K4

(Genaugenommen: K4.1 bis K4.5*)

Gestern war Au-Fest. Der RB wollte dahin, ich wollte gerne mit und aus der Erfahrung sagte der RB, dass Kinder dort kein Problem seien. Der midi-monsieur empört sich ja eh schon immer, dass er NIE auf Konzerte mitdarf, also war es eine günstige Gelegenheit, ihn ins wilde Konzertleben einzuführen.

Nicht so günstig war, dass er davor das letzte** Rugby-Turnier der Saison hatte. Um 9h30 wurde er von einem Teamkumpel und dessen Vater abgeholt und von diesen auch erst um 16h30 zurückgebacht. Da war der RB schon los, denn das Fest bzw. die Konzerte fingen schon um 17h00 an.

Der midi-monsieur hatte irgendwie schon Lust, aber dann auch wieder nicht. Er war ziemlich fertig und hatte Hunger und überhaupt. Ich war – ehrlich gesagt – auch nicht der personifizierte Ethusiasmus, denn die Seuche drückte immer noch auf die Stirnhöhle. Aber zu Hause bleiben fand ich auch doof und zur Not könnten wir ja auch jederzeit wieder nach Hause. Also machten wir uns fertig: Das Kind duschte, ich zog mich noch dreimal um und kam mir mit Schal*** etwas doof vor. Und los ging es.

Auf dem Weg das Kind erstmal mit einem wichtigen Ritual**** auf dem Weg zu Konzerten vertraut gemacht:

Lahmacun – immer ohne Soße und ohne Zwiebeln

Eine solide Grundlage ist wichtig. Die wird traditionell in der Bahn gegessen.

Kurz vor unserer Ankunft im Westen Frankfurts pushte mir KATWARN eine Unwetterwarnung und ich überlegte, als uns beim Aussteigen Tropfen empfingen, ob wir erstmal in der Unterführung abwarten sollten. Aber es tröpfelte nur.

Wichtiger Einlassstempel

Vor Ort fanden wir den RB recht schnell. Aber er hatte nur Augen für K4.1 (also eigentlich K4.2*), was aber in den letzten Zügen lag. Der midi-monsieur war grätig, weil k.o. und laut und überhaupt. Ich war auch nicht allerbester Laune und war froh, dass es erstmal eine Pause zwischen den Konzerten gab.

Es war schon vorher klar, dass K4.2 (also eige…*) nicht meins sein würde. HipHop und/oder Rap oder was auch immer es sein sollte, ist nicht meins. Ich dachte, es wäre mehr was fürs Kind, aber er wurde auch nicht warm.

Menschen, die zu Boykott tanzen

Er setzte die MickyMäuse auf und dann entfernten wir uns von der Bühne und jagten vegane Waffeln (gar nicht mal so schlecht, aber ihr fehlte etwas Schmier- bzw. Antiklebmittel*****).

Nach Waffel und gefühlt tausend „Können wir wieder gehen?“ vom Kind, erläuterte ich ihm das Prinzip Pfandsammeln, das auf dem Au-Fest wohl Tradition unter den Kindern ist und wir auch schon einige Kids gesehen hatten. Zunächst zögerlich zog er los. Schnell hatte er erste Erfolge und zwei Euro mehr in der Tasche.

Das Kind war nun unterwegs, der RB vor der Bühne und ich war immer noch schlecht drauf. Mir war’s zu laut, dazu nicht meine Musik und irgendwie dachte ich: „Ach, Bett und Tee wären auch nicht schlecht.“

In der Pause fanden der RB und ich uns wieder. Das Kind war unterwegs und kam nur vorbei, um uns stolz seine Einnahmen zu überreichen, die ich verwalten sollte.

K4.3 fing an und wenn der midi-monsieur da gesagt hätte: „Ich will nach Hause.“ wäre ich sofort mit ihm gegangen. Mein Kopf dröhnte, wir waren definitiv zu dicht an der Bühne, konnten aber nicht weg, weil uns ja sonst das Kind nicht wiedergefunden hätte, und ich taufte den Sänger „Schreihals“******.

Wäre ich nicht auf die gloreiche Idee gekommen, mir die MickyMäuse vom Kind überzustülpen, wäre mir vermutlich der Kopf geplatzt. Das Kind war mittlerweile total im Sammelflow******* und fand das Fest und alles auf einmal total super.

Mein Kopf beruhigte sich auch und wir wählten einen Standort weiter von der Bühne weg. Und – tadaa – so schlimm war das alles doch nicht. Wir lauschten K4.4 „aus der Ferne“, unterhielten uns und das Kind sammelte immer noch (mittlerweile mit Kiste).

Zu K4.5 zog es den RB vor die Bühne. Und ohne Kind wäre ich wohl mitgegangen. Aber so tanzten das Kind und ich etwas abseits.

Ziemlich Punkt Mitternacht war die Musik aus und dann war es auch wirklich Zeit, dass der midi-monsieur ins Bett kam. Zum Glück gibt es auch einen durchgehenden Bus, in dem das Kind an den RB gebuckt einschlief.

————————————
* Eigentlich K4.1 bis K4.6, aber die erste Band hat nur der RB gesehen. Und von der zweiten Band (K4.1) haben das Kind und ich nur noch einen Song mitbekommen.

** Also das letzte in der Liga, bei dem es um etwas geht. Ein Turnier kommt noch nächstes Wochenende in Besancon.

*** Später am Abend sollte ich mir sehr dankbar sein, dass tolle Strick-Tuch mitgenommen zu haben.

**** Die Sache mit dem Wegebier kann der RB dann in … ähm … sieben Jahren erklären.

***** Es war halt schon eine kleine OP, sie aus dem Waffeleisen zu friemeln. Also für den Waffelbäcker. Ich schaute ja nur zu.

****** Ich habe ja eigentlich nichts gegen Punk, aber …

******* Am Ende des Abends hatte er einen knapp dreistelligen Betrag zusammengesammelt.

E25

Heute kam ich mir ja ein bisschen vor wie eine Mystery-Tasterin. Nur mit dem Unterschied, dass der Tasting-Maître* ja wusste, dass ich da war und ich – zumindest bis zur Pause** – die anderen eigentlichen Tasting-Kundinnen „bespitzeln“ konnte.

Interessant war es, den eigenen Freund auch mal bei diesem Teil*** seiner Arbeit zu erleben. Ich habe mich bemüht, ihn nicht die ganze Zeit über anzuhimmeln. Und ich kann sagen: Das macht der schon ziemlich gut.**** 🙂

Und weil ich da so reingeschmuggelt beisaß, musste ich mich ja irgendwie erkenntlich zeigen. Pah, nicht was ihr denkt. Da war es sehr praktisch, dass die Spülmaschine wiederholt „E25“ anzeigte. So was fuchst mich ja und so kroch ich mit youtu.be auf dem Handy in die Maschine, schöpfte Wasser raus, friemelte Plastikteile ab, drehte an Rädchen, fummelte alles wieder an Ort und Stelle und – tadaa – das Maschinchen schnurrte wieder.

—————————
* der RB

** Wenn eine den Chef und Tasting-Maître küsst, gehört sie anscheinend irgendwie dazu+.
+ zum Laden

*** Wir arbeiten ja hin und wieder vis-à-vis an Apfelbuch und Laptop und beim Verkauf habe ich ihn ja auch schon beobachten können.

**** Wer Bock auf ein interessantes, kurzweiliges und lustiges Tasting zu Gin, Whisky oder auch Rum hat, kann ja mal hier gucken.

***** So nennt mich der RB gelegentlich. Keine Ahnung, warum

Feud und Leid

Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander. Auch kulinarisch. Nur 500 Meter* liegen zwischen dem Bornheimer Dorfstadl und dem Sonamu. In dem einen waren wir am Montag essen, im anderen heute. Ich war in beiden auch schon mal ohne den RB essen und hatte beide in guter Erinnerung.

Aber die Montagslokalität hat deutlich in der Qualität abgebaut. Ich will gar nicht auf den lieblosen Beilagensalat, der nach Salatkrönung schmeckte, eingehen und auch nicht darüber nölen, wie schlecht das Wiener Schnitzel (ja, echtes, nicht Wiener Art) war. Und dass es zwei kleine Schnitzel waren, ist dabei noch der kleinste Kritikpunkt.
Das Essen war da mal wirklich lecker. Jetzt leider nur noch okay. Es macht den Eindruck, als verkomme das Ganze zu einer Kneipe, wo sich zum Skatkloppen beim Bier getroffen wird. Da war es auch schon fast egal, dass wir nicht mit Karte zahlen konnten (was früher ging).
Sorry, but not sorry, den Laden kann ich leider nicht mehr empfehlen.**

Dafür hat uns dann der heutige Restaurantbesuch entschädigt: Koreanisch isst eine ja eh nicht so oft. Da muss eine sich erstmal bewusst werden, dass das zwar irgendwie asiatisch ist, aber dann doch ganz anders als Sushi, Thailändisch oder berühmten sieben bis acht köstlichen Kostbarkeiten***. Entsprechend lang brauchten der RB und ich, um uns auf der eigentlich nicht sehr großen Karte für Vorspeisen und Hauptgerichte zu entscheiden. Aber gelohnt hat es sich.

Leider habe ich mir nicht gemerkt, wie all die leckeren Sachen heißen. Aber weil eben lecker, besonders und nett (der Service) war, gibt es eine klare Empfehlung**** fürs Sonamu*****.

—————————-
* Zumindest, wenn ein es in Relation dazu setzt, dass die ganze Berger Straße 2,3 Kilometer lang ist.

** Es ist schon sehr aussagekräftig, dass wir keine Fotos vom Essen gemacht haben.

*** Hier wollte ich eigentlich auf Rüdiger Hoffmann’s 8 Kostbarkeiten verlinken. Aber manche Dinge sind in der Erinnerung lustiger als dann wirklich.

**** Ein klitzekleines bisschen unschön war, dass die Hauptgerichte nicht zeitgleich serviert wurden.

***** Reservierungen unbedingt erforderlich

Alles im Fluss

… oder am Fluss, zumindest liegt Nierstein am Rhein, der ja durchaus als Fluss bezeichnet werden darf. (Nein, es ist kein sehr langer, dafür recht schmaler See.*)

Dieses Schiffchen unter … äh … aus dänischer Flagge würde wohl im Fluss leider untergehen.

Aber nicht nur der Fluss fließt durch Nierstein, sondern es floss bei der tollen, entspannten, lustigen, interessanten, unterhaltsamen und überhaupt GARTYPARTY18, zu der Frau Mutti bzw. Schnickeldi und Familie wieder einmal eingeladen hatten, auch einiges an trinkbaren Flüssigkeiten. Und so tranken wir uns durch diverse Rieslinge von Dalgaard&Jordan, die auch eingeladen waren.

Das war – auch für den midi-monsieur – ein schöner Nachmittag und Abend in der Grünen Villa mit ihren Bewohnern und Gästen, sodass ich mich nur wiederholen kann:

Und sage: Hoffentlich sehen wir uns (spätestens) beim Adventskaffee wieder!

——————————–
* Nein, der Rhein ist auch nicht so schmal, also für einen Fluss. Für einen See wäre er das durchaus.

Einfach ja sagen

Manchmal ist es ja ganz gut, einfach mal ja zu sagen. Einfach darauf zu vertrauen, dass einer ein anderer Mensch nichts Böses will, wenn sie eine Unternehmung vorschlägt.

So war es, als Silke Herrn Walthers und meine Post-Richard-III.-Euphorie ausnutzte und uns direkt zum nächsten Kulturabend „verdonnerte“. Ich guckte nämlich nur aufs Datum und sagte zu. Später klärte ich dann noch mit dem RB, ob er den midi-monsieur ins Bett bringen könne an dem Abend und das war es dann auch schon. Ich kümmerte mich Nullkommanichts darum, was genau uns nun an dem Abend erwarten würde. Ich hatte noch nicht einmal registriert, dass es eine Lesung sein würde. Aber gut, nach bereits zwei*, naja drei** Lesungen, ist mir nun auch dieses Format geläufig.

Gelesen hat Ferdinand von Schirach, den ich Banausin ja bis heute auch nicht kannte. Wobei er nicht nur aus seinem Buch „Strafe“ vorgelesen hat, sondern auch über den Prozess gegen Sokrates (ja, der olle Philosph aus der Antike) referierte.

Er sieht etwas erleuchtet aus 😉

Das Publikum war sehr aufmerksam und sehr still, sodass ich mir etwas „laut“ vorkam, als ich spontan applaudieren musste, als von Schirach sinngemäß sagte: „Es ist ja schon gut, dass sich der Staat nicht in die Kirche einmischt.*** Aber noch besser wäre es, wenn sich die Kirche nicht auch in den Staat einmischen würde.“ Danach war ich dann aber auch still und lachte auch nur in mich hinein, als das Pärchen vor Herrn Walther total kinoesk die Köpfe zum Knutschen Kuscheln zusammensteckte.****

Da ich nichts wusste, habe ich nichts erwartet und so war es einfach toll: die erzählten bzw. vorgelesenen Geschichten, die Stimme, die Atmosphäre, die Begleitung (nagut, die kannte ich ja vorher, da konnte nichts schief gehen).

Doch, es lohnt sich durchaus, einfach mal ja zu sagen und Dinge zu machen, die eine sich selbst eher nicht rausgesucht hätte.

———————————-
* Sarah Kuttner und Mama Schulze

** Ich weiß immer noch nicht, ob ich die Titanic-Lesung werten soll. Wobei wir ja eigentlich wegen Andrea Diener da waren.

*** Stimmt auch nur bedingt. Aber der staatliche Einfluss auf die Kirche ist sicherlich deutlich unbedeutender, als die umgekehrte Einmischung.

**** Das muss eine Frankfurter Mode sein: Bei Richard III. hatte ich ein Pärchen im Blickfeld, das mitten im Stück tatsächlich knutschte und sie sich auf seinem Schoß räkelte. Ähmja… Ich werde alt und verständnislos.

Frühjahrsputz

… oder auch: Alles muss ab.

Eigentlich wollte ich es ja schon im Februar mit der Besten ausprobieren, aber da ergab sich kein Termin. Auch der März war voll. Und so ergab es sich, dass ich meinen ersten Hamam-Besuch mit dem RB hatte. Für ihn war es auch das erste Mal.

Dank der Beschreibung auf der Webseite fühlten wir uns nicht ganz unbedarft und hatten eine grobe Vorstellung, was uns erwartet.

Was uns beide – neben dem Effekt der Bahandlung selbst – beeindruckt hat, war, dass man es tatsächlich direkt an der Konsti schafft, eine so ruhige und entspannende Atmosphäre zu schaffen.

Das eigentliche Hamam ist nicht so groß. Alles in weißem Marmor. Die Temperatur war – für uns beiden Hitzemuffel – sehr angenehm und das ständige Sich-mit-Wasser-Begießen war auch erstaunlich angenehm – auch wenn uns die letzten* 5 Minuten sehr lang vorkamen und noch weitere 5 Minuten meinem Kreislauf auch nicht gut getan hätten. Aber so weit kam es ja nicht, denn als wir maximal aufgeweicht waren, ging es weiter und wir wurden intensiv mit dem Kese behandelt. Wow, das Hautgefühl war schon krass danach: „Softtouchoberfläche“ nennt der RB es. Der ganze Winterdreck ist ab.

Dann gab es Tee und Ruhe und zum Abschluss noch eine Rückenmassage.

Entspannt an Buddha

Das war bestimmt nicht unser letztes Mal. (Ich gehe mit der Besten definitv auch noch hin.)

—————————-
* Dafür hatten wir Spaß mit einer Dame, die nackig zu uns kam, weil sie ihr Duschgelfläschchen nicht aufbekam. Und versuchten das Kopfkino loszuwerden, nachdem wir die Regel „Nicht im Hamam rasieren“ lasen… jaja, jede Regel hat eine Vorgeschichte.