Ein bisschen Weihnachten

Wie schon vor zwei Jahren, als der midi-monsieur Weihnachten in Frankreich feierte, habe ich auch dieses Jahr darauf verzichtet, irgendeinen Bohei zu machen.

Ich habe lange und tief und gut geschlafen. Was auch einfach überfällig war. Ich bin das, was vom Tag übrig war, entspannt angegangen, habe irgendwann geduscht, Glögg warm gemacht und mich dann mit einer der Besten zum Stadtgeläut getroffen.

Ich hätte, wenn ich gewollt hätte, mit ihr und ihren Eltern weihnachten können.

Aber ich wollte mit mir allein sein.

Tagebuch

Lange Jahre habe ich Tagebuch geschrieben. Nicht immer kontinuierlich, aber immer wenn Dinge passierte, die mich so bewegten, dass ich sie verarbeiten musste und dies nicht in Gesprächen mit Freundinnen tun konnte oder wollte. Zuletzt Tagebuch geschrieben habe ich während der Beziehung mit dem Kv. Mir fällt es noch immer schwer, die Einträge von damals zu lesen. Irgendwann ließ ich das Tagebuchschreiben.

Dann fing ich wieder an zu bloggen. Und, insbesondere seitdem ich täglich blogge, hat das durchaus Tagebuchcharakter. Wobei natürlich einige Aspekte, die im Tagebuch deutlich mehr Gewicht hätten, nicht auf dem Blog stattfinden. Allerdings gab es in der Zeit nach der Trennung auch nur wenige (eigentlich keine) Momente, in denen ich dachte: „Hmm, vielleicht sollte sollte ich wieder mal Tagebuch schreiben.“ Und damit meine ich nicht Themen, die ich in geschützten Posts verarbeite.

Doch in letzter Zeit häufen sich Momente und Gedanken, die ich nicht verbloggen kann. Die ich auch nicht auf Twitter stattfinden lassen möchte. Zumindest auf diesem Blog und auch nicht auf meinem ersten Twitteraccount.

Für mich leben allerdings Twitter und Blog vom Austausch und Vernetzen. Und was nützt es, in einem darkblog* oder mit einem dark-Twitteraccount** vor mich hinzuschreibe, wenn es keine*r liest. Dann könnte ich auch Passwort-geschützt bloggen und das Passwort nicht rausgeben. So würde ich aber nur für mich bloggen, dann könnte ich auch einfach wieder anfangen, Tagebuch zu schreiben.

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* Bei dem ich aus Angst, dass irgendwann mal die Verbindung zu meinem ersten Blog hergestellt werden könnte, die Posts mit Passwort schützen würde.

** Aus der gleichen Angst wäre der dark-Twitteraccount auch geschützt.

Mistmistmist

Mist gebaut. Ich will nicht drüber reden, aber es hier festhalten. Eine Marke setzen. Und mich ein bisschen schämen. Zu analysieren brauche ich mich nicht, dafür kenne ich mich und die Muster gut genug.

Beichte

Auf Twitter habe ich es schon verkündet. Ich wage es hier auch mal – auch auf die Gefahr, Leserinnen zu verlieren:

Ich mag keine Pralinen.

Ich mag das Mundgefühl in den meisten Fällen nicht. Und die Masse an Geschmäckern. Meistens sind sie mir auch schlicht zu süß. Und mit Alkohl geht gar nicht. Ich mag auch keine Macarons bzw. Luxemburgerli.

Was ich mag: Nougat oder Marzipan mit – vorzugsweise – Zartbitterschokolade drum. Da muss dann aber auch nichts weiter bei sein. Daher bin ich auch mit einer guten Nougat- oder Marzipanschokolade viel glücklicher zu machen als mit Pralinen.

Abgeklärt

Es fühlt sich ziemlich gut an, problemlos über den Grund des Tattoos am Arm sprechen zu können. Abgeklärt auf das zurückblicken können, was passiert ist. Spüren, dass es mich emotional nicht mehr aus der Bahn bringt.

Da fällt es mir manchmal fast schwer, die Fassungslosigkeit meines Gegenübers nachzuvollziehen.

Das Thema ist schwere Kost. Aber gerade deswegen ist es mir wichtig, darüber sprechen zu können. Ich binde es keinem auf die Nase, aber wer mich nach dem Tattoo fragt, muss die Geschichte ertragen.

Törööö

Wieder was gelernt: Der Ausdruck „da steht ein Elefant im Raum“ kommt aus dem angelsächsischen Sprachraum. Ändert aber auch nichts daran, dass ich das Bild mag und sehr treffend finde. Wobei ich selten Elefanten im Raum stehen habe. Gelegentlich in meinen eigenen Räumen, sehr selten in geteilten Räumen. Was daran liegt, dass ich Elefanten, auch keine kleinen Babyelefanten, nur ganz schlecht ertrage. Vermutlich weil ich Raum brauche – Platz nach oben und in alle anderen Richtungen auch. Und so ein Elefant nimmt davon ja durchaus einiges ein. Da werde ich nervös, rappelig und unkonzentriert. Und ich hasse dieses Gefühl. Also kümmere ich mich für gewöhnlich so schnell wie möglich um den Elefanten, gebe ihm kein Futter und führe ihn dann zügig aus dem Raum.

Manchmal versucht der Kv mir einen pinken Elefanten mit vier Ohren zwei Rüsseln in die Wohnung zu stellen. Aber der fühlt sich schnell unwohl und geht.

Ganz manchmal allerdings steht ein Elefant da und ich kann ihn gar nicht richtig erkennen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er wirklich da ist. Aber der Raum fühlt sich voll an und ich habe das Gefühl an einigen Stellen nur als Kontorsionistin durchzukommen. Aber ich sehe nicht wirklich, wo der Elefant steht. Und ob er da steht. Oder wie er aussieht.

Es wurde heute auch nicht besser. Aber die Situation über Tag ließ weder ihr noch mir die Gelegenheit, etwas anzusprechen bzw. zu fragen, ob da ein Elefant wäre. Und als der midi-monsieur dann endlich im Bett war, war es auch zu spät.

Vielleicht bilde ich mir das auch ein, weil mir mein Unterbewusstsein einen Streich spielt. Aber so fühlt sich ihr Besuch nicht gut an. Doch auch wenn es keinen Elefanten gibt, war der Zeitpunkt ihres Besuchs nicht optimal, denn dann geht es ihr wohl gerade einfach nicht gut und sie will man wieder nichts sagen. Das wäre zwar auch ein Elefant. Aber keiner, der bei mir rumsteht.