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Weil mein Instagram-Account irgendwie verwaist, dachte ich mir, dass ich mal wieder bei 12von12 mitmachen könnte.

#1: Zum Duschen brauche ich Musik. Und danach brauche ich leider auch Fenistil, denn ich habe mir am Samstag Nacken und Dekolleté verbrannt. Gar nicht schön das.-

#2: Es ist BalkonOffice-Wetter, aber die Wärme und das Sitzen bekommen meinen Beinen nicht. Also quetsche ich mich ganz uneitel in die Kompressionsstrümpfe.

#3: Vor lauter Arbeiten komme ich nicht zum Essen. Der Skyr transpieriert schon.

# 4: Ich räume das BalkonOffice, weil …

#5a/b: … ich noch schnell (haha) die Griffe vom Mountainbike tauschen will. Zum Glück klappt es wie gewünscht.

#6: Beim Rugby ist heute Elternabend. Saisonrückblick und -ausblick. Wobei uns das nur teilweise betrifft, da der midi-monsieur ja ab Sommer in der nächsthöheren Altersklasse spielt.

#7: Schulelternbeiratssitzung ist heute auch.

#8: Weil der Kv da ist, kann ich nach dem SEB noch in Ruhe einkaufen gehen.

#9: Als ich die Einköufe in die Küche bringen, gucken mich die Gerbera sehr traurig an.

#10: Ich setze mich kurz auf den Balkon und genieße die frische Luft.

#11: Aber die Gedanke an das Gespräch, das mir morgen bevor steht, lassen mich nicht los und ich gucke mir meine Notizen an.

#12: Ich sinniere noch kurz über die magere Dekoausbeute: So ohne Motto bin ich etwas ideenlos.

Alle 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.

Erstaunlich

Nein, es ist nicht wirklich erstaunlich, was es mit mir macht, wenn ich nicht den ganzen Tag auf Kind-Standby bin. Ja, es ist erholsam, wenn ein zweiter Erwachsener, derzeit der Kv, da ist und sich um den midi-monsieur kümmert.

Weil der Kv nach dem Rugby-Turnier mit dem Kind auf den Spielplatz ging, konnte ich schlafen. Was dringendst nötig war.

Sonst hätte ich danach nicht einkaufen gehen, nicht Essen machen, nicht in der Küche endlich mal klar Schiff machen und nicht eine Quiche vorbereiten können, weil ich von der gestern gebackenen heute nichts bekommen habe, aber seitdem Lust auf Quiche habe.

Und trotzdem finde ich den Gedanken, dass hier dauerhaft ein weiterer Erwachsener wohnt, nicht sonderlich attraktiv.

Aber auch das ist nicht erstaunlich. 😁

Menschen, Tiere, Emotionen

Gestern dachte ich kurz darüber nach, ob wir ein Haustier „brauchen“. Dieser Gedanke dauerte höchstens eine Sekunde. Dann besann ich mich wieder. Nein, für noch ein Lebewesen möchte ich keine Verantwortung tragen. Kann ich nicht. Also könnte ich schon, wäre aber emotionaler Selbstmord.

Mir reicht die Verantwortung, die ich für den midi-monsieur und für mich tragen muss.

Und mir reicht es gerade auch, dass ich dabei mit Menschen agieren muss und auf Menschen angewiesen bin, die vom Karma her wohl als Amöbe, ach, was kann die Amöbe dafür Mücke* wiedergeboren werden.

Ich habe gerade keinen Bock auf Menschen, die mich emotional stressen. Die an mir zerren. Die mich ignorieren. Die unehrlich sind.

Umso verwunderlicher ist es, dass ich mich tatsächlich darauf gefreut habe, dass der Kv ab heute da ist.

Obwohl, wenn ich ehrlich bin, entlastet er mich meistens ja schon, indem er für den midi-monsieur da ist. Und das verschafft mir tatsächlich etwas Luft und Ruhe und nimmt mir etwas Verantwortung.

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* Mücken mag ja nun wirklich keiner. Höchstens Fledermäuse.

Man könnte meinen

… ich wäre in irgendwelchen Dürre-/ lebensmittelknappen Zeiten oder Krieg groß geworden. Vielleicht steckt es auch einfach epigenetisch in mir drin, dass ich zum einen Lebensmittel nur ungern wegschmeiße (und ich möchte hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass im Ausdruck „Mindesthaltbarkeitsdatum“ mindest(ens) steckt. Das Lebensmittel ist also auf jeden Fall bis zu diesem Datum haltbar und setzt nicht unmittelbar eine Minute nach Mitternacht eine dicke Schimmelschicht an.) und zum anderen viele Kochüberbleibsel grundsätzlich (erst mal) aufhebe, denn daraus kann man bestimmt noch was machen.

Nunja, wir haben jetzt halt Orangenbaiser aus drei Eiweiß vorrätig (weil ich mich gestern nicht von den Eiweißen, die beim Eismachen übrige blieben, trennen wollte).

Muttertag

Dass heute Muttertag ist/ war, war mir ziemlich egal. Ich muss den Tag nicht per Hashtag zweckentfremden, ich muss mich nicht darüber echauffieren, dass es ihn überhaupt gibt und welches Mutterbild er vermittelt und ich denke auch nicht darüber nach, was es für meine Beziehung zum Kind bedeutet, wenn er mir nichts, nichts Selbstgemachtes oder irgendwas Sauteures schenkt.

Deswegen …

… bin ich heute gerne (für einen Sonntag) früh aufgestanden und bin auch ohne zu murren um 9h00 ins Auto gestiegen.

… habe ich mich zwischen Aufstehen und Losfahren sehr über das Muttertagsgeschenk gefreut, das der midi-monsieur in der Schule vorbereitet hat.

… habe ich auch gerne fünf Stunden in Heidelberg am Rugby-Pitch verbracht und vier Spiele der Mannschaft vom Kind angeschaut.

… war die Rückfahrt mit zwei übermüdetetdrehten Kindern auf der Rückbank nicht mehr oder weniger anstrengend als an anderen Tagen.

… gab es heute trotzdem nur eine Kugel Eis.

… war ich trotzdem total müde, als wir zu Hause waren, und musste mich erstmal hinlegen.

… gab es zum Abendessen nichts Besonderes leckere Reste von gestern, Brot und Tomatensalat.

… war es schön, dass ich vom midi-monsieur noch ein weiteres Muttertagsgeschenk (ein Gedicht in Schönschrift abgeschrieben) bekam.

… habe ich das Kind noch für seinen morgigen Sachkundetest abgefragt.

… war die Abendroutine wie immer – Zähneputzen, Vorlesen, Kuscheln, ab ins Bett.

Und mal abgesehen davon, dass ich das Kind ja nicht einfach an den Kv abgeben kann, um saufend und marodierend durch die Wälder zu ziehen, finde ich es auch schön, explizit den Muttertag mit meinem Kind zu verbringen. Denn ohne ihn wäre ich gar nicht Mutter.

Kräfte

Es ist erstaunlich, was so Kräfte zehrt. Vielleicht ist es Einbildung, aber seit das Implantat weg ist, geht es mir besser. Und ich habe wieder Kräfte. Klar muss ich damit haushalten, denn urlaubsreif bin ich immer noch, aber ich fühle mich nicht mehr so blockiert.

Erstaunlich ist auch, was noch so Kräfte freisetzt: Eine Freundin wird heute Nacht kommen und das sorgte tatsächlich dafür, dass ich im Wohnzimmer, in der Küche (zu 80%, aber immerhin gewischt), im Bad und im Gästezimmer endlich mal wieder klar Schiff gemacht habe. Eine Leistung, die ich mir Anfang der Woche schon gar nicht mehr zugetraut habe.

Möge es bitte so bleiben, bis ich endlich frei machen kann.

Aber vielleicht starte ich doch mal eine Petition, dass alle Alleinerziehenden einmal pro Monat ein Tag Putzdienst bezahlt bekommen.

Besser

Noch nicht gutgut, aber deutlich besser als die letzten Tag geht’s mir heute. Die Schreibblockade löst sich etwas. Ich kann mich möglicherweise auf einen Kurztrip ans Meer vorfreuen. Auf jeden Fall kann ich mich auf Basel und den Europapark (psst, das ist eine Überraschung fürs Kind) freuen.

Worauf ich mich nicht freue: Ich muss zum Zahnarzt. Und ich werde das Implantat wieder rausmachen lassen müssen. Es ist nicht fester angewachsen und macht weh. Vielleicht macht mich auch dieser latente Schmerz gerade so mööp. Genervt bin ich auf jeden Fall, weil jetzt irgendeine semioptimale Lösung her muss, um die Zahnlücke zu schließen.