Bedeutungstripel

Na sowas, da dachte ich, ich hätte über Tattoo 1 und 2 etwas mehr geschrieben. Aber tja, wohl nicht. Also nutze mich mal Frau Brüllens Frage für einen Blogpost.

Tattoo 1 ist MEIN Tattoo. Wie ich schon schrieb, wusste ich, seit ich 14 Jahre alt war, dass ich an der Stelle, an der es ist, ein Tattoo haben möchte. Ein Zeit lang liebäugelte ich mit einen Tribal über den ganzen unteren Unterbauch – also so, dass es immer vom Slip verdeckt wäre. Aber irgendwie war mir das zu „banal“. Immer mal wieder dachte ich im Hinterkopf darauf rum, aber DAS Motiv kam mir nicht.
Als 2015 alles im Umbruch war, kam mir auf einmal die Idee für mein Tattoo. Und ich beschloss, dass ich es mir stechen ließe, wenn das mit der Freiberuflichkeit ein Jahr gut ginge. Außerdem hatte ich so genug Zeit, mir des Motives wirklich sicher zu sein.
Und ich war mir nach anderhalb Jahren, als endlich der Termin anstand, immer noch sehr sicher, dass ich ein Testosteron-Molekül haben will.
Und warum Testosteron?! Das ist vielschichtig und es darf gerne jede*r eigene Interpretationen anstreben. Es hat auf jeden Fall schon was mit meinem Charakter und Persönlichkeit zu tun (letztens wurde ich mit „bullying“ charakterisiert. Ich lass das mal so stehen.). Aber es steht auch dafür, dass ich als Single-Mom keine Mann brauche, um stark zu sein. Meine Stärke kommt aus mir heraus. So wie jede Frau halt auch Testosteron produziert. Und nicht zuletzt ist es eine naturwissenschafliche Reminisenz.

Das zweite Tattoo ist einfacher: Das L auf dem Finger steht für den midi-monsieur, dessen Name mit L anfängt. Ich fand den ganzen Namen oder sein Geburtsdatum als Tattoo nicht so toll und ein Porträt noch viel schlimmer. Das L ist – für die noch persönlichere Note – seine Handschrift. Die Platzierung ist auch nicht willkürlich: Es ist DER Finger.

Das neuste Tattoo ist ein Datum. Es ist kein Geburtsdatum. Von wem auch?! Die, die ich mir merken muss bzw. will, passen gerade noch ins Hirn; für alle andere habe ich diverse Kalender.
Ich glaube zwar nicht, dass ich dieses Datum* (bzw. Tag) vergessen werde. Aber das Tattoo soll eine Mahnung, eine Erinnerung sein. Eine, die mir immer wieder – auch vielleicht in unpassenden Momenten – ins Auge fallen wird. Und vielleicht vermutlich nicht nur mir.
Ich habe es bewusst in römischen Zahlen gestaltet (ist komplett mein eigener Entwurf), damit es nicht so offensichtlich ist. Und es scheint zu funktionieren.
Da ich die Zahlen nicht nackig stehen lassen wollte, habe ich noch eine Sonne (für mein anstrengend sonniges Gemüt meinen nicht tot zu kriegenden Optimismus) und einen Luftballon (für Leichtigkeit und Freiheit) quasi als Punkte integriert. Ich wollte Symbole, die positiv und nicht martialisch (Faust, Stinkefinger) wirken.

Leider war der Springer zu filigran, als dass er gut auf der Haut ausgesehen hätte.

Was ich nicht bedacht hatte, war, dass ich ja Muskeln im Arm habe. Dadurch sieht das Tattoo je nach Bewegung und Muskelanspannung immer etwas anders aus.

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* Interessanterweise hat das Datum, allerdings nicht mit dem gleichen Jahr**, auch für den Kv eine besondere Bedeutung***.
** Also vielleicht hat es auch DIESES Datum eine Bedeutung für ihn. Oder zumindest irgendwas bei ihm hinterlassen, aber das weiß ich nicht.
*** Was sicherlich mit ein Grund für seinen absolut unkontrollierten Ausbruch damals war. (Grund! keine Entschuldigung!)

Sag niemals nie

Hmhm, ich mag ja keine absoluten Aussagen – also nie, immer, alle(s), nichts – und ich habe auch keines diese Wörter benutzt, aber so ein bisschen absolut klang es doch schon:

Denn interessanterweise kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, mir die Arme tätowieren zu lassen.

Und ich rudere hiermit offiziell zurück, denn seit heute habe ich mein erstes Arm-Tattoo. (Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte sein wird, denn ich habe für den anderen Arm auch schon eine Motividee… wobei „Idee“ auch etwas lapidar ist, denn es steht in meinem Kopf schon fest.)

Mein ursprünglicher Platz am Arm ging nicht und so musste es versetzt werden. Aber mir ist es wichtig, dass ich es – sofern ich nicht lange Ärmel anhabe – sehen kann. Ich denke, dass ich es irgendwann mal in ein weiteres Tattoo einbetten lassen werden, aber erstmal darf und muss es alleine wirken.

Mit diesem Tattoo ist nun das Bedeutungstripel voll. Die nächsten Tattoos werden nur noch für den Spaß gestochen. 😀

Schall und Rauch

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich darüber schon mal gebloggt habe, aber ich finde nichts. Naja, manchmal denke ich auch sehr laut.

Heute gab es eine interessante Diskussion auf Twitter, deren Ursprung in einem Tweet von Journelle lag:

Ich habe dazu eine sehr eigene Meinung (haha): Jede soll die Namensentscheidung so treffen, wie sie für sich am besten passt. (Und damit wäre der Post zu Ende.)

Zwei Replies fand ich besonders aufschlussreich:

und

Gerade zweiteren finde ich sehr klug. Denn irgendwie sind wir mal wieder bei „Frauen erklären Frauen, wie sie zu sein und was sie zu tun oder lassen haben“. Dazu gab es neulich eine ähnliche Diskussion, in der es um Frauen ging, die für die Familie den Job aufgaben und bei Scheidung vor dem Nichts stehen. Was ich – weil ich es in der Familie bereits so erlebt habe – wirklich schlimm finde. Aber wir reden hier über erwachsene Frauen, die die Möglichkeit haben (gehabt hatten) sich zu informieren. Ich bin da etwas abgebrüht und sage: Wer es nicht tut, hat halt erstmal Pech gehabt.

Bei der Namesfrage gilt letztlich das Gleiche – auch wenn es nicht annähernd die gleiche Tragweite hat: Frau kann sich dazu an vielen verschiedenen Stellen vollumfänglich informieren (lassen). Wie sie und ihr Partner (wie sieht das eigentlich bei gleichgeschlechtlichen Ehen aus???) sich dann am Ende entscheiden, ist komplett deren Sache. Und es gibt ausreichend Gründe (s. Tweet von Frau Mutti) für die eine oder die andere Entscheidung. Und ich würde mir im Leben nicht anmaßen, das zu bewerten. Ich – für mich – finde Doppelnamen ja auch doof, würde aber keine Frau deswegen für nicht zurechnungsfähig halten.

Als ich damals heiratete und es um die Namesfrage ging, stand für mich fest, dass ich meinen Namen behalte. Für mich ist mein Name ein Teil meiner Identität. Was auch an der Familiengeschichte liegt. Mein Nachname ist nämlich der Mädchennachname meiner Großmutter. Und diese Frau ist bzw. war mein großes familiäres Vorbild.
Dazu kam, dass ich mir nicht vorstelle konnte, wie meine Schwiegereltern zu heißen. Nein, das Verhältnis war nicht schlecht, aber mit dem gleichen Namen wäre eine Nähe hergestellt worden, die es nicht gab. Eine Nähe, die es halt nur zu meinen Eltern geben kann.
Da aber für den Ex und mich klar war, dass wir einen gemeinsamen Namen wollten, nahm er halt* meinen Namen an. Und er behielt ihn auch nach der Scheidung. Ein Doppelname kam für keinen von uns infrage.

Die Sache mit dem Familiennamen ist ja durchaus nett und auch nachvollziehbar. Und ich fand die Idee, dass meine Kinder mal so heißen wie ich, auch ganz töfte. Aber dann wurde ich ja vom Kv schwanger, mit dem ich – zum Glück – nicht verheiratet war. Damit war klar, dass das Kind entweder den einen oder anderen Nachnamen bekommen wird.** Zumindest war das für mich klar. Ich hätte natürlich die Vaterschafts- und Sorgerechtsgeschichte auf nach Geburt verzögern können. Dann (2009) hätte ich das alleinige Namensrecht gehabt und der midi-monsieur würde heißen wie ich.

Letztlich bekam der midi-monsieur den Nachnamen vom Kv. Weil wir, naja ich, überlegt hatten, dass der Kv ja voraussichtlich mehr mit dem Kind unterwegs sein wird als ich. Da ich ja arbeitete und er zu Hause war (zumindest nach dem ersten Jahr). Und da ein Mann mit Kind, das nicht den gleichen Namen trägt, eher in Erklärungsnöte kommen kann als eine Frau mit Kind, fiel die Namenswahl halt so, wie sie fiel.

Nein, ich habe dem nie nachgetrauert, denn mir wurde die Entscheidung ja nicht aufgezwungen. Wir hatten gute Gründe und ich bin auch – trotz Trennung – immer noch fein damit (schließlich sieht der midi-monsieur ja mir deutlich ähnlicher als dem Kv). Es unterstreicht vielmehr meine Gedanken/ Gefühle zur Elter-Kind-Beziehung:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran

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* Seine genauen Beweggründe weiß ich gar nicht. Aber ein bisschen schwang wohl auch „Befreiung“ mit. Außerdem fand er es auch ein bisschen cool, mit meinem Nachnamen wie ein bekannter Mathematiker zu heißen.

** Was nur zwei Drittel der Wahrheit ist: Dadurch, dass der Kv Franzose ist, hätte der midi-monsieur auch einen Doppelnamen bekommen können. Aber da ich sowas ja schon für mich ablehne, kann ich das ja schlecht meinem Kind einfach aufs Auge drücken.***

*** Ich hätte natürlich auch Trick17 machen können und meinen Nachnamen, der auch ein Männervorname ist, dem midi-monsieur als Zweitnamen geben können.

Kladde

Gestern suchte ich was. Ein sehr spezielles Stück Tagebuch. Denn neben klassischen Tagebüchern, die ich lange geführt habe, habe ich ein lose Blattsammlung mit Briefen und Listen. Ich suchte sie an der vermuteten Stelle, wo sie nicht war. Dann suchte ich sie im erweiterten Umfeld. Da passierte es

Ich fand viele Dinge Erinnerungen, die ich nicht gesucht hatte, aber die anscheinend gefunden werden wollten.

Und während ich mich immer noch nicht daran traue, meine Tagebücher aus Pubertätszeiten zu lesen, musste ich die beiden Moleskine-Kladden unbedingt aufschlagen.

Die eine enthält tatsächlich sowas wie ein Tagebuch über den damals noch mini-monsieur. Ich habe doch seine ersten Worte aufgeschreiben. Und wann er das erste Mal frei gelaufen ist, habe ich auch dokumentiert. Ich war völlig überwältigt, das zu lesen. War ich doch der festen Überzeugung, dass ich das nicht getan hatte. Es hat mir bislang nicht gefehlt, aber jetzt, sieben Jahre später, finde ich es doch schön, dass ich es festgehalten habe.

Die andere Kladde ist noch älter: nämlich genau 10 Jahre. Und ich bin völlig geflasht von dem, was da drin steht. Ich habe sie gestern abend – fatalerweise – im Bett gelesen. Und wow, da stehen viele kluge Sätze drin. Sätze, die ich heute genauso schreiben würde. Sätze, die ich während der unguten Beziehung zum Kv öfters hätte lesen sollen. Vielleicht hätte ich mich dann nicht so verloren zwischendurch.

Es ist so viel passiert in diesem Jahrzehnt. Wahnsinn. Und klar habe ich mich weiterentwickelt, bin Mutter geworden, habe beruflich einiges durch, wurde geschieden und die Beziehung hat mich auch geprägt. Aber dass mir meine Gedanken von damals wieder bzw. immer noch so vertraut und nah sind, zeigt mir, dass ich wohl wieder „die alte B.“ bin.

Ein gutes Gefühl.

Haarig, farbig

Ich kann nicht sagen, dass ich gar keine Unterschiede bemerke, aber sie sind irgendwie „diffus“. Soll heißen, für mich nicht so wirklich greifbar. Aber vielleicht kann ich mich beim Schreiben dem annähern.

Ich bin von Natur aus blond. Ziemlich hellblond sogar. Und ich habe das Blond lange sehr gemocht. So sehr, dass ich mir regelmäßig (noch) hellere Strähnchen habe machen lassen. Die Länge der Haare war recht variabel – zwar nicht kürzer als Kinnlänge, aber auch schon deutlich über Schulterlänge. Was dabei immer war: Die Stirn war frei. Das kann man jetzt psychologisch deuten. Kann man aber auch lassen.

Der Wunsch nach bunten Haaren persistiert eigentlich in mir, seit ich mir mit 16 (oder war’s 17?) Jahren die Haare erstmals mit Midnight Blue getönt hatte. Damals war ich jung und eh als das „verrückte Huhn“ verschrien. Geschockt hat das wirklich keinen. Es hat sich auch – trotz recht sehr konservativem Gymnasium – nicht negativ auf das Verhalten mit mir oder gar auf meine Noten ausgewirkt. Auch für meine Eltern waren die blauen und die folgenden bunten Haare kein Thema.

Nach dem Blau kam Grün, Lila und Lila mit Grün. Und dann war mit meinem ersten langjährigen Freund Schluss, ich wechselte den Freundeskreis und war wieder blond (und brav, hahaha).

Mit 21 hatte ich nochmal eine kurze blaue Episode.

Während des zweiten also des Biochemie-Studiums dachte ich zwischenzeitlich darüber nach. Gepasst hätte es irgendwie, aber diese Studiumsphase war … ach … irgendwie speziell.

Dann fing ich meinen ersten Job an – in einem sehr konservativen Umfeld. Und ich glaube, dass mich das „wachgerüttelt“ hat: DAS war nicht ich. Ich bin nicht so konservativ. Der Wunsch nach blauen Haaren wuchs. Aber es war klar, dass ich mir das in meiner Position nicht erlauben konnte: Ich hatte einmal pinke Strähnen machen lassen (das Ergebnis war auch tatsächlich eher ein Unfall und ich war froh, dass die Farbe schnell ausfiel), die man deutlich sah. Das wurde von meiner damaligen Chefin auch entsprechend kommentiert. Mein Kompromiss danach waren drei bunte Strähnen unterm Deckhaar: tiefrot und blau.

Als ich schwanger war und der midi-monsieur noch klein, war so viel los, dass ich nicht über Farbe im Haar nachdenken konnte und wollte. Außerdem war ich ja noch bei meinem ersten Arbeitgeber. Die Haare waren langweilig lang und blond gesträhnt. Insgesamt ziemlich „normal“ und „angepasst“ (und das meine ich aus meiner Warte).

Beim Jobwechsel nach Hamburg dachte ich das erste Mal wieder über bunte Haare nach. Im beruflichen Umfeld hätte es vermutlich gepasst. Allerdings wäre es im Wohnumfeld nicht gut angekommen. Wir hatten eh schon unter einem Teil unserer Nachbarn zu leiden, da hätten bunte Haare noch mehr Öl ins Feuer gegossen und als wir etwas gesattelter waren, ging es zurück nach Frankfurt und in einen neuen Job und da wollte ich auch nicht direkt auffallen. Und dann kam halt die vielen Jobwechsel, die einfach keine Zeit ließen, über Haarfarbe nachzudenken.

Blaue Haare
Bei der letzten Kündigung und als klar war, dass ich mich selbstständig machen würde, war für mich klar, dass ich JETZT die Gelegenheit hätte, wieder blaue Haare zu tragen. Ich verabschiedete mich auch schon mit blauen Haaren von der Agentur.

Vielleicht war es ein Wagnis, mich mit blauen Haaren bei potentiellen Auftraggebern vorzustellen, aber ich habe NIE das Gefühl gehabt, dass die Haarfarbe ein Problem darstellte. Aber ich habe die Haare auch nie thematisiert (weder aktiv noch passiv): Sie waren halt blau und ich habe sie selbstbewusst getragen – mit einer ziemlichen „Es interessiert mich nicht, was ihr über mein Äußeres denkt“-Attitüde. Und ich denke auch, dass das das Relevante ist/ war. Klar waren sie hier und da Gesprächsstoff oder es diente als Eisbrecher. Aber sobald ich mich inhaltlich äußere, tritt die Haarfarbe in den Hintergrund.

Wobei ich mich natürlich über Komplimente zu den bunten Haaren sehr freue. Wenn es nur mit gefallen würde, würde ich durchaus darüber nachdenken, ob das wirklich das Wahre ist.

Im Privaten – also Freunde und nähere Bekannte – kam die Farbe gut an. Einige kannten mich ja schon mit bunten Haaren von früher. Andere kannten meinen Wunsch. Geschockt war niemand wirklich.

Wo es tendenziell schwierig war und vielleicht meiner Reputation nicht zuträglich war, war in neuen tendenziell konservativen Kreisen: Schule und Rugby-Club. Ich war den Leuten erstmal suspekt. Aber das war ein Ding der Erwachsenen. Die Kinder fanden es interessant und der midi-monsieur sagt, dass er niemals was Blödes deswegen gehört habe.

Auf Männer hatten die blauen Haare auch Wirkung: Entweder stößt sie total ab, oder Mann findet es schick, sich mit was „Außergewöhnlichem“ zu schmücken. Manche finden es interessant, denken aber letztlich „Meine Partnerin soll bittedanke nicht so rumlaufen“.

Was sich mit dem Blau stark geändert hat, ist der Haarschnitt: Ich trage Pony, Mittelscheitel und kann mir gerade nicht vorstellen, dass die Haar viel länger als ein Longbob sind.

Schwarz
Die Sache mit dem Schwarz war ein Kurzschluss. Ich konnte das Blau nicht mehr sehen. Aus tausend Ecken kamen Menschen mit bunten Haaren. Ja, die blauen Haare waren mir auf einmal zu gewöhnlich. Ich hatte schwarz allerdings als Haarfarbe für mich immer ausgeschlossen: zu hart, zu dunkel. Doch dann stand da ein Rest schwarzes Haarspray rum vom midi-monsieur’schen Harry-Potter-Kostüm und ich sprühte es mir kurzerhand auf die Haare und war … begeistert.

Das Schwarz war nicht so lange drauf, dass ich wirklich was zur Außenwirkung sagen kann. Im Vergleich zum Blau sieht es natürlich viel normaler aus. Was mich – mein zweiter Vorname ist Widerspruch – nicht stört. So war es in den beschriebenen „konservativen Kreisen“ war es auf einmal einfacher. Auch wenn sich wohl viele mittlerweile an des Blau gewöhnt hatten. Ansonsten habe ich viele Komplimente bekommen. Es gibt einige, die das Schwarz besser finden als das Blau. Und ich kann das verstehen. Am liebsten mag ich das Blau auch, wenn es frisch drauf ist. Je mehr es auswäscht, desto spezieller sieht es aus.

Das Problem ist allerdings, dass das Schwarz auch nicht sonderlich gut hält (vielleicht nur hielt) in meinen Haaren: Es blich schnell aus und ich hatte grüne Spitzen. Das war nicht schön. Auch die professionelle Färbung beim Friseur konnte das nicht verhindern.

Das war auch ein Grund, warum ich mir bei der letzten Tönung ein Violett, also was mit Rot, auf die Haare geschmiert habe. Die Haare sind jetzt ziemlich einheitlich – mal abgesehen vom blonden Ansatz, der das Violett voll angenommen hat – und bis in die Spitzen braun. Braun mit einem leichten Rot-Violett-Stich, aber letzten Endes sind sie braun.

Ziemlich braun irgendwie. Also die Haare.

A post shared by @littlebinf on Aug 3, 2017 at 11:01am PDT

Frau Wagnerwahn hat schon recht. Und so ist vermutlich auch meine Außenwirkung: brav, angepasst. Es gefällt. Und ich weiß auch, dass es nicht schlecht aussieht, aber irgendwie bin das nicht ich. Ich finde es langweilig.

Aber vielleicht hält ja jetzt das Schwarz wieder besser, wenn die widerspenstigen Spitzen gezähmt sind.

Vergessen

Warum nur vergesse ich immer wieder, wie wohl ich mich im Wasser und beim Schwimmen fühle?!

Heute waren wir auf Wunsch vom midi-monsieur im Schwimmbad und ich bin mal eben einen Kilometer geschwommen.

Das tat so gut. Warum vergesse ich das immer wieder?