Ungehalten

Seit dem Urlaub ist meine Brille kaputt. Seit nun 24 Tagen. Ich kann sie noch benutzen, aber der linke Bügel muss regelmäßig ans Scharnier geklebt werden und steht lustig ab. Ich muss die Brille auch benutzen, denn ohne sehe ich nichts. Gar nichts. Naja, doch, ein paar Schemen. Und etwas schärfer, sobald es nicht weiter als 20 cm weg ist.

Nach dem Urlaub latschte ich also zu meinem Optiker, erläuterte das Problem, es wurde sich angesehen und entschieden, dass ich einen neuen Bügel und ein neues Mittelteil bräuchte. Warum nicht gleich eine neue Brille bestellt wurde, hat sich mir nicht erschlossen, aber ich fragte nicht nach.

Am 3.8. bekam ich die Nachricht, dass ich mein Auftrag verzögern würde. Am 10.8. kam die gleiche Meldung. Gestern kam dann die nachricht, dass noch Rückfragen bestünden. Ich rief also an. Besprach mich mit der Optikerin; dochdoch, die Ersatzteile sein da. Ja, das dauert nicht lang. Nein, kein Problem, kommen sie nachmittags vorbei. Also heute Nachmittag. Es war besprochen, dass ich die Brille vor meinem Friseurbesuch abgeben können und danach wieder abholen können. Repariert.

Also fuhr ich 15h45 zum Optiker. Tja nun, es gab Ersatzteile. Zwei Bügel. Ein rechter und ein linker. Aber kein Mittelteil. Aber das Mittelteil ist wichtig, denn das Scharnierteil, das in der Fassung sitzt, ist so verbogen, dass es vermutlich nicht mehr lange durchhält. DAS war ja auch der Grund, warum ein neues Mittelteil bestellt wurde. Die Optikerin, die mich bediente, verstand das Problem zunächst nicht und wollte mir weismachen, dass der Auftrag nicht über ein neues Mittelteil ging. Was natürlich nicht stimmte.  Bei so was werde ich ja ungehalten. Sehr. Zudem musste ich ja auch noch weiter zum Friseur.

Irgendwann sah die Optikerin dann doch ein, dass das Mittelteil wohl Teil des Auftrags war und dass es auch benötigt würde. Was aber nichts daran ändert, dass es NICHT da war und dass ich – mittlerweile sehr ungehalten – unverrichteter Dinge wieder gehen musste. und nun vermutlich nochmal mindestens zwei Wochen warten darf.

Lagerkoller

Seit Tagen habe ich mich wegen der Hitze und Arbeit kaum außerhalb der Wohnung bewegt. Das Weiteste waren die Fahrten mit dem midi-monsieur zum Rugby. Umso mehr habe ich mich darauf gefreu, heute Abend mit dem RB und dem midi-monsieur essen zu gehen. Geplant war, dass der midi-monsieur und ich den RB nach Ladenschluss abholen und dann zusammen ghanaisch essen gehen.

In der Ausführung sah das dann so aus, dass ich bis 18h30 gearbeitet habe (und seit ca 14h30 nichts mehr gegessen hatte), mich dann schnell schick gemacht habe und dann mit dem midi-monsieur richtig Bushaltestelle gelaufen bin. Also ich bin gelaufen und das Kind gerollert. Wir waren etwas zu früh an der Haltestelle, weswegen der midi-monsieur so rumkurvte, während ich mal wieder eine Mitteilung über die Onlinewache der hessischen Polizei machte. Dann hörte ich den Rolle vom Kind, sah ihn im Augenwinkel stürzen und dann hörte ich ihn auch schon brüllen. Ich ließ von der Anzeige (erstmal) ab und rannte zu Kind, hob ihn hoch, besah mir das Knie, das gut aufgeschürft war und nahm ihn in den Arm. Passantinnen guckten interessiert; einer kam an und meinte: „Der muss atmen.“ Ich erwiederte etwas schroff, weil etwas genervt: „Solange der so brüllt, atmet er auch.“ Ich kümmerte mich um den midi-monsieur, der dann unbedingt nach Hause wollte. Natürlich konnte ich das verstehen. Mein Hunger und mein Lagerkoller allerdings nicht. Ich schnappte mir seinen Roller und stapfte los. Mit jedem Schritt wurde mein Groll größer und mein Hunger auch. Als ich dann den Bus um die Ecke kurven sah, war ich schon sehr ungehalten. Auf dem Weg schrieb ich noch dem RB, dass wir nicht kämen.

Zu Hause kümmerte ich mich um das Knie vom Kind – reinigen, desinfizieren. Ich war mittlerweile so hangry, dass ich Empathie gar nicht mehr hätte buchstabieren können. Ich schickte das Kind also Richtung Bett, er solle ein Hörspiel hören… ich legte mich auch hin. Grummelnd – in Kopf und Magen.

Ich sollte in so einem Zustand nicht kommunizieren. Gar nicht*. Aber ich hätte dem RB ja auch nicht nicht antworten können. Und so bekam er ganz viel Laune ab. Nein, nett ist was anderes. Und ja Gedanken lesen kann er nunmal nicht. Da kann ich noch so kryptisch Dinge andeuten und meinen, dass ich damit total direkt kommuniziert habe, aber eben*.

Es dauerte auch recht lange, bis ich aus meinem Groll rauskam. Da konnte ich dann erstmal das Kind wieder in den Arm nehmen und bekuscheln. Und dann – nach einem Apfel und einem trockenen Brötchen – konnte ich auch dem RB sagen, was er „falsch gemacht“ hatte.**

Tja und dann war auch alles verraucht: Ich machte mir noch was zu essen, damit ich eine Grundlage für den weitere Verlauf des Abends der Nacht hatte, denn es „mussten“*** …

… probiert und kommentiert werden. Ich fasse es mal kurz: lecker (manches mehr, aber alles lecker oder wird es**** zumindest mal – so in 1-2 Jahren).

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* Denn ich bin in einem solchen Status einfach nicht mehr in der Lage, richtig zu kommunizieren.

** Also außer, dass er nicht Gedanken lesen kann, hat er eigentlich nichts falsch gemacht. Aber ich „genieße“ es dennoch sehr, dass Streits zwischen dem RB und mir so entspannt sind.

*** So ist das Leben als Geschäftsverstärkerin mit einem Schnapshändler.

**** die 2017er Weine

S wie …

Sport: Heute hat es geregnet. Viel und es hat deutlich zur Abkühlung geführt.

Also konnte ich endlich mal wieder nach Urlaubs- und Hitze-bedingter Pause ein kleines Programm aus meiner youtube-Sammlung abturnen. Fühlte ich so erstmal ganz gut an. Doch dann war ich echt k.o.; mit Kopfschmerzen, kodderig und hinlegen. Ändert aber nichts, dass ich da wieder reinkommen muss.

Schule: Das 4. Schuljahr beginnt … sagen wie mal … spannend. Die neue Klassenlehrerin fängt erst am 1.9. an. Zum Glück erfuhr es die Schulleitung rechtzeitig, sodass die ersten vier Wochen mit einem entsprechenden Stundenplan überbrückt werden können – geplante Vertretung. Zum Glück ist unsere Schule personell in diesem Schuljahr wieder besser aufgestellt.
Ich freue mich eher verhalten über die neue Klassenlehrerin, da die Vorzeichen – nicht unbedingt der verzögerte Anfange, vielmehr der Grund dafür – suboptimal sind. Ich habe Angst, dass sich die Geschichte der ersten zwei Schuljahre wiederholt, was fürs 4. Schuljahr einfach fatal wäre. Ein Hoffnungsschimmer ist die Kommunikation mit der neuen KL – bereits vor ihrem Dienstantritt. (So viel habe ich gefühlt in etwas mehr als 2 Jahren als Elternbeirätin nicht mit der alten KL ausgetauscht.) Es bleibt abzuwarten.

Glück im Unglück

Derzeit sind in unserer Wohnung die Rollläden so viel wie möglich unten. Ich finde es ein bisschen schade, das gute Wetter „auszusprerren“, aber nur so bleibt die Temperatur erträglich. Und zum Glück haben wir Rollläden.

Letztens ist schon der RB am nur halbhoch gezogenen Rollladen der einen Balkontür hängengeblieben und hat sich ordentlich den Kopf gestoßen. Da dachte ich noch so bei mir und vielleicht habe ich auch laut gedacht: „Rollläden ausreichend hochziehen hilft.“

Ziemlich sicher habe ich das laut gedacht, denn dann folgt ja die Rechnung direkt und doppelt. Heute trudelte sie ein:

Ich wollte den Tisch auf dem Balkon decken und war schon mit den Tellern in der Hand unter dem einen Balkontürrollladen durchgetaucht (anstatt den Rollladen erstmal ganz hochzuziehen). Um weitere Sachen zu holen, drehte ich mich schwungvoll um und wollte wieder rein, doch da wurde ich jäh abgebremst: von dieser fiesen Rollladenkante, die sich genau auf Augenhöhe befand.

Es machte einen ordentlichen Rumms, ich wurde etwas zurückgeworfen und hielt mir augenblicklich die Nase vor Schmerzen.

Ich tauchte „fackfackfack“ fluchend unter dem natürlich immer noch nur halbhohen Rollladen durch, eilte in die Küche, bemerkte, dass ich blutete, suchte ein Tuch und wies den RB an, mir was Kühlendes zu reichen.

Das Taschentuch und das Coolpack auf die Nase drückend ging ich ins Bad: Ein ordentlicher Cut war auf dem Nasenrücken zu sehen.

Zum Glück blutete ich nicht AUS der Nase. Und während ich noch überlegte, ob der Cut genäht oder wenigstens geklebt werden sollte, war klar, dass die Nase nicht gebrochen war. Großes Glück!

Ich kühlte erstmal und sah, dass die Blutung recht schnell stoppte. Nein, da muss nichts genäht werden.

Ohne Brille frühstückte ich mit dem RB, denn etwas flau und schwummerig war mir schon.

Dann suchte ich meine Brille und sah, …

… dass die Brille ganz schön was angefangen hatte.

Ohne wäre die Nase wohl durch gewesen und glücklicherweise ist ja eh schon ein neues Mittelteil (und linker Bügel) bestellt.

So ganz wohl war mir aber nicht. Ich nahm ein Ibu und legte mich hin, nachdem ich mit dem RB geklärt hatte, dass er den midi-monsieur abholen würde. Große Glück, dass ich dafür nicht funktionieren musste.

Nach etwas Schlaf sah alles am Abend nicht mehr ganz so wild aus.

Cut ist zu, Schwellung geht bestimmt auch zurück

Auge um Auge

Ich habe eigentlich ein großes Herz für Apothekerinnen. Berufsbedingt kenne ich mich ein bisschen mit der Gesetzeslage und dem Haftungsmist aus, der sie betrifft. Hätte ich früher gewusst, dass eine Pharmazie studieren kann, hätte ich das getan.

Auch aus diesem Grund ärgere ich mich immer, wenn eine Apothekerin ihren Job nicht ernst nimmt. Sei es, dass sie Glaubulis verkaufen, sie – trotz besserem Wissen – als Naturheilmittel positionieren oder sie ihren Beratungsauftrag nicht ernst nehmen:

Der Job einer Apothekerin ist stets eine Gratwanderung. Und schnell können auch mal Kompetenzen überschritten und halbe Diagnosen gestellt werden. Diagnosen sind aber – zurecht – Aufgabe des Arztes. Aber auch das ist ein schmaler Grat – insbesondere in Zeiten freiverkäuflicher Medikament: Die Patientin fordert ASSParacetamolIbu gegen KopfRegelZahnschmerzen und bekommt diese für gewöhnlich. Woher weiß die Patientin oder die Apothekerin, dass die Schmerzen nichts Schlimmeres bedeuten. Vielleicht sogar was, bei dem ASSParacetamolIbu kontraindiziert sind?! Es ist schwierig.

Ja, und vielleicht war der notdiensthabenden Apothekerin gerade auch der Grat zu schmal, als der RB* vor ihr stand und um ein Mittel bat, dass mein gereiztes linkes Auge beruhigen möge. Es fiel das Wort „Bindehautentzündung“, denn es fühlte es sich so an, als könne sich daraus eine entwickeln. Daher wollte ich etwas zur Beruhigung** des Auges. Ich habe da Tropfen der Wahl, mit denen ich gut zurechtkomme, bis ich zum Augenarzt meines Vertrauens gehe(n kann).

Der RB schilderte also das Problem und wurde sehr unfreundlich abgebügelt, dass ich mit einer Bindehautentzündung zum Arzt gehen solle; antibiotische Tropfen gebe es nur auf Rezept. Ach.** Ich hatte ihm vorher meine Tropfen der Wahl auf einen Zettel geschrieben, aber er wurde weiter abgebügelt, sie wisse, welche Tropfen er haben wolle. Die seien nicht gegen Konjuktivits und bei bakterieller Konjunktivits kontraindiziert***. Und nein, sie würde ihm nichts verkaufen. Auch nichts zur Beruhigung.

Unverrichteter Dinge kam er wieder und war – zurecht – etwas ungehalten. Ich war immer noch unleidlich, weil das Auge sich einfach unangenehm anfühlte: Es brannte, war etwas geschwollen und tränte immer wieder munter vor sich hin. Richtig rot war es allerdings noch nicht. Wenn wirklich Bindehautentzündung dann noch im frühen Stadium, ich tippte mehr auf Zug bekommen von der Klimaanlage im Bus.

Weil ich fürchtete, dass die Nacht mit dem Auge nicht sonderlich lustig würde, rief ich bei einer anderen Notfallapotheke**** an. Eine freundliche Apothekerin am anderen Ende. Ich schilderte das Problem, nannte ihr die Tropfen, die ich gerne hätte. Ja, die würde sie auch empfehlen. Damit könnte ich zumindest über die Nacht kommen und morgen dann zum Augenarzt. Nein, deswegen würde sie sich auch nicht die halbe Nacht ins Bürger***** setzen.

Der RB schwang sich also nochmal aufs Rad und besorgte die Tropfen. Währenddessen schrieb ich die Landesapothekenkammer an, um nach einer Beschwerdestelle****** zu fragen.

Dann versorgte ich das betroffene Auge, blinzelte und – tadaaa – es beruhigte sich schnell.

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* War recht unleidlich mit dem Auge und nicht willens irgendwohin zu fahren. Der RB war so lieb, es anzubieten.

** Denn dass ich für ein antibiotisches Mittel ein Rezept brauche, weiß ich selbst.

*** Stimmt nicht, ich habe es nachgeguckt.

**** Kurz überlegte ich, die 116117 anzurufen.

***** Ein Krankenhaus, in dem der kassenärztliche Notdienst im Rahmen der Notaufnahme bereitgestellt wird. Eine sitzt da auch gerne mal ein paar Stunden und zu guter Letzt guckt eine Gynäkologin aufs Auge. Danke, aber nein danke!

****** Ja, ich finde, dass so eine Art der Beratung „angezeigt“ werden sollte. Sei es, um darauf aufmerksam zu machen, dass es auch einen Diensleistungs- und Beratungsauftrag gibt, aber auch, um solche Missstände nicht einfach hinzunehmen.

Kopf

Seit Tagen habe ich Kopfschmerzen. So fiese dumpfe an der Stirn. Seit Montag gepaart mit Kratzen im Hals, sodass ich dachte, ich bekäme eine Erkältung. Aber die kommt nicht. Vielleicht ist es doch Heuschnupfen?

Vielleicht ist es auch dieser eine Text, den ich schreiben muss, aber nicht in den Flow komme. Was mich stresst. Das wiederum verhindert erst recht, dass ich in den Flow komme. Außerdem bekomme ich vom Stress Kopfschmerzen und die sind auch nicht sonderlich beim Schreiben – insbesondere, wenn ich nicht im Flow bin.

Vielleicht ist es auch das Wetter. Es ist drückend. Meine Beine sind auch schwer und ich fühle mich hitzegelähmt.

Vielleicht kommen die Kopfschmerzen auch vom Schlaf. Also vom wenig und nicht immer gutem Schlaf. Was allerdings auch der Hitze geschuldet ist.

Vermutlich ist es eine Mischung aus allem. Schön wäre es, wenn es wegginge – weder ASS noch Ibu helfen und auch zwischendurch für 30 Minuten hinlegen ist nur leidlich hilfreich.

Huch, die Bahn streikt?!

Und ich sagte noch vor Monaten – so vor drei – zum Kv: „Es macht doch nicht so wirklich viel Sinn, wenn Du am 14.6. zum Geburtstag vom midi-monsieur kommst, wenn am 23.6. schon die Ferien anfangen.“ Aber er wollte kommen. Wir diskutierten hin und her mit dem Resultat: Wenn er zum Geburtstag kommt, könne er nicht 10 Tage drauf wieder kommen, um das Kind zu holen. Ach?! Ob ich das Kind nach Paris bringen könne. Hmhm, eigentlich bringe ich das Kind ungern. Denn das bedeutet, dass der Kv ihn bis Frankfurt zurückbringt und dann braucht der midi-monsieur meist noch länger, um den Papa-Jetlag zu überwinden. Zähneknirschend stimmte ich zu, sagte aber direkt, dass ich das Kind dann trotzdem abholen würde, er aber dafür zahlen müsse. Ja, okay.

Wir halten also fest: ICH bringe das Kind nach Paris, weil der Kv zum Geburtstag kommt. Naja, kommen wollte. Vielleicht. Oder auch nicht. Denn vor knapp vier Wochen hatte er noch nicht für den Geburtstag gebucht. Hmhm, der Kv hat mir erst kurz vor Weihnachten vorgehalten, wie blöd es – finanziell – sei, erst kurzfristig die Zugfahren zwischen Frankfurt, Paris und seinem Dorf in der falschen Bretagne zu buchen. Und Weihnachten war es nicht anders möglich, aber der Geburtstag vom midi-monsieur ist jedes Jahr am gleichen Darum (ja, Weihnachten auch), das kann sechs Monate im Voraus gebucht werden.

In zehn Tagen hat das Kind nun Geburtstag und ich wusste immer noch nicht, ob der Kv nun kommt oder nicht, und erlaubte mir nachzufragen:

Ihr werdet es ahnen: Der Kv kommt nicht. Die Bahn würde streiken und deswegen könne er nicht kommen.*

Wenn selbst ich auf Deutsch problemlos Infos zum Streik*** in Frankreich finden… (Quelle: https://de.oui.sncf/de/train/streik)

Der midi-monsieur reagiert da erfreulich entspannt drauf**, dass sein neunter Geburtstag der erste sein wird, an dem sein Vater nicht dabei ist. Ich hoffe, dass der Kv sein Versprechen einhält, dass der Geburtstag in Frankreich groß nachgefeiert wird.

Und ich freue mich darauf, dem Kind einen schönen Tag bereiten zu können – so wie er es sich wünscht. Mit seinem besten Kumpel spielen. Kuchen essen. Zum Aikido gehen.

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* Das die französische Bahn streikt ist natürlich auch total neu und auch absolut unangekündigt. Darauf kann sich eine nun wirklich nicht einstellen.

** Und ich bin ganz froh drum, denn ich finde die Besuche vom Kv am Geburtstag des midi-monsieurs immer doppelt anstrengend und das Kind scheint es auch zu stressen.

*** Natürlich wird an dem Tag gestreikt, an dem ich das Kind nach Paris bringen werde. Schauen wir mal, wie das noch endet.

Das war’s dann wohl

So „schnell“ kann es gehen. Und so einfach macht es sich der Staat.

Um als alleinerziehend zu gelten, darf der Steuerzahler nicht mit einer anderen volljährigen Person als Paar zusammenleben. Nur wenn es sich um eine reine Wohngemeinschaft oder bei der volljährigen Person um das eigene Kind handelt, ist das Zusammenleben gestattet. Dazu darf das Kind jedoch nicht älter als 25 Jahre sein und es muss sich in einer Schulausbildung oder in einem Studium befinden beziehungsweise Zivildienst oder Wehrdienst leisten oder als Entwicklungshelfer arbeiten. Sobald ein alleinstehender Arbeitnehmer mit einem Partner zusammenzieht oder sobald der Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise auf den Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes entfällt, verliert die Lohnsteuerklasse 2 ihre Gültigkeit. Tritt eines dieser Ereignisse im Laufe eines Kalenderjahres ein, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für jeden Monat, in dem die Voraussetzungen gem. § 24b EStG nicht erfüllt werden, um ein Zwölftel gekürzt.

Und damit gelte ich ab heute steuerrechtlich nicht mehr als alleinerziehend. Ja, natürlich entlastet es finanziell, dass der RB nun bei uns wohnt und seinen Beitrag zu Miete und Einkäufen leistet, aber er trägt ja vorrangig seine Kosten. Klar könnten wir das Ganze – die Wohnung gäbe es her – als WG deklarieren. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu blöd, weil es ja nicht so ist.

Und was bedeutet das nun für mich?! Ich muss mit Steuerklasse I erstmal prinzipiell ca. 800 Euro mehr Lohnsteuer (als bei Klasse II) im Jahr zahlen – also so 60-70 Euro pro Monat. Das ist sicherlich zu verschmerzen, weil allein der Mietanteil vom RB das locker auffängt. Aber es ärgert mich, denn der RB hat ja nun definitv keinerlei finanzielle Pflichten für den midi-monsieur.*

Denken wir einen Schritt, der nie gegangen wird, weiter: Würden der RB und ich heiraten und wäre ich in Steuerklasse III, müsste ich ca. 5.000 Euro Lohnsteuer weniger pro Jahr abdrücken. Und ja, das ist ein Betrag, der mich weinen lässt.**

Aber warum ist das so? Warum fördert der Staat die Ehe (Ehe, NICHT Familie!!!) so dermaßen? Warum profitieren nur Menschen von der günstigen Steuerklasse, die vor einem Standesbeamten „ja“ gesagt haben? Warum bekommen zwei Menschen, die miteinander leben und damit für einander sorgen (wollen), zwar finanzielle Pflichten aufgedrückt, aber keine Rechte an- und füreinander? Warum sind Rechte so dermaßen von diesem bürokratischen Akt abhängig, aber Pflichten werden nonchalent einfach übertragen? Was bezweckt der Staat damit? Warum wird die Ehe – und definitv nicht die Familie – so extrem geschützt?

Es klingt oft durch, als fände ich Heiraten total doof. Das stimmt so halb: Wer heiraten will, soll bitte heiraten. Wem das für sich, seine Beziehung, sein Leben oder was auch immer wichtig ist, soll das halt tun.

Aber kann mir irgendeine mit wirklich guten Argumenten erklären, warum ein verheiratetes Paar besser als ein unverheiratetes Paar gestellt sein darf? Brauchen die eine finanzielle Entschädigung für die Aufwendungen für die Hochzeit?

Warum ist an die Ehe ein Steuerprivileg geknüpft? Von Patientenrechten und Erbsachen will ich gar nicht erst anfangen…

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* Es wäre ja schon schön, wenn der Kv seinen Pflichten nachkäme.

** Real wäre es, wenn wir heiraten würden, natürlich anders, nämlich vermutlich beide Steuerklasse IV und dann sähe das Ganze nicht mehr groß anders aus. ABER bei Lohnsteuerjahrsausgleich … hach … seufz … Wut schnaub

Kannst Du nicht einmal …

… so kochen, wie es im Rezept steht, liebe B.?!

Tja, das hatte ich heute tatsächlich vor: Schon lange wollte ich die Couscous-Bratlinge von Erdbeer_Lila nachkochen. Und nachdem gestern ein Ratatouille-Beschluss gefällt wurde, sah ich die Chance kommen. Die Bratling stellte ich mir super dazu vor.

Naja, die Bratlinge waren super dazu. Nur waren sie nicht so wie im Rezept. Denn ich hatte meinen Couscous-Vorrat überschätzt. Mist.

Aber weil ich mir die Bratlinge nunmal in den Kopf gesetzt hatte, zog ich das nun mit Modifikationen* durch:

Zutaten
1 Mumin-Tasse Couscous
1 Mumin-Tasse Rote Linsen**
2,75 Tassen heißes Wasser
0,5 Zwiebel, feingeschnitten
Kurkuma (muss nicht sein, passt aber zum Curry-Salz)
Pfeffer
Curry-Salz (normals tut es auch)
2 Eier (ich hatte L-Eier, M täte es auch)

Zubereitung
Mittelgroßen Topf erhitzen, Öl rein, Linsen rein, etwas anschwitzen, dann Zwiebel zugeben***.

Wenn Zwiebel glasig und/ oder fast alle Linsen heller: Mit 1 Tasse heißem Wasser ablöschen, Kurkuma und Pfeffer zugeben und etwas köcheln lassen (bis Wasser aufgenommen). Dann noch 1 Tasse heißes Wasser zugeben, köcheln lassen, bis fast verkocht.

Nun den Topf vom Feuer nehmen, Couscous zugeben, Currysalz zugeben, 0,75 Tassen heißes Wasser zugeben und das Ganze mit Deckel drauf quellen lassen.

2 Eier mit Muskatnuss und Salz aufschlagen und dann löffelweise die Linsen-Couscous-Masse unterrühren****.

Wenn alles zu einem mittelfesten Teig vermischt ist, Bratlinge formen (Größe und Dicke halt wie eine mag) und dann in einer nicht zu heißen Pfanne braten.

Die waren sehr lecker.

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* Die Tasse, die ich als Maßeinheit nehmen wollte, konnte ich nur zur Hälfte mit Couscous füllen, das erschien mir jedoch zu wenig, um Bratlinge für 3 Personen herzustellen.

** Kurz fürchtete ich, dass es etwas ambitioniert war, eine Tasse Couscous mit einer Tasse roten Linsen zu substituieren.

*** Meine Erfahrung: Zwiebeln nie zuerst glasig dünsten, da sie sonst schnell verbrennen, wenn man sie nicht rausnimmt, bevor weiteres Gemüse in Topf oder Pfanne kommt.

**** Wenn eine die Eier direkt über die heiße bis warme Linsen-Couscous-Masse kippt, stockt das Ei womöglich und eine hat Couscous mit Rührei oder so.

Versuch und …

Das Kind hat ja eine Antibiose gewonnen. Das ist nicht wirklich erstrebenswert, aber manchmal eben notwendig.

Blöd ist allerdings, wenn das Kind eine Stunde nach der zweiten Antibiotikumsdosis kotzt. Da fragt sich eine dann schon: Verträgt er das Zeug nicht? Ist es wirklich das AB?

Allerdings war er nach dem Kotzen erstaunlich gut drauf. Er fühlte sich besser als am Tag zuvor, turnte frühlich rum, hatte kein Fieber und auch sonst keine Anzeichen auf Unverträglichkeit.

Ich rief beim KiÄBD an. Naja, ich versuchte es. Denn telefonisch sind die nicht erreichbar. Das bedeutet, dass wir nur um abzuklären, ob das Medikament wirklich gewechselt werden muss, dahin fahren müssten. Einmal quer durch die Stadt und sich vermutlich in eine elend lange Schlange* von feiertagskranken Kindern einzureihen.

Ich beschloss, den midi-monsieur zu beobachten. Er wirkte fit, fühlte sich deutlich besser. Ich überlegte: Entweder

  • lassen wir die abendliche Dosis aus und gehen am nächsten Tag zum Kinderarzt**

oder

  • wir versuchen es noch einmal und er nimmt die abendliche Dosis. Wenn es ihm nicht bekommen sollte, können wir immer noch auf „entweder“ zurückkehren.

Wir bekamen Gäste, hatten einen schönen Nachmittag und Abend. Der midi-monsieur war immer noch fit, musste auch nach Kuchen und Grillen nicht spucken.

Tja, ich wäre wohl nicht ich, wenn ich es nicht doch noch einmal versuchen würde. Der Verlauf des restlichen Abends und der Nacht zeigten – glücklicherweise -, dass das kein Irrtum war.

(Ja, ich weiß: Hätte auch anders laufen können. Und vielleicht war es auch etwas viel Versuch – so von außen betrachtet. Aber ich bleibe dabei: Ich kenne mein Kind.)

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* Die stand da nämlich gestern, als wir gegen 13h10 den KiÄBD mit Diagnose und Rezept verließen. Glücklicherweise waren wir nach dem Frühstück direkt hingefahren und so deutlich vor 12h00 da gewesen.

** Dann hätte der RB mit dem Kind gehen müssen, denn ich biete ja ein Projekt bei der Projektwoche an der Schule des Kindes an.