Unnötiger Verkehr

Eine kann ja vom Frankfurter ÖPNV halten, was sie will, aber sooo schlecht ist er ja nicht. Prinzipiell ist vieles gut erreichbar und letztlich ist Frankfurt auch nicht so groß, als dass eine nicht auch viel Rad fahren kann. Das lernt auch schon der midi-monsieur. Und er findet es auch gut, dass wir nicht zu viel Auto fahren. Viele Wege, die wir innerhalb Frankfurts zurücklegen, würden mit dem Auto auch länger dauern (und sei es nur, weil eine drölf Millionen Stunden nach einem Parkplatz sucht). So zum Beispiel der Weg zum Rugby-Club. Da müssen wir aufgrund der Straßenführung und Einbahnstraßen einige unnötige Meter zurücklegen, ganz zu schweigen vom ewigen Stau auf dem Alleenring. Mit dem Rad daran vorbeizufahren, ist da schon deutlich angenehmer.

Derzeit hat der midi-monsieur Rugby-Camp. Das ist eine feine Sache und macht den Kids auch großen Spaß. Aufgrund der Hitze und weil die Pitches völlig ungeschützt in der Sonne liegen fiel die Entscheidung, dass das Rugby-Camp ins Freibad verlegt wird. Freibäder gibt es in Frankfurt aber nur in den „Außenbezirken“*. Was prinzipiell egal wäre, denn die Kids treffen sich mit den Trainern am Club und gehen dann zusammen zum Freibad. Am ersten Tag sind sie auch zusammen zurückgegangen. Doch es zeigte sich, dass der Weg – zumindest hin und zurück – etwas zu weit** ist. Warum sie dann nicht einfach mit der Bahn zurückfahren können, verstehe ich nicht. Stattdessen wurde ausgemacht, dass am zweiten Tag die Kinder nicht am Club, sondern direkt am Freibad abgeholt werden sollen***.

Also fuhr ich den midi-monsieur morgens mit dem Auto vom RB zum Club, denn sonst hätte nachmittags sein Rad da gestanden und ich wäre mit dem Rad entweder zum Club und dann mit der U-Bahn oder zum Freibad und dann mit Kind und Rad in der Bahn zum Club. Also morgens ohne Rad zum Club und ich dann mit der Bahn zum Freibad, das glücklicherweise zwei Eingänge hat und der eine von der Bahn aus relativ gut zu erreichen ist.

Doch dieser Eingang ist für die Autofahrer nicht gut zu erreichen bzw. da gibt es nicht genügend Parkkplätze und so bekamen wir für den dritten Freibadtag die Ansage, die Kids am anderen Eingang abzuholen.

Danke für Nichts. Aber es verwundert auch leider nicht, denn obwohl der Club sehr zentral liegt, werden wirklich viele Kinder mit dem Auto**** zum Training gefahren.

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* Das zentralste ist vermutlich noch das Brentano-Bad und dass sich das Panorama-Bad auch Freibad nennen darf ist auch ein putzige Euphemismus.

** einfache Strecke: 4,5 Kilometer

*** Top-Idee der autofahrenden Muttis

**** Die Edelkarrendichte auf dem Vereinsparkplatz ist schon krass.

Scot

Als der RB heute nach Hause kam, überreichte er mir eine zugeknotete Stofftasche (aus seinem Laden). Sie fühlte sich leicht an. Und weich. Und knuffig. Ein Kuscheltier also. Ich war einen Moment lang irritiert. Dann griff ich in die Tasche: eindeutig ein Plüschtier. Ich bekam etwas Definierteres zu fassen und noch bevor ich das Kuscheltier aus seinem Transportbeutel zog, war klar: ein Puffin. Der beste Mann überhaupt hatte mir einen Puffin (als Kuscheltier) besorgt.

Ich war ein bisschen (sehr) aus dem Häuschen und konnte fast nicht mehr weiter das Abendessen zubereiten, da ich ja nun den Puffin kuscheln musste. Das hat er, der RB, nun davon: Er ist etwas abgemeldet.

Aber vielleicht hat er ja Glück. Denn der midi-monsieur hat sich auch schon in den Puffin verliebt und fragte ganz uneigennützig, ob der Puffin wirklich bei uns im Bett nächtigen solle, oder ob er ihn zu sich nehmen solle. Dann, als ich mich nicht ganz willig zeigte, wollte er aushandeln, dass Mister Puffin alternierend bei ihm und bei uns schlafen solltekönnte. Hmja, mal sehen. Auch wurde versucht, dem RB einen weiteren Puffin abzuschwatzen. Ich glaube fast, dass das das effektivste Unterfangen war, um an einen Puffin zu kommen.

Mister Puffin brachte den midi-monsieur ins Bett. Da meinte das Kind, dass der Puffin einen richtigen Namen bräuchte.

Ich dachte darüber nach, befragte das Internet nach schottischen Vornamen (den schönsten schottischen Namen hat ja schon der midi-monsieur. Ich liebäugelte kurz mit Lachlan, aber dann wurde es doch „Scot“.

Scot sagt „hi“.

Hitzefrei

Es ist heiß. Ich will gar nicht jammern. Es ist, wie es ist. Und auf eine gewisse Art mag ich es auch.

Als ich den midi-monsieur morgens mit dem Rad zum Rugby-Camp brachte, ging es sogar noch. Auch das Frühstück auf dem Balkon war noch okay, obwohl die Sonne ja morgens auf den Balkon knallt.

Als der RB nach der Schur losfuhr, entschied ich aber, dass ich besser im verdunkelten Schlafzimmer auf dem Bett arbeiten sollte.

Nachdem ich kurz unterbrechen musste, um den midi-monsieur – wieder mit dem Rad – vom Rugby-Camp abzuholen, arbeitete ich weiter auf dem Bett. Telkolierte und ward auf einmal sehr müde. Die Hitze und der daraus resultierende wenige Schlaf forderten ihren Tribut und ich schlief ein.

Es war ja eh klar, dass ich später, nach Essen und Kind im Bett, nochmal mit dem Rechner auf dem kühlen Balkon weiterarbeiten würde.

Ich mag es, dass ich mir ob meiner Selbstständigkeit und des HomeOffice einfach mal hitzefrei geben kann. Lieber arbeite ich in solchen Zeiten nachts ein paar Stunden bei klarem Verstand als tagsüber in einem unklimatisierten Büro total unproduktiv Buchstaben aneinanderzureihen.

Glück im Unglück

Derzeit sind in unserer Wohnung die Rollläden so viel wie möglich unten. Ich finde es ein bisschen schade, das gute Wetter „auszusprerren“, aber nur so bleibt die Temperatur erträglich. Und zum Glück haben wir Rollläden.

Letztens ist schon der RB am nur halbhoch gezogenen Rollladen der einen Balkontür hängengeblieben und hat sich ordentlich den Kopf gestoßen. Da dachte ich noch so bei mir und vielleicht habe ich auch laut gedacht: „Rollläden ausreichend hochziehen hilft.“

Ziemlich sicher habe ich das laut gedacht, denn dann folgt ja die Rechnung direkt und doppelt. Heute trudelte sie ein:

Ich wollte den Tisch auf dem Balkon decken und war schon mit den Tellern in der Hand unter dem einen Balkontürrollladen durchgetaucht (anstatt den Rollladen erstmal ganz hochzuziehen). Um weitere Sachen zu holen, drehte ich mich schwungvoll um und wollte wieder rein, doch da wurde ich jäh abgebremst: von dieser fiesen Rollladenkante, die sich genau auf Augenhöhe befand.

Es machte einen ordentlichen Rumms, ich wurde etwas zurückgeworfen und hielt mir augenblicklich die Nase vor Schmerzen.

Ich tauchte „fackfackfack“ fluchend unter dem natürlich immer noch nur halbhohen Rollladen durch, eilte in die Küche, bemerkte, dass ich blutete, suchte ein Tuch und wies den RB an, mir was Kühlendes zu reichen.

Das Taschentuch und das Coolpack auf die Nase drückend ging ich ins Bad: Ein ordentlicher Cut war auf dem Nasenrücken zu sehen.

Zum Glück blutete ich nicht AUS der Nase. Und während ich noch überlegte, ob der Cut genäht oder wenigstens geklebt werden sollte, war klar, dass die Nase nicht gebrochen war. Großes Glück!

Ich kühlte erstmal und sah, dass die Blutung recht schnell stoppte. Nein, da muss nichts genäht werden.

Ohne Brille frühstückte ich mit dem RB, denn etwas flau und schwummerig war mir schon.

Dann suchte ich meine Brille und sah, …

… dass die Brille ganz schön was angefangen hatte.

Ohne wäre die Nase wohl durch gewesen und glücklicherweise ist ja eh schon ein neues Mittelteil (und linker Bügel) bestellt.

So ganz wohl war mir aber nicht. Ich nahm ein Ibu und legte mich hin, nachdem ich mit dem RB geklärt hatte, dass er den midi-monsieur abholen würde. Große Glück, dass ich dafür nicht funktionieren musste.

Nach etwas Schlaf sah alles am Abend nicht mehr ganz so wild aus.

Cut ist zu, Schwellung geht bestimmt auch zurück

RiB

Die Rückfahrt war mit 1.245 Kilometern lang und dauerte noch länger: Mit Abholstopp und Pausen waren wir am Ende 17 Stunden unterwegs.

Die Rückfahrt in Bildern:

Der RB kauft Baguette und Croissants für die Fahrt

Idyllischer Blick auf Donges

Das Kind hat Üffes schon adoptiert und macht Quatsch mit ihm – u.a. den Fahrer belagern

Pique-Nique mit Rastplatz-Brombeeren

Letzte große Pause für Internet, Fahrerinnenwechseln und Koffeinierung des Fahrers.

ABC

Ich habe ein paar Bücher von Christine Nöstlinger gelesen: „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ war das verstörendste und „Maikäfer flieg“ das nachhaltigste. Und ich bin froh, dass letzteres in der Bücherkiste war, die mir meine Mutter vor einiger Zeit mitgab.

Vor ein paar Tagen ist die Autorin gestorben und nun finden sich hier und da Erinnerungen an sie in meiner SocialMedia-Timeline. So auch ihr „Erziehungs-ABC“:

A „Aber alle anderen dürfen!“ ist beliebtes kindliches Druckmittel. In den raren Fällen, wo es der Realität entspricht, sollten Eltern ihre Verweigerungshaltung überdenken.

B Bedingungslos hat Elternliebe zu sein. Ein Kind muss sich ihrer gewiss sein, ganz egal, wie es sich benimmt.

C Chinesisch lernen heutzutage perfekt geförderte Kindergarten-Knirpse. Ob sie es gern tun, ist fraglich.

D Dankbar dürfen Eltern dafür sein, Kinder zu haben, Kinder hingegen schulden den Eltern keinen Dank.

E Ehrgeiz mögen Eltern in eigene Leistung umsetzen und nicht an ihrem Nachwuchs abarbeiten.

F Das Frühstück bleibt vielen Kindern im Halse stecken. Einzige Möglichkeit, das zu verhindern, wäre in den meisten Fällen: sie von der Schulpflicht zu befreien.

G Grenzen setzt das Leben den Kindern ohnehin reichlich, Eltern müssen sich nicht auch noch im beliebten Grenzen-Setzen üben.

H Humor hilft im Leben immer; womit nicht gemeint ist, dass Eltern die Probleme ihrer Kinder mit munteren Scherzen weglachen können.

I Indiskretion ist ein verbreiteter Tatbestand, wenn es um Kindergeheimnisse geht. Mütter, die heimlich das Tagebuch der Tochter lesen, sind das Allerletzte.

J Jugend-Jargon muss erduldet werden, aber Kinder finden es peinlich, wenn sich ihre Eltern diesen Jargon selbst zulegen.

K Kinderzimmer aufräumen ist Kindespflicht, doch welcher Zustand als „aufgeräumt“ gelten darf, bestimmt der Bewohner des Zimmers.

L Angeblich lügt jeder Mensch etwa zweihundertmal am Tag. Kinder sind auch Menschen!

M Kindern zu Misstrauen erschwert nicht nur das Leben der Kinder, sondern auch das eigene _Leben ungemein.

N Nachhilfe muss manchmal sein. Aber bitte nie von Mama, Papa, dem großen Bruder oder der großen Schwester. Das würde den Familienfrieden gewaltig trüben.

O Einen tollen Opa oder eine tolle Oma zu haben gehört zum Besten, was einem Kind passieren kann.

P Pausenbrote vergammeln gern in Schultaschen, was oft daran liegt, dass Kinder in der Pause, statt zu essen, schnell die Hausübung vom Sitznachbarn abschreiben.

Q Mit einem Kind, das nie Quatsch macht, soll man schleunigst zum Psychologen gehen.

R Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. Kinder, die von den Eltern nicht respektiert werden, haben keinen Respekt vor den Eltern. Was möglicherweise wie Respekt wirkt, ist Angst.

S Schule muss sein, muss aber nicht so wichtig genommen werden, dass sich alles in einem Kinderleben nur um die schulischen Leistungen dreht.

T Eine tägliche Turnstunde wäre angeblich sehr gut für Kinder. Soll aber auch Kinder geben, für die das eine Horrorvision ist.

U Manche Kinder sind Unschuldslämmer. An ihren Untaten sind stets andere schuld; wobei ihnen viele Mamas Hilfestellung geben, indem sie nach „schlechtem Einfluss“ Ausschau halten und prompt fündig werden.

V Verbote sollte man so sparsam wie möglich setzen, aber darauf achten, dass die unbedingt für nötig erachteten Verbote auch unbedingt eingehalten werden.

W Dass Watschen gesund sein können, behaupten großgewordene geschlagene Kinder, die das miese Verhalten ihrer Eltern positiv zu interpretieren versuchen.

X Ein Kind, das Xaver getauft wurde, hat das Recht, einen anderen Vornamen zu beantragen.

Y Für den Kinder-Yoga-Kurs gilt das Gleiche wie für den Chinesisch-Unterricht.

Z Zuneigung kann es gar nicht genug geben, da ist kein Übermaß möglich. Falls Eltern deshalb „Affenliebe“ attestiert wird, mögen sie es gelassen hinnehmen.

– erschienen am 11.03.2013 in Der Standard

 

Ende gut, alles gut

Geschafft!

Wir haben das dritte Schuljahr geschafft. Dieses turbulente Schuljahr, das so viele Änderungen brachte. Änderungen, die für den midi-monsieur auf gewisse Weise überlebenswichtig waren – zumindest fürs psychische Überleben.

Nun ist es geschafft. Das Zeugnis ist nicht überraschend – weder negativ noch positiv. Es ist ehrlich und konstruktiv. Und damit kann ich gut arbeiten.

Mal abgesehen davon, dass nach dem das Dritte-Klasse-Zeugnis eh kein Hahn nach kräht keine interessiert, ist ein Zeugnis ohne eine Vier immer ein Grund zu feiern.

Daher gab es mittags die obligaten Zeugnisburger, …

… für die wir extra nach Offenbach gefahren sind. (Auch damit der RB dabei sein konnte. Denn das war dem midi-monsieur schon wichtig.)

Und abends machten wir Kinoabend (Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln*) mit passendem Beiwerk

Dabei war das lästige Kofferpacken auch nicht ganz so nervig.

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* Die Alternative wäre „Zurück in die Zukunft“ gewesen.

Vorhang auf

(Naja, einen Vorhang gab es nicht.)

An der Schule vom Kind gibt es nicht sooo viele* Arbeitsgemeinschaften. Die paar, die es gibt, sind recht begehrt. Besonders beliebt ist die Theater-AG. Der Lehrer, der die anbietet, ist auch recht beliebt. Allerdings dürfen an der Theater-AG nur die Dritt- und Viertklässlerinnen teilnehmen – so wegen Aufmerksamkeit, Konzentration und Textlernen (nein, das muss ich nicht diskutieren).

Der midi-monsieur kündigte schon Ende Klasse 2 an, dass er in Klasse 3 an der Theater-AG teilnehmen wolle. Gut, wenn er das will, darf er das machen. Und weil die Theater-AG so überlaufen ist, wurde gelost und so konnte er erst im zweiten Halbjahr mitmachen. In diesem kurzen, total vollgepackten und eng getackteten Halbjahr. Aber gut, so war es halt.

Schnell stellte sich heraus, dass er nicht damit gerechnet hatte, Text lernen zu müssen. Und dann bekam er auch noch drei Rollen. Tjanun…

Ein paar Mal wollte er hinschmeißen und fluchte wild. Insbesondere in der letzten Woche war es arg, als die Klassenlehrerin ankündigte, in dieser letzten Schulwoche vielleicht mit der Klasse ins Freibad zu gehen**. Denn in dieser letzten Schulwoche waren die Aufführungen der Theater-AG angesetzt. Von Montag bis Donnerstag jeden Tag Aufführungen. Montag, Dienstag, Mittwoch und heute fanden vormittags Aufführungen für die anderen Klassen statt. Wodurch die Theater-Kinder so gut wie keinen Unterricht hatten und dementsprechend auch nicht – zumindest die Kinder „unserer“ Klasse – den Aufsatz schreiben mussten. Auf einmal war all der Ärger übers Textlernen und die vielen Termine vergessen. Heute am späten Nachmittag gab es die – für den midi-monsieur – wichtigste Vorstellung – die für die Eltern***.

Ich hatte mittags noch einen Termin in Köln. Aber dank Sprinterstrecke kann eine von 13h00 bis 14h00 eine Veranstaltung in Köln besuchen und trotzdem rechtzeitig um 17h00**** im Theater sitzen.

Ich mag ja minimalistische Bühnenbilder.

Aufgeführt wurde „Die wilden Schwäne“ von Hans Christian Andersen. Und das Kind war König, …

… Erzähler und …

… Bischof.

Aber nicht nur der midi-monsieur hatte mehr als eine Rolle. Die Kids haben das toll gemacht. Dass der midi-monsieur angeblich etwas textschwach war, war gar nicht zu merken. Zumindest hat er sich Hänger nicht anmerken lassen. Und es war toll ihn zu sehen: Er stand fest und selbstbewusst auf der Bühne. Wenn er Lampenfieber hatte, hat eine das nicht gemerkt. Er hat laut gesprochen und tatsächlich auch geschauspielt.

Das Stück selbst war auch gut. Andersen-Märchen sind ja immer etwas speziell, aber halt auch sehr schön. Außerdem sind Andersen-Märchen nicht so bekannt und daher auch nicht so ausgenudelt.

Mal sehen, ob er in Klasse 4 doch noch mal in die AG will.

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* Es gibt verschiedene Gründe dafür. Ein zentraler ist leider, dass es den Lehrkräften zu viel Arbeit ist. AGs bedeuten zusätzliche Arbeit, weniger Freizeit und erfordern Engagement.

** nur bei entsprechendem Wetter

***Der midi-monsieur war sehr enttäuscht, dass der RB nicht dabei sein konnte.

**** Ich war schon um 16h40 am Theater.

Rügbiiii

Jajaja, ich darf „unser“ wirklich gut organisiertes Internationales RugbyJugendfestival nicht als Maßstab anlegen, aber schon letztes Jahr fand ich das französische Turnier nur so semi-gut organisiert. Es wirkte alles so improvisiert und „ja, findet sich schon irgendwie“. Dazu noch, dass es insgesamt nur 4 Toiletten (und etwa 6 Pissoirs für die Herren) gab. Hocktoiletten versteht sich.

Letztes Jahr war aber alles, was Rugby anbelangt noch recht neu. Und der midi-monsieur war zum Spielen da und ich seine Begleitung. Nicht mehr (auch wenn ich wohl noch heute dafür verantwortlich gemacht werde, dass die Trinkflaschen der U8 verschwunden sind). Es war heiß, die Busfahrt lang. Aber das Kind hatte Spaß und gute Spiele.

Dieses Jahr war es anders: Ich war Interims-Teammanagerin*. Ich durfte mich zwar ins gemachte Nest setzen hatte zwar nichts mit der Orga im Vorfeld zu tun, war aber „verantwortlich“ ab Moment der Abfahrt des Busses. Kinderzählen und hoffen darauf achten, dass bei Ankunft in Frankreich auch noch alle da sind. In der Jugendherberge war es dann unser Glück, dass ich der örtlichen Sprache mächtig bin: Ich konnte uns schon einchecken und Zimmer verteilen, sodass das Team vom Kind und die Handvoll Begleiter (neben mir noch 6 Väter) die etwas besseren Zimmer in der ersten Etage bekamen.

Die Jugendherberge war zum Übernachten definitiv besser als der Zeltplatz**. Denn um 22h00 war bei allen Spielern Ruhe und auch die Erwachsenen waren gegen 23h00 im Bett, sodass wir definitiv mehr geschlafen haben als letztes Jahr beim Campen. Ohne Zelte war auch die Abreise zum Turniergelände deutlich entspannter und wir waren sehr pünktlich um 8h45 vor Ort.

Dunkle Wolken verheißen nichts Gutes.

Wir okkupieren einen Treffpunkt (und markieren ihn mit Pavillion und Kinderrucksäcken). Dann muss ich teammanagern: Die Mannschaft anmelden und einen Spielplan organisieren. Anmeldung verläuft problemlos. Spielpläne gibt es am Pitch.

Oder auch nicht – zumindest nicht vor 9h40 (das Turnier sollte eigentlich um 9h30 starten). Da dann schon das erste Chaos: Der Spielplan*** stimmt schon nicht mehr, bevor der erste Ankick war. Es wird rumgewurschtelt, wir versuchen die Regeln**** und Spielzeit zu klären. Einer unserer Trainer muss das erste Spiel pfeifen, unsere Mannschaft spielt das zweite. Die Spielzeit ist für die Altersklasse (zu) kurz: eine Halbzeit à 6 Minuten. Da kommt doch keiner ins Spiel*****…

Es regnet, es ist ungemütlich und insgesamt läuft es mäßig für uns. Eine merkt, dass die Kids wenig in dieser Konstellation miteinander****** spielen. Sie müssen in der Vormittagsrunde drei Spiele spielen. Am Nachmittag sind es vier Spiele (je eine Halbzeit à 8 Minuten*****). Ähnlich wie am morgen bekommen wir den Spielplan erst kurz vor knapp am Pitch. Unser Team muss auch gleich als erstes spielen.

Ab Spiel drei fallen nach und nach die Spieler aus: Der erste wird so hart und dazu unglücklich mit der Gegnerschulter im Zwechfell getacklet, dass er sofort vom Platz muss. Er kann nur flach atmen. Ich gehe mit ihm zu den Sanis: Vielleicht Rippenanbruch. Damit darf er nicht mehr spielen.

Am Nachmittag – wenigstens ist das Wetter mittlerweile gut – sehe ich die freundlichen Sanitäterinnen noch zwei Mal: Einmal mit Verdacht auf Kreuzbandirgendwas und eine gequetschte Hand. Das Knie muss ruhig gestellt werden. Die Hand ist nach Kühlen und Arnikagel wieder schnell in Ordnung.

Die Jungs sind sichtlich froh, dass ich sie begleiten und vor allem auch übersetzen kann. Sie danach dazu zu bringen, sich ruhig zu verhalten ist deutlich schwieriger.

Um 15h20 war unsere Mannschaft durch – so insgesamt, aber auch mit dem Turnier. Viel habe ich von den Spielen am Nachmittag nicht gesehen, da ich ja bei den Sanis war.

Der Bus zurück kann frühestens um 17 Uhr bestiegen werden. Aber wir müssen eh noch auf die U12 warten und zwei weitere Trainer. Das führt dann auch noch fast zu einem Eklat und ich bin echt erschüttert, wie viel Ego so in diesem Verein rumläuft. Ich fürchte, dass die nächste Saison in der U10 noch „spaßig“ wird.

Allen Querelen zum Trotz sitzen wir um 17h40 im Bus (ohne die zwei weiteren Trainer). Der Busfahrer ist auch deutlich organisierter und kooperativer, sodass wir VOR Mitternacht (letztes Jahr waren der midi-monsieur uns ich erst um 1h30 zu Hause) in Frankfurt ankommen und – dank Abholservice durch den RB – auch VOR Mitternacht zu Hause sind.

Der midi-monsieur ist total grumpy und ranzt den RB an, duscht aber doch noch freiwillig und schläft dann sofort ein.

Ich brauch Schnaps, aber vor dem Schnaps muss ich noch als Requisitöse wirken:

Ein Mitra*******

Denn ab morgen führt der midi-monsieur mit der Theater-AG der Schule das einstudierte Stück vor. Und das Kind ist Erzähler, König und Bischof.

Aber jetzt. Jetzt gibt es Schnaps********.

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* freiwillig gemeldet, da ich dachte, dass es bei einem Turnier in Frankreich hilfreich sein kann, wenn eine Französisch kann.

** Toll gelegener Platz: direkt am Fluss mit Freibad. Nur nachts rauscht die Bundesstraße keine 50 Meter Luftlinie am Kopf vorbei.

*** Es bekam auch nicht jedes Team ein Blatt mit dem Spielplan ausgehändigt, sondern eine durfte es sich abfotografieren. ^^

**** Die französischen Regeln sind in den jeweiligen Altersstufen anders und es gibt bereits andere typischen Rugby-Elemente (Gasse, Gedränge, Hand-off, Vorkick).

***** Zwei Halbzeiten à 5 Minuten wären besser gewesen und zeitlich locker zu machen

****** Es gibt eine eine erste und eine zweite Mannschaft, aber für dieses Turnier ist keine der beiden Mannschaften vollständig gewesen.

******* Mit einem klitzekleinen blasphemischen Detail 😉

******** GinTonic

Rugby on Tour

Ob es nun so schlau war, den midi-monsieur für das Turnier in Besançon zu melden, ist noch nicht so sicher. Zumindest so vom Zeitlichen. Aber sein Motivation ist da und ich finde es auch nett, nochmal ein exklusives Wochenende mit ihm zu haben, bevor er ab nächstem Wochenende vier Wochen in Frankreich ist.

Zum Glück Zelten wir nicht.

Wobei ich noch nicht sicher bin, wie die Jugendherberge als Alternative taugt.

Schauen wir mal wie die Nacht wird. Die Kids scheinen zu schlafen.