In die Pflicht genommen

Es steht die Frage im Raum, ob wir früher etwas hätten sagen sollen. Ich meine, ich habe ja schon was gesagt. Hier und da. Aber wenn ich die einzige Stimme bin, ist das nicht sonderlich weiterführend.

Ändert aber nichts daran, dass ich nicht trotzdem den Mund aufmache. Und manchmal braucht es halt auch Ereignisse, dass sich Menschen, die nunmal zu Bequemlichkeit neigen, aus ihrer vermeintlichen Komfortzone* herausbewegen.

Nun ist so ein Ereignis eingetreten. Und klar könnten wir abwarten, was uns als Lösung angeboten wird und wenn sie nicht völlig dramatisch ist, einfach annehmen und hoffen, dass es schon irgendwie läuft.

Doch das kann ich nicht, will ich nicht. Und wollen zum Glück auch viele andere nicht. Und so werden nun Menschen in die Pflicht genommen, die es bislang nicht gewohnt waren. Wir erwarten eine gute Lösung und nicht die einfachste. Wir machen Druck über Wege, die uns zustehen, die aber nicht komfortabel sind.

Und sicherlich machen wir uns auf den ersten Blick nicht beliebt, aber wir katapultieren uns damit auf Augenhöhe. Und allein das ist es wert.

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* Komfortabel war es irgendwie für die Wenigsten, aber wer legt sich schon gerne mit Systemen an.

Krank

Gestern Abend mit Kratzen im Hals ins Bett. Dann versehentlich bei offenem Fenster geschlafen. Aufgewacht mit Hals- und Kopfschmerzen.

Den Plan gehabt, mich morgens nochmal ins Bett zu legen mit Tee und Wärmflasche. Dann mich aber mit meiner Co-Elternbeirätin besprochen, mit dem Schulamt telefoniert, E-Mails geschrieben, mit dem SEB-Vorsitzendem telefoniert, Termine koordiniert.

Zuletzt auf dem Sofa etwas geruht, bis der midi-monsieur kam. Weiter gecoucht, irgendwann etwas Energie gehabt und einen halben Keksteig verarbeitet und Essen gemacht. Gegessen und danach so zusammengebrochen, dass ich noch nicht mal, das Kind ins Bett bringen konnte.

Aktueller Stand: Halsschmerzen, matschig, halb wach.

Es wird…

… aber es wird halt immer. Irgendwie wird es. Und meistens tatsächlich ja gut. Oder in die richtige Richtung*.

Doch, hier wird auch einiges…

… die Kekse werden (4 Sorten sind fertig, 3 Teige gekühlt, 6 warten noch auf Zubereitung), vielleicht bekomme ich auch bald Vorfreude auf den Adventskaffee**
… ich werde und bin entspannter (auch wenn ich gerade total müde bin, weil ich, wenn ich auf dem Sofa einschlafe, nicht ausreichend Nachtschlaf bekomme)
… der Hibiskus bekommt wieder Blätter
… die Arbeit wird langsam weniger (auch wenn diese Woche noch sehr sportlich ist und ich mein Monatssoll bereits mehr als 1,5fach erfüllt habe)
… der midi-monsieur wird wieder der „alte“ (also findet seine Spur wieder, hat seine Einstellung zur Schule geändert)
… geplante Veränderungen nehmen Formen an
… allgemeine Adventsvorbereitungen (Deko, Kalender) sind noch nicht geworden – naja, morgen ist auch noch ein Novembertag

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* Im Zweifel muss man halt auch mal den Blickwinkel ändern 😉
** Doch ich freue mich, ich hatte nur bislang keine Zeit, mich wirklich darauf zu freuen

Tag halt

Der erhöhte Oxytocinspiegel war sehr hilfreich beim heutigen Gespräch mit der Schulleitung. Wir – also die stellvertretende Elternbeirätin und ich – waren sachlich, unaufgeregt und brachten alle unsere Punkte vor. Es wird sich viel für die Kinder verändern, aber es kann dabei eigentlich nur besser werden. Immerhin.

Gearbeitet habe ich heute nur halbherzig. Der Druck, den ich die letzten zwei Wochen hatte, ist zum Glück weg. Und bei zwei Veranstaltungen in einer Woche und einem bereits seit letzter Woche erfülltem Monatssoll darf ich mir das auch erlauben.

Dass der midi-monsieur heute noch einmal Rugby schwänzen wollte, war für mich in Ordnung. Auch das nimmt Druck raus.

Zu Abend gab es Wunschessen vom Kind: Pü mit Spinat (ohne Blubb!) und Fischstäbchen.

Während der midi-monsieur mit dem Kv telefonierte, schlief ich auf dem Sofa ein. Interessant war, dass mir beim Wegdämmern auf einmal total schlecht wurde – so als hätte ich Alkohol getrunken. Hatte ich aber nicht.

Als ich wach wurde und das Kind aufhörte zu telefonieren, klingelte es an der Tür und meine Mutter, also Oma kam an. Die uns besucht und praktischerweise das Kind hütet, während ich in Berlin bin.

Mehr Tag war heute nicht.

Stimmungskiller

Ich hätte ja nicht gedacht, dass der heutige 4-Stunden-Termin vollumfänglich ausgenutzt würde. Ich meine: vier Stunden Präsentation?! Wer hält denn sowas durch?!

Naja, irgendwie hatte ich ja trotzdem recht: Wir machten eine halbe Stunde früher Schluss. Aber nicht, weil wir die Zeit hinten raus nicht mehr brauchten, sondern weil die Präsentation durch ein Zwischenfeedback jäh unterbrochen wurde. (Vermutlich hätten wir mit dem Rest der Prästentation auch noch überzogen.)

DAS habe ich noch nie erlebt.

Und der Grund war nicht, dass die Präsentation schlecht war*. Es lag daran, dass es ein Briefing gab. Und ein Re-Briefing. Und Gespräche mit dem direkten Ansprechpartner. Dabei wurden auch erste Erkenntnisse unsererseits besprochen, um sicher zu gehen, dass wir nicht auf einem Holzweg sind.

Und es lag daran, dass es einen Teilnehmer des heutigen Präsentationstermin gab, der zu KEINEM Zeitpunkt in den Prozess involviert war. Er hatte etwas ganz anderes erwartet** und dann halt keine Lust mehr auf den Rest. Das restliche Auditorium enthielt sich im Groben einer eigenen Meinung.***

Auf der Rückfahrt redeten wir uns die Köpfe heiß, schwankten zwischen Wut, Genervtheit und Zynismus.

Und sicherlich wäre das eine tolle Stimmung gewesen, mit der ich morgen früh in das Gespräch mit der Schulleitung gegangen wäre.

Aber zum Glück brachten ein Vorleserunde mit dem midi-monsieur und abendlicher Besuch diesem Zustand ein Ende.

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* Sie war recht lang und MIR an manchen Stellen etwas langweilig. Was aber daran lag, dass ich Teile der Präsentation schon zu oft gehört hatte.

** Etwas, dass unserer Meinung nach mit dem Produkt und der sehr speziellen Zielgruppe gar nicht funktioniert.

*** Natürlich nicht vollständig, aber so ganz frei war es halt nicht. Erfreulich war allerdings, dass wenigstens einer bestätigte, dass die Präsentation letztlich das Briefing recht gut träfe.

Nicht zu fassen

Wenn nur die Hälfte der Gerüchte, die gerade rund um die Aufteilung der Klasse des midi-monsieurs hochkochen, wahr sind, dann läuft an der Schule vom Kind ziemlich viel falsch.

Und ich bin gerade sooo genervt. Denn beim Kind hat sich erst vor Kurzem ein Schalter umgelegt und er ist deutlich weniger genervt von der Schule, bemüht sich sichtlich und hat sowas wie Spaß. Ich habe echt Angst, dass das alles durch diese komische Klassenaufteilung (wenn auch zunächst nur temporär) kaputt gemacht wird. Er kommt zu einer Lehrkraft in die Klasse, die er schon kennt und mit der es überhaupt nicht rund lief und bei der er schon in Verweigerungshaltung gegangen ist.

Ich kann nur auf seine Resilienz hoffen und dass das, was er in den letzten Monaten – emotional und mental – gelernt hat, auf in dieser Konstellation anwenden und letztlich diese Lehrkraft ignorieren kann.