Timing

Heute hatte ich mal wieder einen Kundentermin, zu dem ich nur eine einzige wirklich sinnige ÖPNV-Verbindung hatte. Das bedeutete, dass ich spätestens um 9h10 in der U-Bahn sitzen musste. Ich überlegte also schon gestern, wie ich denn den Morgen zeitlich strukturien müssen, damit ich schon die 9h05-U-Bahn erwische es gut ausgeht.

Nachdem der midi-monsieur aus dem Haus war, legte ich mir schon mal meine Klamotten zurecht (das ging gestern abend nicht, da der midi-monsieur in meinem Zimmer schläft, ich schlafe dafür ja im Gästezimmer und irgendwie wird dieser Zimmertausch immer dringlicher, aber ich schweife ab) und packte meine Handtasche. Um 8h00 stand ich unter der Dusche, machte mich fertig. Um 8h46 verließ ich (eine Minute später als geplant) das Haus, stellte auf dem Weg zum Bäcker (Kaffee und Brötchen für die S-Bahnfahrt) fest, dass ich das Deo vergessen hatte (aaah, hei, Business-Termin und kein Deo geht nicht). Ich guckte auf die Uhr (8h53) und überlegte, ob Deo oder Kaffee wichtiger sei, oder ob ich beides hinbekommen könnte. Ich ließ es darauf ankommen, denn ich war mir nicht sicher, ob der Drogeriemarkt schon auf hätte. Wenn nicht hätte ich weder Kaffee noch Deo gehabt. Also schnell zum Bäcker gehuscht, dann weiter zum Drogeriemarkt (bei dem zum Glück der andere Eingang der U-Bahn-Station ist), der schon offen war und zum Glück noch nicht so viele Leute drin waren; Deo gekauft und dann ab zur U-Bahn – 9h04 an der Station treffe ich eine Freundin, wir nehmen zusammen die 9h05-U-Bahn. Dass dann auch noch die S-Bahn pünktlich war, lag dann nicht mehr in meiner Macht, war aber höchst erfreulich. Und so kam ich mit ausreichend Puffer bei meinem Termin an.

Zurück ging es später als geplant. Der midi-monsieur war mittlerweile (weil Dienstag) zu Hause angekommen, was er mir mit einem Anruf um 11h52 auf dem Handy signalisierte (Handy war lautlos in der Handtasche). Erst um 12h47 konnte ich zurückrufen; da war ich gerade auf dem Weg in den Darmstädter Bahnhof. Ich musste noch bis 13h05 auf die S-Bahn warten und besprach mit dem Kind, dass er um 14h00 einen Termin habe und wenn ich nicht rechtzeitig da sei, müsste er alleine losgehen (ich hätte ihn dann telefonisch losgeschickt). Da aber auch diese S-Bahn pünktlich war, konnte ich um 13h41 in die U-Bahn umsteigen und war so um 13h50 zu Hause. Wir sagten kurz hallo und dann schnappte er sich schon seinen Roller und brauste zu seinem Termin.

Ich mag das ja, wenn alles so minutiös ineinander greift.

Bewegungslos

Heute hätte das Kind zu den Bundesjugendspielen antreten sollen. Zum ersten Mal. Mir sind die BJS ja egal. Nicht ganz egal ist mir und v.a. dem midi-monsieur, dass die Mädchen weniger leisten müssen als die Jungs. Das ist ziemlicher Blödsinn. Aber es ist nicht an mir, das zu ändern.

War ja – zumindest in diesem Jahr – auch egal, denn der midi-monsieur ist nicht angetreten. Denn er ist so verrotzt und hustig gewesen, dass ich es nicht sinnstiftend gesundheitsfördernd fand, wenn er sich körperlich verausgaben müsse. Also habe ich ihn morgens um 7h30 entschuldigt.

Und vermutlich hätte ich gut daran getan, direkt aufzustehen, aber da wir ja keinen Aufstehstress hatten, kuschelten wir nochmal zusammen und powernappten. Da muss es dann passiert sein: Ich muss mich verlegen oder Zug bekommen haben. Ich wachte um 8h45 auf und hatte Höllenschmerzen in der rechten Schulter und war sehr bewegungsunfähig. Die aufgebundene Wärmflasche halft zum Glück.

Den Rest des Vormittags bewegten wir uns trotzdem wenig: Ich musste arbeiten und der midi-monsieur durfte das Tablet leer spielen. Mittags verlagerten wir uns auf den Balkon.

Am Nachmittag sind wir aber doch noch vor die Tür gekommen und bewegten uns durchs Viertel.

Das Kind ist noch etwas verseucht, aber bessert sich, und meine Schulter zieht auch nur noch ein bisschen.

Feste feiern

Der Tag hatte noch gar nicht richtig angefangen – sprich, wir hatten noch nicht gefrühstückt -, da dachte ich schon kurz: „Boah, jetzt kann er weg.“ Ich hatte mich über den midi-monsieur so aufgeregt*, dass ich ihn aus dem Wohnzimmer schickte und grummelnd allein in mein Brötchen biss.

Das machte natürlich keinen Spaß und da ich auch nicht nachtragend bin (zumal ich ja auch tendenziell überreagiert hatte), holte ich ihn schnell wieder an den Frühstückstisch. Was dann auch sehr schön war.

Als der Hunger gestillt und der Tisch abgeräumt war, verzog sich das Kind zum Spielen in sein Zimmer und ich vergnügte mich am Rechner mit der Plaung einer kleinen Radtour. Das Kind hatte nämlich vor ein paar Tagen ein Plakat gesehen, das verkündete, dass heute ein Fest im Colorado-Park stattfinden solle. Da wollte er hin.

Else sagte, dass es nur knapp 5 km mit dem Rad seien. Ein Blick aus dem Fenster sagte aber, dass das Wetter für eine längere Tour genutzt werden sollte. Außerdem sagte Twitter, dass heute Radler-Fest am Flugplatz Bonames sei. Der Flugplatz ist schön. Den mag ich gerne. Und die Radtour dahin ist auch relativ entspannt. Dadurch, dass er an der Nidda liegt, geht es ja gewissermaßen „nur“ bergab. Da der midi-monsieur verschnupft ist, war das durchaus wichtig.

Das Ergebnis war eine 20,8 km lange schöne Tour mit Sonne und blauem Himmel, Spielplatz, einem beim bergab fahrenden juchzendem Kind, Sonne, vielen anderen Radlern an der Nidda, Erdbeeren, blauem Himmel, Radler-Fest mit Hüpfburg, Kinderparcour, Glücksrad und Crêpes, immer noch vielen Radlern an der Nidda, Sonne, einem sehr vollen Colorado-Park (der aber sehr schön ist; wir waren da zum ersten Mal), auf dem das Kind eine Stunde lang sehr autonom rumwuselte, ein paar letzten Kilometern durch die Stadt, die noch mit zwei Schreckmomente**/*** aufwarteten.

Wieder zu Hause vergnügte sich der Seehund midi-monsieur auf dem Balkon mit Wasser, ich kümmerte mich ums Essen (Grie Soß war schon fertig, Kartoffeln und Spargel waren schnell geschält), schmiss den Grill an und Kalbsbratwürstchen und Spargelpaket drauf. Dann ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Schön. Oder wie The Busters singen: „Summertime is back in town“ 🙂

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* Ich hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er bei den Mathehausaufgaben, die er vor meinem Aufstehen gemacht hatte, etwas vergessen hatte, woraufhin er sich mit „Böser midi-monsieur“ selbst beschimpfte. Auf diese Kritikunfähigkeit reagiere ich leider etwas unsachlich.

** Als wir an einer der größten Kreuzungen Frankfurts standen, kündigte sich mit Martinshorn und Blaulicht ein Polizeiauto an. Wir ließen es auf der Linksabbiegerspur  passieren und überquerten diese danach via Zebrastreifen. Die nachfolgende Fußgängerampel (über 3 Spuren) zeigte grün. Und während ich noch auf das nächste sich schnell nähernde Martinshorn hörte, war der midi-monsieur schon auf der Hälfte der Straße. Ich habe echt kein Problem mit dem Kind im Straßenverkehr. Er verhält sich echt vorbildlich. Aber in dem Moment hatte ich so eine Panik, dass ich nur noch schreien konnte.
Zum Glück nahm der zweite Streifenwagen auch die Linksabbiegerspur.

*** Weil wir auf der falschen Straßenseite fuhren, und uns auf dem Radweg gerade ein anderer Radfahrer entgegen kam, wich ich auf dem Bürgersteig aus. In dem Moment flogt mir was ins Auge und ich musste beide Augen zukneifen. Reflexartig bremste ich. Tja, leider haben Fahrräder kein Bremslicht und so rauschte der midi-monsieur mir rein und stürzte.
Zum Glück konnte er sich irgendwie (ich sah ja nichts) abfangen und es ist nichts Schlimmeres passiert.

Kleiner Kram

Das Wetter ist bestens – bestens für BalkonOffice. Und promt geht es mir noch besser.

Durch die Verlagerung des Lebens auf den Balkon darf allerdings gerade niemand die Küche betreten.

Der neue Laptop scheint eine Macke am Nummernblock zu haben. Wenn er an ist, schreibt der Rechner total unmotiviert viele, also unendlich viele, Bindestriche bzw. mit Blick auf den Nummernblock Minusse. Jetzt muss ich überlegen, ob ich deswegen den neuen Laptop einschicken möchte.

Ich habe 100 Liter EPS-Perlen in den Flomsch gefüllt. Jetzt sitzt man nicht mehr auf dem Boden.

Das Kind hatte heute Barfuß-Rugby-Training.

Eine Job-Anfrage bekommen (die ich nicht annehmen kann), bei der ich das Gefühl hatte, das die Anfragende keinen Schimmer zum einen vom Thema und zum anderen von HealthCare-PR allgemein.

Im Job läuft es wieder runder. Die Schreibblockade ist weg.

Kein Handy mit zum Rugby-Training genommen. So vier Stunden offline ist ja auch mal ganz gut. Da spricht man auch mit anderen Eltern. 😀

Ich musswill mal wieder Radfahren. Eigentlich wollte ich das morgen früh machen. Aber eigentlich habe ich mir gesagt, dass ich erst, also heute abend, den einen Text fertigstellen „muss“, bevor ich fahren darf. Aber vielleicht kann ich ja besser schreiben, wenn ich fahre.

Habe endlich ein paar Dinge in den Keller gebracht und andere Dinge im Keller fotografiert.

Back on track

Es ist immer noch total krass, wie schlecht es mir letzte und vorletzte Woche ging. Und so langsam bin ich mir ziemlich sicher, dass es an dem wackelnden Implantat lag. Ja, sicher, urlaubsreif bin und bleibe ich. Aber diese Energielosigkeit, diese Unkonzentriertheit, dieses Gefühl, sich unter der Decke verkriechen zu wollen und nichts, aber gar nichts machen zu wollen und können. Sooo ätzend.

Um so froher war ich heute, dass ich es geschafft habe früh, also wirklich früh, nämlich um 6h00 aufzustehen und die Stunde, bevor der midi-monsieur aufstehen muss, zu nutzen, um eine Präsentation fertigzustellen. Daran habe ich noch kurz weitergearbeitet, nachdem das Kind aus dem Haus war, konnte sie aber wie geplant vor 9h00 rausschicken. Danach war ich zwar kurz müde, aber ein Tee konnte es retten. Und so konnte ich fröhlich vor mich hin arbeiten. Und parallel auch noch mal eben Grundlegendes für den Kindergeburtstag geklärt und gebucht.

Dienstags (und donnertags) hat der midi-monsieur aus Gründen keinen Hort mehr, sodass er um 11h50 nach Hause kam. Weil es ja endlich warm war, verlagerten wir uns auf den Balkon. Er machte Hausaufgaben, ich arbeitete weiter, wir aßen ein bisschen. Dann musste er los. Ich arbeitete weiter, machte mich fertig, zog mich um: ENDLICH wieder Rock, Tanktop und Sandalen! Und dann holte ich das Kind ab. Wir gingen noch Schuhe für ihn kaufen, kauften Erdbeeren und Spargel, tranken ein (also jeder eins) Vanilleeis-haltiges Getränk, besorgten ersten Kram für die Geburtstagsparty und gingen dann wieder nach Hause.

Der midi-monsieur machte noch einen Rest Hausaufgaben, ich arbeitete noch ein bisschen. Dann fasste ich einen Grillbeschluss und ging noch schnell dafür einkaufen. Wir aßen auf dem Balkon. Das war sosososo schön. Ich las auf dem Balkon vor (akutell Momo). Problemlos machte sich das Kind danach bettfertig und kroch in mein Bett. Ich verkroch mich aufs Sofa, aber nicht um zu schlafen, sondern um noch ein bisschen zu arbeiten.

Doch, so fühlt sich das alles schon viel besser an. Viel besser. Und ich freue mich auf ein langes Himmelfahrtswochenende (Mi bis Mo frei), auf Pfingsten (Fr bis Di frei) in Straßburg, aufs Fronleichnamswochenende, da kommen meine Eltern wegen des Geburtstags vom midi-monsieur und ich habe heute FlicFlac-Karten bestellt. Und ich freue mich auch mittlerweile auf den Kindergeburtstag. Der machte mir doch zwischenzeitlich Sorgen, weil ich keine Energie und Ideen für die Planung hatte. Aber nun steht das Programm und ich habe wohl nicht viel zu tun. Nur die Einladungskarten basteln (und zu gegebener Zeit Proviant vorbereiten).