E25

Heute kam ich mir ja ein bisschen vor wie eine Mystery-Tasterin. Nur mit dem Unterschied, dass der Tasting-Maître* ja wusste, dass ich da war und ich – zumindest bis zur Pause** – die anderen eigentlichen Tasting-Kundinnen „bespitzeln“ konnte.

Interessant war es, den eigenen Freund auch mal bei diesem Teil*** seiner Arbeit zu erleben. Ich habe mich bemüht, ihn nicht die ganze Zeit über anzuhimmeln. Und ich kann sagen: Das macht der schon ziemlich gut.**** 🙂

Und weil ich da so reingeschmuggelt beisaß, musste ich mich ja irgendwie erkenntlich zeigen. Pah, nicht was ihr denkt. Da war es sehr praktisch, dass die Spülmaschine wiederholt „E25“ anzeigte. So was fuchst mich ja und so kroch ich mit youtu.be auf dem Handy in die Maschine, schöpfte Wasser raus, friemelte Plastikteile ab, drehte an Rädchen, fummelte alles wieder an Ort und Stelle und – tadaa – das Maschinchen schnurrte wieder.

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* der RB

** Wenn eine den Chef und Tasting-Maître küsst, gehört sie anscheinend irgendwie dazu+.
+ zum Laden

*** Wir arbeiten ja hin und wieder vis-à-vis an Apfelbuch und Laptop und beim Verkauf habe ich ihn ja auch schon beobachten können.

**** Wer Bock auf ein interessantes, kurzweiliges und lustiges Tasting zu Gin, Whisky oder auch Rum hat, kann ja mal hier gucken.

***** So nennt mich der RB gelegentlich. Keine Ahnung, warum

Feud und Leid

Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander. Auch kulinarisch. Nur 500 Meter* liegen zwischen dem Bornheimer Dorfstadl und dem Sonamu. In dem einen waren wir am Montag essen, im anderen heute. Ich war in beiden auch schon mal ohne den RB essen und hatte beide in guter Erinnerung.

Aber die Montagslokalität hat deutlich in der Qualität abgebaut. Ich will gar nicht auf den lieblosen Beilagensalat, der nach Salatkrönung schmeckte, eingehen und auch nicht darüber nölen, wie schlecht das Wiener Schnitzel (ja, echtes, nicht Wiener Art) war. Und dass es zwei kleine Schnitzel waren, ist dabei noch der kleinste Kritikpunkt.
Das Essen war da mal wirklich lecker. Jetzt leider nur noch okay. Es macht den Eindruck, als verkomme das Ganze zu einer Kneipe, wo sich zum Skatkloppen beim Bier getroffen wird. Da war es auch schon fast egal, dass wir nicht mit Karte zahlen konnten (was früher ging).
Sorry, but not sorry, den Laden kann ich leider nicht mehr empfehlen.**

Dafür hat uns dann der heutige Restaurantbesuch entschädigt: Koreanisch isst eine ja eh nicht so oft. Da muss eine sich erstmal bewusst werden, dass das zwar irgendwie asiatisch ist, aber dann doch ganz anders als Sushi, Thailändisch oder berühmten sieben bis acht köstlichen Kostbarkeiten***. Entsprechend lang brauchten der RB und ich, um uns auf der eigentlich nicht sehr großen Karte für Vorspeisen und Hauptgerichte zu entscheiden. Aber gelohnt hat es sich.

Leider habe ich mir nicht gemerkt, wie all die leckeren Sachen heißen. Aber weil eben lecker, besonders und nett (der Service) war, gibt es eine klare Empfehlung**** fürs Sonamu*****.

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* Zumindest, wenn ein es in Relation dazu setzt, dass die ganze Berger Straße 2,3 Kilometer lang ist.

** Es ist schon sehr aussagekräftig, dass wir keine Fotos vom Essen gemacht haben.

*** Hier wollte ich eigentlich auf Rüdiger Hoffmann’s 8 Kostbarkeiten verlinken. Aber manche Dinge sind in der Erinnerung lustiger als dann wirklich.

**** Ein klitzekleines bisschen unschön war, dass die Hauptgerichte nicht zeitgleich serviert wurden.

***** Reservierungen unbedingt erforderlich

A und O

Gesehen im tiefsten Saarland; da, wo es kein Netz gibt und wo sich Fuchs und Hase gut‘ Nacht wünschen:

Und hübsche Gewächse:

Wein ist ja dann doch eher organisch 😉

Sehr üdüllisch da im Land von Lyoner und Schwenker, aber ich war froh, als wir bei Mainz wieder dauerhaft* auf Zivilisation trafen.

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* Klar gibt es Kaiserslauern auf der Strecke**, aber die A63 ist – mal abgesehen von den darauf fahrenden Autos – tot. Da ist nichts. KEIN EIN.ZI.GER RAST.HOF. Was meiner Laune auf der Hinfahrt nicht sonderlich zuträglich war.

 

** Da gibt es sogar einen Möbelschweden, wo der RB und ich nun auch diese Beziehungshärteprobe bestanden haben.

Frühjahrsputz

… oder auch: Alles muss ab.

Eigentlich wollte ich es ja schon im Februar mit der Besten ausprobieren, aber da ergab sich kein Termin. Auch der März war voll. Und so ergab es sich, dass ich meinen ersten Hamam-Besuch mit dem RB hatte. Für ihn war es auch das erste Mal.

Dank der Beschreibung auf der Webseite fühlten wir uns nicht ganz unbedarft und hatten eine grobe Vorstellung, was uns erwartet.

Was uns beide – neben dem Effekt der Bahandlung selbst – beeindruckt hat, war, dass man es tatsächlich direkt an der Konsti schafft, eine so ruhige und entspannende Atmosphäre zu schaffen.

Das eigentliche Hamam ist nicht so groß. Alles in weißem Marmor. Die Temperatur war – für uns beiden Hitzemuffel – sehr angenehm und das ständige Sich-mit-Wasser-Begießen war auch erstaunlich angenehm – auch wenn uns die letzten* 5 Minuten sehr lang vorkamen und noch weitere 5 Minuten meinem Kreislauf auch nicht gut getan hätten. Aber so weit kam es ja nicht, denn als wir maximal aufgeweicht waren, ging es weiter und wir wurden intensiv mit dem Kese behandelt. Wow, das Hautgefühl war schon krass danach: „Softtouchoberfläche“ nennt der RB es. Der ganze Winterdreck ist ab.

Dann gab es Tee und Ruhe und zum Abschluss noch eine Rückenmassage.

Entspannt an Buddha

Das war bestimmt nicht unser letztes Mal. (Ich gehe mit der Besten definitv auch noch hin.)

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* Dafür hatten wir Spaß mit einer Dame, die nackig zu uns kam, weil sie ihr Duschgelfläschchen nicht aufbekam. Und versuchten das Kopfkino loszuwerden, nachdem wir die Regel „Nicht im Hamam rasieren“ lasen… jaja, jede Regel hat eine Vorgeschichte.

Pläne

Ein großes Ereignis wirft seinen Schatten voraus: Möbel wurden vermessen, der midi-monsieur wurde befragt, welches Zimmer der Wohnung er zukünftig bewohnen möchte, ich überlege, wie ich welche Schränke auf- und umräumen kann und muss, damit weiterer Hausrat Platz finden kann, der RB hat seine Wohnung gekündigt.

Aber weil die Planung dieses großen Ereignis nicht dramatisch ist (die Umsetzung selbst wird einfach mal Zeit kosten), „organisieren“ wir parallel ein mittelgroßes – unseren ersten gemeinsamen Urlaub: Zeitraum und die Übernachtungslocations stehen schon fest bzw. sind gebucht. Eine Google-Map ist angelegt. Nun gucken wir immer mal wieder in die Reiseführer und befragen das Internet.

Vorfreude auf (zum Teil) unbekannte Ecken

Grob geplant wird auch schon der Urlaub im Herbst. Denn wenn alles gut läuft, können wir das Praktische mit dem Nützlichen verbinden: Sprich der RB muss „arbeiten“ und ich kann fangirlen. Und Landschaft gucken können wir beide.

Ansonsten stehen hier ein paar kleine Ereignisse an (die eine*n, zwei oder uns alle betreffen): Konzerte, Hamam, Paris, Theater, Rugby-Jugend-Festival, GartyParty, diverse Rugby-Spiele, Projektwoche, Klassenfahrt, Krefeld, Geburtstag vom midi-monsieur.

Planlos

Irgendwie war es in den letzten Wochen – selbst am Sonntag – nicht möglich, einfach mal auszuschlafen: unter der Woche halt Schule, Arbeit, Termine oder Besuch. *seufz*

Aber einfach mal einen Tag verplempern mit Ausschlafen und Nichtstun, da hatte ich schon Bock drauf. Und so ließen wir gestern die Fahrradpläne Fahrradpläne sein und auch die Kinoidee war nicht so reizvoll, als dass sich Stress und Hektik gelohnt hätten.

Bis 14h00 schlafen war wohl nötig und auch das restliche ruhige „Programm“ war genau richtig.

Neue Altstadt

Es mag ein bisschen paradox sein: So gerne ich mir fremde Städte alleine (oder halt mit meiner Begleitung) erschließe, so gerne gehe ich auf Stadtführungen in Frankfurt. Jetzt nicht ständig, aber ich war mittlerweile schon auf einer Wildkräuterführung auf dem Hauptfriedhof, einer Unorte-Führung, auf dem bzw. im neuen Henninger Turm und heute habe ich hinter den Bauzaun rund um die Baustelle der neuen Altstadt geguckt.

Die neue Altstadt ist ja durchaus ein Politikum in Frankfurt. Aber die Geschichte dazu ist auf jeden Fall interessant – egal, ob man den Wiederaufbau gut findet oder nicht. Führungen auf der Baustelle sind allerdings nur noch bis Anfang Mai möglich, denn am 9. Mai wird die neue Altstadt eröffnet. (Danach gibt es aber weiterhin Führungen durch die neue Altstadt.)

Die alte Altstadt* brannte zwischen dem 19. und 22. März 1944 ziemlich ab. Es blieb zwar etwas übrig, aber nicht so viel. Nach dem Krieg wurden – zum Glück – viele Reste entweder verwahrt oder auch wieder neu aufgebaut – zumindest hier und da (z.B. auf dem Römerberg). Für das große Ganze wurden im Laufe der Jahre zwölf Architektenwettbewerbe ausgeschrieben mit dem Resultat, dass 1963 der Grundstein für das Technische Rathaus gelegt wurde, dass 1973 fertig wurde. 2012 hatte es ausgedient: Die Sanierung hätte sich nicht mehr gelohnt und es bot sich mit dem Abriss die Chance, der Fläche zwischen Braubachstraße, Schirn, Römerberg und Dom wieder etwas historischen Antlitz zu verleihen.

Im November 2014 wurde die Baustelle bzw. die Baustellen** eröffnet. Insgesamt entstanden 35 neue Gebäude, von denen 15 Rekonstruktionen (zum Stand 18. März 1944) sind. Dabei wurde sehr auf Detailtreue geachtet und – im Gegensatz zu den „Fachwerkhäusern“ auf dem Römerberg – haben die neuen Fachwerkhäuser echtes Fachwerk. Einzig beim ursprünglichen Sandsteinsockel der Häuser musste getrickst werden: Die neuen Sandsteine sind nur Fassade.

Ich mag’s durchaus und bin gespannt, wie sich alles entwickelt, wenn alle Häuser bezogen sind, genutzt bzw. bewohnt werden.

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* Zusammen mit der Bebauung zwischen Anlagenring und Main war Frankfurt bis dato Deutschlands größte Fachwerkstadt.

** Jedes Haus hatte einen eigenen Architekten.

*** DR steht für Dom/Römer

Wochenende #12

Das zwölfte Wochenende des Jahres war zwar nicht das erste Wochenende 2018 ohne Kind – und so ganz ohne war es ja auch nicht -, aber gefühlt irgendwie schon. Und um schon mal zu spoilern, es war ein tolles Wochenende, obwohl es Samstag morgen nicht danach aussah. Denn nachdem um 5h15* das Kind sich von mir und dem RB verabschiedet hatte, war ich wach. Und als der midi-monsieur um 5h30 mit dem Kv das Haus verließ, war ich immer noch wach und steigerte mich in was rein. Weswegen ich erstmal eine Stunde mit Wärmflasche und Tee auf dem Sofa bockte. Danach ging ich wieder ins Bett, aber als zweieinhalb Stunden später der Wecker vom RB ihn zum Aufstehen ermahnte, war ich ziemlich unausgeschlafen – aber wach. Fein, fein, so konnte ich mich – trotz kleiner verbaler Spitzen zur Ableitung – weiter in meine Laune reinsteigern. Vor allem, als der RB weg war.

Der Liebesbrief vom Kind war an diesem Morgen einer von zwei Aufhellern. Ansonsten ärgerte ich mich über den Samstagmorgentermin, Kopfschmerzen, WordPress-Eigenwillen, Kopfschmerzen und den Ausfall von Heizung und Warmwasser. Es wurde auch nicht besser, als ich dann viel später als geplant aus dem Haus kam und zu Fuß zum Markt marschierte, um Grie Soß zu besorgen, DENN: Es gab um 14h00 kaa Päggscher Grie Soß aufm Konstimarkt. Ich war sehr, sehr, sehr genervt und auch sehr in meinem Zeitplan im Verzug (zum Glück auch die Gäste). Ich marschierte also im Stechschritt zurück, fand zum Glück Grie Soß auf dem Bernemer Markt und aß etwas. Oh Wunder, meine Laune wurde etwas besser. Ich ging nach Hause, ging einkaufen, machte mir einen Tee und tadaaa, die Kopfschmerzen besserten sich nun endlich**. Ich machte Grie Soß, die Gäste kamen endlich an, das Wetter war schön. Ach, das Leben ist doch ganz schön – die schlechte Laune war weg.

Und weil alles so gut war, gingen wir zu Fuß in die Stadt, sammelten den RB ein, machten eine erste Sightseeing-Runde und fuhren dann – recht spät – auf den Maintower (an der Stelle bin ich bekennende Eingeplackte und gerne da oben!).

Wir drehten noch eine kleine Runde durch die Stadt und fielen dann nach gut 8,5 Kilometern zur Fuß durch die Stadt ziemlich hungrig in der Prager Botschaft ein. (Und ich hatte auf einmal ziemlich fiese Schmerzen im linken Fuß.) Nach ein paar Absackern bei uns der Zeitumstellung ging’s dann auch mal ins Bett.

Am Sonntag hatte ich immer noch Fußschmerzen, was meine Laune aber weder trübte, noch mich daran hinderte, Brunch mit Pancakes vorzubereiten und den RB zum Bäcker zu schicken. Das Wetter war immer noch so gut wie am Vortag und deswegen drehten wir mit unseren Gästen nach eine Runde durch die Stadt – wer zum ersten Mal in der schönsten Stadt der Welt ist, bekommt natürlich alle Klassiker zu sehen.

Und Klassiker zu essen:

Jaha, Grie Soß vor Gründonnerstag ist Frevel.

Die zwei verabschiedeten sich und der RB und ich beendeten wegen Frischluftschock, wenig Schlaf und vor allen Dingen wegen Fuß auf dem Sof.

Doch, doch, das Wochenende war sehr schön und auch sehr lustig (wobei man ja durchaus schaft angeblinzelt wird, wenn man im Frankfurter Dom*** und im Plenarsaal der Paulskirche Tränen lachen muss).

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* vermutlich; ich habe nicht auf die Uhr geguckt

** Irgendwann lerne ich es bestimmt, dass ich morgens Koffein brauche – vor allem, wenn ich mit Kopfschmerzen aufwache.

*** Der ja kein Dom ist, sondern Krönungskirche.