Raue* Bretagne**

Also wirklich rau präsentiert sich die Bretagne hier im Finistère nicht: Das Wetter ist toll, das Meer hat nicht zu hohe Wellen, es weht ein Lüftchen. Die Landschaft ist aber deutlich anders als z.B. im Morbihan: hügeliger, schroffer, wilder und ja etwas unbezwingbarer. Oder zumindest nicht so leicht zu erobern, wie sich das eine Stadtpflanze wie ich so vorgestellt hat. Eine läuft nicht mal eben locker flockig zum Phare du Millier und eine fährt auch nicht mal eben 44 Kilometer über die Presqu’île de Crozon.

Menez Hom

Letzteres wäre vielleicht noch gegangen, wenn der RB und ich nicht unterschiedliche Räder und Trainingszustände hätten (das meine ich nicht böse, das ist einfach so). Aber es hätte auch mir ob der Streckenführung keinen Spaß gemacht. Denn Frankreich ist nun mal kein Fahrradland. Es ist das Land der Autofahrer und Wanderer. Paris ist da – wie bei vielem anderen – die rühmliche Ausnahme und Île de Ré ist tatsächlich auch die Fahrradinsel, die sie sein möchte. Aber sonst?! Keine bzw. kaum Radwege; mit dem Rad fährt eine halt auf den Land- und auch mal Bundesstraßen mit und die sind schmal und haben einen minifuzzikleinen Seitenstreifen. So richtig sicher fühlt eine sich da nicht.

Aber das ist uns nicht so bewusst, als wir uns an einer kleinen Badebucht zwischen Crozon und Camaret-sur-Mer auf die Räder schwingen. Ja, mit einem Anstieg anzufangen ist fies und dass wir dann kurz auf Wegen fahren, die ich mit dem Mountainbike gut bewältigen kann, aber nicht für den Breezer vom RB gemacht sind, ist auch nicht gut für die Moral. Aber dann kommt viel Asphalt und die ersten 7 Kilometer bis zum Pointe de Penhir sind geschafft.

Radidylle mit Jaques am Beg Penn Hir

Ausgesprochen hübsch da:

Die Strecke geht auf und ab, ist aber recht gut zu fahren. Bis Else meint, wir könnten doch ein kurzes Stück auf dem Sentier Cotier zurücklegen. Die Aussicht war toll:

Camaret-sur-Mer

Der Weg eigentlich auch. Nur nicht für Fahrräder geeignet. Selbst Schieben war schwierig und nervig.

Wir machen eine kleine Crêpes-Pause, die etwas länger wird, weil mein Vorderrad platt ist.

Vorderreifen zu wechseln ist ja zum Glück ein Kinderspiel (Foto: RB)

Der Ersatzschlauch ist aber schnell drin.

Eigentlich ist die Moral ganz gut. Doch dann müssen wir die Route de Montage hoch, die ihrem Namen alle Ehre macht. Und auch was danach kommt, ist nicht motivierend. Lange zähe Anstiege in der Sonne… nein, ich verstehe den RB schon sehr, dass er nicht mehr mit mir spricht. Ich hätte auch verstanden, wenn er mir das Rad an den Kopf geworfen hätte.

Zum Glück ist die Strecke so geplant, dass wir an mehreren Stellen abkürzen können.

Vor dem letzten vorletzen blöden Anstieg werfen wir noch einen schönen Blick gen Norden und fahren dann quer durch zurück.

Der weiße Streifen am Horizont ist Brest.

Die letzten Kilometer lässt mich der RB vorfahren. Am Auto schwitze ich nochmal Blut und Wasser, bevor der RB ankommt. Denn: Ich habe den Autoschlüsselnicht mehr bei mir. Ich bin mir sicher, der RB wird mich – zurecht – an mein Rad binden und im Meer versenken.

Als der RB ankommt, ist er platt wie mein Reifen zwischendurch. Aber er hat den Autoschlüssel. Phew!

Seine Laune ist so schlecht wie mein Gewissen. Wobei ich natürlich auch nichts für das Höhenprofil kann. Und das Else nicht weiß, wie gut oder schlecht französische Feldwege beschaffen sind und dass deutsche Standards in Frankreich nicht gelten, konnte ich ja auch nicht ahnen.

Trotzdem tut es mir leid, dass es so doof für ihn war*** und es täte mir noch leidera, wenn ich ihm jetzt den Spaß am Radfahren verleidet habe. (Habe ich aber wohl nicht. Nur solche Touren machen wir nie wieder vorerst nicht nochmal.)

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* rude (franz./engl.)

** breizh (bretonisch)

*** Ich hätte mich da schon durchgebissen. Wobei ich dieses Fahren an der Straße ziemlich unangenehm finde.

Obligat

Gestern räumten der RB und ich ein Missverständnis hinsichtlich der Urlaubsplanung aus dem Weg. Das ist aber auch vertrackt mit diesem Reden: Ich dachte nämlich, dass der Besuch in der Eddu-Destillerie für ihn unter die Kategorie „Da war ich schon, wenn wir dran vorbeikommen und es passt, gucke ich sie mir gerne nochmal an“ fällt. Dem war aber nicht so: Er hatte sie noch gar nicht gesehen und wollte da unbedingt hin. Damit stand dann auch ein Programmpunkt für heute fest. Und dadurch auch grob die Gegend, in der wir uns aufhalten würden. Wir überlegten ein paar Dinge drumherum, von denen zwei ein Muss meinerseits waren, andere wiederum „ja, wenn’s klappt, ist’s schön, wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm.

Nach dem Frühstück fuhren wir los gen Süden.

Old-School-GPS*

Meine Laune war semi und dann hatte ich auch noch die Fahrradschlüssel vergessen. Dazu steckte mir die Wanderung vom Tag zuvor im Körper – nicht schlimm, aber mein Körper arbeitete und da muss ich mich entweder gleich wieder bewegen oder brauche meine Ruhe, aber im Auto sitzen war halt doof. Doch dann machte mich der RB auf ein Schild aufmerksam, fuhren ihm nach und meine Laune besserte sich.

Hübsches kleines Museum, interessante Geschichte. Nichts für Vegetarierinnen und Veganerinnen.

Dann hatte ich Hunger. Ich fragte Googel und bekam eine Antwort. Eine – wie sich herausstellen sollte – sehr gute Antwort.

Ausblick beim Essen, das auch noch sehr gut war.

Dann wurde es Zeit zur Destillerie zu fahren, …

Warum die Brennerei Distillerie des Menhirs heißt

… damit wir die Führung noch mitmachen konnten.

Auch interessant. Ich mag es ja zu lernen, wie leckere Dinge entstehen. Was für eine Geschichte dahinter steckt, was das jeweilige Produkt besonders macht.

Doch nach dem Part des Anges und der Dégustation brauchten wir frische Luft. Und die bekommt eine ja bekanntlich am Wasser bzw. Meer.

Tja und weil Seeluft und Bewegung in ebendieser hungrig macht, fragte ich wieder Google, was es uns denn diesmal empfehle (der RB war schon so hungrig, dass er nicht mehr entscheidungsfähig war) und wir wurden wieder nicht enttäuscht. Direkt am Pointe de la Torche gab es wunderbare Moules Frites mit Crêpes zum Dessert, sodass wir wieder ausreichend gestärkt ware, um diesen schönen Küstenpunkt bei beginnendem Sonnenuntergang zu genießen.

Ich habe nur gehachzt und geseuzft, weil es so schön war.

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* Das Navi im Auto kann nur Deutschland, Belgien, Schweiz und Österreich. ^^

GR34

Zum Urlaub in der Bretagne gehört Meer. Und weil der RB und ich heute auf gar keinen Fall Auto fahren wollten, aber auch noch nicht mit den Rädern*/** loswollten, machten wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg Richtung Meer.

Ich hatte bereits im Vorfeld geguckt, was so gut anlaufbare Ziele rund um Douarnenez sein könnten und entsprechend mit Else zusammen Routen vorbereitet. So zum Beispiel der Phare de Millier, den uns unser Vermieter auch sehr ans Herz legte.

Einfache Entfernung: 14 Kilometer. Nunja, 28 Kilometer an einem Tag sind recht sportlich, aber irgendwie zu schaffen. Vielleicht, eventuell, möglicherweise. Aber zum einen nicht in unserem Lauf-Trainingszustand und zum anderen nicht, wenn das Höhenprofil aussieht wie ein Herzrhythmusstörungs-EKG. Aber das wussten wir ja noch nicht, als wir losgingen:

Kaum waren wir aus Tréboul raus, waren wir auf dem Sentier Côtier – Teil des GR34*** – und es ging auf einem meist sehr schmalen Weg auf und ab und auf und ab.

Der Weg ist wunderschön und der Blick aufs Meer noch vielviel schönara, aber wir waren dann doch ganz froh, dass …

… Obelix einen Hinkelstein aufgestellt hatte, …

… um einen günstigen Punkt zu markieren, an dem wir unsere Wanderung beenden konnten. Wir musste ja auch wieder zurück. Wir gingen auch nicht den gleichen Weg retour, sondern verließen die Küste und gingen an der Straße lang. Nicht schön, aber dafür ging (es sich) schnell.

Und nach einem Drink am Museums-Hafen lief uns Üffes über den Weg.

Üffes, die Hummer-Langustine

Naja, das Plüschtier lag halt in dem einen Laden rum und wollte mitgenommen werden. Ich war spontan überzeugt, dass es eine Langustine sei, aber

Zumindest war sich die TL einig, dass es ein Männchen sei. Also brauchte er noch einen Namen und da kam eins zum anderen: Unser Vermieter heißt Yves, den ich recht schnell – also während der Buchung per e-Mail – Üffes nannte, zumindest wenn ich dem RB erzählte, was Üffes hinsichtlich unserer Buchung geschrieben hatte. So ganz nett und entspannt. Dann lernten wir gestern Yves in echt kennen und ja, er ist sehr nett und sehr bemüht, aber auch sehr anstrengend. Er redet sehr viel und kommt nicht zum Punkt bzw. vom Hundersten ins Tausendstel. Der RB wird müde vom Übersetzen und Versuch zu folgen und ich bereue erstmals in meinem Leben, gut Französisch zu können. Naja und weil „Üffes“ nunmal zu diesem Urlaub gehört und die Hummer-Languste auch und Namen auch neu besetzt werden müssen, heißt das blaue Plüschtier Üffes.

Zum Tagesabschluss gab es leckerstes Essen am Port du Rosmeur und einen Spaziergang zur blauen Stunde.

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* Da wir ja eh mit dem Auto gefahren sind, haben wir unsere Räder einfach mitgenommen.

** Dafür werden wir uns noch dankbar sein im Laufe des Tages.

*** Grande Randonnée

Back in Breizh

Wer mir (und/oder dem RB) auf instagram und/oder Twitter folgt, hat es vermutlich schon mitbekommen, dass wir unsere Fotos und Tweets zur Reise unter #rudebreizh (gesprochen rüd’brähß) veröffentlichen.

Heute fahren wir also endlich in die Bretagne. Der Mont Saint Michel ist ja so ziemlich hart auf der Grenze, gehört habe nun mal noch zur Normandie. Und weil wir ja nicht am Mont Saint Michel übernachtet haben, weil es so praktisch auf dem Weg liegt, sondern weil wir es uns auch angucken wollen. Aber erstmal freuen wir uns nachts über den wirklich tollen Sternenhimmel. Es waren so viele Stern zu erkennen, dass wir sie schon nicht mehr richtig wahrnehmen konnten. Wow. Da wird einer erstmal bewusst, wie stark die Lichtverschmutzung über Frankfurt* ist.

Pünktlich zum Sonnenaufgang werde ich wach und kann kurz den Blick aus dem Chambre-d’Hôtes-Fenster genießen und einfangen.

**

Ich schlafe aber nochmal ein. Später dann in relativer Ruhe frühstücken, Sachen verstauen und ab zum Mont Saint Michel. Huiiii, da hat sich viel verändert. Zumindest, was die Zufahrt anbelangt. Damals, vor fast 11 Jahren, war das noch nicht so organisiert mit Parkplätzen und Bus- bzw. Kutschen-Shuttle zum Berg selbst. Um den Parkplatz kommen wir nicht herum, aber wenigstens können wir über den neuen Steg laufen.

Wir laufen auch ein bisschen über den Berg, aber wollen beide nicht ins Kloster selbst, sodass wir auch relativ schnell wieder auf dem Weg zum Auto sind. Herrje, auf einmal zieht sich der Weg über den Steg. Mir ist heiß, weil die Sonne brennt und irgendwie waren das auch zu viele Menschen auf viel zu kleinem Raum. Ich freue mich sehr auf wenige Menschen**** und viel Meeresrauschen in den nächsten Tagen.

Wir fahren weiter mit einem leider vergeblichen Abstecher nach Dinard, machen kurz Pause…

… und fahren dann quer durch die Bretagne bis nach Douarnenez. (Die Anfahrt ist noch recht spannend, da wir ewig nicht das Meer sehen und es extrem hügelig ist. Wir sind beide etwas verwirrt. Außerdem fahre ich die Etappe ins Städtchen rein und das ist eher suboptimal für meine Laune*****.) Wir werden aber herzlich am Chambre d’Hôtes empfangen und so bin ich recht schnell wieder entspannt.

Zu essen bekommen wir auch noch.

Und weil das gestern mit der Romantik ja so gut ging, heute gleich wieder bei einem Nachst-Spaziergang entlang der Sardinen-Route.

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* Ja, nichts Neues. Aber ich finde es ja totzdem erstaunlich, dass wir überhaupt Sterne über Frankfurt sehen.

** Weil so schön, diesmal kein Zuschnitt auf 1:1

*** Jedes Schild (dieser Art) hat eine Geschichte.

**** Am liebsten gar keine außer dem RB.

***** Ich hasse Stadtverkehr wirklich und nicht auf die Karte gucken zu können, weil das Navi vom Auto keine Frankreichkarte geladen hat, stresst mich zusätzlich.

****** Obwohl hier sowohl die herzhaften Galettes aus Buchweizenmehl als auch die süßen Crêpes aus Weißenmehl „Crêpes“ genannt werden.

Romantik-Profi

Nach eine höchst durchwachsenen Nacht wegen fremdem Haus, fremdem Bett, schnarchendem RB und juckendem Tattoo brechen wir zeitig im Saarland auf.

Schon schön, wenn einer den Grenzübertritt nach Frankreich nur daran merkt, dass andere Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten und das Handy vorrübergehend nicht weiß, ob sie sich noch ins deutsche Netz einwählen kann oder ins französische muss.

Ich bin die meiste Zeit Beifahrerin. Und das ist auch ganz gut so. Ich finde Autofahren immer anstrengender und hatte auch schon etwas Horror vor meinem Fahrtpart, denn

Aber mit Tempomat fährt es sich ja dann doch sehr entspannt auf französischen Autobahnen.

Natürlich machen wir unterwegs Pique-Nique* – allerdings mit saarländischen Zutaten. Aber ich bin froh, dass wir gestern noch daran gedacht hatten.

Die Stecke zieht sich. Und mal so unter uns: Französische Autobahnen sind furchtbar langweilig – so was die Umgebung anbelangt. Daher bin ich sehr sehr froh, dass sich bei der Routenplanung eine Abwechslung ergeben hat.

Da freute ich mich tatsächlich sehr drüber. Und kurz vor der Brücke haben der RB und ich auch noch einen Fahrerinnenwechsel gemacht, damit ich die Brücke auch fotografieren kann.

Aber weil die Brücke so toll ist, haben wir direkt vor der Péage-Station auf dem Parkplatz angehalten und haben genutzt, dass wir näher dran konnten und von der Panoramabrücke fotografieren. Schöne, elegante und seeehr steile Brücke. Ja, Brücken können die Franzosen.

Dann war es auch nicht mehr so weit. (Bekanntlich zieht sich ja die letzte halbe Stunde einer Fahrt wie Kaugummi.) Doch kaum am vermeintlich gebuchten Chambre d’Hôtes angekommen, stellte sich heraus, dass mein ungutes Gefühl wegen der Buchung nicht falsch war: Die Buchung war nicht richtig durchgegangen und entsprechend nicht als „confirmé“** vermerkt. Die Unterkunft hatte uns nicht eingeplant und kein Zimmer mehr. Aber ein Telefonat und wir hatten wieder ein Zimmer.

Wo Andy Warhol vermutlich nicht gewohnt hätte***

Das Schöne am unfreiwilligen Umzug: Wir sind näher am Mont Saint Michel.

Ich werden noch Romantik-Profi.

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* Ja, das muss ich französisch schreiben, denn in Frankreich fährt eine Punkt 12h30 (bis 13h30 geht auch) einen Rastplatz an – am besten einen OHNE Tankstelle+ – und sucht sich okkupiert dort einen Pique-Nique-Tisch, um in Ruhe (!!!) zu essen.
+ Eigentlich ALLE Rastplätze, also auch die OHNE Tankstelle, haben in Frankreich Toiletten und gerade die ohne Tankstelle sind meistens so gelegen, dass von der Autobahn weg viel Grün ist und halt recht viele Pique-Nique-Bänke.

** bestätigt

*** Das Zimmer war wirklich gut!

12von12

Gelegentlich, wenn ich via Instagram und/ oder Twitter rechtzeitig daran erinnert werden, und ich denke, dass der Tag ausreichend Bildmaterial hergibt, versuche ich 12von12 mitzumachen. Nicht immer, denn es fällt mir schon ein bisschen schwer, drölf Millionen Kaffeetassenbilder und Essensbilder anzugucken (und zu posten).

Naja, heute mal wieder (nachdem ich im Januar das letzte Mal richtig mitgemacht hatte).

#1: Um 8h15 soll ich bei der Hautärztin zwecks Befund der gestanzten Muttermale anrufen. Ich habe extra den Wecker gestellt, aber zum Telefonieren nicht geduscht. Es ist ziemlich lang besetzt. Doch dann: Die Muttermale waren nur Muttermale.

#2: Während ich Heißgetränke für den RB und mich bereite, duftet mich das Palak Paneer von gestern Abend an. Das war seeehr lecker und ich bin kurz versucht, es zu frühstücken.

#3: Nach dem Frühstück kommt es zu einer kleinen Missstimmung wegen der Frühstücksteller. Naja, eigentlich nur wegen eines Frühstückstellers, der nämlich auf dem Tisch blieb, während der andere in die Küche getragen wurde.

#4: Ich blogge über das neuste Tattoo und höre dabei Musik – aus Gründen.

#5: Mein Mittagssnack sind die hellen Lakritze aus der kongenialen Lakritzmischung von Hema (vermutlich ist die bloße Nennung ja schon Werbung).

#6: Nachdem ich den ganzen Vormittag am Tisch gesessen habe, sind mir nun die Beine schwer und weil ich meine Kompressionsstrümpfe nicht finde, ziehe ich um ins BettOffice. Da kann ich die Beine ausstrecken.

#7: Weil die Nacht kurz war (ja, die Befundabfrage hat mir nicht nur wegen der Uhrzeit zu schaffen gemacht) und ich ja eh schon im Bett bin, mache ich die Augen zu und träume wild.

#8: Dann arbeite ich noch etwas, bevor ich mich fertig machen muss. Das neue Tattoo ist ob seiner Flächigkeit und der Stelle doch deutlich empfindlicher als die bisherigen und so muss ich es gut pflegen, damit ich mit ihm Radfahren kann: Nach dem Duschen erstmal mit dem Wundgel versorgen und dann Folienverband drauf, damit das T-Shirt nicht auf dem Tattoo reibt.

#9: Mit dem Fahrrad hole ich die Beste ab. Weil es warm ist und ich nicht so viel mitnehmen muss, nehme ich die Lenkertasche. Sieht zwar nicht so cool aus am Mountainbike, aber so muss ich keinen Rucksack schleppen.

#10: Die Beste ist noch nicht zu Hause und so kann ich einen kurzen Blick auf Frankfurts FreiBinnenGüterhafen werfen.

#11: Die Beste und ich machen, was eine so auf dem Märktchen macht: Was essen und Wein von Die Genussverstärker (Werbung) trinken.

#12: Nach Märktchenschluss lassen wir in lustiger Runde und bei einem vorgezogenen Mitternachtssnack den Abend ausklingen, bevor wir im Dunkeln zurückradeln.

Wie immer findet Ihr bei Draußen nur Kännchen noch mehr 12von12 finden sich diesmal nicht gesammelt bei Caro.

Ohne Sorgen

Höhö, diese Überschrift ist so platt, wie Sanssoucis kitschig ist. Aber gut. Wenn eine in Potsdam ist, sollte sie mal Sanssoucis gesehen haben.

Der RB und ich können nun sagen: „Wir haben Sanssoucis gesehen und waren auch im großen Park ‚lustwandeln‘.“ Vom Schloss durch den wirklich schönen Park zum Neuen Palais, an Schloss Charlottenhof vorbei und dann auch wieder raus. Joah, hübsch, zum Teil hübsch-hässlich, und vermutlich nichts, was ich mir nochmal ansehen möchte. Barock und Prunk sind nicht so meins (bzw. unsers).

Von da aus ging es wieder in die Innenstadt. Erstmal was essen. Dann die letzten Eindrücke sammeln:

Potsdam ist schon schön. Aber sehr geleckt. Ein bisschen zu geleckt und ein bisschen zu viel Disney-Kulisse. Das Preußisch-Militärische scheint auch viel durch – massige Bauten, große (Aufmarsch-)Plätze. Aber einer Stadt mit so viel Wasser und Grün (und einem Lakritzladen*) verzieht eine viel.

(Spätestens zum Ultrash XIII fahren wir wohl wieder hin.)

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* und einer Bar, in der es wirklich guten Gimlet gibt und in der Sven van Thom gespielt wird

Beeindruckend

Nachdem wir gestern spät im Bett sind, müssen wir heute früh raus.

Wir sind um 11h00 in Berlin zum Frühstück verabredet. Mit meiner Nichte, die da seit fast zwei Jahren lebt und wir uns bestimmt drei Jahre nicht gesehen haben.

Ich bin schwer begeistert, was für eine coole und taffe Frau aus ihr geworden ist. Und weil sie so cool und taff ist und noch deutlich engagierter als ich, kommt sie natürlich mit zur Demo.

Auf dem Weg zum Demostartpunkt nahe Alex.

Meine zweite Demo in Berlin. 12.000 wurden gezählt. Eine beeindruckende Zahl – auch (oder besonders) für Berliner Verhältnisse. Es gab gute Beiträge. Gute Transparente und Schilder. Und vor allem eine gute, insbesondere nicht aggressive Stimmung. Und ich hätte es wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn der RB und ich nicht hingegangen wären (und es ist ja nicht so, als hätte es kein Alternativprogramm gegeben*).

Dann ging es wieder zurück nach Potsdam. Mir hatte das Laufen in der Sonne zugesetzt und ich musste mich erstmal hinlegen. Der RB war zu heiß auf den 2. Tag vom Festival und ging schon mal vor. Ich ging erst gut zwei Stunden später hinterher.

Meine Beine und ich … das ist auch so ein Kapitel in meinem Leben.

Heute fanden die Konzerte draußen statt und ich kam rechtzeitig zu Band 3… Nunja, der Sound war gut, aber die Stimme der Frontfrau war (leider) nicht schön. Der RB und ich nutzten den Moment, um das Gelände zu erkunden.

So als Hochbeet find ich Autos gut**

Band 4 war laut, aber gut. Vorausgesetzt eine mag Punk/ Oi.

Brigadir spielte, bis es dunkel wurde, um zum letzten Song Pyros zu zünden.

Der krönende Abschluss – für mich und aus meiner Sicht auch fürs Festival – waren Rhoda Dakar & The Chancers.

Eine beeindruckende Lady des 2Tone (und sie hatte so tolle Schuhe an)

Deutlich früher und deutlich weniger betrunken als am Tag davor gingen wir ins AirBnB, um für den nächsten Tag und das nächste Abenteuer fit zu sein.
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* Fußballspiel

** Keine Diskussion über Öl, Metal, Gummi etc.

K6/F1

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Festival war. Die großen bekannten meide ich ja wie der Teufel das Weihwasser und gehe eigentlich nur auf – am liebsten kleine – Konzerte.

Aber dann kam der RB mit dem Ultrash-Festival ums Eck und dass er da gerne hinwolle. Und weil mir die Musik zusagte, es nicht groß erschien (eher wie zwei Tage Konzert), es in den Ferien und der Kindfrei-Zeit lag, entschied ich, mitzufahren. Dass es in Potsdam stattfand, war ein zusätzlicher Pluspunkt.

Nachdem ich die Lage in der brandenburgischen Landeshauptstadt ein klitzekleines bisschen sondiert hatte, buchten wir die Reise. Ja, Punk ist nicht tot, aber alt und fliegt zum Konzert und hat ein AirBnB.

Wir fliegen verspätet, weswegen ich den Flug nicht genießen kann, denn um 12h00 sollten wir gelandet sein. Um 12h00 startet der VVK für das Frankfurter Feine-Sahne-Fischfilet-Konzert. Um 11h30 starten wir erst. Zum Glück ist das Konzert nicht so schnell ausverkauft und als wir in Berlin sind haben wir die gewünschten 3 Tickets.

Wir nehmen den Bus zum Bahnhof Zoo und treffen uns mit einer Tweep.

Ich mag TweepMeets.

Dann geht’s nach Potsdam: Wohnung beziehen, Kleinkram besorgen, fertig machen und auf zum Festival-Gelände.

Die Konzerte sind in der Halle und so bekommen wir Band 1 nicht richtig mit, weil es draußen so entspannt ist und wir quatschen.

Band 2 ist so gar nicht meins und auch den RB zieht es nicht rein.

Aber wegen Band 3 und 4 sind wir ja vor allem gekommen.

Noch ein kleiner Weit-nach-Mitternachtssnack

Und dann müssen wir schnell schlafen, denn der nächste Tag wird voll und lang und beginnt recht früh.

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* Ich vertrag es einfach nicht mehr.