Ohne Sorgen

Höhö, diese Überschrift ist so platt, wie Sanssoucis kitschig ist. Aber gut. Wenn eine in Potsdam ist, sollte sie mal Sanssoucis gesehen haben.

Der RB und ich können nun sagen: „Wir haben Sanssoucis gesehen und waren auch im großen Park ‚lustwandeln‘.“ Vom Schloss durch den wirklich schönen Park zum Neuen Palais, an Schloss Charlottenhof vorbei und dann auch wieder raus. Joah, hübsch, zum Teil hübsch-hässlich, und vermutlich nichts, was ich mir nochmal ansehen möchte. Barock und Prunk sind nicht so meins (bzw. unsers).

Von da aus ging es wieder in die Innenstadt. Erstmal was essen. Dann die letzten Eindrücke sammeln:

Potsdam ist schon schön. Aber sehr geleckt. Ein bisschen zu geleckt und ein bisschen zu viel Disney-Kulisse. Das Preußisch-Militärische scheint auch viel durch – massige Bauten, große (Aufmarsch-)Plätze. Aber einer Stadt mit so viel Wasser und Grün (und einem Lakritzladen*) verzieht eine viel.

(Spätestens zum Ultrash XIII fahren wir wohl wieder hin.)

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* und einer Bar, in der es wirklich guten Gimlet gibt und in der Sven van Thom gespielt wird

Beeindruckend

Nachdem wir gestern spät im Bett sind, müssen wir heute früh raus.

Wir sind um 11h00 in Berlin zum Frühstück verabredet. Mit meiner Nichte, die da seit fast zwei Jahren lebt und wir uns bestimmt drei Jahre nicht gesehen haben.

Ich bin schwer begeistert, was für eine coole und taffe Frau aus ihr geworden ist. Und weil sie so cool und taff ist und noch deutlich engagierter als ich, kommt sie natürlich mit zur Demo.

Auf dem Weg zum Demostartpunkt nahe Alex.

Meine zweite Demo in Berlin. 12.000 wurden gezählt. Eine beeindruckende Zahl – auch (oder besonders) für Berliner Verhältnisse. Es gab gute Beiträge. Gute Transparente und Schilder. Und vor allem eine gute, insbesondere nicht aggressive Stimmung. Und ich hätte es wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn der RB und ich nicht hingegangen wären (und es ist ja nicht so, als hätte es kein Alternativprogramm gegeben*).

Dann ging es wieder zurück nach Potsdam. Mir hatte das Laufen in der Sonne zugesetzt und ich musste mich erstmal hinlegen. Der RB war zu heiß auf den 2. Tag vom Festival und ging schon mal vor. Ich ging erst gut zwei Stunden später hinterher.

Meine Beine und ich … das ist auch so ein Kapitel in meinem Leben.

Heute fanden die Konzerte draußen statt und ich kam rechtzeitig zu Band 3… Nunja, der Sound war gut, aber die Stimme der Frontfrau war (leider) nicht schön. Der RB und ich nutzten den Moment, um das Gelände zu erkunden.

So als Hochbeet find ich Autos gut**

Band 4 war laut, aber gut. Vorausgesetzt eine mag Punk/ Oi.

Brigadir spielte, bis es dunkel wurde, um zum letzten Song Pyros zu zünden.

Der krönende Abschluss – für mich und aus meiner Sicht auch fürs Festival – waren Rhoda Dakar & The Chancers.

Eine beeindruckende Lady des 2Tone (und sie hatte so tolle Schuhe an)

Deutlich früher und deutlich weniger betrunken als am Tag davor gingen wir ins AirBnB, um für den nächsten Tag und das nächste Abenteuer fit zu sein.
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* Fußballspiel

** Keine Diskussion über Öl, Metal, Gummi etc.

K6/F1

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Festival war. Die großen bekannten meide ich ja wie der Teufel das Weihwasser und gehe eigentlich nur auf – am liebsten kleine – Konzerte.

Aber dann kam der RB mit dem Ultrash-Festival ums Eck und dass er da gerne hinwolle. Und weil mir die Musik zusagte, es nicht groß erschien (eher wie zwei Tage Konzert), es in den Ferien und der Kindfrei-Zeit lag, entschied ich, mitzufahren. Dass es in Potsdam stattfand, war ein zusätzlicher Pluspunkt.

Nachdem ich die Lage in der brandenburgischen Landeshauptstadt ein klitzekleines bisschen sondiert hatte, buchten wir die Reise. Ja, Punk ist nicht tot, aber alt und fliegt zum Konzert und hat ein AirBnB.

Wir fliegen verspätet, weswegen ich den Flug nicht genießen kann, denn um 12h00 sollten wir gelandet sein. Um 12h00 startet der VVK für das Frankfurter Feine-Sahne-Fischfilet-Konzert. Um 11h30 starten wir erst. Zum Glück ist das Konzert nicht so schnell ausverkauft und als wir in Berlin sind haben wir die gewünschten 3 Tickets.

Wir nehmen den Bus zum Bahnhof Zoo und treffen uns mit einer Tweep.

Ich mag TweepMeets.

Dann geht’s nach Potsdam: Wohnung beziehen, Kleinkram besorgen, fertig machen und auf zum Festival-Gelände.

Die Konzerte sind in der Halle und so bekommen wir Band 1 nicht richtig mit, weil es draußen so entspannt ist und wir quatschen.

Band 2 ist so gar nicht meins und auch den RB zieht es nicht rein.

Aber wegen Band 3 und 4 sind wir ja vor allem gekommen.

Noch ein kleiner Weit-nach-Mitternachtssnack

Und dann müssen wir schnell schlafen, denn der nächste Tag wird voll und lang und beginnt recht früh.

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* Ich vertrag es einfach nicht mehr.

Einig und einfach

Das war einfach. Einfach und erfreulich entspannt. Diese Schottlandreiseplanung mit dem RB. Klar, er hat Vorgaben gemacht, weil er sich bestimmte Whisky-Destillerien* angucken möchte – also wenn möglich von außen UND innen. Ich mag Whisky, war auch schon mal in einer Destillerie und Schottland ist eh toll**. Und als sich dann auch noch herausstellte, dass New Model Army im anvisierten Zeitraum in Glasgow spielen werden, freute ich mich noch mehr auf den Urlaub.

Dank und mit GoogleMaps konnten wir einfach die Route planen. Der RB zeichnete Destillerien ein, die er sehen wollte. Ich zeichnete Brücken ein, die ich sehen wollte. Das waren die beiden Fixpunkte, die die Route maßgeblich bestimmten – neben dem Termin*** in Glasgow für das Konzert. Dann recherchierten wir Übernachtungsmöglichkeiten bzw. befragten das Internet nach Empfehlungen.

Wir waren uns erfreulich einig mit allem. Auch als mir irgendwann die Idee kam, die Route nicht rechtsrum, sondern linksrum zu fahren. Dann kam die Frage auf, ob wir wirklich mehr als eine Nacht in Glasgow bleiben wollen. Nein. Route wieder geändert. Wir buchten die erste Unterkunft, der RB ganz allein**** die zweite. Dann guckten wir zusammen nach Unterkunft drei.

Und während wir heute Unterkunft vier, fünf und sechs***** fix machen wollten, guckten wir so auf die Route und die Destillerien und waren etwas genervt von den BnB, die sich uns so in dem einen Übernachtungsort boten und stellten fest, dass Einzelübernachtungen ja eh doof sind, und änderten nochmal zwei Übernachtungsorte.

Aber nun ist alles fix und wir werden in folgenden Orten übernachten: Glencoe, Tain, Wick, Muir of Ord, Glasgow, Perth.

Hochprofessioneller Screenshot******

Hauptsächlich in BnB, aber auch einmal in einer Ferienwohnung und einmal im Hotel. Die Strecke zwischen den Orten ist insgesamt 1.108 Kilometer lang – Abstecher und Tagestouren noch nicht inklusive.

Auch nicht miteingerechnet sind die vermutlich vielen Kilometer zu Fuß, wenn wir im Nordosten bzw. an der Ostküste sind, die ich zurücklegen werde, um Puffins zu sehen. Ich habe schon zum RB gesagt: „Ich verlasse Schottland erst, wenn ich Puffins gesehen habe.“

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* Nein, es heißt nicht Destille(n)

** Ich war bislang nur 1997 da.

*** Der nicht ganz optimal liegt, aber gut.

**** Wir hatten schon mal zusammen ein paar in dem Ort rausgesucht, aber eben nichts gebucht.

***** Und eigentlich sieben, aber die siebte entfiel wegen Zusammenlegung auf anderen Ort.

****** Über die Drucktaste von der Tastatur geht es bei mir nicht. Also Bild vom Bildschirm.

Huch, die Bahn streikt?!

Und ich sagte noch vor Monaten – so vor drei – zum Kv: „Es macht doch nicht so wirklich viel Sinn, wenn Du am 14.6. zum Geburtstag vom midi-monsieur kommst, wenn am 23.6. schon die Ferien anfangen.“ Aber er wollte kommen. Wir diskutierten hin und her mit dem Resultat: Wenn er zum Geburtstag kommt, könne er nicht 10 Tage drauf wieder kommen, um das Kind zu holen. Ach?! Ob ich das Kind nach Paris bringen könne. Hmhm, eigentlich bringe ich das Kind ungern. Denn das bedeutet, dass der Kv ihn bis Frankfurt zurückbringt und dann braucht der midi-monsieur meist noch länger, um den Papa-Jetlag zu überwinden. Zähneknirschend stimmte ich zu, sagte aber direkt, dass ich das Kind dann trotzdem abholen würde, er aber dafür zahlen müsse. Ja, okay.

Wir halten also fest: ICH bringe das Kind nach Paris, weil der Kv zum Geburtstag kommt. Naja, kommen wollte. Vielleicht. Oder auch nicht. Denn vor knapp vier Wochen hatte er noch nicht für den Geburtstag gebucht. Hmhm, der Kv hat mir erst kurz vor Weihnachten vorgehalten, wie blöd es – finanziell – sei, erst kurzfristig die Zugfahren zwischen Frankfurt, Paris und seinem Dorf in der falschen Bretagne zu buchen. Und Weihnachten war es nicht anders möglich, aber der Geburtstag vom midi-monsieur ist jedes Jahr am gleichen Darum (ja, Weihnachten auch), das kann sechs Monate im Voraus gebucht werden.

In zehn Tagen hat das Kind nun Geburtstag und ich wusste immer noch nicht, ob der Kv nun kommt oder nicht, und erlaubte mir nachzufragen:

Ihr werdet es ahnen: Der Kv kommt nicht. Die Bahn würde streiken und deswegen könne er nicht kommen.*

Wenn selbst ich auf Deutsch problemlos Infos zum Streik*** in Frankreich finden… (Quelle: https://de.oui.sncf/de/train/streik)

Der midi-monsieur reagiert da erfreulich entspannt drauf**, dass sein neunter Geburtstag der erste sein wird, an dem sein Vater nicht dabei ist. Ich hoffe, dass der Kv sein Versprechen einhält, dass der Geburtstag in Frankreich groß nachgefeiert wird.

Und ich freue mich darauf, dem Kind einen schönen Tag bereiten zu können – so wie er es sich wünscht. Mit seinem besten Kumpel spielen. Kuchen essen. Zum Aikido gehen.

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* Das die französische Bahn streikt ist natürlich auch total neu und auch absolut unangekündigt. Darauf kann sich eine nun wirklich nicht einstellen.

** Und ich bin ganz froh drum, denn ich finde die Besuche vom Kv am Geburtstag des midi-monsieurs immer doppelt anstrengend und das Kind scheint es auch zu stressen.

*** Natürlich wird an dem Tag gestreikt, an dem ich das Kind nach Paris bringen werde. Schauen wir mal, wie das noch endet.

Zu Hülf

Naja, das klingt jetzt etwas dramatischer, als es ist: Vielmehr freue ich mich, wenn Ihr mir gute Tipps geben könnt. Denn es ist ja so, dass der RB und ich in Urlaub bzw. auf Dienstreise (also er Dienst, ich Reise) fahren.

Im Juli geht es zum Urlauben in die Bretagne

Da, wo das Häuschen ist, ist unser Standort.

Wo wir übernachten, steht schon fest. Aber vielleicht hätte die eine oder andere von Euch einen Tipp, …
… wo wir gut essen können
… was wir uns unbedingt anschauen sollten.

Für unsere Rundreise durch Schottland im Oktober können wir auch noch Tipps gebrauchen …

Die Route ist fix und vorgegeben durch die Destillen, die der RB besichtigen will.

… und zwar für Übernachtungsmöglichkeiten in

B) Pitlochry (oder Umgebung)
C) Tain oder Dornoch (oder Umgebung, aber nicht Inverness)
D) Thurso oder Wick (oder Umgebung)
E) Irgendwo am Ben Nevis (Fort William, Glencoe)
F) Glasgow

Gerne auch Pubs, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in den genannten Orten (oder näheren Umgebung) oder auf der Stecke.

Vielen Dank! Merci beaucoup! Thanks a lot!

A und O

Gesehen im tiefsten Saarland; da, wo es kein Netz gibt und wo sich Fuchs und Hase gut‘ Nacht wünschen:

Und hübsche Gewächse:

Wein ist ja dann doch eher organisch 😉

Sehr üdüllisch da im Land von Lyoner und Schwenker, aber ich war froh, als wir bei Mainz wieder dauerhaft* auf Zivilisation trafen.

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* Klar gibt es Kaiserslauern auf der Strecke**, aber die A63 ist – mal abgesehen von den darauf fahrenden Autos – tot. Da ist nichts. KEIN EIN.ZI.GER RAST.HOF. Was meiner Laune auf der Hinfahrt nicht sonderlich zuträglich war.

 

** Da gibt es sogar einen Möbelschweden, wo der RB und ich nun auch diese Beziehungshärteprobe bestanden haben.

Sonntags

… wird eine früh um 7h25 mit Tee am Bett geweckt.
… dreht sich eine noch ein paar Mal um, bis um 8h30 der Wecker klingelt und das Kind am Bett steht.
… mahnt eine den midi-monsieur, sich fertig zu machen, den Rucksack zu packen und zu frühstücken.
… fährt eine in einem Elefantenrollschuh Smart nach Heidelberg.

Joah, die Versetzung des Mittelstreifen hat’s voll gebracht.

… guckt eine dem Kind 3 Stunden beim Rugbyspielen zu.

… freut sich über das gute Wetter.
… fährt eine durch den schöneren Teil Heidelbergs zurück (mit Blick aufs Schloss) und versteht immer noch nicht, was alle Welt an Heidelberg so toll findet.
… nutzt eine die südlicheren Gefilde, um die ersten leckeren Erdbeeren der Saison (und badischen Spargel) am Straßenrand zu kaufen.

1-kg-Körbchen, von dem das Kind ca ein Drittel wähhrend der Fahrt verputzte und dann den Rest der Fahrt im Erdbeerkoma war.

… ist eine dann auch wieder froh, zu Hause zu sein und von der ersten leckeren Melone der Saison zu kosten.

… lassen der RB und ich den Tag bei Whisky und Erdbeeren auf dem Balkon ausklingen.

Sonnenglas an Leuchtbirne

Blutdruckmittel

Freitag, 13h55, kurz bevor die Veranstaltung anfängt, gucke ich auf mein Handy. Es blinkt: Anruf in Abwesenheit. Vom Hort. Ich gehe diverse Notfallszenarien durch, denn viel kann ich ja von Potsdam aus nicht ausrichten, und rufe zurück. Ob der midi-monsieur mit auf einen Ausflug könne. Mir erschließt sich nicht, warum ich deswegen angerufen werde. Zumal das Kind ja weiß, dass er bis Ende im Hort bleibt. Und was bis dahin da passiert, ist mir gewissermaßen egal, denn beeinflussen kann ich es ja eh nicht.

Samstag, 13h00, ich sitze mitten in der Veranstaltung, ruft eine Rugby-Mom an. Als ich nicht drangehe, schickt sie mir eine Sprachnachricht. Orrrr. Ich fürchte, dass dem Kind was beim Spiel passiert ist. 20 Minuten später höre ich sie ab: Sie ist auf dem Weg zum Verein. Joah, ich bin halt noch in Potsdam.

Samstag, 14h02, die Veranstaltung ist zu Ende, ich sitze in der Sonne. Nachricht vom Rugbykumpelvater: Ich solle mich bitte melden. Sehe sie um 14h12 und denke: „Jetzt ist doch was passiert“ und rufe zurück. Der Rucksack vom midi-monsieur ist am Pitch verschwunden. Dadrin halt Schlüssel für Zuhause und das Rad. Die Babysitterin ist aber auch schon da: Sie nimmt das Kind mit zu sich. Gut, klingt nach ner probaten Lösung.

Samstag, 14h16, weitere Nachricht vom Rugbykumpelvater: Der Rucksack ist wieder da.

Na, halleluja, mein Blutdruck ist zwar niedrig, aber mit sowas muss er auch nicht gepusht werden. Gut, dass ich jetzt wieder alles vor Ort regeln kann.