Jetlag

Natürlich war mir – so rein vom Verstand – klar, dass der Übergang vom (zu) langen Kv-Aufenthalt wieder in den schnöden Alltag mit mir nicht so easy-peasy sein wird. Und war es nach den letzten Papa-Zeiten neben den sehr weit interpretierten Ferienschlafzeiten eher das Papa-Vermissen, das uns zu schaffen machte, ist es wohl diesmal die (zu) lange Trennung von mir.

Und ich stecke in einem Dilemma. Ich bin die Tochter meines Vaters eine latente Eremitin und gewöhne mich schnell an den Zustand des Alleinseins – vor allen Dingen daran, dass nicht dauerhaft jemand an mir rumzusselt. Ich habe ein durchaus sehr innige Beziehung zum midi-monsieur. Und ich finde das auch gut so. Aber ich bin auch froh, dass der midi-monsieur immer selbstständiger wird und so haben wir in unserem Alltag eine – für uns beide – gute Mischung zwischen (körperlicher) Nähe und Eigenständigkeit.

Nun also sucht der midi-monsieur Nähe, viel Nähe. Und ich will, dass UNSER Alltag einfach wieder so funktioniert, wie er vor der Papa-Zeit funktioniert hat.

Und dadurch, dass diese beiden Pole an mir zerren, hänge ich zwischen dem „Druck“, meinem Kind – so wie es sich für eine erwachsene Mutter gehört – zu geben, was er will/ braucht, und meinem Wunsch bzw. Bedürfnis, authentisch zu bleiben. Dieses Kind hat so empfindliche Antennen, dass er sicherlich spürt, wenn ich etwas nicht aus mir heraus mache. Aber ich will auch nicht, dass er seine Bedürfnisse zurücksteckt.

Wir müssen wohl beide wieder im Alltag ankommen.

Tagesbilanz

  • 1,5 Stunden Schlaf
  • 0,75 fertigen Text
  • viele gestellte und beantwortete Fragen
  • 1 Latte Macchiato, 1 Green Tea Lemonade, 1 L Wasser
  • 0,5 Bagel natur, 0,5 Zimzbrötchen, 1 Foccacia, 0,5 Fruchtriegel
  • 11 km Fußmarsch durch Paris

    Und bei der etwas suboptimalen Bilanz kann ich abends um 19h20 ziemlich ungehalten reagieren, wenn das Boardrestaurant, auf das der midi-monsieur und ich uns verlassen hatten, nicht geöffnet ist und das Boardbistro nur ein minimales Angebot hat.

    Es war die Nachtigall …

    … ähm … nein, es war die Lerche. Um genau zu sein, waren (sind) es fünf Lerchen. Und um ganz genau zu sein fünf Leipziger Lerchen.

    Die Leipziger Lerche ist eine Gebäckspezialität aus Leipzig, dessen Name an die früher in Leipzig als kulinarische Delikatesse insbesondere zu Festtagen verzehrten Singvögel erinnert. Erfunden wurde das Gebäck nach dem offiziellen Verbot des Vogelfangs im Stadtgebiet 1876. Findige Bäcker kreierten aus Mürbeteig, Mandel, Nüssen und Erdbeerkonfitüre einen kulinarischen Ersatz. Die vereinfachte Form ahmt die Form der Vögel nach. Das Kreuz auf dem Gebäck sind die Bänder, die damals zum Zubinden der gefüllten Tiere verwendet wurden.

    Weil ich ja einen kleinen Hau habe, habe ich, als ich für einen Arbeitstermin in Leipzig war, bei vier verschiedenen Bäckern fünf Lerchen gekauft und alle fünf getestet (börps, nun ist mir schlecht).

    Von 1 Uhr bis 11 Uhr: Lerchen von Erntebrot, Lukas, Wiener Feinbäcker, Kleinert (Pistazie), Kleinert (traditionell)

    Von der Bäckerei Kleinert habe ich eine Pistazien- und eine traditionelle Lerche mitgenommen. Die waren beide ganz gut und hatten beide Kirschkonfitüre am Boden. Die Pistazien-Lerche schmeckte allerdings nich sehr pistazig und war ziemlich mächtig. Sie hatte – wie auch die traditionelle – viel Füllung. Die traditionelle war etwas trocken und die Füllung schmeckte nicht so marzipanig.

    Die Lerche von Erntebrot war so gar nix. Ich weiß auch nicht, ob die sich wirklich Lerche nennen dürfen sollten. Zum einen war das Kreuz nicht gut erkennbar. Dann fehlte jedwede Marmelade ganz. Und eigentlich bestand sie nur aus Teig – also keine marzipanige Füllung.

    Auch die Bäckereikette „Wiener Feinbäckerei“ bietet in Leipzig Lerchen an. Optisch mit am hübschesten. Allerdings war sie sehr teigig und (dadurch) ziemlich trocken. Die Marmelade (Erdbeere) war ein feiner Strich in der Füllung.

    Die für mich beste Lerche habe ich bei Lukas erstanden. Sie hat sehr viel Füllung, die sehr marzipanig ist. Als Frucht-Einlage dient eine Amarena-Kirsche am Boden. Auch wenn sie mir fast ein bisschen zu marzipanig war, war sie geschmacklich am rundesten.

    Technik-Sumpf

    Nachdem ich heute 6 Stunden im Zug saß, um 4 Stunden in Leipzig zu sein, war ich am Abend beim Heimkommen so k.o., dass ich nur noch ein Lahmacun essen und dabei eins-zwei Folgen der 5. Staffel House of Cards gucken wollte. Aus Gründen läuft Sky nicht direkt auf meinem smarten Fernseher und so wollte ich meinen Laptop per HDMI-Kabel mit dem TV-Gerät verbinden. Was aber nicht ging und mich schier verrückt machte. Ich fing an Treiber zu installieren, besann mich auf meinen alten Rechner, der sich mit dem Fernseher problemlos verband, macht House of Cards an, installierte weiter diverse Treiberupdates für den nun nicht mehr ganz so neuen Rechner. Guckte parallel House of Cards. Dann packte ich das beim Nachhausekommen schnell noch eingesammelte Paket aus. Tadaaaa: Das neue smarte Phone ist da. Und weil ich sowas schlecht liegen lassen kann, musste ich es auspacken. Dann fand ich den USB-Connector in der Packung. Ja, mit so kleinem technischen Schickschnack kann man mich ködern. Das musste getestet werden. Und so richtete ich auch noch schnell das neue Phone ein – ich Monk habe die Apps ja (fast) wieder genauso angeordnet, wie schon auf dem bisherigen Handy.

    Ob der Laptop nach den vielen Updates nun endlich wieder via USB-Kabel mit dem Handy und via HDMI mit dem Fernseher kommunizieren kann und ob ich mit dem neuen Telefon auch telefonieren kann (Sim-Karte muss noch eingesetzt werden), teste ich dann aber doch erst morgen.

    Wir haben ja nichts

    Vor allem habe ich kein Foto von außen gemacht. Was vermutlich daran lag, dass wir dank Wetter, Stau und Zoll viel später dran waren als geplant und auch erst kurz vor knapp – wenn auch pünktlich – bei der Führung waren.

    Aber von vorne:

    Ich finde ja Hochhäuser toll. Und noch toller spannender von innen. Leider darf man ja nur in die wenigsten rein. Daher muss man ja jede Gelegenheit nutzen, die sich so bietet. Warum also nicht mal in das höchste Hochhaus der Schweiz linsen und mal gucken, wo Frau Brüllen arbeitet. Aber auch sonst bin ich ja nicht komplett ohne Verbindung zur Pharmabranche.

    Die Führung war sehr interessant. Ein tolles Gebäude. Ich würde auch sagen, dass es schon typisch Schweizerisch ist – insbesondere vom Innendesign her. Recht klar, sehr hochwertig, durchdacht und etwas kühl (aber noch angenehm).

    Bilder durften nur in der Lobby und im 38. Stock gemacht werden:

    Inversion als verbindendes Element

    Achja, ein Bild von außen habe ich doch noch gefunden*

    Dem Kind und mir hat es sehr gefallen. Und bei Familie Brüllen zu nächtigen, Pizza zu essen und eine Runde Pokémons zu jagen hat uns auch sehr gefallen. (Ich war ja ein bisschen froh, dass wir uns schon bei der Gartyparty in Echt kennengelernt hatten.)

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    * Aufgenommen im Oktober 2015 vom Zug aus.

    Blauäugig

    Möglicherweise war es etwas blauäugig zu glauben, dass an einen Montag der Europa Park (da fehlt ein Bindestrich) weniger bevölkert sein würde. Wobei blauäugig dabei auch war, der Überzeugung zu sein, dass ja erst in drei Bundesländern Sommerferien sind (obwohl schon in acht Bundesländern Ferienzeit ist). Blauäugig war möglicherweise auch die Nähe zu Frankreich (wobei die noch keine Ferien haben) und zur Schweiz zu unterschätzen. Auch habe ich etwas blauäugig die Weitläufigkeit des Europa Parks (da fehlt immer noch ein Bindestrich) unterschätzt, als ich dachte: „Ach, von 9 bis 20h00 sind’s 11 Studen. Da werden wir wohl das Meiste sehen können.“ Heute war der Park allerdings nur bis 19h00 auf und wir waren auch erst gegen 9h30 drin.

    Aber ein bisschen was haben wir ja doch erlebt:

    Diese Diashow benötigt JavaScript.

    • EP-Express
    • Dancing Dingie
    • Limerick Castle (nur der midi-monsieur)
    • Dschungel-Floßfahrt
    • Arthur
    • Wurzelrutschen (nur der midi-monsieur)
    • Poppy Towers
    • Tiroler Wildwasserbahn
    • Wodan – Timburcoaster
    • Whale Adventures
    • Koffiekopjes (nur der midi-monsieur)
    • Historama
    • Euro-Mir
    • Raumstation Mir
    • Traumzeit-Dome
    • Panoramabahn
    • Volo da Vinci
    • EP-Express
    • Alpenexpress (Coastiality-Variante)
    • Wiener Wellenflieger (nur der midi-monsieur)
    • Fjord Rafting
    • Schweizer Bobbahn

    Und wenn ich den midi-monsieur nicht zur Arthur-Bahn (die echt nett gemacht ist) genötigt hätte, wären wir vermutlich in gar keine Achterbahn gestiegen. Allerdings war unser Bedarf an vielen Gs nach der Euro-Mir gedeckt und wir verzichteten gerne darauf, uns am blue fire Megacoaster anzustellen. Der Silver Star kam ja – leider, leider *hüstel* – nicht für uns infrage.

    Aber insgesamt war es ein wirklich toller Tag. Sowohl der midi-monsieur als auch ich sind mehrmals über unsere Schatten gesprungen. Das war gut für jeden von uns, aber auch für uns zusammen.