Ertappt

Manchmal ertappe ich mich ja bei dem Gedanken, wenn ich ein bisschen mehr wäre wie z.B. Frau Brüllen, dann sähe es bei uns wie geleckt deutlich ordentlicher aus. Und dann las ich von des Vrouvels lebenslanger To-Do-Liste, ohne dessen Abarbeitung noch nicht mal lesen ohne schlechtes Gewissen drin ist. (Vielleicht Lesen einfach mit auf die Liste schreiben.)

Und dann las ich den Thread, der sich aus des Vrouwels Tweet ergab. Ich las die Diskussion zwischen ihr, Frau Brüllen und Frau Rabe, während ich hochgradig prokrastinierend auf dem Sofa lag; ein halbes Auge schielte stets auf die Wäsche, die abgehängt werden könnte, ein anderes halbes Auge schielte in die Küche, die sich leider nicht von alleine aufräumt und im Hinterkopf meldete sich die gewaschene Wäsche, die noch aufgehängt werden muss. Parallel diskutierte ich noch auf anderen Kanälen über die Vormachtsstellung Deutschlands in Europa. Muss halt auch mal sein.

Und ich weiß auch, dass ich natürlich viel mehr schaffen könnte, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den Preis zahlen kann und will. Mit meinen derzeitigen Energiehaushaltsstrategien läuft es eigentlich ganz gut. Hier und da wird es mal eng. Das liegt dann vor allem am Job.

Meine „goldene Regel“, weil bei mir halt insbesondere „Wenn ich es nicht mache, macht es halt keiner“ gilt, lautet: Keine Balanceakte am Abgrund (den ich kenne), denn wenn ich ausfalle, bricht alles zusammen.

Bedeutungstripel

Na sowas, da dachte ich, ich hätte über Tattoo 1 und 2 etwas mehr geschrieben. Aber tja, wohl nicht. Also nutze mich mal Frau Brüllens Frage für einen Blogpost.

Tattoo 1 ist MEIN Tattoo. Wie ich schon schrieb, wusste ich, seit ich 14 Jahre alt war, dass ich an der Stelle, an der es ist, ein Tattoo haben möchte. Ein Zeit lang liebäugelte ich mit einen Tribal über den ganzen unteren Unterbauch – also so, dass es immer vom Slip verdeckt wäre. Aber irgendwie war mir das zu „banal“. Immer mal wieder dachte ich im Hinterkopf darauf rum, aber DAS Motiv kam mir nicht.
Als 2015 alles im Umbruch war, kam mir auf einmal die Idee für mein Tattoo. Und ich beschloss, dass ich es mir stechen ließe, wenn das mit der Freiberuflichkeit ein Jahr gut ginge. Außerdem hatte ich so genug Zeit, mir des Motives wirklich sicher zu sein.
Und ich war mir nach anderhalb Jahren, als endlich der Termin anstand, immer noch sehr sicher, dass ich ein Testosteron-Molekül haben will.
Und warum Testosteron?! Das ist vielschichtig und es darf gerne jede*r eigene Interpretationen anstreben. Es hat auf jeden Fall schon was mit meinem Charakter und Persönlichkeit zu tun (letztens wurde ich mit „bullying“ charakterisiert. Ich lass das mal so stehen.). Aber es steht auch dafür, dass ich als Single-Mom keine Mann brauche, um stark zu sein. Meine Stärke kommt aus mir heraus. So wie jede Frau halt auch Testosteron produziert. Und nicht zuletzt ist es eine naturwissenschafliche Reminisenz.

Das zweite Tattoo ist einfacher: Das L auf dem Finger steht für den midi-monsieur, dessen Name mit L anfängt. Ich fand den ganzen Namen oder sein Geburtsdatum als Tattoo nicht so toll und ein Porträt noch viel schlimmer. Das L ist – für die noch persönlichere Note – seine Handschrift. Die Platzierung ist auch nicht willkürlich: Es ist DER Finger.

Das neuste Tattoo ist ein Datum. Es ist kein Geburtsdatum. Von wem auch?! Die, die ich mir merken muss bzw. will, passen gerade noch ins Hirn; für alle andere habe ich diverse Kalender.
Ich glaube zwar nicht, dass ich dieses Datum* (bzw. Tag) vergessen werde. Aber das Tattoo soll eine Mahnung, eine Erinnerung sein. Eine, die mir immer wieder – auch vielleicht in unpassenden Momenten – ins Auge fallen wird. Und vielleicht vermutlich nicht nur mir.
Ich habe es bewusst in römischen Zahlen gestaltet (ist komplett mein eigener Entwurf), damit es nicht so offensichtlich ist. Und es scheint zu funktionieren.
Da ich die Zahlen nicht nackig stehen lassen wollte, habe ich noch eine Sonne (für mein anstrengend sonniges Gemüt meinen nicht tot zu kriegenden Optimismus) und einen Luftballon (für Leichtigkeit und Freiheit) quasi als Punkte integriert. Ich wollte Symbole, die positiv und nicht martialisch (Faust, Stinkefinger) wirken.

Leider war der Springer zu filigran, als dass er gut auf der Haut ausgesehen hätte.

Was ich nicht bedacht hatte, war, dass ich ja Muskeln im Arm habe. Dadurch sieht das Tattoo je nach Bewegung und Muskelanspannung immer etwas anders aus.

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* Interessanterweise hat das Datum, allerdings nicht mit dem gleichen Jahr**, auch für den Kv eine besondere Bedeutung***.
** Also vielleicht hat es auch DIESES Datum eine Bedeutung für ihn. Oder zumindest irgendwas bei ihm hinterlassen, aber das weiß ich nicht.
*** Was sicherlich mit ein Grund für seinen absolut unkontrollierten Ausbruch damals war. (Grund! keine Entschuldigung!)

Sag niemals nie

Hmhm, ich mag ja keine absoluten Aussagen – also nie, immer, alle(s), nichts – und ich habe auch keines diese Wörter benutzt, aber so ein bisschen absolut klang es doch schon:

Denn interessanterweise kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, mir die Arme tätowieren zu lassen.

Und ich rudere hiermit offiziell zurück, denn seit heute habe ich mein erstes Arm-Tattoo. (Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte sein wird, denn ich habe für den anderen Arm auch schon eine Motividee… wobei „Idee“ auch etwas lapidar ist, denn es steht in meinem Kopf schon fest.)

Mein ursprünglicher Platz am Arm ging nicht und so musste es versetzt werden. Aber mir ist es wichtig, dass ich es – sofern ich nicht lange Ärmel anhabe – sehen kann. Ich denke, dass ich es irgendwann mal in ein weiteres Tattoo einbetten lassen werden, aber erstmal darf und muss es alleine wirken.

Mit diesem Tattoo ist nun das Bedeutungstripel voll. Die nächsten Tattoos werden nur noch für den Spaß gestochen. 😀

Schall und Rauch

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich darüber schon mal gebloggt habe, aber ich finde nichts. Naja, manchmal denke ich auch sehr laut.

Heute gab es eine interessante Diskussion auf Twitter, deren Ursprung in einem Tweet von Journelle lag:

Ich habe dazu eine sehr eigene Meinung (haha): Jede soll die Namensentscheidung so treffen, wie sie für sich am besten passt. (Und damit wäre der Post zu Ende.)

Zwei Replies fand ich besonders aufschlussreich:

und

Gerade zweiteren finde ich sehr klug. Denn irgendwie sind wir mal wieder bei „Frauen erklären Frauen, wie sie zu sein und was sie zu tun oder lassen haben“. Dazu gab es neulich eine ähnliche Diskussion, in der es um Frauen ging, die für die Familie den Job aufgaben und bei Scheidung vor dem Nichts stehen. Was ich – weil ich es in der Familie bereits so erlebt habe – wirklich schlimm finde. Aber wir reden hier über erwachsene Frauen, die die Möglichkeit haben (gehabt hatten) sich zu informieren. Ich bin da etwas abgebrüht und sage: Wer es nicht tut, hat halt erstmal Pech gehabt.

Bei der Namesfrage gilt letztlich das Gleiche – auch wenn es nicht annähernd die gleiche Tragweite hat: Frau kann sich dazu an vielen verschiedenen Stellen vollumfänglich informieren (lassen). Wie sie und ihr Partner (wie sieht das eigentlich bei gleichgeschlechtlichen Ehen aus???) sich dann am Ende entscheiden, ist komplett deren Sache. Und es gibt ausreichend Gründe (s. Tweet von Frau Mutti) für die eine oder die andere Entscheidung. Und ich würde mir im Leben nicht anmaßen, das zu bewerten. Ich – für mich – finde Doppelnamen ja auch doof, würde aber keine Frau deswegen für nicht zurechnungsfähig halten.

Als ich damals heiratete und es um die Namesfrage ging, stand für mich fest, dass ich meinen Namen behalte. Für mich ist mein Name ein Teil meiner Identität. Was auch an der Familiengeschichte liegt. Mein Nachname ist nämlich der Mädchennachname meiner Großmutter. Und diese Frau ist bzw. war mein großes familiäres Vorbild.
Dazu kam, dass ich mir nicht vorstelle konnte, wie meine Schwiegereltern zu heißen. Nein, das Verhältnis war nicht schlecht, aber mit dem gleichen Namen wäre eine Nähe hergestellt worden, die es nicht gab. Eine Nähe, die es halt nur zu meinen Eltern geben kann.
Da aber für den Ex und mich klar war, dass wir einen gemeinsamen Namen wollten, nahm er halt* meinen Namen an. Und er behielt ihn auch nach der Scheidung. Ein Doppelname kam für keinen von uns infrage.

Die Sache mit dem Familiennamen ist ja durchaus nett und auch nachvollziehbar. Und ich fand die Idee, dass meine Kinder mal so heißen wie ich, auch ganz töfte. Aber dann wurde ich ja vom Kv schwanger, mit dem ich – zum Glück – nicht verheiratet war. Damit war klar, dass das Kind entweder den einen oder anderen Nachnamen bekommen wird.** Zumindest war das für mich klar. Ich hätte natürlich die Vaterschafts- und Sorgerechtsgeschichte auf nach Geburt verzögern können. Dann (2009) hätte ich das alleinige Namensrecht gehabt und der midi-monsieur würde heißen wie ich.

Letztlich bekam der midi-monsieur den Nachnamen vom Kv. Weil wir, naja ich, überlegt hatten, dass der Kv ja voraussichtlich mehr mit dem Kind unterwegs sein wird als ich. Da ich ja arbeitete und er zu Hause war (zumindest nach dem ersten Jahr). Und da ein Mann mit Kind, das nicht den gleichen Namen trägt, eher in Erklärungsnöte kommen kann als eine Frau mit Kind, fiel die Namenswahl halt so, wie sie fiel.

Nein, ich habe dem nie nachgetrauert, denn mir wurde die Entscheidung ja nicht aufgezwungen. Wir hatten gute Gründe und ich bin auch – trotz Trennung – immer noch fein damit (schließlich sieht der midi-monsieur ja mir deutlich ähnlicher als dem Kv). Es unterstreicht vielmehr meine Gedanken/ Gefühle zur Elter-Kind-Beziehung:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran

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* Seine genauen Beweggründe weiß ich gar nicht. Aber ein bisschen schwang wohl auch „Befreiung“ mit. Außerdem fand er es auch ein bisschen cool, mit meinem Nachnamen wie ein bekannter Mathematiker zu heißen.

** Was nur zwei Drittel der Wahrheit ist: Dadurch, dass der Kv Franzose ist, hätte der midi-monsieur auch einen Doppelnamen bekommen können. Aber da ich sowas ja schon für mich ablehne, kann ich das ja schlecht meinem Kind einfach aufs Auge drücken.***

*** Ich hätte natürlich auch Trick17 machen können und meinen Nachnamen, der auch ein Männervorname ist, dem midi-monsieur als Zweitnamen geben können.

Verlässlichkeit

Gestern abend versuchte der midi-monsieur seinen Vater anzurufen. Es war ihm wichtig, weil gerade der Jetlag und damit das Vermissen besonders schlimm sind. Der Vater ging aber nicht ran bzw. rief nicht zurück. Traurig und frustriert ging das Kind schlafen. Wir besprachen, dass er es ja heute früher – direkt nach dem Rugbycamp – versuchen können. Am späten Nachmittag sind die Chancen vielleicht höher, dass er den Kv nicht bei irgendeinem Aperó stört.

Um dem Kind eine erneute Enttäuschung zu ersparen, schrieb ich dem Kv heute:

„Hallo, Dein Sohn möchte gerne mit Dir telefonieren. Ist es heute möglich?“
„Hallo. Ja.“
„Am Nachmittag? Nach 16h00?“
„Er kann anrufen, wann er will. Er muss nicht fragen, um mich anzurufen. Ich mussjetzt los zum Angeln.“
„Er hat es gestern versucht. Du hast nicht zurückgerufen. Er war ziemlich traurig.“
„? Das hatte ich nicht gesehen – gehört. Er hätte es nochmal versuchen sollen.“

Der Kv war also vorgewarnt, dass sein Sohn versuchen würde, ihn anzurufen. Heute. Am Nachmittag. Nach 16h00.

Um ca 16h15 ließ es der midi-monsieur bei seinem Vater klingeln (er ruft zurück, weil in seinem Handy-Vertrag unbegrenztes Telefonieren nach Deutschland inklusive ist). Und dann wartete er. Und ich hatte meinen toten Punkt und machte etwas Entspannung. Der midi-monsieur wartete immer noch. Und wartete. Bis um 17h38 der Kv endlich zurückrief. Für ganze 8 Minuten. Der Papa hätte nochmal was erledigen müssen, sie würden später telefonieren, erklärte mir der midi-monsieur.

Um 19h38 versuchte das Kind erneut den Vater anzuklingeln.

Jetzt um 21h50 liegt er – also der midi-monsieur – seit über einer halben Stunde im Bett. Ohne noch einmal mit dem Vater telefoniert zu haben.

Was verdammte Hacke ist so schwierig an einem Minimum an Verlässlichkeit?!

Erschöpft

Ich bin immer noch erschüttert, was da letztens mit der lieben Minusch via Twitter passiert ist. Und so sehr ich verstehen kann, dass sich jemand sorgt, wenn mal etwas länger Ruhe auf einem Account ist – insbesondere auch nach einem solchen Tweet -, so wenig Verständnis habe ich dafür, dass direkt die Polizei eingeschaltet wird.

Ich kann nicht wirklich beurteilen, wie nah diese Menschen Minusch stehen, aber sonderlich nah wird es nicht sein, denn sonst hätten sie andere Wege gefunden, ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen. Am einfachsten wäre wohl anrufen gewesen. Oder sich wenigstens an wen zu wenden, von der oder dem man weiß, dass sie oder er ihr nahe steht. Gleich die Polizei einzuschalten ging gar nicht. Überhaupt nicht!

Aber eigentlich will ich mich gar nicht aufregen. Das obliegt v.a. Minusch und das hat sie ja zum Glück auch gemacht.

Ich will darüber schreiben, dass ich ihren Tweet überhaupt nicht mit auch nur den allerleisesten suizidalen Absichten in Verbindung gebracht habe. Ja, vielleicht hätte man das können. Aber vielleicht hätte man das nur können, wenn man noch nie in dieser Situation gewesen ist. Und damit meine ich in der Situation des Alleinerziehendseins – des ganz endgültigen und ganz alleinigem Alleinerziehendseins. Ja, das klingt dramatisch. Aber ganz ehrlich: Es ist auch dramatisch. Vor allem am Anfang. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.

Denn egal, wer sich von wem trennt, man ist von jetzt auf gleich alleinerziehend. Man kann nicht probehalber alleinerziehend sein (und temporär mit den Kinder alleine zu sein, weil der Partner nicht vor Ort ist, gibt sicherlich Einblick in die „Miesere“, hat aber trotz allem eine ganz andere Qualität). Man kann sich vielleicht, wenn man der trennende Part ist, eine zeitlang mit dem Gedanken anfreunden, aber was es wirklich bedeutet, weiß man erst, wenn die Trennung vollzogen ist.

Ja, so eine Trennung kann manchmal befreiend sein und war – in meinem Fall – auch überfällig. Beziehungen können zerstörerisch sein. Aber nur weil die Trennung, richtig, wichtig oder gar lebensrettend ist, ist man in seinem Alleinerziehendsei nicht weniger allein.

Und man steht allein vor einem Riesenberg:

  • Wie erkläre ich es den Kindern*? Was macht es mit ihnen?
  • Wie geht es finanziell weiter?
  • Wann sehen die Kinder den Vater**?
  • Wie organisiere ich unseren Alltag neu?

Und das sind nur die wichtigsten Fragen, wenn man es schafft, sich halbwegs zivilisiert und einvernehmlich zu trennen.

Doch das ist selten der Fall. Meist kommen viele Frage, Baustellen und Nebenschauplätze dazu:

  • Müssen wir umziehen? Wo finden wir eine schöne günstige Wohnung?
  • Ich will die Kinder nicht aus ihrem Umfeld reißen?
  • Warum kommt der Papa nicht? Warum dürfen wir nicht zum Papa?
  • Wieso schafft es der Ex immer wieder, mich auf die Palme zu bringen?
  • Ich kann nicht Vater und Mutter gleichzeitig sein.
  • Warum zahlt der Kv nicht?
  • Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen.
  • Wo finde ich eine gute Familienanwältin?
  • Warum ist das Jugendamt so doof?
  • Warum muss ich allesallesalles alleine machen und entscheiden?
  • Bekomme ich die Unterschrift vom Kv?
  • Gerichtstermine
  • Warum kann er sich verdammt nochmal nicht an Vereinbarungen halten?
  • Meine Kinderkranktage sind aufgebraucht und nun liegt schon wieder eins fiebernd im Bett?
  • Warum sind Oma und Opa so weit weg?
  • Scheidungsverfahren
  • Ich müsste dringend was für mich tun.
  • Warum kommt denn jetzt noch ein Mist dazu?
  • Klar kann man ner Alleinerziehenden kündigen. Warum auch nicht?!
  • Geschwisterkinder von Alleinerziehenden-Kindern bei der Betreuungsplatzvergaben? Die haben sie doch nicht mehr alle.
  • Elternabend 1, 2, 3, 4 und ganz viele.
  • Das Geld reicht hinten und vorne nicht.
  • Ich kann keine Formulare mehr sehen.
  • Warum darf sich der Kv die Rosinen rauspicken?
  • Die Kinder wollen den Vater nicht sehen. Und ich bin wieder die Dumme.
  • Ich muss funktionieren.
  • Wunden lecke ich dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Diese und noch viele andere Fragen, Aufgaben, Gedanken laufen den GANZEN Tag irgendwie mit. Mal mehr und mal weniger präsent. Dazu kommen noch die ganz banalen Alltagsdinge wie:

  • pünktlich aufstehen
  • ALLE zeitig loskommen
  • Hygiene
  • Essen
  • Einkaufen
  • Wäsche waschen
  • Putzen
  • Freizeitaktivitäten
  • Vorlesen / Gute-Nacht-Rituale
  • zusammen spielen

Da ist irgendwann einfach mal das Limit erreicht. Da kann man nicht mehr. Dann ist man fertig, einfach nur abgrundtief fertig und erschöpft. Und ja, sowohl physisch als auch emotional. Das belastet, das tut weh. Ja, man ist müde. UN.END.LICH müde!

Aber man ist nicht lebensmüde! Alleinerziehende sind nicht lebensmüde.

Denn da sind die Kinder, für die man sorgen und da sein will. Für die man eine Verantwortung hat. Für die man sich wünscht, dass es ihnen gut geht. Die man schlicht und einfach liebt. Und die man nicht, niemals nie allein lassen will.

Und wer helfen möchte, dem empfehle ich:

Alternativ darf auch angeboten werden, in der Wohnung klar Schiff zu machen, zu kochen oder einzukaufen, damit die Alleinerziehende auch einfach mal Zeit für ihre Kinder hat.

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* Ich wähle hier mal den Plural, damit ich mich nicht in tausend Sternchen, Klammern und Schrägstrichen verheddere.

** Auch hier der einfachheithalber das „klassische“ Modell: Die Kinder bleiben bei der Mutter.

Erstaunlich

Nein, es ist nicht wirklich erstaunlich, was es mit mir macht, wenn ich nicht den ganzen Tag auf Kind-Standby bin. Ja, es ist erholsam, wenn ein zweiter Erwachsener, derzeit der Kv, da ist und sich um den midi-monsieur kümmert.

Weil der Kv nach dem Rugby-Turnier mit dem Kind auf den Spielplatz ging, konnte ich schlafen. Was dringendst nötig war.

Sonst hätte ich danach nicht einkaufen gehen, nicht Essen machen, nicht in der Küche endlich mal klar Schiff machen und nicht eine Quiche vorbereiten können, weil ich von der gestern gebackenen heute nichts bekommen habe, aber seitdem Lust auf Quiche habe.

Und trotzdem finde ich den Gedanken, dass hier dauerhaft ein weiterer Erwachsener wohnt, nicht sonderlich attraktiv.

Aber auch das ist nicht erstaunlich. 😁