Hitzefrei

Es ist heiß. Ich will gar nicht jammern. Es ist, wie es ist. Und auf eine gewisse Art mag ich es auch.

Als ich den midi-monsieur morgens mit dem Rad zum Rugby-Camp brachte, ging es sogar noch. Auch das Frühstück auf dem Balkon war noch okay, obwohl die Sonne ja morgens auf den Balkon knallt.

Als der RB nach der Schur losfuhr, entschied ich aber, dass ich besser im verdunkelten Schlafzimmer auf dem Bett arbeiten sollte.

Nachdem ich kurz unterbrechen musste, um den midi-monsieur – wieder mit dem Rad – vom Rugby-Camp abzuholen, arbeitete ich weiter auf dem Bett. Telkolierte und ward auf einmal sehr müde. Die Hitze und der daraus resultierende wenige Schlaf forderten ihren Tribut und ich schlief ein.

Es war ja eh klar, dass ich später, nach Essen und Kind im Bett, nochmal mit dem Rechner auf dem kühlen Balkon weiterarbeiten würde.

Ich mag es, dass ich mir ob meiner Selbstständigkeit und des HomeOffice einfach mal hitzefrei geben kann. Lieber arbeite ich in solchen Zeiten nachts ein paar Stunden bei klarem Verstand als tagsüber in einem unklimatisierten Büro total unproduktiv Buchstaben aneinanderzureihen.

Rügbiiii

Jajaja, ich darf „unser“ wirklich gut organisiertes Internationales RugbyJugendfestival nicht als Maßstab anlegen, aber schon letztes Jahr fand ich das französische Turnier nur so semi-gut organisiert. Es wirkte alles so improvisiert und „ja, findet sich schon irgendwie“. Dazu noch, dass es insgesamt nur 4 Toiletten (und etwa 6 Pissoirs für die Herren) gab. Hocktoiletten versteht sich.

Letztes Jahr war aber alles, was Rugby anbelangt noch recht neu. Und der midi-monsieur war zum Spielen da und ich seine Begleitung. Nicht mehr (auch wenn ich wohl noch heute dafür verantwortlich gemacht werde, dass die Trinkflaschen der U8 verschwunden sind). Es war heiß, die Busfahrt lang. Aber das Kind hatte Spaß und gute Spiele.

Dieses Jahr war es anders: Ich war Interims-Teammanagerin*. Ich durfte mich zwar ins gemachte Nest setzen hatte zwar nichts mit der Orga im Vorfeld zu tun, war aber „verantwortlich“ ab Moment der Abfahrt des Busses. Kinderzählen und hoffen darauf achten, dass bei Ankunft in Frankreich auch noch alle da sind. In der Jugendherberge war es dann unser Glück, dass ich der örtlichen Sprache mächtig bin: Ich konnte uns schon einchecken und Zimmer verteilen, sodass das Team vom Kind und die Handvoll Begleiter (neben mir noch 6 Väter) die etwas besseren Zimmer in der ersten Etage bekamen.

Die Jugendherberge war zum Übernachten definitiv besser als der Zeltplatz**. Denn um 22h00 war bei allen Spielern Ruhe und auch die Erwachsenen waren gegen 23h00 im Bett, sodass wir definitiv mehr geschlafen haben als letztes Jahr beim Campen. Ohne Zelte war auch die Abreise zum Turniergelände deutlich entspannter und wir waren sehr pünktlich um 8h45 vor Ort.

Dunkle Wolken verheißen nichts Gutes.

Wir okkupieren einen Treffpunkt (und markieren ihn mit Pavillion und Kinderrucksäcken). Dann muss ich teammanagern: Die Mannschaft anmelden und einen Spielplan organisieren. Anmeldung verläuft problemlos. Spielpläne gibt es am Pitch.

Oder auch nicht – zumindest nicht vor 9h40 (das Turnier sollte eigentlich um 9h30 starten). Da dann schon das erste Chaos: Der Spielplan*** stimmt schon nicht mehr, bevor der erste Ankick war. Es wird rumgewurschtelt, wir versuchen die Regeln**** und Spielzeit zu klären. Einer unserer Trainer muss das erste Spiel pfeifen, unsere Mannschaft spielt das zweite. Die Spielzeit ist für die Altersklasse (zu) kurz: eine Halbzeit à 6 Minuten. Da kommt doch keiner ins Spiel*****…

Es regnet, es ist ungemütlich und insgesamt läuft es mäßig für uns. Eine merkt, dass die Kids wenig in dieser Konstellation miteinander****** spielen. Sie müssen in der Vormittagsrunde drei Spiele spielen. Am Nachmittag sind es vier Spiele (je eine Halbzeit à 8 Minuten*****). Ähnlich wie am morgen bekommen wir den Spielplan erst kurz vor knapp am Pitch. Unser Team muss auch gleich als erstes spielen.

Ab Spiel drei fallen nach und nach die Spieler aus: Der erste wird so hart und dazu unglücklich mit der Gegnerschulter im Zwechfell getacklet, dass er sofort vom Platz muss. Er kann nur flach atmen. Ich gehe mit ihm zu den Sanis: Vielleicht Rippenanbruch. Damit darf er nicht mehr spielen.

Am Nachmittag – wenigstens ist das Wetter mittlerweile gut – sehe ich die freundlichen Sanitäterinnen noch zwei Mal: Einmal mit Verdacht auf Kreuzbandirgendwas und eine gequetschte Hand. Das Knie muss ruhig gestellt werden. Die Hand ist nach Kühlen und Arnikagel wieder schnell in Ordnung.

Die Jungs sind sichtlich froh, dass ich sie begleiten und vor allem auch übersetzen kann. Sie danach dazu zu bringen, sich ruhig zu verhalten ist deutlich schwieriger.

Um 15h20 war unsere Mannschaft durch – so insgesamt, aber auch mit dem Turnier. Viel habe ich von den Spielen am Nachmittag nicht gesehen, da ich ja bei den Sanis war.

Der Bus zurück kann frühestens um 17 Uhr bestiegen werden. Aber wir müssen eh noch auf die U12 warten und zwei weitere Trainer. Das führt dann auch noch fast zu einem Eklat und ich bin echt erschüttert, wie viel Ego so in diesem Verein rumläuft. Ich fürchte, dass die nächste Saison in der U10 noch „spaßig“ wird.

Allen Querelen zum Trotz sitzen wir um 17h40 im Bus (ohne die zwei weiteren Trainer). Der Busfahrer ist auch deutlich organisierter und kooperativer, sodass wir VOR Mitternacht (letztes Jahr waren der midi-monsieur uns ich erst um 1h30 zu Hause) in Frankfurt ankommen und – dank Abholservice durch den RB – auch VOR Mitternacht zu Hause sind.

Der midi-monsieur ist total grumpy und ranzt den RB an, duscht aber doch noch freiwillig und schläft dann sofort ein.

Ich brauch Schnaps, aber vor dem Schnaps muss ich noch als Requisitöse wirken:

Ein Mitra*******

Denn ab morgen führt der midi-monsieur mit der Theater-AG der Schule das einstudierte Stück vor. Und das Kind ist Erzähler, König und Bischof.

Aber jetzt. Jetzt gibt es Schnaps********.

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* freiwillig gemeldet, da ich dachte, dass es bei einem Turnier in Frankreich hilfreich sein kann, wenn eine Französisch kann.

** Toll gelegener Platz: direkt am Fluss mit Freibad. Nur nachts rauscht die Bundesstraße keine 50 Meter Luftlinie am Kopf vorbei.

*** Es bekam auch nicht jedes Team ein Blatt mit dem Spielplan ausgehändigt, sondern eine durfte es sich abfotografieren. ^^

**** Die französischen Regeln sind in den jeweiligen Altersstufen anders und es gibt bereits andere typischen Rugby-Elemente (Gasse, Gedränge, Hand-off, Vorkick).

***** Zwei Halbzeiten à 5 Minuten wären besser gewesen und zeitlich locker zu machen

****** Es gibt eine eine erste und eine zweite Mannschaft, aber für dieses Turnier ist keine der beiden Mannschaften vollständig gewesen.

******* Mit einem klitzekleinen blasphemischen Detail 😉

******** GinTonic

Rugby on Tour

Ob es nun so schlau war, den midi-monsieur für das Turnier in Besançon zu melden, ist noch nicht so sicher. Zumindest so vom Zeitlichen. Aber sein Motivation ist da und ich finde es auch nett, nochmal ein exklusives Wochenende mit ihm zu haben, bevor er ab nächstem Wochenende vier Wochen in Frankreich ist.

Zum Glück Zelten wir nicht.

Wobei ich noch nicht sicher bin, wie die Jugendherberge als Alternative taugt.

Schauen wir mal wie die Nacht wird. Die Kids scheinen zu schlafen.

Hetzhetz

Irgendwie gibt es wohl ein ungeschriebenes Gesetz, das besagt, dass der Tag vor Fahrten, für die ich packen muss, pickepackevoll ist.

Der midi-monsieur hat erst zur Zweiten, aber der RB und ich sind trotz des späteren Tagesstart noch zu k.o. und schlafen nochmal. Dann wird es mit Frühstück und „noch schnell“ eine e-Mail bearbeiten fast etwas knapp: Ich muss um 13h30 in der Landeshauptstadt sein. Mit dem Auto vom RB stehe ich erstmal im Stadtstau. Ja, die Sache mit dem Reißverschlussverfahren ist nicht so einfach… auf der Fahrt werde ich dann auch angerufen, ob ich nicht eher da sein kann. Vor 13h00 ist aber nicht möglich.

Kaum da werde ich geschminkt und dann gibt’s neue Business-Bilder von mir.

Die Spachtelmasse aka Make-Up (bzw. Foundation – ich weiß noch nicht mal, wie das richtig heißt) fühlt sich nicht gut auf der Haut an. Dabei ist es gutes, leichtes Zeug. Aber ich mag das Gefühl nicht.

Zwei Foto-Durchläufe brauchen wir, dann ist ein Foto dabei, mit dem ich leben kann. Ich bin bei sowas recht uneitel. Außerdem habe ich keine Zeit: Ich muss die E-Mail vom Morgen noch zu Ende bearbeiten und habe noch einen Telko-Termin.

Davor noch eine kurze Mittagspause. Die Kolleginnen freuen sich über den mitgebrachten Kuchen.

Die Telko ist zäh und ich bin sooooo froh, dass wir deswegen nicht nach Berlin mussten.

So muss ich mich nur kurz nach 17h00 in den normalen Wahnsinn Feierabendverkehr zwischen Wiesbaden und Frankfurt begeben. 18h30 bin ich dank Stau erst zu Hause. Ich tröste mich, dass ich mit dem ÖPNV nicht vor 19h00 zu Hause gewesen wäre.

Der midi-monsieur ist seit eine Stunde zu Hause. Dank Schlüssel und Tablet ist das mittlerweile kein Problem mehr.

Ich mache eine Pack- und eine Einkaufsliste, gehe einkaufen, koche Essen, das Kind ist mit Lego beschäftigt, ich suche Sachen zusammen. Dann essen wir. Ich besorge noch zwei fehlende Dinge, während der midi-monsieur sich nicht vom Lego lösen kann.

Ich bin weiter mit der Packliste beschäftigt, um 22h00 geht das Kind ins Bett, ich hänge 3 Ladungen Wäsche auf, während ich diverse Unterlagen fürs Wochenende ausdrucke, kommt der RB nach Hause. Ich verpflichte ihn zu einem GinTonic.

Und dann bin ich auch reif fürs Bett. Der Koffer wird morgen gepackt.

Samstagsdinge

  • Es ist Samstag und der Wecker klingelt um 8h00. Das Kind wird um 9h15 zum Rugby-Turnier abgeholt.
  • Der RB und ich starten den Tag mit einem Marktfrühstück: Kaffee beim Wacker und Waffel … äh … Zimt-Apfelschnecke.
  • Grie-Soß-Päckcher und Obst** gekauft.
  • Gevespert.
  • Marienkäferlarven beobachtet.
  • Möbel aus der alten Wohnung vom RB geholt, Wohnung umgeräumt, Dinge*** verräumt und Zimmer zugestellt.
  • Den RB zum Au-Fest verabschiedet.
  • Das Kind glücklich aber k.o. in Empfang genommen.
  • Dem Kind die Haare geschoren.

    Sieht nicht viel aus, war aber locker ein halber Liter Haare.

  • Einkaufen gegangen.
  • Dem RB aufs Au-Fest gefolgt.

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* Es ist echt schlimm, wie sehr die Rechten – sehr gefördert von den Medien – mit den Skins gleichgesetzt werden und wie tief das in vielen Köpfen drinsteckt. Klar weiß ich, dass es rechte Skins gibt, aber kennen tue ich nur linke.

** Ja, Rhabarber ist kein Obst.

*** drölfzig Flaschen Schnaps

L wie …

… Laufen übers Vereinsgelände. Übers sehr trockene Vereinsgelände. Übers Vereinsgelände mit vielen Aschebahnen.

Am Ende eines langen Tages auf dem tockenen Vereinsgelände sind die Schuhe auch nicht mehr schwarz.

… wie Lakritz. Wie feinster Lakritz-Likör, den mir der RB von der Whisky-Messe mitgebracht hat.

… wie Liebe. Denn Liebe muss es wohl sein, dass mir der RB Lakritz-Likör mitbringt, obwohl er Lakritz total ekelig findet.
Wobei die Liebe nicht so weit reicht, dass er mich küsst, nachdem ich gerade Lakritzschnaps getrunken habe. 😉

Sonntags

… wird eine früh um 7h25 mit Tee am Bett geweckt.
… dreht sich eine noch ein paar Mal um, bis um 8h30 der Wecker klingelt und das Kind am Bett steht.
… mahnt eine den midi-monsieur, sich fertig zu machen, den Rucksack zu packen und zu frühstücken.
… fährt eine in einem Elefantenrollschuh Smart nach Heidelberg.

Joah, die Versetzung des Mittelstreifen hat’s voll gebracht.

… guckt eine dem Kind 3 Stunden beim Rugbyspielen zu.

… freut sich über das gute Wetter.
… fährt eine durch den schöneren Teil Heidelbergs zurück (mit Blick aufs Schloss) und versteht immer noch nicht, was alle Welt an Heidelberg so toll findet.
… nutzt eine die südlicheren Gefilde, um die ersten leckeren Erdbeeren der Saison (und badischen Spargel) am Straßenrand zu kaufen.

1-kg-Körbchen, von dem das Kind ca ein Drittel wähhrend der Fahrt verputzte und dann den Rest der Fahrt im Erdbeerkoma war.

… ist eine dann auch wieder froh, zu Hause zu sein und von der ersten leckeren Melone der Saison zu kosten.

… lassen der RB und ich den Tag bei Whisky und Erdbeeren auf dem Balkon ausklingen.

Sonnenglas an Leuchtbirne

St. Patrick’s Day

Ich weiß ja nicht, wer bei der Planung der SixNations-Spieltage vergessen hat, dass am 17. März St. Patrick’s Day ist.

Wobei das Problem ja hauptsächlich darin besteht, dass Rugby im deutschen Fernsehen nicht übertragen wird. Wenn man internationale Rugby-Spiele gucken möchte, braucht man entweder das richtige Bezahlfernsehen oder man hat eine öffentliche Möglichkeit. Letzteres heißt in unserem Fall: Zweimal lang hinschlagen, denn der Bernemer Irish Pub ist unsere feste Bank zum Rugbygucken.

Ich fürchtete ja schon, dass der Pub vor allem wegen St. Patrick’s Day recht voll sein würde. Beim Versuch einen Tisch zu reservieren, hieß es daher auch, dass keine Tische reserviert würde.

Was soll ich sagen?! ES.WAR.SEHR.VOLL. Sehrsehr voll, als der midi-monsieur und ich um 16h15 aufschlugen. Es blieb auch sehrsehr voll, als der Fischblog um 16h45 dazustieß und wurde auch erst etwas leerer, als um 17h45 der RB eintraf. Denn da war das Spiel England gegen Irland pro Eire ausgegangen und die irischen Fans verließen den Pub. So schafften wir es auch, einen Tisch zu annektieren*. Was sehr dringend nötig war, denn der midi-monsieur war nicht nur vom Lärmpegel gestresst, sondern auch extrem hangry. Und wenn das nicht behoben worden wäre, hätten wir wohl Wales gegen Frankreich nicht gucken können.

Aber dann wäre das vorherige Stehen und Guinnesstrinken vergebene Liebesmüh gewesen. Denn eigentlich ging es ja darum, das Spiel zu gucken und dabei ein Grundlage für das Gintasting zu schaffen.

Auf dem Bild fehlen ein Gin und die vier – z.T. fancy – Tonics. Und der Gin-Likör, den der RB allein probierte.

Es ist immer wieder spannend, wie unterschiedlich Ginse schmecken können. Und wie sehr sie sich mit einem Tonic verändern – positiv und negativ.

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* Zumindest guckte uns der eine irische Fan, der an dem Tisch irgendwie saß, aber nichts aß und auch sonst unentschlossen wirkte, so an.

Kein schlechter Tag

  • Gespräch mit der Klassenlehrerin ob des Arbeitsverhaltens vom midi-monsieur. Nunja, was Neues erzählt sie mir nicht. Neu ist allerdings, dass Einigkeit besteht, wie damit umgegangen werden soll.
  • Vernünftig verzögerter Start in den Tag, nachdem ich wieder zu Hause war.
  • Diverse Projekte bearbeitet. In idyllischer und effizienter Zweisamkeit.

    Unser beider Jobs als Selbstständige brauchen wenig Equipment und funktionieren gut nebeneinander. ❤

  • Franzbrötchen backen geht zwischendurch auch. Immerhin werde ich später „nur“ deswegen besucht.
  • Ingwersud musste auch mal wieder angesetzt werden.
  • Den RB mit guten Gedanken (und einer kleinen Überraschung) aufs Fahrrad gesetzt. 😉
  • Rugby-Routine – Kind in die Klamotten, hingeradelt, kalte Füße geholt…
  • Mit meiner Mutter telefoniert. Sie ist total krank. Ich zu weit weg. Mein Papa wird morgen punktiert und ich kann nichts machen.
  • Besuch erfolgreich mit den Franzbrötchen angelockt, kurz aber sehr gut gequatscht.
  • Bad Banks zu Ende geguckt.