ABC

Ich habe ein paar Bücher von Christine Nöstlinger gelesen: „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ war das verstörendste und „Maikäfer flieg“ das nachhaltigste. Und ich bin froh, dass letzteres in der Bücherkiste war, die mir meine Mutter vor einiger Zeit mitgab.

Vor ein paar Tagen ist die Autorin gestorben und nun finden sich hier und da Erinnerungen an sie in meiner SocialMedia-Timeline. So auch ihr „Erziehungs-ABC“:

A „Aber alle anderen dürfen!“ ist beliebtes kindliches Druckmittel. In den raren Fällen, wo es der Realität entspricht, sollten Eltern ihre Verweigerungshaltung überdenken.

B Bedingungslos hat Elternliebe zu sein. Ein Kind muss sich ihrer gewiss sein, ganz egal, wie es sich benimmt.

C Chinesisch lernen heutzutage perfekt geförderte Kindergarten-Knirpse. Ob sie es gern tun, ist fraglich.

D Dankbar dürfen Eltern dafür sein, Kinder zu haben, Kinder hingegen schulden den Eltern keinen Dank.

E Ehrgeiz mögen Eltern in eigene Leistung umsetzen und nicht an ihrem Nachwuchs abarbeiten.

F Das Frühstück bleibt vielen Kindern im Halse stecken. Einzige Möglichkeit, das zu verhindern, wäre in den meisten Fällen: sie von der Schulpflicht zu befreien.

G Grenzen setzt das Leben den Kindern ohnehin reichlich, Eltern müssen sich nicht auch noch im beliebten Grenzen-Setzen üben.

H Humor hilft im Leben immer; womit nicht gemeint ist, dass Eltern die Probleme ihrer Kinder mit munteren Scherzen weglachen können.

I Indiskretion ist ein verbreiteter Tatbestand, wenn es um Kindergeheimnisse geht. Mütter, die heimlich das Tagebuch der Tochter lesen, sind das Allerletzte.

J Jugend-Jargon muss erduldet werden, aber Kinder finden es peinlich, wenn sich ihre Eltern diesen Jargon selbst zulegen.

K Kinderzimmer aufräumen ist Kindespflicht, doch welcher Zustand als „aufgeräumt“ gelten darf, bestimmt der Bewohner des Zimmers.

L Angeblich lügt jeder Mensch etwa zweihundertmal am Tag. Kinder sind auch Menschen!

M Kindern zu Misstrauen erschwert nicht nur das Leben der Kinder, sondern auch das eigene _Leben ungemein.

N Nachhilfe muss manchmal sein. Aber bitte nie von Mama, Papa, dem großen Bruder oder der großen Schwester. Das würde den Familienfrieden gewaltig trüben.

O Einen tollen Opa oder eine tolle Oma zu haben gehört zum Besten, was einem Kind passieren kann.

P Pausenbrote vergammeln gern in Schultaschen, was oft daran liegt, dass Kinder in der Pause, statt zu essen, schnell die Hausübung vom Sitznachbarn abschreiben.

Q Mit einem Kind, das nie Quatsch macht, soll man schleunigst zum Psychologen gehen.

R Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. Kinder, die von den Eltern nicht respektiert werden, haben keinen Respekt vor den Eltern. Was möglicherweise wie Respekt wirkt, ist Angst.

S Schule muss sein, muss aber nicht so wichtig genommen werden, dass sich alles in einem Kinderleben nur um die schulischen Leistungen dreht.

T Eine tägliche Turnstunde wäre angeblich sehr gut für Kinder. Soll aber auch Kinder geben, für die das eine Horrorvision ist.

U Manche Kinder sind Unschuldslämmer. An ihren Untaten sind stets andere schuld; wobei ihnen viele Mamas Hilfestellung geben, indem sie nach „schlechtem Einfluss“ Ausschau halten und prompt fündig werden.

V Verbote sollte man so sparsam wie möglich setzen, aber darauf achten, dass die unbedingt für nötig erachteten Verbote auch unbedingt eingehalten werden.

W Dass Watschen gesund sein können, behaupten großgewordene geschlagene Kinder, die das miese Verhalten ihrer Eltern positiv zu interpretieren versuchen.

X Ein Kind, das Xaver getauft wurde, hat das Recht, einen anderen Vornamen zu beantragen.

Y Für den Kinder-Yoga-Kurs gilt das Gleiche wie für den Chinesisch-Unterricht.

Z Zuneigung kann es gar nicht genug geben, da ist kein Übermaß möglich. Falls Eltern deshalb „Affenliebe“ attestiert wird, mögen sie es gelassen hinnehmen.

– erschienen am 11.03.2013 in Der Standard

 

12von12

Gelegentlich, wenn ich via Instagram und/ oder Twitter rechtzeitig daran erinnert werden, und ich denke, dass der Tag ausreichend Bildmaterial hergibt, versuche ich 12von12 mitzumachen. Nicht immer, denn es fällt mir schon ein bisschen schwer, drölf Millionen Kaffeetassenbilder und Essensbilder anzugucken (und zu posten).

Naja, heute mal wieder (nachdem ich im Januar das letzte Mal richtig mitgemacht hatte).

#1: Um 8h15 soll ich bei der Hautärztin zwecks Befund der gestanzten Muttermale anrufen. Ich habe extra den Wecker gestellt, aber zum Telefonieren nicht geduscht. Es ist ziemlich lang besetzt. Doch dann: Die Muttermale waren nur Muttermale.

#2: Während ich Heißgetränke für den RB und mich bereite, duftet mich das Palak Paneer von gestern Abend an. Das war seeehr lecker und ich bin kurz versucht, es zu frühstücken.

#3: Nach dem Frühstück kommt es zu einer kleinen Missstimmung wegen der Frühstücksteller. Naja, eigentlich nur wegen eines Frühstückstellers, der nämlich auf dem Tisch blieb, während der andere in die Küche getragen wurde.

#4: Ich blogge über das neuste Tattoo und höre dabei Musik – aus Gründen.

#5: Mein Mittagssnack sind die hellen Lakritze aus der kongenialen Lakritzmischung von Hema (vermutlich ist die bloße Nennung ja schon Werbung).

#6: Nachdem ich den ganzen Vormittag am Tisch gesessen habe, sind mir nun die Beine schwer und weil ich meine Kompressionsstrümpfe nicht finde, ziehe ich um ins BettOffice. Da kann ich die Beine ausstrecken.

#7: Weil die Nacht kurz war (ja, die Befundabfrage hat mir nicht nur wegen der Uhrzeit zu schaffen gemacht) und ich ja eh schon im Bett bin, mache ich die Augen zu und träume wild.

#8: Dann arbeite ich noch etwas, bevor ich mich fertig machen muss. Das neue Tattoo ist ob seiner Flächigkeit und der Stelle doch deutlich empfindlicher als die bisherigen und so muss ich es gut pflegen, damit ich mit ihm Radfahren kann: Nach dem Duschen erstmal mit dem Wundgel versorgen und dann Folienverband drauf, damit das T-Shirt nicht auf dem Tattoo reibt.

#9: Mit dem Fahrrad hole ich die Beste ab. Weil es warm ist und ich nicht so viel mitnehmen muss, nehme ich die Lenkertasche. Sieht zwar nicht so cool aus am Mountainbike, aber so muss ich keinen Rucksack schleppen.

#10: Die Beste ist noch nicht zu Hause und so kann ich einen kurzen Blick auf Frankfurts FreiBinnenGüterhafen werfen.

#11: Die Beste und ich machen, was eine so auf dem Märktchen macht: Was essen und Wein von Die Genussverstärker (Werbung) trinken.

#12: Nach Märktchenschluss lassen wir in lustiger Runde und bei einem vorgezogenen Mitternachtssnack den Abend ausklingen, bevor wir im Dunkeln zurückradeln.

Wie immer findet Ihr bei Draußen nur Kännchen noch mehr 12von12 finden sich diesmal nicht gesammelt bei Caro.

Ohne Sorgen

Höhö, diese Überschrift ist so platt, wie Sanssoucis kitschig ist. Aber gut. Wenn eine in Potsdam ist, sollte sie mal Sanssoucis gesehen haben.

Der RB und ich können nun sagen: „Wir haben Sanssoucis gesehen und waren auch im großen Park ‚lustwandeln‘.“ Vom Schloss durch den wirklich schönen Park zum Neuen Palais, an Schloss Charlottenhof vorbei und dann auch wieder raus. Joah, hübsch, zum Teil hübsch-hässlich, und vermutlich nichts, was ich mir nochmal ansehen möchte. Barock und Prunk sind nicht so meins (bzw. unsers).

Von da aus ging es wieder in die Innenstadt. Erstmal was essen. Dann die letzten Eindrücke sammeln:

Potsdam ist schon schön. Aber sehr geleckt. Ein bisschen zu geleckt und ein bisschen zu viel Disney-Kulisse. Das Preußisch-Militärische scheint auch viel durch – massige Bauten, große (Aufmarsch-)Plätze. Aber einer Stadt mit so viel Wasser und Grün (und einem Lakritzladen*) verzieht eine viel.

(Spätestens zum Ultrash XIII fahren wir wohl wieder hin.)

—————————————
* und einer Bar, in der es wirklich guten Gimlet gibt und in der Sven van Thom gespielt wird

Pedal de deux

Wer feiern und demonstrieren kann, die kann auch Fahrrad fahren. Schließlich hatten der RB und ich extra ein verlängertes Wochenende aus unserem Festivalbesuch gemacht, damit wir uns auch Potsdam angucken können. Und nach meinem Kurzbesuch im April war recht klar, dass sich die Stadt per pedale deutlich umfangreicher und – zumindest aus meiner Sicht – entspannter erkunden lässt.

Zuerst überlegten wir für alle Tage Räder zu mieten, aber dann ergab sich das TweepMeet am Freitag und die Demo am Samstag und so war klar, dass wir wirklich erst am Sonntag radeln würden (die Strecke zum Festivalgelände konnten wir problemlos zu Fuß gehen). Und weil der Fahrradverleih* auch Tandems anbietet, überkam es mich und ich reservierte eins für den RB und mich.

Zum Abholen waren wir etwas später dran als vereinbart, weswegen ich dort anrief. Angeblich wäre meine Reservierung nicht im System, aber es wäre noch ein Tandem vor Ort. Aber ganz vielleicht zu groß. SOWAS kann bei mir ja schlechte Laune verursachen! Aber ich fuhr tapfer nicht-grummelnd mit dem RB per Bus zum Verleih. Ein bisschen hin und her, kurze Probefahrt – der RB vorne, ich hinten. Fühlte sich für mich, weil ich nichts sah und nicht lenken konnte, gaaaanz schlimm an, aber wir passten zumindest zusammen auf das Rad …

Foto-Credits: RB

… und wollten das Abenteuer wagen. Es ging kurz nochmal zum AirBnB, um Getränke und Notfallverpflegung aufzuladen. Dort versuchten wir dann aus mehreren Gründen, ob es nicht doch besser passen würde, wenn der RB hinten und ich vorne sitzen würde. Und ja, so war es besser**.

Wir fuhren los. Zunächst etwas wackelig und mir waren das Bremsen und vor allem Wiederanfahren nicht ganz geheuer. Aber wir groovten uns unter den interessierten Blicken „aller“ anderen Spaziergängerinnen und -fahrerinnen ein.

Erster Halt nach gut 4 Kilometern …

Wir fuhren an der Havel, der Babelsberger Enge und Glienicker Lake entlang auf die Wannsee-Insel. Auch da hatten wir die meiste Zeit beim Fahren durch den Wald Wasser an unserer Seite.

Wir fuhren an der Max-Liebermann-Villa vorbei und ich setzte Grüße nach Irland ab. Doch das wunderbare Fräulein war gar nicht in Irland, sondern ganz in unserer Nähe, was sich herausstellte, als wir gerade die Gedenkstätte der Wannsee-Konferenz*** besichtigten. Ein wunderschön gelegener Ort. Aber ein schlimmer Ort. Ein beklemmender Ort.

Dann fuhren wir zurück zur Max-Liebermann-Villa, die zwar auch Geschichte zu erzählen hat, aber trotz allem die Lebensfreude Liebermanns, mit er er diesen Ort geprägt hat, ausstrahlt. Es ging zurück, weil direkt am Wasser an einem Tisch mit vier typischen metallenen Gartenstühlen Mademoiselle ReadOn auf uns wartete und uns mit dieser besonderen Herzlichkeit begrüßte, die aus ihren Texten strömt.

So schön, sie in Echt kennenzulernen und mit ihr zu reden****. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Großmut, Geduld, Fürsorge, Selbstlosigkeit und Liebe in einem Menschen stecken.

Dann fuhren wir noch ein kleines Stück zusammen, bis wir wieder auf unserer Tour waren. Wir fuhren weiter entlang der Inselküste, erhaschten einen Blick auf die Pfaueninsel, freuten uns, dass wir ein Mountainbike-Tandem hatten, mit dem wir auch durch die meisten Sandplacken kamen, und machten kurz Halt am Krughorn:

Den RB drückten der Hunger und die müden Beine, aber nun war es nicht mehr weit bis Potsdam. Der Weg führte uns noch über die Glienicker Brücke, zum Pfingstberg (rauf und wieder runter), einmal quer durch Alexandrowka und dann Richtung Innenstadt.

Eigentlich hatte die Routenplanung noch einen Abstecher nach Sanssoucis vorgesehen, aber dann trafen wir am Brandenburger Tor*****, den einzigen Potsdamer, den wir kennen, und gingen mit ihm und seiner Freundin essen und trinken.

Die nächsten Touren – da sind wir uns einig – fahren wir lieber auf getrennten Rädern, aber es wird auch bestimmt nochmal eine Tandemfahrt geben, sollten wir die Möglichkeit haben.*******

——————————-
* vermutlich Werbung, auch wenn wir die Mietgebühr selbst gezahlt haben

** Zumindest für mich

*** Das Haus der Wannsee-Konferenz ist kostenlos (Spenden) zugänglich. Das finde ich ehrlich gesagt sehr gut und sehr wichtig.

**** Ich wollte zunächst „plauschen“ schreiben, aber es war mehr als ein Plausch.

***** Ja, die Potsdamer haben ein eigenes.

****** Zuzüglich 3,4 Kilometer für die Rückfahrt zum AirBnB.

******* Wenn ein Pärchen bis zur Tandemfahrt nicht klar miteinander kommuniziert, wird es das spätestens dann lernen oder sollte über Trennung nachdenken.

Kleine Freuden

Seit ich das Bett mit dem RB teile, ist es ein liebgewordenes Ritual, dass eine*r von uns beiden morgens Kaffee (für ihn) und Tee (für mich) macht. Dank Milchschäumer und Milchtest vom midi-monsieur (die 1,8%-Milch funktioniert am besten) gibt es auch immer Milchschaum für den RB.

Die Milchhaube vom Kaffee hat sich der Mütze vom Det angepasst.

Lustig in dem Zusammenhang: Während der RB seinen Kaffee (mit Milch) nur heiß bzw. sehr warm trinkt (allein deswegen ist es gut, dass es den Milchschäumer gibt), liebe ich kalten Milchkaffee und freue mich auf seinen Rest (und es bleibt meistens eine halbe Tasse wegen zu kalt stehen) im Laufe des Tages.

Meistens trinken wir die ersten Schlucke Heißgetränk noch im Bett, doch wandern dann mit (Kaffee)Tasse und (Tee)Glas auf den Balkon – zum Fühstücken und/ oder Arbeiten.

Denn: BalkonOffice ist einfach toll.

Strahlend blauer Himmel überm BalkonOffice.

Heute waren wir gefühlt den ganzen Tag auf dem Balkon*. Zumindest ich. Der RB musste zwischendurch weg, um seine alte Wohnung zu übergeben. Aus vielen Gründen war das ein Grund zum Anstoßen.

Joah, die Flasche stand schon eine Weile bei mir. Besser ist der Inhalt davon auch nicht geworden.**

Ja, dieser Schlussstrich nach 5 Monate war Blubberwasser-würdig. Aber mal unter uns: Blubberwasser ist nicht meins und gerade das teuere, herkunftsgeschütze Blubberwasser aus Frankreich wird echt überbewertet. Das nächste Mal nehme ich lieber einen Riesling.

——————————
* Was sich auch echt anbietet, denn im Hof herrscht ein Mikroklima mit Wind, wenn es auf der Straße windstill ist und generell ist es da gefühlt 5 °C kühler.

** Es roch nach Apfelschorle und schmeckte auch so.

Mausetot

Nachdem ich der Maus den Zugang zum Balkon versperrt hatte – mit Steinen hatte ich das Loch zugelegt -, war erstmal Ruhe.

Doch gestern meinte der RB, er habe im Halbdunkel einen mausgroßen Schatten über den Balkon huschen gesehen.

*seufz* Ich wollte es erstmal nicht wahrhaben; habe ich mich doch eh schon schwer getan, eine Todfalle zu kaufen… aber sie wirklich anzuwenden, ist dann doch nochmal was anderes.

Heute lief das Mäuslein dann wie selbstverständlich über den Balkon so, dass ich sie sehen musste und nicht mehr hoffen konnte, der „Nachtschatten“ sei vielleicht eine sehr tieffliegende Fledermaus gewesen.

Der RB und waren uns einig: Die Falle muss aufgestellt werden. Mein Pragmatismus ist ja zum Glück ausgeprägter als irgendwelche Gefühlsduseleien und so suchte ich die Falle raus und stellte sie auf.

Keine halbe Stunde später ging ich wieder auf den Balkon, um Herrn Weber vorzubereiten, da fiel mir die Stelle mit der Falle in die Augen: Vor der Falle lag was Helles; ich erkannte kleine Mäusefüße und eine kleinen dünnen Schwanz – alle Viere Dreie vom Hellen gestreckt. Ohne eine Bewertung.

Die Maus war tot. Mausetot. In der Falle.

Schnappatmend rannte ich in die Wohnung und bat den RB um Entsorgung.

*seufz* Tot. Mäuslein ist mausetot.

Erster Fallenstellplatz (roter Pfeil) und zweiter Stellplatz (gelb), falls es mehr als eine Maus ist/ war.

Gelochert

Ich bin eine Fanin von Vorsorgeuntersuchungen: Ich gehe regelmäßig zum Check-Up (alle zwei Jahre), zweimal pro Jahr zur Gynäkologin (wovon einmal pro Jahr halt Krebsvorsorge mitgemacht wird), einmal pro Jahr zum Augenarzt (Sehstärke, bei Bedarf Augenhintergrund u/o Druck) und auch alle zwei Jahre zum Hautkrebsscreening. Letzteres lasse ich von meiner Haut- und nicht Hausärztin machen. Denn ich bin auch eine Fanin von Fachärztinnen (überhaupt Fachleuten – Anwältinnen, Elektrikerinnen etc.).

Im April war ich zum Hautkrebsscreening und da sagte die Dermatologin: „Frau B., da sind zwei Muttermale, die würde ich gerne vorsichtshalber wegmachen.“ Joah, wenn die Fachfrau das sagt, machen wir das. (Das ist ein bisschen wie Impfen: Wenn mir das aus medizinischer Sicht empfohlen wird, wird das schon seine Richtigkeit haben, da muss ich nichts hinterfragen.)

Heute morgen überlegte ich noch:

Allerdings war es dann, nach Frühstück und nachdem der RB aus dem Haus war, so hektisch, dass ich gar keine Zeit mehr hatte nervös zu werden. In der Praxis musste ich auch nicht lange warten – außerdem hing mir noch der in der U-Bahn gelesene Text vom verehrten Fräulein nach.

Auf der OP-Liege war ich dann doch etwas aufgeregt, da half es auch nicht, dass mir die Hautärztin, die Stellen erstmal betäubte – denn eine Stelle ist an der Nase und wenn einer so mit einer Injektionsnadel an der Nase rumgepiekt wird, treibt einer das ja die Tränen in die Augen… ob eine will oder nicht. Während das Lokalanästhetikum an Nase und Arm wirkte und die Ärztin die Stellen noch einmal desinfizierte, überlegte ich, ob ich sie bitten sollte, zuerst die Nase zu stanzen. Denn – so überlegte ich – wenn es am Arm doch irgendwie unangenehm sein sollte, würde sich das an der Nase sicherlich noch unangenehmer anfühlen. Aber da war sie schon am Arm zugange und es dauerte keine Minute, da war das erste suspekte Hautstück weg – ohne Schmerzen. Dann ging sie direkt zur Nase über und auch da ging es ähnlich schnell. Noch jeweils ein Pflaster drauf – an der Nase hätte eh nicht genäht werden können und am Arm war es nicht zwingend nötig* – und ich konnte gehen.

Die Pflaster** müssen zwei Tage drauf bleiben …

… und ich soll in zwei Wochen für den Befund anrufen.

———————————
* Wäre nur ein Stich geworden. Aber dann hätte der Faden gezogen werden müssen und ob nun einen kleinen Strich als Narbe oder einen kleinen Punkt … das ist nun wirklich wurscht.

** Unter dem an der Nase juckt es schon.

T-11

Ach, nach ölf kommt ja zwölf und heute ist der Zwölfte und das halbe Internet macht da 12von12. Nur ich machte heute genau KEIN Foto. Hätte ich welche gemacht, hätten sie vielleicht so ausgesehen:

#1: Kind kuschelt sich von rechts an mich ins Bett.
#2: Uhr auf ca. 7h30 (Der RB spielt heute Lerche und verlässt das Haus.)
#3: Kind von hinten auf Roller mit Jeans und Kapuzenjacke (denn es hat empfindlich abgekühlt über Nacht)
#4: Tee, Teller mit Brot und aufgeklappter Laptop (obligates Arbeitsbild)
#5: Zwei volle Wächeständer (nach dem Aufhängen)
#6: Meine wohlsortierte Wäscheschublade* in der Kommode** (habe die gestern besorgten Sortierkästchen eingesetzt)
#7: In Grie Soß ertränkte Fischstäbchen (mein Mittagessen)
#8: Screenshot vom TopVintage-Warenkorb (ich schwöre, ich wollte nur nach einem Petticoat*** gucken)
#9: Ich mit Kopfhörern in den Ohren (Abhören einer mitgeschnittenen Telko, um ein Drehskript zu erstellen)
#10: Leckere**** Spinat-Lachs-Rolle
#11: Schule in der Dämmerung (SEB-Sitzung zu Ende, ab nach Hause)
#12: Huch, doch ein Bild: Der RB und ich sitzen uns arbeitend gegenüber und trinken Wein.

Aber eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich in ölf elf Tagen – sofern die SNCF mich lässt – das Kind nach Paris bringe. Denn in zehn Tagen ist der letzte Schultag vor den dringend nötigen, heiß ersehnten, aber viel zu frühen Sommerferien. Und damit wir uns noch mehr auf die Ferien freuen, sind die nächsten Tage noch ausreichend voll:

  • viel Arbeit (ich)
  • zwei Außentermine in Wiesbaden (ich)
  • Kuchen backen (ich)
  • der Geburtstag vom midi-monsieur (alle)
  • Zwei-Tages-Tour nach Südfrankreich zum Rugbyspielen (das Kind spielt, ich betreue)
  • vier Aufführungen der Theater-AG (das Kind, ich darf eine Vorstellung angucken*****)
  • Rugby-Saison-Abschluss (alle)
  • Koffer packen (ich******)

Und ja, ich freue mich auf die Ferien. Ich freue mich auf drei Wochen kindfrei und auf eine Woche Urlaub mit dem RB. Ich freue mich darauf, dass für vier Wochen kein Wecker mehr um 7h15 oder 8h00 klingeln muss. Hach, und abends mal so verwegene Dinge machen wie Picknick am Main, Kino, essen gehen oder was eine noch so Verrücktes machen kann – zu zweit.

———————————–
* Zum Glück kein Foto, denn meine Schlüppis muss ich nicht dem Internet zeigen.

** Erstmals in meinem Erwachsenenleben habe ich Wäsche und Anziehsachen in einer Kommode.

*** den es nicht in meiner Größe gab

**** Zum Glück hatte ich direkt nach Rollen und loshirschen zur SEB-Sitzung zwei Stückchen gegessen. Den Rest haben der RB und der midi-monsieur inhaliert.

***** Der midi-monsieur war ganz schön geknickt, dass der RB wegen Arbeit nicht dabei sein kann.

****** Das Kind hilft mir.

Räume

Geräumt in diversen Räumen, um Raum zu schaffen. Raum für den Kram vom RB.

Das Arbeitszimmer ist endlich wieder begehbar, das Gästebett ist tatsächlich* schon drin gewesen und wir haben einen Plan**.

In der Küche war ich auch aktiv, …

… auch wenn das auf den Bildern nach sehr wenig Arbeit aussieht, hat mich das ca. 3 Stunden beansprucht.

Nun geht es peu-à-peu weiter, bis alles vom RB da ist.

———————-
* nur völlig zugerümpelt und nicht mehr zu sehen unter den drölf Millionen T-Shirts vom RB und diversem Kram von mir.

** Und müssen zum Möbelschweden.

Aut idem

Die alten Lateinerinnen unter uns wissen: Aut idem heißt „oder das Gleiche“. Und wer schon mal ein deutsches Medikamentenrezept (das rosane) genauer angeguckt hat, der sind bestimmt schon mal die drei Kästchen am linken Rand des Verordnungsfeldes aufgefallen. Da steht nämlich auch „aut idem“ drin. In den meisten Fällen sind diese Kästchen nicht duchgekreuzt. Ja, DURCH- nicht ANgekreuzt.* Sind die Felder nämlich offen, bedeutet das für die Apothekerin, dass das verordnete Mittel durch ein Gleiches – also mit gleichem Wirkstoff, in gleicher Dosierung und Packungsgröße – abgegeben werden kann. Heißt also, da steht vielleicht „ASS Firma XYZ, 500 mg, N1″** darf sie euch auch „ASS Firma ABC, 500 mg, N1“ abgeben. Von welcher Firma das Medikament ist, hängt zum einen davon ab, was die Apotheke gerade vorrätig hat, aber auch von den Rabattverträgen eurer Gesetzlichen Krankenversicherung.***

Aut idem bedeutet jedoch nicht, dass die Apothekerin nach gut Dünken einfach irgendwas rausgeben darf, was eventuell so ähnlich wirkt. Denn im Normalfall hat sich der Arzt bei der Verordnung dann doch ein paar Gedanken gemacht+.

Oder eine Mutter, in dem Fall ich, hat sich Gedanken gemacht, dass ihr Kind so krank ist, dass es einen wirklich – und vor allen Dingen schnell – wirkenden Wirkstoff benötigt. Dadrunter zählen für mich bakterielle Infektionen, die am besten und effektivsten mit Antibiotikum behandelt werden. Und nein, nein, nein, zu einem etablierten, getesteten und zugelassenen Antibotikum gibt es kein Hausmittel-aut-idem. Nein, einfach nein.

Und deswegen habe ich heute – schweren Herzens – den Besuch bei meinen Eltern abgesagt, damit wir mit dem Kind zum kinderärztlichen Bereitschaftsdienst (KiÄBD) fahren können. Denn – ob eine es glaubt oder nicht – ich kenne mein Kind: Ich weiß, wann er wie krank ist. Ich weiß, wann er simuliert. Ich weiß, wann ich mit ihm zum Arzt muss. Auch – oder gerade deswegen – wenn ich mir durchaus zutraue, ihn bis zu einem gewissen Grad mit Hausmitteln oder freiverkäuflichen Medikamenten zu behandeln.**** Und der midi-monsieur war in den letzten Jahren wirklich wenig beim Arzt – eigentlich nur zu U-, Impf- und Kontrollterminen*****.

Aber wenn mein Kind total schlapp von der Klassenfahrt wiederkommt und über Halsschmerzen klagt, die in den folgenden Tagen nicht besser, sondern unerträglicher werden und nur mit Schmerzmittel für ihn erträglich sind, dann ist ein Besuch beim Arzt indiziert. Und wenn das halt am Wochenende ist, dann müssen wir halt einmal quer durch die Stadt zum KiÄBD. Und – tadaaa – mein morgens geäußerter Verdacht wurde bestätigt:

Noch ist es „nur“ eine Angina. Mit Ausschlag wäre es Scharlach.

Ja, dafür „versaue“ ich mir gerne meinen Pfingstsonntag, denn mit Hausmitteln, Pflege und Zuspruch wären wir nicht weit gekommen. Da müssen „härtere“ Geschütze aufgefahren werden:

Nein, ich freue mich nicht, dass mein Kind ein Antibiotikum braucht, aber ich freue mich, dass er eines bekommt, weil er es braucht. Und ich freue mich auch, dass ich leider recht hatte, denn das, liebe Eltern da draußen, gilt für uns alle: Wir kennen unsere eigenen Kinder am besten.******

——————————
*Ist das Feld nämlich in irgendeiner Weise markiert, darf die Apothekerin nur das verschriebene Medikament ausgeben.+
+ Bei berechtigten Bedenken darf die Apothekerin übrigens auch einem offenen aut-idem-Feld „widersprechen“. Aber das auszuführen, führe etwas zu weit.

** Eigentlich blödes Beispiel: ASS wird normalerweise nur noch in 100er- oder 200er-Dosierungen verordnent, nämlich zur Thromoboseprophylaxe.

*** Bei näherem Interesse einfach mal googeln.

**** Und der midi-monsieur wird auch nicht wegen jedem Wehwehchen gleich betüddelt und mit irgendwas Unwirksamen vollgestopft. Manchmal hilft auch einfach zu sagen: „Wer krank ist, braucht Bettruhe und Schlaf. TabletTVSwitch gibt es erstmal nicht.“ und oh, Wunder, es ist alles nicht mehr so schlimm.

***** Kontrolle beim HNO. Ach ja und zweimal wegen Läusen vor 2 Jahren.

****** Und wer sich unsicher ist, gehe bitte lieber einmal zu viel, als zu wenig zum Arzt. Denn die Spätfolgen mancher Infektionen kann kein Laie abschätzen!