Kladde

Gestern suchte ich was. Ein sehr spezielles Stück Tagebuch. Denn neben klassischen Tagebüchern, die ich lange geführt habe, habe ich ein lose Blattsammlung mit Briefen und Listen. Ich suchte sie an der vermuteten Stelle, wo sie nicht war. Dann suchte ich sie im erweiterten Umfeld. Da passierte es

Ich fand viele Dinge Erinnerungen, die ich nicht gesucht hatte, aber die anscheinend gefunden werden wollten.

Und während ich mich immer noch nicht daran traue, meine Tagebücher aus Pubertätszeiten zu lesen, musste ich die beiden Moleskine-Kladden unbedingt aufschlagen.

Die eine enthält tatsächlich sowas wie ein Tagebuch über den damals noch mini-monsieur. Ich habe doch seine ersten Worte aufgeschreiben. Und wann er das erste Mal frei gelaufen ist, habe ich auch dokumentiert. Ich war völlig überwältigt, das zu lesen. War ich doch der festen Überzeugung, dass ich das nicht getan hatte. Es hat mir bislang nicht gefehlt, aber jetzt, sieben Jahre später, finde ich es doch schön, dass ich es festgehalten habe.

Die andere Kladde ist noch älter: nämlich genau 10 Jahre. Und ich bin völlig geflasht von dem, was da drin steht. Ich habe sie gestern abend – fatalerweise – im Bett gelesen. Und wow, da stehen viele kluge Sätze drin. Sätze, die ich heute genauso schreiben würde. Sätze, die ich während der unguten Beziehung zum Kv öfters hätte lesen sollen. Vielleicht hätte ich mich dann nicht so verloren zwischendurch.

Es ist so viel passiert in diesem Jahrzehnt. Wahnsinn. Und klar habe ich mich weiterentwickelt, bin Mutter geworden, habe beruflich einiges durch, wurde geschieden und die Beziehung hat mich auch geprägt. Aber dass mir meine Gedanken von damals wieder bzw. immer noch so vertraut und nah sind, zeigt mir, dass ich wohl wieder „die alte B.“ bin.

Ein gutes Gefühl.

Alltag

Übermorgen hole ich den midi-monsieur wieder. Dann haben wir noch eine Woche Schonfrist, bis der Alltag wieder beginnt.

Und ich bin so ambivalent wie schon lange nicht mehr. Die vier Wochen waren ziemlich lange. Nicht nur für mich. Es war eine Woche zu viel. Ich habe mein Kind zwischendurch sehr vermisst. Natürlich habe ich die kindfreie Zeit auch genossen und vielleicht habe ich mich durch die lange Zeit ohne den midi-monsieur auch ein bisschen zu sehr an meine Freiheiten gewöhnt. So sehr, dass ich jetzt schon überlege, wie ich mir auch in der Standby-Zeit qualitative kindfrei Zeiten verschaffen kann. Und so nachvollziehbar der Gedanke ist, so schäbig komme ich mir dennoch vor. Denn ich freue mich sehr darauf, mein Kind am Freitag wieder in den Arm nehmen zu können.

Ich freue mich auch auf den Alltag. Ich mag die Struktur, die ich dadurch habe. Doch so definiert vieles ist, so variabel sind ein paar andere Dinge. Und ich weiß nicht, wie viel Variabilität ich und auch der midi-monsieur vertragen; wie viel Variabilität ich will.

Objektiv und subjektiv haben wir uns mit allem gut arrangiert und unseren Rhythmus gefunden. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich Stillstand und „das war schon immer* so“ nicht ertrage. Das Leben will bewegt werden, muss in Bewegung bleiben. Doch wo hört Bewegung auf und wo fängt stressiges Durchrütteln an? Und wann ist dann Alltag nicht mehr Alltag?

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* so 4-6 Monate 😆

Gedanken

Ich bin so unfassbar … ja, was eigentlich … traurig, wütend, enttäuscht, auch ein bisschen verzweifelt und vor allen Dingen verständnislos. Die Bilder der letzten Nacht und vor allem die von heute morgen aus der Schanze bewegen mich sehr. Es sind erschütternde Bilder, die ein Bild von Hamburg und letztlich auch Deutschland um die Welt transportieren, das sicherlich nicht nicht wahr ist (sonst gäbe es die Bilder nicht), aber nur einen Bruchteil zeigt. Denn auch wenn gerade Hamburg manchmal etwas nordisch und steif ist, so ist es vor allem tolerant und weltoffen.
Aber die Katastrophenbilder sind so omni- und überpräsent, dass alles, was friedlich verläuft, fast gar nicht wahrgenommen wird.

Und ich frage mich, warum die Ausschreitungen in Hamburg so dermaßen aus dem Ruder liefen. Wer oder was ist Schuld?
Fängt es dabei an, eine politisch höchst brisante Veranstaltung wie den G20 in einer Stadt wie Hamburg machen zu müssen?
Waren die Sperrzonen zu groß, zu restriktiv, dass sich durch die daraus resultierende Verdichtung (Hamburg wird zudem durch Elbe und Alster zusätzlich verengt) die Stimmung dermaßen aufheizen konnte?
War die Hand der Polizei „zu hart“? Hätte sie bewusste Provokationen dulden müssen zwecks Deeskalation?
Und was reitet solche Protest-Hools*, denen es definitiv nur noch um Gewalt und nicht um inhaltliche Kritik und friedlichen Protest geht? Was haben die nicht gelernt? Wie kann man so dermaßen respektlos und gewaltbereit sein?

Ich will und kann die Arbeit der Polizei nicht wirklich beurteilen. Ich war – wie die meisten – nicht vor Ort. Möglicherweise ist da was schief gelaufen; falsche Entscheidungen zum falschen Zeitpunkt.
Aber ich möchte auch nicht in der Haut der Polizisten vor Ort und denen stecken, die mit zum Teil langjährigen Erfahrungen, die Situationen ein- und abschätzen müssen, Kommandos erteilen, Verantwortung für Einsatzkräfte, für die vielen friedlichen Protestierenden, für die Stadt, für die Anwohner und letztlich auch für die Protest-Hools übernehmen.
Wer bin ich, mir anzumaßen, beurteilen zu wollen, ob alles richtig oder falsch gelaufen ist? (Aber wir sind ja auch alle Bundestrainer – vor allem, wenn „unsere“ Jungs verlieren.)
Die Polizei bzw. alle, die am Sicherheitskonzept für diese Veranstaltung beteiligt waren, täten vermutlich gut daran, die Situation(en) so transparent wie möglich aufzuklären und auch ggf. Fehler zuzugeben.

Was die Protest-Hools anbelangt, bin ich wirklich ratlos. Ich versuche einen Nenner Ansatzpunkt zu finden und betrachte das Verhalten als Elter und als ansatzweise reflektierter Mensch. Und ich frage mich, an welcher Stelle was passiert sein muss, damit sich (junge) Menschen so dermaßen radikalisieren, es nicht mehr schaffen, ihre Wut – auf was auch immer – so zu kanalisieren. Was muss passieren, dass Kinder zu so gewaltbereiten und respektlosen Menschen werden? Ich habe nicht das Gefühl, dass es dem sogenannten schwarzen Block um Inhalte geht. Es geht um Gewalt, um sinnlose, völlig ungerichtete Gewalt. Gewalt ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Respekt vor anderen und auch ohne Respekt vor dem Besitz anderer. Gewalt, die keiner – und wohl auch nicht die Ausübenden selbst – verstehen kann und die keiner gutheißt. Und vor allem Gewalt, die nichts, aber auch gar nichts bewirkt, außer dass „von der Sache“ abgelenkt wird und dass eine politische Richtung / Idee in Sippenhaft genommen wird und dadurch von einem (Groß-)Teil der Bevölkerung nicht (mehr) ernstgenommen wird.

Die Protest-Hools wollten dem FRIEDLICHEN, demokatischen und sicherlich auch berechtigtem Protest keinen Dienst erweisen. Aber sie haben ihm einen Bärendienst erwiesen.

Doch zum Glück haben sie den Protest nicht kaputt gemacht – wie die „Hamburg zeigt Haltung„-Demo heute zeigte.

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Heut so

Der ganze Tag ist irgendwie geprägt von den Bildern, die uns aus Hamburg erreichen. Leider schafft es mal wieder eine krawallige und total bescheuerte Minderheit, sich so in den Vordergrund zu drängen, dass jeder friedliche Protest nicht mehr gesehen wird und auch dem, was da in Hamburg besprochen wird, keine Beachtung mehr geschenkt wird.

Zwischen den Bildern frühstückte ich heute morgen später mit zwei jungen Männern aka dem midi-monsieur und seinem Kumpel, schrieb ich einen Text fertig, klärte ich ein Projekt, wusch ich Wäsche, traf ich mich mit einer sehr netten Blogleserin, die Beute gemacht hat, änderte ich den Text, hängte ich Wäsche auf, brachte ich ein Beute-Päckchen zur Post, holte ich das Kind aus dem Hort ab, räumte ich das Zimmer etwas weiter auf, in dem Frau Rabe mit mindestes einem Minion schlafen wird, versuchte ich eine Grillbürste zu bestellen, ärgerte ich mich kurz, dass ich den kurzen Schauer, der die fast trockende Wäsche wieder befeuchtete, nicht wahrgenommen hatte, besorgte ich Essen beim Thai, aß ich mit dem midi-monsieur, fing ich endlich an den Koffer zu packen, kümmerte ich mich, weil mich eine Twitterdiskussion daran erinnerte, um meinen Presseausweis, bestellte ich dann doch noch eine Grillbürste, rief ich zusammen mit dem Kind meine Mutter an, packte ich den Koffer zu Ende und kuschelte ich das Kind in den Schlaf.

Blauäugig

Möglicherweise war es etwas blauäugig zu glauben, dass an einen Montag der Europa Park (da fehlt ein Bindestrich) weniger bevölkert sein würde. Wobei blauäugig dabei auch war, der Überzeugung zu sein, dass ja erst in drei Bundesländern Sommerferien sind (obwohl schon in acht Bundesländern Ferienzeit ist). Blauäugig war möglicherweise auch die Nähe zu Frankreich (wobei die noch keine Ferien haben) und zur Schweiz zu unterschätzen. Auch habe ich etwas blauäugig die Weitläufigkeit des Europa Parks (da fehlt immer noch ein Bindestrich) unterschätzt, als ich dachte: „Ach, von 9 bis 20h00 sind’s 11 Studen. Da werden wir wohl das Meiste sehen können.“ Heute war der Park allerdings nur bis 19h00 auf und wir waren auch erst gegen 9h30 drin.

Aber ein bisschen was haben wir ja doch erlebt:

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  • EP-Express
  • Dancing Dingie
  • Limerick Castle (nur der midi-monsieur)
  • Dschungel-Floßfahrt
  • Arthur
  • Wurzelrutschen (nur der midi-monsieur)
  • Poppy Towers
  • Tiroler Wildwasserbahn
  • Wodan – Timburcoaster
  • Whale Adventures
  • Koffiekopjes (nur der midi-monsieur)
  • Historama
  • Euro-Mir
  • Raumstation Mir
  • Traumzeit-Dome
  • Panoramabahn
  • Volo da Vinci
  • EP-Express
  • Alpenexpress (Coastiality-Variante)
  • Wiener Wellenflieger (nur der midi-monsieur)
  • Fjord Rafting
  • Schweizer Bobbahn

Und wenn ich den midi-monsieur nicht zur Arthur-Bahn (die echt nett gemacht ist) genötigt hätte, wären wir vermutlich in gar keine Achterbahn gestiegen. Allerdings war unser Bedarf an vielen Gs nach der Euro-Mir gedeckt und wir verzichteten gerne darauf, uns am blue fire Megacoaster anzustellen. Der Silver Star kam ja – leider, leider *hüstel* – nicht für uns infrage.

Aber insgesamt war es ein wirklich toller Tag. Sowohl der midi-monsieur als auch ich sind mehrmals über unsere Schatten gesprungen. Das war gut für jeden von uns, aber auch für uns zusammen.

Erschöpft

Ich bin immer noch erschüttert, was da letztens mit der lieben Minusch via Twitter passiert ist. Und so sehr ich verstehen kann, dass sich jemand sorgt, wenn mal etwas länger Ruhe auf einem Account ist – insbesondere auch nach einem solchen Tweet -, so wenig Verständnis habe ich dafür, dass direkt die Polizei eingeschaltet wird.

Ich kann nicht wirklich beurteilen, wie nah diese Menschen Minusch stehen, aber sonderlich nah wird es nicht sein, denn sonst hätten sie andere Wege gefunden, ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen. Am einfachsten wäre wohl anrufen gewesen. Oder sich wenigstens an wen zu wenden, von der oder dem man weiß, dass sie oder er ihr nahe steht. Gleich die Polizei einzuschalten ging gar nicht. Überhaupt nicht!

Aber eigentlich will ich mich gar nicht aufregen. Das obliegt v.a. Minusch und das hat sie ja zum Glück auch gemacht.

Ich will darüber schreiben, dass ich ihren Tweet überhaupt nicht mit auch nur den allerleisesten suizidalen Absichten in Verbindung gebracht habe. Ja, vielleicht hätte man das können. Aber vielleicht hätte man das nur können, wenn man noch nie in dieser Situation gewesen ist. Und damit meine ich in der Situation des Alleinerziehendseins – des ganz endgültigen und ganz alleinigem Alleinerziehendseins. Ja, das klingt dramatisch. Aber ganz ehrlich: Es ist auch dramatisch. Vor allem am Anfang. Der Mensch ist schließlich ein Gewohnheitstier.

Denn egal, wer sich von wem trennt, man ist von jetzt auf gleich alleinerziehend. Man kann nicht probehalber alleinerziehend sein (und temporär mit den Kinder alleine zu sein, weil der Partner nicht vor Ort ist, gibt sicherlich Einblick in die „Miesere“, hat aber trotz allem eine ganz andere Qualität). Man kann sich vielleicht, wenn man der trennende Part ist, eine zeitlang mit dem Gedanken anfreunden, aber was es wirklich bedeutet, weiß man erst, wenn die Trennung vollzogen ist.

Ja, so eine Trennung kann manchmal befreiend sein und war – in meinem Fall – auch überfällig. Beziehungen können zerstörerisch sein. Aber nur weil die Trennung, richtig, wichtig oder gar lebensrettend ist, ist man in seinem Alleinerziehendsei nicht weniger allein.

Und man steht allein vor einem Riesenberg:

  • Wie erkläre ich es den Kindern*? Was macht es mit ihnen?
  • Wie geht es finanziell weiter?
  • Wann sehen die Kinder den Vater**?
  • Wie organisiere ich unseren Alltag neu?

Und das sind nur die wichtigsten Fragen, wenn man es schafft, sich halbwegs zivilisiert und einvernehmlich zu trennen.

Doch das ist selten der Fall. Meist kommen viele Frage, Baustellen und Nebenschauplätze dazu:

  • Müssen wir umziehen? Wo finden wir eine schöne günstige Wohnung?
  • Ich will die Kinder nicht aus ihrem Umfeld reißen?
  • Warum kommt der Papa nicht? Warum dürfen wir nicht zum Papa?
  • Wieso schafft es der Ex immer wieder, mich auf die Palme zu bringen?
  • Ich kann nicht Vater und Mutter gleichzeitig sein.
  • Warum zahlt der Kv nicht?
  • Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen.
  • Wo finde ich eine gute Familienanwältin?
  • Warum ist das Jugendamt so doof?
  • Warum muss ich allesallesalles alleine machen und entscheiden?
  • Bekomme ich die Unterschrift vom Kv?
  • Gerichtstermine
  • Warum kann er sich verdammt nochmal nicht an Vereinbarungen halten?
  • Meine Kinderkranktage sind aufgebraucht und nun liegt schon wieder eins fiebernd im Bett?
  • Warum sind Oma und Opa so weit weg?
  • Scheidungsverfahren
  • Ich müsste dringend was für mich tun.
  • Warum kommt denn jetzt noch ein Mist dazu?
  • Klar kann man ner Alleinerziehenden kündigen. Warum auch nicht?!
  • Geschwisterkinder von Alleinerziehenden-Kindern bei der Betreuungsplatzvergaben? Die haben sie doch nicht mehr alle.
  • Elternabend 1, 2, 3, 4 und ganz viele.
  • Das Geld reicht hinten und vorne nicht.
  • Ich kann keine Formulare mehr sehen.
  • Warum darf sich der Kv die Rosinen rauspicken?
  • Die Kinder wollen den Vater nicht sehen. Und ich bin wieder die Dumme.
  • Ich muss funktionieren.
  • Wunden lecke ich dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Diese und noch viele andere Fragen, Aufgaben, Gedanken laufen den GANZEN Tag irgendwie mit. Mal mehr und mal weniger präsent. Dazu kommen noch die ganz banalen Alltagsdinge wie:

  • pünktlich aufstehen
  • ALLE zeitig loskommen
  • Hygiene
  • Essen
  • Einkaufen
  • Wäsche waschen
  • Putzen
  • Freizeitaktivitäten
  • Vorlesen / Gute-Nacht-Rituale
  • zusammen spielen

Da ist irgendwann einfach mal das Limit erreicht. Da kann man nicht mehr. Dann ist man fertig, einfach nur abgrundtief fertig und erschöpft. Und ja, sowohl physisch als auch emotional. Das belastet, das tut weh. Ja, man ist müde. UN.END.LICH müde!

Aber man ist nicht lebensmüde! Alleinerziehende sind nicht lebensmüde.

Denn da sind die Kinder, für die man sorgen und da sein will. Für die man eine Verantwortung hat. Für die man sich wünscht, dass es ihnen gut geht. Die man schlicht und einfach liebt. Und die man nicht, niemals nie allein lassen will.

Und wer helfen möchte, dem empfehle ich:

Alternativ darf auch angeboten werden, in der Wohnung klar Schiff zu machen, zu kochen oder einzukaufen, damit die Alleinerziehende auch einfach mal Zeit für ihre Kinder hat.

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* Ich wähle hier mal den Plural, damit ich mich nicht in tausend Sternchen, Klammern und Schrägstrichen verheddere.

** Auch hier der einfachheithalber das „klassische“ Modell: Die Kinder bleiben bei der Mutter.

Menschen, Tiere, Emotionen

Gestern dachte ich kurz darüber nach, ob wir ein Haustier „brauchen“. Dieser Gedanke dauerte höchstens eine Sekunde. Dann besann ich mich wieder. Nein, für noch ein Lebewesen möchte ich keine Verantwortung tragen. Kann ich nicht. Also könnte ich schon, wäre aber emotionaler Selbstmord.

Mir reicht die Verantwortung, die ich für den midi-monsieur und für mich tragen muss.

Und mir reicht es gerade auch, dass ich dabei mit Menschen agieren muss und auf Menschen angewiesen bin, die vom Karma her wohl als Amöbe, ach, was kann die Amöbe dafür Mücke* wiedergeboren werden.

Ich habe gerade keinen Bock auf Menschen, die mich emotional stressen. Die an mir zerren. Die mich ignorieren. Die unehrlich sind.

Umso verwunderlicher ist es, dass ich mich tatsächlich darauf gefreut habe, dass der Kv ab heute da ist.

Obwohl, wenn ich ehrlich bin, entlastet er mich meistens ja schon, indem er für den midi-monsieur da ist. Und das verschafft mir tatsächlich etwas Luft und Ruhe und nimmt mir etwas Verantwortung.

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* Mücken mag ja nun wirklich keiner. Höchstens Fledermäuse.