Nachhängen

Seit Montag hängt mir ein Gedanke nach, der durch einen gestern Abend (korrekterweise heute morgen früh) geguckten Film verstärkt wurde.

Einer meiner beruflichen Schwerpunkte sind onkologische Themen, also Krebstherapien. Ich muss mich in dem Zusammenhang mit den Leitlinien zu der jeweiligen Krebsart und Studien zu dem jeweiligen Medikament beschäftigen.

Allein das macht sehr demütig und dankbar für die eigene Gesundheit.

Doch – sicherlich auch durch die abstrakte und rein wissenschaftliche Dauerpräsenz dieser Thematik, die immer wieder von realen Fällen gepusht wird – frage ich mich regelmäßig: „Was wäre, wenn ich die Diagnose Krebs bekäme?“ Wie würde ich reagieren. Wie würde ich Therapien gegenüberstehen. Weiß ich zu viel?

Sicherlich hängt viel von der Krebsart ab. Von einigen Entitäten habe ich nur rudimentäre Ahnung. In anderen bin ich dafür halt sehr tief drin. Und ich stelle mir vor, ich „müsste“ dem Arzt, der mir bei einer solchen ein mir bekanntes Medikament erklären will, sagen: „Ich kenne alle (relevanten) Studien dazu.“ Und würde ich, wenn ich wüsste, wie gut oder halt auch nicht so gut die Therapie (oder irgendwelche Alternativen) meine Prognose verbessert, die Behandlung ablehnen? Oder würde ich hoffen (wollen), dass ich zu den wenigen gehören, bei denen das Medikament bestens anschlägt?

Schwerer Gedanke. Und auch abstrakt – zum Glück. Aber trotzdem will ich ihn nicht wegwischen. Soll er mir ruhig etwas nachhängen.

Kryptik deluxe

Meine Tweeps sind schon etwas nöckelig irritiert, weil sich in den vergangen 24 Stunden kryptische Tweets meinerseits häuften (naja, 2 von 24 ohne Replies und unzitierten Retweets). Und davor gab es vielleicht auch mal ein oder zwei verstreute. Wobei sich diese (ältern) voraussichtlich für die meisten aufgeklärt haben könnten.

Zu den aktuellen kann ich nur sagen: Es brennt mir unter den Nägeln, mehr dazu zu schreiben. Aber so extrovertiert ich bin, SOOO extrovertiert bin ich dann doch nicht. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Vielleicht sehe ich das in einer Woche anders und auch entspannter. Vielleicht ergibt sich daraus auch nochmal ein ganz anderes Thema.

Noch muss ich sehr darüber lachen, was mir gerade so passiert. Dieses komische Leben, das irgendwie immer wieder neue Überraschungen bereit hält. Ich mag das. Ich mag mein Leben. (Es bleibt mir ja auch nicht viel übrig, ich habe nur dieses. Aber ich mag’s halt auch.)

Und für noch ein wenig mehr Kryptik: Es ist überaus praktisch, wenn anatomische Unwägbarkeiten durch – deutlich besser als gedacht – trainierte Muskeln ausgeglichen werden können. Sonst wäre mein Sonntag wohl anders verlaufen.

Freude schenken

Es ist ja (naja, eigentlich nicht wirklich) erstaunlich, wie sehr einem diese Menschen aus dem Internet ans Herz wachsen können. Man freut sich mit, man weint mit, man trauert mit, versucht – zumindest virtuell – in den Arm zu nehmen, fiebert mit und fühlt sich ganz einfach verbunden. Denn im Normalfall steckt hinter jedem den meisten SocialMedia-Accounts ein echter Mensch. Und wenn dieser authentisch postet und twittert, dann ist es letztlich egal, ob man sich „nur“ virtuell kennt. (Und meist trifft man sich ja dann doch mal real.)

Und so war mein Tag heute ein bisschen davon überstrahlt, dass der Freundinnenkreis „Paketdrama“ es geschafft hat, der lieben Frau Rabe, die ja nicht mehr nur virtuell ist, ein Lächeln und einen kleinen Verschnaufer im PhD-Arbeitssuch-und-überhaupt-Stress zu verschaffen.

❤💛💚💙💜

Kann ab

Orrr, dieses blöde Knie. Das rechte. Das linke ist ja halbwegs brav. Aber das rechte zickt. Und es zickt viel. Es gibt ziemlich viele Bewegungen, die es angeblich nicht mag.

Und ich muss ehrlich sagen, es nervt mich. Es nervt mich, weil ich Schmerzen nach dem Wandern, zum Teil auch nach dem Radfahren habe. Es schmerzt, wenn ich zu oft und/ oder zu lange mit Absätzen > 5cm rumlaufe. Und es zickt rum, wenn ich mein seit ein paar Wochen laufendes tägliches Sportprogramm absolviert habe.

Und das blöde Knie zickt nicht nur kurz unter der Belastung, sondern halt noch eine Weile danach. Aber ich habe keine Lust und würde vermutlich auch durchdrehen, mich von dem Knie – haha – in die Knie zwingen zu lassen. Ich muss mich bewegen. Ohne Bewegung werde ich unleidlich. Und ohne Bewegung wird auch das Knie unleidlich. Also noch unleidlicher als mit Bewegung.

Vielleicht frage ich beim nächsten Termin den Orthopäden. Wobei ich eigentlich nicht wissen will, dass das Knie halt eine Arthrose hat. (Und dass dagegen nicht so viel hilft, außer (schonende) Bewegung und evtl. Hyaluronsäure. Und dass es auch mal auf eine OP hinauslaufen kann.)

Mucksmäuschenstill

Ich hatte mich so gefreut, als mich Mama Schulze schon vor Urzeiten zur Premiere ihres ersten Buchs „Alles wie immer, nichts wie sonst“ einlud. Direkt organisierte ich die Babysitterin und freute mich vor.

Dann fing die Schule an und mein Vorfreude wurde jäh beendet, weil auf den einzigen mit Babysitter verplanten Abend im September der Klassenelternabend gelegt wurde. Höchst ärgerlich.

Dann erhielt ich ja am Dienstag die für mich frohe Botschaft, dass der Elternabend doch nicht stattfindet. Ja, ich freute mich sehr. Die Babysitterin stand ja eh für den Abend und für Mama Schulze und ihre nette Verlagsbetreuung war es kein Problem, dass ich so kurzfristig wieder dabei sein wollte.

Heute war es soweit. Und nein, es ist kein wirklicher Spoiler, wenn ich sage, dass der Elternabend sicherlich nicht so ein schönes Abendvergnügen gewesen wäre. Auch wenn ich etwas gehetzt ankam, weil ich spät dran war, weil die Babysitterin zu spät war und weil ich mit dem midi-monsieur zuvor noch Stress hatte. Und weil ich Zuspätkommen einfach doof finde, auch wenn es nicht so schlimm war. (Und dramatisch zu spät war ich ja auch nicht.)

Nach ein bisschen Smalltalk bei Sekt und Essen ging es auch bald los. Die arme Julia war so erkältet und für jeden anderen Job hätte sie sich wohl ins Bett gelegt und nicht auf ein Agentursofa vor einem Matratzensitzlager gesetzt und aus ihrem Buch vorgelesen. Aber Adrenalin macht ja bekanntlich viel vergessen.

Zur Unterstützung hatte sie sich ihren Mann an die Seite geholt und man konnte ohne Weiteres sehen, was für ein tolles Team und Paar die beiden sind. Und hören konnten wir es auch. Er übernahm nicht nur seine wörtliche Rede, wenn sie vorlas. Was die Passagen besonders lebendig werden lies. Sondern er las auch einige der ausgesuchten Passagen, als die Erkältung Julia keine Wahl lies.

Die Passagen waren toll ausgewählt und noch toller vorgetragen. Und der Text ist toll. Es hörte sich an, als würde eine Freundin bzw. ein Freund einem etwas erzählen und nicht, als würde uns gerade vorgelesen.

Und auch wenn wir an einigen Stellen lachen durften, so waren wir alle so in den Bann gezogen, dass es immer, wenn gelesen wurde, mucksmäuschenstill wurde.

Ich freue mich schon darauf, das Buch, das ich mir natürlich habe signieren lassen, zu lesen.

Danke für den schönen Abend!

Bequemlichkeit

Frau Brüllen sorgte dafür*, dass ich mich heute nicht nur hinsichtlich der #Weltkrigesbombe in Frankfurt sorgte und teilweise aufregte, sondern auch darüber echauffierte, dass Frauen, die eigentlich gute Voraussetzungen (bildungsnahes Elternhaus, Abitur, Wunsch zu studieren) haben, einen Mann kennenlernen, das Hirn ausschalten und sich für eine Beziehung/ ein Familienleben entscheiden, das die Bemühungen der letzten 50 Jahre ad absurdum führt.

Nein, natürlich kann ich keiner Frau vorschreiben, wie sie ihre Beziehung zu führen hat. Aber hin und wieder darauf hinweisen, wie sehr sich die eine oder andere in die Tasche lügt, sollte man durchaus schon.

Und das ist mein Dilemma an Theresas Dilemma. Denn sie hat kein Dilemma als Frau, sondern ein Dilemma mit ihrer selbstgewählten Entscheidung. Wohlwollend könnte man noch von jugendlichem Leichtsinn bzw. jugendlicher Unwissenheit sprechen, aber ganz ehrlich: NEIN. Ich bin es leid, zu „entschuldigen“, dass vermeindlich gebildete Frauen nicht absehen können, was passiert, wenn sie keine Ausbildung beenden. Oder wenn sie komplett zurückstecken, damit der Mann seinen Stiefel durchziehen kann, und für sie nur der (latent prekäre) 450-Euro-Job bleibt, der essentiell für die Familie ist, aber noch auf die ganze Familien- und Hausarbeit draufkommt.

Ich hätte mich nicht so über den Text und Theresa aufgeregt, wenn sie zu ihrer Entscheidung pro Familie stehen würde und nicht ihren verpassten Chancen hinterhertrauen und ihrem Mann die gegebenen Chancen neiden würde. Ich weiß, dass Beziehungen Komisches mit einem anstellen können, aber dennoch unterstelle ich jetzt einfach mal, dass sie die Entscheidungen bei vollem Bewusstsein getroffen hat.

Wenn Theresa also sagen würde „Ja, ich will für die Familie da sein“ und dann ein Dilemma mit dem System hätte, das ihre Care-Arbeit nicht würdigt – denn das ist ein wirkliches Dilemma -, dann wäre ich mit ihr mitgegangen.

Denn das ist tatsächlich eine Krux: Wir haben heute viele Optionen, wie wir unsere Paarbeziehungen und unser Familienleben gestalten wollen. Auch das ist ein Verdienst der feministischen Bewegungen des vergangenen halben Jahrhunderts. Wir können wählen zwischen Kinder oder nicht, Ehe oder nicht, beide arbeiten voll, beide arbeiten Teilzeit, eine*r arbeitet TZ, eine*r VZ, eine*r ist ausschließlich für den Unterhalt und eine*e für Haushalt (und Kinder) zuständig.

Doch letztlich ist nur eine wirkliche Gleichberechtigung gegeben, wenn beide so erwerbstätig sind, dass sie auch ohne den anderen überleben könnten.** Sobald das nicht gegeben ist, besteht wieder eine Abhängigkeit wie in den 1950er. Sobald sich Familien für das klassische Ein-Ernährer-Modell entscheiden, hat der Part, der die Care-Arbeit leistet, das Nachsehen: Am Ende vieler Jahre steht sie (selten er) ohne Rente und finanziell absolut abhängig vom Ehepartner da.

DAS ist aber auch kein Dilemma mehr, sondern ein existentielles systemisches Problem. Denn welche Möglichkeiten haben Paare, denen das Ein-Ernährer-Modell wichtig ist? Dieses Modell zwingt mehr oder weniger zur Ehe, weil sonst der nicht-verdienende Part komplett vor dem Nichts (z.B. keine Krankenversicherung) stünde. Aber muss bzw. sollte der Verdiener ein Gehalt an den anderen zahlen? Oder wenigstens für eine Rentenversicherung? Dafür könnte zumindest der finanzielle Vorteil aus Steuerklasse 3/ Ehegattensplitting verwendet werden. Aber ist es nicht letztlich Aufgabe des Systems, Familien – egal in welcher Form – so zu fördern, dass sie sich wirklich frei entscheiden können?

Und was ist mit Daniel?

Ich kenne nur wenige Männer, die von sich aus zurückstecken würden, damit die Frau Karriere machen sich mit Abinachmachen und Studieren selbstverwirklichen kann. Das ist genehm(igt), solange der Mann selbst nicht zu kurz kommt und die Frau den Mann nicht (übermäßig) übertrumpft.

Auch wenn vom Feminismus mittlerweile die meisten Männer etwas gehört haben, so haben ihn nur sehr wenige verinnerlicht. Was ich ihnen auch nur bedingt verdenken kann. 50 Jahre sind nichts. Gerade mal eine Generation. Und wie sollen Männer etwas verinnerlichen und umsetzen, das zum einen ihre bequeme und anerzogene*** Welt durcheinander bringt und das zum anderen auch noch nicht einmal alle Frauen verinnerlicht haben und anscheinend auch nicht allen wichtig ist****.

Natürlich hätte er sagen können, dass er sich um seine Kinder, die er mit in die Beziehung brachte, primär selbst kümmert. Er hätte darauf bestehen können, dass Theresa ihre Ausbildung zu Ende macht (und bis dahin ausreichend verhüten). Er könnte insistieren, dass die jüngste Tochter bereits in die Kita geht und somit seine Frau endlich Zeit zum Studieren hat.

Theresa und Daniel müssten sich selbst und gegenseitig viel mehr in die Pflicht nehmen. Aber es scheint, dass die Bequemlichkeit – bei beiden (!) – letztlich obsiegt. Das ist nicht zwingend schlimm, aber es ist verwerflich, wenn man nicht dazu steht.

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* Den ganzen Thread zu lesen, lohnt sich:

** Damit meine ich nicht die ausgemachte Gleichberechtigung zwischen den (Ehe-)Partnern. Auch im klassischen Ein-Ernährer-Modell kann Gleichberechtigung bestehen, wenn beide Partner die Arbeit des anderen wirklich anerkennen, wertschätzen und nicht neiden.

*** Seien wir mal ehrlich, während viele Frauen meines Alters durchaus mit feministischem Gedanken erzogen wurden, konnten die Mütter bei den Söhnen nicht immer aus ihrer Haut.

**** Zur Not sucht er sich halt ein Mäuschen für Heim und Herd. Und bevor frau DEN Mann an so eine verliert, macht sie das Spiel halt mit. „Bestimmt“ wird er sich mit der Zeit ändern. *hust*

40 Jahre

Am 1. Juli 1977 (ich war fast 6 Monate alt) trat in Westdeutschland das „Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts“ in Kraft. Das ist gerade mal 40 Jahre her. Das ist NICHT lange. (Und das sage ich nicht nur, damit ich mich nicht alt fühle.)

Dieses Gesetz ist DAS Gesetz, das uns „modernen Frauen“, die Wahlmöglichkeiten im Leben ermöglicht, die wir heute haben. Das uns das Recht sichert, arbeiten zu gehen, ein eigenes Konto zu haben, NICHT per Gesetz für Haushalt und Familie zuständig sein zu MÜSSEN und auch den eigenen Namen bei Heirat zu behalten*. Insbesondere, wenn wir in einer Ehe leben wollen. Aber letztlich ist durch dieses Gesetz der Weg geebnet worden dafür, dass wir Frauen uns auch problemlos gegen die Ehe entscheiden dürfen, dass wir (fast) ohne Stigmatisierung alleinerziehend sein dürfen, dass wir allein leben dürfen, dass wir nicht schief angeguckt werden, wenn unser oberstes Ziel nicht ist, als Heimchen am Herd zu enden. Letztlich, dass Frauen und Männer – ob verheiratet oder nicht – gleichberechtigt sind.

Und dieses Gesetz besteht erst seit 40 Jahren.**

Ich finde, dass wir das nicht genug würdigen können. Wir können auch der Generation vor uns – bei vielen sind es die eigenen Mütter – nicht genug danken, dass wir – sofern wir verheiratet sind – nicht mehr von der Gunst des Mannes abhängig sind. Und zwar gefühlt für alles.

Wir „modernen Frauen“ kennen es gar nicht anders, als dass Frauen und Männer offiziell und qua Gesetz gleichbrechtigt sind. Und während in der einen oder anderen Herkunftsfamilie diese Neuerung sicher nicht gelebt wurde, so hatte dennoch jede Frau (und letzlich auch jeder Mann), die nach 1977 geboren wurde oder heiraten wollte, die Möglichkeit, den Gleichberechtigungsgrundsatz in ihrem Leben zu verankeren. Doch – und es mag an der Sozialisierung liegen – sind viele Beziehungen noch immer nicht gleichberechtigt***. Gründe dafür gibt es viele, aber es ausschließlich dem Patriarchat zuzuschreiben, ist mir zu einfach. (Und nun zitiere ich mich selbst:)

Wir vermeintlich modernen Frauen – also diejenigen, deren Mütter die 1968er bewusst miterlebt haben – setzen uns da allzu gerne aufs hohe Ross. Ganz ehrlich: Unserer Generation geht es einfach zu gut. Wir haben es uns jahrelang bequem gemacht mit dem, was unsere Mütter erreicht haben. Uns wurde jahrelang gesagt, dass wir emanzipiert seien. Dabei ruhen wird uns auf Lorbeeren aus, von denen wir noch nicht mal wissen, wer sie gepflanzt hat. Gießen und pflegen? Warum denn? Die sehen doch noch ganz gut aus. Und solange ICH machen kann, was ICH will, und MIR nichts angetan wird, was ICH nicht will, ist es doch egal, wie es meiner Nachbarin geht.

Ich glaube, dass Frauen noch mehr fordern sollten. Es gibt, glaube ich, nur wenige Männer, die von sich aus die tradierten Rollenbilder*** verlasse. Aber ich glaube, dass es ein paar mehr Männer gibt, die es täten, wenn Frauen es vehementer einfordern würden.

Ähnliches gilt auch im Job. Da sind Frauen nicht Arbeitnehmer zweiter Klasse, sondern genauso gleichberechtigte Arbeitnehmer wie Männer.

Wir sind die Frauen, die die Rechte, die uns unsere Mütter von 40 Jahren erkämpft haben, weiter mit Leben füllen müssen. Unsere Mütter erlebten diese Rechte zum Teil nur theoretisch. Wir sind die Praxis. Und wir müssen diese Rechte praktizieren, damit sie nicht wieder „nur“ ein theoretisches Konstrukt werden, um irgendwann wieder obsolet zu sein.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und 40 Jahre sind keine Zeit, um aus einem Gesetz eine „neue“ Gewohnheit zu machen.

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* Bis 1977 war der Ehe- und Familienname IMMER der Name des Mannes; ab 1957 waren Doppelnamen für die Frau gestattet. Dass Ehepartner getrennte Namen führen dürfen, ist erst seit 1993 verbrieftes Recht.

** Das Frauenwahlrecht gibt es übrigens seit 1918. Also im nächsten Jahr 100 Jahre.

*** Nur, dass die die Frau auch arbeiten geht, ist keine wirkliche Gleichberechtigung. Dass es immer noch mehrheitlich Frauen sind, die für Care-Arbeit in Teilzeit gehen, ist erst recht keine Gleichberechtigung. Und dass letztlich der Haushalt (neben dem Job) immer noch an den meisten Frauen hängen bleibt, hat gar nichts mehr mit Gleichberechtigung zu tun.