Man könnte meinen

… ich wäre in irgendwelchen Dürre-/ lebensmittelknappen Zeiten oder Krieg groß geworden. Vielleicht steckt es auch einfach epigenetisch in mir drin, dass ich zum einen Lebensmittel nur ungern wegschmeiße (und ich möchte hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass im Ausdruck „Mindesthaltbarkeitsdatum“ mindest(ens) steckt. Das Lebensmittel ist also auf jeden Fall bis zu diesem Datum haltbar und setzt nicht unmittelbar eine Minute nach Mitternacht eine dicke Schimmelschicht an.) und zum anderen viele Kochüberbleibsel grundsätzlich (erst mal) aufhebe, denn daraus kann man bestimmt noch was machen.

Nunja, wir haben jetzt halt Orangenbaiser aus drei Eiweiß vorrätig (weil ich mich gestern nicht von den Eiweißen, die beim Eismachen übrige blieben, trennen wollte).

Kräfte

Es ist erstaunlich, was so Kräfte zehrt. Vielleicht ist es Einbildung, aber seit das Implantat weg ist, geht es mir besser. Und ich habe wieder Kräfte. Klar muss ich damit haushalten, denn urlaubsreif bin ich immer noch, aber ich fühle mich nicht mehr so blockiert.

Erstaunlich ist auch, was noch so Kräfte freisetzt: Eine Freundin wird heute Nacht kommen und das sorgte tatsächlich dafür, dass ich im Wohnzimmer, in der Küche (zu 80%, aber immerhin gewischt), im Bad und im Gästezimmer endlich mal wieder klar Schiff gemacht habe. Eine Leistung, die ich mir Anfang der Woche schon gar nicht mehr zugetraut habe.

Möge es bitte so bleiben, bis ich endlich frei machen kann.

Aber vielleicht starte ich doch mal eine Petition, dass alle Alleinerziehenden einmal pro Monat ein Tag Putzdienst bezahlt bekommen.

Technik

Ich habe mir letzens einen neuen Stabmixer gegönnt. Der alte tut es zwar noch, aber nicht immer so, wie er soll. Und jetzt in der Grie-Soß-Saison kann ich mit keinen Ausall erlauben.

Der Router spinnt. Er ist wohl in die Jahre gekommen. Nun bekomme ich einen neuen. Bald. Hoffentlich.

Der Laptop qualifiziert sich auch so langsam für eine Erneuerung. Er ist nun auch mehr als 3 Jahre alt. Und seit knapp 2 Jahren arbeite ich mit ihm.

Das smarte Phone muss zwar noch nicht unbedingt ausgetauscht werden, aber hier und da hakelt es. Und nun überlege ich, ob ich eine Vertragsverlängerung nutze.

Das Kind hat ja ein Tablet. Und ein bisschen neide ich es ihm. Vielleicht schaffe ich mir irgendwann auch eins an. (Aber vorher fahre ich in Urlaub. Urlaubsreif … ihr wisst schon.)

Was heute gut war

Immer nur jammern ist auch nicht gesund. Und irgendwas Gutes passiert ja doch immer. Und wenn es nur die kleinen Dinge sind:

  • pünktlich wach werden
  • mit mir frühstücken, dabei von der Bedienung quasi mit einen großen Latte Macchiato begrüßt werden
  • die Job-Kröte etwas bearbeiten
  • verständiges Kind
  • mich hinlegen können
  • Markt mit Waffel und Himbeer-Schnäppchen
  • mich hinlegen können
  • Lasagne vorbereiten und dabei zum ersten Mal den Fleischwolf benutzen
  • mich hinlegen können
  • leckere Lasagne essen
  • Olchis vorgelesen bekommen
  • leckeren Nachtisch essen
  • Lasagne- und Sugo-Reste zum Bevorraten
  • Kraft zum Wäscheaufhängen haben
  • mit dem Kind Asterix gucken

Wenn ich halbwegs früh ins Bett komme, kann ich darauf hoffen, daß morgen wieder besser wird – also, dass es mir wieder besser geht.

(Urlaubsreif bin ich weiterhin und ich habe schlimme Sehnsucht nach Meer und Wind.)

No’minime

Na, wer hat’s erkannt?!*

Ja, der midi-monsieur sieht mir durchaus ähnlich. Nicht dass ich es wollte, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass er mein Kind ist.

Dennoch würde ich nie auf die Idee kommen zu sagen, dass er mein Mini-Me wäre. Allein schon, weil ich diesen Ausdruck total bescheuert und auch abwertend finde. Denn ein Kind ist erstmal ein Kind und vor allem eine eigene Persönlichkeit. Ein Kind ist und kann niemals das Abziehbild eines wie auch immer schon ausgereiften Erwachsenen sein. Wie auch – rein genetisch schon mal nicht und von den prägenden Erfahrungen mal ganz zu schweigen.

Aber mal abgesehen vom Äußerlichen ist der midi-monsieur mir in vielen Punkte sehr unähnlich. Und nein, das sind auch keine unliebsamen Eigenschaften des Kv, die beim Kind zu tragen kommen. Der midi-monsieur ist einfach der midi-monsieur. Und das ist nicht nur, wie es ist, sondern das ist auch gut so.

Für ihn. Und auch für unsere Beziehung.

Da er mir so unähnlich ist, muss ich mich bewusst in ihn reinfühlen. Ich kann ihm keinen Rat geben, den ich mir geben würde. Seine Zwischentöne klingen anders als meine. Seine Gläser sind teilweise gar nicht gefüllt, während meine fast überlaufen.

Ich möchte ihn nicht ändern. Ich kann es auch gar nicht. Auch wenn ich ihm manchmal, wenn er das Leben mal wieder schwer nimmt**, wünsche, er wäre mir charakterlich ähnlicher.

So kann ich ihm „nur“ zeigen, wie er manche Situationen auch sehen könnte, wie bestimmte Erlebnisse noch betrachtet werden können.

Er wird seinen Weg gehen (müssen). Als er. Und auch wenn ich’s gerne wollte: Ich kann die Schritte nicht für ihn machen. Ich kann bei ihm bleiben und stützen, schützen, beraten, aber ich werde ihn auch alleine gehen lassen (müssen).

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* Not-Mini-Me
** und es für ihn auch wirklich schwer (zu ertragen) ist

Tauschgang

Der am 12.11.15 gekaufte Duschschlauch ist kaputt. Warum ich das Datum so genau weiß?! Weil ich damals 12von12 mitmachte. Und was ich auch noch genau weiß: Dieser an dem Tag zweite gekaufte Duschschlauch hatte eine ziemlich lange Garantie. Ich höre jetzt noch die Verkäuferin: „Bewahren Sie die Quittung gut auf, der hat Garantie.“ Jahaaa, die Stimme hab ich noch im Ohr. Die Quittung aber ist verschwunden. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich sie letztens noch in der Hand hatte. Vermutlich, um sie wegzuschmeißen. *seufz*

Wie auch immer: Der Duschschlauch ist undicht. Und zwar nicht an der Dichtung, sondern irgendwo. Keine Ahnung, was er hat, aber es gehen sicherlich 30 % der Wassermenge verloren, bevor sie durch den Duschkopf fließen konnten. Also brauchte ich einen neuen Duschschlauch. Und weil ich unseren kleinen Baumarkt mag und vermute, dass die ja nichts für den Dekekt können, bin ich da heute wieder hin. Kurz dachte ich, dass ich mit dem kaputten Ding hingehen könnte und vielleicht diskutieren könnte, dass ich den Schlauch ja da gekauft hätte, aber die Rechnung nicht mehr habe. Ja, ich könnte auch in meinen Kontounterlagen gucken, ob ich damal mit Karte gezahlt habe – so als Beleg. Aber das war mir jetzt alles zu aufwändig. Also hin, neuen Schlauch mit langer Garantie (10 Jahre!) holen und gut. Und den alten dann in einem halben Jahr mit der neuen Rechnung umtauschen.

Dann musste ich auch noch in die Stadt. Auf die Zeil. Weil ich letztens mal NICHT im Internet bestellt habe, sondern den stationären Einzelhandel unterstützen wollte. Blöderweise war es ein Fehlkauf. Das Gekaufte ist leider nicht universell einsetzbar, sondern nur für eine spezielle Marke. Sowas hasse ich ja. (Genauso wie diese blöden eigenen Ladekabel vom Apfel. Sollen die doch einen Jodelkurs machen für was Eigenes.) Also brachte ich es zurück in den Laden und bekam … tadaaaa … einen Gutschein. Für diese eine spezielle Marke. Nochmal Hass. Ja, der Händler hat damit das Recht auf seiner Seite. Aber da muss sich keiner wundern, dass mehr und mehr im Internet gekauft wird: Da, in diesem komischen Internet, kann ich nämlich einkaufen, wann ich will. Da brauche ich mich nicht mit anderen Menschen rumplagen. Da muss ich mich nicht ärgern, dass irgendwer das Oberteil in meiner Größe unauffindbar weggehangen hat oder dass der linke Schuh im Karton nicht die gleiche Größe hat wie der rechte. (Beides schon erlebt.) Da kann ich meistens relativ gut vergleichen. (Von) Da bekomme ich das Zeug an die Tür geliefert. Da(hin) kann ich das Bestellte im Zweifelfall zurückschicken und bekomme mein Geld zurück und muss dafür noch nicht einmal wieder zu irgendeinem Laden zurück.

Wenigstens habe ich mich so bewegt und war an der frischen Luft, habe unterwegs Dinge eruiert und habe Menschen angelächelt.