Erstaunlich

Nein, es ist nicht wirklich erstaunlich, was es mit mir macht, wenn ich nicht den ganzen Tag auf Kind-Standby bin. Ja, es ist erholsam, wenn ein zweiter Erwachsener, derzeit der Kv, da ist und sich um den midi-monsieur kümmert.

Weil der Kv nach dem Rugby-Turnier mit dem Kind auf den Spielplatz ging, konnte ich schlafen. Was dringendst nötig war.

Sonst hätte ich danach nicht einkaufen gehen, nicht Essen machen, nicht in der Küche endlich mal klar Schiff machen und nicht eine Quiche vorbereiten können, weil ich von der gestern gebackenen heute nichts bekommen habe, aber seitdem Lust auf Quiche habe.

Und trotzdem finde ich den Gedanken, dass hier dauerhaft ein weiterer Erwachsener wohnt, nicht sonderlich attraktiv.

Aber auch das ist nicht erstaunlich. 😁

Man könnte meinen

… ich wäre in irgendwelchen Dürre-/ lebensmittelknappen Zeiten oder Krieg groß geworden. Vielleicht steckt es auch einfach epigenetisch in mir drin, dass ich zum einen Lebensmittel nur ungern wegschmeiße (und ich möchte hiermit nochmal darauf aufmerksam machen, dass im Ausdruck „Mindesthaltbarkeitsdatum“ mindest(ens) steckt. Das Lebensmittel ist also auf jeden Fall bis zu diesem Datum haltbar und setzt nicht unmittelbar eine Minute nach Mitternacht eine dicke Schimmelschicht an.) und zum anderen viele Kochüberbleibsel grundsätzlich (erst mal) aufhebe, denn daraus kann man bestimmt noch was machen.

Nunja, wir haben jetzt halt Orangenbaiser aus drei Eiweiß vorrätig (weil ich mich gestern nicht von den Eiweißen, die beim Eismachen übrige blieben, trennen wollte).

Kräfte

Es ist erstaunlich, was so Kräfte zehrt. Vielleicht ist es Einbildung, aber seit das Implantat weg ist, geht es mir besser. Und ich habe wieder Kräfte. Klar muss ich damit haushalten, denn urlaubsreif bin ich immer noch, aber ich fühle mich nicht mehr so blockiert.

Erstaunlich ist auch, was noch so Kräfte freisetzt: Eine Freundin wird heute Nacht kommen und das sorgte tatsächlich dafür, dass ich im Wohnzimmer, in der Küche (zu 80%, aber immerhin gewischt), im Bad und im Gästezimmer endlich mal wieder klar Schiff gemacht habe. Eine Leistung, die ich mir Anfang der Woche schon gar nicht mehr zugetraut habe.

Möge es bitte so bleiben, bis ich endlich frei machen kann.

Aber vielleicht starte ich doch mal eine Petition, dass alle Alleinerziehenden einmal pro Monat ein Tag Putzdienst bezahlt bekommen.

Technik

Ich habe mir letzens einen neuen Stabmixer gegönnt. Der alte tut es zwar noch, aber nicht immer so, wie er soll. Und jetzt in der Grie-Soß-Saison kann ich mit keinen Ausall erlauben.

Der Router spinnt. Er ist wohl in die Jahre gekommen. Nun bekomme ich einen neuen. Bald. Hoffentlich.

Der Laptop qualifiziert sich auch so langsam für eine Erneuerung. Er ist nun auch mehr als 3 Jahre alt. Und seit knapp 2 Jahren arbeite ich mit ihm.

Das smarte Phone muss zwar noch nicht unbedingt ausgetauscht werden, aber hier und da hakelt es. Und nun überlege ich, ob ich eine Vertragsverlängerung nutze.

Das Kind hat ja ein Tablet. Und ein bisschen neide ich es ihm. Vielleicht schaffe ich mir irgendwann auch eins an. (Aber vorher fahre ich in Urlaub. Urlaubsreif … ihr wisst schon.)

Was heute gut war

Immer nur jammern ist auch nicht gesund. Und irgendwas Gutes passiert ja doch immer. Und wenn es nur die kleinen Dinge sind:

  • pünktlich wach werden
  • mit mir frühstücken, dabei von der Bedienung quasi mit einen großen Latte Macchiato begrüßt werden
  • die Job-Kröte etwas bearbeiten
  • verständiges Kind
  • mich hinlegen können
  • Markt mit Waffel und Himbeer-Schnäppchen
  • mich hinlegen können
  • Lasagne vorbereiten und dabei zum ersten Mal den Fleischwolf benutzen
  • mich hinlegen können
  • leckere Lasagne essen
  • Olchis vorgelesen bekommen
  • leckeren Nachtisch essen
  • Lasagne- und Sugo-Reste zum Bevorraten
  • Kraft zum Wäscheaufhängen haben
  • mit dem Kind Asterix gucken

Wenn ich halbwegs früh ins Bett komme, kann ich darauf hoffen, daß morgen wieder besser wird – also, dass es mir wieder besser geht.

(Urlaubsreif bin ich weiterhin und ich habe schlimme Sehnsucht nach Meer und Wind.)

No’minime

Na, wer hat’s erkannt?!*

Ja, der midi-monsieur sieht mir durchaus ähnlich. Nicht dass ich es wollte, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass er mein Kind ist.

Dennoch würde ich nie auf die Idee kommen zu sagen, dass er mein Mini-Me wäre. Allein schon, weil ich diesen Ausdruck total bescheuert und auch abwertend finde. Denn ein Kind ist erstmal ein Kind und vor allem eine eigene Persönlichkeit. Ein Kind ist und kann niemals das Abziehbild eines wie auch immer schon ausgereiften Erwachsenen sein. Wie auch – rein genetisch schon mal nicht und von den prägenden Erfahrungen mal ganz zu schweigen.

Aber mal abgesehen vom Äußerlichen ist der midi-monsieur mir in vielen Punkte sehr unähnlich. Und nein, das sind auch keine unliebsamen Eigenschaften des Kv, die beim Kind zu tragen kommen. Der midi-monsieur ist einfach der midi-monsieur. Und das ist nicht nur, wie es ist, sondern das ist auch gut so.

Für ihn. Und auch für unsere Beziehung.

Da er mir so unähnlich ist, muss ich mich bewusst in ihn reinfühlen. Ich kann ihm keinen Rat geben, den ich mir geben würde. Seine Zwischentöne klingen anders als meine. Seine Gläser sind teilweise gar nicht gefüllt, während meine fast überlaufen.

Ich möchte ihn nicht ändern. Ich kann es auch gar nicht. Auch wenn ich ihm manchmal, wenn er das Leben mal wieder schwer nimmt**, wünsche, er wäre mir charakterlich ähnlicher.

So kann ich ihm „nur“ zeigen, wie er manche Situationen auch sehen könnte, wie bestimmte Erlebnisse noch betrachtet werden können.

Er wird seinen Weg gehen (müssen). Als er. Und auch wenn ich’s gerne wollte: Ich kann die Schritte nicht für ihn machen. Ich kann bei ihm bleiben und stützen, schützen, beraten, aber ich werde ihn auch alleine gehen lassen (müssen).

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* Not-Mini-Me
** und es für ihn auch wirklich schwer (zu ertragen) ist