P wie …

Paris. Mal wieder. Aber dieses Mal erstmals mit dem RB.

Der ursprüngliche Plan war, Belleville, also das Quartier, das rund um die Kreuzung der Arrondissements 10, 11, 19 und 20 liegt, zu erkunden. Das hat ein bisschen geklappt, aber nicht so gut. Zum einen zickte der Fuß heute mal wieder mehr als sonst. Ich lief entsprechend „unrund“. Zum anderen war die empfohlene Brunchlocation 3,4 Kilometer vom Bahnhof entfernt, es ging berghoch und ich hatte ja Fuß (s.o.), sodass es eine gute Stunde brauchte, bis wir da waren. Wir hätten auch Métro fahren können, aber dann hätten wir nichts vom guten Wetter gehabt und nichts gesehen.

Das „Bellevilloise“ liegt in einer schönen Seitenstraße und ist wohl sehr beliebt – zumindest dem Andrang nach.

Ich würde die Empfehlung gerne uneingeschränkt weitergeben, aber … hmmm … fangen wir mal mit dem Positiven an: Die Brunch-Auswahl war recht gut, abwechslungsreich, lecker und qualitativ gut. Alle Getränke (Wasser, diverse Säfte, Tee, Kaffee) waren inklusive (nur Latte Macchiato und Co hätte man extra zahlen müssen). Es gab Live-Musik. Das Personal war aufmerksam.
Negatives gab es aber auch: Eine kann fürs Brunch nur um 11h30 oder um 14h30 reservieren. (Wegen Zug und Hunger kam nur 11h30 infrage.) Wegen Aufräumen und so für 14h30 darf eine im 11h30-Slot bis etwa 13h30 brunchen (bereits um 12h30 wurde uns die Rechnung auf den Tisch gelegt). Unser sehr kleiner Bistrotisch war wirklich sehr klein. Das Café war sehr voll und dadurch relativ ungemütlich. Aber was uns vor allem störte: 29 Euro waren für all das eindeutig zu viel.

Weil der Kv es wohl eilig hatte, das Kind loszuwerden seine Rückfahrmöglichkeit zu erreichen, nahm ich es bereits um 12h45 vor dem Café in Empfang. Der midi-monsieur verabschiedete sich vom Vater und dann sammelten wir drinnen den RB ein. Das Wetter war immer noch gut, das Kind suboptimal gelaunt und so war klar: Irgendwie sollten wir uns lüften, bevor wir wieder in den Zug zurück steigen. Und so verschlug es uns in den Parc de Belleville:

Die Zeit verging – mit Spielplatz fürs Kind – dann doch recht schnell und es war fast etwas knapp, dass wir erst um 14h30 für die 2,6 Kilometer retour zum Bahnhof aufbrachen. Aber noch rechtzeitig kamen wir am Gare de l’Est an, um zwei Stunden früher als ursprünglich gebucht zurückzufahren. Denn dank Streik fiel unser eigentlich gebuchter Zug aus. Aber am – durch die Leere sehr gespenstig wirkenden – Bahnhof war alles sehr gut organisiert.

Drei Punkte für den Zugang* zum angehängten ICE. Da ich keine Lust darauf hatte, einmal durch den ganzen Zug zu wandern, um drei zusammenhängende Plätze zu suchen, setzten wir uns kurzerhand ins Boardrestaurant und entspannt** nach Hause fuhren.

Ach ja, und weil so eine Zugfahrt nach Paris und zurück ja in der Summe recht lang ist, hatten wir Zeit für (P wie …)

Pärchenkackegedöns***

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* Ehrlich gesagt: Keine Ahnung, warum es drei Punkte aufs Ticket gab. Vielleicht gab es eine abgezählte Anzahl Punkte für die Anzahl Sitzplätze im angehängten Zug.

** Mal abgesehen von komischen Menschen im Boardrestaurant

*** Die Wortwahl muss bittedanke nicht kommentiert werden.

**** unterschiedlicher Inhalt

Pläne

Ein großes Ereignis wirft seinen Schatten voraus: Möbel wurden vermessen, der midi-monsieur wurde befragt, welches Zimmer der Wohnung er zukünftig bewohnen möchte, ich überlege, wie ich welche Schränke auf- und umräumen kann und muss, damit weiterer Hausrat Platz finden kann, der RB hat seine Wohnung gekündigt.

Aber weil die Planung dieses großen Ereignis nicht dramatisch ist (die Umsetzung selbst wird einfach mal Zeit kosten), „organisieren“ wir parallel ein mittelgroßes – unseren ersten gemeinsamen Urlaub: Zeitraum und die Übernachtungslocations stehen schon fest bzw. sind gebucht. Eine Google-Map ist angelegt. Nun gucken wir immer mal wieder in die Reiseführer und befragen das Internet.

Vorfreude auf (zum Teil) unbekannte Ecken

Grob geplant wird auch schon der Urlaub im Herbst. Denn wenn alles gut läuft, können wir das Praktische mit dem Nützlichen verbinden: Sprich der RB muss „arbeiten“ und ich kann fangirlen. Und Landschaft gucken können wir beide.

Ansonsten stehen hier ein paar kleine Ereignisse an (die eine*n, zwei oder uns alle betreffen): Konzerte, Hamam, Paris, Theater, Rugby-Jugend-Festival, GartyParty, diverse Rugby-Spiele, Projektwoche, Klassenfahrt, Krefeld, Geburtstag vom midi-monsieur.

10:02

Mein Zug nach Paris ging um 8h56 und brachte mich schnell und pünktlich in Frankreichs Hauptstadt.

Dort wartete ich nur kurz auf den midi-monsieur und den Kv. Wir gingen zusammen essen. Dann musste der Kv los. Das Kind und ich gingen kurz wichtige französische Lebensmittel kaufen.

Galettes, Rillettes, Yop, Gésiers, Moutard, Pâte Henaff, Chocolat, Blé noir*

Dabei machte sich der beginnende Papa-Jetlag erstmals bemerkbar: Das Kind war auf einmal motzig. Wir rasselten aneinander. Eine kurze Traskription meinerseits „ich weiß und verstehe, dass Du den Papa vermisst, aber das ist kein Grund so mit mir zu sprechen“ reichte, um die Situation zu deeskalieren. Dann hatten wir nur noch etwas Zeit, bis unser Zug zurück ging, die das Kind nutzte, um ein Geburtstagsgeschenk für mich zu besorgen.

Als endlich** das Gleis preisgegeben wurde, gingen wir direkt in den Zug, richteten uns ein, und warteten auf die Abfahrt um 15h20.

Wir spielten, schliefen, hörten Musik, lasen und twitterten, bis wir um 18h58 in Frankfurt und ich somit 10 Stunden und 2 Minuten nach meiner morgendlichen Abfahrt ankamen.

Das ist schon anstrengend. Mal sehen, wie lange ich dieses Gereise noch mitmache.

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* Es gab keinen Céléri Remoulade und keine Pâte de Campagne.

** In Frankreich, zumindest in Paris, wird das Gleis erst 20 Minuten vor Abfahrt angezeigt.

Normalität

Sicherlich wäre es schlauer gewesen, heute zu Hause im Bett zu bleiben und die Seuche auszukurieren. Aber ich kann den midi-monsieur schlecht allein in den Zug setzen.* Sicherlich kommt das irgendwann, aber 8 ist dafür kein Alter.

Und daher fuhr ich heute 4 Stunden nach Paris und auch 4 wieder zurück. Dazwischen hatte ich knapp 2 Stunden Aufenthalt. Der midi-monsieur und Kv verabschiedeten sich recht schnell, sodass mir noch etwas Zeit mit mir blieb.

Und was mache ich in der Zeit?! Ich gehe ein paar Sachen einkaufen. Also Lebensmittel. Lebensmittel, die es in Deutschland nicht gibt (oder nicht so günstig). Dann setze ich mich in den Bahnhof, esse ein Pain au Chocolat und lese das Internet leer.

Ja, ich bin krank und zwei Stunden sind nicht lang. Viel hätte ich eh nicht machen können. Aber es fühlte sich so normal an, mal eben nach Paris rein- und wieder rauszufahren.

Es war auch erschreckend normal für meine Augen, die schwer bewaffneten Soldaten durch und um den Bahnhof patroullieren zu sehen.

Normal war auch – immer noch – der Sprachswitch von Deutsch auf Französisch, das relativ problemlose Verständigen im Geschäft.

So ganz schlüssig bin ich mir noch nicht, ob ich diese Normalität gut finde.

À la fin

Die ungeplante Strasbourg-Septologie geht hiermit zu Ende. (Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich fand es ja etwas grenzwärtig viel. Aber was ins Internet will, muss raus.) Ein paar Tipps, Informationen, Erfahrungen und ein paar allerletzte Fots gibt es nun noch:

Anreise: Wenn irgendwie möglich, empfehle ich die Anreise mit der Bahn. Außer man hat vor, das Umland noch zu erkunden (Wanderungen oder so). Aber IN Strasbourg selbst braucht man kein Auto. Es stört eher. Denn Parkplätze sind rar. Außerdem gibt es viele Einbahnstraßen, sodass Verfahren vorprogrammiert ist.

Unterkunft: Wir waren in einem Hotel. Logis-Hotels sind in Frankreich weit verbreitet und haben für gewöhnlich einen guten Standard. Alternativ kann man auch bei Gite de France oder Chambre d’hotes gucken. Das sind die französischen Pendants zum englischen B’n’B. Bei AirBnB habe ich diesemal gar nicht geguckt.
Unser Hotel lag wirklich sehr zentral und – wie man es so schön nennt – verkehrsgünstig. Unser Zimmer ging nach vorne raus, sodass ich doch Ohrenstöpsel zum Schlafen brauchte. Nach hinten sollten die Zimmer aber schön ruhig sein.

Unterwegs: Strasbourg ist jetzt nicht soooo riesig. Man kann vieles problemlos erlaufen. Für alles andere gibt es ein wirklich gut ausgebautes ÖPNV mit sehr moderaten Preisen. Praktisch: Es gibt ein 24-Stunden-Ticket. Es gibt auch die Möglichkeit, sich so ein Stadt-Leihrad zu besorgen. Da kann ich aber nicht viel zu sagen. Und in der Innenstadt selbst würde ich auch nicht Fahrrad fahren.

Sightseeing: Wir haben so ziemlich alles gesehen, was ich sehen wollte. Zumindest fürs erste Mal Strasbourg. Wir haben uns viel treiben lassen. Das geht ganz gut. Das funktioniert auch mit Kind gut. Und überhaupt fand der midi-monsieur die Stadt toll. Besonders toll fand er die Orangerie. Aber auch sonst gefiel ihm die Stadt. Beim nächsten Mal geht es auf jeden Fall ins Vaisseau. Und ich würde auch gerne in das eine oder andere Museum.
Eine Bootsfahrt auf der Ill um die Innenstadt, durch Petite France bis zu den EU-Gebäuden kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Essen: Wie für überall in Frankreich gilt: Man muss sich schon sehr blöd anstellen, um schlecht zu essen. Wobei die tendenziell deftige(re) elsässische Küche bei Hitze etwas speziell ist. Aber Flammkuchen geht zur Not immer. Wir waren in: La Stub, L’Épicerie, Au Petit Bois Verte, La Crêpe Gourmande, Au Vieux Strasbourg, Le Roi et son Fou, Café Bâle. Davon empfehle ich die markierten besonders. Die anderen sind ok, wobei ich nicht nochmal ins Café Bâle gehen würde und Crêpes isst man auch besser in der Bretagne.
Ach ja, in Frankreich gibt es an vielen Stellen Trinkwasserspender. Wenn man eine Flasche oder Becher dabeihat, wird man beim Flanieren durch die Stadt nicht verdursten.

Sprache und Stimmung: Strasbourg gehört zu Frankreich und so ist Französisch natürlich die Amtssprache. Aber es sprechen auch viele Deutsch (und Englisch). Ich würde noch nicht einmal sagen, dass sie widerwillig Deutsch sprechen, aber so ganz happy scheint der Straßburger über die Touristenströme nicht zu sein. Es war manchmal etwas hamburgerisch stieselig. Da fühlte ich mich in Paris willkommener.

So, aber nun noch ein paar allerletzte Eindrücke.

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* Strasbourger Hauptbahnhof

Stadt mit Wasser

So, nach drei Tagen Unterbrechung geht es weiter mit Strasbourg-Bildern. Bald habt Ihr’s geschafft, nur noch dieser Post und der morgen und dann hab ich nichts mehr. (Also hätte schon, aber irgendwann ist ja auch mal gut.)

Wenn ich schlau oder zumindest nicht so gestresst gewesen wäre letzte Woche, weil viel Arbeit, Kindergeburtstag, Wochenende in Frankreich, wenig Schlaf, ach und überhaupt, dann gäbe es diesen Post gar nicht, weil ich die Bilder schon längst gezeigt hätte. Denn sie passen eigentlich prima zu den Innenstadt- bzw. Ill-Insel-Bildern.

Nun bekommen die Bilder, die auf oder an der Ill entstanden sind, halt einen eigenen Post. Voilà und viel Vergnügen:

Sinneswandel

Um ziemlich genau Mitternacht wachte das Kind auf und fluchte über eine Stunde. Grundaussage:

Ich hasse Zelten.

Es war durchaus nachvollziehbar. Denn zum einen hasse finde ich Zelten auch eher nicht suuuper. Zum anderen war die Straße, an der der Campingplatz lag, selbst zu dieser vorgerückten Stunde sehr laut.

Dennoch musste ich verhindern, dass er sich allzu sehr reinsteigert, damit er doch noch ein bisschen Schlaf bekam.

Um 6h30 weckte ich ihn und fürchtete schon, dass er direkt weiter schimpfte.

Er schlug die Augen auf und meinte

Ich glaub, ich habe mich daran gewöhnt.