Sinneswandel

Um ziemlich genau Mitternacht wachte das Kind auf und fluchte über eine Stunde. Grundaussage:

Ich hasse Zelten.

Es war durchausnachvollziehbar. Denn zum einen hasse finde ich auch Zelten eher nicht suuuper. Zum anderen war die Straße, an der der Campingplatz lag, selbst zu dieser vorgerückten Stunde sehr laut.

Dennoch musste ich verhindern, dass er sich nicht allzu sehr reinsteigert und noch ein bisschen Schlaf bekam.

Um 6h30 weckte ich ihn und fürchtete schon, dass er direkt weiter schimpfte.

Er schlug die Augen auf und meinte

Ich glaub, ich habe mich daran gewöhnt.

Meister Adebar

Der Storch ist das Wappentier des Elsass und in Strasbourg allgegenwärtig. Warum der Storch es ausgerechnet im Elsass so schön findet und dort von Frühling bis Herbst lebt und Nachwuchs bekommt, konnte ich bislang nicht rausfinden. Aber vermutlich ist das einfach so.

Während es in der Innenstadt nur so vor Plüsch-Störchen wimmelt, bekamen wir echte Störche erst bei unserem Spaziergang in die EU zu sehen, denn von der EU ging es für uns direkt in die Orangerie und dort gibt eine Storchenaufzuchtstation und viele (künstliche) Nistmöglichkeiten.

Monasterium

Wikipedia sagt:

Münster (das, selten der) ist ein frühes deutsches Lehnwort aus griech./lat.monasterium, „Kloster“. Damit wurde ursprünglich eine Kirche bezeichnet, die nicht Pfarrkirche, sondern Teil eines Klosters oder Stifts war. Auch Kathedralen wurden oft so genannt, weil auch die Domkapitel ursprünglich in klosterähnlicher Gemeinschaft lebten.

Wieder was gelernt.

Das Straßburger Münster, oder wie die Franzosen sagen Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, ist wohl das Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Und es ist ein bisschen wie mit der Frankfurter Skyline: Man sieht es von überall. Man kommt auch nicht daran vorbei. Was auch nicht schlimm ist, denn es ist ja durchaus schön anzuschauen.

Wir haben uns auch die Astronomische Uhr angeguckt.

Joah, vielleicht wäre es mit weniger Menschen davor und mit mehr Wissen darüber interessanter gewesen. Aber auf die 12 Apostel wollten wir auch nicht warten. Lieber hoch und runtergucken.

Mon Dieu!

Ich weiß nicht, wie Strasbourg es definiert, aber ich empfand ja die ganze Ill-Insel als Innenstadt (Wobei ein Teil von La Petite France angeblich auch auf der Ill-Insel liegt). Und die ist auch sehr hübsch: viele schöne Gässchen, viel Fachwerk, kaum Autos. Es lässt sich prima flanieren. Wen es mal nach Strasbourg treibt: Einfach laufen und gucken, treiben lassen.

Pittoresk

Natürlich könnte man den Strasbourger Stadtteil La Petite France auch als malerisch, beschaulich, märchenhaft, romantisch, verträumt, idyllisch, elysisch, traumhaft (schön) oder wunderschön bezeichnen. Aber pittoresk trifft es eigentlich ganz gut.

Und auf der Frankreich-Website hat man auch ganz malerische Worte gefunden:

Kleines Venedig in Straßburg
In den Gassen des Gerberviertels Petite France erwacht das alte Straßburg zum Leben. Das ehemalige Viertel der Fischer, Müller und Gerber gleicht einer Insel des Friedens inmitten der Stadt. Im, wörtlich übersetzt, ‚kleinen Frankreich‘ drängen sich dicht an dicht Fachwerkhäuser des 16. und 17. Jh. mit weiträumigen Innenhöfen und hohen Spitzdächern, welche sich über die offenen Dachböden spannen, in denen früher die gegerbten Häute zum Trocknen aufgehängt wurden.
Durch das Viertel zieht sich der Fluss Ill und 3 kleine Kanäle. Mit den Ausflugsbooten durchfährt man das Viertel und einige Schleusen. Direkt am Ufer der Ill liegt das Maison des Tanneurs (Gerberhaus), das wohl markanteste Gebäude des Viertels.
Früher soll das Viertel La Petite France ein eher unbeliebter und finsterer Stadtteil gewesen sein, denn die Häute und Felle der Gerber verbreiteten einen strengen Geruch. Im Mittelalter fanden hier auch Gauner, Banditen Unterschlupf und angeblich wurden hier viele dunkle Geschäfte gemacht – auch ein reges Rotlichtmilieu soll hier gewesen sein. In dem Viertel lag auch ein Militärkrankenhaus, in dem Soldaten von Syphillis – damals als Franzosenkrankheit bezeichnet – geheilt wurden. Daher rührt auch der Name Petite France.
Ich lasse dann mal lieber Bilder sprechen:

Besuchen Sie Europa

Ja, äh, nein, es tut mir nicht leid, wenn ihr jetzt einen Ohrwurm habt. Ich hab ihn ja schließlich auch. So seit gut zwei Wochen.

Während ich die Fotos von Strasbourg bearbeitete (es wurden 194 bearbeitete Bilder von 562 geschossenen), überlegte ich, wie ich die Bilder denn nun präsentiere. Tageweise oder nur ein paar (haha) wenige (hahaha). Aber beim Sichten der bearbeiteten Bilder (keine Sorge, ich präsentiere nicht alle 194) dachte ich, dass ich sie thematisch clustern könnte.

Und weil es schon so spät ist und ich die Bilder am einfachsten zuordnen kann, fange ich mit Europa der EU an. Da sind wir am dritten Tag, nachdem der Fuß vom midi-monsieur bereits am Tag vorher wundergeheilt durchgehalten hatte, bei bestem Wetter hinspaziert.