Lagerkoller

Seit Tagen habe ich mich wegen der Hitze und Arbeit kaum außerhalb der Wohnung bewegt. Das Weiteste waren die Fahrten mit dem midi-monsieur zum Rugby. Umso mehr habe ich mich darauf gefreu, heute Abend mit dem RB und dem midi-monsieur essen zu gehen. Geplant war, dass der midi-monsieur und ich den RB nach Ladenschluss abholen und dann zusammen ghanaisch essen gehen.

In der Ausführung sah das dann so aus, dass ich bis 18h30 gearbeitet habe (und seit ca 14h30 nichts mehr gegessen hatte), mich dann schnell schick gemacht habe und dann mit dem midi-monsieur richtig Bushaltestelle gelaufen bin. Also ich bin gelaufen und das Kind gerollert. Wir waren etwas zu früh an der Haltestelle, weswegen der midi-monsieur so rumkurvte, während ich mal wieder eine Mitteilung über die Onlinewache der hessischen Polizei machte. Dann hörte ich den Rolle vom Kind, sah ihn im Augenwinkel stürzen und dann hörte ich ihn auch schon brüllen. Ich ließ von der Anzeige (erstmal) ab und rannte zu Kind, hob ihn hoch, besah mir das Knie, das gut aufgeschürft war und nahm ihn in den Arm. Passantinnen guckten interessiert; einer kam an und meinte: „Der muss atmen.“ Ich erwiederte etwas schroff, weil etwas genervt: „Solange der so brüllt, atmet er auch.“ Ich kümmerte mich um den midi-monsieur, der dann unbedingt nach Hause wollte. Natürlich konnte ich das verstehen. Mein Hunger und mein Lagerkoller allerdings nicht. Ich schnappte mir seinen Roller und stapfte los. Mit jedem Schritt wurde mein Groll größer und mein Hunger auch. Als ich dann den Bus um die Ecke kurven sah, war ich schon sehr ungehalten. Auf dem Weg schrieb ich noch dem RB, dass wir nicht kämen.

Zu Hause kümmerte ich mich um das Knie vom Kind – reinigen, desinfizieren. Ich war mittlerweile so hangry, dass ich Empathie gar nicht mehr hätte buchstabieren können. Ich schickte das Kind also Richtung Bett, er solle ein Hörspiel hören… ich legte mich auch hin. Grummelnd – in Kopf und Magen.

Ich sollte in so einem Zustand nicht kommunizieren. Gar nicht*. Aber ich hätte dem RB ja auch nicht nicht antworten können. Und so bekam er ganz viel Laune ab. Nein, nett ist was anderes. Und ja Gedanken lesen kann er nunmal nicht. Da kann ich noch so kryptisch Dinge andeuten und meinen, dass ich damit total direkt kommuniziert habe, aber eben*.

Es dauerte auch recht lange, bis ich aus meinem Groll rauskam. Da konnte ich dann erstmal das Kind wieder in den Arm nehmen und bekuscheln. Und dann – nach einem Apfel und einem trockenen Brötchen – konnte ich auch dem RB sagen, was er „falsch gemacht“ hatte.**

Tja und dann war auch alles verraucht: Ich machte mir noch was zu essen, damit ich eine Grundlage für den weitere Verlauf des Abends der Nacht hatte, denn es „mussten“*** …

… probiert und kommentiert werden. Ich fasse es mal kurz: lecker (manches mehr, aber alles lecker oder wird es**** zumindest mal – so in 1-2 Jahren).

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* Denn ich bin in einem solchen Status einfach nicht mehr in der Lage, richtig zu kommunizieren.

** Also außer, dass er nicht Gedanken lesen kann, hat er eigentlich nichts falsch gemacht. Aber ich „genieße“ es dennoch sehr, dass Streits zwischen dem RB und mir so entspannt sind.

*** So ist das Leben als Geschäftsverstärkerin mit einem Schnapshändler.

**** die 2017er Weine