Breizh kulinarisch

Ich habe es hier auf dem Blog schon ein paar Mal erwähnt: Eine muss sich schon extrem bemühen, um in Frankreich schlecht zu essen. Und auch wenn sich die Bretagne nicht immer Frankreich zugehörig fühlt, gilt dies auch für die Bretagne. Mit Galettes/Crêpes, Fruites de mer und Cidre* kann eine wenig falsch machen und damit kennen sich die Bretoninnen auch aus. Nomnomnom.

Der RB und ich waren jeden Tag essen – wir hätten vielleicht** im Chambre d’Hôtes kochen können, aber das wollten wir nicht: Wir haben eine Woche Urlaub und in der lassen wir es uns gutgehen. Was wir – v.a. der RB – gegessen haben, hat der RB auf Instagram und Twitter gepostet. Wo wir gegessen haben, steht hier:

Auberge de la Baie (Pontorson): Das war okay. Das Lamm vom RB war gar nicht gut. Mein Fisch dafür sehr. Der Service war etwas speziell – eigentlich ganz nett, aber der Azubi etwas ungehobelt. Es war aber zu spüren, dass am Mont Saint Michel alles sehr touristisch ausgelegt ist. Preis-Leistung: suboptimal.

Crêperie au Gouter Breton (Douarnenez): Die von mehreren Personen hochgelobte Crêperie war gut. Die Einrichtung leicht alternativ und interessant. Die Crêpes waren gut, aber nicht so gut, wie sie gelobt wurden. Der Service war etwas überfordert und vergaß immer wieder was. Die Crêpes-Auswahl war gut, ebenso die Cidre- und Kaffeeauswahl. Preis-Leistung: gut.
Was mich geärgert hat: In Frankreich bekommt eine ja problemlos und kostenlos eine „caraffe d’eau“ zum Essen***, also eine Karaffe mit Leitungswasser. Hier stand in der Karte (sinngemäß): „Leitungswasser ist schlecht bekömmlich und schwer zu verdauen, bestellen Sie besser Mineralwasser.“

La Trinquette (Douarnenez): Das hatte uns Yves empfohlen und die Fish&Chips als die „besten außerhalb Englands“ gelobt. Laut RB waren sie auch wirklich gut. Ich hatte Couteaux (Messermuscheln) und die waren auch sehr gut. Der Service war toll, der Kaffee auch in Ordnung. Schöne Lage direkt am Port du Rosmeur. Preis-Leistung: sehr gut.

Crêperie Pen Ar Bed (): Zufallsfund, da ich nach dem Besuch des Musée Hénaff kurz vor hangry war. Tolle Crêpes, guter und sehr aufmerksamer Service. Guter Kaffee. Dazu noch direkt am Strand gelegen. Preis-Leistung: sehr gut.

Crêperie Le Rayon vert (): Wir waren spät dran und nach Douarnenez zu fahren, wäre zu weit gewesen. Der RB war vom Spaziergang am Meer hangry und ich hatte Lust auf Moules Frites. Die gab es da. Sehr gut. Auch der Nachtisch-Crêpe war gut. Unsere Bedienung war sehr aufmerksam. Liegt zwar nicht direkt am Strand, aber Pointe de la Torche ist direkt nebendran. Preis-Leistung: sehr gut

Cap à l’Ouest (

Chez Fanch (Douarnenez): Wir waren fast etwas spät nach der Radtour dran, aber bekamen noch einen Platz. Der RB wurde mit seinem Lamm für das schlechte Lamm am Mont Saint Michel entschädigt. Mein Fisch war auch sehr gut. Das i-Tüpfelchen war der gute Café Gourmand. Preis-Leistung: in Ordnung

Crêperie du Cap (Plogoff): Die Gegend um den Pointe du Raz wirkt etwas ausgestorben. Um so erstaunter waren wir über die Crêperie, die direkt an der Hauptstraße gelegen ist. Die herzhaften und süßen Crêpes waren der Hammer. Der Service total perfekt und erstmals wurde uns der Kaffee mit dem Nachtischcrêpe serviert. Preis-Leistung: top

Quai29 (Douarnenez): Das Essen war top. Der RB wurde ganz unfischisch glücklich, während ich endlich gegrillte Sardinen hatte. Sehr lecker. Der Service war etwas verpeilt, aber sehr nett. Der Kaffee war gut. Schöne Lage direkt am Port du Rosmeur. Preis-Leistung: gut

L’Autre Rive (): Mitten im Wald von Huelgoat stand ein Schild zu einem Buch-Café. Und weil wir beide kaffeedurstig waren, folgten wir dem Schild. Hätten wir es gewusst, hätten wir besser eine „pot“ (aka French Press) mit zusätzlich Milch bestellt statt zwei „grand café creme“. Dazu gab es Kastenkuchen, der ökig-Lecker war und genau zum alternativen Auftreten des Cafés passte. (Es gibt da auch herzhafte Kleinigkeiten). Der Service war aufmerksam. Preis-Leistung: gut

Le Bigorneau Amoureux (Douarnenez): Das Restaurant war uns schon am ersten Abend ob seiner Lage aufgefallen. Das Essen sollte da auch gut sein und so reservierte ich einen Tisch. Ich sage es mal so: Gut, dass wir uns das Restaurant für den letzten abend aufgespart haben. Das hätte keines der anderen toppen können. Das Essen war top (und reichhaltig) und der Service war auch wirklich gut. Schöne Lage direkt am Plages des Dames mit Blick auf die Île Tristan. Preis-Leistung: top

Eigentlich alle Restaurants, in denen wir waren, waren entweder Creperien (und dann gab es auch nur Galettes/ Crêpes) oder „französische“ (Fisch, Meeresfrüchte, wenig Fleisch, KEINE Crêpes). Die Karten waren meist angenehm klein. In den Crêperien gibt es das zwar weniger, aber in Frankreich sind Menus sehr üblich: Es gibt ein Menu zu Preis X und eine kann sich dann entsprechend Vor-, Haupt- und Nachspeise aussuchen. Es geht auch nur Vor- und Haupt- oder Haupt- und Nachspeise, oder auch nur eine Hauptspeise. Ich mag das Konzept. Das dürfte es ruhig mehr in Deutschland geben.

In Deutschland geben dürfte**** es auch ein paar essentielle französische Lebensmittel, die wir importiert haben,

Carambar für die Geburtstagsparty vom Kind, Sardienen, Fischsuppe, Buchweizenmehl, Galettes und Crêpes, Salsifis*****, Fischaufstriche, Pâté Hénaff
(von li–>re und o–>u)

… sowie Getränke

Crème de Cassis, Gwenaval (Cidrebrand), Breizh Cola, H2B (bretonischer Gin), Blubber-Apfelsaft (als Cidre-Ersatz fürs Kind), verschiedene Cidre zum Degustieren

Da kann der RB auch noch ein bisschen länger seine bretonische Diät durchziehen.

Yec’hed mat****** auf einen tollen ersten Urlaub zu Zweit.

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* Kaffee ist weniger ein Spezialgebiet und die Qualität eher Glückssache.

** Also offiziell schon, aber vermutlich wäre Monk Yves dann total unruhig gewesen, weil wir seine Ordnung gestört hätten.

*** Einfach danach fragen, wenn sie einer nicht direkt hingestellt wird.

**** Gibt es zum Teil sogar auch, aber nicht in der Auswahl und/ oder Qualität.

***** Übersetzt heißt es Haferwurzel und möglicherweise ist das Schwarzwurzel, es schmeckt zumindest so,

****** Gesprochen „ger’matt“ und heißt Prost

 

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