K4

(Genaugenommen: K4.1 bis K4.5*)

Gestern war Au-Fest. Der RB wollte dahin, ich wollte gerne mit und aus der Erfahrung sagte der RB, dass Kinder dort kein Problem seien. Der midi-monsieur empört sich ja eh schon immer, dass er NIE auf Konzerte mitdarf, also war es eine günstige Gelegenheit, ihn ins wilde Konzertleben einzuführen.

Nicht so günstig war, dass er davor das letzte** Rugby-Turnier der Saison hatte. Um 9h30 wurde er von einem Teamkumpel und dessen Vater abgeholt und von diesen auch erst um 16h30 zurückgebacht. Da war der RB schon los, denn das Fest bzw. die Konzerte fingen schon um 17h00 an.

Der midi-monsieur hatte irgendwie schon Lust, aber dann auch wieder nicht. Er war ziemlich fertig und hatte Hunger und überhaupt. Ich war – ehrlich gesagt – auch nicht der personifizierte Ethusiasmus, denn die Seuche drückte immer noch auf die Stirnhöhle. Aber zu Hause bleiben fand ich auch doof und zur Not könnten wir ja auch jederzeit wieder nach Hause. Also machten wir uns fertig: Das Kind duschte, ich zog mich noch dreimal um und kam mir mit Schal*** etwas doof vor. Und los ging es.

Auf dem Weg das Kind erstmal mit einem wichtigen Ritual**** auf dem Weg zu Konzerten vertraut gemacht:

Lahmacun – immer ohne Soße und ohne Zwiebeln

Eine solide Grundlage ist wichtig. Die wird traditionell in der Bahn gegessen.

Kurz vor unserer Ankunft im Westen Frankfurts pushte mir KATWARN eine Unwetterwarnung und ich überlegte, als uns beim Aussteigen Tropfen empfingen, ob wir erstmal in der Unterführung abwarten sollten. Aber es tröpfelte nur.

Wichtiger Einlassstempel

Vor Ort fanden wir den RB recht schnell. Aber er hatte nur Augen für K4.1 (also eigentlich K4.2*), was aber in den letzten Zügen lag. Der midi-monsieur war grätig, weil k.o. und laut und überhaupt. Ich war auch nicht allerbester Laune und war froh, dass es erstmal eine Pause zwischen den Konzerten gab.

Es war schon vorher klar, dass K4.2 (also eige…*) nicht meins sein würde. HipHop und/oder Rap oder was auch immer es sein sollte, ist nicht meins. Ich dachte, es wäre mehr was fürs Kind, aber er wurde auch nicht warm.

Menschen, die zu Boykott tanzen

Er setzte die MickyMäuse auf und dann entfernten wir uns von der Bühne und jagten vegane Waffeln (gar nicht mal so schlecht, aber ihr fehlte etwas Schmier- bzw. Antiklebmittel*****).

Nach Waffel und gefühlt tausend „Können wir wieder gehen?“ vom Kind, erläuterte ich ihm das Prinzip Pfandsammeln, das auf dem Au-Fest wohl Tradition unter den Kindern ist und wir auch schon einige Kids gesehen hatten. Zunächst zögerlich zog er los. Schnell hatte er erste Erfolge und zwei Euro mehr in der Tasche.

Das Kind war nun unterwegs, der RB vor der Bühne und ich war immer noch schlecht drauf. Mir war’s zu laut, dazu nicht meine Musik und irgendwie dachte ich: „Ach, Bett und Tee wären auch nicht schlecht.“

In der Pause fanden der RB und ich uns wieder. Das Kind war unterwegs und kam nur vorbei, um uns stolz seine Einnahmen zu überreichen, die ich verwalten sollte.

K4.3 fing an und wenn der midi-monsieur da gesagt hätte: „Ich will nach Hause.“ wäre ich sofort mit ihm gegangen. Mein Kopf dröhnte, wir waren definitiv zu dicht an der Bühne, konnten aber nicht weg, weil uns ja sonst das Kind nicht wiedergefunden hätte, und ich taufte den Sänger „Schreihals“******.

Wäre ich nicht auf die gloreiche Idee gekommen, mir die MickyMäuse vom Kind überzustülpen, wäre mir vermutlich der Kopf geplatzt. Das Kind war mittlerweile total im Sammelflow******* und fand das Fest und alles auf einmal total super.

Mein Kopf beruhigte sich auch und wir wählten einen Standort weiter von der Bühne weg. Und – tadaa – so schlimm war das alles doch nicht. Wir lauschten K4.4 „aus der Ferne“, unterhielten uns und das Kind sammelte immer noch (mittlerweile mit Kiste).

Zu K4.5 zog es den RB vor die Bühne. Und ohne Kind wäre ich wohl mitgegangen. Aber so tanzten das Kind und ich etwas abseits.

Ziemlich Punkt Mitternacht war die Musik aus und dann war es auch wirklich Zeit, dass der midi-monsieur ins Bett kam. Zum Glück gibt es auch einen durchgehenden Bus, in dem das Kind an den RB gebuckt einschlief.

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* Eigentlich K4.1 bis K4.6, aber die erste Band hat nur der RB gesehen. Und von der zweiten Band (K4.1) haben das Kind und ich nur noch einen Song mitbekommen.

** Also das letzte in der Liga, bei dem es um etwas geht. Ein Turnier kommt noch nächstes Wochenende in Besancon.

*** Später am Abend sollte ich mir sehr dankbar sein, dass tolle Strick-Tuch mitgenommen zu haben.

**** Die Sache mit dem Wegebier kann der RB dann in … ähm … sieben Jahren erklären.

***** Es war halt schon eine kleine OP, sie aus dem Waffeleisen zu friemeln. Also für den Waffelbäcker. Ich schaute ja nur zu.

****** Ich habe ja eigentlich nichts gegen Punk, aber …

******* Am Ende des Abends hatte er einen knapp dreistelligen Betrag zusammengesammelt.

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