Skål

Eigentlich wollte ich heute Abend ja über dies

etwas ausführlicher bloggen. Und eigentlich müsste ich auch noch einen Text für morgen früh fertig stellen.

ABER:

Der RB ist heute ein bisschen mehr hier eingezogen. Also seine Möbel sind eingezogen (jetzt fehlt nur noch mittlerer bis kleiner Kram, der aber auch erst kommen kanndarfsollte, wenn die Möbel stehen und beräumbar sind). Dazu ist der midi-monsieur heute Mittag mal wieder alleine ins Schwimmbad gegangen und ich habe einen Carsharing-Transporter abgeholt – in einer Frankfurter Ecke, in der ich mich sonst auch selten rumtreibe -, habe mich gefreut, mal wieder Transporter fahren zu dürfen (ich fahre gerne große Autos). Dann haben der RB und ich Möbeltetris gespielt, bei uns zu Hause hat das Kind schon gewartet und kräftig beim Ausladen geholfen. Als ich danach den Wagen zurückbrachte, sagte der midi-monsieur was Tolles* zum RB. Ich kam pitschnass zurück, weil ich in den einzigen Schauer des Tages geraten war.** Nachdem ich wieder trocken gewandet war, zeigte sich, dass der Schauer neben der Erfrischung auch noch mit sich brachte, dass bei der aktuell besten Eisdiele des Viertels die Schlange sehr kurz war und wir so recht schnell an des wohlverdiente Eis kamen.

Mohn, Pistazie und Gurke – soooooooo lecker

Dann räumten wir noch ein bisschen in der Wohnung die neuen Möbel an ihren Platz. Dabei klingelte das Telefon und fast wollte das Kind nicht drangehen… tat es aber doch:

Ich lache ehrlich gesagt immer noch, weil dieses Kind einfach so cool ist und aus seinem Herzen – zum Glück – nicht mehr eine Mördergrube macht, sondern frei raus erzählt. Ich muss den einfach lieb haben ❤

Und er hatte ja recht: Wir feierten im Smørgas den offiziellen Einzug vom RB mit leckerem Essen und Trinken***:

Und weil es im Smørgas immer so nett ist und das Kind sich so wohl fühlt, hat es noch zum Dank ein Bild****** gemalt

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* Es ging um den Umzug und darum, dass der RB ja nun eine Familie habe und außerdem Glück, dass er diese Familie ja nun habe.

** Es war war, es war erfrischend und mit Blick auf den Umzug: Lieber ich beim Radfahren nass, als nasse Möbel und Kartons in die Wohnung schleppen.

*** Der midi-monsieur sagte beim ersten Anstoßen: „Auf den Einzug vom RB.“

**** mit Kardamon: seeeehr lecker

***** Der RB mag ja kein Lakritz.

****** Insgesamt waren es drei und er hat jetzt eine eigene Galerie im Restaurant 😉

Oase

Der Balkon, der an dieser Wohnung ist, ist eher ein Terrasse – so von der Größe her. Vom Prinzip her ist es nur ein Balkon, der – wie bei Balkonen üblich – nur über die Wohnung begangen werden kann. Aber egal, was es wirklich ist, er ist eine wahre Oase. Er geht in den Hinterhof, die Nachbarn über uns haben alle keine Balkone. Wir gucken auf die Hinterhäuser, die nur zweigeschossig sind, und auf den Kirschbaum. Beim BalkonOffice können wir beobachten, welche Menschen bei der Ärztin im Hinterhaus ein- und ausgehen.* Tagsüber ist es manchmal etwas laut, denn auf dem Nachbargrundstück ist eine Kita. Aber gut, dafür sind die ab 17h00 und am Wochenende nicht da.

Ein Vorteil, den ich anfangs als Nachteil wähnte, ist, dass der Balkon nach Osten geht. Dadurch knallt nämlich im Sommer die Sonne nur so bis max. 12h30 drauf und zieht danach ums Haus. Durch den Hinterhof kommt es zudem zu einem sehr angenehmen Mikroklima – soll heißen, wenn es auf der Straßenseite noch heiß und drückend ist, ist es auf dem Balkon meistens kühler und oft weht auch ein angenehmes Lüftchen.

Nagut, für die Bepflanzung ist die Ost-Ausrichtung auch etwas tricky und ich darf halt nichts anpflanzen, was wirklich viel Sonne braucht. Und die Dinge brauchen meist etwas länger, bis sie reif sind.** Aber gut, das kann ich ja berücksichtigen – zumal die Hochbeete ja eh schon vom Vermieter bepflanzt waren und ich nur meine Balkonkästen bestücken mussdarf und ein paar Pflanzen im Topf pflege.

Letztes Jahr war ich diesbezüglich ja etwas nachlässig, aber dieses Jahr sollte mal wieder mehr sprießen, blühen und wachsen. Und so freue ich mich, über erstes Rot, gelbe Blüten, Düfte und essbares Unkraut***

Nein, den Balkon möchte ich möchten wir***** nicht missen. Und ich weiß, dass ich ohne den Balkon in den letzten Jahren ohne mit kaum Urlaub wohl durchgedreht wäre.

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* Was ich mir aber verkneife, da die Ärztin Psychologin ist, mit einem sehr speziellen Schwerpunkt und ihren Patienten ist es oft schon unangenehm, wenn sie einer an der Tür begegnen.

** Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich meist erst im April/ Mai daran denke, den Balkon zu bepflanzen.

*** Dank Twitter weiß ich nun, dass sie essbar sind.

**** Die „ollen“, nun 6 Jahre alten Erdbeerpflanzen tragen immer noch.

***** der midi-monsieur, der RB, ich und natürlich auch Herr Weber, der dieser Tage Geburtstag hat.

Zu Hülf

Naja, das klingt jetzt etwas dramatischer, als es ist: Vielmehr freue ich mich, wenn Ihr mir gute Tipps geben könnt. Denn es ist ja so, dass der RB und ich in Urlaub bzw. auf Dienstreise (also er Dienst, ich Reise) fahren.

Im Juli geht es zum Urlauben in die Bretagne

Da, wo das Häuschen ist, ist unser Standort.

Wo wir übernachten, steht schon fest. Aber vielleicht hätte die eine oder andere von Euch einen Tipp, …
… wo wir gut essen können
… was wir uns unbedingt anschauen sollten.

Für unsere Rundreise durch Schottland im Oktober können wir auch noch Tipps gebrauchen …

Die Route ist fix und vorgegeben durch die Destillen, die der RB besichtigen will.

… und zwar für Übernachtungsmöglichkeiten in

B) Pitlochry (oder Umgebung)
C) Tain oder Dornoch (oder Umgebung, aber nicht Inverness)
D) Thurso oder Wick (oder Umgebung)
E) Irgendwo am Ben Nevis (Fort William, Glencoe)
F) Glasgow

Gerne auch Pubs, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in den genannten Orten (oder näheren Umgebung) oder auf der Stecke.

Vielen Dank! Merci beaucoup! Thanks a lot!

Locker machen

Die hessischen Sommerferien liegen so früh wie nie. Das bedeutet, dass das 2. Halbjahr extrem kurz war (bzw. noch ist). Insgesamt 18 Schulwochen (Osterferien schon rausgerechnet), davon waren drei Wochen verkürzt wegen Feiertagen und beweglichen Ferientagen, eine Woche war die Klasse auf Klassenfahrt, eine Woche war Projektwoche. Nun bleiben noch knapp vier Wochen bis zu den Sommerferien. Zu allem Überfluss werden in Klasse 3 hessenweit Lernstandserhebungen durchgeführt. Dieses Schuljahr traf es unsere Klasse, was bedeutete, dass in den vier Wochen nach den Osterferien irgendwann auf Zuruf diese geschrieben werden mussten. Wann genau wusste keine im Voraus und so konnte in diesem Zeitraum auch nichts geplant werden. Auch keine Klassenarbeiten. Zumal ja auch erst kurz vor den Ferien welche geschrieben wurden.

Das Ende vom Lied ist, dass die Kinder in der nächsten Woche vier, bzw. wer Religion hat fünf, Klassenarbeiten schreiben. Ja, das ist viel.

Aber seien wir mal ehrlich: Wir sprechen von Klassenarbeiten bzw. angekündigten Tests (denn in SU, Englisch und Religion ist es nicht mehr) in der Grundschule. In der dritten Klasse. Das Zeugnis, in das diese Klassenarbeiten einfließen wird, interessiert KEINE – zumindest Keine, die damit etwas entscheidet.

Auch wird von der Note dieser Klassenarbeiten sicherlich nicht die Versetzung abhängen. Die Klassenarbeiten müssen geschrieben werden. Die Noten sind halt da und helfen auch grob, das Kind zu bewerten, aber letztlich traue ich unserer neuen Klassenlehrerin durchaus zu, die Noten dieser Klassenarbeiten entsprechend einzuordnen.

Und so versuche ich „meinen“ Eltern gerade beizupuhlen, dass sie sich doch einfach mal locker machen sollen. Denn was nützt es den Kindern, wenn sie von den Eltern vor und in so einer Woche noch zusätzlich gestresst werden?!

Kannst Du nicht einmal …

… so kochen, wie es im Rezept steht, liebe B.?!

Tja, das hatte ich heute tatsächlich vor: Schon lange wollte ich die Couscous-Bratlinge von Erdbeer_Lila nachkochen. Und nachdem gestern ein Ratatouille-Beschluss gefällt wurde, sah ich die Chance kommen. Die Bratling stellte ich mir super dazu vor.

Naja, die Bratlinge waren super dazu. Nur waren sie nicht so wie im Rezept. Denn ich hatte meinen Couscous-Vorrat überschätzt. Mist.

Aber weil ich mir die Bratlinge nunmal in den Kopf gesetzt hatte, zog ich das nun mit Modifikationen* durch:

Zutaten
1 Mumin-Tasse Couscous
1 Mumin-Tasse Rote Linsen**
2,75 Tassen heißes Wasser
0,5 Zwiebel, feingeschnitten
Kurkuma (muss nicht sein, passt aber zum Curry-Salz)
Pfeffer
Curry-Salz (normals tut es auch)
2 Eier (ich hatte L-Eier, M täte es auch)

Zubereitung
Mittelgroßen Topf erhitzen, Öl rein, Linsen rein, etwas anschwitzen, dann Zwiebel zugeben***.

Wenn Zwiebel glasig und/ oder fast alle Linsen heller: Mit 1 Tasse heißem Wasser ablöschen, Kurkuma und Pfeffer zugeben und etwas köcheln lassen (bis Wasser aufgenommen). Dann noch 1 Tasse heißes Wasser zugeben, köcheln lassen, bis fast verkocht.

Nun den Topf vom Feuer nehmen, Couscous zugeben, Currysalz zugeben, 0,75 Tassen heißes Wasser zugeben und das Ganze mit Deckel drauf quellen lassen.

2 Eier mit Muskatnuss und Salz aufschlagen und dann löffelweise die Linsen-Couscous-Masse unterrühren****.

Wenn alles zu einem mittelfesten Teig vermischt ist, Bratlinge formen (Größe und Dicke halt wie eine mag) und dann in einer nicht zu heißen Pfanne braten.

Die waren sehr lecker.

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* Die Tasse, die ich als Maßeinheit nehmen wollte, konnte ich nur zur Hälfte mit Couscous füllen, das erschien mir jedoch zu wenig, um Bratlinge für 3 Personen herzustellen.

** Kurz fürchtete ich, dass es etwas ambitioniert war, eine Tasse Couscous mit einer Tasse roten Linsen zu substituieren.

*** Meine Erfahrung: Zwiebeln nie zuerst glasig dünsten, da sie sonst schnell verbrennen, wenn man sie nicht rausnimmt, bevor weiteres Gemüse in Topf oder Pfanne kommt.

**** Wenn eine die Eier direkt über die heiße bis warme Linsen-Couscous-Masse kippt, stockt das Ei womöglich und eine hat Couscous mit Rührei oder so.

Stille(r)

Ich hätte nichts gegen totale Stille gehabt heute. Aber ich habe ja den midi-monsieur und wenn der nicht gerade fiebernd und mit Halsschmerzen daniederliegt, dann redet er ohne Punkt und Komma*. Und da er es die Woche über verpasst hatte, sich zu verabreden, war er heute zu Hause. Stille, also dass niemand mich zutextete oder was von mir wollte, hatte ich dann in der dreiviertel Stunde, in der ich allein auf dem Markt war. Und dann noch per Tablet erkaufte. Anders wäre ich vermutlich auch durchgedreht.

Zur weiteren Entspannung trug bei, dass der midi-monsieur und ich am späten Nachmittag mit dem Rad** zum Laden vom RB fuhren, um den RB abzuholen.

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* Das klingt jetzt sehr genervt. Und in der Tat ist es anstrengend, aber letztlich ist mir ein Kind, das redet, deutlich lieber als eines, dem ich jede Info aus der Nase ziehen muss.

** Dabei konnte der midi-monsieur auch nicht so viel reden.

*** Blaues Wasser

**** Electro. Laut. Anstrengend. Nervig.

Schweigekloster

Letzter Tag der Projektwoche: Ich kann die Namen von ca 85 Prozent der Kinder. Die restlichen 15 Porzent kann ich zuordnen, wenn ich sie lese.

Als alle endlich sitzen und konzentriert sind, gucken wir nach unseren Bananen. Da hat sich immer noch nicht so viel getan und deswegen bekommen die beheften Bananen nun noch etwas warmes Wasser. Blöd, dass die Sonne nicht scheint.

Dann kümmern wir uns um unsere Geheimtinten: Einige haben mit dreckigen Pinseln gearbeitet, bei denen sieht eine natürlich alles schon vor dem Bügeln. Bei anderen wird es tatsächlich erst durch die Hitze sichtbar:

Wir halten fest: Apfelsaft eignet sich nur so mittel, da er – wenn das Papier nach dem Beschriften nicht im sauerstoffarmen Raum gelagert wird – über Nacht schon ein bisschen vor sich hin oxidiert und dadurch etwas zu erkennen war. Das Zuckerwasser war nicht ausreichend konzentriert (mein Fehler). Und Milch und frischer Zitronensaft funktionieren ganz gut.

Dann müssen die Kinder Plakate gestalten, um die Versuche vorzustellen. Die Motivation ist anfangs nur so mittel, aber dann kommt doch noch Schwung in die Sache.

Weil es in der Pause draußen trocken ist und auch der Sand auf dem Schulhof nicht zu feucht ist, beschließe ich, dass ich doch noch das Experiment mit Feuer und dem Brennspiritus vorführe.

Schwarze Würmer, Schlangen, Hörner*

Der Versuch klappt ganz okay, aber der Sand scheint doch zu feucht und auch ist es zu windig. Aber die Kids finden es trotzdem ganz cool.**

Wieder drinnen dürfen die Kinder dann auch noch einen letzten Versuch mit Feuer machen – naja, sie dürfen kleine Teelichte löschen, ohne dass sie sie auspusten oder mit Wasser ausgießen.*** Bei einigen funktioniert das ziemlich gut, bei einer Gruppe endet es damit, dass mein „Spezialfreundchen“, der von Anfang an latent rotzig und unmotiviert ist, nicht zugehört hat und die Kerze eben doch ausgiest und damit das Projekt für seine Gruppe beendet. Schade, dass es für sie so einen Abschluss haben musste. Aber mit Chemie zu Essen**** sind dann alle wieder besänftigt.

Zu Hause muss ich erst arbeiten. Dann will ich mich hinlegen, aber

Und danach ist es auch zu spät, um mich hinzulegen. Ich wander zurück zur Schule, beklebe die Plakate, sitze dann nochmal zwei Stunden neben ebendiesen und erkläre vorbeikommenden Schülerinnen, Lehrerinnen und Eltern, was wir gemacht haben. „Meine“ Kinder zeigen ihren Eltern stolz, was sie gemacht haben und ich habe mich gefreut, was so alles an Erklärungen bei ihnen hängengeblieben ist. So wie es aussieht, konnte ich einige begeistern:

„Und, Sonja*****, wirst Du später Chemikerin?“, frage ich die Zweitklässlerin. Sie strahlt mich stolz und überzeugt an: „JA!“ Haaach, allein dafür hat es sich gelohnt. Und ich würde es jederzeit wieder machen, aber mal ganz ehrlich:

Ich bin jetzt erstmal reif für eine Woche im Schweigekloster.

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* Der Emser-Pastillen-Klassiker

** Und ich hatte kurzfristig Angst, dass mich gleich eine Lehrkraft aus dem Sand zerrt und ermahnt, nicht rumzukokeln. 😉

*** CO2 aus Backpulver oder Natron mit Zitronensäure oder Wasser+
+ Natürlich funktionierte Natron nur mit Wasser nicht. Die Gruppe bekam von mir später einen Schuss Magic Liquid, aka Zitronensäure, dazu und – tadaaa – es funktionierte.

**** Ahoi-Brausebrocken

***** Name geändert

Da tut sich nichts

Zumindest beim Vergärungsversuch hat sich über Nacht noch nicht so viel getan. Eventuell muss er noch modifiziert werden. Aber wir lassen ihn erstmal noch eine weitere Nacht stehen.

Ansonsten ging es heute um Farben um weitesten Sinne: Wir testeten verschiedene Flüssigkeiten* darauf, ob sie sich als Geheimtinte eignen. (Genaue Auswertung erst morgen, wenn alles getrocknet ist.)

Und dann „malten“ wir Muster mit Zucker und Tinte, …

… Milch, Lebensmittelfarbe und Spüli:

Das machte großen Spaß und ich hörte viele Aahs und Oohs und „das sieht aber cool aus“.

Die Chromatographie auf den Filterblättern hat nicht so toll funktioniert, aber das Grundprinzip konnte gezeigt werden.

Morgen ist die Projektwoche dann schon** zu Ende. Wenn alles gut klappt, machen wir dann noch was mit Feuer.

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* Milch, Apfelsaft, Zitronensaft, Zuckerwasser

** ein bisschen auch „zum Glück“ – noch länger würde ich den Lärmpegel nicht durchhalten.

H-zwei-O und C-O-zwei

Die Übernachtversuche haben gut geklappt: Die Gummibärchen* taten im Wasser. H2O, was sie sollten: Sie lösten sich auf oder wurden größer.

Und auch die Äpfel oxidierten – je nach Vitamin-C-Gehalt – mehr oder weniger stark.

Doch, den Kids macht es großen Spaß zu gucken, was so passieren kann. Und sie denken auch mit, beobachten genau und machen sich so ihre – manchmal etwas speziellen – Gedanken.

Eifrig waren sie auch dabei, als sie – in zugeteilten Kleingruppen – CO2 erzeugen sollten, um Luftballons aufzupusten.

Die Backpulvergruppen hatten natürlich schnellere Effekte und auch etwas mehr Wumms, als sie die Säure auf ihr Pulver kippten. „Überschäumende“ Freude 😉

Dann war die Zeit auch schon um. Wir konnten nur noch einen Vergärungsversuch ansetzen, der mindestens bis morgen, vermutlich aber bis Freitag laufen wird.

Am Abend spülte ich dann unser „Laborgeschirr“:

Mit 23 Kindern fällt so einiges an.**

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* Wir hatten Gummibärchen mit und ohne Gelantine

** Auch wenn das Einmal-Pinnchen sind, spüle ich die, weil ich nicht drölf Millionen davon verschwenden will. Und da war ja nichts Schlimmes drin

Das wird schon

Ich weiß, dass es hier manchmal ganz anders klingt: Aber ich habe einen großen Respekt vor Lehrerinnen – insbesondere Grundschullehrerinnen. Also davor, dass sie den Job ergriffen haben. Und es soll ja auch tatsächlich welche geben, die das mit Herzblut, Leidenschaft und aus einer Art Berufung heraus machen. Wurde mir erzählt. Ich hätte ganz einfach nicht die Geduld dafür. Wobei ich es total spannend und faszinierend finde, zu sehen, wie Kinder Wissen verarbeiten, wie sie Informationen aufsaugen, wie sie Spaß an Lernen haben, wenn – ja, wenn – es entsprechend vermittelt wird. Wenn Wissen erlebt und direkt begriffen werden kann. Und das gilt meiner Meinung nach insbesondere für Naturwissenschaften.

Aus diesem Grund fand ich es toll, dass der midi-monsieur damals einen Experimente-Geburtstag wollte. Aus diesem Grund habe ich eine Idee und aus dem gleichen Grund wage ich mich diese Woche in die Höhle der Löwen biete ich an der Schule vom Kind ein Projekt im Rahmen der Projektwoche an. Der vielversprechende Titel „Alles ist Chemie“ hat zu 185 Anmeldungen geführt, von denen mir 25 Kinder zugeteiltlost wurden. Die Kinder aus der Klasse vom Kind waren alle außen vor. Die bekommen einen extra Projekttag mit mir.

Die zwei Wochen vor Pfingsten waren so stressig und voll, dass ich nicht wirklich die Ruhe hatte (außerdem hatte ich eine Stimme im Ohr, die die ganze Zeit sagte: „Das wird schon.“), meine doch nicht gerade geringe Buchauswahl zum Thema durchzugehen und mir zu überlegen, welche Experimente ich mit den Kids machen könnte.

Es gibt viel tolle Literatur zum Thema.

Und so wurde es Pfingstsamstag – also vor drei Tagen -, bis ich endlich mal plante. Nunja, gut, dass unser Supermarkt bis Mitternacht geöffnet ist.

Gestern Abend dann packte ich eine große Tasche mit diversem Kram und die Stimme im Ohr sagte immer noch: „Das wird schon.“

Ja, es wurde: Wir lernten uns erstmal kennen, sprachen über Erwartungen an das Projekt – Ich will lernen, wie man eine Bombe baut. Ich möchte die Schule explodieren lassen. – und ich machte eine Labor- bzw. Sicherheitsanweisung.

25 Kinder im Schach zu halten, ist nicht ganz so einfach.* Die Namen von zweidrei Pappenheimern kannte ich direkt nach einer halben Stunden, bei einigen anderen weiß ich sie vermutlich am Ende der Woche noch nicht. Aber im Großen und Ganzen waren die Kids begeistert bei den ersten beiden Versuchen – Gummibärchen in Wasser, Apfel-Vitamin-C – dabei.

Morgen dann werden wir uns angucken, was aus dem heutigen Versuche** geworden ist.

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* Ich werde aber die ganze Woche über unterstützt.

** Werden beide über Nacht oder zumindest einen längeren Zeitraum angesetzt.