Schwarzer Freitag

Pechrabenschwarzer und vor allen Dingen total verkohlter Freitag. So empfand der midi-monsieur zumindest den heutigen Tag zwischen 17h05 und 17h40 und dann nochmal zwischen 21h00 und 21h30.

Was genau am Nachmittag, als er vom Hort kam, loswar, weiß er noch nicht einmal selbst. Er hatte zumindest wirklich Kacklaune und ich hatte keine Lust, das abzubekommen. Also schickte ich ihn ins Zimmer. Wo er weiter mopperte, aber irgendwann Ruhe gab. Und noch ein irgendwann später, also so gegen 17h40 kam er deutlich besser gelaunt aus dem Zimmer und machte sich etwas zu essen. Dann war er auch dem Vorschlag zugänglich, dass wir den RB von der Arbeit abholen. Also schwangen wir uns auf die Räder und düsten los.

Als wir wieder zu Hause waren, hatten wir alle mehr oder weniger* Hunger. Ich schmiss also schnell Herrn Weber an, zum Glück hatte ich das Grillgut (Kartoffeln, Spargel und Hühnerbeine**) schon vorbereitet. Als der Grill anfing heiß zu werden, legte ich die Kartoffeln auf und kurz darauf auch die Hühnerbeine. Dann ging ich in die Küche und kümmerte mich um den Nachtisch – Rhabarber-Crumble -, bis der midi-monsieur panisch reinstürmte: „Mama, der Grill ist bei 300 und es brennt.“

Mist, ich hatte vergessen, den Grill runterzudrehen, als ich die Hühnerbeine drauftat. Am Ort des Geschehens sah ich Flammen*** und Rauch. Ich drehte den Grill runter, wartete etwas und guckte dann rein. Das Dunkel des Abends war gnädig, sodass ich nicht gleich das ganze Ausmaß sah. Der RB murmelte was von „Röstarmomen à la Tim Mälzer“ Ich nahm die Hühnerbeine runter, drehte die Kartoffeln um. Derweil stand der midi-monsieur neben mir, beobachtete das Geschehen und insbesondere die Hühnerbeine und lamentierte: „Das ess ich nicht. Das ist verbrannt. Das kann man nicht mehr essen. Und ich habe mich so auf die Hühnerbeine gefreut.“ Er bekam sehr sehr sehr schlechte Laune.

Jaha, das war etwas heiß…

Ich legte die Hühnerbeine wieder auf den etwas abgekühlten Grill, überließ dem RB das Feld (und den midi-monsieur) und beendete die Crumble-Vorbereitung. Und während ich in der Küche stand, musste der RB den Dramaking deluxe ertragen. Ja, all das Leid dieser Welt lag auf dem midi-monsieur, der sich doch soooooo auf die Hühnerbeine gefreut hatte. Und ich wüsste doch, wie sehr er Hühnerbeine liebe. Und IMMER würde sowas passieren. Ihm – dem RB – würde sowas ja nicht passieren. Und nein, er könne die Hühnerbeine auf gar keinen Fall essen. Nein, auch nicht, wenn wir die verkohlte Haut abmachen würden.

Dann saßen wir am Tisch, ich puhlte die verbrannte Haut vom Fleisch und es sah innen sehr gut aus. Der RB und ich aßen, während das Kind das Essen theatralisch abkühlen ließ. Der RB und ich befanden das Fleisch für gut und sehr genießbar. Da traute sich auch endlich der midi-monsieur und – tadaaaa -:“ Das ist echt lecker, Mama.“

Später war es dann zum Glück nur noch in seinem Zimmer schwarz.****

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* Das Kind eindeutig mehr.

** vom Hähnchen

*** in der Fettwanne

**** Was dazu führte, dass er sich beim im Halbschlaf Umdrehen den Kopf an einem Balken andötzte.

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