Blutdruckmittel

Freitag, 13h55, kurz bevor die Veranstaltung anfängt, gucke ich auf mein Handy. Es blinkt: Anruf in Abwesenheit. Vom Hort. Ich gehe diverse Notfallszenarien durch, denn viel kann ich ja von Potsdam aus nicht ausrichten, und rufe zurück. Ob der midi-monsieur mit auf einen Ausflug könne. Mir erschließt sich nicht, warum ich deswegen angerufen werde. Zumal das Kind ja weiß, dass er bis Ende im Hort bleibt. Und was bis dahin da passiert, ist mir gewissermaßen egal, denn beeinflussen kann ich es ja eh nicht.

Samstag, 13h00, ich sitze mitten in der Veranstaltung, ruft eine Rugby-Mom an. Als ich nicht drangehe, schickt sie mir eine Sprachnachricht. Orrrr. Ich fürchte, dass dem Kind was beim Spiel passiert ist. 20 Minuten später höre ich sie ab: Sie ist auf dem Weg zum Verein. Joah, ich bin halt noch in Potsdam.

Samstag, 14h02, die Veranstaltung ist zu Ende, ich sitze in der Sonne. Nachricht vom Rugbykumpelvater: Ich solle mich bitte melden. Sehe sie um 14h12 und denke: „Jetzt ist doch was passiert“ und rufe zurück. Der Rucksack vom midi-monsieur ist am Pitch verschwunden. Dadrin halt Schlüssel für Zuhause und das Rad. Die Babysitterin ist aber auch schon da: Sie nimmt das Kind mit zu sich. Gut, klingt nach ner probaten Lösung.

Samstag, 14h16, weitere Nachricht vom Rugbykumpelvater: Der Rucksack ist wieder da.

Na, halleluja, mein Blutdruck ist zwar niedrig, aber mit sowas muss er auch nicht gepusht werden. Gut, dass ich jetzt wieder alles vor Ort regeln kann.