Wildes Herz

Etwas verantwortungslos kam ich mir ja schon vor. Und auch der RB hatte zwischenzeitlich – zumindest beim Essen – Bedenken, ob das wirklich so eine gute Idee war, dass wir alle, also der midi-monsieur, der RB und ich, zusammen ins Kino gehen und zwar in einen Film, den vor allem der RB gucken wollte. Gut, er hätte auch allein gehen können. Aber da wir ja total aneinander kleben und NIIIICHTS mehr getrennt machen können ich fand den Film auch interessant. Doch er läuft nur* diese Woche im Mal-Seh’n-Kino, einem winzig kleinen, total schnuckeligen und tollem Programmkino, das ich bislang noch gar nicht kannte.

Etwas problematisch neben dem Film selbst war, dass er nur um 20h00 läuft. Das ist eigentlich etwas spät für das Kind, aber die Babysitterin war erst am Sonntag da und am Freitag und am Samstag muss er wieder von ihr betreut werden**. Und so beschlossen der RB und ich, dass wir zusammen reingehen: Der RB befand es inhaltlich für tragbar und ich hinsichtlich des Aufbleibens.

Nach einem etwas anstrengendem Essen zu dritt in einem meiner Lieblingscafés gab es auch kurz nach Beginn von „Wildes Herz“ einen Durchhänger beim midi-monsieur, den ich etwas unpädagogisch mit „Ich gehe auch mit Dir in Filme, die ich nicht gut finde“ im Keim erstickte. Nunja, was soll ich sagen?! Es hat gewirkt und das Kind hat sich dann auf den Film eingelassen: Feine Sahne Fischfilet hat nicht nur einen neuen Fan, sondern das Kind hat ein Ziel für die Pubertät:

Ich bin etwas hin- und hergerissen: Monchi als Vorbild zu haben – zumindest so aus politischer Sicht und hinsichtlich seiner Einstellung – ist sicherlich nicht verkehrt, aber vielleicht können wir, respektive der midi-monsieur, ja doch irgendwie die Pubertät anders gestalten.

Auf jeden Fall fanden wir drei den Film sehr gut:

Und ich verbuche das mal auch unter „politischer Bildung“ fürs Kind*** und fühle mich nicht mehr veranwortungslos.

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* Zumindest sieht es derzeit danach aus.

** Außerdem hatte er Rugby-Training und ihn nach Hause zu bringen und dann ins Kino zu hetzen, wäre auch blöd gewesen.

*** Vielleicht wirkt das ja so auf ihn, wie auf mich die versehentlich mit 11 gegessenen Sp**e-Co*kies und das mit 13 gelesene „Wir Kinder von Bahnhof Zoo“ – halt auf politischer Ebene.