Baustelle

So langsam fällt mir wieder ein, warum ich in früheren Zeiten – also deutlich vor Kind – Umräumaktionen immer in einer wortwörtlichen Nacht- und Nebelaktion durchgezogen habe: Was mir so am Abend einfiel, war dann am nächsten Morgen fertig. Gut, ich war auch fertig, aber die Zimmer sahen so aus, wie ich es mir nur ein paar Stunden vorher überlegt hatte. Dabei ging es nicht darum, ein Regal umzusortieren, sondern ganze Zimmer umzustellen oder zu tauschen. Und ich hatte damals noch deutlich mehr Bücher*.

Die jetzige Umräumaktion gärt nun schon 4 Wochen. Mit der Entscheidung war klar, dass hier früher oder später Zimmer geleert und neu gefüllt werden müssen. Seit zwei Wochen weiß ich, welche Möbel hier voraussichtlich noch einziehen könnensollenmüssen. Und hätte ich nicht Fuß gehabt, hätte ich die Woche nach Ostern bereits gerne angefangen umzuräumen. Auch damit der midi-monsieur einfach sein Zimmer hat und von den Umstrukturierungen nicht direkt tangiert wird.

Aber es ging erst vor vier Tagen los. Und auch erstmal nur mit den Betten. Was zur Folge hat, dass der midi-monsieur für seine Anzieh- und Spielsachen ins Mufuzi muss, der RB und ich unsere Klamotten aus dem Kinderzimmer holen und das alles, was noch keinen neuen Platz hat im Mufuzi abgestellt wird. Die Wohnung ist eine gefühlte Komplettbaustelle.

DAS.NERVT.MICH!

Und weil mich das nervt, nerven mich auch ganz schnell andere Dinge. Dann kann ich mich in ein fehlendes Danke reinsteigern, mich sehr darüber aufregen, dass ich mir wiederholt den Kopf am Kran vom Kind gestoßen habe oder dem „normalen“ Haushaltschaos böse Blicke zuwerfen, weil es sich nicht selbst aufräumt.

Etwas weniger genervt war ich heute, als ich im Kinderzimmer Dinge von der Wand schraubte, Dübel und Schrauben entfernte, Löcher zuspachtelte …

Von Papa habe ich gelernt, Spachtelmasse in Molle mit Spachtel anzurühren.**

und den Kran ummontierte und der midi-monsieur ein paar Spielsachen schon mal in sein „neues“ Zimmer brachte.

Aber ich will, dass dieses Chaos aufhört. Dass Dinge wieder ihren Platz haben. Dass das Gerümpel nur noch im Mufuzi stattfinden wird. Dass alle Möbel da sind, wo sie hingehören. Dass klar ist, was eventuell noch fehlt. UND.ZWAR.JETZT!

Diese Interimszustände sind einfach nichts für mich. (Hoffentlich ist das bald vorbei.)

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* Ehrlicherweise habe ich einen Teil der Bücher immer noch – im Keller in Kartons.

** Ich mag ja auch Fertigspachtel aus der Tube – vor allem, weil man den so gut tief IN die Bohrlöcher applizieren kann. Aber den hatte ich nicht da und los wollte ich dafür auch nicht und das Pulver war noch da.