Adoption

So bekloppt schwierig der Kv auch ist, er ist der Vater vom midi-monsieur. Und solange das Kind sich von ihm nicht abwendet, wird das auch so bleiben. (Natürlich auch dann noch – zumindest rein faktisch, biologisch.) Es war (mir) also klar: Ein Partner an meiner Seite müsste, dürfte und sollte daher nie Ersatzpapa für den midi-monsieur werden. Wichtig wäre allerdings, dass sie irgendwie miteinander auskommen. Und wie vermutlich jede Alleinerziehende machte ich mir – als noch kein Partner in Sicht war – drölfzig Millionen Gedanken dazu. Doch dann platzte der RB in mein Leben und all die Gedanken waren obsolet. Die Dinge passierten und passieren einfach. Und es läuft so erstaunlich wie erfreulich gut.

Dabei spielen sicherlich verschiedene Faktoren eine Rolle:

Der midi-monsieur ist mit seinen achteinhalb Jahren in einem günstigen Alter. Er ist derzeit grundsätzlich gut drauf, hat viele Dinge, die ihm Spaß machen und zieht seine Bestätigung nicht mehr nur aus meinem Zuspruch. Er wird immer selbstständiger und ist nicht mehr so auf mich fixiert.

Dadurch muss ich nicht mehr so intensiv an ihm dranbleiben wie noch vor einiger Zeit. Ich kann ihn mit Situationen konfrontieren, die ihn im ersten Moment vielleicht verunsichern, aber er kann damit selbstständig umgehen – entweder weil er für sich klar macht, dass das alles doch nicht so schlimm ist, oder weil er halt darüber mit mir (und ggf. anderen) spricht. Denn er weiß, dass ich ihm zuhöre, seine Gefühle und evtl. Sorgen ernstnehme.
Aber ich muss meine Bedürfnisse nicht mehr hintendran stellen. Dass der RB nun zu meinem Leben (und dadurch auch zu einem gewissen Grad zu seinem) gehört, habe ich nie zur Diskussion gestellt. Der midi-monsieur durfte und darf immer seine Gefühle dazu ausdrücken und ich nehme sie auch ernst. Aber ich kenne mein Kind gut genug, um zu wissen, wenn echte Ablehnung seinerseits bestünde. Doch die gab es zu keinem Moment. Denn eigentlich fand er den RB von Anfang an ziemlich cool.

Der RB hat sich aber auch ganz cool benommen (auch wenn er das wohl anfangs nicht war). Er hat den midi-monsieur erstmal gelassen und sich nicht übermäßig um ihn bemüht, aber halt auch nicht von irgendwelchen „Anfeindungen“ aus dem Konzept bringen lassen. Er begegnete dem Kind mit der Entspanntheit, die der midi-monsieur und die Situation erforderten. Und die den midi-monsieur wohl neugierig machten: Was ist das für ein Typ, der meine Mama küsst?! Kann der auch mehr als Mama küssen?
Und so wird der RB immer wieder aktiv vom Kind einbezogen, ihm Dinge gezeigt, interessiert befragt.

Mittlerweile hat der midi-monsieur nicht nur verstanden, dass durch den RB von meiner Liebe zu ihm nichts verloren geht, sondern durch viele Gesten und Sätze eindeutig gezeigt, dass der RB voll akzeptiert ist und auch, dass er sieht und spürt, wie gut mir der RB tut.

Ein Gedanke zu „Adoption

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