Anspruch

Mit den Jahren hat eine ja so Ideen bzw. Vorstellungen, wie etwas laufen soll(te). Eine weiß – im besten Fall – auch, ob die Ideen und Vorstellungen, kurz Ansprüche, realistisch sind.

Problematisch wird es, wenn bei Umsetzung dieser Ansprüche äußere, nicht immer unabhängige Faktoren reinspielen, die die eigentlich realistischen Ansprüche konterkarieren – derweil der Fuß, der mich immer wieder zu Pausen zwingt und mich nicht in meinem Tempo arbeiten lässt.

Wenn dann noch der Umstand dazu kommt, dass eine ja theoretisch Hilfe haben könnte, diese aber praktisch von ihrem Glück – aus Gründen – nichts weiß, dann hat eine zwar nicht immer ihre Gesichtszüge unter Kontrolle, aber muss auch innerlich in die Tüte atmen und sich sagen:

Meine Ansprüche sind meine Ansprüche sind meine Ansprüche.

Und natürlich gilt: Reden hilft. Aber alles zu seiner Zeit. Denn das ist auch mein Anspruch: Ich kann und darf keinem anderen meine Ansprüche aufdrücken.

Planlos

Irgendwie war es in den letzten Wochen – selbst am Sonntag – nicht möglich, einfach mal auszuschlafen: unter der Woche halt Schule, Arbeit, Termine oder Besuch. *seufz*

Aber einfach mal einen Tag verplempern mit Ausschlafen und Nichtstun, da hatte ich schon Bock drauf. Und so ließen wir gestern die Fahrradpläne Fahrradpläne sein und auch die Kinoidee war nicht so reizvoll, als dass sich Stress und Hektik gelohnt hätten.

Bis 14h00 schlafen war wohl nötig und auch das restliche ruhige „Programm“ war genau richtig.

Blümchen

Vor einer Weile erschien mir ein Bild von einer ziemlich coolen Frau mit einer neuen, sehr genialen Haarfarbe in meiner fb-Timeline. Ich war geflasht und dachte: „Sowas will ich auch.“ Denn schon seit einer Weile hardere ich mit dem Schwarz. Nicht weil ich es nicht mehr mag, sondern weil es sich so schnell auswäscht und mein Haupthaar dann braun-schwarz mit leichtem Grünstich ist. Das sieht eher semi aus.

Nun spukte mir also rot durch den Kopf. Aber nach meiner leidvollen Rot-Orange-Erfahrung mit 15/16 war klar, dass der Rotton satt rot bzw. dunkelrot sein müsste. Ich konsultierte die Webseite meines Tönungsdealers – Midnight Blue, Plum, Lagoon und Apple Green kenne ich ja schon. Poppy, Pillarbox und Fire sind definitiv zu grell. Schnell liebäugelte ich mit Dark Tulip.

Tja, und wenn ich erstmal eine Farbe ins Auge gefasst habe, dann bringt mich davon wenig ab.

Blöd nur, dass meine Friseurin beim Termingespräch meinte, dass es von schwarz auf rot nicht ginge. Wir redeten über Strähnchen. Ich dachte darüber nach.

Beim eigentlichen Termin quatschten wir nochmal. Strähnchen wollte ich nicht. Wir einigten uns auf: Ich mach Dir die Haare jetzt erstmal heller und beim nächsten Mal schaffen wir dann rot. Hmm, ja. Ich war kurz davor, einen doppelseitigen Undercut in Erwägung zu ziehen.

Aber tadaa, da meine Haare seit einem Jahr nicht mehr blondiert wurden, nahmen sie die Behandlung gut an und – jippie – der dunklen Tulpe stand nichts im Weg.

Neue Altstadt

Es mag ein bisschen paradox sein: So gerne ich mir fremde Städte alleine (oder halt mit meiner Begleitung) erschließe, so gerne gehe ich auf Stadtführungen in Frankfurt. Jetzt nicht ständig, aber ich war mittlerweile schon auf einer Wildkräuterführung auf dem Hauptfriedhof, einer Unorte-Führung, auf dem bzw. im neuen Henninger Turm und heute habe ich hinter den Bauzaun rund um die Baustelle der neuen Altstadt geguckt.

Die neue Altstadt ist ja durchaus ein Politikum in Frankfurt. Aber die Geschichte dazu ist auf jeden Fall interessant – egal, ob man den Wiederaufbau gut findet oder nicht. Führungen auf der Baustelle sind allerdings nur noch bis Anfang Mai möglich, denn am 9. Mai wird die neue Altstadt eröffnet. (Danach gibt es aber weiterhin Führungen durch die neue Altstadt.)

Die alte Altstadt* brannte zwischen dem 19. und 22. März 1944 ziemlich ab. Es blieb zwar etwas übrig, aber nicht so viel. Nach dem Krieg wurden – zum Glück – viele Reste entweder verwahrt oder auch wieder neu aufgebaut – zumindest hier und da (z.B. auf dem Römerberg). Für das große Ganze wurden im Laufe der Jahre zwölf Architektenwettbewerbe ausgeschrieben mit dem Resultat, dass 1963 der Grundstein für das Technische Rathaus gelegt wurde, dass 1973 fertig wurde. 2012 hatte es ausgedient: Die Sanierung hätte sich nicht mehr gelohnt und es bot sich mit dem Abriss die Chance, der Fläche zwischen Braubachstraße, Schirn, Römerberg und Dom wieder etwas historischen Antlitz zu verleihen.

Im November 2014 wurde die Baustelle bzw. die Baustellen** eröffnet. Insgesamt entstanden 35 neue Gebäude, von denen 15 Rekonstruktionen (zum Stand 18. März 1944) sind. Dabei wurde sehr auf Detailtreue geachtet und – im Gegensatz zu den „Fachwerkhäusern“ auf dem Römerberg – haben die neuen Fachwerkhäuser echtes Fachwerk. Einzig beim ursprünglichen Sandsteinsockel der Häuser musste getrickst werden: Die neuen Sandsteine sind nur Fassade.

Ich mag’s durchaus und bin gespannt, wie sich alles entwickelt, wenn alle Häuser bezogen sind, genutzt bzw. bewohnt werden.

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* Zusammen mit der Bebauung zwischen Anlagenring und Main war Frankfurt bis dato Deutschlands größte Fachwerkstadt.

** Jedes Haus hatte einen eigenen Architekten.

*** DR steht für Dom/Römer

Holzbein

Ich maße mir ja durchaus an, anhand von Informationen aus dem Internet Krankheiten bzw. Krankheitssymptome grob einordnen zu können. Vor allem auch einordnen zu können, ob es sich lohnt, einen entsprechenden Facharzt zu konsultieren – sprich im Zweifelsfall auf Notfall zu plädieren, ob ein späterer Termin ausreicht oder ob es „Watch’n’Wait“ auch tut.

Aktuell habe ich Fuß: Nach dem (für meine Verältnisse eigentlich nicht so) langen Marsch durch Frankfurt hatte ich abends beim Essen auf einmal links stechende Fußschmerzen – recht punktuell und auch nur unter Belastung. Ich dachte erstmal: „Ach, eine Nacht drüber schlafen und dann ist wieder gut.“ War es aber nicht. Am Sonntag schmerzte der Fuß immer noch. Was mich aber nicht davon abhielt, unserem Besuch Frankfurt weiterhin laufend zu zeigen. Das war sicherlich nur semischlau, denn die Schmerzen wurden nicht besser und Schonung ist ja prinzipiell nicht schlecht, wenn der Fuß sagt: „He, hier ist was nicht in Ordnung.“ Der beste Kumpel (noch aus Schulzeiten) war dem Fuß recht dankbar, weil ich ja nicht wirklich laufen, sondern eher humpeln konnte und somit das Fortbewegungstempo sehr entspannt war. Ich kam mir ja vor, als würde ich mit einem Holzbein laufen.

Heute hatte ich dann etwas Zeit zu überlegen, ob ich meinen Orthopäden belatschere, dass ich dringend einen Termin bräuchte, weil unerträgliche Schmerzen. Aber eigentlich hatte ich dazu keine Lust. Meine Hausärztin wird mir sicherlich nicht weiterhelfen können und bis 19h00 zu warten, um in der Notaufnahme drölfzig Stunden auszuharren, dass man mir sagt, dass orthopädische Fälle in die BGU sollen, fand ich auch überzogen. Also befragte ich Dr. Google und beschloss nach verschiedenen Seiten mit ähnlich lautendem Ergebnisse: Ich brauche wirklich ein Holzbein habe eine Sehnenscheidenentzüdung im Fuß. Und was wird dazu geraten?! Ruhigstellen, Diclofenac-Salbe, bei Bedarf entzündungshemmende Schmerzmittel sowie Wärme oder Kälte nach Gefühl.

Wird schon. Zum Arzt kann ich zur Not immer noch.

Wochenende #12

Das zwölfte Wochenende des Jahres war zwar nicht das erste Wochenende 2018 ohne Kind – und so ganz ohne war es ja auch nicht -, aber gefühlt irgendwie schon. Und um schon mal zu spoilern, es war ein tolles Wochenende, obwohl es Samstag morgen nicht danach aussah. Denn nachdem um 5h15* das Kind sich von mir und dem RB verabschiedet hatte, war ich wach. Und als der midi-monsieur um 5h30 mit dem Kv das Haus verließ, war ich immer noch wach und steigerte mich in was rein. Weswegen ich erstmal eine Stunde mit Wärmflasche und Tee auf dem Sofa bockte. Danach ging ich wieder ins Bett, aber als zweieinhalb Stunden später der Wecker vom RB ihn zum Aufstehen ermahnte, war ich ziemlich unausgeschlafen – aber wach. Fein, fein, so konnte ich mich – trotz kleiner verbaler Spitzen zur Ableitung – weiter in meine Laune reinsteigern. Vor allem, als der RB weg war.

Der Liebesbrief vom Kind war an diesem Morgen einer von zwei Aufhellern. Ansonsten ärgerte ich mich über den Samstagmorgentermin, Kopfschmerzen, WordPress-Eigenwillen, Kopfschmerzen und den Ausfall von Heizung und Warmwasser. Es wurde auch nicht besser, als ich dann viel später als geplant aus dem Haus kam und zu Fuß zum Markt marschierte, um Grie Soß zu besorgen, DENN: Es gab um 14h00 kaa Päggscher Grie Soß aufm Konstimarkt. Ich war sehr, sehr, sehr genervt und auch sehr in meinem Zeitplan im Verzug (zum Glück auch die Gäste). Ich marschierte also im Stechschritt zurück, fand zum Glück Grie Soß auf dem Bernemer Markt und aß etwas. Oh Wunder, meine Laune wurde etwas besser. Ich ging nach Hause, ging einkaufen, machte mir einen Tee und tadaaa, die Kopfschmerzen besserten sich nun endlich**. Ich machte Grie Soß, die Gäste kamen endlich an, das Wetter war schön. Ach, das Leben ist doch ganz schön – die schlechte Laune war weg.

Und weil alles so gut war, gingen wir zu Fuß in die Stadt, sammelten den RB ein, machten eine erste Sightseeing-Runde und fuhren dann – recht spät – auf den Maintower (an der Stelle bin ich bekennende Eingeplackte und gerne da oben!).

Wir drehten noch eine kleine Runde durch die Stadt und fielen dann nach gut 8,5 Kilometern zur Fuß durch die Stadt ziemlich hungrig in der Prager Botschaft ein. (Und ich hatte auf einmal ziemlich fiese Schmerzen im linken Fuß.) Nach ein paar Absackern bei uns der Zeitumstellung ging’s dann auch mal ins Bett.

Am Sonntag hatte ich immer noch Fußschmerzen, was meine Laune aber weder trübte, noch mich daran hinderte, Brunch mit Pancakes vorzubereiten und den RB zum Bäcker zu schicken. Das Wetter war immer noch so gut wie am Vortag und deswegen drehten wir mit unseren Gästen nach eine Runde durch die Stadt – wer zum ersten Mal in der schönsten Stadt der Welt ist, bekommt natürlich alle Klassiker zu sehen.

Und Klassiker zu essen:

Jaha, Grie Soß vor Gründonnerstag ist Frevel.

Die zwei verabschiedeten sich und der RB und ich beendeten wegen Frischluftschock, wenig Schlaf und vor allen Dingen wegen Fuß auf dem Sof.

Doch, doch, das Wochenende war sehr schön und auch sehr lustig (wobei man ja durchaus schaft angeblinzelt wird, wenn man im Frankfurter Dom*** und im Plenarsaal der Paulskirche Tränen lachen muss).

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* vermutlich; ich habe nicht auf die Uhr geguckt

** Irgendwann lerne ich es bestimmt, dass ich morgens Koffein brauche – vor allem, wenn ich mit Kopfschmerzen aufwache.

*** Der ja kein Dom ist, sondern Krönungskirche.

Zu spät

Die ganze Woche über wäre es zu spät geworden – zumindest für den midi-monsieur -, wären wir auf die Luminale gegangen.

Heute Abend waren dann der RB und ich zu spät dran. Lichter waren schon aus – zumindest an der EZB.

In zwei Jahren kann das Kind vielleicht auch mal länger wach oder allein zu Hause bleiben.