Sammlung

Nachdem in den vergangenen 16 Jahren jedes Jahr ein anderes Bundesland die deutsche 2-Euro-Münze zierte, es aber ja kein 17. Bundesland gibt, ist dieses Jahr Helmut Schmidt auf der 2-Euro-Münze zu sehen.

Fast hätte ich die Opern-Gaderobe damit bezahlt.

Runde

Eigentlich wollte ich heute, nachdem die Jungs zum Aikido loswaren, kurz duschen, dann schnell zum Friseur springen, den Pony nachschneiden lassen, einkaufen und dann den midi-monsieur im Dojo abholen.

Dann dauerte das Duschen und Föhnen länger und so brachte ich auf dem Weg zum Dojo ein Paket weg, holte das Kind ab, kaufte mit ihm beim Schreibwarenladen ein Vokabelheft, hatte auf dem Weg zum Supermarkt Glück und meine Friseurin hatte 3 Minuten für meinen Pony. Dann gingen wir einkaufen.

Andere Runde, mehr geschafft. Runde Sache.

Gefühlig*

Ich habe mich ja ein bisschen geweigert, diese Überschrift am Valentinstag zu nehmen. Denn mal ganz ehrlich: Valentinstag ist doof. Und ich bin sehr froh, dass der RB und ich uns da sehr einig sind. Entsprechend gut fand ich es, dass er heute Abend „trotzdem“ auf das Konzert gegangen ist, auf das er gehen wollte. Allein. (Auch wenn ich es natürlich doof finde, ihn heute Abend nicht bei mir zu haben. Aber das ist valentinstagsunabhängig.)

Der Tag fing schon mit Gefühlen an – beim midi-monsieur. Er habe da so ein Gefühl im Bauch. So ein ungutes. Aha, hmhm. Ich diskutierte mit ihm und ja, er habe Bauchschmerzen. Okay. Ja, er könne zu Hause bleiben, wenn ihm nicht wohl sei, ABER dann halt erstmal noch mit Wärmflasche ins Bett und schlafen. Ob er denn im Bett essen könne. Ja, trocken Brot. Milchprodukte etc. sind nicht so gut für einen grummeligen Bauch. Hmja. Er überlegt; sieht auch nicht wirklich malad aus. Nunja, er habe ja auch eigentlich ein Verabredung mit seinen Kumpels im Hort. Tja, der Kv lässt Würmer aus dem Kind sprechen, ich kann sich anbahnende Magen-Darm-Seuche im Keim wegsprechen.

Das Kind ging also in die Schule und für den RB und mich gab es noch ein große Portion hochgradig positive Gefühle, bevor wir beide arbeiten mussten.

Im Laufe des Nachmittags bekam ich ungute Gefühl aka Schmerzen im Rücken*, weswegen ist etwas länger unter der heißen Dusche blieb. (Jetzt fällt mir wieder ein, dass ich auf die Rolle wollte.)

Der midi-monsieur kam höchst negativ gefühlig nach Hause: fehlendes Vokabelheft, noch zu machende Hausaufgaben. Alles zu viel. Doch nicht nur die Schule. Auch die Situation zu Hause: Dass hier nun recht regelmäßig der RB ist, beschäftigt ihn. (Normal. Alles andere wäre komisch.) Und ich sehe und spüre seine Ambivalenz und er tut sie auch kund. Das ist zwar auf den ersten Blick anstrengend, aber letztlich super. So bleiben wir im Gespräch. Und reden ist ja immer gut.

Danach schlugen meine Gefühle um und ich war kurzfristig ziemlich aufgebracht, sauer und vor allem genervt.

Ich ärgerte mich auf mehreren Ebenen: Über mich, dass ich dieser bekloppten Aktion überhaupt zugestimmt habe. Und über den Kv und dessen Gebaren.

Zum Glück konnte ich mich beim Radfahren durch die Kälte, um den midi-monsieur zum Rugby-Training zu bringen, wieder beruhigen. Das war nicht nur gut fürs Gemüt, sondern auch dafür, dass ich nicht impulsiv twitterte, sondern kurz darüber nachdenken konnte, wie der Tweet evtl. aufgefasst werden könnte und erstmal telefonierte. Das war richtig und gut. (Dass ich das nicht mit mir selbst ausgemacht habe, ist ja auch so ein Gefühlsding.) Und mir war gefühlsmäßig wieder deutlich wohler.

Die Rückfahrt in der Dämmerung ließ frühlingsvorfreudig werden. Klar und kalt. Toll.

Das Kind war nach dem Rugby-Training auch deutlich entspannter und machte direkt noch seine restlichen Hausaufgaben ohne Murren und ohne Gehuddel, sodass sie ohne Streit und Tränen schnell erledigt waren.

Beim Ins-Bett-Bringen kam das Gespräch nochmal auf die Übernachtungen vom Kv. Nein, ihm würden auch zwei Nächte bei uns reichen. Das letzte Mal sei ja schon sehr anstrengend gewesen. Ach, Kind, dieser Prozess muss gerade so anstrengend für Dich sein. Ich wünschte, ich könnte ihn Dir ersparen, aber da kann ich Dir nur beistehen.

Und weil ich gerade so gefühlig war, musste ich das mal loswerden:

Es ist toll zu spüren, dass ich zur Zeit fast ausschließlich Menschen um mich rum habe, die mir gut tun. Und wie wichtig und richtig die „Mentalhygiene“ der letzten Jahre war.

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* Nunja, vermutlich werde ich in Zukunft meinen Zyklus vor allem an solchen Tagen ausmachen können.

Entdeckung

Das Schöne am Freiberuflichsein ist ja, dass ich im Zweifelsfall aus dem Fenster gucken, das Wetter für gut befinden und dann raus gehen kann. Denn schreiben kann ich im Zweifelsfall auch wenn es dunkel ist. Besonders schön ist, wenn man diese Freiheiten zu zweit genießen kann.

Und so kam es heute Nachmittag zu einem Spaziergang bei bestem Wetter und mit tollster Begleitung in bislang unbekannte Gefilde. Also unbekannt im Sinne von: bislang nicht dagewesen.

Dabei machte ich eine Entdeckung, die eine Idee von mir unterfütterte. Und nun habe ich noch größere Lust, diese umzusetzen. Mein innerer Erklärbär freut sich auch schon.

12von12

Ich habe heute zwischendurch ein paar Mal an 12von12 gedacht, aber dann doch keine Lust gehabt, obwohl ich ein paar Fotos gemacht habe. Nun also die deskriptive Version.

#1: Screeshot von meiner Handyuhr mit 5h34. Da war ich nämlich kurz wach und überlegte, ob ich schon arbeiten oder doch noch schlafen soll. Ich entschied mich für letzteres.

#2: Geschminkter midi-monsieur. Irgendwas mit Zombie und Wasserleiche.

#3: Zwei Teller, Tee am einen, Kaffee am anderen und Scones auf dem Tisch.

#3: Laptop und MacBook stehen sich gegenüber. Zwei Menschen arbeiten einträchtig nebeneinander.

#4: Lasagnerest von vorgestern zum späten Mittagessen.

#5: Drei e-Mails. (Eigentlich nur eine, aber die erste ohne Anhang, die zweite mit falschem und die dritte dann endlich vollständig.)

#6: Der meckernde mini-monsieur kommt nach Hause und schimpft über alles und jeden – besonders den Hort.

#7: Ich in Leggings. Allerdings UNTER der Jeans, damit ich nicht auf dem Fahrrad und am Pitch erfriere.

#8: Um nicht am Pitch anzufrieren, wandere ich zum nächsten Geldautomat. Und freue mich über den blauen Himmel und die hübschen Nordendfassaden.

#9: Als wir um 18h00 nach dem Training nach Hause fahren, ist es noch nicht ganz dunkel. Jippppiiiieee! ES.WIRD.FRÜH.LING!

#10: Ich telefoniere mit der Besten. Bevor sie vier Wochen Sabbatical in Australien macht, muss sie ja über die aktuellsten Entwicklungen unterrichtet werden.

#11: Noch mal schnell Buttermilch kaufen, damit ich Muffins für das Klassen-Faschingsfest backen kann.

#12: Eulenmuffins. Die erste Fuhre missglückt. Und ich habe noch vorher gedacht: „Vielleicht sollte ich die Form – trotz Silikon – ölen.“ Jaha, und vielleicht lerne ich noch, dass ich, wenn ich bei Backdingen VORHER was denke, das auch umsetzen sollte. Und nicht immer hinterher denken: „Und ich dachte noch…“

Ich werde jetzt nicht zu Caro verlinken und mich auch nicht in die Linkliste eintragen, denn das ist schon sehr geschummelt.

Geteilte Gefühle

Sooo, nun lassen wir die Katze mal aus dem Sack. Die meisten werden es vermutet haben – meine Tweeps kennen mich schon ganz gut:

Ja, die Mehrheit hat natürlich recht. Und ich bin nicht nur verliebt, sondern auch noch glücklich verliebt. Ich muss jetzt ein bisschen an mich halten, dass es hier nicht zu gefühlsduselig wird – so kennt man mich ja nicht, aber: Es geht mir sehrsehr gut.

Diese Beziehung hat einen Raketenstart hingelegt: 3 Tage haben der RB* und ich uns geschrieben. Dann hat er mich besucht und auch direkt die Nacht bei mir verbracht.

Weil es sich irgendwie nicht verhindern ließ, hat der midi-monsieur ihn direkt kennengelernt. Interessanterweise war das für mich total in Ordnung. Und das, wo ich mir IMMER, wenn ich darüber nachdachte, ob ich überhaupt mal eine Beziehung wollen würde, vor allem die Frage stellte, wie ich es dem Kind beibringen würde, wie ich ihn einbeziehen müsstesollte und wieviel Rücksicht ich nehmen solltemüsste. Wie lange sollte ich den Mann mindestens kennen, dass es Sinn macht, dass ihn auch der midi-monsieur kennenlernt und so halt. Und natürlich auch Gedanken darüber: Wie wird das Kind reagieren? Er ist ja nun über 3,5 Jahre das einzige männliche Wesen im Haushalt gewesen. Wieviel Platzhirsch steckt schon in einem 8-Jährigen?

Tja, und dann merkt man auf einmal, dass man sich zwar wie 15 fühlen und teilweise auch benehmen kann, aber es halt mit 41 auch Erwachsenendinge bei so Beziehungskisten zu bedenken gibt – wie eben, dass man, also ich in dem Fall, die Gefühle des eigenen Kindes abfangen muss:

Denn es steckt viiiel Platzhirsch in einem 8-Jährigen, wie sich bei der geplanten (zweiten) Begegnung der beiden zeigen sollte. Huiii.

Zu Beginn war noch alles halbwegs entspannt. Wir trafen uns draußen und gingen zusammen in den Park. Zum einen musste das Kind gelüftet werden und zum anderen fand ich „neutralen“ Boden gar nicht so schlecht.

Allerdings kippte es im Park schnell. Der midi-monsieur nahm Abstand von uns. Machte relativ bewussten Quatsch, beäugte uns aus der Ferne und war – das machte er sehr deutlich – not amused. Ich ging zweimal auf ihn zu, merkte aber, dass es zu früh war. Er war noch viel zu aufgewühlt. Er seilte sich – immer in Blickweite – ab und ich beobachtete das Geschehen auf zwei Ebenen: Als Mutter litt ich mit meinem Kind. Denn er litt und wusste nicht wohin mit sich. Aber ich konnte die Situation auch von außen betrachten und sah, dass jede Intervention nichts bringen würde. Aber auch ein Abbruch würde uns nicht weiterbringen. Da mussten wir durch. Alle zusammen.

Irgendwann kam der midi-monsieur zu uns, mopperte rum und wollte nach Hause. Auch gut, wir gingen zusammen nach Hause. Das Kind sprühte vor Ablehnung, aber ich gab nicht nach. Wir gingen zu dritt nach Hause und das Kind merkte wohl, dass es mir ernst war. Kurz vor zu Hause sprach er uns dann tatsächlich erstmals zusammen an**. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Und zu Hause wollte das Kind den restlichen Galette des Rois essen – zu dritt. Und während ich Kaffee und Tee machte, teilte das Kind das Viertelstück in drei etwas ungleiche Teile und spaßte mit dem Neuen im Gefüge rum. Und als der Kuchen fast gegessen war, schnitt der midi-monsieur von seinem Stück etwas ab, halbierte das und gab sowohl mir als auch dem RB jeweils ein Extrastückchen. Oh, wow.

Dann wollte das Kind auf dem Tablet spielen und der RB und ich hatten noch einen Moment zu zweit, bevor er losmusste.

Als er ging, verabschiedete sich der midi-monsieur formvollendet von ihm. Er gab ihm die Hand und sagte: „Hat mich gefreut, dich kenngelernt zu haben.“ Oh, wow.

Dann waren das Kind und ich allein. Er zeigte mir was am Tablet, wollte noch etwas spielen. Wir besprachen die Essenswünsche der nächsten Tage, ich machte eine Einkaufsliste und drehte dann schnell meine Runde – ohne Kind.

Wieder zu Hause kochte ich und als das Essen fast fertig war, platzte es aus dem Kind heraus: „Mama, hast du _den_ lieber als mich?“
„Wie kommst du darauf?“
„Ich hatte im Park das Gefühl. Ich war da nicht mehr für dich da und du warst nur bei ihm.“
„Ja, aber du bist doch von uns weggefahren.“
„Ihr habt euch ja auch geküsst.“
„Ja und?“
„Mama! Das ist voll peinlich! Stell dir vor, ich bin in der Nähe und das sieht wer, was sollen die denn dann denken?“
Ich muss mir ein Lachen verkneifen: „Naja, aber du hast ja nicht mitgeküsst.“
„Ihgitt.“
„Aber um deine Frage zu beantworten: Nein, ich habe ihn nicht lieber als dich. Wie könnte ich? Du bist mein Kind und das Wichtigste in meinem Leben.“
„Aber das Gefühl hatte ich heute Nachmittag nicht.“
„Ich kann mir vorstellen, dass das komisch für dich ist. Die letzten drei Jahre gab es ja nur uns beide.“
„Ja, ich musste dich nicht teilen.“
„Aber du musst mich doch jetzt auch nicht teilen. Denk doch mal an deinen besten Kumpel: Meinst du, dass der sagt, dass er seine Mama mit seinem Papa teilen muss? Oder dass die Mama sagt, dass sie den Papa lieber hat als deinen Kumpel?“***
Es arbeitet im midi-monsieur.
Dann müssen wir das Gespräch jäh abbrechen, weil das Essen sonst angebrannt wäre.

Wir essen, machen uns einen schönen Abend. Als ich ihn ins Bett bringe, kommt das Thema nochmal auf, ob ich _den_ wirklich nicht lieber mögen würde.
„Ich kann ihn gar nicht lieber haben als dich. Weil das ein ganz anderes Liebhaben ist. Man hat jeden Menschen auf eine eigene Art lieb. Du bist mein Kind und Dich lieb ich, wie man ein Kind liebt. Der RB ist ja kein Kind. Den habe ich anders lieb. Das nimmt auch nichts von meiner Liebe zu Dir weg. Das ist ganz unterschiedlich. Du hast doch auch die Menschen unterschiedlich lieb: Du hast ja auch nicht den Papa lieber als mich, sondern hast eine Papa- und eine Mama-Liebe, die sich nicht teilt.“
Er entspannt sich merklich: „Ja, das stimmt.“

Wir machen noch zusammen Quatsch mit seinen Kuscheltieren. Ich kuschel ihn in den Schlaf. Im Halbschlaf sagt er noch: „Aber heute Abend kommt er nicht vorbei, wenn ich schlafe, oder?!“ Ich muss grinsen: „Nein, er kommt heute nicht vorbei.“

Aber er kam den Tag darauf und danach und auch wenn der midi-monsieur irgendwann konstatierte, ob er nun _immer_ da sei, sagte er auch nach ein paar Tagen Bedenkzeit: „Mama, ich weiß jetzt, dass der RB keine Liebe von Dir für mich wegnimmt.“

OH, WOW!

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* Nein, das steht nicht für seine Initialen.

** „Ihr seid ja auch nicht so schnell wie ich mit dem Roller.“ (Davor immer nur „Mama“ und „der da“.)

*** Original habe ich nicht Mama und Papa gesagt, sondern die Namen der Eltern, damit das Mama-Papa-Thema gar nicht erst strapaziert wird.

Essen wie Odin

Dieser Adventskaffee ist schon nett. Und was sich daraus ergibt halt auch. So zum Beispiel heute ein illustres Essengehen in Smørgås.

Eigentlich wären wir zu siebt plus Kind gewesen, aber zwei (plus ein Partner) mussten krankheitsbedingt absagen. Der nächste Termin wird bestimmt bald angesetzt, denn wir müssen uns wohl alle einmal durch die kleine, aber feine Speisekarte probieren.

Das, was wir heute hatten, war auf jeden Fall sehr lecker:

Dazu gab es noch ein überdrehtes Kind, das – wenn es irgendwann alt genug ist – einen Aushilfsjob da sicher hat.