Gefühlig*

Ich habe mich ja ein bisschen geweigert, diese Überschrift am Valentinstag zu nehmen. Denn mal ganz ehrlich: Valentinstag ist doof. Und ich bin sehr froh, dass der RB und ich uns da sehr einig sind. Entsprechend gut fand ich es, dass er heute Abend „trotzdem“ auf das Konzert gegangen ist, auf das er gehen wollte. Allein. (Auch wenn ich es natürlich doof finde, ihn heute Abend nicht bei mir zu haben. Aber das ist valentinstagsunabhängig.)

Der Tag fing schon mit Gefühlen an – beim midi-monsieur. Er habe da so ein Gefühl im Bauch. So ein ungutes. Aha, hmhm. Ich diskutierte mit ihm und ja, er habe Bauchschmerzen. Okay. Ja, er könne zu Hause bleiben, wenn ihm nicht wohl sei, ABER dann halt erstmal noch mit Wärmflasche ins Bett und schlafen. Ob er denn im Bett essen könne. Ja, trocken Brot. Milchprodukte etc. sind nicht so gut für einen grummeligen Bauch. Hmja. Er überlegt; sieht auch nicht wirklich malad aus. Nunja, er habe ja auch eigentlich ein Verabredung mit seinen Kumpels im Hort. Tja, der Kv lässt Würmer aus dem Kind sprechen, ich kann sich anbahnende Magen-Darm-Seuche im Keim wegsprechen.

Das Kind ging also in die Schule und für den RB und mich gab es noch ein große Portion hochgradig positive Gefühle, bevor wir beide arbeiten mussten.

Im Laufe des Nachmittags bekam ich ungute Gefühl aka Schmerzen im Rücken*, weswegen ist etwas länger unter der heißen Dusche blieb. (Jetzt fällt mir wieder ein, dass ich auf die Rolle wollte.)

Der midi-monsieur kam höchst negativ gefühlig nach Hause: fehlendes Vokabelheft, noch zu machende Hausaufgaben. Alles zu viel. Doch nicht nur die Schule. Auch die Situation zu Hause: Dass hier nun recht regelmäßig der RB ist, beschäftigt ihn. (Normal. Alles andere wäre komisch.) Und ich sehe und spüre seine Ambivalenz und er tut sie auch kund. Das ist zwar auf den ersten Blick anstrengend, aber letztlich super. So bleiben wir im Gespräch. Und reden ist ja immer gut.

Danach schlugen meine Gefühle um und ich war kurzfristig ziemlich aufgebracht, sauer und vor allem genervt.

Ich ärgerte mich auf mehreren Ebenen: Über mich, dass ich dieser bekloppten Aktion überhaupt zugestimmt habe. Und über den Kv und dessen Gebaren.

Zum Glück konnte ich mich beim Radfahren durch die Kälte, um den midi-monsieur zum Rugby-Training zu bringen, wieder beruhigen. Das war nicht nur gut fürs Gemüt, sondern auch dafür, dass ich nicht impulsiv twitterte, sondern kurz darüber nachdenken konnte, wie der Tweet evtl. aufgefasst werden könnte und erstmal telefonierte. Das war richtig und gut. (Dass ich das nicht mit mir selbst ausgemacht habe, ist ja auch so ein Gefühlsding.) Und mir war gefühlsmäßig wieder deutlich wohler.

Die Rückfahrt in der Dämmerung ließ frühlingsvorfreudig werden. Klar und kalt. Toll.

Das Kind war nach dem Rugby-Training auch deutlich entspannter und machte direkt noch seine restlichen Hausaufgaben ohne Murren und ohne Gehuddel, sodass sie ohne Streit und Tränen schnell erledigt waren.

Beim Ins-Bett-Bringen kam das Gespräch nochmal auf die Übernachtungen vom Kv. Nein, ihm würden auch zwei Nächte bei uns reichen. Das letzte Mal sei ja schon sehr anstrengend gewesen. Ach, Kind, dieser Prozess muss gerade so anstrengend für Dich sein. Ich wünschte, ich könnte ihn Dir ersparen, aber da kann ich Dir nur beistehen.

Und weil ich gerade so gefühlig war, musste ich das mal loswerden:

Es ist toll zu spüren, dass ich zur Zeit fast ausschließlich Menschen um mich rum habe, die mir gut tun. Und wie wichtig und richtig die „Mentalhygiene“ der letzten Jahre war.

———————————-
* Nunja, vermutlich werde ich in Zukunft meinen Zyklus vor allem an solchen Tagen ausmachen können.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s