Gedankenkarussell

Der midi-monsieur wünscht es sich ja schon länger und auch ich finde die Idee ziemlich gut, wenn meine Eltern näher bei uns wohnen würden. Aber so wirklich kommt das nicht für sie in Betracht und das verstehe ich auch.

Doch gerade jetzt wünschte ich, ich wäre näher bei. Dann könnte ich meiner Mama beistehen, die nun abends allein zu Hause ist (nicht, dass sie das nicht kennt, aber mit Sorgen um den Partner ist das halt nicht so toll). Dann könnte ich tagsüber meinem Papa im Krankenhaus beistehen, damit er sich nicht um das ganze medizinische Zeug kümmern muss. Für ihn (und auch meine Mama) zuhören und nachfragen.

Noch immer ist nichts konkret, aber es geht nicht um die Frage, ob oder ob nicht, sondern darum, was und wieviel ist betroffen, gibt es Metastasen, welches Stadium, liegt eine Treibermutation vor, welche Therapieoptionen gibt es und welche Prognose hat mein Vater. Für mich steht auch die Frage im Raum, ob und warum das alles nicht schon viel früher erkannt wurde. Mein Papa ist als Asthmatiker regelmäßig beim Pneumologen.

Und noch immer warten wir. Ich hasse warten. Ich möchte was Konkretes, mit dem ich umgehen muss und kann. Egal, wie unschön es sein wird. Aber dieses Gedankenkarussell strengt an. Es macht mich müde und mürbe.

(Und dann kommt der RB ums Eck und sagt tolle Sachen und ich werde weich und merke, wie leicht es mir fällt, das bei ihm zuzulassen und dass es auch völlig on Ordnung ist, nicht immer stark zu sein. <3)

Quatsch

Leute, Leute, Leute, warum sagt Ihr denn nichts, wenn ich Euch Quatsch erzähle?!

Natürlich darf jedes Euro-Land pro Jahr neue 2-Euro-Münzen (meistens eine oder zwei) auflegen. Natürlich haben wir nur 16 Bundesländer. Und ja seit Einführung des Euro als Bargeld zum 1.1.2002 wären 16 Sondermünzen (heuer die 17.) möglich.

ABER: Die deutsche Extra-2-Euro-Münzenserie zu den einzelnen Bundesländern wurde erst 2006 gestartet. Damit erschien in diesem Jahr die 13. Bundesland-Münze:

Berlin ist’s 2018.

Genugtuung

Der letzte Elternabend war Balsam. Balsam für mein Löwenmutterherz, Balsam für die vielen Nerven, die ich in den vergangen zweieinhalb Schuljahren gelassen habe, weil es dem midi-monsieur so verdammt schlecht ging in der Schule. Dem quasi ab der ersten Stunde die Schule so dermaßen verleidet wurde, dass ich mehr als froh war, dass er nicht in eine generelle Lernverweigerung geraten ist. Zweieinhalb Jahre, in denen ich so viele unnötige Gespräche geführt habe. Gespräche, die nicht nötig gewesen wären, wenn Menschen einfach ihr Arbeit so gemacht hätten, wie es der Beruf erfordert. Wie sagte die neue Klassenlehrkraft so treffend: „Leider ist für viele der Lehrerberuf nur noch ein Job und keine Berufung.“ Und das mag in den weiterführenden Schulen noch aufgehen, aber in der Grundschule gehört einfach mehr dazu, als nur den Stoff runterzuspulen.

Nun ist die bisherige Klassenlehrkraft also nicht mehr da und wird bis zum Ende der Grundschulzeit des midi-monsieurs auch nicht mehr wiederkommen. Und das ist gut. Verdammt gut. Für das Kind, der sich ihr so ausgeliefert fühlte und sich nicht mehr zu helfen wusste. Der sich seit Beginn des neuen Halbjahrs und Start der neuen Lehrerin immer wieder rückversichert, dass er die „alte“ nie mehr wieder sehen muss. Ich kann mir kaum vorstellen, wie tief dieses Trauma bei ihm sitzen muss.

Ich kann es ansatzweise daran erahnen, welche Sprünge der midi-monsieur allein gemacht hat, seitdem er seit Mitte November nicht mehr dieser Lehrkraft ausgesetzt ist.

Ich will nicht den Tag vor dem Abend loben. Aber viel schlimmer kann es letztlich auch nicht werden und daher freue ich mich auf die nächsten anderthalb Jahre. In denen das Kind hoffentlich noch viele positive Grundschulerinnerungen sammeln wird.

Nunja.

Richtig wenig Schlaf war das nicht heute Nacht, aber irgenwie gestückelt. Nunja. Da meine Projekte zur Zeit etwas auf sich warten lassen, habe ich aber morgens keinen Stress. Das ist zur Zeit sehr luxoriös, da der RB und ich den Tag so entspannt angehen lassen konnten.

Nachdem es gestern gewaltig schief gelaufen war, dass der Kv VOR den Hausaugaben da war, war für heute vereinbart, dass er erst kommt, wenn das Kind mit den Hausaufgaben fertig ist. Nunja. Er begann um 14h00 mit den Hausaufgaben. Ich ging irgendwann duschen, suchte etwas im Keller, kümmerte mich um mein MTB, wechselte einen Schlauch, weckte eine Mini-Portion Hexensud ein, packte meinen Rucksack, programmierte Else. Und dann war es 16h00 Uhr, der Kv mittlerweile da und der midi-monsieur so gerade eben fertig. Nunja. Ich fuhr dann los, um den Ingwersirup auszuliefern.

Die knapp 5 Kilometer nach Südosten über den Main fuhren sich dank des angenehmen Wetters gut. Allerdings muss das Rad dringend in die Inspektion. Etwas blöd war nur der latente Unterzucker, weil das mit der Nahrungsaufnahme zur Zeit gefühlsbedingt etwas suboptimal läuft. Nunja. Vor dem Rückweg hatte ich noch was gegessen und zu Hause dann auch noch schnell etwas, bevor ich zum Elternabend musste.

Der erste Elternabend mit der neuen Klassenlehrkraft war gut. Und – nunja – die recht umfassende Fehlleistung der alten Klassenlehrkraft wurde einmal mehr als deutlich. Nicht nur uns Eltern, sondern auch der neuen Klassenlehrkraft. Nunja, aber ICH habe ja immer was gegen die Schule und die Lehrkraft gehabt und eh alles besser gewusst.

Danach tatsächlich kurz und sachlich mit dem Kv über das Kind ausgetauscht. Es geht anscheinend doch. Nunja.

Als ich dann endlich allein in der Wohnung war – abgesehen von einem schnurchelnden midi-monsieur -, habe ich den ersten Versuch der Gin-Experimentereihe gemacht. Nunja, da sind noch ein par Modifizierungs- und wohl auch Optimierungsoptionen. Ich bin gespannt.

Später dann noch endlich die Tickets für die Abholung des Kinds gordert. Nicht nur der Ticketkauf, sondern auch die Abholung selbst auf dem letzten Drücker. Nunja. Dafür findet eine Fahrt zu zweit und eine zu dritt statt.

Schön reden

Den ganzen Tag schon denke ich darüber nach, ob ich zu dem aktuellen Kv-Drama was schreiben will oder nicht. Oder ob es mir nicht eigentlich zu müßig ist. Denn mal angesehen davon, dass vermutlich bereits die letzte Leserin und der letzte Tweep gerafft hat, dass der Kv nicht ganz knusper ist (um es mal ansatzweise euphemistisch auszudrücken), ist es halt müßig, darüber noch weitere Worte zu verlieren.

Am besten hoffe ich einfach – vor allem für den midi-monsieur-, dass die Zeit viele Dinge richten wird. Dass er älter wird und noch mehr (als eh schon) versteht und erkennt und entsprechende Schlüsse für sich zieht.

Denn was sagte die Psychologin, als ich ihr die aktuelle Situation schilderte: „Frau B., Ihre Bemühungen, den Kv nicht schlecht zu machen in allen Ehren, aber was wollen Sie da noch schön reden?!“

Also atme ich tief durch und freue mich:

Da mir der Fisch zur Zeit zu hohlkreuzig ist, finde ich die Unterstützung durch den Yogablock super.

Tückische Türen

Ein Tag, der quasi damit anfängt, dass der RB und ich marktfrühstücken, kann kein schlechter sein. Zudem ich entdeckte, dass es auf unserem kleinen Bernemer Markt endlich (!!!) wieder Waffeln gibt.

Und an einen bereits tollen, flauschigen Tag darf sich auch gerne ein schöner Abend anschließen. Dass er nicht allzu schlecht werden würde, hatte ich ja bereits gehofft und geahnt, nachdem alle, die die akutelle Frankfurter Inszenierung von Shakespears Richard III. bereits gesehen hatten, schwärmten und ausschließlich viel Spaß wünschten.

Sie hätten allerdings Herrn Walther und mich auf die Tücken der Türen aufmerksam machen sollen. Denn … nunja … die städtischen Bühnen Frankfurts beherbergen nicht nur das Schauspiel, wohin wir wollten, sondern auch die Oper. Und weil (ja, warum eigentlich) wir irgendwie nicht aufpassten, nahmen wir die erstbeste Tür ins Gebäude. Der nette junge Mann am Einlass nickte unsere Karten auch brav ab, wir gaben unsere Mäntel an der Gaderobe ab und suchten dann unsere Plätze. Ich wunderte mich kurz ob des Saalaufbaus – wusste ich doch, dass es Bühnenplätze geben sollte, die ich aber nicht sah. Naja, nicht weiter nachgedacht, bis wir dann vor unseren Plätzen standen und … tadaa, man ahnt es schon … da schon jemand saß. Kleine Aufregung, bis die „Platzbesetzer“ erkannten, dass sie definitiv richtig waren, weil wir halt nicht im Schauspiel, sondern in der Oper waren.

Die Zeit war knapp und so verzichteten wir darauf, unsere Mäntel zu holen, sondern huschten schnell einen Eingang weiter. Da waren unsere Plätze auch nicht besetzt. Puh!

Da in der zweiten Reihe direkt am Aufgang sind unsere Plätze noch frei.

Und dann ging es auch schnell los. Ein Teil des Ensembles lief eh schon durch die Reihen oder saß im Publikum. Der ganze Saal wurde bespielt. 3D-Theater gewissermaßen. Immer wieder musste man sich drehen und gucken, wo etwas passierte, woher eine Stimme kam. Und Wolfram Koch als Richard III ist der Wahnsinn – im doppelten Wort sind (bezogen auf seine Rolle). Aber auch die anderen Schauspieler waren stark und äußerst präsent.

So waren wir einfach in den Bann gezogen. Dass die Aufführung über drei Stunden dauert (mit einer kurzen Pause* nach fast zwei Stunden), war kaum zu merken. Einfach stark!

Und während wir beim Gimlet den Abend ausklingen ließen, ergab sich direkt der nächste Theaterabend:

Wir wissen ja jetzt auch, welche Tür direkt zum Schauspiel führt.

———————————-
* In der wir wieder zurück in die Oper huschten und unsere Jacken holten. (Was auch schlau war, da die Oper nicht so lange dauerte wie das Schuaspiel.)

Nachtrag

Eigentlich war es ein guter Tag. Ein sehr entspannter Tag geprägt vom Hausfrauendasein und Wellness in Wiesbaden.

Dennoch gab es emotional negative Spitzen, über die ich mich nicht weiter aufregen wollte, nachdem das Abendessen so lecker war und erfreulich entspannend verlief.

Schokopudding für die Gemüter