Törööö

Wieder was gelernt: Der Ausdruck „da steht ein Elefant im Raum“ kommt aus dem angelsächsischen Sprachraum. Ändert aber auch nichts daran, dass ich das Bild mag und sehr treffend finde. Wobei ich selten Elefanten im Raum stehen habe. Gelegentlich in meinen eigenen Räumen, sehr selten in geteilten Räumen. Was daran liegt, dass ich Elefanten, auch keine kleinen Babyelefanten, nur ganz schlecht ertrage. Vermutlich weil ich Raum brauche – Platz nach oben und in alle anderen Richtungen auch. Und so ein Elefant nimmt davon ja durchaus einiges ein. Da werde ich nervös, rappelig und unkonzentriert. Und ich hasse dieses Gefühl. Also kümmere ich mich für gewöhnlich so schnell wie möglich um den Elefanten, gebe ihm kein Futter und führe ihn dann zügig aus dem Raum.

Manchmal versucht der Kv mir einen pinken Elefanten mit vier Ohren zwei Rüsseln in die Wohnung zu stellen. Aber der fühlt sich schnell unwohl und geht.

Ganz manchmal allerdings steht ein Elefant da und ich kann ihn gar nicht richtig erkennen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er wirklich da ist. Aber der Raum fühlt sich voll an und ich habe das Gefühl an einigen Stellen nur als Kontorsionistin durchzukommen. Aber ich sehe nicht wirklich, wo der Elefant steht. Und ob er da steht. Oder wie er aussieht.

Es wurde heute auch nicht besser. Aber die Situation über Tag ließ weder ihr noch mir die Gelegenheit, etwas anzusprechen bzw. zu fragen, ob da ein Elefant wäre. Und als der midi-monsieur dann endlich im Bett war, war es auch zu spät.

Vielleicht bilde ich mir das auch ein, weil mir mein Unterbewusstsein einen Streich spielt. Aber so fühlt sich ihr Besuch nicht gut an. Doch auch wenn es keinen Elefanten gibt, war der Zeitpunkt ihres Besuchs nicht optimal, denn dann geht es ihr wohl gerade einfach nicht gut und sie will man wieder nichts sagen. Das wäre zwar auch ein Elefant. Aber keiner, der bei mir rumsteht.

4 Gedanken zu „Törööö

  1. Hallo und ich wollte mich nur kurz für das „Elefantenbild“ bedanken. Diese Metapher kannte ich noch nicht, finde sie aber großartig, weil ich damit plötzlich ganz viele Situationen beschreiben kann, die mich bisher eher „sprachlos“ machten.
    Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und mag es, durch Ihre Tagebucheinträge so einen ganz kleinen Einblick in ein anderes Leben zu bekommen.
    Früher bin ich gerne nachts durch die Straßen gelaufen und habe fasziniert in andererleuts Wohnzimmerfenster gesehen und wenn ich das jemandem erzählte, dann waren viele Leute empört, weil sie meinten, das macht man nicht, weshalb ich dabei grundsätzlich so ein wenig latent schlechtes Gewissen hatte. Und ein bisschen ist das beim anonymen Mitlesen in so einem Tagebuchblog auch, deshalb wollte ich schon lange mal Bescheid geben, dass ich hier regelmäßig lese, obwohl ich Sie überhaupt nicht kenne und deshalb natürlich auch vieles überhaupt nicht einordnen kann und außerdem auch das Gefühl habe, Sie führen ein derart anderes Leben als ich, dass wir im „real life“ wahrscheinlich sowieso nicht viel miteinander anzufangen wüssten, aber grade weil Sie außerhalb meiner eigenen Filterblase leben, lese ich hier so gerne mit.
    Viele Grüße
    von einer, die ein paar anderen Leuten jetzt mal was von Elefanten im Raum erzählen wird

  2. Willkommen auf meinem Blog 🙂

    Das mit den nächtlichen Blicken in fremde Wohnungen kann ich nachvollziehen. Das mag ich auch gerne. Sehen, wie andere eingerichtet sind, überlegen, was dies oder jenes wohl über die Bewohnerin aussagt.

    Liebe Grüße und viel Spaß mit den Elefanten 😉 (mögen sich aber nicht so viele irgendwo hinstellen)

  3. Mir fällt gerade ein, dass es lustigerweise einen französischen Film gibt, dessen Titel den Elefanten trägt: un éléphant, ça trompe énormément mit Jean Rochefort….

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