#bhvn8

Als vor Kurzem mal wieder Bahnhofsviertelnacht war und es mir hier und da in die SocialMedia-Timeline gespült wurde, spürte ich so ein unangenehmes Gefühl: Dieses Event fühlt sich – für mich – falsch an. Aber ich konnte nicht genau erklären warum.

Dann erreichte mich dieser Link (Der Text ist heftig, vor allem zum Ende hin, aber das sollten wir aus unserer bequemen Bürgerlichkeit heraus mal ertragen).*

Und auf einmal wurde mir klarer, warum: Ich finde die Bahnhofsviertelnacht sehr grenzwertig. Ich war einmal da. Für einen Abend wird gefeiert, sich in der Masse sicher gefühlt und diejenigen, für die das Bahnhofviertel die letzte Zuflucht ist, werden verdrängt. Nicht nur temporär. Die Gentrifizierung ist insbesondere im Bahnhofviertel massiv. Das Moseleck wird auf einmal „kultig“. Aber in die Taunus- oder Niddastraße außerhalb der Behanhofsviertelnacht trauen sich die wenigsten – außer man will beim Mian essen.

Und ich finde dieses Einfallen der Hipstermassen in die Leben dieser Menschen schon fast widerlich. Früher wurden in Zirkussen und auf Jahrmärkten „komische“ Menschen ausgestellt. Heute geht man sie halt angucken – in ihrem natürlichen Habitat. Und ist dabei froh genug, dass sie so auf der Kaiserstraße nicht zu sehen sind.

Und da ist das Problem: Nicht zu sehen bedeutet nicht, dass es die Drogenkranken und Prostituierten nicht gibt. Sie werden halt verdrängt.

Ich habe dafür keine Lösung und fühle mich selbst im Bahnhofsviertel unwohl genug. Aber die Entwicklung finde ich eher suboptimal.

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* Ergänzend dazu empfehle ich die Lektüre von „Die Anschafferin“.

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