Rugby

Inkania fragte auf instagram:

Wie kommt man eigentlich auf Rugby?

Ganz kurz: Durch den Kv. Der Kv hat selbst früher Rugby gespielt. Denn in Frankreich ist Rugby das, was bei uns Fußball ist: Jedes noch so kleines Kaff hat einen Club und entsprechende Jugendarbeit.

Als ich denk Kv kennenlernte, konnte er schon lange nicht mehr Rugby spielen, aber es war sein Sport. Er suchte sich in Frankfurt und auch in Hamburg Möglichkeiten, Spiele zu schauen. Auch live.

Und wie es so ist: Der Kv nahm den midi-monsieur hin und wieder mit. Und immer mal wieder äußerte das Kind den Wunsch, selbst Rugby zu spielen. Es war aber immer nicht so vehement und ich war kurz nach der Trennung, noch in Festanstellung nicht in der Lage, ihn für irgendwelche Hobbies durch die Lande zu kutschieren. Dann kam irgendwann mal der Wunsch nach Basketball auf und er versuchte es. Aber das war auf vielen Ebenen nicht seins (und meins auch nicht). Handball stand auch mal im Raum, aber das funktioniert in Ermangelung von erreichbarem Kindertraining in Frankfurt nicht.

Letztes Jahr im Herbst fing der midi-monsieur wieder an, mehr und mehr davon zu sprechen, dass er Rugby spielen wolle. Und nachdem er das Gitarrespielen an den Nagel gehängt hatte, war die Bahn Zeit frei: Im Februar dieses Jahres fing er an.

Und ich muss sagen, ich bin sehr sehr froh, dass er Rugby spielen will. Und dass es nicht Fußball ist. Ich hab’s nicht so mit Fußball außer bei Länderspielen. Aber ich mag auch nicht die Attitüde, die oftmals schon in den Fußball-F-, E- und D-Jugenden vorherrscht.

Bei unserem Rugby-Verein wird auf jeden Spieler geachtet und entsprechend gefordert und gefördert. Es gibt konstruktive Kritik, aber auch Lob. Ich habe das Gefühl, dass die Trainer ziemlich erkennen können, welche Stärken welcher Spieler hat. Es wird keiner ausgeschlossen – egal, wie lange er schon trainiert. Es geht IMMER um die Mannschaft. Und wer auf einem Turnier (es gibt ja keine Liga wie beim Fußball) mit dabei ist, der darf auch auf jeden Fall mitspielen.

Auf den ersten Blick ist das Spiel ziemlich rau. Und vermeintlich gefährlich, denn außer mit dem obligartorischen Mundschutz wird Rugby ohne weiteren Schutz gespielt. Aber die Kids bekommen von Anfang an erklärt, worauf sie beim Tacklen zu achten haben. Es darf ja auch nur der getacklet werden, der das Ei hat. Sobald der am Boden ist, darf man den auch nicht mehr angehen. Ansonsten ist das Spiel – je größer das Spielfeld wird – ziemlich schnell. Darüberhin aus ist der Sport extrem fair. Kein Spieler außer dem Kapitän darf sich beim Schiri beschweren. Man honoriert auch gute Aktionen der gegnerischen Mannschaft. Und nach dem Spiel ist das Matsch vorbei. Wer gewonnen hat, hat das verdient getan.

Nein, ich hatte als Mutter nie Angst oder Befürchtungen, dass der midi-monsieur Rugby spielt. Ja, es kann was passieren: blutende Nasen, Rippenbrüche, gestauchter Nacken, Cuts am Auge und auch die üblichen Sportverletzungen. Aber mei, ich kann und will ihn nicht in Watte packen. Ich hätte vielleicht auch Rugby spielen wollen. Ich mag es, wenn es beim Sport sportlich zur Sache geht. Deswegen mag ich auch Handball.

Und ich sehe, wie gut ihm dieser Sport tut, das Training, die Trainer und auch die Mannschaft. Für ihn ein perfekter Ausgleich zum schulischen Alltag.