Verlässlichkeit

Gestern abend versuchte der midi-monsieur seinen Vater anzurufen. Es war ihm wichtig, weil gerade der Jetlag und damit das Vermissen besonders schlimm sind. Der Vater ging aber nicht ran bzw. rief nicht zurück. Traurig und frustriert ging das Kind schlafen. Wir besprachen, dass er es ja heute früher – direkt nach dem Rugbycamp – versuchen können. Am späten Nachmittag sind die Chancen vielleicht höher, dass er den Kv nicht bei irgendeinem Aperó stört.

Um dem Kind eine erneute Enttäuschung zu ersparen, schrieb ich dem Kv heute:

„Hallo, Dein Sohn möchte gerne mit Dir telefonieren. Ist es heute möglich?“
„Hallo. Ja.“
„Am Nachmittag? Nach 16h00?“
„Er kann anrufen, wann er will. Er muss nicht fragen, um mich anzurufen. Ich mussjetzt los zum Angeln.“
„Er hat es gestern versucht. Du hast nicht zurückgerufen. Er war ziemlich traurig.“
„? Das hatte ich nicht gesehen – gehört. Er hätte es nochmal versuchen sollen.“

Der Kv war also vorgewarnt, dass sein Sohn versuchen würde, ihn anzurufen. Heute. Am Nachmittag. Nach 16h00.

Um ca 16h15 ließ es der midi-monsieur bei seinem Vater klingeln (er ruft zurück, weil in seinem Handy-Vertrag unbegrenztes Telefonieren nach Deutschland inklusive ist). Und dann wartete er. Und ich hatte meinen toten Punkt und machte etwas Entspannung. Der midi-monsieur wartete immer noch. Und wartete. Bis um 17h38 der Kv endlich zurückrief. Für ganze 8 Minuten. Der Papa hätte nochmal was erledigen müssen, sie würden später telefonieren, erklärte mir der midi-monsieur.

Um 19h38 versuchte das Kind erneut den Vater anzuklingeln.

Jetzt um 21h50 liegt er – also der midi-monsieur – seit über einer halben Stunde im Bett. Ohne noch einmal mit dem Vater telefoniert zu haben.

Was verdammte Hacke ist so schwierig an einem Minimum an Verlässlichkeit?!