Olsenbande 2.0

Gut, die Olsenbande waren eigentlich zu Dritt – drei alte ältere Männer, die sich als Ganoven am „großen Coup“ versuchten. 14 Filme lang.

Nunja, der midi-monsieur und ich sind nur zwei – eine halbmittelalte Frau und ihr Sohn. Wir sind auch keine Ganoven. Und meinen „großen Coup“ würde ich gerne legal erreichen. Und nein, Filme mit und über uns gibt es (zum Glück) auch nicht.

Aber trotzdem boten wir heute filmreifen Einbruchsslapstick:

Wir kommen vom gemeinsamen Einkaufen. Wir gehen durchs Tor und die Haustür. Ich bin froh, dass ich die große und unhandliche Tasche (den Rucksack hatte ich vergessen) endlich fast in der Wohnung habe. Wir stehen vor der Wohnungstür. Ich schließe auf. Der midi-monsieur sagt mir was, ich wende mich ihm zu, antworte ihm. Die Wohnungstür will gerade zufallen und ich halte meinen Fuß dazwischen. Ich nehme die Tasche und hebe sie ein Stück mehr zur Tür, stoße die Tür auf und hänge den Schlüssel an den Schlüsselfisch, der direkt an der Tür hängt.

Das Kind sagt wieder etwas. Ich wende mich ihm zu, nehme ihn in den Arm.

RUMMS.

Da fällt die Tür ins Schloss.

Ich lasse den midi-monsieur los und sage: „Mist.“

Nein, ich fluche nicht. Das ist nicht nötig. Es ist Mist. Nicht mehr und nicht weniger. Ich gehe schnell die Möglichkeiten durch, während das Kind fragt, was wir nun machen. Die zwei einfachsten Möglichkeiten fallen aus, weil die Rolläden unten sind. Das Kind fragt derweil, ob wir einen Schlüsseldienst rufen können. Klar, könnten wir, aber das Geld will ich eigentlich nicht ausgeben. Von den verbleibenden drei Möglichkeiten fallen zwei auch aus. Wir haben eine Chance. Aber eine gute. Ich gehe in den Keller, der offen ist, um zu gucken, ob ich eine Leiter finde. Zum Glück ist der Handwerker-Nachbar gerade im Keller und kann mir mit einer Leiter aushelfen.

Ich positioniere die Leiter an entsprechender Stelle, klettere hoch und drücke gegen das Fenster. Jippie, es geht auf. Ich versuche durch den Spalt zukommen, aber ich bin zu dick keine Kontorsionistin. Ich rufe den midi-monsieur, der vor der Wohnungstür darauf wartet, dass ich von innen öffne.

Ich erkläre ihm, was er machen soll. Er klettert die Leiter rauf, guckt etwas unsicher in den Fensterspalt und versucht durchzukommen. Es klappt nicht. Er hat nichts hinterm Fenster, worauf er seinen Fuß stellen kann. Wir begucken die Lage und er versucht es noch einmal. Er macht das prima. Er findet Halt. Das halbe Kind ist durch. Er nimmt meine Hand und dann ist er ganz in der Wohnung. Jippie!

Ich klappe die Leiter ein und gehe zur Wohnungstür, wo mich der midi-monsieur schon freudestrahlend erwartet.

So, jetzt haben wir aber alles durch mit meinem Schlüssel.

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